Rhododendron schneiden – Wann & Wie?

Rhododendren müssen nicht zurückgeschnitten werden, um im Garten eine gute Figur zu machen. Die Moorbeetpflanzen verzücken mit ihrem attraktiven Wuchs, der im Alter noch schöner wird. Dennoch gibt es einige Gründe, um zur Schere zu greifen. Hier erfährst Du, wie Du bei Jungpflanzen einen schönen Aufbau förderst und wie Du vergreiste Rhododendren wieder in Form bringst.

Schnittmaßnahmen an Rhododendren

Formschöne Gestalt

Rhododendren bauen sich ganz ohne gärtnerische Unterstützung zu wohlgeformten Pflanzen auf. Du musst nicht die Gartenschere ansetzen – die Gehölze haben von Natur aus einen kompakten Wuchs. Damit zählen sie zu den Gewächsen, die ohne einen regelmäßigen Rückschnitt auskommen. Das spart Hobbygärtnern eine Menge Arbeit und Zeit. 

Rhododendron ausbrechen

Nach der Blüte im Frühjahr verbleiben die vertrockneten Blütenstände an den Pflanzen. Mit ihrer braunen Färbung sehen die abgeblühten Pflanzenteile nicht besonders attraktiv aus. Von selbst fallen sie nicht ab, sondern bilden Samen. Das raubt der Pflanze Energie und kann dazu führen, dass sich der Strauch aussät. 

Aus diesen Gründen empfiehlt es sich, die verblühten Blütenstände zu entfernen. Dazu ist keine Schere notwendig. Brich die welken Blüten einfach mit der Hand ab. Wenn sie vollständig eingetrocknet sind, klappt das ganz leicht. Ein Knick und schon hast Du den Trieb vom Abgeblühten befreit. 

Das Ausbrechen ist insbesondere bei jungen Rhododendren wichtig, da es die Verzweigung anregt. Bei älteren Sträuchern ist die Maßnahme nicht unbedingt erforderlich und ab einer gewissen Größe auch nicht mehr so einfach zu bewerkstelligen. 

Entferne welke Knospen

Blütenknospen, die ohne sich zu öffnen vertrocknet sind, müssen unbedingt entfernt werden. Sie deuten auf einen Befall durch die Rhododendronzikade hin. Dieser Schädling legt seine Eier in den Knospen ab. Durch die dabei entstehende Wunde kann ein gefährlicher Pilz in die Blütenanlagen gelangen. 

Es sind also nicht die Zikaden selbst, die für die Knospenbräune verantwortlich sind, sondern der Schadpilz Pycnostysanus azaleae. Die betroffenen Knospen blühen nicht auf, sondern färben sich braun. Sie fallen nicht ab und müssen händisch entfernt werden, da der Pilz in ihrem inneren neue Sporen ausbildet.  

Rhododendron ohne Schere ausputzen

Direkt unter den alten Blüten befinden sich die neuen Triebe. Verwende daher keine Gartenschere, um den Strauch von vertrockneten Blütenständen zu befreien. Das Risiko, dabei den frischen Austrieb zu beschädigen, ist zu groß. Entferne Abgeblühtes behutsam mit der Hand, dann kann sich die Pflanze schön verzweigen und prächtig entwickeln.

Korrekturschnitt

Mit der Zeit kann es sein, dass Rhododendren zu groß werden. Nahe am Haus gepflanzt, behindern sie vielleicht die Sicht aus dem Fenster. Als Hecke kultiviert, nehmen sie über die Jahre einen Teil des Weges ein. In diesem Fall empfiehlt sich ein sanfter Rückschnitt. 

Kürze die Zweige im entsprechenden Bereich von oben und von der Seite ein. Je nach Größe der Pflanze können dabei bis zu 60 Zentimeter weggenommen werden. Setze die Schere stets direkt über einem Blatt an und achte auf eine regelmäßige Form.

