Knoblauch pflanzen – Alles über Anbau & Pflege

Knoblauch darf in keinem Garten fehlen. Aus unserer Küche ist die würzige Knolle nicht mehr wegzudenken. Im Garten wehrt Knoblauch Schädlinge ab. Das unkomplizierte Zwiebelgewächs ist einfach zu ziehen und braucht kaum Platz. Wir verraten Dir, worauf es bei der Kultur von Knoblauch ankommt.

So gelingt der Anbau von Knoblauch

Der Alleskönner im Garten

Knoblauch (Allium sativum) gehört der Familie der Amaryllisgewächse und der Unterfamilie der Lauchgewächse an. Die unscheinbare Pflanze besitzt lange, flache Laubblätter und bildet im Frühsommer hübsche weiße bis rosarote kugelige Blütenstände. Aus den kleinen Einzelblüten entwickeln sich Brutzwiebeln. Die scharfen Knollen mit dem charakteristischen Geruch geben unseren Speisen die richtige Würze. 

Aber Knoblauch kann noch viel mehr: In der Volksmedizin wird er seit Jahrtausenden zum Vorbeugen und Heilen verwendet. Nicht nur für uns Menschen erweisen sich seine Inhaltsstoffe als äußerst gesund. Im Hausgarten gilt Knoblauch als natürliches Schädlingsbekämpfungsmittel, das in der Lage ist, Krankheiten und Schädlinge von Deinen Kulturen fernzuhalten.

Stecken statt säen

Knoblauch wird nicht über Samen angebaut, sondern durch das Stecken von Knoblauchzehen oder Brutzwiebeln. Letztere werden auch Bulbillen genannt. Jede Bnoblauchblüte bildet etwa 10 bis 20 dieser Brutkörper.

Knoblauchzehen stecken

Die einfachere Methode ist das Stecken der Knoblauchzehen. Dazu brichst Du eine Knoblauchknolle auf, entnimmst die einzelnen Zehen und lässt sie gegebenenfalls vorkeimen. Im Winter gesteckt, nennt man die heranwachsenden Pflanzen Winterknoblauch. Sie reifen ab Ende Juni des Folgejahres. Frühjahrsknoblauch wird zwischen Mitte Februar und Ende März gesteckt und ab Anfang August geerntet.

Der Anbau von Knoblauch über Zehen ist schneller. Allerdings heißt es hier, einen Teil der Ernte für die folgende Kultur zur Seite zu legen. Aus Zehen gewachsene Knoblauchpflanzen sind zudem anfälliger für Viruserkrankungen, die über die Zehen auf die nächste Generation übertragen werden.

Brutzwiebeln stecken

Aus den Brutzwiebeln gezogener Knoblauch ist widerstandsfähiger und bildet größere Knollen. Die Ernte fällt also üppiger aus. Dafür brauchst Du bei dieser Methode mehr Geduld. Ganze zwei Jahre musst Du warten, bis Du Knoblauchknollen ernten kannst. Im ersten Jahr bilden sich die sogenannten Rundlinge, kleine Zwiebeln, aus denen im zweiten Jahr dann die gewohnten Knollen mit ihrer Vielzahl an Zehen entstehen. 

Wenn Du den geernteten Knoblauch lieber in der Küche verwenden möchtest, bietet sich diese Methode an. Denn hierfür ist es nicht notwendig, einen Teil der Knoblauchzehen für den Anbau aufzusparen.

In jedem Stadium essbar

Es dauert Dir zu lange, bis endlich die großen Knoblauchknollen reifen? Dann darfst Du Dich zwischendurch gerne bedienen. Knoblauch ist in jedem Wachstumsstadium genießbar. Das junge Grün schmeckt ebenso wie die aus den Brutzwiebeln gezogenen Rundlinge. Sogar die Brutzwiebeln können von geduldigen Köchen wie Knoblauchzehen verwendet werden.

Wann Knoblauch pflanzen?

Du bist Gartenneuling? Dann versuch es für den Anfang mit Frühjahrsknoblauch. Das geht schnell und unkompliziert und erspart dir mehrmaliges Hacken und Unkrautentfernen. Je nach Region und Witterung kann es zwischen Mitte Februar und Ende März losgehen. In kühlen Regionen kannst Du die Zehen noch bis Mitte April stecken.

Für die etwas Erfahreneren unter den Hobbygärtnern empfiehlt sich der Anbau von Winterknoblauch. Hier fällt die Ernte üppiger aus, allerdings gilt es Schädlinge wie die Knoblauchfliege in Schach zu halten. Winterknoblauch wird ab Ende September bis Ende Oktober gesteckt und überwintert im Beet. Keine Sorge, die Pflanze ist frosthart – bereits im zeitigen Frühjahr schieben sich frischgrün die schlanken Blätter aus der Erde.

