Pflanzentipps

Pflanzen kostenlos: 15 ehrliche Wege zu Setzlingen, Saatgut und Stauden

Ein neuer Garten kostet schnell vierstellig, wenn du alles im Gartencenter kaufst. Selbst ein bestehendes Beet zu ergänzen — eine neue Staude hier, ein paar Setzlinge für den Gemüseteil dort — landet jedes Frühjahr im dreistelligen Bereich. Dabei sind die meisten Pflanzen schon längst da, sie wachsen nur woanders. Du musst nur wissen, wo.

Diese fünfzehn Wege sind keine Trickliste, sondern echte Routinen erfahrener Gärtnerinnen in DACH. Manche brauchen Zeit, manche Glück, alle sparen Geld — und sie machen den Garten gleichzeitig vielfältiger und widerstandsfähiger, weil du Pflanzen aus deinem direkten Klimaraum bekommst.

1. Stecklinge aus dem eigenen Garten oder von Freunden

Mehrere kleine Gläser mit Wasser auf einer Fensterbank, jeweils mit Stecklingen von Minze, Lavendel, Rosmarin und Hortensie, erste weiße Wurzeln sind sichtbar.
Ein Glas Wasser, eine Fensterbank — die einfachste Pflanzenfabrik der Welt.

Kein anderer Trick ist so wirksam wie ein Glas Wasser auf der Fensterbank. Viele Pflanzen wurzeln innerhalb von zwei bis vier Wochen, wenn du einen frischen, nicht blühenden Trieb 10 bis 15 cm lang abschneidest, die unteren Blätter entfernst und den Stiel ins Wasser stellst.

So bekommst du quasi kostenlos:

  • Kräuter: Minze, Rosmarin, Salbei, Thymian, Oregano, Pfefferminze
  • Sträucher: Hortensie, Forsythie, Holunder, Flieder, Schmetterlingsstrauch, Brautspiere
  • Beeren: Johannisbeere, Stachelbeere, Brombeere, Himbeere
  • Tomaten: ein Geiztrieb von 15 cm im Wasser bewurzelt in einer Woche und macht eine zweite Ernte möglich

Mehr Details zur Methode mit fertigen Anleitungen findest du bei uns für Hortensien, Lavendel mit Absenker und Clematis. Frag Nachbarn und Freunde — die meisten geben gerne einen Trieb von dem schönen Strauch im Vorgarten ab.

2. Eigenes Saatgut von Beet bis Tüte

Holztablett mit getrockneten Samenständen von Sonnenblume und Ringelblume, Tomatensamen auf Küchenpapier, handbeschriftete Papiertütchen.
Eigene Samen kosten nichts — und sind oft kräftiger als Saatgut aus der Tüte.

Saatgut aus dem eigenen Garten ist kostenlos und an dein Klima angepasst. Wichtig ist nur die Sortenwahl: Saatfeste oder samenfeste Sorten geben echte Nachkommen, Hybride (F1) liefern oft unbrauchbare Pflanzen.

Was ohne Aufwand klappt:

  • Tomaten (Samen vergären, trocknen, beschriften — hält 4 bis 6 Jahre)
  • Bohnen, Erbsen, Linsen (Hülsen vollständig austrocknen lassen)
  • Zucchini, Kürbis, Gurke (nur eine Sorte gleichzeitig im Garten, sonst kreuzen sie sich)
  • Ringelblume, Kornblume, Sonnenblume — alle einjährig und ergiebig
  • Kräuter: Dill, Koriander, Petersilie, Schnittlauch, Borretsch

Beschriftete Papiertütchen im trockenen Schuhkarton im Keller halten zwei bis vier Jahre. Vereine wie VEN (Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt) und Dreschflegel vermitteln dir zusätzlich seltenes saatfestes Material gegen Tausch oder Spende.

3. Stauden teilen — der Klassiker im Frühjahr

Eine Gärtnerin teilt mit einem Spaten einen großen Staudenballen — Bergenie oder Funkie — in zwei gesunde Hälften auf einem Frühjahrs-Gartenbeet.
Eine alte Staude wird zu drei jungen — und blüht hinterher kräftiger als vorher.

Viele Stauden müssen geteilt werden, sonst werden sie von innen kahl. Aus einer alten Pflanze entstehen so zwei bis fünf junge — dich oder Freunde freut das.

