Rhododendron hat gelbe oder braune Blätter

Die Blätter Deines Rhododendron sind ungesund verfärbt? Meist lässt sich die Ursache rasch beheben, manchmal handelt es sich jedoch um eine gefährliche Krankheit. Hier erfährst Du, wie Du herausfindest, was Deiner Pflanze fehlt und was Du dagegen tun kannst. 

Gelbe Blätter

Braune Blätter

Anspruchsvolle Blütensträucher

Sein wintergrünes Laub und die prachtvolle, intensive Blüte macht die Pflanzen zu einem der begehrtesten Blütengehölzen. Allerdings braucht der Rhododendron die passenden Bedingungen, um sich gut zu entwickeln. Behagen dem Rhododendron die Gegebenheiten im Garten nicht, verkümmert er bald. Am richtigen Standort können manche Arten zu mächtigen Bäumen heranwachsen.

Immergrüne Exoten

Die meisten Arten stammen aus den Laub- und Mischwäldern und benötigen ein dementsprechendes Substrat: Sauer, humusreich und gleichmäßig feucht. Kalk, sengende Sonne und Trockenheit vertragen die Moorbeetpflanzen überhaupt nicht. Wer Rhododendron pflanzen möchte, muss den Boden daher gut vorbereiten und bei der Pflege auf die Bedürfnisse der Pflanzen achten.

Hier erfährst Du alles über die artgerechte Pflege von Rhododendron.

Erkenne, ob es dem Rhododendron gut geht

Solange das Laub tiefgrün und glänzend ist, geht es deinem Rhododendron gut. Verfärben sich die Blätter oder beginnen sie zu welken, ist das ein Hilferuf, der nicht ignoriert werden darf. Gelbe oder braune Blätter können Zeichen eines Pflegefehlers sein. Manchmal sind auch Schädlinge oder Krankheitserreger die Ursache für die Veränderung.

Gelbe Blätter beim Rhododendron

Falsches Gießen, aber auch ungünstige Witterungsverhältnisse fördern die Entstehung von Pilzkrankheiten. Manche Erreger werden auch durch Schädlinge von Pflanze zu Pflanze getragen.

Kalkchlorose

Die Blätter Deines Rhododendrons werden immer blasser und gelblicher, während die Blattadern grün bleiben? Das ist das typische Symptom einer Kalkchlorose. Später färben sich die Blätter braun.

Ursache ist ein zu hoher pH-Wert im Boden. Für Rhododendren sollte der pH-Wert zwischen 4,5 und 5 liegen. Andernfalls kann die Pflanze kein Eisen mehr aufnehmen. Später kommen meist noch ein Magnesiummangel und ein Manganmangel hinzu.

So handelst Du richtig

Analysiere den pH-Wert des Bodens. Ist der pH-Wert nur geringfügig erhöht, hilft meist die Gabe von Rhododendrendünger und eventuell Eisensulfat. Verwende zum Gießen ausschließlich kalkfreies Wasser! 

Ergibt die Analyse einen deutlich zu hohen pH-Wert, muss der Rhododendron ausgegraben werden. Tausche das Substrat großflächig gegen spezielle Rhododendronerde und pflanze den Strauch wieder ein.

Richtiges Gießen beugt Chlorosen vor

Rhododendron darf keinesfalls mit kalkhaltigem Leitungswasser gegossen werden. Verwende ausschließlich Regenwasser. Stell eine Regentonne auf, damit Dir stets genügend weiches Wasser zur Verfügung steht.

Befall durch die Rhododendron-Wanze

Die Blätter Deines Rhododendrons sind silbrig-gelb gesprenkelt? Dann wirf einen Blick auf die Blattunterseite. Entdeckst Du dort gelbe Larven uns dunkelbraune, geflügelte, etwa 4 Millimeter große Wanzen, dann handelt es sich um einen Befall durch Stephanitis rhododendri, die Rhododendron-Wanze. Die Larven treten ab Mai auf, im Juli trifft man bereits die erwachsenen Tiere an.

Junge Blätter wirken deformiert, beulig und vernarbt. Die Schädlinge hinterlassen schwarze, lackartige Kottröpfen an den Unterseiten der Blätter. Mit ihren Stechrüsseln saugen sie an den Blättern, bis diese erst blassgelb und dann braun werden und schließlich abfallen.

So handelst Du richtig

Die Rhododendronwanze ist zwar lästig, kann den Pflanzen aber nicht wirklich gefährlich werden. Häufig werden Sträucher befallen, die in der prallen Sonne stehen. Achte daher bereits bei der Pflanzung auf einen schattigen Standort.

Spritze die Blätter mit Kaliseife und versorge den betroffenen Rhododendron großzügig mit Rindenmulch. Das regelmäßige Gießen mit Brennnesseljauche kann einem erneuten Befall vorbeugen. Setze die Jauche unbedingt mit Regenwasser an, wenn Du sie für Moorbeetpflanzen verwenden möchtest.

Rhododendron-Mehltau

Gelbe Flecken an den Blattoberseiten Deiner Rhododendren können auch ein Hinweis auf einen Befall mit Mehltau sein. Betrachte die Unterseiten der Blätter. Sind diese mit einem weichen bräunlichen Pilz überzogen, dann hast Du Gewissheit. Später kann sich der Mehltau-Pilz auch auf die Oberseiten ausbreiten. Die Blätter fallen schließlich ab. Sommergrüne Azaleen sind besonders anfällig für Rhododendron-Mehltau.

Hier erfährst Du, wie Du den Echten Mehltau erfolgreich bekämpfen kannst. 

So handelst Du richtig

Trockene Böden begünstigen die Ausbreitung der Erkrankung. Gieße regelmäßig und achte auf ein Substrat mit gutem Wasserspeichervermögen. Mulche die Sträucher, um ein Austrocknen zu verhindern. Benetze beim Wässern das Laub nicht. Sorge durch regelmäßiges Auslichten und ausreichend große Pflanzabstände für eine gute Luftzirkulation. 

Entsorge befallenes Laub sofort im Hausmüll. Die Düngung darf nicht zu stickstoffreich sein. Verabreiche dem Rhododendron stattdessen Patentkali oder kalkfreies Gesteinsmehl. Beinwelljauche macht die Pflanze widerstandsfähig. Um den Mehltau zu bekämpfen, eignen sich Milchspritzungen oder eine Mischung aus Natron, Kernseife und Rapsöl gelöst in Wasser.

Befall durch die Rhododendron-Mottenschildlaus (Weiße Fliege)

Wenn die Blätter der Pflanzen gelb gesprenkelt sind, kann das an der Saugtätigkeit der sogenannten Weißen Fliege liegen. Die Blätter wirken ungesund gelblich und sind mit einem klebrigen Belag überzogen. Diesen Honigtau scheidet die Rhododendron-Mottenschildlaus aus. Wendest Du die Blätter, entdeckst Du etwa 2 bis 3 Millimeter große weiße Fliegen, die sofort auffliegen, wenn Du hinfasst. 

Die Körper der Tiere sind von mehligem weißen Stau bedeckt. Neben adulten Exemplaren sind meist auch grüne Larven sowie Eier zu sehen. Der ausgeschiedene Honigtau ist ein guter Nährboden für Rußtaupilze. Mottenschildläuse sind außerdem Überträger der Ohrläppchen-Krankheit.

 

So handelst Du richtig

Die Rhododendron-Mottenschildlaus ist für die Pflanzen zwar nicht lebensbedrohlich, doch sie schwächt die Sträucher und mach sie anfällig für Pilzkrankheiten. Mit Neem-Präparaten oder Kaliseifenlösung wirst Du die lästigen weißen Fliegen rasch wieder los. 

Weil Schlupfwespen Schildläuse zum Fressen gern haben, lassen sie sich gezielt als Nützlinge einsetzen. Schlupfwespenlarven sind im Gartenfachmarkt als natürliches Schädlingsbekämpfungsmittel erhältlich.

Ohrläppchen-Krankheit

Wenn sich die jungen Blätter von Rhododendren oder Azaleen erst hellgrün bis gelb verfärben und dann plötzlich Verdickungen aufweisen, sind die Pflanzen von der Ohrläppchen-Krankheit befallen. Ausgelöst durch den Pilz Exobasidium japonicum vergrößern sich Teile der Blätter und bilden fleischige, klumpenartige Gebilde, die manchmal von weißem Staub überzogen sind.

