Tomaten richtig düngen

Du bist Dir unsicher, wie viel Dünger Deine Tomaten brauchen und welches Düngemittel das richtige ist? Tomaten sind Starkzehrer, das bedeutet, sie entziehen dem Boden beim Wachstum viele Nährstoffe, allen voran Stickstoff. Damit sich die Pflanzen optimal entwickeln können und gesunde, schmackhafte Früchte bilden, solltest Du sie zur richtigen Zeit mit dem passenden Dünger versorgen. Hier erfährst Du, welche Düngemittel geeignet sind und wann Du sie am besten anwendest.

Tipps für richtiges Düngen

  • Bereite den Boden im Herbst oder im Frühjahr mit Kompost oder Stallmist auf.
  • Dünge die Tomaten etwa vier Wochen nach dem Pflanzen das erste Mal.
  • Beachte bei der Dosierung den Nährstoffgehalt Deines Gartenbodens.
  • Tomatenvolldünger sollte maximal alle vier Wochen eingesetzt werden.
  • Natürliche Düngemittel wie Pflanzenjauchen oder Kompost dürfen häufiger angewendet werden.
  • Während der Blütezeit und der Fruchtentwicklung benötigt die Pflanze generell mehr Nährstoffe.
  • Dünge morgens, solange die Sonne noch nicht so stark ist. Bei Hitze und Trockenheit eingesetzt können Düngemittel zu Verbrennungen an den Wurzeln und Blättern führen.
  • Bei der Düngung gilt stets: besser Unterdosieren als Überdosieren! Das Schlimmste, was bei einer Unterdosierung passieren kann, ist eine geringere Ernte. Zu viel Dünger kann die Pflanze schädigen, sie empfindlich für Pflanzenkrankheiten machen, Schädlinge anlocken und den Boden aus dem Gleichgewicht bringen.

Welche Nährstoffe brauchen Tomatenpflanzen?

Stell Dir einen Quadratmeter Deines Tomatenbeetes vor. Du möchtest auf dieser Fläche ein Kilo Tomaten ernten? Dafür benötigst Du 3 Gramm Stickstoff, 4 Gramm Magnesium, 3,8 Gramm Kalium und 0,5 Gramm Phosphat. Das klingt sehr kompliziert? Keine Sorge, ganz so exakt müssen diese Werte natürlich nicht sein. Deine Pflanzen sind mit einem gut und ausgewogen gedüngten Boden auf jeden Fall zufrieden. Einseitige und übertriebene Düngung hingegen kann ihnen schaden.

Werfen wir noch einmal einen genaueren Blick auf die einzelnen Nährstoffe: 

Stickstoff

STICKSTOFF ist ein essenzieller Nährstoff für jede Pflanzenart. Ohne Stickstoff kein Wachstum. Das Nährelement hilft, Chlorophyll aufzubauen und unterstützt so das Blattwachstum. Allerdings führt übermäßige Stickstoffzufuhr dazu, dass Deine Tomatenpflanze viel zu schnell in die Höhe schießt und übergroße dunkelgrüne Blätter bildet. Die langen Triebe bleiben weich und instabil, was sie anfällig für Pflanzenkrankheiten und attraktiv für Pflanzensaft saugende Schädlinge macht. Deshalb ist es wichtig, dass Du es bei der Stickstoffdüngung nicht übertreibst. Da die Dosierung von Kunstdüngern für Laien oft schwierig ist, empfehlen sich hier organische langsam wirkende Düngemittel wie Kompost oder Hornspäne.

Magnesium

Wie wir Menschen benötigen auch Pflanzen MAGNESIUM. Als Baustein des Chlorophylls ist Magnesium für die Fotosynthese unerlässlich. Ein Magnesiummangel macht sich bald durch gelbliche Blätter bemerkbar. Der Magnesiumbedarf Deiner Pflanzen hängt stark von der Zusammensetzung Deines Gartenbodens ab. Tonreiche, schwerere Erde enthält mehr Magnesium als sandig leichtes und eher saures Substrat.

Kalium

KALIUM reguliert den Wasserhaushalt der Pflanze. Es festigt die Zellwände und erhöht die Krankheitsresistenz. Das Nährelement fördert die Fruchtbildung und macht die Tomaten wohlschmeckend und besser lagerfähig. Zu viel davon wirkt jedoch kontraproduktiv und hemmt das Wachstum der Pflanze.

Phosphor

Als Energieträger ist PHOSPHOR an allen Stoffwechselvorgängen der Pflanze beteiligt. Ein Mangel macht sich durch Kümmerwuchs und rötlich verfärbte Blätter bemerkbar. Die Pflanze blüht verspätet und bildet kaum Früchte. Eine Überversorgung mit Phosphor wiederum behindert, die Aufnahme von Kupfer und Eisen.


"Nur wer seinen Gartenboden kennt, weiß, was er ihm geben muss. Mit einem Boden-Analyse Set kannst Du selbst herausfinden, was Deinem Boden fehlt. Alternativ kannst Du die Probe auch in ein Labor schicken."
Mein Tipp

Welche Düngemittel sind für Tomaten geeignet?

