Rosen richtig schneiden

Mit dem richtigen Schnitt hältst Du Deine Rosen blühfreudig, gesund und schön kompakt. Du hast Angst, beim Schneiden Fehler zu machen? Nur Mut, es ist gar nicht so schwer! Hier erfährst Du, wie Du die verschiedenen Rosenarten richtig schneidest.

Regeln für den Rosenschnitt

  • schneide Deine Rosen im Frühjahr zur Zeit der Forsythienblüte
  • richte Dich beim Schnitt nach der Rosengruppe
  • schneide die Triebe 5-10 mm über einem nach außen zeigenden Auge leicht schräg ab
  • entferne im Sommer abgeblühte Blüten und bringe den Strauch etwas in Form
  • bei Wildrosen kannst Du die verwelkten Blüten stehenlassen, sie entwickeln sich zu Hagebutten
  • verzichte auf einen stärkeren Rückschnitt im Herbst

Frühjahrskur für die Diven im Garten

Die Königin der Blumen vermag es wie keine andere Zierpflanze, Deinen Garten in sommerlicher Pracht erstrahlen zu lassen. Ob romantisch zart, klassisch elegant oder überschäumend opulent – mit ihren bezaubernden Blüten tauchen Rosen Deine Beete monatelang in die schönsten Farben. Viele Gartenanfänger zögern anfangs, sich die prächtigen Pflanzen in den Garten zu holen, eilt ihnen doch ein Ruf als anspruchsvolle Diven voraus. Es stimmt zwar, dass Rosen etwas Pflege benötigen, doch keine Sorge: Wenn Du weißt, was zu tun ist, gelingt Dir die Rosenpflege mit links. Neben einer guten Nährstoffversorgung ist vor allem der richtige Schnitt ausschlaggebend, um die Vitalität und Blühfreudigkeit Deiner Rosen zu erhalten. 

Regelmäßiges Schneiden für eine gepflegte Optik

Rosen müssen jedes Jahr geschnitten werden, sonst entsteht schnell ein wilder Dschungel aus langen Trieben, die nur wenig Blüten tragen. Die Pflanzen beginnen stark zu verholzen und im unteren Bereich zu verkahlen. Es bilden sich Wildtriebe und Deine einst so edle Rose gerät völlig aus der Form. Doch nicht jede Rose darf beim jährlichen Schnitt gleich stark zurückgeschnitten werden. Berücksichtige die Besonderheiten und Bedürfnisse der unterschiedlichen Rosenklassen, dann können die Pflanzen ihre Schönheit am besten entfalten.

Zu welcher Gruppe gehören Deine Rosen?

Die verschiedenen Rosengruppen, werden unterschiedlich stark zurückgeschnitten. Daher gilt es zuallererst einmal herauszufinden, zu welcher Gruppe Deine Pflanze gehört. Am einfachsten ist es natürlich, direkt beim Kauf nachzufragen. In den meisten Fällen ist die gärtnerische Zuordnung auch auf dem Etikett vermerkt. Falls Du viele Rosen besitzt, ist es hilfreich, die einzelnen Pflanzen mit Schildern, auf denen der Sortenname sowie die entsprechende Art oder Gruppe vermerkt ist, zu versehen. Stilvolle Porzellanetiketten oder Emailleschilder sehen edel aus und dienen Dir als Gedächtnisstütze.

Unkomplizierte Wildrosen für naturnahe Gärten

Besonders pflegeleicht sind Wildrosen. Sie blühen zwar nur einmal, doch mit ihren leuchtenden Hagebutten schmücken sie den Garten bis weit in den Winter hinein, wenn alle anderen Blumen längst verblüht sind. Die ungefüllten Blüten wirken anmutig und natürlich. Im Gegensatz zu vielen dichtgefüllten Zuchtsorten bieten sie reichlich Nahrung für Bienen, Hummeln und viele andere Insekten. Die Hagebutten wiederum stellen während der kalten Jahreszeit eine wichtige Futterquelle für hungrige Vögel dar. Außerdem lassen sich daraus herrliche Wildfruchtkonfitüren, Gelees, Säfte und Tee zubereiten.

"Pflanze den Bienen zuliebe auch eine Wildrose oder eine andere einfach blühende Rosenart in Deinem Garten."
Mein Tipp

Keine Angst vor Fehlern!