Rhododendron verjüngen

Ältere Pflanzen vergreisen häufig. Das bedeutet, dass der Rhododendron im unteren Bereich kahl wird und nur noch ganz an den Enden der Triebe grüne Blätter trägt. Mit einem Verjüngungsschnitt sorgst Du für einen kompakten Wuchs und frisches Grün. Der beste Zeitpunkt für radikalere Schnittmaßnahmen ist der Herbst.

Bei größeren Exemplaren benötigst Du neben einer Gartenschere und einer Teleskopschere auch eine Astsäge. Kürze alle Äste und Zweige der Pflanze auf eine Länge von 30 bis 50 Zentimeter ein. Das klingt brutal und sieht auch so aus. Wenn der Rhododendron gesunde Wurzeln besitzt, bilden sich schon bald nach dem Schnitt neue Knospen am alten Holz und der Strauch treibt wieder aus. 

Alte Rhododendren schonend in Form bringen

Die oben beschriebene Methode erscheint dir zu barbarisch? Dann kannst Du den Rhododendron auf eine sanftere Art und Weise in Form bringen. Es dauert allerdings drei Jahre, bis Du mit dieser Methode aus einem vergreisten Strauch eine kompakte verjüngte Pflanze geschaffen hast. 

Dafür ersparst Du Dir den traurigen Anblick von kahlen Aststummeln ohne jegliches Grün. Für den Rhododendron selbst ist diese Vorgehensweise ebenfalls verträglicher.  

Kürze erst mal nur die Hälfte der Äste auf Kniehöhe ein. Achte darauf, dass die verbleibenden Äste regelmäßig verteilt sind und im besten Fall die Stümpfe ein wenig kaschieren. Die abgeschnittenen Teile bilden junge Triebe. Im darauffolgenden Jahr stutzt Du den Rest der alten langen Äste. Die Pflanze hat inzwischen bereits begonnen, eine neue Krone zu bilden. Im dritten Jahr wird sie kompakt und kräftig aussehen – wie ein junger Strauch. 

Verkahlen durch schlechte Standortbedingungen

Ein Gutteil der Triebe wirkt trocken und kahl, obwohl der Rhododendron noch gar nicht alt ist? Dann prüfe erst, ob die Pflanze fest verwurzelt ist. Das Wurzelwerk von Rhododendren reicht nicht sehr tief in die Erde, sondern verläuft nahe der Oberfläche. Ist der pH-Wert zu hoch oder der Untergrund zu trocken, haben die Sträucher häufig Schwierigkeiten, richtig anzuwachsen. 

Lässt sich der Rhododendron ohne besondere Anstrengung aus dem Boden ziehen, solltest Du auf Schnittmaßnahmen verzichten. Sorge durch Maßnahmen zur Bodenverbesserung und durch artgerechte Düngung dafür, dass sich die Pflanze wohler fühlt und kräftige Wurzeln bilden kann. Behandle großflächige Schnittwunden mit Baumwachs, um das Ausbluten zu unterbinden und Infektionen zu verhindern.

Rhododendron wie einen Baum ziehen

In Gartenmagazinen oder in Schaugärten hast Du bestimmt schon die wunderschönen alten Rhododendren gesehen, die wie Bäume wachsen. Auf wenigen kahlen, knorrig wirkenden Stämmen tragen sie ihre ausladende Krone. Dieser malerische Wuchs lässt sich auch zu Hause im eigenen Garten erzielen, indem Du regelmäßig sämtliches Totholz entfernst und die Pflanze unten auslichtest.

Schneide alle abgestorbenen Teile, sowie das dichte Astwerk im unteren Bereich heraus. Dadurch bleiben wenige kräftige, gewundene Äste stehen, die wie ein Schirm das Blätterwerk und die Blüten tragen.

Pflege nach dem Rückschnitt

Je radikaler der Schnitt, desto erholungsbedürftiger danach der Rhododendron. Es kann einige Jahre dauern, bis sich die staksigen Aststummel wieder in einen üppig grünen Strauch mit prächtigen Blüten verwandelt haben. Mit ein wenig Fürsorge, unterstützt Du die Regeneration der Pflanze.

So förderst Du nach dem Schneiden die Regeneration

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