【ᐅ】Komplette Rhododendron Pflegeanleitung – Perfekte Rhododendren

Rhododendron – Evergreen mit Blütenschmuck

Im Frühjahr und Frühsommer beeindrucken sie mit üppiger Blütenfülle in den schönsten Farben. Den Rest des Jahres zieren Rhododendren mit ihrem kompakten Wuchs und dem meist immergrünen Laub in glänzendem Dunkelgrün den Garten. Liebhaber der prächtigen Blühsträucher sind vom Spektrum der Blütenfarben und von der Größe und Leuchtkraft der Blüten fasziniert. Skeptiker hingegen finden die Gewächse künstlich oder zu exotisch für unsere Breiten und kritisieren ihre anspruchsvolle Art. Dabei sind Rhododendren, wenn Du wichtige Punkte wie Boden und Standortwahl berücksichtigst, gar nicht so divenhaft, wie sie aussehen. Hier erfährst Du alles, was Du wissen musst, damit sich die farbenfrohen Schönheiten auch in Deinem Garten zu Hause fühlen.

Steckbrief:

  • Aussaat: ab März auf der Fensterbank, hell aber nicht sonnig
  • Standort: halbschattig
  • Boden: locker, humusreich & sauer
  • Wasser: regelmäßig mit Regenwasser
  • Dünger: im März oder April mit Rhododendron-Dünger

Verwandlungskünstler Rhododendron

Rhododendren haben rund ums Jahr etwas zu bieten: Zur Blütezeit treten die Ziergehölze optisch in den Vordergrund und sind die Stars in halbschattigen Gartenbereichen. Den Sommer über nehmen sie sich etwas zurück und bieten mit ihrem sattgrünen Laub und den stattlichen Formen einen attraktiven Rahmen für Blumen und Stauden. Im Winter beschert das immergrüne Blattwerk vieler Arten den Sträuchern erneut einen Platz im Rampenlicht. In der kalten, kahlen Zeit zaubern sie Farbe in den tristen Garten und bieten Vögeln und Kleintieren Unterschlupf und Schutz. Dieser Wandel im Lauf der Jahreszeiten macht Rhododendren so beliebt. Mittlerweile gehören sie hierzulande neben der Rose zu den begehrtesten und meist gepflanzten Ziergehölzen.

Von Rosenbaum und Alpenrose

Der botanische Name der überreichlich blühenden Sträucher stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie ‚Rosenbaum‘. Allerdings wurde in der Antike der Oleander so bezeichnet. Im 17. Jahrhundert trug der schwedische Naturforscher Carl von Linné den Rhododendron unter diesem Namen in sein berühmtes Werk Species Plantarum ein. In unseren Breiten waren die Pflanzen bis dahin als Alpenrosen bekannt. Auch wenn die meisten aus Asien und Nordamerika stammen, so kommen etwa zehn Arten in Europa vor. Das natürliche Verbreitungsgebiet heimischer Rhododendren liegt vor allem in den Alpen. In Deutschland und Österreich wachsen dort die Bewimperte Alpenrose (Rhododendron hirsutum) und die Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum).

Arten und Sorten

Die Gattung Rhododendron ist Teil der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) und zeichnet sich durch eine unglaubliche Artenvielfalt aus: Weltweit existieren über 1150 verschiedene Arten. Waren die Azaleen früher als eigene Gattung bekannt, so zählen sie seit mittlerweile gut 200 Jahren zu den Rhododendren. Die meisten Arten haben sich im Südwesten Chinas und in Japan entwickelt. Rund um den Globus werden heute rund 30.000 Sorten kultiviert. In Mitteleuropa gedeiht allerdings lediglich ein Achtel davon. Weil das aber immer noch rund 4.000 Sorten sind, geben wir Dir hier einen kurzen Überblick über die wichtigsten Arten und stellen Dir einige der gefragtesten Sorten vor.

Die folgenden Arten und Sorten sind ausreichend winterhart und gedeihen in unserem Klima gut. Sie unterscheiden sich deutlich in Blüte und Wuchshöhe. Bei vielen Vertretern der Gattung lässt sich die Wuchshöhe nicht genau angeben. Die Pflanzen wachsen sehr langsam, sind aber meist äußerst langlebig und können teilweise im hohen Alter beträchtliche Ausmaße annehmen. Betrachte die angegebenen Werte zur Größe der Pflanzen daher nur als Richtlinie.

