Himbeersorten ohne Stacheln und mit großen Früchten: 10 Sorten im Vergleich
Glen Ample, Joan J, Tulameen und mehr: 10 Himbeersorten nach Bundessortenamt bewertet – welche wirklich stachellos sind und welche die größten Früchte tragen.

Wer Himbeeren ohne zerkratzte Hände ernten und dabei große Früchte will, nimmt 'Glen Ample' als Sommerhimbeere und 'Joan J' als Herbsthimbeere: Beide sind laut Bundessortenamt stachellos, und ihre Beeren gehören zu den größten aller geprüften Sorten. Nur wenige, kleine Stacheln hat 'Tulameen', die geschmacklich sehr gut abschneidet. Hier sind zehn Sorten in drei Gruppen: stachellos mit großen Früchten, stachellos mit mittelgroßen Früchten und großfrüchtig, aber mit Stacheln.
Die Fruchtgröße hängt stark von Wasser, Boden und Schnitt ab. Wie du eine Himbeerreihe anlegst und Sommer- und Herbstsorten richtig schneidest, steht in unserem Ratgeber Himbeeren anbauen.
Stachellos und großfrüchtig
Diese drei Sorten erfüllen beide Wünsche. Sie sind im Bundessortenamt bei der Bestachelung mit „fehlend oder sehr gering“ oder „schwach“ eingestuft und bei der Beerengröße mit „groß“ bis „sehr groß“.
1. 'Glen Ample' – Sommerhimbeere
📌 Pin it'Glen Ample' ist die Sorte, die beide Wünsche am klarsten erfüllt. Das Bundessortenamt beschreibt sie als „attraktive, sehr großfrüchtige Sommersorte, gesund und stachellos“ mit hohem Ertrag und langer Ernteperiode. Der Züchter, das James Hutton Institute in Schottland, gibt ein mittleres Fruchtgewicht von rund 5 Gramm an. Beim Geschmack gehen die Urteile auseinander: Das Bundessortenamt nennt ihn säuerlich mit schwachem Aroma, die LWG führt 'Glen Ample' dagegen unter ihren empfohlenen Sorten mit „sehr großen, geschmackvollen Früchten“. Die RHS hat sie mit ihrem Award of Garden Merit ausgezeichnet.
- Stacheln: keine
- Früchte: sehr groß, rundlich bis herzförmig, fest
- Reife: mittelfrüh, in Bayern laut LWG gegen Mitte Juli
- Worauf achten: etwas anfällig für Rutenkrankheiten
2. 'Joan J' – Herbsthimbeere
📌 Pin it'Joan J' ist das Gegenstück für den Herbst. Das Bundessortenamt nennt sie eine „stachellose Herbstsorte mit dunkelroten, großen Früchten“ und bescheinigt ihr einen sehr gesunden Wuchs und hohen Ertrag. Sie reift früh für eine Herbstsorte, ab Anfang bis Mitte August. Die RHS zeichnet sie ebenfalls mit dem Award of Garden Merit aus und gibt eine Höhe von 1,5 bis 2,5 Metern an. Weil die Ruten laut Bundessortenamt wenig standfest sind und überhängen, braucht sie Drähte zum Anlehnen.
- Stacheln: keine
- Früchte: groß bis sehr groß, lang kegelförmig, dunkelrot
- Reife: ab Anfang bis Mitte August, bis in den September
- Worauf achten: Früchte empfindlich für Nässe und Grauschimmel – in verregneten Herbsten oft durchpflücken
3. 'Tulameen' – Sommerhimbeere
📌 Pin it'Tulameen' stammt aus Kanada und ist eine der geschmacklich besten großfrüchtigen Sorten: Das Bundessortenamt beschreibt die Früchte als groß, lang kegelförmig, fest bis sehr fest und süß-aromatisch, die LWG als „großfruchtig, geschmacklich sehr gut“. Ganz stachellos ist sie nicht – die Ruten tragen laut Bundessortenamt eine geringe Anzahl mittelgroßer Stacheln. Für die Ernte stört das kaum, beim Schneiden sind Handschuhe sinnvoll. Die LWG nennt als Alternative die Auslese 'TulaMagic', die im Anbau günstiger sein soll und zusätzlich eine schöne Herbsternte bringt.
