Zucchini ernten und richtig lagern

Als schnell wachsende und äußerst produktive Pflanzen verwöhnen Dich Zucchini den ganzen Sommer über mit frischen Früchten. Voraussetzung für eine reiche Ernte ist eine gute Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Hier erfährst Du alles rund um Ernte und Lagerung und wie Du auch noch im Winter Zucchini aus eigenem Anbau genießen kannst.

Rund um die Zucchiniernte

  • ernte die Früchte möglichst jung
  • verwende ein scharfes Messer zum Ernten
  • pflege Deine Pflanze während der Ernterzeit weiterhin
  • Zucchini können bis zum Frost neue Früchte produzieren
  • eine laufende Ernte regt die Fruchtproduktion an
  • auch die Blüten sind genießbar
  • bittere Zucchini sind gesundheitsschädlich und dürfen nicht verzehrt werden
  • lagere die Früchte kühl, aber nicht zu kalt
  • frische Zucchini sind etwa 1 bis 2 Wochen haltbar
  • ältere, ausgereifte Früchte sind zwar nicht so aromatisch, aber länger lagerfähig
  • Du kannst Zucchini einfrieren, trocknen und in Öl oder Essig einlegen

Vielfältige Zucchini

Waren sie noch bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts hierzulande ziemlich unbekannt, sind Zucchini heute rund ums Jahr im Supermarkt erhältlich. Am besten schmecken sie jedoch frisch aus dem Garten. Das beliebte Sommergemüse hat keinen dominanten Geschmack, sondern begeistert mit seinem feinen, nusseigen Aroma. Durch seine zurückhaltende Art ist es ausgesprochen vielseitig. 

Ob gegrillt, geschmort, gefüllt oder gebacken – Zucchini begeistern in den unterschiedlichsten Gerichten und harmonieren mit vielen Zutaten. Äußerst schmackhaft sind die Früchte auch in Suppen, Eintöpfen und Pasta-Soßen.

Zarte junge Früchte munden auch roh und machen auf Rohkostplatten oder in Salaten eine gute Figur. Kreative Hobbyköche versuchen sich gar an Zucchini-Chutney und Zucchini-Marmelade. Selbst die schönen gelben Blüten sind essbar. 

Du kannst sie in Teig tauchen und frittieren oder füllen und im Ofen überbacken. Roh dienen sie als prächtige essbare Deko für Pastagerichte und bunte Salate.

Zucchini machen schlank

Zucchini sind nicht nur köstliche Allroundtalente – sie sind auch äußerst gesund. Bei einem Fettgehalt von weniger als einem Prozent enthalten sie nur wenige Kalorien. Auch bei den Kohlenhydraten hält sich das grüne Gemüse sehr zurück: 

Gerade einmal 2,2 Gramm davon sind in 100 Gramm Zucchini enthalten. 

Das macht die Zucchini zu einer begehrten Zutat in der Low-Carb-Küche, die Dich fit und schlank hält und auch für Diabetiker geeignet ist. Die Frucht ist gut verträglich und leicht verdaulich. Reich an Kalium, Kalzium, Eisen und Magnesium stärkt sie Deine Nerven, schützt Dein Herz und entwässert nebenbei ganz sanft.

"Mit einem Spiralschneider für Gemüse kannst Du die trendigen ‘Zoodles‘, das sind Nudeln aus Zucchini, herstellen. Verwende sie einfach anstelle von Spaghetti und spare jede Menge Kohlenhydrate."
Mein Tipp

Wann beginnt die Erntezeit?

Wer seine Zucchini am Fenster vorgezogen hat oder fertige Jungpflanzen gesetzt hat, kann oft bereits im Juni die ersten Früchte ernten. Die Aussaat im Freiland empfiehlt sich erst Mitte Mai nach den Eisheiligen. Keine Bange, die Pflanzen holen den Vorsprung ihrer Kollegen, die ihre Jugend indoor verbracht haben, rasch auf. 

Ab Juli kannst Du auch hier mit der ersten Ernte rechnen. Versorge Deine Zucchinipflanzen weiterhin mit Kompost oder organischem Flüssigdünger und gieße sie regelmäßig. Fühlen sie sich rundum wohl, bilden sie laufend neue Blüten und versorgen Dich bis zum Frost mit frischen Früchten.

"Zwei gut gepflegte Zucchinipflanzen versorgen eine Kleinfamilie den ganzen Sommer über mit reichlich frischen Früchten."
Mein Tipp

Frisch, jung und knackig

Ernte Deine Zucchini in möglichst jungem Zustand. Klein, fein und zart schmecken sie schlicht und einfach am besten. Keine Angst vor unreifen Früchten – Zucchini sind in jedem Zustand genießbar, Du kannst sie also gar nicht zu früh ernten. Selbst wenn sich die Blüten noch an den Früchten befinden, darfst Du bereits zum Messer greifen.