Der Pilz überwintert in den Knospen und verbreitet sich im Frühjahr über die keimenden Sporen auf den Blättern. Hohe Luftfeuchtigkeit fördert die Ausbreitung. Schadinsekten wie die Mottenschildlaus gelten zudem als Überträger.

So handelst Du richtig

Kontrolliere ab April Deine Rhododendren und Alleen. Entferne alle befallenen Blätter. Stecke sie in eine Plastiktüte, die du verknotest und im Hausmüll entsorgst. Verzichte auf besonders anfällige Sorten wie die Azalea japonica-Arten “Brilliant“, “Diamant“ und “Muttertag“.

Achte beim Gießen darauf, das Laub der Pflanzen nicht zu benetzen. Der Erreger der Ohrläppchen-Krankheit benötigt ein feuchtes Milieu, um sich zu vermehren.

Braune Blätter beim Rhododendron

Physiologische Schäden durch Hitze oder Kälte können die Ursache für vertrocknete Blätter sein. Manchmal rührt die Braunfärbung jedoch auch von einer Pilzerkrankung her.

Frostschaden

Endlich ist der Winter vorbei, doch Dein Rhododendron sieht alles andere als frisch und frühlingshaft aus? Weist die Pflanze im Frühjahr abgestorbene Triebspitzen und vertrocknete Blätter auf, handelt es sich dabei höchstwahrscheinlich um Frosttrocknis.

Dazu kommt es, wenn bei tiefen Temperaturen die Wintersonne auf die Sträucher niederbrennt. Die Sonnenstrahlen lassen das Wasser in den Rhododendronblättern verdunsten. Weil der Boden gefroren ist, kann kein Wasser nachströmen – die Blätter trocknen ein.

So handelst Du richtig

An klirrend kalten, sonnigen Wintertage ist das Risiko für Frostschäden hoch. Decke den Rhododendron mit Gartenvlies ab, um ihn vor der Wintersonne zu schützen. Kaum taut es, brauchen die Pflanzen Wasser, um ihr wintergrünes Blätterkleid zu versorgen. 

Wenn es immer wieder zu Frosttrocknis kommt, solltest Du den Strauch an einen schattigeren Standort setzen oder einen Schattenspender pflanzen, der auch im Winter zuverlässig aggressive Sonnenstrahlen abhält.

Sonnenbrand

Färbt sich im Sommer ein Teil der Blätter plötzlich braun, kann es sich um einen Sonnenbrand handeln. Die meisten Rhododendren brauchen einen Standort im lichten Schatten, um sich rundum wohlfühlen. Insbesondere die Mittagssonne wird schlecht vertragen. 

Typisch für Verbrennungen durch die Sonne ist eine unregelmäßige Braunfärbung der betroffenen Blätter. Während exponierte Stellen vertrocknen, bleiben die nach unten gekrümmten Bereiche grün.

So handelst Du richtig

Sorge während der Sommermonate mit Schattiervlies für Beschattung. Pflanze den Rhododendron im nächsten Frühjahr an einen geeigneten Platz im Halbschatten um.

Wenn in Deinem Garten Schattenplätze Mangelware sind, solltest Du auf sonnentolerante Yakushimanum-Rhododendren umsteigen. Mit ihrem kompakten Wuchs sind sie ideal für kleine Gärten. Ihre reiche Blüte und ihre ausgezeichnete Winterhärte sind zwei weitere Vorteile dieser hübschen Sonnenanbeter.

Blattfleckenkrankheit

Sind die Blätter Deiner Rhododendren mit braunen Flecken übersät, dann leiden die Pflanzen wahrscheinlich an der sogenannten Blattfleckenkrankheit. Verursacher sind unterschiedliche Blattpilze, welche bei feucht-warmer Witterung das Laub befallen. 

Je nach Art des Erregers können die Flecken rötlich braun bis fast schwarz sein. Ihre Form variiert zwischen kreisrund und unregelmäßig. Meist besitzen sie einen gelben, schwarzen oder roten Rand.

Schreitet die Krankheit fort, können die Flecken verschmelzen. Bei Regenwetter sind sie zudem oft von einem weißen oder grauen Pilzrasen bedeckt.