- Stacheln: wenige
- Früchte: groß, lang kegelförmig, fest bis sehr fest
- Reife: mittelfrüh bis spät, laut LWG ab Mitte Juli
- Worauf achten: mittelhoch anfällig für Rutenkrankheiten und Grauschimmel, nur mittlere Frosthärte
Stachellos, mittelgroße Früchte
Diese vier Sorten haben ebenfalls glatte Ruten. Ihre Früchte sind kleiner, dafür bieten sie andere Stärken: besonders feste Früchte, frühe Ernte oder hohen Ertrag.
4. 'Glen Prosen' – Sommerhimbeere
📌 Pin it'Glen Prosen' kam 1986 aus Schottland in den Handel und hat nach Bundessortenamt lange, unbestachelte Ruten. Ihre Früchte sind mittel bis groß, oval und sehr fest, sie lösen sich sehr gut vom Zapfen. Sie ist zugleich eine Elternsorte von 'Tulameen'. Der Ertrag ist eher gering bis mittelhoch, der Geschmack süßsäuerlich mit mittlerem Aroma.
- Stacheln: keine
- Früchte: mittel bis groß, sehr fest
- Reife: mittelfrüh bis spät
- Worauf achten: anfällig für Rutensterben und Grauschimmel, mäßig frostempfindlich
5. 'Glen Moy' – frühe Sommerhimbeere
📌 Pin it'Glen Moy' ist die frühe der stachellosen Sorten: Sie reift laut Bundessortenamt früh bis sehr früh und trägt über einen langen Zeitraum hellrote, mittelgroße bis große Früchte. Frühe Sommersorten haben laut LWG einen Vorteil – die Kirschessigfliege richtet bei ihnen weniger Schaden an als bei späten Sorten. Die Sorte ist aber heikel: Das Bundessortenamt stuft sie als sehr anfällig für Wurzelfäule ein.
- Stacheln: keine
- Früchte: mittelgroß bis groß, hellrot, neigen zum Zerfallen
- Reife: früh bis sehr früh
- Worauf achten: nur auf lockerem, durchlässigem Boden pflanzen; frostempfindlich
6. 'Framita' – Sommerhimbeere
📌 Pin itUnter dem Namen 'Framita' ist die Sorte im Handel, das Bundessortenamt führt sie als 'Wilkran'. Sie wurde 1978 in der Schweiz als stachellose Mutante der Sorte 'Zefa 2' gefunden. Die Früchte sind gleichmäßig mittelgroß, rund und dunkelrot, der Geschmack süßsäuerlich und aromatisch. Ertrag mittelhoch bis hoch.
- Stacheln: keine
- Früchte: mittelgroß, rund, dunkelrot
- Reife: früh bis mittelfrüh
- Worauf achten: mittel anfällig für Rutenkrankheiten
7. 'Joan Squire' – Herbsthimbeere
📌 Pin it'Joan Squire' ist die Muttersorte von 'Joan J' und laut Bundessortenamt ebenfalls stachellos. Sie trägt sehr viel: Der Ertrag ist hoch bis sehr hoch, die Früchte sind mittel bis groß, kegelförmig, dunkelrot und gleichmäßig gefärbt. Geschmacklich ist sie süßlich und ausgewogen. Die dünnen Ruten sind nicht standfest – ohne Drähte geht es nicht.
- Stacheln: keine
- Früchte: mittel bis groß, kegelförmig, dunkelrot
- Reife: Mitte August, kurzer Erntezeitraum
- Worauf achten: anfällig für Rutenkrankheiten, etwas anfällig für Grauschimmel
Großfrüchtig, aber mit Stacheln
Wer vor allem große Früchte will und Stacheln in Kauf nimmt, hat mehr Auswahl. Diese drei Sorten tragen nach Bundessortenamt große bis sehr große Früchte, sind aber deutlich bestachelt.
