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Zwiebeln Krankheiten & Schädlinge erkennen & bekämpfen

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Zwiebeln werden häufig im Garten angebaut, da sie in der Küche sehr vielseitig verwendet werden können und auch relativ einfach im Anbau sind. Zudem ist die Zwiebel eine ziemlich robuste Pflanze. Trotzdem gibt es Schädlinge und Krankheiten, die auch Zwiebelpflanze befallen können. Wir zeigen Dir, welche das sind und wie sie bekämpft oder ihnen vorgebeugt werden kann.

Zwiebelfliege (Delia antiqua)

Eine Zwiebelfliege wird sechs bis sieben Millimeter groß und sieht einer Stubenfliege ähnlich. Sie legt Anfang Mai ihre Eier direkt neben die Sprossen der Zwiebeln. Aus den Eiern schlüpfen nach etwa einer Woche weißliche, acht bis zehn Millimeter lange Maden. Diese fressen das weiche Gewebe der jungen Zwiebel-Pflanzen und höhlen sie von innen aus. Eine Made kann mehrere Pflanzen befallen. Danach verpuppen sich die Maden im Boden. Im Laufe des Sommers gibt es dann eine zweite Generation. In warmen Jahren kann es sogar eine dritte Generation geben. Die Puppen der letzten Generation überwintern im Boden.

Zwiebelfliege erkennen

Wenn eine Zwiebel-Pflanze von der Zwiebelfliege befallen ist, verfärben sich ihre Blätter gelblich grau. Die Pflanze welkt und lässt sich leicht aus der Erde ziehen. Bei manchen Zwiebel-Pflanzen krümmen sich die Blätter bogenförmig. An älteren Pflanze kann der Befall an Fraßgängen entdeckt werden. Die Zwiebeln sind von innen her zerfressen und man kann darin die hellen Maden der Zwiebelfliege erkennen.

Zwiebelfliege bekämpfen und vorbeugen

Die Zwiebelfliege kann nicht direkt bekämpft werden. Befallene Zwiebel-Pflanzen sollten so schnell wie möglich entfernt und entsorgt (nicht auf dem Kompost) werden.

Es können folgende vorbeugende Maßnahmen getroffen werden:

  • Ein Gemüseschutznetz über die Zwiebel-Pflanzen ausbreiten, damit die Zwiebelfliege keine Eier ablegen kann.
  • Natürliche Feinde der Zwiebelfliege wie Schlupfwespen, Laufkäfer oder Spinnen durch Aufstellen eines Insektenhotels und einen naturnah gestalteten Garten fördern.
  • Nach der Ernte alle Reste der Zwiebel-Pflanze aus dem Beet entfernen.
  • Bei der Vorbereitung des Beetes auf stark riechenden Dünger oder frischen Mist verzichten.
  • Das Beet vorbeugend mit seinem selbst hergestellten Tee aus Rainfarn oder Wermut spritzen.
  • Die Zwiebeln nicht in aufeinanderfolgenden Jahren in dasselbe Beet pflanzen.
  •  Eine Mischkultur mit Möhren, Kohl, Busch- oder Stangenbohnen hält ebenfalls die Zwiebelfliege fern.

Lauchmotte (Acrolepiopsis assectella)

Die Lauchmotte ist ein braun-grauer Nachtfalter. Er hat vorne hellbraune Flügel und in der Mitte einen weißen Fleck in Form eines Keils. Seine Raupen sind gelblich-weiß bis hellgrün. Sie sind acht bis zwölf Millimeter lang und haben eine hellbraune Kopfkapsel. Es gibt jährlich zwei Generationen von Lauchmotten, die erste von Mai bis Juli und die zweite von August bis September. Die Eier werden an den Blättern oder am oberen Teil der Wurzeln abgelegt. Die Raupen fressen längliche Gänge in die Blätter bis tief in den Schaft der Zwiebel-Pflanze. Dort verpuppen sich die Raupen in Seidenkokons.