WILDARTEN

Bewimperte Alpenrose (Rhododendron hirsutum)

Die bekannte Alpenpflanze wird auch Almrausch genannt. Der immergrüne Strauch zeichnet sich durch einen buschigen Wuchs und schöne rosarote Blüten aus. Er wird maximal 100 Zentimeter hoch und verträgt im Gegensatz zu den meisten anderen Rhododendren auch sonnige Standorte. Die Bewimperte Alpenrose blüht zwischen Mai und Juli. Als einheimische Wildart ist sie besonders für Naturliebhaber interessant.

Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum)

Die Art kommt ebenfalls in den Alpen sowie in anderen europäischen Gebirgen vor. Der kleine Strauch wächst langsam und wird höchstens 80 Zentimeter hoch. Seine leuchtend rosa Blüten erscheinen zwischen Mai und Juni und locken zahlreiche Insekten an. Das immergrüne Laub hat einen attraktiven dunkelgrünen Ton und zeichnet sich durch rostbraune Blattunterseiten aus. Auch die Rostblättrige Alpenrose kommt mit sonnigen Standorten gut zurecht und eignet sich daher für die Bepflanzung von Steingärten.

Lappland Rhododendron (Rhododendron lapponicum)

Die Wildart entzückt zwischen Mai und Juni mit bassrosaroten bis lilafarbenen Blüten. Der kleine Strauch wird selbst in hohem Alter nicht höher als 45 Zentimeter. Er gilt als extrem frosthart und ziert mit seinem immergrünen Laub im Winter den Garten.

Rhododendron aborescens

Ihr starker süßer Duft macht die Art so besonders. Sie wird 150 Zentimeter hoch und etwa 100 Zentimeter breit. Der Strauch trägt sommergrünes Laub in attraktivem Hellgrün. Die duftenden Blüten öffnen sich ab Mitte Juni. Dieser Rhododendron kann auch an sonnigen Standorten gepflanzt werden.

Großblumige Rhododendro Hybriden

Dieser Typ ist in Gärten und Parks am häufigsten anzutreffen. Die Sträucher zeichnen sich durch ihre großen Blätter und die riesigen leuchtenden Blüten aus. In jedem Blütenstand sind mindestens 20 Einzelblüten zusammengefasst. Besonders beliebt sind zurzeit zweifarbige Sorten. Gerne gekauft werden auch duftende Hybriden. Großblumige Rhododendren können je nach Sorte im Alter Wuchshöhen von bis zu fünf Metern erreichen. Du kannst sie als Solitärpflanzen oder für Gruppenpflanzungen einsetzen. Auch Hecken lassen sich mit den prächtigen, immergrünen Gewächsen gut realisieren.

Goldbukett

Kupferfarbene Knospen erblühen schließlich in hellem Cremegelb. Die dekorative rötlich-braune Zeichnung im Inneren der Blüten verleiht diesen Ausdruck und Tiefe. Doch nicht nur die Blüte im Mai erfreut Gartenbesitzer – die Sorte punktet auch mit äußerst attraktivem Laub in frischem Grün, das auch im Winter an der Pflanze verbleibt. Sie hat einen rundlichen Wuchs und wird etwa einen Meter hoch.

Cunningham’s White

Der Klassiker betört mit blassrosa Knospen, die sich zu weißen Blüten mit einer feinen Zeichnung öffnen. Er blüht von Mai bis Juni und überrascht manchmal mit einer Nachblüte im Herbst. Cunningham’s White hat einen wunderschönen dichten Wuchs und kann bis zu zwei Meter hoch werden. Der Strauch ist relativ tolerant, was die Bodenbeschaffenheit betrifft. Da er ausgesprochen schnittverträglich ist, eignet er sich vorzüglich als Heckenpflanze.

Brasilia

Dank den tollen zwischen Gelb, Orange, Rot und Rosa changierenden Blütenfarben ist diese Sorte eine der beliebtesten in unseren Gärten. Die temperamentvollen Blüten mit den prächtigen roten Staubgefäßen heben sich gut vom dunklen, immergrünen Laub ab. Brasilia wird bis zu 150 Zentimeter hoch und ebenso breit. Die Blütezeit des eher aufrecht wachsenden Strauchs liegt im Mai.

Junifeuer

Für ein wahres Farbfeuerwerk sorgt diese spektakuläre Schönheit zu ihrer Blütezeit im Juni. Die Blüten sind außen leuchtend rot und innen hellrosa mit bronzefarbener Zeichnung. Auch die immergrünen Blätter zeigen ein faszinierendes Farbspiel: Sie treiben rot aus und färben sich dann langsam dunkelgrün. Im Alter von zehn Jahren ist der Strauch etwa 130 Zentimeter hoch und noch um einiges breiter.

