Johannisbeeren Krankheiten & Schädlinge erkennen & bekämpfen

Johannisbeeren gelten gemeinhin als robust. Dennoch gibt es eine ganze Reihe an tierischen Schädlingen, die sich an ihren Blättern, Trieben und Wurzeln gütlich tun. Auch vor Pilzkrankheiten sind sie nicht gänzlich gefeit. Insbesondere der Amerikanische Stachelbeermehltau kann den Beerensträuchern zu schaffen machen.

So hältst Du Deine Johannisbeeren gesund

Widerstandsfähige Vitaminspender

Dass Rote und insbesondere Schwarze Johannisbeeren sehr gesund sind, ist kein Geheimnis. Zum Glück sind die Sträucher einfach zu kultivieren und finden aufgrund ihrer überschaubaren Größe in jedem Garten Platz. 

Mit ihren süßsauren Früchten leisten die Pflanzen einen wichtigen Beitrag zu einer vitaminreichen Ernährung. Im Gegenzug dazu ist es nur fair, dass Du Dich um das Wohlbefinden der Beerensträucher kümmerst. Das ist nicht schwierig, denn Johannisbeeren sind als widerstandsfähig und pflegeleicht bekannt.

Dennoch können Johannisbeersträucher hin und wieder von Schädlingen und Pilzkrankheiten geplagt werden. Hier erfährst Du, wie sich ein Befall äußert und was Du dagegen unternehmen kannst.

Verrieseln ist keine Krankheit

Wenn die Johannisbeersträucher nach der Blüte Früchte bilden, diese jedoch im unreifen Zustand in größeren Mengen abfallen, spricht man vom „Verrieseln“. Die Ursache für dieses Phänomen liegt meist in einer unzureichenden Befruchtung aufgrund nasskalten Wetters. Lichtmangel, Regen, Trockenheit sowie Wurzelverletzungen können ebenfalls zum Abwerfen der Früchte führen.

Typische Johannisbeer Krankheiten

Amerikanischer Stachelbeermehltau

Die Blattunterseiten an den Triebspitzen Deiner Johannisbeeren sind von einem weißen Pilzbelag überzogen? Dann leidet die Pflanze an Mehltau. Später breitet sich der Pilz auch auf den Oberseiten der Blätter aus und färbt sich nach und nach braun.

Beim Amerikanische Stachelbeermehltau (Sphaerotheca mors-uvae) handelt es sich um eine Pilzerkrankung, verursacht durch einen Pilz aus Familie des Echten Mehltaus. Die Krankheit tritt am häufigsten an Kultursorten der Stachelbeere auf. In heißen Sommern mit hoher Luftfeuchtigkeit kommt er auch bei Johannisbeeren vor.

Die Bekämpfung der Krankheit ist leider schwierig. Für Johannisbeeren gibt es zudem keine für den Privatbereich zugelassenen Spritzmittel. Schneide befallene Triebspitzen aus und vernichte sie. Lichte die Kronen der Sträucher regelmäßig aus, um einer Infektion vorzubeugen. Setze auf mehltaurestistente Sorten, damit die Krankheit sich gar nicht erst ausbreiten kann. 

Von der Schwarzen Johannisbeere sind resistente Züchtungen erhältlich, die nicht vom Amerikanische Stachelbeermehltau befallen werden. Bei Roten Johannisbeeren gibt es bisher lediglich Sorten mit guter Widerstandsfähigkeit, die nur selten befallen werden.

Brennnesselblättrigkeit

Die Blätter wirken deformiert oder missgebildet. Sie besitzen lediglich drei, manchmal gar nur eine Blattrippe. Die Blütentrauben sind ungewöhnlich lang. Griffel und Narbe ragen weiter als gewöhnlich aus den Blüten heraus. Der Ertrag ist äußerst gering oder bleibt vollständig aus.

Diese Symptome werden als Brennnesselblättrigkeit bezeichnet. Sie werden durch eine Virenerkrankung hervorgerufen, welche insbesondere die Schwarze Johannisbeere befällt. Aber auch Rote oder Weiße Sorten sind manchmal betroffen. Als Überträger gelten unter anderem Johannisbeergallmilben.