Vorziehen

Knoblauch verträgt niedrige Temperaturen problemlos. Daher muss er nicht im klassischen Sinne im Haus vorgezogen werden. Dennoch kannst Du die Knoblauchzehen so vorbereiten, dass sie im Beet gleich loswachsen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Du mit dem Stecken bereits spät dran bist. Wickle die Zehen dazu in feuchtes Küchenpapier. Bald bilden sich an der Basis Wurzeln und oben erscheint eine blassgrüne Spitze. Nun kannst Du die Zehen stecken.

Meist erübrigt sich das Vorkeimen, da Knoblauch die Tendenz hat, im Frühjahr ganz von selbst auszutreiben. Die grünen Keimblätter sind ein Zeichen dafür, dass die Knollen aus der Vegetationsruhe erwacht und bereit für die das kommende Gartenjahr sind.

Direktsaat

Wenn Du in einer Weinbaugegend wohnst, kann der Knoblauch in milden Wintern bereits Mitte Februar ins Beet. In kühleren Gefilden musst Du meist bis Anfang März warten. Ungeduldige können sich inzwischen im Gartenmarkt nach geeigneten Sorten umsehen. Ideal ist eine robuste Knoblauchsorte, die gegen Virus-Erkrankungen resistent ist. Schaftbildende Sorten werden weniger häufig von der Zwiebelfliege befallen. Auch die Lagerfähigkeit spielt bei der Auswahl eine Rolle.

Vorsicht bei Knoblauch aus dem Supermarkt

Prinzipiell spricht nichts dagegen einfach einen Teil des für die Küche gekauften Knoblauchs anzubauen. Achte allerdings darauf, woher die Knollen stammen. Oft sind die Herkunftsländer Spanien, Ägypten oder China. Diese Pflanzen haben es in unseren Breiten schwer. Kaufe besser regionalen Knoblauch am Markt. Für den Anbau im nächsten Jahr kannst Du bereits einen Teil der eigenen Ernte verwenden.

Wie einpflanzen?

Bereite das Beet vor, indem Du das Unkraut entfernst und die Erde lockerst. Verteile pro Quadratmeter etwa zwei bis drei Liter reifen Kompost und harke ihn gut ein. Ziehe mit dem Rechenstiel Reihen im Abstand von 20 Zentimetern. Stecke nun die Zehen im Abstand von 10 bis 15 Zentimetern etwa fünf Zentimeter tief in die Erde. Dabei ist es hilfreich, mit dem Stiel eines Handgeräts oder mit dem Unkrautstecher Löcher in den Boden zu machen. Die Abstände hängen von der Sorte ab. Pflanzen, die größere Knollen bilden, benötigen mehr Platz.

Achte darauf, dass beim Stecken die Spitze der Zehen nach oben zeigt, sonst erschwerst Du der Pflanze den Start erheblich.

Standort & Erde

Knoblauch braucht Wärme und viel Sonne. Wähle daher einen Platz im Garten, der den ganzen Tag über sonnig ist. Windig darf es an dieser Stelle ruhig sein, denn das beugt einem Befall durch die Knoblauchfliege vor. Trockene Standorte sind kein Problem, so lange die Erde humusreich ist. Die Wurzeln der Knoblauchpflanzen sind nicht besonders lang. Obwohl die Gewächse dauerhafte Feuchtigkeit nicht vertragen, klappt es für die Flachwurzler auf sandigen Böden mehr schlecht als recht.

Optimal ist ein lockerer, humoser Untergrund mit guter Drainage, denn Staunässe führt schnell zu Fäulnis. Bessere das Beet vor der Pflanzung mit reifem Kompost auf. Dann ist der Knoblauch während der gesamten Kulturdauer bestens versorgt.

Gute & schlechte Nachbarn in der Mischkultur

Knoblauch gilt in gemischten Beeten als begehrter Nachbar. Sein Geruch macht ihn zu einer Art biologischem Schädlingsbekämpfungsmittel, das eine ganze Reihe an lästigen Schadinsekten in die Flucht schlägt. Als klassische Kombination gilt der Knoblauch im Erdbeerbeet, wo er die beerigen Nachbarn vor Grauschimmel schützt. 

Auch Gurken, Tomaten und den verschiedensten Salaten leistet er gerne Gesellschaft. Unter Tomaten soll er Braunfäule vorbeugen. Zwischen Gurken verhindert er Mehltaubefall. Mit der Familie der Fuchsschwanzgewächse, zu der im Gemüsegarten Spinat, Rote Beete und Mangold zählen, versteht sich der Knoblauch ebenfalls blendend. 

Möhren teilen das Beet gerne mit dem penetrant riechenden Lauchgewächs, denn der Knoblauchgeruch hält ihnen die Möhrenfliege vom Leib.