Blauschimmer

Wer Blauschattierungen im Garten liebt, wird von diesem Rhododendron begeistert sein. Sein immergrünes Laub hat einen herrlichen Blauton und vergrünt erst, wenn die Blätter einige Monate alt sind. Der dichte, kugelartige Wuchs macht den Strauch zu einer bezaubernden Solitärpflanze. Im Mai erscheinen lilafarbene Blüten in Glockenform. Zehnjährig ist die Pflanze etwa 90 Zentimeter hoch und 120 Zentimeter breit.

Blattgold

Mit ihren wundervollen panaschierten, leicht gedrehten Blättern lässt diese Sorte in halbschattigen Zonen die Sonne aufgehen. Der Blickfang wächst dicht und bleibt eher kompakt. Nach zehn Jahren hat der Rhododendron eine Höhe von etwa 60 Zentimetern erreicht und ist ungefähr 80 Zentimeter breit. Im Juni schmückt sich der Strauch mit blassrosa- bis lilafarbenen Blüten. In Gegenden mit sehr kalten Wintern solltest Du für einen leichten Winterschutz sorgen.

Yakushimanum Hybriden

Yakushimanum Rhododendren stammen von der japanischen Insel Yakushima, wo sie an sonnigen Gebirgshängen gedeihen. 

Mit einer maximalen Wuchshöhe von einem Meter sind sie eher kleinwüchsig und breitkugelig. Bereits im Jungendstadium zeichnen sie sich durch eine reichliche Blüte aus. Einige Hybriden wechseln während der Blüte die Farbe. 

Viele Sorten weisen einen filzigen Blattaustrieb auf, der die Sträucher auch nach der Blüte zu einem Blickfang macht. Diese Behaarung schützt das Laub vor der Sonne, weshalb Yakushimanum Rhododendren im Gegensatz zu den meisten andern Vertretern der Gattung auch an sonnigen Standorten gut gedeihen. Darüber hinaus dient der Flaum an den jungen Trieben auch als Kälteschutz, was diesem Typ eine gute Winterhärte verleiht. 

Mit ihrem niedrigen und sehr langsamen Wuchs eignen sie sich für kleine Gärten und für Beete. Anders als die meisten ihrer Verwandten kannst Du diese Sorten durchaus auch im Kübel auf Terrasse und Balkon halten.

Kalinka

Die immergrüne Schönheit erblüht in kräftigem Dunkelrot und verblasst im Verblühen zu sanftem Zartrosa. Die gewellten Blütenränder geben den anmutigen Blüten einen ganz besonderen Reiz. Der Strauch erreicht Höhen von etwa einem Meter und wird bis zu 140 Zentimeter breit. Ab Mitte Mai beginnt die üppige Blüte und dauert etwa drei Wochen.

Silberwolke

Ende Mai verzaubert die schnellwüchsige Art mit einem Schauspiel, das ihrem Namen alle Ehre macht: Die aparten Blüten öffnen sich in feinem Zartrosa und verblassen mit fortschreitender Blühdauer immer mehr zu einem hinreißenden silbrigen Weiß. Die Pflanze ist im Alter von zehn Jahren etwa 90 Zentimeter hoch und 130 Zentimeter breit.

Flava

Auch diese Sorte wechselt während der Blüte ihre Farbe. Von Pfirsichrosa färben sich die edlen Blüten mit dem schönen roten Basalfleck langsam Cremegelb. Da sich die Blüten nach und nach öffnen, punktet Flava mit einer außergewöhnlich langen Blütezeit von Mitte Mai bis Mitte Juni.

Japanische Azaleen

Japanische Azaleen wachsen schön niedrig und sind somit ideal für kleinere Gärten und Vorgärten. Viele von ihnen sind auch für die Kultur als Topfpflanze geeignet. Ihre überreichliche Blütenfülle macht sie zur Blütezeit zu absoluten Eyecatchern.

Fridoline

Mit ihrem leuchtenden Rotton gilt diese Azalee als eine der schönsten innerhalb der Gruppe. Die großen Blüten ergießen sich ab Ende Mai förmlich über die gesamte Pflanze. Der Kleinstrauch bleibt angenehm kompakt und ist im Alter von 10 Jahren nur 40 Zentimeter hoch und etwa 60 Zentimeter breit. Er fühlt sich auch an sonnigen Plätzen wohl und glänzt durch eine ausgezeichnete Winterhärte.