Die Krankheit lässt sich kaum bekämpfen. Schneide den Strauch radikal zurück. Alle befallenen Teile müssen entfernt werden. Tritt die Brennnesselblättrigkeit dennoch wieder auf, kommst Du nicht umhin, den Strauch zu entfernen und durch eine resistente Sorte zu ersetzen.

Blattfallkrankheit

Die Blätter Deiner Johannisbeeren sind von zahlreichen kleinen, dunklen Flecken überzogen? Dann leidet der Strauch mit großer Wahrscheinlichkeit an der Blattfallkrankheit. Mit der Zeit fließen die Flecken ineinander, das Laub wirkt gesprenkelt und beginnt zu vergilben. Die Blattränder vertrocknen und die Blätter fallen mitten in der Saison zu Boden.

Die Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis) wird durch einen Schlauchpilz hervorgerufen. Der Erreger befällt vor allem Rote und Weiße Johannisbeeren. Schwarze Sorten erkranken kaum. Bereits bei den ersten Symptomen solltest Du den Strauch rigoros zurückschneiden. Entferne sämtliche abgefallene Blätter vom Boden.

Viel einfacher als die Bekämpfung der Blattfallkrankheit, gegen die kein Pflanzenschutzmittel zugelassen ist, ist das Vorbeugen. Achte auf ausreichend große Abstände zwischen den Sträuchern und lichte die Pflanzen regelmäßig durch Schnittmaßnahmen aus. So kann die Luft zwischen den Trieben zirkulieren und das Laub trocknet nach einem Regenschauer rasch wieder ab und die Schlauchpilze können sich gar nicht erst ausbreiten.

Eine kaliumbetonte Düngung, Brennnesseljauche oder Schachtelhalmextrakt stärken die Johannisbeersträucher, sodass sie widerstandsfähiger gegen Krankheiten werden.

Kräuselkrankheit

Die Blätter Deiner Johannisbeeren kräuseln sich? Hier und da treten rötliche Blasen auf. In diesem Fall wurde der Strauch von Läusen gefallen. Die Johannisbeerblasenlaus hat sich auf Johannisbeeren spezialisiert, aber auch andere Blattläuse verschmähen die jungen Blätter nicht.

Weiter unten im Kapitel Typische Johannisbeer-Schädlinge findest Du weitere Informationen, wie Du bei einem Blattlausbefall am besten vorgehst.

Triebsterben

Die Triebe Deiner Johannisbeeren sterben schon bald nach dem Austrieb ab, einige treiben gar nicht aus. Manchmal kann es auch vorkommen, dass der Strauch erst gesund wirkt, um dann kurz vor der Ernte zu welken. Die Blätter werden gelb, die unreifen Früchte fallen ab.

Diese Krankheit wird von dem Pilz Botrytis cinera hervorgerufen. Insbesondere kurz nach den Schnittmaßnahmen hat der Erreger Gelegenheit, über die Wunden einzudringen. Entferne sofort sämtliche betroffenen Pflanzenteile und entsorge sie im Hausmüll (nicht kompostieren!). 

Schneide die Sträucher fortan möglichst im Frühherbst bei trockenem Wetter. Entferne am Strauch verbliebene Früchte, damit der Pilz nicht darin überwintern kann. 

Flechten sind ungefährlich

An älteren Triebe sind manchmal bläuliche oder gelbliche Flechten zu sehen. Dabei handelt es sich um die Verbindung eines Pilzes mit Blaualgen. Flechten selbst sind harmlos. Sie schädigen die Sträucher nicht. Treten sie jedoch in Massen auf, kann dies die Knospenbildung beeinträchtigen. Zudem überwintern Schädlinge gerne in den weichen Gebilden. Schneide den Strauch regelmäßig, dann sind Flechten kein Problem mehr.

Typische Johannisbeer-Schädlinge

Johannisbeerblasenlaus

Wenn an den Blättern Deiner Johannisbeeren rotbraune Aufwölbungen sichtbar sind, handelt es sich um einen Befall durch die Johannisbeerblasenlaus (Cryptomyzus ribis). Bei Weißen oder Schwarzen Johannisbeeren können die Blasen an den Blättern auch gelblich oder grün sein. 