Es gibt allerdings auch einige Pflanzen, die ohne Knoblauch in ihrer Nähe besser gedeihen. Dazu zählen alle Kohorten sowie Hülsenfrüchte wie Erbsen und Bohnen. Auch mit seinen Artverwandten – Zwiebel, Lauch und Porree – verträgt er sich nicht, ziehen sie doch dieselben Schädlinge und Krankheiten an. Halte nach dem Anbau von Knoblauch eine fünfjährige Pause ein, bevor Du an diesem Standort wieder Knoblauch oder andere Lauchgewächse kultivierst.

Hier erfährst Du alles über die Mischkultur.

 

Gute Nachbarn

Schlechte Nachbarn

Rosen und Obstbäume lieben Knoblauch

Auch im Obstgarten ist Knoblauch ein beliebter Nachbar. Unter Pfirsichen beugt er der Kräuselkrankheit vor. Andere Obstbäume erweisen sich von Knoblauch flankiert als widerstandsfähiger gegen Schorf. Himbeeren erkranken seltener an der Himbeerrutenkrankheit. Rosen leiden weniger häufig unter Sternrußtau, Mehltau und Grauschimmel. Pflanze die Knoblauchzehen im Wurzelbereich von Sträuchern und in den Baumscheiben von Obstbäumen.

Pflege & Düngen

Knoblauch ist eine sehr pflegeleichte Pflanze. Während der Kulturdauer benötigt er keine Düngemittel. Der Ernteertrag lässt sich durch die Gabe von Stickstoff zwar steigern, jedoch büßen die Knollen dadurch einen Teil des Geschmacks ein. Wer die heranwachsenden Knoblauchpflanzen mit Nährstoffen versorgen möchte, kann dem Gießwasser Brennessseljauche zugeben.

Halte das Beet unkrautfrei und lockere die Erde zwischendurch einmal auf. Achte dabei darauf, die Knollen nicht zu beschädigen. Wer den Knoblauch ins Erdbeerbeet gesetzt hat, kann den Boden mit Stroh mulchen. Das wissen beide Pflanzen zu schätzen.

Beim Gießen solltest Du Dich zurückhalten. Zu viel Feuchtigkeit tut den Knoblauchknollen nicht gut. Um Fäulnis und die Entstehung von Pilzkrankheiten zu verhindern, solltest Du nur während längerer Trockenperioden wässern.

Schädlinge & Krankheiten

Fühlt sich der Knoblauch an seinem Standort wohl, ist er robust und widerstandsfähig gegen Krankheiten. In verregneten Sommern oder auf generell zu feuchtem Boden und bei Staunässe treten manchmal Schimmel und Fäulnis im Wurzelbereich auf. An den oberirdischen Pflanzenteilen kommen bei ungünstigen Bedingungen Falscher Mehltau und Blattfleckenkrankheiten vor.

Die meisten Schädlinge machen einen Bogen um Knoblauchkulturen, da ihnen der penetrante Geruch der Pflanze nicht behagt. Blattläuse lassen sich durch das Stecken von Knoblauch im Wurzelbereich von Obstbäumen und Rosen sogar fernhalten. 

Einigen Insekten machen die ätherischen Öle jedoch nichts aus. Die Zwiebelfliege hat sich auf Lauchgewächse spezialisiert. Ihre Larven fressen sich vom Boden aus in den Schaft. Decke die Pflanzen zur Flugzeit mit Kulturschutznetzen ab. Entferne befallene Exemplare und lege ein Jahr lang eine Anbaupause ein.

Die Knoblauchfliege befällt nur den Winterknoblauch. Wenn Du regelmäßig Probleme mit diesem Schädling hast, solltest Du auf den Anbau von Frühlingsknoblauch ausweichen. Durch die Fraßtätigkeit der Larven verkümmert der Haupttrieb. Die Zehen bleiben klein. Schaftbildende Knoblauchsorten werden seltener befallen und überstehen die Schädigung durch die Larven der Knoblauchfliege besser. Durch das Zudecken mit Vlies ab Ende April kannst Du die Fliegen davon abhalten, ihre Eier an den Pflanzen abzulegen.

In heißen, trockenen Sommern kann zudem die Lauchmotte auftreten. Ihre Raupen monieren die Blätter und Stiele. Auch hier helfen Gemüseschutznetze sowie eine Mischkultur mit Möhren, Sellerie, Dill, Petersilie und Tomaten.

Besonderheiten

Knoblauch wird seit dem Altertum nicht nur als Nahrungsmittel und Gewürz, sondern auch als Heilpflanze eingesetzt. Als es noch keine Antibiotika gab, machte man sich die antibakterielle und antimikrobielle Wirkung des gesunden Lauchgewächses zunutze. 

Das enthaltene Allicin ist nicht nur für den typischen schwefeligen Geruch verantwortlich, sondern auch für die gesundheitlichen Vorteile, die der regelmäßige Genuss von Knoblauch mit sich bringt. Die Schwefelverbindung soll außerdem den Blutdruck und die Blutfettwerte senken, das Thromboserisiko minimieren und gegen Magen-Darm-Beschwerden sowie Atemwegserkrankungen wirken.  

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