Adonis

Die wüchsige Sorte blüht von Ende April bis Mai in reinem Schneeweiß mit feiner limonengrüner Zeichnung im Blüteninneren. Das Laub ist dicht und dunkelgrün und wird im Winter teilweise abgeworfen. Der Strauch gedeiht auch an sonnigen Standorten gut. Er erreicht Höhen von 150 Zentimetern und toleriert Schnittmaßnahmen.

Kermesina Rose

Trompetenähnliche Einzelblüten in sattem Rosarot mit weißem Saum machen diese kleinwüchsige Azalee ab Ende Mai zu einer Augenweide. Der Strauch trägt hübsches, hellgrünes Laub und wird etwa 60 Zentimeter hoch und beinahe einen Meter breit. Ein Großteil der Blätter verbleibt auch im Winter an der Pflanze.

Sommergrüne Azaleen

Wie der Name schon sagt, verlieren die sommergrünen Azaleen im Herbst ihr Laub. Dadurch bieten viele Sorten auch spät im Jahr mit ihrer fantastischen Herbstfärbung ein herrliches Schauspiel. Die Pflanzen sind in den unterschiedlichsten Wuchsstärken erhältlich und so universal einsetzbar. 

Ihre großen Stärken sind ihre ungewöhnlich hohe Standorttoleranz und ihre geringen Ansprüche an den Boden. Du kannst die Sträucher als Hecke pflanzen oder ihnen als Solitärpflanze einen Platz im Rampenlicht geben. Ausgesprochen winterhart, robust und pflegeleicht sind die Gehölze mit ihrer überschäumenden Blüte auch für Gartenanfänger geeignet.

Goldtopas

Diese schöne Azalee blüht ab Ende Mai überreichlich in einem klaren strahlenden Gelb. Jede Einzelblüte trägt einen dottergelben bis orangefarbenen Fleck in ihrem Inneren. Der Zierstrauch wird etwa 150 Zentimeter hoch und 140 Zentimeter breit.

Golden Eagle

Orangegoldene Blüten, ein auffälliger Bronzeton beim Austrieb und eine wundervolle rote Herbstfärbung machen diese beliebte Azalee rund ums Jahr zum Highlight im Garten. Die Pflanze kann etwa 2 Meter hoch werden. Sie wächst aufrecht und blüht ab Mitte Mai.

Zwerg-Rhododendren

Für alle, die nicht viel Platz haben, ist dieser Rhododendren Typ ideal. Der schwache Wuchs prädestiniert die Kleinsträucher als Terrassenpflanzen. Nicht nur die Pflanzen selbst sind äußerst kompakt, auch ihre üppigen Blüten und die Blätter sind eher klein. 

Die Zwerge gelten als widerstandsfähig und anspruchslos. Direkte Sonneneinstrahlung macht ihnen nichts aus. Wenn Du Lücken im Beet schließen möchtest, einen japanisch inspirierten Steingarten anlegst oder auf der Suche nach einer schönen Pflanze für die Grabgestaltung bist, sieh Dir die kleinen Rhododendren genauer an.

 Wer keinen Garten besitzt, kann die Mini-Sträucher auch im Kübel am Balkon halten.

Luisella

Im Mai verwandelt sich der kleine Strauch in ein lilablaues Blütenmeer. Im Verlauf der Blühdauer nehmen die Blüten langsam eine violette bis rosarote Färbung an. Die hübschen immergrünen Blätter haben ein freundliches Hellgrün. Luisella wächst kissenförmig und ist nach zehn Jahren nur etwa 35 Zentimeter hoch und einen halben Meter breit.

Azurika

Der rundlich wachsende Zwergrhododendron wird häufig zur Flächenbegrünung eingesetzt. Sein dunkles graugrünes Laub macht ihn auch außerhalb der Blütezeit sehr attraktiv. Im Mai bedecken tief violettblaue Blüten den Strauch fast vollständig. Der Wuchs ist rundlich kompakt und recht dicht. Azurika wird etwa einen halben Meter hoch und 80 Zentimeter breit.

Der optimale Standort

Rhododendren wird nachgesagt, bezüglich Standort und Boden nicht ganz unkompliziert zu sein. Dabei fühlen sich die dekorativen Sträucher ganz einfach in einem Umfeld wohl, das den Bedingungen ihrer Heimat möglichst nahekommt. In diesem Punkt unterscheiden sie sich kaum von anderen Pflanzen. 