Durch die Saugtätigkeit der winzigen Tiere entsteht dieses sehr auffällige Schadbild, das zum Glück dramatischer aussieht, als es ist. Die Pflanzen regenerieren sich in der Regel wieder. Ein starker Befall, kann jedoch zu Ernteeinbußen führen. Zudem dienen die durch die Johannisbeerblasenlaus verursachten Verletzungen als Eintrittspforte für Viren und Pilzsporen.

Um die Johannisbeerblasenlaus von Deinen Pflanzen fernzuhalten, solltest Du es mit der Düngung nicht übertreiben. Eine stickstofflastige Düngung macht das Pflanzengewebe weich und die Johannisbeeren dadurch attraktiver für beißende und saugende Insekten. 

Kaliumbetonte Dünger sowie selbstgemachte Brennnesseljauche, Beinwelljauche oder Schachtelhalm Extrakt festigen die Pflanzenzellen und bieten so einen gewissen Schutz vor Schädlingsbefall. Nützlinge wie zum Beispiel Singvögel helfen Dir bei der Bekämpfung der Läuse. Hänge daher im Garten Nistkästen auf.

Johannisbeergallmilbe

Sind im unbelaubten Zustand die Knospen der Sträucher vergrößert oder angeschwollen, sind die Pflanzen von der Johannisbeergallmilbe (Cecidophyopsis ribis) befallen. Bei Schwarzen Johannisbeeren sind die Knospen kugelig verdickt, bei Roten und Weißen Sorten sind sie vorne zugespitzt.

Im Inneren einer angeschwollenen Knospe können sich bis zu 20.000 der winzigen Spinnentiere befinden. Steigen im Frühjahr die Temperaturen verlassen die Tiere die Knospen und begeben sich auf Wanderschaft.

Um einem Befall vorzubeugen solltest Du widerstandsfähige Sorten pflanzen. Brich befallene Knospen sofort aus. Stark befallene Triebe solltest Du gänzlich abschneiden. 

Stachelbeerblattwespe

Die Blätter Deiner Johannisbeeren sind angefressen. Bei näherem Hinsehen entdeckst Du hellgrüne etwa 15 Millimeter lange Raupen mit schwarzen Punkten? Dann handelt es sich um einen Befall durch die Gelbe Stachelbeerblattwespe (Nematus ribesii). 

Diese Blattwespenart befällt neben Stachelbeersträuchern auch die Rote und Weiße Johannisbeere. Ab Mai legen die Weibchen ihre Eier an der Blattunterseite ab. Bereits eineinhalb Wochen später sind die Larven geschlüpft.

Einen leichten Befall stecken die Sträucher weg. Treten die Raupen jedoch in Massen auf, können sie innerhalb weniger Tage die Büsche kahl fressen. Sammle die Schädlinge rechtzeitig ab. Durchsuche dabei unbedingt auch das Innere der Büsche. Dort halten sich die Blattwespenraupen vor allem am Anfang bevorzugt auf. 

Es gibt zwar Insektizide, die gegen die Larven der Gelben Stachelbeerblattwespe wirksam sind, allerdings solltest Du der Umwelt zuliebe besser darauf verzichten.

Kirschessigfliege

Die reifen Johannisbeeren sind weich und matschig? Ihre sonst so glänzende Oberfläche wirkt matt? Zerdrücke eine Frucht. Entdeckst Du im Inneren weiße Larven, dann wurden die Beeren von der Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) befallen. Die Früchte beginnen rasch zu faulen und können nicht mehr verwertet werden.

Dieser Schädling ärgert engagierte Hobbygärtner ganz besonders, weil er es nicht auf die Blätter abgesehen hat, sonder auf die leckeren Früchte. Und das ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, wo die Ernte kurz bevorsteht. Zum Glück kannst Du vorbeugen und gegensteuern.

Lichte die Sträucher regelmäßig aus. Hänge rechtzeitig Essigfallen und Gelbtafeln um die Kirschessigfliegen anzulocken und zu fangen, bevor sie ihre Eier ablegen können.

