Zucchini düngen – Nährstoffe für eine reiche Ernte

Zucchini sind Strakzehrer und damit recht hungrige Gewächse. Ein nährstoffreiches Substrat gilt neben einer guten Wasserversorgung als Garant für eine üppige Ernte. Wie und wann Du Deine Zucchinipflanzen am besten düngst, damit sie sich prächtig entwickeln und viele Früchte tragen, erfährst Du hier.

Zucchini richtig düngen

  • Zucchini benötigen als Starkzehrer viele Nährstoffe
  • finde heraus, wie Dein Boden beschaffen ist
  • einen mageren Boden kannst Du mit Kompost und Stallmist aufbessern
  • ein schwerer, lehmiger Boden wird durch die Zugabe von Sand und Kompost durchlässiger
  • lockere im Frühjahr das Beet auf und reichere es mit Kompost und Hornmehl an
  • verwende Aussaaterde, wenn Du die Pflanzen auf der Fensterbank vorziehst
  • mulche das Beet nach der Pflanzung
  • Mulch hält den Boden feucht und ist ein guter Dünger
  • versorge Deine Zucchini regelmäßig mit Kompost, Guano oder Urgesteinsmehl
  • Pflanzenjauchen enthalten viele Nährstoffe und machen Deine Zucchini widerstandsfähig
  • für Zucchini im Topf eignet sich organischer Flüssigdünger
  • überdünge Deine Pflanzen nicht

Glückliche Zucchinipflanzen

Zucchini brauchen nicht viel, um gut zu gedeihen. Ganz oben auf der Liste steht ein sonniges Plätzchen, schließlich ist das feine Gemüse ein naher Verwandter der Gartenkürbisse, deren Vorfahren aus Südamerika und den südlichen USA stammen. Neben behaglicher Wärme ist auch eine gute Wasserversorgung vonnöten, damit die Pflanze ihre voluminösen Früchte, deren Wassergehalt bei etwa 93 Prozent liegt, produzieren und versorgen kann.

Nun folgt der dritte Wunsch der schnellwüchsigen Zucchini: Nährstoffe! Aus diesen organischen und anorganischen Verbindungen entnimmt sie alles, was sie zum Wachsen, zum Blühen und zur Bildung von köstlichen Früchten braucht.

Wenn Du Deine Zucchini nicht düngst, werden sie nicht eingehen, sie bleiben allerdings kleiner und bringen geringere Erträge. Smarte Gärtner pflanzen daher nur wenige Zucchinipflanzen und versorgen diese mit allen nötigen Nährstoffen. Das spart Platz im Garten – immerhin ist eine Zucchini nicht gerade ein platzsparendes Gewächs. Bis zu eineinhalb Quadratmeter nimmt eine einzelne ausgewachsene Pflanze ein.

Ein guter Boden

Wie viele und welche Nährstoffe Du Deinen Zucchini zuführen musst, hängt ganz von Deinem Gartenboden ab. Ist die Erde in Deinem Garten von Natur aus reichhaltig, benötigen die Pflanzen weniger Dünger. Magere sandige Erde solltest Du mit Kompost und Tonmehl aufbessern, damit sich Deine Zucchini wohl bei Dir fühlen. Ein schwerer dichter Lehmboden enthält zwar meist ausreichend Nährstoffe, allerdings kann nach heftigen Regengüssen und stärkerem Gießen das Wasser nicht gut abfließen und staut sich. Deine Zucchini haben ständig nasse Füße.

Während wir Menschen uns eine Verkühlung zuziehen, wenn wir den ganzen Tag in nassen Schuhen verbringen, können bei Pflanzen die Wurzeln faulen und absterben. Lockere den Boden gut auf, arbeite reifen Kompost und etwas Sand ein. Grabe zusätzlich die Beete im Herbst vor dem Frost tief um.

Genau analysiert

Wenn Du ganz genau wissen möchtest, welche Nährstoffe Deinem Boden fehlen, kannst Du eine Bodenanalyse durchführen lassen. Dazu entnimmst Du eine Bodenprobe und schickst sie an ein Labor, das Bodenuntersuchungen durchführt. Bald erhältst Du das Untersuchungsergebnis und erfährst, ob Dein Boden optimal versorgt ist beziehungsweise wie Du ihn durch die richtige Düngung verbessern kannst.

"Im Gartenfachhandel sind Bodenanalyse-Sets erhältlich, die einen Versandbeutel für die Bodenprobe und eine genaue Anleitung zur Entnahme enthalten."
Mein Tipp

Zucchini düngen – wann und wie

Die starkwüchsigen Pflanzen schätzen einen humusreichen, leicht erwärmbaren Boden. Du kannst sie auf einem Hügelbeet pflanzen, in dessen Inneren sich Zweige, Häckselgut, feuchtes Laub, Grassoden und Kompost befinden. Durch diese Konstruktion erreichst Du eine bis zu 8 ºC höhere Erdtemperatur, gleichzeitig sind Deine Pflanzen vor allem im ersten Jahr bestens mit Nährstoffen versorgt.