Klassische Kandidaten in DACH:

  • Funkien (Hosta)
  • Sonnenhut (Rudbeckia, Echinacea)
  • Storchschnabel (Geranium)
  • Astilbe, Hosta, Bergenie
  • Schwertlilie (Iris)
  • Frauenmantel
  • Sedum, Sempervivum
  • Schnittlauch, Bärlauch, Liebstöckel

Der beste Zeitpunkt ist Frühjahr (März/April) oder Spätsommer (August/September). Mit einem scharfen Spaten den Wurzelballen halbieren, beide Hälften sofort wieder einpflanzen oder verschenken — und gut wässern.

4. Pflanzentausch in der Nachbarschaft

Kleine Pflanzentauschbörse in einem Stadtgarten mit Setzlingen, Stauden und Topfpflanzen auf Tischen, handgeschriebene Schilder.
Eine Tauschbörse im Mai füllt das halbe Jahr Beet — und das halbe Gespräch unter Gärtnerinnen.

In fast jeder DACH-Stadt gibt es im Mai und September Pflanzentauschbörsen: in Schrebergärten, Stadtteilzentren, Kirchengemeinden oder Volkshochschulen. Eintritt frei, Mitbringsel willkommen.

Wer in seiner Stadt keine findet, kann selbst eine veranstalten. Eine Facebook-Veranstaltung, ein Aushang im Hofeingang, zwei Klapptische, ein Kaffee — fertig ist die Tauschbörse. Etwa fünf bis fünfzehn Leute kommen erfahrungsgemäß, und der Restbestand wandert auf einen Tisch mit Schild „Zu verschenken“.

5. Selbstaussaaten im Garten ernten

Beet im Frühjahr mit zahlreichen selbst ausgesäten Sämlingen aus Tomate, Ringelblume, Dill und Borretsch zwischen gemulchtem Boden.
Selbstaussaaten sind das Gratis-Gold im Frühlingsgarten — wenn du sie früh erkennst.

Wer ein paar Pflanzen einmal im Beet hatte, hat sie oft Jahre später noch — Pflanzen säen sich selbst aus. Im Frühjahr findest du kleine Sämlinge zwischen Mulch und Wegplatten. Mit einem Löffel ausheben und an die gewünschte Stelle umsetzen.

Notorische Selbstaussäer in DACH-Gärten:

  • Ringelblume, Borretsch, Tagetes, Akelei
  • Dill, Schnittsellerie, Bohnenkraut
  • Salat, Mangold, Asia-Salate
  • Tomaten — auf dem Komposthaufen wachsen jedes Jahr neue Pflanzen
  • Mohn, Kornblume, Kapuzinerkresse

Tipp: Markiere bekannte Sämlinge im Frühjahr mit kleinen Steinen oder Holzstäbchen, damit du sie beim Jäten nicht aus Versehen wegreißt.

6. Kleinanzeigen, nebenan.de und Co.

Holzkiste am Bürgersteig in einem Wohngebiet mit Topfpflanzen und einem handgeschriebenen Schild 'Zu verschenken'.
Kleinanzeigen, nebenan.de oder die Kiste vor dem Haus — DACH-Garten-Spenden gibt es überall.

ebay-kleinanzeigen.de, nebenan.de und Facebook-Gruppen sind voll mit „Zu verschenken: Stauden vor dem Aushub“ und „Wer holt Tomaten-Setzlinge ab?“. Such einfach mit Begriffen wie „verschenke pflanzen“, „zu verschenken stauden“, „setzlinge abzugeben“ — gerne mit Postleitzahl-Filter.

Im April und Mai sind solche Anzeigen besonders zahlreich, weil Hobbygärtnerinnen mehr Sämlinge ziehen, als sie pflanzen können.

Auch die Plattform Foodsharing vermittelt manchmal überschüssige Setzlinge aus solidarischen Landwirtschaften (Solawi) und Gärtnereien — vor allem in Großstädten gut frequentiert.

7. Sperrmüll, Bauschutt und Straßenrand

Mehrere ausgegrabene Buchsbäume und Stauden liegen am Bürgersteig vor einem umgestalteten Vorgarten, daneben eine Schubkarre und ein offener Kofferraum.
Ein umgestalteter Vorgarten ist eine Goldgrube — wenn du im richtigen Moment am Straßenrand stehst.