Zugegeben, der Rosenschnitt ist ein komplexes Thema, über das sich sogar Fachleute trefflich streiten können. Das soll Dich jedoch nicht davon abhalten, Deine Rosen zu schneiden, selbst wenn Du blutiger Anfänger bist. Verzichtest Du nämlich aus Angst vor Fehlern auf das Schneiden, werden Deine Rosen mit der Zeit verkahlen und immer weniger Blüten hervorbringen. Auch wenn Du am Anfang nicht alles richtig machst, ist das kein Problem. Rosen sind robust und verzeihen Dir jeden Anfängerfehler. Fass Dir ein Herz und schneide einfach drauf los. Die beste Pflege für Deine Rosen ist ein regelmäßiges Schneiden – im Frühjahr und im Sommer.

Rosenschnitt im Frühjahr

Die beste Zeit, Deine Rosen zu schneiden, ist im Frühjahr, wenn Deine Rosen aus dem Winterschlaf erwachen. Nun kannst Du Deinen Diven eine Verjüngungskur gönnen, damit sie frisch und gepflegt in die neue Gartensaison starten können. Auf einen Herbstschnitt solltest Du lieber verzichten. Hier besteht das Risiko, dass die Wunden vor dem ersten Kälteeinbruch nicht mehr gut verheilen können und die Pflanzen zurückfrieren. Auch wenn die Beete den Winter über etwas wilder aussehen, solltest Du die Schere nach dem Sommer besser im Schrank lassen. Im Frühjahr kannst Du erfrorene, kranke oder beschädigte Triebe gut erkennen und diese entfernen.

Der richtige Zeitpunkt für den Frühjahrsschnitt

Wann genau es Zeit wird, zur Schere zu greifen, lässt sich nicht am Kalender ablesen. Je nachdem wo Du wohnst und wie sich das Jahr entwickelt, kannst Du etwa zwischen Anfang und Ende März loslegen. Zum Glück zeigt Dir Natur genau an, ab wann keine Kahlfröste mehr drohen: Sobald die Forsythien blühen, brauchst Du keine heftigen Wintereinbrüche mehr zu fürchten. Nun kannst Du beruhigt zur Schere greifen. Auch ein Blick auf Deine Rosen selbst gibt Dir Gewissheit. Wenn die Augen, das sind die verdickten Stellen an den Zweigen, anschwellen und rötlich färben, ist es tasächlich so weit.

Moderne Rosen schneiden – öfterblühende Edelrosen, Beetrosen & Zwergrosen

Besonders beliebt sind heute Edelrosen (Teehybriden). Sie begeistern mit ihren großen, elegant geformten Blüten, die meist einzeln am Stiel sitzen und gut für die Vase geeignet sind. Als robuste Dauerblüher schmücken sie Deinen Garten von Ende Mai bis zum Frost. Sie werden durchschnittlich etwa 60 bis 100 cm hoch, wachsen aufrecht und sind nicht so stark verzeigt.

Beetrosen (Polyantha- oder Floribundarosen) hingegen wachsen üppiger und blühen zumeist in Blütenbüscheln. Sie gelten als sehr gesund und punkten aufgrund ihres Blütenreichtums mit einer tollen Fernwirkung. Die Pflanzen werden in etwa 60 bis 120 cm hoch. Wie bei den Edelrosen kommen auch bei den Beetrosen duftende Sorten eher selten vor. Bei der Zucht wird hier mehr Wert auf Pflanzengesundheit als auf einen verführerischen Duft gelegt.

Zwergrosen werden maximal 15 bis 30 cm hoch und sehen sowohl im Blumenbeet als auch in Pflanzgefäßen und Balkonkästen entzückend aus. Nicht nur die Pflanzen selbst, sondern auch ihre Blüten sind eher klein, dafür erscheinen sie überreichlich und hüllen die Rosen den Sommer über in ein farbenfrohes Kleid.
  • Schneide zum Zeitpunkt der Forsythienblüte alle Triebe auf etwa 15 bis 20 cm zurück.
  • Der Schnitt erfolgt etwa 5 mm über einem Auge.
  • Entferne abgestorbene, beschädigte und alte Triebe.
  • Schneide alle Triebe, die dünner als ein Bleistift sind, sowie Verästelungen aus.
  • Entferne zum Schluss alles alte Laub, das noch an der zurückgeschnittenen Pflanze verblieben ist.

Öfterblühende Strauchrosen und Englische Rosen schneiden

Im Prinzip sind alle Rosen Sträucher. Die Bezeichnung Strauchrose spielt jedoch auf den strauchförmigen Wuchs an. Mit ihrem schönen Habitus sieht eine Strauchrose von allen Seiten gut aus und machen somit als Solitärpflanzen eine gute Figur. Je nach Sorte werden sie zwischen 100 cm und 300 cm hoch.

Als Englische Rosen werden Kreuzungen aus Alten Rosen und Teehybriden / Floribundarosen bezeichnet. Insbesondere die unzähligen bezaubernden Sorten des berühmten britischen Züchters David Austin werden mit dem Begriff der Englischen Rose in Verbindung gebracht.

  • Schneide zum Zeitpunkt der Forsythienblüte den Strauch um etwa ein Drittel oder um die Hälfte zurück.
  • Strauchrosen sind wüchsiger und werden daher weniger stark geschnitten. Englische Rosen dürfen kräftiger zurückgeschnitten werden.
  • Achte darauf, dass beim Schneiden die Kuppelform erhalten bleibt. In der Mitte sollten die Triebe etwas länger sein, als an den Seiten.
  • Schneide den Haupttrieb jeweils kurz über einem kräftigen, jungen Seitentrieb zurück. Jeder alte Trieb sollte mit einem jungen abschließen.
  • Kürze die jungen Triebe auf etwa 3 Augen (ungefähr 10 cm) ein.
  • Alle 2 bis 3 Jahre werden die ältesten zwei Triebe 20 cm über dem Boden abgeschnitten.
  • Schneide alle dünnen Verästelungen sowie altes, krankes Holz heraus.
  • Entferne zum Schluss alles alte Laub, das noch an der zurückgeschnittenen Pflanze verblieben ist.

Hochstammrosen schneiden

Sie sehen aus wie kleine Bäume, die über und über mit Blüten besetzt sind. Hochstammrosen entstehen durch die Veredelung von Edel-, Beet- oder Zwergrosen auf einer entsprechend langen Unterlage. Je nach Wuchshöhe unterscheidet man zwischen Hochstämmchen, Halbstämmchen und Fußstämmchen. Wird zur Veredelung eine Kletterrose verwendet, spricht man von einer Kaskadenrose, deren Triebe wie die Zweige von Trauerweiden herunterhängen. 

Stammrosen werden im Prinzip wie Edelrosen geschnitten:

  • Kürze zur Zeit der Forsythienblüte alle Triebe auf etwa 10 cm (3 Augen) ein.
  • Für einen schönen Kronenaufbau gilt es darauf zu achten, dass das oberste verbleibende Auge nach außen zeigt.
  • Achte auf eine leichte Kuppelform.
  • Entferne erfrorene, kranke und beschädigte Triebe sowie dünne Verästelungen.
  • Entferne das alte Laub vom Vorjahr.

So schneidest Du Kaskadenrosen:

  • Lichte die Rose unbedingt jährlich zur Zeit der Forsythienblüte aus, sonst werden die Triebe zu lang und es droht Windbruch.
  • Reduziere das Volumen der Krone etwa um ein Drittel.
  • Eine Kaskadenstütze hilft Dir, Deine Rose in Form zu bringen. Durch waagrechtes Anbinden kannst Du den Blütenreichtum fördern.
  • Sorge dafür, dass neue Triebe den alten Leittrieb ersetzen und binde sie anstelle des alten Triebes am Gestell an.
  • Zweijährige Triebe erkennst Du daran, dass sie noch keine Seitentriebe besitzen. Kürze sie um etwa ein Drittel ein und binde sie an.
  • Suche nun nach dreijährigen Trieben. Diese weisen zumeist viele Seitentriebe mit Blütenständen auf. Kürze die Seitentriebe auf etwa 15 cm (3 bis 4 Augen).
  • Schneide die vierjährigen Triebe stark zurück und ersetze sie durch einen jungen Leittrieb.
  • Schneide alle dünnen Verästelungen sowie altes, krankes Holz heraus.
  • Entferne zum Schluss alles alte Laub, das noch an der zurückgeschnittenen Pflanze verblieben ist.
"Eine gute Möglichkeit, Deine Kaskadenrosen in Form zu bringen und vor Windbruch zu schützen, ist eine sogenannte Kaskadenstütze. Das Gestell sollte witterungsbeständig sein und über biegsame Arme verfügen."
Mein Tipp

Einmalblühende Rosen schneiden

Leidenschaftliche Rosenliebhaber sind häufig von Alten Rosen begeistert. Ihr überschwänglicher Blütenreichtum, die wundervollen Schalenblüten in cremigen Pastelltönen und ihr betörender Duft, der den Garten durchströmt lässt das Gärtnerherz höher schlagen. Zwar haben historische Rosen, Rambler und auch viele Kletterrosen nur eine Blüte pro Jahr, dafür fällt diese besonders üppig aus und dauert häufig wochenlang an. Die robusten Sträucher gelten als besonders winterhart und gedeihen auch ohne Pflegeaufwand gut. 

Einmal blühende Rosen bilden ihre Blüten an den zweijährigen Trieben. Daher ist es hier wichtig, zu erkennen, wie alt die Triebe sind.

  • Schneide zum Zeitpunkt der Forsythienblüte den Strauch um etwa ein Drittel zurück.
  • Je wüchsiger die Pflanze, desto weniger stark sollte sie geschnitten werden.
  • Suche alle zweijährigen Trieben heraus, die sich im letzten Sommer nach der Blüte gebildet haben. Sie haben sich mittlerweile zu überlangen Ruten ohne Seitentriebe entwickelt. Schneide sie so tief zurück, dass sie wieder zur Strauchform passen.
  • Mache Dich nun auf die Suche nach den dreijährigen Trieben, welche bereits im vergangenen Jahr geblüht haben. Sie besitzen nun meist bereits zwei oder drei Seitentriebe die beinahe senkrecht in die Höhe wachsen. Lass davon ein bis zwei Seitentriebe stehen und kürze sie auf 15 cm ein (das entspricht 3 bis 4 Augen). Entferne alle weiteren Seitentriebe bis zum Haupttrieb.
  • Kürze alle vierjährigen Triebe bis kurz über einen kräftigen jungen Seitentrieb im unteren Bereich. Das sorgt dafür, dass der trieb wieder neue Blüten bilden kann.
  • Ältere Triebe kannst Du 5 cm über dem Boden abschneiden.
  • Schneide alle dünnen Verästelungen sowie altes, krankes Holz heraus.
  • Entferne zum Schluss alles alte Laub, das noch an der zurückgeschnittenen Pflanze verblieben ist.
"Ist Deine Historische Rose vergreist, kannst Du den Strauch verjüngen, indem Du im Frühjahr ein Drittel der Triebe radikal zurückschneidest. Im Sommer kommt das nächste Drittel an die Reihe, der Rest folgt im nächsten Frühjahr."
Mein Tipp

Kletterrosen schneiden

Kletterrosen erklimmen mühelos Mauern, Spaliere, Obelisken, die Pergola oder umranken Dein Gartentor. Dabei neigen sie dazu, im unteren Bereich zu verkahlen. Das ist ganz natürlich, kann aber durch den richtigen Schnitt ein wenig korrigiert werden. Kletterrosen werden ganz ähnlich geschnitten wie einmalblühende Rosen. Neben dem Schnitt spielt bei diesen Rosen auch das Anbinden eine wichtige Rolle, da es Einfluss auf die Blütenbildung hat. Wächst ein Trieb aufrecht, bildet er nur im oberen Bereich einige Blüten. Bindest Du die Triebe in einem flachen Winkel an, treiben alle nach oben zeigenden Augen aus und lassen kurze Blütentriebe entstehen.

  • Schneide zum Zeitpunkt der Forsythienblüte den Strauch um maximal ein Drittel zurück.
  • Sieh Dir die Rose danach genau an und teile sie von oben nach unten in Teilbereiche von etwa 35 cm ein. Schneide in jedem dieser imaginären Teilbereiche einige Leittriebe zurück. So erreichst Du, dass die Rose auf verschiedenen Höhen blüht.
  • Kürze nun in jedem Teilbereich einige Haupttriebe bis zu einem jungen, kräftigen Seitentrieb.
  • Lass die jungen Basistriebe stehen und binde sie an. Sie entwickeln sich zu neuen Haupttrieben.
  • Je nachdem, ob Deine Rose an einem Spalier, einem Rosenbogen oder an einem Obelisken wächst, kannst Du ihren Wuchs durch das Anbinden der Triebe bestimmen.
  • Lass einige senkrecht nach oben wachsen, damit ein gewisses Höhenwachstum gegeben ist.
  • Binde die anderen Triebe in einem Winkel von etwa 40° an, damit sie im gesamten Verlauf viele Blütentriebe bilden können.
  • Ältere Triebe die bereits zuvor angebunden waren, kannst Du auf etwa 10 cm (3 Augen) einkürzen.
  • Sämtliche alte Triebe, die Du im Vorjahr auf diese Weise verjüngt hast, werden komplett entfernt.
  • Schneide alle dünnen Verästelungen sowie altes und krankes Holz heraus.
  • Entferne zum Schluss alles alte Laub, das noch an der zurückgeschnittenen Pflanze verblieben ist.
"Die beste Lösung um kahle Stellen im unteren Bereich der Kletterrose zu kaschieren ist eine Unterpflanzung mit Rosenbegleitern wie Katzenminze, Lavendel, Frauenmantel, Buchsbaum oder Steppensalbei."
Mein Tipp

