Gurken säen – so baust Du eigene Gurken an

Du hast Lust auf knackige Gurken aus dem eigenen Garten? Selbst gezogen und frisch geerntet schmecken Gurken einfach am besten. Wer bisher dachte, dass Gurken doch eher geschmacklos sind, kennt nur die wässrige Einheitsware aus dem Supermarkt.

Leidenschaftliche Hobbygärtner geben sich damit nicht zufrieden. Säe Deinen eignen Gurken aus, sieh die Pflanzen aufwachsen und genieße die feinen Aromen erntefrischer Früchte.

Gurkenaussaat leichtgemacht

  • fülle die Anzuchtgefäße zur Hälfte mit nährstoffarmer Aussaaterde
  • befeuchte das Substrat und lege in jeden Topf ein bis zwei Samen
  • bedecke die Gurkensamen etwa fingerdick mit gesiebter Erde
  • wässere mithilfe einer Sprühflasche
  • verwende zum Gießen unbedingt zimmerwarmes Wasser
  • stelle die Schalen an einen warmen Ort mit mindestens 20 ºC
  • Gurken sind Dunkelkammer – bis zur Keimung muss es nicht besonders hell sein
  • bei trockener Heizungsluft sorgt Folie über den Töpfen für ein feuchtwarmes Klima
  • entferne die Folie täglich um gut durchzulüften
  • sobald die Samen gekeimt sind, brauchen die Keimlinge einen hellen Standort
  • das Substrat darf nie austrocknen
  • sortiere kümmerliche oder missgebildete Pflänzchen aus
  • fülle die Töpfe mit Erde auf, damit die Gurken zusätzliche Wurzeln am Stamm bilden
  • beim Auspflanzen sollten die Pflanzen etwa 25 Zentimeter hoch sein
  • ins Freiland dürfen sie erst ab Mitte Mai
  • im beheizten Gewächshaus kannst Du sie bereits Ende April auspflanzen

Wähle eine passende Sorte

Die erste Frage, die Du Dir stellen solltest, ist, wo Deine Gurkenpflanzen wachsen sollen. Ein Gewächshaus gibt Dir die Möglichkeit, auch empfindliche Sorten anzubauen. Schlangengurken, das sind die langen, schlanken Salatgurken, die in der Gemüseabteilung der Supermärkte am häufigsten anzutreffen sind, brauchen einen warmen und geschützten Standort.

Sie gedeihen am besten unter Glas. Es gibt allerdings auch einige Schlangengurken-Sorten, die sich unter freiem Himmel oder am Balkon wohlfühlen.

Für den Anbau im Freiland eignen sich Einlegegurken am besten. Lass Dich von der Bezeichnung nicht irreführen, Du kannst die Früchte auch roh verzehren und durchaus auch für Salate verwenden. Sie sind allerdings kleiner und haben keine glatte Schale.

Salatgurken für die Freilandkultur werden häufig als ‘Landgurken‘ bezeichnet. Darüber hinaus stehen Dir auch Schälgurken für den Anbau im Freien zur Wahl.Sie werden nicht so lang, dafür dick. Die jungen Früchte schmecken auch roh köstlich, ausgewachsen kannst Du sie zu Senfgurken verarbeiten, aber auch Schmoren oder Dünsten.

Für die Kultur im Topf am Balkon oder auf der Terrasse sind kompaktere Sorten mit kleinen Früchten empfehlenswert. Einige dieser Minigurken lassen sich auch als Hängegurken im Balkonkasten oder in einer Ampel ziehen.

Robuste Sorten machen mehr Freude

Da unser gemäßigtes Klima den aus Indien stammenden, Wärme liebenden Gurkenpflanzen recht rau erscheint, sind sie hierzulande anfällig für diverse Pflanzenkrankheiten. Damit Dir Pilze und Viren den Spaß am Gurkenanbau nicht verderben, solltest Du auf widerstandsfähige Sorten setzen. Für den Anbau im Gewächshaus eignen sich rein weiblich blühende Züchtungen am besten.

Hier brauchst Du Dir keine Gedanken um die Bestäubung machen. Ein weiterer Vorteil dieser F1-Hybriden ist ihre gute Resistenz gegen die typischen Gurkenkrankheiten. Darüber hinaus gelten diese Sorten als sehr ertragreich und sind meist bitterstofffrei.