Wenn jemand seinen Vorgarten umgestaltet, landen die rausgerissenen Pflanzen oft am Straßenrand. Mit einer Kiste und einer Schaufel im Kofferraum bist du im Frühjahr und Herbst gut ausgerüstet. Ein höflicher Anruf beim Hauseigentümer oder Landschaftsbauer am Werk wirkt fast immer:

> „Ich sehe, ihr nehmt den Buchsbaum raus — darf ich ihn haben?“

Auf diese Weise sind schon erstaunlich viele DACH-Vorgärten neu bepflanzt worden. Aufpassen solltest du nur auf Wurzel- und Blattgesundheit — Buchsbaum-Triebsterben, Pilzbefall oder Bodenmüdigkeit nimmst du dir sonst mit nach Hause.

8. Landschaftsbau und Tiefbauunternehmen

Gesunde Sträucher, Hecken und kleine Bäume in Töpfen stehen neben einem gelben Bagger auf einer Landschaftsbau-Baustelle, im Hintergrund zwei Bauarbeiter in Warnwesten.
Was auf der Baustelle im Weg steht, landet sonst im Container — ein Anruf reicht oft.

Größere Bauunternehmen entsorgen regelmäßig gesunde Pflanzen, weil sie auf der Baustelle im Weg sind. Ein freundlicher Anruf bei der lokalen Landschaftsbau-Firma oder beim städtischen Bauhof — manchmal sogar bei einem Bauträger im Wohngebiet — bringt überraschende Treffer. Ältere Sträucher, Hecken, Stauden und sogar kleine Bäume sind so kostenlos zu haben.

Wichtig: zuverlässig sein und schnell abholen, sonst sind die Pflanzen schon im Container. Wer ein paar Mal pünktlich ist, bekommt anschließend Anrufe, weil die Firma weiß, dass sie loswird statt entsorgt.

9. Reduzierte Pflanzen aus Gartencenter und Baumarkt

Restposten-Ecke in einem Gartencenter am Saisonende mit Kisten welker Stauden und Sträucher, rote Rabattschilder im Hintergrund.
Welk heißt nicht tot — die meisten Restposten-Stauden erholen sich nach einem Rückschnitt.

Am Ende der Hauptsaison — Juni, September, November — räumen Gartencenter und Baumärkte ihre Bestände stark reduziert ab. Stauden für 1 €, Sträucher für 3 €, manchmal komplette Kisten für 5 €.

Schau auf den Etiketten und tausche kurz mit dem Verkäufer:

  • Vermeide: Pflanzen mit weißen Pilzbelägen, dunklen Wurzeln, vielen Blattflecken
  • Greif zu bei Pflanzen, die nur welk wirken, aber gesunde Wurzeln zeigen — die meisten erholen sich nach Rückschnitt und gründlichem Wässern

Tipp: Frag explizit nach „Restposten“ oder „Pflanzen, die rausmüssen“. Viele Filialen geben sie für einen symbolischen Preis ab, bevor sie sie wegwerfen.

10. Botanische Gärten, Universitäten und Schaugärten

Pflanzenmarkt im botanischen Garten mit langen Holztischen voller beschrifteter Staudentöpfe und Saatguttüten, eine Kreidetafel zeigt Preise.
Botanische Gärten verkaufen ihre Überschüsse einmal im Jahr — meist für ein paar Cent pro Topf.

Botanische Gärten in DACH (z. B. Berlin, München, Wien, Zürich) verkaufen einmal jährlich überschüssige Stauden, Stecklinge und Saatgut zu sehr niedrigen Preisen, oft zum Selbstkostenpreis. Termine findest du auf den Websites unter „Pflanzenmarkt“ oder „Pflanzenbörse“.

Universitäten und Fachhochschulen mit gartenbaulicher Ausbildung führen ähnliche Verkäufe, weil Versuchsanbauten am Ende des Semesters geräumt werden. Wer dort einmal angemeldet ist, bekommt jedes Jahr eine Einladungs-Mail.

11. Vereine: Gartenbauverein, Imker, NABU, BUND

Kleiner Pflanzenmarkt eines Gartenbauvereins mit Klapptischen voller handbeschrifteter Stauden und Setzlinge, eine Kasse mit Münzgeld, plaudernde Vereinsmitglieder.
Vereine verkaufen, was sie selbst gezogen haben — inklusive Sortenwissen und Anbau-Tipp.