Ramblerrosen schneiden

Bei Ramblern handelt es sich um Schlingrosen, die zum Teil eine enorme Wuchskraft an den Tag legen. Sie können Fassaden hochklettern, alte hohe Bäume erklimmen und sogar Dächer überranken. Sie blühen meist nur einmal – im Frühsommer. Ihre unzähligen kleinen Blüten, die in üppigen Büscheln erscheinen, sorgen für ein gewaltiges Farbfeuerwerk im Garten. Ihre biegsamen Triebe können viel Meter lang werden und sind anders als bei Kletterrosen weich und elastisch. Aufgrund ihrer Wuchsgewalt ist das Schneiden von Ramblerrosen gar nicht so einfach. Starkwachsende Rambler müssen nicht regelmäßig geschnitten werden. Sie sehen auch ohne Schnitt toll aus und bilden attraktive Hagebutten.

  • Schwachwüchsige Rambler kannst Du zur Zeit der Forsythienblüte einfach wie Kletterrosen schneiden.
  • Entferne dünne Verästelungen – Rambler besitzen so viele Triebe, dass Du ruhig radikal vorgehen kannst. Lass lediglich die kräftigsten Triebe stehen.
  • Reduziere die Triebzahl auf verschiedenen Höhen, so erhalten alle Triebe genug Licht.
  • Bei starkwachsenden Ramblern kannst Du die Rose immer dann zurückschneiden, wenn Dich etwas an ihrer Form stört.
  • Alle 10 Jahre empfiehlt es sich, die Pflanze auf etwa 60 cm zu kürzen, um sie zu verjüngen.
  • Wenn die Rose zu hoch ist, kannst Du das alte Laub an der Pflanze belassen.
"Ramblerrosen sind perfekt für naturnahe Gärten. Sie sehen wildromantisch aus und bieten Vögeln und Insekten Nahrung und Lebensraum. "
Mein Tipp

Allgemeines zum Schneiden von Rosen

So gelingt der Schnitt – die Grundregeln

  • Rosen werden auf Augen geschnitten. Als Auge bezeichnet man dabei die Verdickungen an den Stielen, aus denen sich neue Triebe bilden können.
  • Entferne zuerst dürres, abgefrorenes oder krankes Holz.
  • Schneide zu dicht und quer stehende und Zweige heraus.
  • Schneide die Triebe nun etwa 5-10 mm über einem nach außen zeigenden Auge ab.
  • Der Schnitt sollte leicht schräg verlaufen.

Die richtige Schere für den Rosenschnitt

Das A und O für einen gelungenen Schnitt ist eine gute Schere. Sie sollte scharf sein, akkurat schneiden und gut in der Hand liegen. Eine stumpfe Schere quetscht die empfindsamen Triebe, was unschön aussieht und die Entstehung und Verbreitung von Krankheiten begünstigt. Beim Schneiden entstehen Wunden, die es möglichst klein zu halten gilt. Reinige und desinfiziere die Schneide der Rosenschere jedes Mal nach dem Schnitt und trockne sie danach mit einem Tuch ab. Für starkwüchsige Kletterrosen und Rambler empfiehlt sich der Einsatz einer Astschere. Damit kannst Du auch dicke, verholzte Triebe mühelos schneiden.

"Tipp: Spare nicht beim Kauf Deiner Rosenschere. Ein gutes Modell schont Deine Rosen und hält sie gesund. Hochwertige Scheren lassen sich nachschärfen und leisten viele Jahre gute Dienste."
Mein Tipp

Beeinflusse die Form Deiner Rosen

Durch den Schnitt kannst Du direkten Einfluss auf den Wuchs Deiner Rose nehmen. Je tiefer Du den Trieb herunterschneidest, desto kräftiger und länger wird der neue Trieb sein. Daher dürfen schwachwüchsige Rosensorten gerne kräftig zurückgeschnitten werden. Das regt ihr Wachstum an. Bei ohnehin recht wuchsfreudigen Sorten solltest Du besser etwas zurückhaltender sein. Mit einem weniger tiefen Schnitt kannst Du diese Rosen kompakter halten.

Locker oder kompakt?

Prinzipiell wird empfohlen, die Schere stets über einem nach außen zeigenden Auge anzusetzen. Dadurch entsteht ein nach außen wachsender Trieb, was der Pflanze zu einem lockeren Wuchs verhilft. Auf diese Weise haben die Blüten genug Platz und kommen besser zur Geltung. Außerdem kann das Laub kann nach einem Regen gut abtrocknen, was wichtig für die Vermeidung von Krankheiten ist. Allerdings gibt es auch Rosensorten, die eher dünntriebig wachsen und dadurch leicht auseinander fallen. Abraham Darby von David Austin ist ein gutes Beispiel. Ihre dichtgefüllten, becherförmigen Blüten sind recht schwer und neigen ohnehin dazu kopfüber zu hängen. Indem Du bei dieser Sorte über nach innen zeigenden Augen schneidest, bleibt der Strauch kompakter und sieht gepflegter aus.

Die perfekte Schnittführung

Achte darauf, dass der Schnitt etwa 5 bis 10 mm oberhalb einer Knospe verläuft und dabei leicht schräg ansteigt. Auf diese Weise kann das Regenwasser abfließen. Ein zu schräger Schnitt führt allerdings zu einer größeren Wundfläche. Je kleiner die Wunde, desto schneller verheilt sie.   

Hygiene beim Rosenschnitt

Desinfiziere Deine Schere, um die Rosen nicht mit Krankheiten zu infizieren. Entferne im Zuge der Schnittmaßnahmen sämtliche abgestorbenen, erfrorenen, kranken oder beschädigten Triebe. Schneide dabei den ganzen Trieb weg oder schneide ihn bis ins gesunde Holz zurück. Im Frühjahr tragen die Rosen meist noch einen Teil ihres Blätterkleides aus dem Vorjahr. Um die Verbreitung von Pilzkrankheiten zu unterbinden, solltest Du das alte Laub vollständig entfernen und im Restmüll entsorgen.

"Kranke Triebe und Blätter, die Spuren von Pilzkrankheiten aufweisen, dürfen nicht kompostiert werden. Entsorge Rosenschnitt am besten im Hausmüll."
Mein Tipp

Rosenschnitt im Sommer

Nach dem Frühjahrsschnitt treiben Deine Rosen kräftig aus. Im Juni stehen sie dann in voller Blüte. Nach dem ersten Blütenflor gilt es, die abgeblühten Blütenstände zu entfernen, damit die Pflanze ihre Kraft nicht für die Ausbildung von Früchten, sondern für eine erneute Blüte einsetzt. Bei einmalblühenden Rosen kannst Du auf das Entfernen der Blüten verzichten und die Entwicklung der Hagebutten zulassen. Bei allen anderen Gruppen empfiehlt es sich, die Blüten oder Blütendolden sofort nach dem Verblühen abzuschneiden. Dabei schneidest Du die Triebe nicht zu stark zurück, damit sich möglichst bald neue Blüten zeigen. 

Neben dem Erhalt der Blühfreudigkeit, gibt es noch Gründe für einen Pflegeschnitt im Sommer: Überlange Triebe sollten gekürzt werden, bevor der Wind sie abbricht. Auch kranke Pflanzenteile müssen unverzüglich entfernt werden. Achte beim Schneiden darauf, dass die Triebe Deiner Rose nicht zu dicht stehen. Auf diese Weise kann das Laub gut abtrocknen, was das Risiko von Pilzkrankheiten minimiert. 

"Wie bei allen anderen Pflanzen auch, ist das oberste Ziel einer Rose, sich zu vermehren. Sobald sie Hagebutten gebildet hat, ist dieses Ziel erreicht und die Rose treibt keine neuen Blüten mehr. Daher solltest Du abgeblühte Blütenstände sofort abschneiden."
Gut zu wissen

Warum Du Deine Rosen im Sommer regelmäßig schneiden solltest:

  • Der Sommerschnitt erhöht die Blühkraft.
  • Sommerliches Schneiden hält Deine Rosen gesund und schön kompakt.
  • Im Mai hast Du Gelegenheit, junge Rosen mit zu wenigen Trieben zu pinzieren um eine stärkere Verzweigung zu erreichen.
  • Wildtriebe können den ganzen Sommer über entfernt werden.

Beet- und Edelrosen im Sommer schneiden

Bei modernen Rosen mit kompaktem Wuchs reicht es, die welken Blüten direkt über dem nächsten gesunden Fünfblatt abzuschneiden. Lediglich starkwüchsige Sorten können etwas stärker zurückgeschnitten werden. Nach etwa eineinhalb Monaten kannst Du Dich bereits über die nächste Blüte freuen. Auch Zwergrosen kannst Du auf diese Weise schneiden.

Mit diesem Trick machst Du Deine Edelrosen zu Dauerblühern

Wenn Du Dir eine kontinuierliche Blüte ohne längere Pausen wünschst, kannst Du bei modernen Rosen zu folgendem Trick greifen: Entferne etwa drei Wochen vor der ersten Blüte des Jahres bei jedem vierten Blütentrieb die Blütenknospen mitsamt der obersten drei Blätter. Während die anderen Triebe blühen, entwickeln sich an den zurückgeschnittenen Trieben bereits Jungtriebe, die wenige Wochen später in Blüte stehen.