Zucchini sollten auf der Südseite des Hügelbeets gepflanzt werden, im Norden bieten sich kletternde Pflanzen wie Stangenbohnen an. Aber auch in einem herkömmlichen Beet können Deine Zucchini glücklich werden und viele Früchte tragen.

"Du kannst Deine Zucchini auch direkt auf dem Komposthaufen pflanzen, dort sitzt sie direkt an der ‘Futterquelle‘ und beschattet nebenbei mit ihren großen Blättern den Kompost, was ihn vor Austrocknung schützt."
Mein Tipp

Bereite im Frühjahr den Boden vor

Lockere das Beet im Frühjahr gut auf und arbeite reifen Kompost ein. Auch abgelagerter Stallmist oder Guano kommen bei Zucchinipflanzen gut an. Hornspäne sind ein idealer Langzeitdünger, der die Pflanzen für die nächsten Wochen und Monate mit Stickstoff versorgt. Lass das Beet einige Wochen ruhen. Mitte Mai kannst Du die Zucchinisamen direkt ins vorbereitete Beet säen.

Lockere zuvor den Boden noch einmal mit der Harke. Drücke eine kleine Vertiefung ins Beet, lege je zwei Samen hinein und bedecke sie mit zwei Zentimetern feiner Erde. Lass nach der Keimung die stärkere Pflanze stehen. Schütze die Keimlinge in kalten Nächten mit abgeschnittenen PET-Flaschen oder speziellen Pflanzenhauben.

Aussaaterde zum Vorziehen im Haus

Wer die Pflänzchen lieber am Fensterbrett vorziehen möchte, sät seine Zucchini in kleinen Töpfen. Diese solltest Du mit nicht allzu üppigem Substrat füllen. Auch wenn größere Zucchinipflanzen nährstoffreiche Erde schätzen, keimen die Samen besser in magerem Substrat. Kaufe spezielle Anzuchterde – sie ist lockerer und humusreicher als herkömmliche Blumenerde oder Gartenboden.

Gleichzeitig enthält sie weniger Nährstoffe, was die Jungpflanzen dazu anregt, bei der Suche nach Nahrung kräftige Wurzeln auszubilden. Du kannst Deine Anzuchterde auch selbst herstellen. Vermische dazu einfach ein Drittel feinkrümelige Gartenerde mit einem Drittel Sand und einem Drittel reifem, fein gesiebtem Kompost.

"Sterilisiere die Aussaaterde in der Mikrowelle oder im Backofen, um Pilzsporen, tierische Schädlinge und Unkrautsamen abzutöten."
Mein Tipp

Guter Dünger für ein gesundes Wachstum

Zucchini entwickeln sich schnell. Blatt folgt auf Blatt und bald schon zeigen sich die ersten Blüten. Hier zeigen wir Dir mehrere Möglichkeiten, die Pflanzen gut zu nähren und bei ihrer Entwicklung zu unterstützen. Suche Dir die Methoden aus, die am besten zu Dir und Deinem Garten passen.


Hinweis: Bedenke dabei, dass die Kürbisgewächse sich zwar über Nährstoffe freuen, ein übertriebener Einsatz von Düngemitteln aber mehr schadet als nützt. Auch wenn bei organischem Dünger die Gefahr einer Überdüngung viel geringer ist als bei Kunstdünger, solltest Du trotzdem Maß halten.

Mulch schützt und düngt

Ein bis zwei Wochen nach der Pflanzung empfiehlt es sich, die Zucchini zu mulchen. So wird das Unkrautwachstum unterdrückt und die Feuchtigkeit im Boden gehalten. Eine Mulchschicht hat noch zwei weitere Vorteile: Sie versorgt Deine Pflanzen mit Nährstoffen und verhindert, dass die Früchte auf der feuchten Erde zu liegen kommen und dadurch verfaulen. Gut als Mulch für Zucchinipflanzen eignen sich folgende Materialien:

  • Brennnesseln oder Beinwell
    Das Laub dieser als Unkraut verschrienen Kräuter ist reich an wertvollen Mineralstoffen. Bringe ruhig eine dicke Schicht aus, die Blätter verrotten relativ schnell.
  • Gründüngungspflanzen
    Leguminosen wie Lupine, Bohne, Erbse und Wicke ergeben ein großartiges Mulchmaterial, das zu hochwertigem Humus zerfällt. Schneide die Pflanzen dicht über dem Boden ab, lass das Laub kurz trocknen und bringe es ringsum Deine Zucchinipflanzen aus.
  • Grober Kompost
    Wenn Du Kompost aussiebst, bleiben gröbere Teile zurück. Diese kannst Du wieder auf den Komposthaufen geben und weiter verrotten lassen oder als nährstoffreiches Mulchmaterial im Wurzelbereich Deiner Pflanzen verteilen.

