Dill Steckbrief

Im Frühsommer erfüllt Dill (Anethum graveolens) den Garten mit seinem herrlichen Duft. Das vielseitige Gewürzkraut ist aus unserer Küche seit alten Zeiten kaum wegzudenken. Sämtliche Pflanzenteile können zum Würzen verwendet werden und entfalten im Topf und am Teller ihr typisches herbsüßes Aroma. Selbst Gartenanfänger können das unkomplizierte Gewächs problemlos kultivieren und bald die erste Ernte genießen.

Steckbrief:

Grüner Dill
  • Aussaat: ab Mitte April
  • Standort: sonnig und windgeschützt
  • Boden: locker und humos
  • Wasser: regelmäßig gießen
  • Dünger: sehr sparsam mit Kompost

Als Doldenblütler ist Dill mit Petersilie, Kümmel und Koriander verwandt. 

Ursprünglich stammt die Pflanze aus Vorderasien, ist aber seit über 5000 Jahren auch hierzulande verbreitet. Es handelt sich um eine einjährige krautige Pflanze, die unter optimalen Bedingungen Wuchshöhen von über einem Meter erreichen kann. 

Sie wächst aufrecht, hat glatte Stängel und feine, stark zerteilte Blätter. Im Jugendstadium ist sie hellgrün, später nimmt sie eine Türkise bis silbergrüne Färbung an. Alle Pflanzenteile verströmen das charakteristische Dillaroma. 

Mit ihren feingliedrigen Blättern und den schönen gelbgrünen Doldenblüten schmückt Dill den Garten und ist auch in Sommerblumensträußen beliebt.

Standort

Dill vor blauem Himmel in der Sonne

Ist ein vollsonniger Platz in Deinem Garten frei, säe oder pflanze Deinen Dill am besten dort aus. Nur bei ausreichend Sonneneinstrahlung kann die Pflanze größere Mengen an ätherischem Öl ausbilden und damit ihr volles Aroma entwickeln. 

Der Doldenblütler schätzt windgeschützte Lagen und wächst am liebsten auf lockerem, durchlässigem und humosem Boden. Kannst Du ihm diese Bedingungen bieten, ist er sonst völlig anspruchslos und bescheiden. 

Dill wirkt sich günstig auf das Wachstum von Gurken, Möhren und Salat aus. Im Kräuterbeet verträgt sich das fiederblättrige Gewürzkraut ausgezeichnet mit Petersilie, Gartenkresse, Majoran, Kerbel und Borretsch.

Pflege

Gleichmäßig feuchtes Erdreich lässt das Gewürzkraut prächtig gedeihen. Die Pflanze überlebt zwar auch Trockenperioden, bleibt ohne Wasserversorgung allerdings klein und etwas kümmerlich. Wenn Du möchtest, dass Dein Dill bis zu einem Meter hoch sprießt, solltest Du ihn regelmäßig gießen. Eine Mulchschicht nimmt Dir Arbeit ab, weil sich so die Feuchtigkeit länger im Boden hält.

Düngen

Beim Düngen ist weniger eindeutig mehr. Es reicht völlig aus, einmal im Jahr Kompost ins Beet einzuarbeiten. Eine Überdüngung lässt die Pflanze zu schnell in die Höhe schießen und führt zu weichen Stielen, die leicht umknicken. Darüber hinaus leidet das feine Aroma, wenn Du das Küchenkraut zu eifrig düngst.

Schneiden

Als einjährige Pflanze benötigt Dill keinen Rückschnitt im eigentlichen Sinne. Schneide einfach die Teile ab, die Du in der Küche brauchst. Am feinsten schmeckt das Kraut bis zu einer Größe von 30 Zentimetern. Du kannst Pflanzen aber ruhig weiter wachsen und auch blühen lassen. 

Die Blüten eignen sich zum Dekorieren und Verfeinern von Speisen. Auch als Tischdeko oder in der Vase sehen die hübschen gelben Dolden hinreißend aus. Nach der Blüte verliert die Pflanze schnell ihr frisches Aussehen. Das ist aber kein Grund zur Panik – bis August kannst Du jederzeit nachsäen.

Überwintern

Wie gesagt wächst Dill einjährig und ist somit nicht dazu gemacht, den Winter zu überleben. Auch im Topf fühlt er sich in der kalten Jahreszeit im Haus nicht richtig wohl. Ernte daher im Herbst die Samen, sobald sie braun sind. So kannst Du im Frühjahr neue Dillpflänzchen säen.

Dill im Topf

Die Topfkultur von Dill ist durchaus lohnenswert. Auch auf dem Balkon fühlt sich der Doldenblütler an einem sonnigen Standort am wohlsten. Wähle einen Topf mit Abzugsloch um Staunässe zu vermeiden. Verwende eine gute Kräutererde als Substrat. Im Topf verdunstet das Wasser viel schneller als im Beet. Gieße daher das Kraut besonders an warmen Tagen ausreichend. 

Vermehren

Die optimale Zeit für die Aussaat beginnt ab Mitte April. Sobald keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, kannst Du die Samen direkt im Freiland aussäen. Du kannst ruhig auch bis Ende Mai damit warten.