"Versorge Deine Rosen direkt nach dem Schnitt mit Dünger, damit sie genug Energie für die nächste Blüte haben."
Mein Tipp

Strauchrosen im Sommer schneiden

Strauchrosen sind teilweise sehr wüchsig. Insbesondere einmalblühende Sorten bilden viele junge Triebe. Diese blühen erst im nächsten Jahr und verdecken teilweise die tieferliegenden Blüten. Schneide die neuen Triebe so zurück, dass die Blüten sichtbar sind. Nach der Blüte entfernst Du bei öfterblühenden Strauchrosen die Blüten mitsamt der ersten drei Blätter. Lange Triebe kürzt Du einfach so ein, dass sie zum Rest der Pflanze passen. Bei einmalblühenden Strauchrosen bietet sich nun die Gelegenheit, den Strauch in Form zu bringen. Kürze überlange Triebe so ein, dass die Pflanze harmonisch wirkt. Abgeblühte Blütenstände kannst Du am Strauch lassen, sie entwickeln sich zu Hagebutten.

Lass die Johannitriebe stehen

Im Spätsommer beginnen lange Triebe aus der Basis, die sogenannten Johannitriebe, die Strauchrosen zu überragen. Diese Triebe sehen etwas unordentlich aus, sind aber wichtig um den Strauch vital zu halten. Später werden sie die alten Leittriebe ersetzen. Lass die Johannitriebe bis zum nächsten Frühjahr stehen, dann kannst Du sie etwas einkürzen.  

Kletterrosen im Sommer schneiden

Sobald Kletterrosen drei Jahre alt sind, ist es höchste Zeit, mit der Erziehung zu beginnen. Wer das verabsäumt, hat in einigen Jahren nur noch im oberen Bereich Blüten, während die Pflanze unten zusehends verkahlt. Im Alter von zwei bis drei Jahren sind die meisten Kletterrosen bereits etwa zwei Meter hoch. 

Binde nun zumindest einen Teil der Triebe waagrecht oder fächerförmig an, dann erhältst Du viel mehr Blüten, die sich über die gesamte Wuchshöhe der Rose verteilen. Schneide alle Jungtriebe aus, die in die falsche Richtung wachsen und binde die anderen Triebe fest. Im Juli bilden sich an der Basis die Johannitriebe, welche die Pflanze jung halten und für Höhenwachstum sorgen. Sie sind anfangs noch biegsam und können gut eingeflochten oder festgesteckt werden.

Ramblerrosen im Sommer schneiden

Wuchsgewaltige Rambler, die an Fassaden oder Bäumen hochwachsen, benötigen keinen Sommerschnitt. Das wäre auch gar nicht machbar. Störende Triebe kannst Du jederzeit entfernen. Weghängende Ruten werden nun nach Möglichkeit festgebunden oder ebenfalls abgeschnitten.

Kleinere Rambler an Rosenbögen müssen nun in Form gebracht werden, damit sie den Bogen nicht überwuchern. Nach der Blüte kannst Du einen Teil der verblühten Triebe anbinden, und den anderen Teil zurückschneiden. Bilden sich im Verlauf des Sommers im oberen Bereich lange Jungtriebe, die sich nicht gut einbinden lassen, kannst Du diese knapp über ihrem Ursprung abschneiden.

Rosen im Naturgarten

Wer seinen Garten naturnah gestalten möchte, sollte auf einmalblühende Rosen setzen. Diese musst Du nicht unbedingt schneiden. Sie haben von Natur aus eine schöne Wuchsform und entwickeln sich innerhalb weniger Jahre zu halbkugeligen Sträuchern, die vielen Kleintieren als Lebensraum dienen. Lass auch abgestorbene Triebe stehen, sie dienen dem Strauch als ‚Gerüst‘. Um einen vergreisten Strauch zu verjüngen, kannst Du ihn direkt nach der Blüte stark zurückschneiden. Er wird bald darauf viele neue Triebe bilden. 

Spezielle Schnittmaßnahmen

Wildtriebe entfernen

Mit Ausnahme der Wildrosen handelt es sich bei den Rosen in unseren Gärten um veredelte Pflanzen. Mitunter kann es vorkommen, dass die Unterlage nach einiger Zeit durchtreibt. Diese Wildtriebe treten stets unterhalb der Veredelungsstelle auf und sehen etwas anders aus, als der Rest der Pflanze. Die Blätter sind meist heller, weniger glänzend und und haben einen anderen Aufbau. Während sich die Laubblätter moderner Kulturrosensorten zumeist aus fünf Fiederblättchen zusammensetzen, haben Wildrosen sieben oder gar neun Fiederblättchen. Diese sind meist deutlich kleiner und zarter als bei der Edelsorte. Bei Historischen Rosen sieht die Sache anders aus, da hier oftmals das Laub dem der Wildrosen recht ähnlich sieht. In diesem Fall solltest Du genau überprüfen, ob der vermeintliche Wildtrieb tatsächlich unterhalb der Veredelungsstelle entspringt.