Kompost

Du hast den Boden bereits vor der Pflanzung mit Kompost angereichert. Doch Zucchini werden nicht ohne Grund zu den Starkzehrern gezählt – schon bald haben die hungrigen Pflanzen die Nährstoffe aufgebraucht. Versorge sie daher alle ein bis zwei Wochen mit einer kleinen Schaufel Kompost, den Du behutsam einarbeitest. Gib Acht, dabei die Wurzeln der Pflanzen nicht zu verletzen.

Urgesteinsmehl

Zermahlenes Gestein ist ein Boden-Hilfsstoff, der Deine Pflanzen mit wichtigen Mineralien versorgt. Es enthält unter anderem Kieselsäure, die die Gewächse gegen Krankheiten und Schädlinge wappnet. Auch Magnesium, Kalzium, Eisen und Kalium kommen in größeren Mengen vor. Verwöhne Deine Zucchini hin und wieder mit einer Handvoll Urgesteinsmehl.

Pflanzenjauche

Aus Brennnessel, Ackerschachtelhalm, Giersch, Löwenzahn, Beinwell und vielen anderen Pflanzen und Kräutern lassen sich Jauchen herstellen, die Deine Zucchini mit Stickstoff und anderen wichtigen Nährstoffen versorgen. Manche dieser Kräuter haben eine pflanzenstärkende Wirkung und helfen Krankheiten und Schädlingsbefall vorzubeugen.

Du kannst auch Deine eigene Mischung komponieren. Setze 1 Kilo geschnittene Pflanzenteile in 10 Liter Wasser an und lasse das Ganze ein bis zwei Wochen gären. Sobald sich kein Schaum mehr an der Wasseroberfläche bildet, ist die Gärung abgeschlossen. Mische die Jauche 1:10 mit Wasser und gieße Deine Zucchini damit.

"Wenn Du keine Zeit oder Lust hast, die oft recht übel riechende Jauche selbst herzustellen, kannst Du auch fertige Düngemittel aus Brennnessel & Co kaufen. "
Mein Tipp

Guano

Der Kot von Seevögeln, Robben und Pinguinen ist ein toller Dünger für Gemüsepflanzen. Er regt die Mikroorganismen im Boden an und wirkt als natürliches Fungizid. Leider ist er nicht ganz billig.

Da Guano hoch konzentriert ist, benötigst Du jedoch nicht viel. Halte Dich an die Herstellerangaben und trage beim Ausbringen Handschuhe. Wässere Deine Zucchini nach der Düngung mit Guano reichlich.

Organischer Flüssigdünger

Die einfachste und schnellste Lösung ist die Verwendung eines fertigen organischen Flüssigdüngers. Wähle ein biologisches Mittel, das speziell für Gemüsepflanzen wie Tomaten, Gurken und Zucchini hergestellt wurde. Es enthält die richtige Nährstoffzusammensetzung für Deine Zucchinipflanzen. Verabreiche den Dünger regelmäßig mit dem Gießwasser und beachte dabei die auf der Packung angegebene Dosierung.

Wenn Du zum Düngen ausschließlich Flüssigdünger verwendest, vermissen Deine Pflanzen eventuell die auflockernde Wirkung, die Kompost, Gründüngung oder Stallmist auf den Boden haben. Da Zucchini nur einjährig sind, spielt dies allerdings keine so große Rolle.

Zucchini im Topf düngen

Verwende bei der Kultur Deiner Zucchini im Kübel eine gute Gemüseerde und versorge die Pflanze regelmäßig mit organischem Flüssigdünger. Da das Substrat im Pflanzgefäß schneller austrocknet, ist regelmäßiges Gießen besonders wichtig. Clevere Hobbygärtner bedecken die Erde mit einer Mulchschicht aus Brennnesseln und anderen nährstoffreichen Pflanzen, um die Erde im Topf feucht zu halten und die Zucchini nebenbei sanft zu düngen.

Fazit

Zucchini verbrauchen bei Ihrer Entwicklung vom zarten Pflänzchen zum stattlichen Gewächs mit reichlichem Fruchtbehang reichlich Nährstoffe. Du hast verschiedene Möglichkeiten Deine Pflanzen perfekt zu versorgen. Wer leidenschaftlich gärtnert und gerne experimentiert, düngt seine Zucchini mit Kompost vom eigenen Komposthaufen und selbst gemachten Pflanzenjauchen.

Wer wenig Zeit hat, mischt regelmäßig organischen Flüssigdünger unter das Gießwasser. Für welche Methode Du Dich auch entscheidest, Deine Zucchinipflanze wird Deine Fürsorge mit einer reichen Ernte belohnen.

Über den Autor: