Schnellwachsende Bodendecker – Diese wachsen schneller als Unkraut
Welche Bodendecker schließen eine Fläche in ein bis drei Jahren? 11 lieferbare Arten nach Standort sortiert, mit Pflanzenbedarf je Quadratmeter.

Bodendecker sollen eine Fläche dicht schließen, damit dort kein Unkraut mehr hochkommt und nicht mehr gejätet werden muss. Die Frage ist nur, wie lange das dauert. Zwischen der schnellsten und der langsamsten Art in diesem Artikel liegen drei Jahre.
Deshalb steht bei jeder Pflanze, wie viele Exemplare je Quadratmeter nötig sind und wann die Fläche dicht ist. Beides sind Richtwerte für normale Bedingungen — auf gutem Boden mit ausreichend Wasser geht es schneller, unter alten Bäumen langsamer.
Alle elf Arten haben wir bei unseren Partnergärtnereien auf Lieferbarkeit geprüft. Warum es nur elf sind und nicht wie früher 36, steht weiter unten.
Die elf Arten im Überblick
| Pflanze | Standort | Höhe | Pflanzen je m² | dicht nach |
|---|---|---|---|---|
| Scharfer Mauerpfeffer | vollsonnig | 5 bis 15 cm | 12 bis 16 | einer Saison |
| Rote Mittagsblume | vollsonnig | 10 bis 15 cm | 8 bis 10 | einer Saison |
| Feldthymian | sonnig bis leicht halbschattig | 3 bis 10 cm | 10 bis 12 | zwei Jahren |
| Storchschnabel | sonnig bis schattig | 25 bis 35 cm | 7 bis 9 | zwei Jahren |
| Hängepolster-Glockenblume | sonnig bis halbschattig | 10 bis 15 cm | 7 bis 9 | ein bis zwei Jahren |
| Teppich-Phlox | sonnig | 10 bis 15 cm | 9 bis 11 | zwei bis drei Jahren |
| Zwergmispel | sonnig bis halbschattig | 20 bis 30 cm | 4 bis 5 | zwei bis drei Jahren |
| Kriech-Wacholder | vollsonnig | 20 bis 40 cm | 2 bis 3 | drei bis vier Jahren |
| Dickmännchen | halbschattig bis tiefschattig | 15 bis 25 cm | 10 bis 12 | drei Jahren |
| Kleines Immergrün | halbschattig bis schattig | 10 bis 20 cm | 10 bis 12 | zwei bis drei Jahren |
| Teppich-Golderdbeere | halbschattig bis schattig | 10 bis 15 cm | 7 bis 9 | zwei Jahren |
Sonnig und trocken — Kiesflächen, Mauerkronen, Südhang
Hier scheitern die meisten Bodendecker nicht am Licht, sondern am Wasser. Die drei folgenden Arten speichern es selbst und kommen mit magerem, durchlässigem Boden aus. Auf schwerem, feuchtem Lehm gehen sie dagegen ein.
Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre)
- Standort: vollsonnig, verträgt pralle Hitze
- Boden: mager, sandig, durchlässig — Staunässe tötet ihn
- Wuchshöhe: 5 bis 15 cm
- Pflanzen je m²: 12 bis 16
- Fläche dicht nach: einer Saison
- Zu bedenken: Nicht trittfest. Auf nährstoffreichem Boden wächst er weich und fault im Winter.
📌 Pin itDer Scharfe Mauerpfeffer ist der schnellste Bodendecker für Stellen, an denen sonst nichts wächst: Schotter, Mauerkronen, die Fuge zwischen Terrasse und Hauswand. Er wurzelt an jedem Trieb, der den Boden berührt, und schließt eine Fläche dadurch schon im ersten Jahr.
Sein Vorteil ist zugleich seine Grenze: Er braucht Armut. Wer den Boden vorher düngt oder Kompost einarbeitet, bekommt lange, weiche Triebe, die im ersten nassen Winter faulen. Auf gutem Gartenboden ist er die falsche Wahl.
Rote Mittagsblume (Delosperma cooperi)
- Standort: vollsonnig
- Boden: sandig, kiesig, unbedingt durchlässig
- Wuchshöhe: 10 bis 15 cm
- Pflanzen je m²: 8 bis 10
- Fläche dicht nach: einer Saison
- Zu bedenken: Winterhart bis etwa −15 °C, aber nur bei trockenem Stand. Nässe im Winter ist gefährlicher als Frost.