Leider weichen hierzulande Klima und Vegetation deutlich von den Voraussetzungen in den natürlichen Habitaten der Pflanzen ab. Die Vorfahren der meisten Rhododendren stammen aus lichten Gebirgswäldern, in denen eine hohe Luftfeuchtigkeit vorherrscht. 

Wähle daher einen halbschattigen Standort aus und achte darauf, dass der Strauch vor allem vor der prallen Mittagssonne geschützt ist. Besonders gut gedeihen Rhododendren unter Kiefern. Der lockere Wuchs dieser Nadelbäume spendet sanften Schatten, ohne den schönen Blühsträuchern jegliches Sonnenlicht zu rauben. Denn je dunkler der Standort, desto spärlicher fällt auch die Blüte aus.

Du kannst Deinen Rhododendron natürlich auch unter anderen Gehölzen pflanzen. Eichen senken durch die in ihrem Laub enthaltene Gerbsäure den ph-Wert im Boden ab. Aber auch alle anderen Bäume sind bei entsprechenden Bodenbedingungen durchaus geeignet. Die Pflanzen wachsen auch im Schatten von Hauswänden. Ein windgeschützter Standort verhindert die Austrocknung der Blätter durch den Wind. Rhododendren schätzen kühle und eher feuchte Sommer. Plätze, an denen sich die Hitze staut, bekommen den Sträuchern nicht.

Alpine Wildsorten und Yakushimanum Rhododendren sind in der Natur häufig an sonnigen Gebirgshängen anzutreffen. Daher vertragen diese Pflanzen auch sonnige Standorte gut. Viele Zwergrhododendren fühlen sich ebenfalls in der Sonne wohl.

Das perfekte Rhododendron-Substrat

Ein lockerer, humusreicher Boden mit einem ph-Wert im saueren Bereich lässt Rhododendren prächtig gedeihen. Idealerweise liegt der pH-Wert zwischen 4,5 und 5,8. Rhododendron ist ausgesprochen kalkfeindlich und braucht darüber hinaus eine gute Drainage. Wer diesen Ansprüchen im Garten nicht gerecht werden kann, tauscht an der Pflanzstelle den Boden aus. Gehe dazu folgendermaßen vor:

  • Hebe für jede Pflanze ein etwa 60 Zentimeter tiefes Pflanzloch aus. Je nach Größe des Rhododendrons sollte der Durchmesser zwischen 120 und 160 Zentimeter betragen.
  • Streue erst eine etwa 15 Zentimeter hohe Drainageschicht aus grobem Sand oder feinem Kies in die Grube.
  • Ersetze nun den Aushub durch eine Mischung aus Rindenkompost, Sand und Rinderdung.
  • Setze den Rhododendron vorsichtig in das Pflanzloch.
  • Achtung: Pflanze den Strauch nicht zu tief, sondern lass den oberen Teil der Wurzeln ein wenig aus dem Substrat herausragen.
  • Gieße die Pflanze gut an und dünge den Wurzelbereich mit Hornspänen.
  • Streue zum Schluss noch eine dünne Schicht Rindenmulch rings um den frisch gepflanzten Rhododendron aus. So verminderst Du die Verdunstung des Gießwassers im Wurzelbereich der Pflanze.

Artgerechte Pflege

Wenn Du den Bedürfnissen der Pflanzen bezüglich Standort und Boden gerecht wirst, sind Rhododendren, entgegen allen Vorurteilen, anspruchslos und äußerst langlebig. Bei der Pflege gibt es nur einige wenige Punkte zu beachten:

 

  • Kalkhaltiges Leitungswasser bekommt den Pflanzen auf Dauer nicht und kann zu Chlorose führen. Verwende daher zum Gießen am besten Regenwasser.
  • Gieße die Sträucher in der warmen Jahreszeit regelmäßig. Je sonniger der Standort, desto höher der Wasserbedarf.
  • Dünge Deinen Rhododendron im Frühjahr mit speziellem Rhododendron-Dünger aus dem Fachhandel oder mit Hornmehl. Auch Kaffeesatz ist ein guter organischer Dünger für Rhododendren, da er neben einer sanften Düngewirkung den Boden leicht ansäuert. Du kannst den Kaffeesatz auch mit Hornmehl vermischen. Bei Bedarf kannst Du die Pflanzen im Frühsommer ein zweites Mal düngen.
  • Achte auf eine Mulchschicht im Wurzelbereich. So hältst Du die Feuchtigkeit im Boden und sorgst dafür, dass sich die empfindlichen Wurzeln im Sommer nicht zu sehr erhitzen. Gleichzeitig unterdrückst Du das Unkrautwachstum. Rindenkompost von Nadelbäumen ist als Mulchmaterial besonders gut geeignet.
  • Entferne bei jungen Pflanzen nach der Blüte die abgeblühten Blütenstände. So können sie die Energie für die Samenbildung einsparen und sich stattdessen weiterentwickeln. Sobald Dein Rhododendron einige Jahre alt ist, ist diese Pflegemaßnahme nicht mehr notwendig.