So handelst Du richtig

Die Blattfleckenkrankheit sieht zwar nicht sehr attraktiv aus, ist aber relativ harmlos. Entferne stark betroffene Blätter und entsorge sie über den Hausmüll. Gieße die Sträucher nur in Bodennähe und achte auf eine gute, aber nicht übertriebene Nährstoffversorgung.

Fungizide sind gegen die Blattfleckenkrankheit zwar wirkungsvoll, sollten aus Rücksicht auf die Umwelt jedoch besser nicht zum Einsatz kommen.

Rhododendron-Rost

Ganz ähnlich wie die Blattfleckenkrankheit sieht auf den ersten Blick der Rhododendron-Rost aus. Dieser Pilz verursacht ebenfalls braune Flecken auf den Blattoberseiten. Wenn Du ein Blatt umdrehst, kannst Du den Unterschied sehen: Beim Rhododendron-Rost sitzen auf der Blattunterseite gelbe oder orange Sporenlager.

So handelst Du richtig

Entferne stark befallene Blätter und versuche, das Infektionsrisiko durch die richtige Pflege zu minimieren. Gieße die Gehölze nur von unten und lichte die regelmäßig aus, damit die zirkulierende Luft das Laub abtrocknen kann. Die Wassergaben sollten zudem morgens erfolgen, damit die Pflanzen nicht über Nacht feucht bleiben.

Verzichte auf stickstoffbetonte Düngung, da sie das Pflanzengewebe weich und damit infektionsanfällig werden lässt. Kalium hingegen festigt die Pflanzen und macht sie widerstandsfähiger. Schachtelhalm-Extrakt, den Du kaufen oder selbst herstellen kannst, hat ebenfalls eine stärkende Wirkung auf die Pflanzenzellen.

Phytophtora-Welke

Weisen die Blätter Deines Rhododendrons braune Flecken auf, deren Zentrum weiß oder grau wirkt, kann es sein, dass die Pflanze von der Phytophtora-Welke, einer gefährlichen Pilzkrankheit befallen ist. Die Knospen an den Triebenden sterben ab, die Blätter welken und hängen schlaff herunter. Bald färben sich die Zweige braun. Wenn Du nicht eingreifst, kann die Krankheit auf die dickeren Äste übergreifen und die Pflanze schlussendlich abtöten.

Diese Pilzkrankheit befällt vor allem Rhododendren, die sich an ihrem Standort nicht wohlfühlen. Ein schwerer, nasser Boden fördert die Infektion. Stauwasser und “kalte, nasse Füße“ vertragen die Blütensträucher gar nicht.

So handelst Du richtig

Sobald Du erste Anzeichen für die Phytophtora-Welke entdeckst, gilt es rasch zu handeln. Entferne die befallenen Triebspitzen großzügig. Scheide dabei weit in die gesunden Triebe, um wirklich alle Erreger zu beseitigen. Desinfiziere Deine Gartenschere gründlich.

Wenn die Infektion über die Blätter erfolgt ist und noch nicht allzu weit fortgeschritten war, hat der Rhododendron eine Chance, sich wieder vollständig zu erholen. Eine Wurzelinfektion bedeutet jedoch meist ein Absterben des Strauches. Hier hilft es nur, die Pflanze auszugraben und im Hausmüll zu entsorgen oder zu verbrennen. Tausche anschließend den Boden aus, um die Erreger zu entfernen.

Um der Phytophtora-Welke vorzubeugen, solltest Du unbedingt auf einen lockeren, gut belüfteten Boden mit niedrigem pH-Wert achten. Lichte die Sträucher regelmäßig aus und übertreibe es bei der Düngung nicht. Vor allem ein Zuviel an Stickstoff kann die Entstehung von Pilzinfektionen fördern.

Fazit

Färben sich die Blätter Deines Rhododendron gelb oder braun, so ist das ein Hilferuf der Pflanze, den Du nicht überhören solltest. Nimm Dir Zeit herauszufinden, was dem Gewächs fehlt. Sieh die Blätter genau an – sowohl die Blattoberseite, als auch die Blattunterseite. In den meisten Fällen ist die Diagnose gar nicht schwer. Je früher Du Gegenmaßnahmen setzt, desto schneller kann sich der Rhododendron wieder erholen und Dich mit seinen üppigen Blüten erfreuen.

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