Pflanzentipps

Ungewollte Pilze im Hochbeet – Gründe & Lösungen

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Pilze wachsen fast überall. Ihre Sporen werden durch die Luft übertragen und setzen sich überall fest. Wenn sie ins Erdreich gelangen und die Bedingungen für sie günstig sind, bilden sie Myzelfäden, aus denen die pilzartigen Fruchtkörper wachsen. Günstige Bedingungen sind für Pilze das Vorhandensein von Nahrung, Wärme und Feuchtigkeit.

Da alle diese Faktoren im Hochbeet vorzufinden sind, haben also Pilze im Hochbeet ideale Wachstumsbedingungen.

Gründe, warum ungewollte Pilze im Hochbeet sind

Es gibt verschiedene Gründe, warum ungewollte Pilze im Hochbeet auftauchen, was allerdings nicht verwunderlich ist, da Pilzsporen sehr weit verbreitet sind und im Hochbeet ideale Wachstumsbedingungen für Pilze herrschen. Die folgenden Faktoren können dazu beitragen, dass Pilze im Hochbeet wachsen:

Verwendung herkömmlicher Blumenerde

In jeder herkömmlichen Blumenerde befinden sich Pilzsporen. Wenn die Erde in ein Hochbeet gegeben wird, finden diese Pilzsporen ideale Wachstumsbedingungen vor und fangen an, Myzelfäden zu bilden, aus denen dann später die Fruchtkörper, also die Pilze entstehen.

Staunässe nach verregneten Sommermonaten

Wenn es im Hochbeet nach langem Regen im Sommer zu Staunässe kommt, haben die Pilzsporen ebenfalls ideale Wachstumsbedingungen, nämlich Wärme und Feuchtigkeit.

Schattige Standorte

Pilze wachsen auch gerne an schattigen Standorten mit ausreichend Wärme und Feuchtigkeit. Die Pflanzen im Hochbeet bieten diesen Schatten, sodass die Pilze gerne unter den Pflanzen vorkommen.

Schwere, nährstoffarme Böden

Auch schwere, nährstoffarme Erde fördert das Wachstum von Pilzen.

Abgestorbene Holzstückchen in der Erde

In Pflanzenerde befinden sich oft abgestorbene Holzstückchen. Diese bieten den Pilzen Nahrung. Sie helfen, diese zu zersetzen und Humus daraus zu bilden.

Lösungen, ungewollte Pilze im Hochbeet zu bekämpfen und loszuwerden

Pilze in feuchter Hochbeeterde

Treten im Hochbeet Schimmelpilze auf, müssen diese auf jeden Fall entfernt werden. Normale Sporenpilze, die auch im Wald oder auf Wiesen zu finden sind, müssen nur bekämpft werden, wenn sie optisch störend empfunden werden.

Sie sind weder für die Gemüsepflanzen noch für Menschen und Tiere gefährlich. Allerdings sind sie auch nicht zum Verzehr geeignet. Wenn Kinder und Haustiere sich um das Hochbeet herum bewegen, empfiehlt es sich, die Pilze zu entfernen.

Du solltest allerdings wissen, dass es kaum möglich ist, Pilze ganz zu entfernen, da sich ihre Sporen durch Regen und Insekten verbreiten und sich im Boden festsetzen.

Die Pilzbekämpfung kann folgendermaßen vonstattengehen:

Erde auflockern

Lockere das Substrat in Deinem Hochbeet regelmäßig auf. Benutze dazu eine Gabel, damit Du die Pflanzen nitcht beschädigst. Die Myzels der Pilze werden durch das Auflockern der Erde gehindert, sich weiterzuverbreiten.

Drainagesystem installieren

Installiere Drainagen gegen Staunässe. Wenn die Feuchtigkeit aus dem Hochbeet gut abgeleitet wird, verschlechtern sich durch die fehlende Nässe die Lebensbedingungen der Pilze und sie werden sich nicht weiter ausbreiten.

Steinmehl oder feinen Sand auf dem Hochbeet ausstreuen

Auch Steinmehl und feiner Sand halten den Boden trockener. Die Pilze können sich aufgrund fehlender Feuchtigkeit nicht mehr so stark ausbreiten.