8. 'Glen Magna' – Sommerhimbeere
📌 Pin it'Glen Magna' stammt wie 'Glen Ample' aus Schottland und trägt große bis sehr große Früchte. Der Züchter gibt rund 6 Gramm je Beere an. Die Ruten sind laut James Hutton Institute vor allem am Grund dicht bestachelt, zur Spitze hin weniger. Beim Geschmack ist das Bundessortenamt zurückhaltend und schreibt, sie erreiche 'Glen Ample' in der Fruchtqualität nicht. Die RHS dagegen lobt die süßen, dunkelroten Beeren und hat sie ausgezeichnet.
- Stacheln: mittel
- Früchte: groß bis sehr groß, oval
- Reife: mittelfrüh bis spät
- Worauf achten: mittel anfällig für Rutenkrankheiten und Grauschimmel
9. 'Octavia' – späte Sommerhimbeere
📌 Pin it'Octavia' ist eine englische Züchtung aus 'Glen Ample' und reift sehr spät. Laut Bundessortenamt füllt sie damit die Lücke zwischen Sommer- und Herbstsorten. Die Früchte sind groß und breit kegelförmig, der Ertrag ist hoch. Die RHS nennt große, gleichmäßige Beeren im Spätsommer und hat sie ausgezeichnet. Die Ruten sind mittel bis stark bestachelt.
- Stacheln: mittel bis stark
- Früchte: groß, breit kegelförmig
- Reife: spät
- Worauf achten: späte Früchte sind stärker durch die Kirschessigfliege gefährdet
10. 'Himbo Top' – Herbsthimbeere
📌 Pin it'Himbo Top' wird oft als stachellos verkauft, ist es aber nicht: Das Bundessortenamt beschreibt die Ruten als „mittelstark mit dunkelpurpurbraunen Stacheln besetzt“. Sie gehört trotzdem auf die Liste, weil die LWG sie neben 'Polka' und 'Aromaqueen' als Herbstsorte mit sehr guter Fruchtqualität empfiehlt – geschmacklich besser als den Klassiker 'Autumn Bliss'. Die Früchte sind mittel bis groß und rund, sie reifen deutlich nach 'Autumn Bliss' ab Mitte August.
- Stacheln: mittel
- Früchte: mittel bis groß, rund
- Reife: ab Mitte August bis in den Oktober
- Worauf achten: vollsonniger Standort; wenig anfällig für Rutenkrankheiten
Welche Sorte für welchen Garten?
Wenig Zeit, wenig Ärger mit Krankheiten: Eine Herbstsorte wie 'Joan J'. Du schneidest im Februar alle Ruten bodennah ab, die Rutenkrankheit hat dann keine Chance. Die LWG rät bei Herbstsorten zu einem vollsonnigen Platz.
Größte Früchte, klassischer Geschmack: 'Glen Ample' oder 'Tulameen' als Sommersorte. Beide brauchen einen lichten Bestand, einen Boden ohne Staunässe und den richtigen Schnitt direkt nach der Ernte.
Sommer und Herbst kombinieren: Eine frühe Sommersorte wie 'Glen Moy' oder 'Glen Ample' plus eine Herbstsorte verlängert die Ernte von Juni bis in den Oktober.
Trägt eine Sorte trotzdem kaum, liegt das selten an ihr selbst. Die häufigsten Gründe haben wir unter Himbeeren tragen nicht zusammengestellt. Wie du eine bewährte Sorte über Ausläufer weitergibst, steht bei Himbeeren vermehren, und Ideen für eine große Ernte findest du unter Himbeeren verwerten.
Aktualisiert im Oktober 2026: aus zwei Listen zusammengeführt; Stacheln und Fruchtgröße nach Bundessortenamt korrigiert, unter anderem bei 'Malahat', 'Himbo Top', 'Autumn Bliss' und 'Korbfüller' (bestachelt) sowie 'Preußen' und 'Schönemann' (kleine bis mittelgroße Früchte).