Passende Begleitpflanzen

Rhododendren verwandeln sich zur Blütezeit in absolute Eyecatcher. Nach einigen Wochen jedoch ist das bunte Spektakel vorüber und die Sträucher glänzen für den Rest des Jahres in nobler, dunkelgrüner Zurückhaltung. Doch auch das dichte, häufig etwas ledige Blattwerk hat seinen Reiz. Es verleiht dem Garten einen waldartigen Charakter und bildet einen wunderschönen Hintergrund für helle Blattschmuckstauden, hübsche Blumen und die verschiedensten Bodendecker. Die Voraussetzung, um mit Rhododendren in guter Nachbarschaft zusammenzuleben, sind einfach: Die Begleiter sollten ähnliche Bodenansprüche haben und sich im Halbschatten wohlfühlen. Funkien (Hosta) und Farne (Polystichum) erfüllen diese Bedingungen und unterstreichen die Waldatmosphäre, die durch Rhododendren entsteht.

Im Frühjahr sorgen bunte Zwiebelblumen wie Winterlinge (Eranthis hyemalis), Schneeglöckchen (Galanthus), Narzissen (Narcissus), Hyazinthen (Hyacinthus), Windröschen (Anemone) und Blausterne (Scilla) für fröhliche Farbtupfer. Im Frühsommer leuchten Akeleien (Aquilegia) und Porzellanblümchen (Saxifragia x urbium) vor dem dunklen Blattvorhang der Rhododendren. Hortensien lieben halbschattige Plätzchen mit niedrigem ph-Wert und sind daher gute Nachbarn für die attraktiven Ziersträucher. Keine Sorge, die opulenten Blütenbälle von Hydrangea stehlen der prächtigen Rhododendronblüte nicht die Show. Ganz im Gegenteil: Da Hortensien erst im Sommer blühen, sind sie würdige Nachfolger, die das Farbfeuerwerk des Rhododendron im Garten gekonnt fortsetzen.

Als Flachwurzler schätzen Rhododendren Wurzelkonkurrenz gar nicht. Daher kommen eher tief wurzelnde Gehölze als Nachbarpflanzen infrage. Gut passen verschiedene Kiefernarten (Pinus), Eibe (Taxus), Buchsbaum (Buxus  sempervirens), Kirschlorbeer ( Prunus laurocerasus), Felsenbirne (Amelanchier), Zaubernuss (Hamamelis) und Schneeball (Viburnum).

Rhododendron im Topf

Die meisten Rhododendren sind zur Pflanzung im Kübel nicht gut geeignet. Als Flachwurzler leiden sie besonders unter der Tatsache, dass das Substrat im Pflanzgefäß schnell austrocknet. Zwergrhododendren und einige Yakushimanum Hybride entwickeln sich auch im Topf gut. Sie bleiben klein und sind oft weniger empfindlich als die großblumigen Sorten. Mit der entsprechenden Vorbereitung und regelmäßiger Pflege werden diese Arten auch auf Balkon oder Terrasse glücklich.

  • Wähle ein großes Pflanzgefäß aus Holz oder Terrakotta. Achte auf eine gute Drainage – das Behältnis muss unbedingt Abzugslöcher haben.
  • Bringe am Boden des Gefäßes eine Drainageschicht aus kalkfreiem Kies aus. Verwende als Substrat Rhododendron-Erde aus dem Handel oder mische Laub- und Rindenkompost mit Sand.
  • Stelle Deinen Topf-Rhododendron an einen halbschattigen und windgeschützten Ort.
  • Halte die Erde im Topf stets leicht feucht. Verwende ausschließlich weiches Wasser zum Gießen.
  • Versorge Deine Pflanze zwischen Mai und Juni monatlich mit Rododendron-Dünger.
  • Entferne die verblühten Blüten.
  • Überwintere die Topfpflanze an einem windgeschützten und schattigen Platz. Stelle das Pflanzgefäß auf eine Styroporplatte, bedecke das Substrat mit Rindenmulch oder Reisig und umwickle den Topf mit Jute oder Vlies.