Lauchmotte erkennen

Einen Befall mit der Lauchmotte erkennt man an hellbraunen Flecken an den Pflanzen. An den Blättern sind zudem kleine, eiförmige und netzartige Kokons erkennbar. Die Herzblätter der Zwiebel-Pflanzen sterben ab.

Lauchmotte bekämpfen und vorbeugen

Die Lauchmotte kann folgendermaßen bekämpft werden:

  • Zwiebel-Pflanzen regelmäßig nach Eiern und Raupen absuchen und diese absammeln.
  • Befallene Blätter abschneiden und entsorgen (nicht auf dem Kompost).
  • Bei stärkerem Befall können biologischen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

Vorgebeugt werden kann der Lauchmotte, wie folgt:

  • Zwiebel-Pflanzen mit Gemüseschutznetzen abdecken.
  • Fruchtfolge mit entsprechenden Pausen einhalten.
  • Mischkultur mit Möhren, Sellerie, Petersilie, Tomaten und Dill halten Lauchmotten fern.

Drahtwürmer (Agriotes sp.)

Drahtwürmer sind die Larven der Saatschnellkäfer. Die Käfer selbst verursachen keine Schäden an den Pflanzen, da sie sich von Pollen und Nektar ernähren. Es gibt drei verschiedene Arten der Schnellkäfer im Garten:

  • Saatschnellkäfer oder Feldhumusschnellkäfer (Agriotes lineatus)
  • Düsterer Humusschnellkäfer (Agriotes obscurus)
  • Salatschnellkäfer (Agriotes sputator)

Die Käfer sind dunkel gefärbt und werden 9 bis 12 mm groß. Sie sind länglich und hinten ertwa schmaler. Ihre Larven, die Drahtwürmer, sind gelblich orange und bis zu 2,5 cm lang. Sie sind mit hartem Chitin gepanzert. Sie entwickeln sich mehrere Jahre lang in der Erde.

Die Eier werden im Mai oder Juni im Boden abgelegt, wobei ein Weibchen etwa 200 Eier in seinem Leben ablegen kann. Die Eier befinden sich in Gruppen eng zusammen in der Erde. Nach 4 bis 5 Wochen schlüpfen die Drahtwürmer. Drahtwürmer sind bis zu 5 Jahre im Boden. Sie durchlaufen in dieser Zeit 9 bis 15 Larvenstadien. In ihrem zweiten Lebensjahr verursachen sie Fraßschäden. Sie können bis zu einem Jahr ohne Nahrung auskommen. Bei Nahrungsmangel und Trockenheit ziehen sie sich tief in die Erde zurück.

Drahtwürmer erkennen

Typisch für einen Befall mit Drahtwürmern sind welke Pflanzen. Der Wurm frisst die Wurzeln der Pflanze und diese kann nicht mehr genug Wasser und Nährstoffe aufnehmen und beginnt zu welken.

Drahtwürmer bekämpfen und vorbeugen

Bekämpft werden Drahtwürmer, wie folgt:

  • Durch intensive Bearbeitung des Bodens kann die Anzahl der Drahtwürmer reduziert werden.
  • Das Auflockern des Bodens lässt diesen schneller trocknen, was Drahtwürmer ebenfalls vertreibt. Du solltest bei Verdacht auf Drahtwürmer auch nicht zu viel gießen.

Vorbeugung gegen Drahtwürmer:

  • Unbedingt Pausen zwischen der Pflanzung von Zwiebeln im selben Beet einhalten.
  • Nur gesundes Saatgut verwenden und die Pflanzen für starkes Wachstum mit ausreichend Nährstoffen versorgen.
  • Eine Düngung mit Kalkstickstoff reduziert den Befall um 20 bis 30 Prozent.
  • Ringelblumen und Tagetes zwischen die Zwiebeln setzen, da sie die Drahtwürmer vertreiben.

Zwiebelminierfliege (Liriomyza cepae)

Zwiebelminierfliege sind mit zwei bis drei Millimeter sehr klein. Sie sind dunkel gefärbt. Die Weibchen haben für die Eiablage einen Legebohrer, Ovipositor genannt. Damit legen sie ihre Eier in das Pflanzengewebe. Aus den Eiern schlüpfen weißlich gelbe Larven. Diese fressen Gänge in die Blätter, ohne die Blatthaut zu beschädigen. Die Larven durchlaufen drei Stadien. Danach verpuppen sie sich im Boden oder an den Pflanzen.

