Artischocken Krankheiten & Schädlinge erkennen & bekämpfen

Die Artischocke ist eine reizvoll blühende Pflanze. Sie ist essbar und sehr schmackhaft. Gegen Krankheiten ist die Pflanze weitgehend resistent, jedoch machen einige Schädlinge ihr zu schaffen. Welche das sind, wollen wir Dir im Folgenden zeigen. Außerdem wollen wir Dir die Mittel an die Hand geben um sie zu bekämpfen und ihnen vorzubeugen.

Blattlaus (Aphidoidea) und Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae)

Blattläuse sind nur Millimeter groß und sitzen in Kolonien unter den Blättern, an Stielen und an jungen Trieben: Sie Schwarze Bohnenlaus frisst die Blätter an und hinterlässt schwarze Spuren. Sie neigt dazu, sich massiv zu verbreiten. Auch sie bildet Kolonien auf der Pflanze.

Blattlaus und Schwarze Bohnenlaus erkennen

Die Kolonien der beiden Schädling sind mit bloßem Auge auf der Artischocken-Pflanze zu erkennen.

Blattlaus und Schwarze Bohnenlaus bekämpfen und vorbeugen

Bekämpfung von Blattlaus und Schwarzer Bohnenlaus:

  • Befallene Blätter und Triebe entfernen und entsorgen.
  • Pflanze mit einem starken Wasserstrahl abduschen und so die Schädlinge abspritzen.
  • Pflanze mit Brennnesseljauche oder Knoblauchsud einsprühen.

Vorbeugung gegen Blattlaus und Schwarze Bohnenlaus;

  • Garten naturnah anlagen und natürliche Feinde der Blattlaus und der Schwarzen Bohnenlaus wie Florfliegen, Marienkäfer, Schlupfwespen, Schwebfliegen und andere anziehen und fördern.
  • Stickstoffhaltigen Dünger vermeiden, da er die Pflanzenzellen weich und somit anfälliger für saugende Schädlinge macht.
  • Pflanzen durch ausreichend Wasser, Nährstoffe und Licht stärken, denn starke gesunde Pflanzen sind weniger anfällig für Schädlinge.

Artischockenbohrer (Hydroecia xanthenes Germ.)

Artischockenbohrer sind die Larven einer Schmetterlingsart. Die Larven knabbern an der Pflanze und bilen in den Stielen kleine Galerien.

Artischockenbohrer erkennen

Die Raupen sind an den Fraßschäden an der Artischocken-Pflanze erkennbar.

Artischockenbohrer bekämpfen und vorbeugen

Der Artischockenbohrer kann durch Insektizide behandelt werden. Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt und entsorgt (nicht auf dem Kompost) werden.

Cassidia (Cassidia defflorata Suff-Art)

Bei Cassidia handelt es sich um einen grünen Laubkäfer, der 8 bis 9 mm lang ist. Die Larven sind gelblich mit braunen Sprenkeln. Sie haben am ganzen Körper kleine Dornen. Der Käfer und die Larven ernährt sich von den Blättern der Artischocken-Pflanze. Die Cassidia-Käfer überwintern in verschiedenen Verstecken. Im Frühling befallen sie die Artischocken-Pflanzen. Das Insekt bringt nur eine Generation im Jahr hervor.

Cassidia erkennen

Die Cassidia-Larven fressen die Blätter der Artischocken-Pflanze bis aufs Gerippe ab. Die befallenen Blätter sterben ab.

Cassidia bekämpfen und vorbeugen

  • Stickstoffdünger nur spärlich anwenden, da der Stickstoff die Blattzellen weich und damit anfällig für Schädlinge macht.
  • Fruchtfolge beachten und Artischocken nicht in aufeinanderfolgenden Jahren in dasselbe Beet setzen.

Artischockenfliege (Agromyza aphelbecki Strobl)

Die Artischockenfliege wird häufig als Schädling auf Artischocken-Pflanzen angetroffen. Sie bildet kleine Hählen in den Blättern und schwächt so die Pflanze.

Artischockenfliege erkennen

Erkennbar ist die Artischockenfliege an den kleinen Löchern in den Artischockenblättern.

Artischockenfliege bekämpfen und vorbeugen

Durch das Ausbreiten von feinmaschigen Gemüseschutznetzen kann die Artischockenfliege von den Pflanzen ferngehalten werden.