Ausreißen oder abschneiden

Die beste Methode, Wildtriebe zu entfernen, ist sie mit einem kräftigen Ruck abzureissen. Das klingt zwar brutal, ist aber sehr effektiv, da dabei der Astring vollständig entfernt wird und so nicht wieder austreiben kann. Wer den Wildtrieb lieber mit der Schere abschneidet, legt den Wurzelhals der Rose vorsichtig mit einer kleinen Schaufel frei. Sobald Du die Ansatzstelle des Triebes gut erreichen kannst, setzt Du die Schere so nahe wie möglich am Wurzelhals an, um den wulstigen Astring an der Basis des Triebes ebenfalls zu entfernen.

Blindtriebe schneiden

Wenn Deine Rosen zwar kräftig austreiben, aber einfach keine Blüten bilden wollen, kannst Du durch dies durch Schnittmaßnahmen korrigieren. Blütenlose Triebe werden von Profigärtnern als ‚Blindtriebe‘ bezeichnet. Weil die Blüten sich stets an der obersten Wuchsknospe bilden, bleibt der Trieb blütenlos, wenn diese dominante Knospe abstirbt. 

Ursachen für Blindtriebe

Besonders häufig kommen Blindtriebe bei aufrecht wachsenden Rosensorten vor. Doch auch andere Aspekte können zur Entstehung von Blindtrieben führen. Eine üppige Blüte kostet Deine Rosen viel Kraft. Bei schlechter Nährstoffversorgung kann die Blüte daher ausbleiben. Der Rosentriebbohrer, ein Schädling, dessen Larven sich durch die Triebspitzen fressen, ist ebenfalls häufig die Ursache, wenn ein gesunder, saftiger Trieb nicht blüht. Auch große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht oder ein zu kräftiger Rückschnitt im Frühjahr können die Bildung von Blindtrieben begünstigen.

So verwandelst Du Blindtriebe in blühende Triebe

Schneide die Triebspitze über dem nächsten gesunden Fünfblatt ab. Aus der Blattachsel bildet sich ein neuer Trieb, der schon bald Knospen bildet. 

Rosen pinzieren

Du hast neue Rosen gepflanzt und nun treiben einige nur mit zwei oder gar mit nur einem Trieb aus? Im späten Frühjahr bietet sich noch die Möglichkeit, die Anzahl der Triebe durch einen Rückschnitt zu erhöhen. Diese Technik nennt man ‚Pinzieren‘. Lass Rosen mit so wenigen Trieben erst gar nicht zur Blüte kommen. Warte nicht zu lange – sondern greife am besten noch im Mai zur Schere!

Kürze die Triebe auf zwei bis drei Blattpaare und belasse das Laub an der Pflanze. Innerhalb weniger Wochen wird die Rose nun einige neue Triebe gebildet haben. Das gibt ihr die Chance, sich zu einer kräftigen Pflanze mit deutlich mehr Blüten zu entwickeln.

"Auch wenn die Rose bereits vielversprechende Knospen trägt, macht ein Rückschnitt im Mai noch Sinn. Zwar kommt sie dadurch erst später zur Blüte, doch mit ihrem buschigeren Wuchs und einer Vielzahl an neuen Blüten wirkt sie einfach attraktiver."
Mein Tipp

Fazit

Damit Deine Rosen vital bleiben und üppig blühen, müssen sie jedes Jahr geschnitten werden. Besonders bei Edel- und Beetrosen ist ein regelmäßiger Schnitt notwendig, da die Pflanzen sonst verkahlen, Wildtriebe bilden und stark an Blühfreude einbüßen. Wildrosen und einmalblühende Strauchrosen entwickeln sich meist auch ohne Schnittmaßnahmen gut. Wenn Du moderne Rosen besitzt, solltest Du nicht zögern, regelmäßig zur Schere zu greifen. Als Gartenanfänger wirst Du anfangs vielleicht Fehler machen, doch das verkraften Deine Rosen problemlos. Nur, wer es wagt, und seine Rosen mehrmals im Jahr schneidet, wird mit einer reichen Blütenpracht belohnt.

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