Gartenlaubkäfer

Die Blätter Deiner Johannisbeeren vertrocknen trotz guter Pflege? Dabei kann es sich um einen Befall durch den Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola) auch Junikäfer genannt handeln. Während die adulten Käfer die Johannisbeere in Ruhe lassen, machen sich ihre Engerlinge mit Vorliebe über die Wurzeln her. Bei zahlreichem Auftreten kann dies bis zum Absterben der Johannisbeersträucher führen.

Sammle die Käfer ab sobald Du sie entdeckst. Fördere ihre natürlichen Feinde wie Igel, Spitzmäuse, Vögel und Fledermäuse im Garten. Treten die Schädlinge vermehrt auf, kannst Du sie durch spezielle Lockstofffallen, die auf den Gartenlaubkäfer abgestimmt sind, dezimieren. 

Zur Bekämpfung im Erdboden eigenen sich HM-Nematoden. Diese nützlichen Fadenwürmer lassen sich als biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel einsetzen. Ihre Larven dringen in die gefräßigen Engerlinge der Gartenlaubkäfer ein und töten sie ab.

Blattläuse

Wenn sich die Blätter der Johannisbeeren kräuseln, wellen oder gar einrollen, ist dies ein Hinweis auf die Saugtätigkeit von Blattläusen (Aphidoidea). An den Blattunterseiten und an den Triebspitzen sammeln sich schwarze, grüne oder nahezu durchscheinende Läuse, manche davon geflügelt. Die betroffenen Pflanzenteile sind von klebrigem Honigtau bedeckt. 

Bei einem heftigen Befall können zwar Blätter absterben, doch generell ist ein Blattlausbefall harmlos. Wenn Du nichts unternimmst, regelt sich das Problem meist ganz von selbst. Vögel und andere Nützlinge wie Marienkäfer dezimieren die Läuse. Sobald die Triebe nicht mehr frisch und saftig sind, verlieren die Pflanzen ihre Attraktivität für die Blattläuse.

Hier erfährst Du alles über die Bekämpfung von Blattläusen.

Frostspanner

Deine Johannisbeersträucher wurden praktisch über Nacht nahezu kahl gefressen? Entdeckst Du hellgrüne Raupen mit einem dunkelgrünen Mittelstreifen an den Blättern, die beim Kriechen einen Katzenbuckel machen, dann handelt es sich um einen Befall durch den Frostspanner. 

Die Falter legen ihre Eier im Herbst in den Ritzen der Rinde ab. Im Frühjahr schlüpfen dann die Raupen und tun sich an den frisch entfalteten Blättern gütlich. Sammle die Frostspanneraupen sofort ab. Um einen erneuten Befall zu verhindern, kannst Du Leimringe unten an den Trieben der Sträucher anbringen. Das gestaltet sich bei Johannisbeeren zwar etwas aufwendiger als bei Obstbäumen, ist aber durchaus machbar.

Hier erfährst Du wie Du Frostspanner vorbeugen und bekämpfen kannst.

Wühlmäuse

Deine Johannisbeersträucher welken plötzlich ohne ersichtlichen Grund? Zieh behutsam am Stamm einer betroffenen Pflanze. Lässt sie sich leicht aus dem Boden ziehen, weil ein Großteil der Wurzeln abgenagt wurde, dann hast Du den Beweis: Hier hat die Große Wühlmaus (Arvicola terrestris) zugeschlagen.

Die rattenähnlichen Tiere sind inklusive Schwanz bis zu 28 Zentimeter lang. Sie verbringen den Großteil ihres Lebens unter der Erde und ernähren sich von unterirdischen Pflanzenteilen. Gehe gegen den Pflanzenschädling vor, indem Du seine natürlichen Feinde förderst. Bringe Sitzstangen für Raubvögel in Deinem Garten an und errichte Reisighaufen für Marder und Wiesel.

Verzichte bei der Bekämpfung von Wühlmäusen auf Gift, welches nicht nur die lästigen Nager, abtötet sondern auch ihre Fressfeinde gefährdet. Setze lieber gezielt Drahtfallen gegen die Schermaus ein.

Hier erfährst Du, wie Du Mäuse im Garten loswirst.

 

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