Rhododendron schneiden – wann und wie

Rhododendren brauchen keinen Schnitt, um gut auszusehen. Sie wachsen langsam und haben meist von Natur aus eine schöne kompakte Form. Entferne die abgeblühten Blüten um das Wachstum der Sträucher zu fördern.

 Die Ziersträucher können sehr alt werden und mit der Zeit je nach Art durchaus beträchtliche Maße annehmen. Ist Dein Rhododendron über die Jahre zu groß geworden oder beginnt er im unteren Bereich zu verkahlen, kannst Du zur Astschere greifen. Kürze im zeitigen Frühjahr oder im Herbst alle Zweige auf eine Länge von etwa 40 Zentimetern. Bei älteren, mächtigen Exemplaren brauchst Du eventuell eine Astsäge. 

Die eingekürzten Äste treiben bald neu aus. Diese radikale Verjüngung hat den Nachteil, dass es einige Jahre dauern kann, bis die Pflanze wieder einen attraktiven Anblick bietet. Wässere den Strauch nach dem Rückschnitt gut und gib ihm Zeit, eine schöne neue Krone zu bilden.

 

Duft

Viele Rhododendren verströmen ein angenehmes Aroma. Während die meisten Hybriden eher zart duften, können manche Wildarten mit dem starken, süßen Geruch ihrer Blüten regelrecht betören. Besonders gut riechen folgende Sorten:

  • Rhododendron fortunei
  • Rhododendron Lavendula
  • Rhododendron Honigduft (Blüten und Blätter duften)
  • Rhododendron prinophyllum

Prächtig aber giftig

So wundervoll seine Blüten auch aussehen mögen – Rhododendron gehört zu den Giftpflanzen. Halte daher Kinder und Haustiere von den faszinierenden bunten Blüten und den glänzend grünen Blättern fern. 

Pflanze die schönen Sträucher nicht im Bereich von Schaukel und Sandkiste und in deutlichem Abstand zum Gemüsegarten.

Rhododendren selbst vermehren - so gelingt es

Ableger

Du findest Deinen Rhododendron absolut bezaubernd und hättest gerne mehrere Exemplare davon im Garten? Durch Ableger kannst Du die Pflanze recht einfach vermehren. Alles, was Du dafür brauchst, ist eine wurzelechte Mutterpflanze und etwas Geduld. Direkt nach der Blüte ist die beste Zeit, für Nachwuchs zu sorgen.

 

  • Betrachte die Pflanze und suche nach einem Seitentrieb, der bereits verholzt ist und in Bodennähe wächst.
  • Prüfe, ob der Trieb bis zum Boden reicht, und schneide die Unterseite an der Stelle, wo er die Erde berührt, schräg ein. Achte darauf, den Zweig nicht ganz durchzuschneiden.
  • Biege den Trieb zum Boden und grabe eine kleine Vertiefung. Drücke den Trieb in die Erde und häufle ihn ein wenig an.
  • Fixiere ihn mit einem Stück gebogenen Draht am Boden.
  • Sieh frühestens im nächsten Frühjahr vorsichtig nach, ob sich bereits Wurzeln gebildet haben.
  • Sobald der Ableger gut entwickelte eigene Wurzeln hat, kannst Du ihn von der Mutterpflanze trennen und verpflanzen.

Stecklinge

Eine weitere vegetative Vermehrungsmethode ist die Stecklingsvermehrung. Der Vorteil hierbei ist, dass Du beliebig viele Stecklinge schneiden kannst und so die Chancen gut stehen, dass einige Wurzeln bilden. Am besten funktioniert diese Methode mit Kopfstecklingen aus den Triebenden. Schneide die Stecklinge am besten im Sommer nach der Blüte.

  • Schneide etwa 15 bis 20 Zentimeter lange Stücke aus bereits verholzten Zweigen der Pflanze ab.
  • Entferne die neu angelegten Blütenknospen an den Triebenden.
  • Achte darauf, dass jeder Steckling im unteren Teil einen Triebknoten besitzt.
  • Entferne alle Blätter bis auf die vier oder fünf obersten.
  • Schneide jeden Steckling unten ein und tauche ihn in Bewurzelungspulver.
  • Befülle kleine Töpfe mit nährstoffarmer Anzuchterde und stecke je einen Steckling hinein.
  • Schneide PET-Flaschen in der Mitte auseinander und stülpe die unteren Teile über die Stecklinge. So erhältst Du auf einfache und kostengünstige Weise effektive Mini-Gewächshäuser.
  • Halte das Substrat feucht und lüfte Deine selbst gebastelten ‘Glashäuser’ von Zeit zu Zeit.
  • Bis zum Herbst sollten sich Wurzeln gebildet haben. Nun kannst Du die Jungpflanzen in den Garten umsiedeln.