Artischockenflöhe (Spaeroderma rubidum Graells.)

Artischockenflöhe sind etwa 2,8 bis 4 mm groß. Sie sind kurz und oval und haben eine rostrote Farbe. Sie haben ein großes Sprungvermögen und sitzen meist auf ihren Wirtspflanzen. Ihre Larven minieren deren Blätter.

Artischockenflöhe erkennen

Artischockenflöhe sind mit bloßem Auge auf den Blättern der Pflanzen erkennbar. Ihre Larven sind durch den Minierfraß an den Blättern zu erkennen.

Artischockenflöhe bekämpfen und vorbeugen kannst Du, wie folgt:

  • Artischockenflöhe sind etwa 2,8 bis 4 mm groß. Sie sind kurz und oval und haben eine rostrote Farbe. Sie haben ein großes Sprungvermögen und sitzen meist auf ihren Wirtspflanzen. Ihre Larven minieren deren Blätter.
  • Artischockenflöhe erkennen
  • Artischockenflöhe sind mit bloßem Auge auf den Blättern der Pflanzen erkennbar. Ihre Larven sind durch den Minierfraß an den Blättern zu erkennen.
  • Artischockenflöhe bekämpfen und vorbeugen kannst Du, wie folgt:

Schnecken (Gastropoda)

Nacktschnecken befallen fast alle Gemüsepflanzen. Am gefräßigsten ist die Spanische Wegschnecke. Nacktschnecken vermehren sich bei feuchtem, warmem Wetter besonders schnell. Sie legen ihre Eier im Boden ab, wo sie auch überwintern.

Schnecken erkennen

Typisch für Schneckenfraß ist, dass die Blätter von außen angefressen werden. Außerdem deutet eine silbrig glänzende Schleimspur auf Schneckenbefall hin.

Schnecken bekämpfen und vorbeugen

Bekämpft werden können Schnecken, wie folgt:

  • Eine wenig empfehlenswerte Methode ist es, Schnecken mit Schneckenkorn zu bekämpfen, da dadurch auch Nützlinge getötet und unseren Haustieren geschadet werden kann.
  • Schnecken können in einem mit Bier gefüllten Gefäß, das ziemlich tief im Boden steckt, angelockt werden. Sie klettern in das Gefäß und ertrinken.
  • Besser ist es, die Schnecken in der Abenddämmerung von den Pflanzen abzusammeln und sie weit entfernt vom Beet wieder auszusetzen. Wenn Du Bretter und Steinplatten ins Beet legst, verbergen die Schnecken tagsüber darunter und Du kannst sie einsammeln, wenn Du die Bretter oder Steinplatten anhebst.
  • Eine weiter Möglichkeit, Schnecken von Pflanzen fernzuhalten, ist das Aufstellen eines Schneckenblechs oder – zauns rund um das Beet. Diese können die Schnecken nicht überwinden.
  • Kaffeesatz, Kalk oder Sägemehl rund um die Pflanzen ausstreuen und die Schnecken bleiben den Pflanzen fern.

Schnecken vorbeugen kann man, wie folgt:

  • Natürliche Feinde der Schnecken durch einen naturnahen Garten anlocken und fördern. Zu den natürlichen Feinden der Schnecken gehören verschiedene Vogelarten und Igel.
  • Durch regelmäßiges Umgraben wird der Boden krümelig und den Schnecken werden Versteckmöglichkeiten genommen.
  • Alten Mulch im Frühjahr entfernen, da sich darin Schneckeneier befinden können.
  • Als neuen Mulch frisch gehäckselte Nadelholzrinde verwenden, da Schnecken diese nicht mögen.
  • Gesunde und starke Pflanzen heranziehen und dann erst auspflanzen. Auch später die Pflanzen durch ausreichend Wasser und Nährstoffe gesund und stark erhalten, da sie dann nicht so anfällig sind.
  • Pflanzen, die Schnecken aufgrund von Haaren, ätherischen Ölen oder ledriger Blätter nicht mögen, rund um die zu schützenden Pflanzen anpflanzen, um Schnecken fernzuhalten. Zu diesen Pflanzen gehören Ringelblumen, Bartnelken, Kartoffeln, Tomaten, Lauch, Salbei, Rosmarin und Thymian.

