Schnittlauch Steckbrief

Schnittlauch (Allium schoenoprasum) bringt Würze in die Küche und saftiges Grün in den Garten. Das beliebte Gewürzkraut ist bei uns heimisch und kommt wild auf Gebirgswiesen vor. Seine schmackhaften Blätter, die schönen lilafarbenen Blüten und seine robuste Art machen das Lauchgewächs zu einer begehrten Kulturpflanze, die in keinem Kräutergarten fehlen darf.

Steckbrief:

Schnittlauch Halme
  • Aussaat: ab April ins Beet, ab Februar in Töpfe
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: frisch, locker, nährstoffreich
  • Wasser: bei Trockenheit gießen
  • Dünger: Kompost und Hornspäne

Als Vertreter der Gattung Allium gehört Schnittlauch wie auch Zwiebel, Lauch und Knoblauch zur Familie der Amaryllisgewächse. Die mehrjährige krautige Pflanze bildet Horste mit vielen röhrenförmigen Blättern. 

Zwischen Mai und August erscheinen die attraktiven kugelförmigen Blütenstände. Sie stehen als Nektarquelle bei Bienen und Schmetterlingen hoch im Kurs und sind auch für uns Menschen genießbar.

Standort

Schnittlauch Standort
Schnittlauch ist relativ anspruchslos und brauch nur wenig Sonne.

Das Küchenkraut ist leicht zu kultivieren. Anders als mediterrane Kräuter wie Basilikum oder Rosmarin ist die Pflanze nicht sehr wärmebedürftig. Sie gedeiht in der Sonne oder im Halbschatten und mag feuchte, humose und kalkhaltige Böden. 

Auch mit einem Platz im Blumenkasten oder im Topf kommt Schnittlauch gut zurecht. Sogar am Teichufer fühlt sich das Lauchgewächs wohl.

In der Mischkultur gilt Schnittlauch als guter Nachbar für Gurken, Tomaten, Petersilie und Erdbeeren.  Er soll die Pflanzen vor Grauschimmel schützen und Mehltau-Befall vorbeugen. Mit Kohlgewächsen und anderen Allium-Arten hingegen teilt er nur äußerst ungern ein Beet.

Pflege

Schnittlauch braucht ausreichend Feuchtigkeit und sollte in den warmen Monaten regelmäßig gegossen werden. Halte den Boden locker und entferne das Unkraut in der direkten Umgebung der Pflanze. 

Düngen

Umsichtige Gärtner versorgen das Gewächs im Frühjahr mit Kompost und Hornspänen. Hat der Gartenboden einen niedrigen Kalkgehalt, tun der Pflanze regelmäßige Kalkgaben gut. 

Im Topf sind die Nährstoffe schneller verbraucht. Versorge Deinen Topf-Schnittlauch daher ab und zu mit organischem Flüssigdünger.

Schneiden

Achte darauf, die Pflanze bei der laufenden Ernte gleichmäßig zurückzuschneiden. Am besten eignet sich eine scharfe Schere. Manche Menschen schneiden das Kraut lieber mit einem Messer. 

Es ist Deine Entscheidung, ob Du die Blüten stehen lässt oder entfernst. Sie verschönern den Garten, bieten vielen Insekten Nahrung und sind als essbare Dekorative ein Hingucker auf dem Teller. Allerdings braucht die Blüte viel Energie, die die Pflanze dann nicht in üppiges Wachstum legen kann. Ein Mittelweg wäre, mehrere Pflanzen zu kultivieren und einige davon blühen zu lassen.

Schnittlauch mit lila Blüte
Die wunderschönen Blüten des Schnittlauchs lassen sich auch essen.

Überwintern

Schnittlauch ist absolut winterhart. Er zieht in der kalten Jahreszeit ein und treibt im Frühjahr neu aus. Wer in den Wintermonaten frischen Schnittlauch auf dem Teller nicht missen möchte, sticht ein Teilstück vom Horst ab und überwintert es im Haus. An einem hellen Platz fühlt sich das Gewächs auch im Zimmer durchaus wohl. 

Vermehren

Die einfachste Methode an neue Schnittlauchpflanzen zu kommen, ist die Teilung. Wenn du bereits Schnittlauch im Garten hast oder Dein netter Nachbar das Gewächs kultiviert und mit Dir teilen möchte, dann wähle diese Art der Vermehrung. 

Teilung

  1. Grabe einen gut entwickelten Horst mit einem Spaten aus und teile händisch ein oder mehrere Stücke ab. Ziehe dazu die Zwiebeln sanft auseinander.
  2. Verpflanze die Büschel an eine geeignete Stelle. Halte etwa 25 Zentimeter Abstand zwischen den Pflanzen, damit sie sich gut entwickeln können.
  3. Gieße den Schnittlauch, bis er gut eingewurzelt ist.

Aussaat

Die Aussaat von Schnittlauch ist nicht kompliziert. Es dauert allerdings erheblich länger bis zur ersten Ernte als bei der Teilung. Ab Februar kannst Du die Pflanzen auf der Fensterbank vorziehen. Wer lieber im Freiland sät, kann dies ab Anfang April tun.

  1. Grabe das Beet gut um und jäte es. Arbeite reifen Kompost ein und bearbeite den Boden so lange, bis das Saatbett schön feinkrümelig ist.
  2. Streue die Samenkörner im Abstand von mindestens 20 Zentimetern in die lockere Erde und verteile eine dünne Substratschicht darüber.
  3. Halte das Beet feucht. Nach etwa 10 Tagen keimen die Samen.
  4. Zupfe regelmäßig das Unkraut aus und harke den Boden.
  5. Vergiss nicht, die Jungpflanzen zu gießen.
"Schnittlauchsamen sind nur ein Jahr keimfähig. Du kannst neues Saatgut gewinnen, indem Du einige Blüten stehen lässt und im Herbst abschneidest."
Kleiner Tipp

Natürlich lässt sich Schnittlauch auch im Topf aussäen. Verwende gute Kräutererde und halte das Substrat feucht.

Ernte

Schnittlauch schmeckt am besten frisch. Bei der Trocknung büßt das Gewürz einen Großteil seines Aromas ein. Du kannst abgeschnittenen Schnittlauch in ein Wasserglas stellen und so einige Tage aufbewahren. Wenn Du ihn länger haltbar machen möchtest, friere ihn am besten ein.

Einfrieren

  • Schneide frischen Schnittlauch ab, wasche ihn, schüttle ihn trocken und schneide ihn in kleine Röllchen.

  • Bewahre das geschnittene Gewürz in einem Gefrierbeutel oder in einer Plastikdose im Tiefkühlfach auf.

Verwendung in der Küche

geschnittener Schnittlauch
Fester Bestandteil der deutschen Küche: Der Schnittlauch

Mit seiner pikant-scharfen Würze ist Schnittlauch aus unserer Küche nicht wegzudenken. Er ist milder als Knoblauch und Zwiebel, was ihn für viele Menschen besser verträglich macht. 

Fein geschnitten verleiht er belegten Broten, Suppen, Soßen, Salaten, Kräuteraufstrichen und verschiedenen Gerichten mit Ei ein feines Aroma und ein frisches, appetitliches Aussehen. Als essentielle Zutat in der Grünen Soße ist er fixer Bestandteil der deutschen Regionalküche. 

"Schnittlauch sollte nicht gehackt werden, da dabei ein Großteil der ätherischen Öle entweicht und das Gewürz leicht bitter schmecken kann."
Kleiner Tipp

Schnittlauch sollte nicht gehackt werden, da dabei ein Großteil der ätherischen Öle entweicht und das Gewürz leicht bitter schmecken kann. Schneide ihn besser mit einem scharfen Messer in feine Röllchen. 

Um das angenehme Aroma zu erhalten, ist es ratsam, den Schnittlauch nicht zu kochen, zu braten oder zu garen. Feinschmecker fügen das Kraut erst kurz vor dem Servieren hinzu.

Neben den Röhrenblättern sind auch die schönen Blüten essbar. Sie schmecken würzig nach Schnittlauch und überraschen gleichzeitig mit einer lieblich-süßen Komponente. In Salaten, auf kalten Platten sowie als Krönung von Süßspeisen sind sie ein absoluter Hingucker und sorgen für Begeisterung bei den Gästen.

Heilwirkung

Wie seine Verwandten aus den Reihen der Lauchgewächse enthält auch Schnittlauch viele ätherische Öle und jede Menge Vitamine. Er ist reich an Vitamin C und weist darüber hinaus einen nennenswerten Gehalt an Vitamin E, Vitamin B6, Kalium, Kalzium und Magnesium auf. 

Das saftig grüne Kraut genießt einen verdauungsfördernden und blutdrucksenkenden Ruf. Darüber hinaus strotzt die Pflanze vor Antioxidantien und schützt so unsere Zellen vor freien Radikalen.

Krankheiten & Schädlinge

Schnittlauch ist nicht besonders anfällig für Krankheiten. Als Lauchgewächs kann er allerdings von der Zwiebelfliege, von Lilienhähnchen und von Zwiebelhähnchen befallen werden. 

Da es gegen diese Schädlinge keine wirksamen biologischen Mittel gibt, sammelst Du die Maden und Käfer am besten ab. Wie bei Zwiebeln können auch am Schnittlauch manchmal Rostpilze vorkommen. 

Die beste Maßnahme gegen Pilzbefall ist, auf ausreichend große Pflanzabstände zu achten. Gieße die Pflanzen am Morgen, damit sie bis zum Abend abtrocknen können.

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