Erwachsene Zwiebelminierfliegen stechen Blätter an und saugen den Pflanzensaft. Durch die Einstichstellen können Bakterien und Pilzsporen in die Pflanze eindringen und weiteren Schaden verursachen.

Zwiebelminierfliege erkennen

Bei einem Befall mit der Zwiebelminierfliege trocknen die Fraßgänge und die Blätter aus und sterben ab. Wenn zu viele Blätter absterben, kann die Pflanze nicht mehr richtig wachsen.

Zwiebelminierfliege bekämpfen und vorbeugen

Bekämpfung der Fliegenminierfliege:

  • Fliegenminierfliegen können mit chemischen Mitteln bekämpft werden, aber davon ist in einem Gemüsegarten unbedingt abzuraten, da chemische Mittel die Gesundheit des Menschen gefährden können.
  • Besser ist eine Bekämpfung mit Nützlingen, wie der Schlupfwespe, die durch einen naturnahen Garten angezogen und gefördert werden kann.
  • Befallene Blätter entfernen und entsorgen (nicht auf dem Kompost).
  • Eine Behandlung mit Brennnesseljauche schreckt die Fliegen ebenfalls ab.

Vorbeugung gegen Zwiebelminierfliegen:

  • Gemüseschutznetze über die Zwiebel-Pflanzen ausbreiten.
  • Mit Gelbtafeln lässt sich ein Befall frühzeitig erkennen und besser bekämpfen.

Falscher Mehltau (Plasmopara viticola)

Falscher Mehltau wird durch einen Pilz verursacht. Auf der Unterseite der Blätter bildet sich ein heller, schmutzig grauer Pilzrasen. Der Pilz dringt in die Blätter ein und durchzieht sie mit einem Pilzgeflecht. So entzieht er der Pflanze ihre Nährstoffe. Der Pilz überwintert an der Pflanze und an den Früchten der Pflanze.

Falschen Mehltau erkennen

Bei Befall mit Falschem Mehltau kommt es zu Wachstumsstörungen, Absterben der Blätter und Eintrocknen möglicher Knospen.

Falschen Mehltau bekämpfen und vorbeugen

Falscher Mehltau wird, wie folgt, bekämpft:

  • Ausreichend Pflanzabstand einhalten, damit die Blätter der Pflanze schneller abtrocknen.
  • Befallene Blätter abschneiden und entsorgen (nicht auf dem Kompost).
  • Spezielle Fungizide einsetzen und die Blattunterseite besonders behandeln. Über Wurzeln und Blätter aufgenommene Pflanzenmittel sind besonders vorteilhaft.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Falschen Mehltau sind:

  • Blätter der Zwiebel-Pflanze trocken halten. Erreicht wird das durch ausreichenden Pflanzabstand und durch Gießen von unten.
  • Einseitige Stickstoffdüngung vermeiden, da dadurch das Blattgewebe weicher und anfälliger für Krankheitserreger wird.
  • Widerstandsfähige und tolerante Sorten wählen.
  • Knoblauchbrühe ausbringen. Pflanzenstärkungsmittel auf Algenbasis können ebenfalls eingesetzt werden, müssen allerdings regelmäßig angewandt werden.

Purpurfleckkrankheit (Alternaria porri)

Die Purpusfleckkrankheit wird von einem Pilz verursacht. Dieser kann bereits am Samen haften. Er bildet sich in Flecken neu. Seine Sporen können vier Jahre lang im Boden überdauern. Er wächst besonders gut bei Temperaturen von 25 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent.

Purpurfleckkrankheit erkennen

Erkennbar ist ein Befall an ovalen, brauen oder purpurfarbenen Flecken mit violettfarbener Umrandung an den Blattspitzen. Die Blätter sterben ab. Bei Ausbreitung sterben weitere Blätter ab und nur das Blattherz bleibt grün.