Wühlmaus (Arviolinae)

Wühlmäuse legen im Garten ein Netz an unterirdischen Gängen an und fressen vorwiegend die Wurzeln der Pflanzen ab. Ein Wühlmausweibchen kann im Jahr in drei bis vier Würfen bis zu 25 Junge zur Welt bringen, was schnell zu einer großen Population an Wühlmäusen führt.

Wühlmaus erkennen

Wühlmäuse häufen wie Maulwürfe die Erde an, aber ihr Gang führt nicht mittig in den Erdhaufen wie beim Maulwurf, sondern von der Seite. Bei der Mühlmausbekämpfung dürfen nämlich keine Maulwürfe getötet oder gefangen werden, da sie unter Artenschutz stehen. Wenn Du sichergestellt hast, dass es sich in Deinem Garten wirklich um Wühlmäuse handelt, kannst Du außerdem nachprüfen, ob die Gänge noch benutzt werden. Dazu legst Du mehrere Stellen Frei. Wenn die Gänge noch benutzt werden, werden die Wühlmäuse die Löcher schließen, während ein Maulwurf die geöffneten Bereiche untergräbt.

Wühlmaus bekämpfen und vorbeugen

Die beste Zeit zur Bekämpfung von Wühlmäusen ist zwischen Herbst und dem kommenden Frühjahr, da die Mäuse dann im Garten nicht so viel Nahrung finden und Köder besser annehmen. Wühlmäuse können,wie folgt bekämpft werden:

  • Fallen sind die wirksamste Methode zur Bekämpfung von Wühlmäusen. Allerdings solltest Du Kastenfallen bevorzugen, da anderen Modellen auch Maulwürfe zum Opfer fallen. Geeignete Köder für die Fallen sind Möhren oder Selleriestücke.
  • Auf Giftköder und den Einsatz von Giftgas sollte aus Umweltgründen verzichtet werden.
  • Ein paar Spritzer Brennspiritus in die Gänge der Wühlmäuse geben und sie werden verschwinden. Die Prozedur regelmäßig wiederholen, bis die Wühlmäuse verschwunden sind.
  • Auch Ultraschall-Sonden können gute Erfolge erzielen.
  • Einige Pflanzen wie Kaiserkrone, Kreuzblättrige Wolfsmilch, Knoblauch und Hundszunge halten Wühlmäuse fern.
  • Eine Pflanzung von Topinambur lockt mit den Knollen die Wühlmäuse an und hält sie so von anderen Pflanzen fern.

Wühlmäusen kann, wie folgt, vorgebeugt werden:

  • Ein Wurzelschutzkorb aus engmaschigem Drahtgeflecht um die Wurzeln der Pflanze schützt sie vor Wühlmäusen.
  • Stark riechende Pflanzen wie Thujazweige, Nussbaumblätter oder Menschenhaare haben eine abschreckende Wirkung auf Wühlmäuse.
  • Geräusche können Wühlmäuse ebenfalls vertreiben. Versuche es mit einem laut tickenden mechanischen Wecker, den Du in einer Blechdose in den Boden eingräbst, oder mit kleinen Windrädern, die eine mit Schraubenmuttern oder Glasmurmel gefüllte Kapsel rotieren lassen und die Geräusche über eine Metallstange in den Boden übertragen. Bewährt haben sich auf mit der Öffnung nach oben schräg eingegrabene Flaschen. Der Wind erzeugt in ihnen ein pfeifendes Geräusch, das die Tiere vertreibt.
  • Wenn Du in einer ländlichen Gegend wohnst, kannst Du im Garten Holzstangen mit kurzem Querbalken als Jagd-Ansitze für Waldohreulen, Mäusebussards und andere Greifvögel aufstellen. Eine verwilderte Ecke mit totem Holz und Steinen lockt beispielsweise Mauswiesel an. Auch der Fuchs ist ein guter Wühlmausjäger. Füchse halten sich heute häufig in Gärten auf.

Schwarzer Fleck (Ascochyta hortorum)

Die Krankheit wird durch einen Pilz übertragen. Er infiziert die Blätter bei kühlem, nassem Wetter über Schnittwunden und verursacht Blattflecken. Auf den Flecken bildet der Pilz Fruchtkörper und Sporen. Der Pilz überlebt als Myzel oder in Form von Sporen auf abgestorbenem Pflanzenmaterial der Wirtspflanze.