Lokale Gartenbauvereine und Kleingärtner-Vereine veranstalten regelmäßig Pflanzenmärkte. Mitglieder bringen mit, was sie übrig haben — oft für 50 Cent bis 2 €. NABU– und BUND-Gruppen verkaufen vor allem heimische Wildstauden und insektenfreundliche Pflanzen.

Die Bezugsquelle ist auch deshalb gut, weil du die Pflanzen direkt von der Person bekommst, die sie gezogen hat — inklusive Anbau-Tipps und Sortenwissen.

12. Saatgut-Bibliotheken und Tauschregale

Saatgut-Bibliothek in einer öffentlichen Bücherei: Holzschrank im Karteikasten-Stil mit kleinen Schubladen voller handbeschrifteter Saatguttütchen, ein hölzernes Leihregister liegt oben.
Samen leihen, vermehren, zurückgeben — der Kreislauf, den Büchereien neu erfunden haben.

In immer mehr DACH-Städten gibt es Saatgut-Bibliotheken in öffentlichen Büchereien. Du leihst Samen, ziehst Pflanzen, erntest neues Saatgut und gibst etwas zurück. Beispiele: Saatgut-Bibliothek der Stadtbibliothek Dortmund, Berlin, Köln, Wien, Zürich. In Schweizer Kommunen oft als „Saatgut-Tauschbörse“ beim Coop oder im Quartier.

Auch Hochschul-Initiativen wie VERN e. V. und das Brandenburger Saatgut-Netzwerk geben gegen geringe Schutzgebühr seltene Sorten ab.

13. Wildpflanzen — aber nur mit Augenmaß

Hände heben mit einem kleinen Spaten vorsichtig eine einzelne Wildpflanze am Waldrand aus, eine Papiertüte liegt daneben.
Wildpflanzen aus der Natur — nur mit Erlaubnis und gut überlegt, nicht alles ist legal.

Wildpflanzen aus der Natur ausgraben ist in DACH rechtlich heikel. Im Bundesnaturschutzgesetz (§ 39) ist klar geregelt: Wildpflanzen darfst du in geringen Mengen für den Eigenbedarf entnehmen — nicht aus Naturschutzgebieten, nicht von geschützten Arten, nicht aus Privatbesitz ohne Erlaubnis.

Was meistens unproblematisch ist:

  • Bärlauch vom Waldrand (Vorsicht: Verwechslungsgefahr mit Maiglöckchen)
  • Brennnessel, Giersch, Vogelmiere als Wildkräuter
  • Spitzwegerich, Schafgarbe, Wegwarte aus Wegrändern

Erhaltenswerte Wildstauden wie Schlüsselblume, Königskerze oder Orchideen sind streng geschützt und dürfen nicht entnommen werden. Im Zweifel beim örtlichen Forstamt fragen — oft bekommst du sogar offizielle Hinweise auf legale Sammelstellen.

14. Geschenke gezielt steuern

Eingewickeltes Geburtstagsgeschenk auf einem Holztisch: eine kleine Christrose im Topf mit handgeschriebenem Anhänger, daneben ein Gutschein-Umschlag und frisches Grün.
Wer Pflanzen liebt, sollte sich welche schenken lassen — Wunschzettel statt Vasen-Roulette.

Wer Pflanzen liebt, sollte sich auch welche schenken lassen. Statt schlecht passender Bücher oder noch einer Vase: „Bitte einen Gutschein vom örtlichen Staudenversand“ wirkt Wunder zu Geburtstag und Weihnachten.

Auch konkrete Wünsche („Ich suche eine Christrose für den Vorgarten“) helfen Schenkenden — und vermeiden, dass du am Ende ein Pflanzenbeet voller Mini-Topfrosen aus dem Supermarkt hast.

15. Baumpflanz-Programme statt Arbor Day Foundation

Junger Apfelbaum-Setzling wurzelnackt neben einem frisch ausgehobenen Pflanzloch auf einer Wiese, daneben ein hölzerner Stützpfahl und eine Gießkanne.
Setzlinge aus Vereinsprogrammen kosten oft nichts — nur die Pflegezusage über die ersten Jahre.

In Deutschland gibt es zwar nicht die US-amerikanische Arbor Day Foundation, dafür aber viele lokale Alternativen:

  • Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) verteilt jährlich tausende Setzlinge an Schulen und Vereine.
  • NABU-Streuobstwiesen-Initiativen geben Hochstamm-Apfelbäume gegen Pflegezusage ab.
  • Viele Kommunen vergeben Stadtbäume zur Patenschaft — du pflanzt einen Baum auf städtischem Grund, bekommst die Pflanze kostenlos, der Baum bleibt öffentlich.
  • „Plant for the Planet“ und ähnliche NGOs versenden in manchen Programmen Setzlinge gegen geringe Schutzgebühr.