📌 Pin itDie Mittagsblume blüht von Juni bis in den Oktober in einem Pink, das man kaum übersieht — und sie tut das genau dort, wo im Hochsommer alles andere vertrocknet. Ihre dickfleischigen Blätter speichern Wasser, gegossen werden muss sie praktisch nie.
Der kritische Punkt ist der Winter, nicht der Sommer. Nicht die Kälte bringt sie um, sondern stehende Nässe. Auf einer leichten Schräge oder mit einer Schicht Splitt unter der Pflanze übersteht sie deutlich mehr als auf ebenem Lehm.
Feldthymian (Thymus serpyllum)
- Standort: sonnig bis leicht halbschattig
- Boden: mager, kalkhaltig, trocken
- Wuchshöhe: 3 bis 10 cm
- Pflanzen je m²: 10 bis 12
- Fläche dicht nach: zwei Jahren
- Zu bedenken: Verträgt gelegentliches Betreten, aber keinen täglichen Weg.
📌 Pin itFeldthymian ist der einzige aus dieser Gruppe, den man gelegentlich betreten darf — und der dabei auch noch duftet. Von Juni bis August steht er so dicht in Blüte, dass die Fläche summt; für Wildbienen ist er eine der ergiebigsten Trachtpflanzen überhaupt.
Er wächst langsamer als Mauerpfeffer und Mittagsblume. Dafür bleibt er über Jahre dicht, ohne von innen heraus zu verkahlen. Ein Rückschnitt nach der Blüte hält ihn kompakt.
Soll die Fläche wirklich begangen werden, führt der Weg über andere Arten — die stehen in unserem Artikel zu trittfesten immergrünen Bodendeckern.
Sonnig bis halbschattig — normale Gartenböden, Hänge, große Flächen
Die größte Gruppe, und die mit den robustesten Arten. Hier geht es meist um Fläche: einen Hang, der nicht gemäht werden kann, einen Streifen entlang der Auffahrt, das Beet unter der Hecke.
Storchschnabel (Geranium macrorrhizum)
- Standort: sonnig bis schattig — die größte Spannbreite im Feld
- Boden: fast jeder, auch trocken unter Bäumen
- Wuchshöhe: 25 bis 35 cm
- Pflanzen je m²: 7 bis 9
- Fläche dicht nach: zwei Jahren
- Zu bedenken: Der Wurzelfilz macht Nachpflanzungen schwer. Vorher überlegen, wo Zwiebeln hinsollen.
📌 Pin itWenn eine Fläche nur eine einzige Pflanze bekommen soll, dann diese. Der Balkan-Storchschnabel ist der zuverlässigste Bodendecker für deutsche Gärten: Er wächst in der Sonne und im Schatten, auf gutem Boden und im Wurzeldruck unter alten Bäumen, wo sonst nur nackte Erde bleibt.
Sein Laub bildet einen so dichten Filz, dass Unkraut kaum durchkommt. Im Herbst färbt es sich rot, ein Teil bleibt über den Winter stehen. Zerreibt man ein Blatt, riecht es harzig — Schnecken und Rehe meiden ihn deshalb weitgehend.
Er war in der früheren Fassung dieses Artikels nicht enthalten. Das war eine Lücke: Kaum eine andere Art deckt so viele Situationen ab.
Hängepolster-Glockenblume (Campanula poscharskyana)
- Standort: sonnig bis halbschattig
- Boden: durchlässig, nicht zu nährstoffreich
- Wuchshöhe: 10 bis 15 cm
- Pflanzen je m²: 7 bis 9
- Fläche dicht nach: ein bis zwei Jahren
- Zu bedenken: Sät sich willig aus. In Fugen und Mauern erwünscht, im Staudenbeet lästig.
📌 Pin itVon allen blühenden Bodendeckern breitet sich diese Glockenblume am schnellsten aus. Von Mai bis Juli liegt die Fläche unter einem durchgehenden violetten Teppich, danach blüht sie in Schüben weiter.
Sie hängt über Kanten — auf einer Trockenmauer, an einer Treppenwange oder über dem Rand eines Hochbeets kommt sie am besten zur Geltung. Dass sie sich versamt, ist dort ein Vorteil: Sie besiedelt Fugen von selbst.