Lass die Früchte nicht länger als etwa 25 Zentimeter werden. Natürlich eignen sich zum Füllen etwas größere Früchte, doch warte nicht zu lange zu. Die Früchte wachsen schnell. Manchmal haben sie scheinbar über Nacht ihre Größe verdoppelt.

So verwendest Du ältere Früchte

Durchsuche das Dickicht aus Zucchiniblättern alle paar Tage nach erntereifen Früchten. Lässt Du sie wachsen, können sie enorme Ausmaße erreichen. Leider sind riesige, schwere Zucchini nicht besonders schmackhaft. Die Schale wird hart, das Fruchtfleisch zäh und schwammig und die Kerne können nicht mehr mitgegessen werden.

 Solltest Du eine Frucht übersehen haben, musst Du sie deshalb aber nicht wegwerfen. Schäle sie, schabe die Kerne mit einem Löffel aus und schneide das Fruchtfleisch in Würfel oder reibe es. Verwende es anstelle von Kürbis für Eintöpfe, Suppen und Aufläufe. 

Auch für Ratatouille ist eine etwas ältere Zucchini bestens geeignet. Der Vorteil großer ausgereifter Früchte ist ihre gute Lagerfähigkeit. Allerdings stellt die Pflanze die Bildung neuer Früchte ein, wenn sie reife Früchte trägt. 

Wenn Du Wert auf eine lange Erntezeit bis weit in den Oktober hinein legst, solltest Du möglichst regelmäßig alle jungen Früchte abernten.

Von der richtigen Methode

Verwende zum Ernten ein scharfes Messer. Schneide die Früchte etwa ein bis zwei Zentimeter nach dem Stielansatz ab. Brich die Früchte nicht von der Pflanze, dabei bricht häufig der Stiel von der Frucht ab. 

Dadurch verliert die Zucchini ihre Lagerfähigkeit und Du musst sie rasch verbrauchen. Reiße die Früchte nicht händisch von der Pflanze, sonst verletzt Du das Gewächs oder ziehst es im schlimmsten Fall aus dem Boden. Achte darauf, dass junge Früchte nicht auf der feuchten Erde liegen. Etwas Stroh oder anderes Mulchmaterial hält die Früchte an der Pflanze sauber und bewahrt sie vor Fäulnis und Schimmel.

Finger weg von bitteren Früchten

Sollte eine Deiner Früchte bitter schmecken, musst Du sie entsorgen. Der unangenehme Geschmack entsteht durch sogenannte Cucurbitacine. Diese Bitterstoffe wurden im Laufe der Zeit eigentlich weggezüchtet, können aber durch Rückkreuzungen oder durch Kreuzung mit Zierkürbissen wieder entstehen. 

Sie greifen die Darmschleimhaut an und können im Extremfall zu schweren Vergiftungen führen. Leider werden Cucurbitacine beim Kochen nicht zersetzt, sondern behalten ihre gesundheitsschädliche Wirkung. Wer selbst gewonnenes Saatgut verwendet, sollte besonders vorsichtig sein. Verzehre die Frucht auf keinen Fall – auch wenn sie nur leicht bitter ist!

"Um die Bildung von Bitterstoffen zu vermeiden, sollest Du auf den gleichzeitigen Anbau von Zierkürbissen im Garten verzichten oder ausschließlich gekauftes Saatgut verwenden, dieses ist stets bitterstofffrei."
Mein Tipp

So lagerst Du Zucchini richtig

Frisch geerntete Früchte sind ein bis zwei Wochen haltbar. Bewahre sie an einem kühlen, dunklen Ort auf. Zu tiefe Temperaturen bekommen ihnen nicht. Der optimale Ort für die Lagerung ist ein kühler Keller bei etwa 8 bis 12 ºC

Im Kühlschrank wird es den Früchten schnell zu kalt – im Gemüsefach verstaut, bleiben sie jedoch durchaus einige Zeit frisch. Halte Deine Zucchini von Früchten wie Äpfeln, Birnen, Bananen, Pfirsichen und Tomaten fern. 

Diese sondern beim Nachreifen Ethylen ab, welches Deine Zucchini schneller faulen lässt. Am Ende der Saison lohnt es sich, ein oder zwei Früchte ganz ausreifen zu lassen. Belasse sie an der Pflanze, bis die Schale hart und der Stiel holzig geworden ist. Ernte sie, bevor sich der erste Frost ankündigt, und bringe sie in den Keller. Große ausgereifte Früchte mit harter Schale sind einige Monate haltbar. 

Überprüfe sie während der Lagerzeit immer wieder auf Druckstellen und verbrauche sie, bevor sie weich werden und verderben.

Zucchini-Vorrat für den Winter

Deine Pflanzen tragen mehr Früchte, als Du und Deine Lieben essen könnt? Jeden Tag steht nun Zucchini auf dem Speiseplan und Du brauchst mal eine Pause? 