In Österreich und der Schweiz machen Vereine wie Bergwaldprojekt und Pro Natura ähnliche Aktionen.

So bleibt der Tausch nachhaltig

Zwei Nachbarinnen reichen sich über einen Gartenzaun einen kleinen Kräutertopf und ein Saatgut-Tütchen, beide in legerer Gartenkleidung, blühender Garten im Hintergrund.
Geben ist die andere Hälfte des Tausches — sonst trocknet der Kreislauf nach einer Saison aus.

Wer Pflanzen kostenlos bekommt, sollte nicht im Stillen sammeln. Gib zurück, was du übrig hast: einen Trieb für die Nachbarin, einen Sämling für die Kollegin, ein Tütchen Saatgut in die nächste Tauschbörse. So entsteht ein Kreislauf, der den ganzen Stadtteil mit Pflanzen versorgt — und nebenbei sind die schönsten Gartengespräche meist beim Tauschen.

Hygiene ist die einzige echte Regel: Pflanzen mit sichtbaren Krankheiten (Pilze, Wurzelfäule, Bakterienbefall) bleiben zu Hause. Eine kranke Pflanze über die Tauschbörse weiterzugeben, ist der schnellste Weg, ein ganzes Stadtviertel mit Buchsbaumzünsler oder Falschem Mehltau zu infizieren.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit für Pflanzentauschaktionen?

In DACH: Mitte April bis Mitte Mai für Sämlinge und einjähriges Gemüse, August bis September für Stauden und Wurzelteilungen, Oktober für Zwiebeln und Saatgut. Im Winter ist im Garten Pause — dafür sind Saatgut-Tauschbörsen in dieser Zeit aktiv.

Kann ich Stecklinge auch aus dem Supermarkt-Strauß ziehen?

Bei einigen Pflanzen ja: Eustoma, Chrysantheme, Rose, Hortensie. Bei den meisten Schnittblumen sind die Stiele aber so kurz, dass sie schlecht wurzeln, oder sie sind mit Wachstumsstoppern behandelt. Versuch macht klug — schaden kann es nicht.

Was, wenn ich keinen Garten habe, aber Pflanzen tauschen will?

Balkon-Tausch funktioniert genauso. Kräuter, Erdbeeren, Pelargonien, Sukkulenten und Zimmerpflanzen sind die Hauptware. In Mietshausgärten und Gemeinschaftsgärten (z. B. Prinzessinnengarten Berlin) gibt es eigene Tauschpunkte.

Wie erkenne ich, ob eine geschenkte Pflanze gesund ist?

Wurzelballen aus dem Topf heben: helle, faserige Wurzeln = gesund; matschig-braune, muffig riechende Wurzeln = wegwerfen. Blätter umdrehen: Spinnmilben, Wollläuse oder helle Sporen-Punkte = Pflanze nicht in den eigenen Garten mitnehmen.

Lohnt sich der Aufwand wirklich?

Für reine Zeit-pro-Pflanze gerechnet: ja deutlich, wenn du viele Pflanzen brauchst. Für einzelne Spezialpflanzen ist der Gartencenter-Kauf oft schneller. Die meisten Gärtnerinnen kombinieren — Stecklinge und Saatgut selbst, ausgewählte Stauden gekauft.

Quellen und weiterführende Infos

  • VEN e. V. — Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (Saatgut-Tausch).
  • BUND Naturschutz und NABU — heimische Wildstauden und Streuobstwiesen.
  • Bundesnaturschutzgesetz § 39: Allgemeiner Schutz wild lebender Pflanzen.
  • Mein schöner Garten: Stauden teilen — Anleitung Frühjahr und Herbst.
  • Plantopedia: Stecklinge ziehen — Übersicht je Pflanzengattung.

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Foto des Autors

Ich habe das Projekt Pflanzentanzen ins Leben gerufen, weil ich mich gerne im Garten & auf dem Balkon als Hobby-Gemüse-Gärtner austobe. Am liebsten nerve ich meine Freundin damit, unseren Balkon mit Tomaten, Chillies und Snackgurken zu verwuchern.

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