Holzstücke aus dem Beet entfernen

Die Holzstücke in der Erde sind ein geeigneter Nährboden für Pilzsporen. Werden sie entfernt, wird den Pilzen die Nahrung entzogen und sie sterben ab.

Pilze ausgraben

Entferne den Pilz möglichst samt den Myzelfäden. Es wird Dir nicht gelingen, alles zu entfernen, aber wenn ein großer Teil der Pilze entfernt ist, verschwinden sie meist ganz.

Wann sind Pilze giftig?

Eine Schädigung durch ungewollt Pilze im Hochbeet kann ausgeschlossen werden, solange diese nicht direkt auf Deinen Pflanzen wachsen. Die meisten Pilzarten verwerten nur die Nährstoffe im Boden.

Die in ihrer Nähe wachsenden Pflanzen werden dadurch nicht giftig und auch sonst nicht geschädigt.

Welche Pilzarten gibt es im Hochbeet?

Echter Mehltau: Stachelbeeren, Kürbisse und Johannisbeeren sind anfällig für diesen Pilz. Er überzieht die Blätter der Pflanzen mit weißem Mehltau. Die Pflanze sollte gesund gehalten werden und nur an den Wurzeln bewässert werden, um den Befall zu bekämpfen. Pflanze Sorten, die gegen den Pilz resistent sind.

Botrytis: Dieser Pilz verursacht auf Erdbeeren und Salat einen Grauschimmel, der zum Verfaulen und Absterben der Pflanze führt. Das befallene Material muss vollständig entfernt werden.

Kohlhernie: Diese Pilze befallen Kohl-Arten. Ihr Wurzelsystem schwillt an, was zum Absterben der Pflanze führt. Es gibt Arten, die dagegen resistent sind. Eine Erhöhung des pH-Wertes des Bodens kann helfen, denn der Befall ist in saurem Boden meist schlimmer. Auch Fruchtfolge kann dazu beitragen, das Problem zu reduzieren, wenn die Kohlpflanzen in einem Boden angepflanzt werden, wo der Pilz nicht vorkommt.

Zwiebel-Weißfäule: Befall mit diesem Pilz führt dazu, dass das Laub von Zwiebeln, Knoblauch oder Lauch braun wird und verwelkt. Der Pilz kann im Boden über Jahre aktiv sein. Daher sollte, wenn ein Befall festgestellt wird, der Boden im Hochbeet ausgetauscht werden. Alternativ können andere Pflanzen angebaut werden.

Rost:Rost befällt eine Reihe von Pflanzen. Dabei bilden sich kleine orangefarbene Pusteln auf den Blättern und Stängeln. Befallene Pflanzenteile sollten sofort entfernt werden, damit der Rost sich nicht weiter ausbreitet. Eine Fruchtfolge kann helfen, das Problem zu beseitigen. Außerdem solltest Du dafür sorgen, dass die Pflanze viel Sonnenlicht erhält.

Krautfäule: Krautfäule kommt hauptsächlich bei Kartoffeln und Tomaten vor. Sie zeigt sich dadurch, dass die Blätter der Pflanzen braun werden und verwelken. Die Pflanze stirbt schließlich ab. Befallene Tomatenpflanzen sollten sofort entsorgt werden. Bei Kartoffeln kann das Laub zurückgeschnitten werden, wenn der Befall frühzeitig erkannt wird. Dadurch wird ein Befall der Kartoffel selbst verhindert.

Sporenpilze: Dann gibt es einige Pilze, die sich durch Sporen im Boden verbreiten. Sie bilden in der Erde Myzels, aus denen sich Fruchtkörper entwickeln, die sichtbaren Pilze. Diese sind ungefährlich für die Pflanzen. Sie sind lediglich ein Schönheitsfehler im Hochbeet.

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Es gibt kaum etwas Befriedigenderes für mich, als nach einem langen Tag im Garten die Erde unter meinen Fingernägeln zu spüren. Mein Garten ist mein Ruhepol, meine Kreativwerkstatt und manchmal auch mein kleines Chaos. Bei „Pflanzentanzen“ teile ich all die kleinen Freuden und Herausforderungen, die das Gärtnern mit sich bringt. Bist du bereit, mit mir auf diese grüne Reise zu gehen?

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