Teppich-Phlox (Phlox subulata)
- Standort: sonnig
- Boden: durchlässig, eher mager
- Wuchshöhe: 10 bis 15 cm, mit Blüte bis 20 cm
- Pflanzen je m²: 9 bis 11
- Fläche dicht nach: zwei bis drei Jahren
- Zu bedenken: Verkahlt nach einigen Jahren von innen. Rückschnitt direkt nach der Blüte beugt vor.
📌 Pin itDer Teppich-Phlox liefert im April und Mai die dichteste Blüte, die ein Bodendecker zustande bringt — auf ein paar Wochen ist die Fläche vollständig zu. Danach bleibt ein nadelartiges, immergrünes Polster.
Er wächst langsamer als die Glockenblume und braucht daher mehr Pflanzen je Quadratmeter. Wichtig ist der Rückschnitt gleich nach der Blüte: Bleibt er aus, verkahlt das Polster nach drei bis vier Jahren in der Mitte.
Zwergmispel (Cotoneaster dammeri)
- Standort: sonnig bis halbschattig
- Boden: anspruchslos, verträgt Trockenheit
- Wuchshöhe: 20 bis 30 cm
- Pflanzen je m²: 4 bis 5
- Fläche dicht nach: zwei bis drei Jahren
- Zu bedenken: Gehölz, kein Kraut — einmal eingewachsen kaum noch zu entfernen. Feuerbrand-anfällig.
📌 Pin itDie Zwergmispel ist die Wahl für große Flächen, bei denen es vor allem darum geht, dass dauerhaft Ruhe einkehrt: Böschungen, Parkplatzränder, der Streifen zwischen Zaun und Weg. Sie bleibt immergrün, trägt ab September rote Beeren und braucht dank ihrer Größe nur vier bis fünf Pflanzen je Quadratmeter.
Sie ist ein Gehölz. Das heißt: Was einmal steht, bleibt. Für ein Staudenbeet, das sich noch ändern soll, ist sie deshalb ungeeignet.
Kriech-Wacholder (Juniperus horizontalis)
- Standort: vollsonnig — im Schatten verkahlt er
- Boden: durchlässig, trocken bis frisch
- Wuchshöhe: 20 bis 40 cm, Breite bis 2 m
- Pflanzen je m²: 2 bis 3
- Fläche dicht nach: drei bis vier Jahren
- Zu bedenken: Der langsamste in dieser Liste. Alle Pflanzenteile sind giftig.
📌 Pin itDer Kriech-Wacholder braucht am längsten, hält dafür am längsten. Ist die Fläche einmal geschlossen, kommt jahrzehntelang nichts mehr durch, und im Winter sieht sie aus wie im Sommer.
In den ersten beiden Jahren muss zwischen den Pflanzen gejätet werden — sonst besetzt Unkraut die Lücken, bevor der Wacholder sie schließt. Eine Mulchschicht überbrückt diese Zeit. Wer schneller ein Ergebnis will, ist bei der Zwergmispel besser aufgehoben.
Halbschatten bis Schatten — unter Bäumen und Sträuchern
Der schwierigste Standort: wenig Licht, dazu Wurzeldruck und trockener Boden. Die drei folgenden Arten sind genau dafür gemacht. Wer eine schattige Fläche vollständig planen will, findet mehr in unserer Liste der Pflanzen, die im Schatten wachsen.
Dickmännchen (Pachysandra terminalis)
- Standort: halbschattig bis tiefschattig
- Boden: humos, frisch, sauer bis neutral
- Wuchshöhe: 15 bis 25 cm
- Pflanzen je m²: 10 bis 12
- Fläche dicht nach: drei Jahren
- Zu bedenken: Braucht die ersten zwei Jahre Geduld und gleichmäßige Feuchte. Kalkboden mag er nicht.
📌 Pin itDas Dickmännchen ist der Standard für die dunklen Stellen, an denen Rasen aufgibt: Nordseite, unter Koniferen, hinter dem Haus. Es bleibt immergrün und bildet nach ein paar Jahren eine so geschlossene Decke, dass Jäten entfällt.
Es startet langsam. Im ersten Jahr passiert oberirdisch fast nichts, im zweiten wenig — erst danach läuft es. Wer diese Zeit überbrücken will, mulcht dazwischen. Der häufigste Fehler ist, in dieser Phase aufzugeben und etwas anderes zu pflanzen.