Aussaat

  1. Lockere die Erde durch Umgraben auf.
  2. Bei sehr dichtem Boden ist es hilfreich, etwas Sand beizumengen, um den Wasserablauf zu erleichtern und Staunässe zu vermeiden.
  3. Reichere den Boden mit etwas reifem Kompost an und bearbeite den Boden so lange, bis die Erde schön feinkrümelig ist.
  4. Spüle die Samen in einem Sieb kurz mit kaltem Wasser ab.
  5. Ziehe etwa zwei Zentimeter tiefe Rillen. Der Reihenabstand sollte 40 bis 50 Zentimeter betragen. Lege alle 25 Zentimeter zwei bis drei Samen an eine Stelle.
  6. Bedecke die Samen mit Erde und halte das Beet feucht. Bis zur Keimung vergehen mindestens zwei Wochen.
  7. Halte das Beet feucht und habe Geduld: Bis zur Keimung können einige Wochen vergehen.
  8. Gehen an einer Stelle mehrere Jungpflänzchen auf, so lasse die stärkste Pflanze stehen und zupfe die anderen aus. Ein Umpflanzen ist bei Dill nicht sinnvoll, da das Kraut lange, empfindliche Pfahlwurzeln hat und das Unterfangen meist nicht überlebt.

Entferne regelmäßig das Unkraut und gieße die zarten Zöglinge. Sobald die Pflänzchen etwa zehn Zentimeter hoch sind, kannst Du eine Schicht Mulch ausbringen. Auf diese Weise sorgst Du dafür, dass der Boden die Feuchtigkeit besser halten kann und der Dill prächtig gedeiht.

"Neues Saatgut lässt sich spielend leicht selbst gewinnen. Dill hat die Tendenz, sich selbst auszusäen und so für Nachschub im nächsten Frühjahr zu sorgen. Diese gute Eigenschaft hat allerdings auch einen Nachteil: Damit sich keine Krankheiten entwickeln, sollte Dill nicht jedes Jahr am selben Fleck wachsen. Kluge Hobbygärtner schneiden daher die reifen Dolden ab bevor die Samen ausfallen und bewahren das Saatgut für das kommende Jahr auf. Du erkennst, dass die Samen reif sind, wenn die Dolden eine braune Farbe angenommen haben und umknicken. Wähle im Frühjahr ein neues Plätzchen für die Aussaat aus."
Kleiner Tipp

Ernte

Dill braucht kürzer als viele Kräuter, sich so weit zu entwickeln, dass Du zum ersten Mal ernten kannst. Oft ist es bereits Ende Mai so weit. Schneide die Dillspitzen nach Bedarf von der Pflanze und verwende sie am besten frisch. 

Im Kühlschrank hält sich das Kraut in Plastikfolie gewickelt bis zu drei Wochen. Da es beim Trocknen einen Großteil seiner Würze verliert, solltest Du es für den Winter lieber einfrieren.

Einfrieren

Ernte eine größere Menge Dillspitzen, wasche sie und schüttle sie trocken. Schneide sie fein und bewahre das Kraut in einem dicht schließenden Behältnis in der Tiefkühltruhe auf. 

Dill verströmt selbst im gefrorenen Zustand noch sein intensives Aroma. Wer vermeiden möchte, dass Eiscreme und Tiefkühlpizza nach Dille duften, sollte davon absehen, das Gewürz in lose verschlossenen Plastiktüten einzufrieren.

Verwendung in der Küche

Dill mit Messer auf Holzbrett
Dill hat aufgrund eines hohen Anteils an ätherischen Ölen einen besonders intensiven Geschmack

Dillblätter enthalten bis zu 4 Prozent ätherisches Öl, in den Samen befinden sich gar 8 Prozent. Diese hohe Konzentration an Duftstoffen ist für den intensiven Geschmack und Geruch der Pflanze verantwortlich. 

Meist werden die jungen Triebspitzen, die Dillspitzen, zum Würzen verwendet. Es sind aber auch die Blätter, die Blüten und die Samen genießbar. In der Deutschen und der Skandinavischen Küche ist das optisch so zarte und dabei geschmacklich so kräftige Gewürz besonders beliebt. 

Dill vereint würzig-pikante Geschmacksnoten gekonnt mit einer feinen, milden Süße. Er passt perfekt zu Fisch – vor allem zu Graved Lachs – und harmoniert mit Gurken und Kartoffeln. Die filigranen, fedrigen Blattspitzen verfeinern Salatdressings, Soßen und Marinaden. Der Frankfurter Soße verleihen sie eine lieblich-süße Milde. 

Stängel, Blütendolden und Samen gelten als beliebte Zutat für eingelegte Gemüse. 

Heilwirkung

Seit alters her wird Dill auch als Heilpflanze verwendet. Im Mittelalter glaubten die Menschen, das Kraut besäße die Kraft, Dämonen zu vertreiben. 

Auch wenn das Gewächs damit wohl nicht dienen kann, so lindert es Bauchkrämpfe und hilft bei Völlegefühl und Blähungen. Am wirksamsten haben sich die Dillsamen erwiesen. Sie können als Tee oder in Wein gekocht genossen werden.  

Krankheiten & Schädlinge

Die saftigen jungen Triebe locken häufig Blattläuse an. Wasche die Läuse am besten mit etwas Wasser vorsichtig ab. 

Sollten Kümmerwuchs und Welke das Wachstum Deiner Dillpflanzen beeinträchtigen, kann dies verschiedene Ursachen haben: Fadenwürmer, Bodenpilze oder die Möhrenfliege sind meist dafür verantwortlich, wenn die Pflanzen nicht so recht gedeihen, gelbe oder rötliche Blätter bekommen und manchmal gar eingehen. 

Achte in diesem Fall besonders darauf, jährlich den Standort zu wechseln.

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