Felsenbirnen ernten – so klappt die Ernte der köstlichen Wildfrüchte

Die Felsenbirne gilt aufgrund ihres anmutigen Wuchses und der leuchtenden Herbstfärbung als beliebtes Ziergehölz. Die kleinen süßen Früchte sind weniger bekannt, doch das Probieren lohnt sich! Wir verraten Dir, wann das aromatische Wildobst reif ist und geben Dir Tipps für die Verwendung und Verarbeitung.

Felsenbirnen richtig ernten & lagern

Wann Felsenbirnen ernten?

Der genaue Erntezeitpunkt hängt von der Felsenbirnensorte, aber auch von der Witterung ab. Ist der Frühling warm, findet die Blüte früher statt, damit beginnt auch die Fruchtentwicklung zeitiger. In kühlen Jahren musst Du Dich etwas länger gedulden. Orientiere Dich an der Erdbeerernte. Sobald die in vollem Gange ist, solltest Du regelmäßig nach Deiner Felsenbirne sehen.

Weil die Früchte nur erbsengroß und relativ unscheinbar sind, ist es wichtig, ein Auge auf sie zu haben. Sobald sie beginnen, sich rötlich zu färben, locken sie scharenweise Gartenvögel an. Dabei sind die Felsenbirnen da noch lange nicht reif. Erst wenn sie richtig dunkel sind, ist ihr Aroma so weit entwickelt, dass auch menschliche Feinschmecker Gefallen daran finden.

Ein Netz schützt vor gefräßigen Vögeln

Amseln, Drosseln, Stare und Tauben haben es auf die saftigen Felsenbirnen abgesehen. Oft reißt das gierige Federvieh die Felsenbirnen bereits vom Strauch, bevor sie noch richtig reif sind. Hier hilft es, rechtzeitig ein Vogelschutznetz anzubringen. Lass den Vögeln aber am Ende auch etwas übrig, denn sie sind auf Wildfrüchte angewiesen.

Wie merke ich, dass Felsenbirnen reif sind?

Felsenbirnen reifen zu einer Zeit heran, wo es noch nicht viel Obst zu ernten gibt, etwa zeitgleich mit Johannisbeeren und Erdbeeren. Weil sich die kleinen apfelförmigen Früchte gut zwischen den Blättern verstecken, gilt es ab etwa Ende Mai genauer hinzusehen. 

Wie die Blüten stehen später auch die Früchte in lockeren Trauben zusammen. Sie verfärben sich von Grün zu Rot, werden schließlich lila und dann dunkelblau. Richtig süß und schmackhaft sind sie erst, wenn sie fast schwarz sind. Probiere zwischendurch immer wieder eine Frucht, dann wirst Du schnell feststellen, wann der richtige Erntezeitpunkt gekommen ist.

Wie werden Felsenbirnen geerntet?

Bei der Ernte kommt es auf den Wuchs und auf die Größe Deiner Felsenbirne an. Niedrige Sträucher lassen sich gut vom Boden aus beernten. Bei Hochstämmen und höheren mehrstämmigen Gehölzen brauchst Du eine Leiter. In beiden Fällen ist es hilfreich, einen kleinen Eimer mithilfe eines Karabiners an Deiner Gürtelschlaufe zu befestigen. So hast Du beim Pflücken beide Hände frei und kannst wenn nötig die Äste zu Dir herunterziehen.

Weil nicht alle Felsenbirnen gleichzeitig reifen, empfiehlt es sich, den Strauch im Abstand von einigen Tagen mehrmals durchzupflücken. Schwer erreichbare Früchte solltest Du den Vögeln überlassen. 

Aufbewahren & Lagern

Die saftigen Felsenbirnen sind aufgrund des hohen Wassergehaltes nicht sehr lange lagerfähig. Am besten schmecken sie direkt vom Strauch. Wenn Du sie nicht gleich verwenden möchtest, kannst Du die ungewaschenen Früchte bis zu zwei Tage im Kühlschrank aufbewahren. Versuche, die Felsenbirnen in diesem Fall mitsamt den Stängeln zu pflücken, dann halten sie etwas länger frisch. 

Du kannst die Früchte auch mit der Gabel zerdrücken und mit Joghurt oder Buttermilch vermischt aufbewahren. Sie schmecken im Frühstücksmüsli genauso wie als gesundes Dessert.

Felsenbirnen einfrieren

Wenn Du die Felsenbirnen später einkochen möchtest, kannst Du Deine Ernte portionsweise einfrieren, bis Du den Strauch abgeerntet hast. Auf diese Weise lassen sie sich auch mit später reifenden Wildfrüchten wie Schlehen, Holunder oder Sanddorn zu einer schmackhaften Wildfruchtkonfitüre verarbeiten.

Verwendung & Verarbeitung

Felsenbirnen sind als Obst hierzulande relativ unbekannt. Mit ihrem dezenten Marzipanaroma haben sie mittlerweile jedoch die Herzen von Wildfruchtliebhabern und Feinschmeckern erobert. Zudem erweisen sie sich auch als gesund. Die apfelförmigen Früchte sind reich an Flavonoiden, welche das Herz gesund halten. Sie enthalten Vitamin C, Magnesium, Kalzium und Eisen sowie entzündungshemmende Gerbstoffe.

Verarbeite die Früchte pur zu Mus, Gelee oder Konfitüre. Sie Du kannst sie außerdem entsaften oder Likör daraus zubereiten. Wer auch im Winter Felsenbirnen im Müsli genießen möchte, trocknet sie im Backofen oder im Dörrautomat.

Weil sie kaum Säure enthalten, harmonieren Felsenbirnen besonders gut mit säurehaltigen Früchten wie Sauerkirschen, Johannisbeeren oder Sanddorn. Wer nur eine kleine Ernte geerntet hat, kann sie gemeinsam mit Äpfeln, Pflaumen oder Birnen verarbeiten.

Felsenbirnen Kerne enthalten cyanogene Glykoside

Was die enthaltenen Kerne betrifft, so sind sich Wissenschaftler uneins, bis zu welcher Menge der Verzehr unbedenklich ist. Ähnlich wie Apfelkerne enthalten sie geringe Mengen an Blausäure. Werden die Samen zerkaut oder püriert, solltest Du sicherheitshalber nicht zu viel davon verzehren.

Felsenbirnen-Johannisbeer Gelee

Zubereitung

Wenn Du eine große Menge an Felsenbirnen geerntet hast, kannst Du anstelle der Johannisbeeren nur Zitronensaft zugeben. Auf diese Weise kommt der feine Geschmack der Felsenbirnen besser zur Geltung. Dein Strauch ist noch jung und hat nur eine Handvoll Früchte gebracht? Dann verwende einfach Äpfel zur Zubereitung der Marmelade. 

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