Wer experimentierfreudig ist, kann versuchen, seinen Rhododendron durch Samen zu vermehren. Ernte die Samen, sobald die ersten Kapseln aufspringen. Je frischer das Saatgut, desto höher die Keimfähigkeit. Die Samen keimen zwar bereits nach wenigen Wochen, danach geht die Entwicklung der Jungpflanzen allerdings langsam voran. Es kann ein Jahr dauern, bis Du sie schließlich pikieren kannst. Bis sich die ersten Blüten zeigen, brauchst Du weitere ein bis zwei Jahre Geduld. Bei der Vermehrung durch Aussaat weißt Du nie genau, welche Pflanzen Du erhalten wirst. Während Du mittels Absenkern und Stecklingen genetische Klone der Mutterpflanze gewinnst, besteht bei der Anzucht aus Samen die Chance der genetischen Variation. Viele Hobbygärtner finden diesen möglichen Überraschungseffekt besonders spannend.

Rhododendron im Winter

Die meisten bei uns erhältlichen Rhododendren Arten überstehen den Winter im Freien ohne Probleme. Immergrüne Arten behalten in der kalten Jahreszeit ihr Blätterkleid, sommergrüne Azaleen und einige Rhododendren-Sorten werfen ihr Laub ab. 

Wässere Deinen Rhododendron im Spätherbst vor Frostbeginn reichlich mit weichem Wasser. Mit einer Mulchschicht kannst Du den empfindlichen Wurzelbereich vor Frostschäden schützen.

Krankheiten & Schädlinge

Wenn die Pflanze an einem optimalen Standort wachsen darf, ist sie ausgesprochen widerstandsfähig. Schlechte Standortbedingungen können zu Chlorose und Pilzbefall führen. Folgende Symptome weisen darauf hin, dass sich Dein Rhododendron an seinem Platz nicht so richtig wohlfühlt:

  • Gelbe Blätter: Der Boden ist aller Wahrscheinlichkeit nach zu alkalisch. Tausche das Erdreich an der Pflanzstelle gegen Rhododendron-Erde aus.
  • Blasse Blätter mit dunkleren Blattadern: Dein Rhododendron leidet an Eisenmangel. Versorge ihn mit Eisendünger.
  • Die Blätter rollen sich ein: Die Pflanze ist durstig. Gieße sie reichlich und regelmäßig mit kalkfreiem Wasser.

An ungeeigneten Standorten kann Deinem Rhododendron außerdem der Echte Mehltau zu schaffen machen. Schneide in diesem Fall sämtliche erkrankte Pflanzenteile ab und entsorge sie im Restmüll. 

Bevor Du zu einem Fungizid greifst, kannst Du auch eine Spritzung mit Milch versuchen. Vermische dazu einen Teil Vollmilch mit neun Teilen Regenwasser und sprühe die Pflanzen alle drei Tage mithilfe einer Sprühflasche mit der Mischung ein. Wenn der Strauch immer wieder von Pilzerkrankungen befallen wird, solltest Du über einen Standortwechsel nachdenken.

Zu den tierischen Schädlingen, die Geschmack an Rhododendren finden, zählt der Dickmaulrüssler

Die Käfer fressen kleine Buchten in die Ränder der Blätter. Das sieht zwar unschön aus, stellt aber keine ernsthafte Bedrohung für die Pflanze dar. Die Larven der Rüsselkäfer können den Strauch allerdings nachhaltig schädigen. Sie entwickeln sich im Boden und fressen die Feinwurzeln der Pflanzen an. Das behindert die Wasserversorgung und kann im schlimmsten Fall zum Absterben des Rhododendrons führen. 

Sammle die Käfer von den Blättern ab, sobald Du sie entdeckst. Insektizide sind gegen Dickmaulrüssler nicht sehr wirksam. 

Effektiver – und umweltschonender – ist die Bekämpfung mit Nematoden. Die winzigen Fadenwürmer sind für Menschen und Tiere absolut ungefährlich und töten die Larven des Rüsselkäfers innerhalb weniger Tage ab.

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