Aber auch im Freiland, wo die Pflanzen Wind und Wetter ausgesetzt sind, macht die Wahl robuster und gesunder Gurkensorten Sinn. Wenn Du auf F1-Hybriden lieber verzichten möchtest, zum Beispiel, weil Du gerne Dein eigenes Saatgut für das nächste Jahr gewinnst, solltest Du auf robuste alte Sorten zurückgreifen.

Wann kann es losgehen?

Der Winter war lang und Du kannst es gar nicht erwarten, die ersten Keimlinge sprießen zu sehen. Wer ein beheiztes Gewächshaus besitzt, hat es gut. In diesem Fall musst Du Dich nur bis etwa Mitte März gedulden. Im kalten Gewächshaus und im Frühbeet kannst Du einen Monat später, etwa ab Mitte April, loslegen.

Wer die Pflänzchen auf der Fensterbank für die Kultur im Freiland vorzieht, sollte besser noch ein bis zwei Wochen länger warten und erst Anfang Mai zur Tat schreiten. Die Jungpflanzen dürfen nicht vor Mitte Mai im Freien ausgepflanzt werden, da bis nach den Eisheiligen meist noch Nachtfröste drohen.

Gurkenpflanzen wachsen erstaunlich schnell. Kaum gekeimt sind die Pflanzen bald 20 Zentimeter hoch. Recht viel größer sollten sie beim Auspflanzen nicht sein, da sie sonst Schwierigkeiten haben, sich am neuen Standort einzuleben.

Optimale Startbedingungen

Ganz gleich, wo Du Deine Gurken aussäst, einige Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Samen gut keimen. Ob im Gewächshaus, im Frühbeet oder auf der Fensterbank – ideal sind möglichst konstante Temperaturen ab 20 ºC. Nachts darf es nicht zu kalt werden, sonst verkümmern die Keimlinge.

Ein gleichmäßig feuchtes Substrat ist ebenfalls essenziell. Auch wenn Gurken zu den Starkzehrern zählen, die für Wachstum und Entwicklung große Mengen an Nährstoffen benötigen, darf es bei der Aussaat nicht zu viel des Guten sein.

Für die Anzucht von Jungpflanzen sollte das Substrat eher nährstoffarm, feinkrümelig und durchlässig sein. Verwende spezielle Aussaaterde aus dem Gartenfachmarkt oder stelle das Substrat selbst her. Vermische dazu feine Gartenerde, reifen, gesiebten Kompost und feinen Quarzsand zu je gleichen Teilen.

"Sterilisiere die Aussaat-Erde im Backofen oder in der Mikrowelle. So beugst Du Schädlingsbefall vor, der bei zarten Jungpflanzen verheerend sein kann."
Mein Tipp

Geeignete Gefäße

Für die Aussaat von Gurken eignen sich kleine Blumentöpfe aus Ton oder Plastik genauso, wie organisch abbaubare Schalen aus Zellulose oder ähnlichen Materialien. Auf Torftöpfe solltest Du der Umwelt zuliebe besser verzichten. Auch Plastikgefäße sind unter diesem Gesichtspunkt natürlich nicht optimal.

Wer gebrauchte Plastiktöpfe wiederverwendet, schont die Ressourcen und leistet einen Beitrag zum Umweltschutz. Smarte Hobbygärtner funktionieren Eierkartons oder leere Joghurtbecher zu Anzuchttöpfen um. Aus welchem Material Deine Saatschalen auch sein mögen, bevor Du sie im nächsten Jahr erneut für die Aussaat verwendest, solltest Du sie gründlich reinigen und eventuell desinfizieren.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Drainage. Gefäße aus wasserundurchlässigen Materialien müssen über ein Abzugsloch verfügen. In Recycling-Töpfe kannst Du mit einem Schraubenzieher kleine Löcher stechen, damit das Gießwasser abfließen kann.

"Sei kreativ – aus Zeitungspapier, Klopapierrollen, Eierkartons, Getränkekartons oder PET-Flaschen lassen sich ganz einfach und schnell Anzuchtgefäße herstellen. Das macht Spaß und schont die Umwelt."
Mein Tipp

So klappt die Aussaat

Ein warmes Nest

Gurken sind Dunkelkeimer. Das bedeutet, dass Du die Anzuchtschalen anfangs ruhig an einem nicht so hellen Standort aufstellen kannst. In der Phase bis zur Keimung sind vor allem Wärme und Feuchtigkeit wichtig. Die Raumtemperatur sollte nicht unter 20 ºC sinken.