Der nächste Winter kommt bestimmt – in der dunklen, kalten Zeit freust Du Dich über Köstlichkeiten aus dem eigenen Garten ganz besonders. Auch wenn es heute das ganze Jahr über Zucchini zu kaufen gibt, ist das Supermarktgemüse mit dem Aroma selbst gezogener Früchte nicht zu vergleichen. 

Doch wie kannst Du den Geschmack des Sommers für den Winter konservieren. Hier haben wir einige Ideen für Dich:

Zucchini einfrieren

Die einfachste Methode, Deine Zucchini haltbar zu machen ist das Einfrieren. Verwende dazu kleinere, knackige Exemplare. Größere Zucchini werden beim Auftauen matschig. 

Wasche die Früchte, trockne sie ab und schneide sie in Stücke. Salze sie leicht und lass das Salz etwa 10 Minuten einwirken. Das Salz entzieht den Zucchini Flüssigkeit, so bleiben sie beim Einfrieren knackiger. Tupfe sie mit einem Küchentuch trocken, fülle sie in Gefrierbeutel und gib sie in die Gefriertruhe.

Zucchini trocken

Im Ofen, in der heißen Sommersonne oder im Dörrgerät kannst Du Zucchini durch Trocknen haltbar machen. Schneide die Früchte in möglichst feine Scheiben und trockne sie mit der Methode Deiner Wahl, bis die Feuchtigkeit entwichen ist. 

Beim Trocknen im Backofen hast Du die Möglichkeit, Deine Zucchini-Chips nach Lust und Laune zu würzen.

Gegrillte Zucchini einlegen

Du hast die Möglichkeit, den Geschmack eines Grillabends im Sommer einzufangen und für den Winter aufzubewahren: 

Wasche die Früchte und schneide sie in dünne Scheiben. Bestreiche sie mit Olivenöl und grille sie von beiden Seiten, bis ein Großteil des enthaltenen Wassers entwichen ist. Salze die gegrillten Zucchinischeiben und schichte sie mit Kräutern und gehacktem Knoblauch in Gläser, die Du mit Olivenöl auffüllst.

Zucchini in Essig einlegen

In Essig eingelegt ist das feine Gemüse lange haltbar. Scheide junge, zarte Zucchini in Scheiben und fülle sie mit gehackter Zwiebel, Senfkörnern und Kräutern Deiner Wahl in saubere Gläser. Stelle einen Sud aus Weißweinessig, Zucker und Salz einen Sud her, fülle die Gläser damit randvoll auf und verschließe sie. Stelle sie in einen Einkochtopf und lasse sie mindestens eine halbe Stunde sieden.

Essbare Schönheiten – Zucchiniblüten ernten

Du hast Lust auf ausgefallene Rezepte mit Zucchiniblüten. Nur zu, die gelben Schönheiten sind eine wahre Delikatesse. Zwischen Juni und August kannst Du die Blüten ernten und feine Kreationen damit zubereiten.

Schneide aber bitte nicht alle Blüten ab, die Du findest, sonst gibt es später keine Früchte. Da sich aus den weiblichen Blüten die Früchte entwickeln, solltest Du nicht zu viele davon opfern. 

Aber auch bei den männlichen Blüten handelt es sich um weit mehr als nur unnützes Beiwerk. Schließlich liefern sie den Pollen für die Bestäubung. Männliche Blüten sitzen an langen geraden Stielen und sind schmäler als die weiblichen. Wenn Du einige Blüten abschneidest, bildet die Pflanze neue. Sorge dafür, dass immer einige Blüten beider Geschlechter an der Zucchini verbleiben.

Lerne, die weiblichen von den männlichen Blüten zu unterscheiden. Du kannst sie in Backteig tauchen und frittieren. Die weiblichen Blüten besitzen kürzere Stängel und sind voluminöser. Ganz unten an der Blüte kannst Du bereits ganz deutlich die kleine Frucht erkennen.

Sie eignen sich gut zum Füllen mit Gemüse, Käse oder Fleisch. Entferne den Stempel und die Staubgefäße und fülle die Blüten mithilfe eines Spritzbeutels. Nun werden sie gegart, überbacken, gebraten oder frittiert.

"Binde die gefüllten Zucchiniblüten mit Schnittlauchhalmen zu, bevor Du sie frittierst."
Mein Tipp

Fazit

Genieße die Erntezeit – in den heißen Sommermonaten versorgen Dich Deine Zucchini mit feinen Früchten. Ernte sie möglichst jung, dann sorgen die Pflanzen rasch für Nachschub. 

Auf verschiedenste Arten zubereitet bringt das vielseitige Gemüse Abwechslung in die Küche und ist dabei gesund und kalorienarm. Fallen mehr Früchte an, als Du essen kannst, gibt es köstliche Möglichkeiten, Deine Ernte für den Winter haltbar zu machen.

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