Schwarzen Fleck erkennen

Erkennbar ist die Krankheit an den schwarzen Flecken auf den Blättern der Wirtspflanze. Stark befallen Blätter sterben ab.

Schwarzen Fleck bekämpfen und vorbeugen kannst Du, wie folgt:

  • Schnitte der Pflanze nur durchführen, wenn die Blätter trocken sind, da der Pilz Feuchtigkeit benötigt, um die Pflanze zu infizieren.
  • Artischocken-Pflanzen mit ausreichend Abstand voneinander pflanzen und nur von unten gießen, damit die Blätter schneller abtrocknen oder trocken bleiben.
  • Befallene Blätter entfernen und entsorgen (nicht auf dem Kompost)
  • Stickstoffgaben gering halten, da Stickstoff die Pflanzenzellen weich und somit anfälliger gegen Schädlinge macht.

Grauschimel (Botrytis cinerea)

Grauschimmel wird durch einen Schlauchpilz verursacht. Er kann über 235 Wirtspflanzen befallen und ist daher weit verbreitet. Am besten gedeiht der Pilz bei Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad Celsius und in einer feuchten Umgebung. Er überzieht seine Wirtspflanze mit einen samtigen Belag und leitet in den Pflanzenzellen die Apoptose ein. Diese beeinflusst den Stoffwechsel der Zelle negativ, dass sie schließlich abstirbt. Fäulnis ist die Folge.

Der Erreger überwintert als kleiner, widerstandsfähiger, schwarzer Dauerkörper, Sklerotien genannt, an abgestorbenen Pflanzenteilen im Boden. Der Pilz kann mehrere Jahre im Boden überdauern, bis er günstige Bedingungen zum Auskeimen vorfindet.

Grauschimmel erkennen

Grauschimmel erkennst Du an braunen, schon sehr bald faulenden Flecken auf Blättern, Stängel, Blüten, Knospen, Früchten und Triebspitzen. Es bildet sich ein mausgrauer, stark stäubender Pilzrasen aus.

Grauschimmel bekämpfen und vorbeugen

Grauschimmel kann, wie folgt, bekämpft werden:

  • Befallene Pflanzenteile sofort entfernen und entsorgen (nicht auf dem Kompost)
  • Schneidwerkzeug nach der Arbeit desinfizieren, da daran Pilzsporen haften könnten.
  • Fungizide nur einsetzen, wenn alle anderen Maßnahmen erfolglos waren.

Vorgebeugt werden kann Grauschimmel, wie folgt:

  • Für einen optimalen Standort (luftig und gut durchlässiger Boden) der Artischocke sorgen und ausreichend Pflanzabstand einhalten, damit die Pflanze sich gut entwickeln kann und die Blätter bei Regen schnell abtrocknen.
  • Fruchtfolge beachten und eine Pause zwischen dem Anbau von Artischocken im selben Beet einhalten.
  • Eine Mischkultur mit Knoblauch wirkt sich vorbeugende gegen Grauschimmel aus.
  • Resistente Sorten aussuchen.
  • Pflanzen durch ausgewogene Düngung und regelmäßiges Gießen (von unten) gesund erhalten.
  • Stickstoffdüngung stark einschränken, da zu viel Stickstoff das Pflanzengewebe weich und somit anfällig für Pilzinfektionen macht.
  • Ebenfalls vorbeugend gegen Grauschimmel wirken Gesteinsmehl, selbst hergestellte Schachtelhalmbrühe und andere Pflanzen stärkende Mittel.

Fett oder Fäulnis von Blütenständen (Xanthomonas canarae)

Die Krankheit wird durch ein Bakterium verursacht und tritt normalerweise auf, wenn Wunden oder eine Ablösung der Epidermis vorliegen, wie beispielsweise nach Hagel.

Fett oder Fäulnis der Blütenständer erkennen

Typische für die Krankheit sind gelbe, durchscheinende und fettige Flecken an den Deckblättern, die später zu einer Fäulnis des Kopfes führt.

Fett oder Fäulnis der Blütenstände bekämpfen und vorbeugen

Es gibt keine spezifische Behandlung gegen das Bakterium. Daher ist es am besten, betroffene Blätter oder Blüten zu entfernen und zu verbrennen.

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