Purpurfleckkrankheit bekämpfen und vorbeugen

Die Purpusfleckkrankheit kann folgendermaßen bekämpft werden:

  • Befallene Blätter abschneiden und entsorgen (nicht auf dem Kompost).
  • Zwiebel in Rillen setzen und erst nach und nach mit Erde verfüllen.
  • Genügend Pflanzabstand einhalten, damit die Pflanzen schneller abtrocknen und mehr Luft an sie gelangt.
  • Pflanzen nur von unten gießen, damit Blätter trocken bleiben.

Der Purpurfleckkrankheit kann folgendermaßen vorgebeugt werden:

  • Mischkultur anlegen.
  • Nur gesundes Pflanzgut verwenden, Samen vor der Aussaat beizen.
  • Fruchtfolge einhalten und zwischen Pflanzung im selben Beet vier Jahre Pause einlegen.

Papierflecken Krankheit (Phytophtora porri)

Auch diese Krankheit wird durch einen Pilz übertragen. Der Pilz überwintert auf erkrankten Pflanzenresten. Im Frühjahr bilden sich Pilzsporen, die dann die Zwiebelpflanzen angreifen. Die Krankheit wird durch feuchte, kühle Witterung gefördert. Sie tritt von Juli bis September auf. Die Pilzsporen können einige Jahre im Boden überleben.

Papierflecken-Krankheit erkennen

Erkennbar ist die Papierflecken Krankheit an anfangs wässrigen, später eintrocknenden, papierartigen weißen Flecken. An diesen Stellen stirbt das Blattgewebe ab. Die Flecken sind von einem glasig durchschimmernden Hof umgeben.

Papierflecken-Krankheit bekämpfen und vorbeugen

Bekämpfung der Papierflecken-Krankheit:

  • Ausreichend Pflanzabstand einhalten, damit Luft zwischen den Pflanzen zirkulieren kann und ie Blätter schneller abtrocknen.
  • Pflanzen durch ausreichend Wasser und Nährstoffe stärken, damit sie widerstandsfähiger sind.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Papierflecken-Krankheit:

  • Alle Pflanzenreste nach der Ernte aus dem Beet entfernen, da die Pilzsporen auf Pflanzenresten überwintern.
  • Zwiebeln im darauffolgenden Jahr nicht wieder in demselben Beet anpflanzen.

Gelbstreifigkeit

Die Gelbstreifigkeit wird durch einen Virus verursacht. An den Blättern der Zwiebelpflanze entstehen Längsstreifen in leuchtend gelber Farbe.Verantwortlich für die Übertragung des Virus sind verschiedene Arten von Blattläusen.

Gelbstreifigkeit erkennen

Erkennbar ist die Krankheit an leuchtend gelben Längsstreifen auf den Blättern der Zwiebel-Pflanze.

Gelbstreifigkeit bekämpfen und vorbeugen

Es ist schwer, die Gelbstreifigkeit im Hausgarten zu bekämpfen. Der Schaden ist jedoch nur gering und daher kann man über die Krankheit einfach hinwegsehen.

Vorbeugen kann man der Gelbstreifigkeit folgendermaßen:

  • Da der Virus durch Blattläuse verbreitet wird, solltest Du frühzeitig mit der Bekämpfung von Blattläusen beginnen, damit sie die Krankheit erst gar nicht übertragen können.
  • Pflanzen früh durch Versorgung mit ausreichend Wasser und Nährstoffen stärken, damit sie widerstandsfähig gegen den Virus sind.
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Es gibt kaum etwas Befriedigenderes für mich, als nach einem langen Tag im Garten die Erde unter meinen Fingernägeln zu spüren. Mein Garten ist mein Ruhepol, meine Kreativwerkstatt und manchmal auch mein kleines Chaos. Bei „Pflanzentanzen“ teile ich all die kleinen Freuden und Herausforderungen, die das Gärtnern mit sich bringt. Bist du bereit, mit mir auf diese grüne Reise zu gehen?

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