Halte das Substrat feucht, achte allerdings darauf, dass das Gießwasser nicht im Topf steht, sondern abfließen kann. Liegen die Samen im Wasser, beginnen sie zu schimmeln und verlieren ihre Keimfähigkeit. Fülle die Töpfe lediglich zur Hälfte mit Aussaaterde. Befeuchte das Substrat und lege ein bis zwei Gurkensamen in jeden Topf. Bedecke die Samen mit feinkrümeliger Erde und drücke das Substrat vorsichtig an.

Auf die Plätze, fertig, los!

Zum Wässern der Samen und der zarten Keimlinge eignet sich eine Sprühflasche. Das Wasser darf nicht zu kalt sein – Gurken sind diesbezüglich sehr empfindsam. Lass das Gießwasser stehen, bis es sich auf Zimmertemperatur erwärmt hat. In Räumen mit geringer Luftfeuchtigkeit kannst Du die Anzuchtschalen mit transparenter Folie abdecken. So schaffst Du ein, bei Gurken so beliebtes, feuchtwarmes Gewächshausklima. Vergiss nicht, die Töpfe täglich zu lüften, um Schimmelbildung und Pilzkrankheiten vorzubeugen.

Wenn die Gurken endlich sprießen

Nun heißt es abwarten. Bis zu zehn Tage kann es dauern, bis sich die ersten Keimlinge zeigen. Jetzt ist es höchste Zeit, die Pflänzchen an einen möglichst hellen Standort zu bringen. Dort dürfen sie sich entwickeln, bis sich das erste richtige Blattpaar gebildet hat.

Nun brauchen die kleinen Gurken bald mehr Platz. In jedem Topf sollte sich daher nur eine Pflanze befinden. Sortiere alle kümmerlichen oder missgebildeten Pflänzchen aus. Die anderen Jungpflanzen kannst Du pikieren und in eigene Gefäße verpflanzen. Fülle nun alle Töpfe mit Substrat auf.

So werden die Sämlinge zur Bildung sprossbürtiger Wurzeln angeregt, die ihnen zusätzlichen Halt geben und für eine bessere Versorgung der Pflanze mit Wasser und Nährstoffen sorgen. Vergrößere die Abstände zwischen den Pflanzgefäßen, damit die jungen Gurken einander bei ihrer Entwicklung nicht in die Quere kommen.

"Pflanzgefäße, die sich in der Erde zersetzen, haben den Vorteil, dass Du die Pflänzchen später nicht pikieren musst. Lege in diesem Fall in jeden Topf nur einen Gurkensamen."
Mein Tipp

Die Entwöhnungsphase

Wer seine Junggurken auf der geschützten Fensterbank herangezogen hat, sollte sie vorsichtig an die raueren Bedingungen im Freiland gewöhnen, bevor er sie in den Garten entlässt. Bringe die Pflanzen an sonnigen Tagen stundenweise ins Freie. Stelle die Töpfe erst in den Halbschatten.

Setze die Pflanzen Schritt für Schritt direkter Sonneneinstrahlung aus. Kommen sie direkt aus dem Haus ins Beet, würde die Mittagssonne die weichen Blätter verbrennen. Von einem Sonnenbrand erholen die Jungpflanzen häufig nicht mehr.

Ab ins Beet

Mitte Mai dürfen auch Freilandgurken endlich in den Garten. Sie sollten zu diesem Zeitpunkt etwa 20 bis 30 Zentimeter groß sein. Pflanze Deine Gurken unbedingt an einen vollsonnigen, windgeschützten Platz. Lockere den Boden gründlich auf und reichere ihn mit reifem Kompost, abgelagertem Stallmist und Hornspänen an.

Der Pflanzabstand sollte mindestens 60 Zentimeter betragen. Halte Gartenvlies bereit, damit Du die Jungpflanzen in kalten Nächten schützen kannst. Bei liebevoller Pflege entwickeln sich Deine Gurkenpflanzen nun so schnell, dass Du ihnen beinahe beim Wachsen zusehen kannst. In wenigen Wochen bereits kannst Du die ersten frischen Gurkenfrüchte genießen.

Fazit

Auch wenn Gurken zu den empfindsameren Gewächsen im Gemüsegarten zählen, lohnt sich der Anbau auf jeden Fall. Selbst gezogene Gurken sind frischer, schmackhafter und gesünder als die Früchte aus dem Supermarkt. Mit der eigenen Aussaat kannst Du aus einer Vielzahl an Sorten wählen und Deine Pflanzen bei der Entwicklung vom Samenkorn bis zur Ernte begleiten.

Schreibe einen Kommentar