Kleines Immergrün (Vinca minor)
- Standort: halbschattig bis schattig, verträgt auch Sonne
- Boden: humos, frisch, anspruchslos
- Wuchshöhe: 10 bis 20 cm
- Pflanzen je m²: 10 bis 12
- Fläche dicht nach: zwei bis drei Jahren
- Zu bedenken: Alle Pflanzenteile sind giftig. Ranken wurzeln überall an — es geht über Beetkanten hinweg.
📌 Pin itDas Kleine Immergrün wächst schneller als das Dickmännchen und ist beim Boden genügsamer. Seine Ranken legen sich flach auf die Erde und wurzeln an den Knoten — so erobert es die Fläche von selbst, ohne dass nachgepflanzt werden muss.
Ab April blüht es blau, in Sorten auch weiß, und zwar über Wochen. Das Laub ist glänzend und bleibt den Winter über stehen.
Es hält sich nicht an Beetkanten. An eine Rasenfläche grenzend braucht es eine Wurzelsperre oder regelmäßiges Abstechen.
Teppich-Golderdbeere (Waldsteinia ternata)
- Standort: halbschattig bis schattig
- Boden: normal, verträgt Trockenheit unter Bäumen
- Wuchshöhe: 10 bis 15 cm
- Pflanzen je m²: 7 bis 9
- Fläche dicht nach: zwei Jahren
- Zu bedenken: Bei anhaltender Sommertrockenheit zieht sie teilweise ein und treibt später wieder aus.
📌 Pin itDie Golderdbeere ist die schnellste der drei Schattenarten und die unkomplizierteste. Sie läuft über Ausläufer und schließt die Fläche meist im zweiten Jahr — deutlich früher als das Dickmännchen.
Im April und Mai blüht sie gelb, das erdbeerartige Laub bleibt bis in den Winter. Unter Sträuchern und an Gehölzrändern hält sie auch dem Wurzeldruck stand, mit dem viele Stauden nicht zurechtkommen.
Warum nur elf Pflanzen?
Die frühere Fassung dieses Artikels stellte 36 Arten alphabetisch vor — von Andenpolster bis Zwergmispel. Wer eine kahle Fläche vor sich hat, ist damit nicht schneller am Ziel, sondern nur ratloser. Und ein Teil dieser Pflanzen hielt das Versprechen im Titel nicht.
Zu langsam für schnelles Schließen: Hauswurz, Silberwurz, Andenpolster, Haselwurz und Elfenblume. Alles gute Pflanzen — aber sie brauchen vier Jahre und mehr, bis eine Fläche wirklich zu ist.
Keine Bodendecker, sondern Sträucher und hohe Stauden: Fingerstrauch (bis 130 cm), Hohes Johanniskraut (bis 150 cm), Byzantinischer Wollziest (bis 80 cm) und Katzenminze (bis 75 cm). Sie decken den Boden nicht, sie stehen darauf.
Nicht sicher winterhart: Strand-Silberkraut ist einjährig, der Blaue Bubikopf übersteht nur milde Winter zuverlässig.
Für Fugen statt für Flächen: Sternmoos, Fiederpolster und Teppich-Verbene gehören zwischen Pflastersteine, nicht auf ein Beet. Dazu haben wir einen eigenen Artikel über Bodendecker zwischen Pflastersteinen.
Wie viele Pflanzen brauche ich?
Die Spalte mit dem Bedarf je Quadratmeter ist keine Geschmacksfrage, sondern Rechengröße: Sie ergibt sich aus der Breite, die eine Pflanze nach zwei bis drei Jahren erreicht.
Für 10 m² Fläche bedeutet das etwa 120 Mauerpfeffer, aber nur 25 Kriech-Wacholder. Wer bei der schnelleren Art spart und weiter auseinander pflanzt, verlängert die Zeit bis zur geschlossenen Decke — und jätet in dieser Zeit.
Vor dem Pflanzen die Fläche wirklich frei machen. Wurzelunkräuter wie Giersch oder Quecke wachsen durch jeden Bodendecker hindurch, und danach sind sie zwischen den Pflanzen nicht mehr herauszubekommen. Das ist der häufigste Grund, warum eine Fläche später doch wieder Arbeit macht.
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