Jetzt weißt Du, was Deine Tomate an Nährstoffen zu sich nehmen sollte, um gut zu gedeihen und gesunde Früchte zu tragen. Doch wie gehst Du am besten vor? Zu allererst ist natürlich in jedem Boden bereits eine gewisse Menge an Nährstoffen vorhanden. Überlege, ob es sich bei Deinem Gartenboden um einen schwereren und damit eher nährstoffreichen Lehmboden oder um einen mageren, sandigen und nährstoffärmeren Boden handelt. Dementsprechend fällt auch der Bedarf an Düngemitteln aus. Du hast prinzipiell die Wahl zwischen natürlichem organischen Dünger und künstlich hergestelltem mineralischen Dünger.

Organische Düngemittel

Pflanzliche und tierische Abfälle geben dem Boden das zurück, was wir ihm durch das Gärtnern entziehen. Organischer Dünger ist eine natürliche und umweltfreundliche Form der Nährstoffversorgung und belebt die Erde, indem er Bodenlebewesen anlockt. Allerdings solltest Du hier darauf achten, dass die verschiedenen Dünger ‘reif‘, das bedeutet gut gelagert und damit nicht mehr aggressiv sind.

Kompost

Gut gereifter Kompost ist der natürlichste Dünger überhaupt. Er enthält alle wichtigen Nährstoffe, verbessert langfristig die Bodenstruktur und lässt sich noch dazu kostenlos selbst herstellen. Arbeite das ‘schwarze Gold’, wie der wertvolle Naturdünger auch genannt, wird bereits vor dem Aufpflanzen der Tomaten ins Beet ein. Vorausschauende Hobbygärtner reichern den Boden bereits im Herbst mit Kompost an. Während der Wachstumsphase solltest Du Deine Tomatenpflanze alle zwei Wochen mit Kompost versorgen. Zwei Liter pro Quadratmeter sind ein guter Richtwert, den Du je nach Bodenbedingungen entsprechend anpassen kannst. Sobald sich Blüten bilden, kannst Du die Dosierung erhöhen. 

"Bereite das Beet bereits im Spätherbst vor und arbeite Kompost ein. So erwartet Deine Tomaten im nächsten Gartenjahr ein humusreicher Boden."
Mein Tipp

Hornspäne

Horndünger besteht aus den Hörnern und Hufen von Rindern. Er ist sehr stickstoffreich. In Form von Spänen hält die Wirkung des Düngemittels bis zu drei Monate an. Hornmehl wirkt schneller, dafür muss bald nachgedüngt werden. Pro Quadratmeter brauchst Du etwa 100 Gramm.

Kuh- oder Pferdemist

Brennnesseljauche und Beinwelljauche sind hervorragende Stärkungsmittel für Deine Tomatenpflanzen, die gleichzeitig eine gute Düngewirkung haben. Sie sind reich an wichtigen Mineralstoffen und enthalten Kieselsäure, die die Zellwände stärkt und die Pflanzen widerstandsfähig macht. Besonders wirksam ist die Kombination der beiden Jauchen. Verdünne die Jauchen im Verhältnis 1:10 mit Wasser und gieße Deine Tomaten alle 14 Tage mit dieser Mischung. 

Pflanzenjauche

Stallmist ist sehr nährstoffreich, jedoch muss er gut abgelagert sein, um die empfindlichen Wurzeln nicht zu schädigen. Er sollte mindestens 1 Jahr kompostieren, bevor Du ihn im Frühjahr unter das Substrat mischen kannst. Unkomplizierter ist die Verwendung von anwendungsfertigen Pferdedung-Pellets aus dem Gartenmarkt.

"Brennnesselblätter sind außerdem ein ideales Mulchmaterial für Tomaten. Sie unterdrücken das Unkrautwachstum, geben Stickstoff an den Boden ab und bewahren ihn vor dem Austrocknen. "
Mein Tipp

Organischer Flüssigdünger

Wer keine Lust oder Zeit hat, einen Komposthaufen zu hegen oder Pflanzenjauchen herzustellen, muss dennoch nicht auf organischen Dünger verzichten. Flüssigdünger, die meist auf Basis organischer Düngemittel wie Guano (Seevogelkot) oder Melasse hergestellt werden, sind einfach in der Handhabung. Besonders praktisch sind organische Flüssigdünger, die Du der Pflanze mit dem Gießwasser verabreichen kannst. Sie sind auch für Topfpflanzen gut geeignet und entfalten rasch ihre Wirkung, die allerdings bald wieder nachlässt. Wende die Düngemittel daher regelmäßig an. Orientiere Dich dabei an den Angaben auf der Packung.

Mineralischer Dünger

Industriell hergestellte mineralische Düngemittel wirken schneller als organische Düngemittel und können Mangelerscheinungen zielgerichtet bekämpfen. Spezielle Tomatendünger haben den Vorteil, dass Ihr Nährstoffgehalt perfekt auf den Bedarf der Tomatenpflanzen abgestimmt ist. Allerdings verursachen die Herstellung und die unsachgemäße Verwendung von mineralischem Dünger Umwelt- und Nachhaltigkeitsprobleme. 

Verwende daher künstliche Düngemittel mit Bedacht. Dosiere Mineraldünger sparsam und verwende im Zweifelsfall eher weniger als zu viel. Mineralische Dünger sind in verschiedenen Formen erhältlich – als Flüssigdünger, als Düngestäbchen oder als Granulat. Besondere Vorsicht ist bei der Düngung mit Blaukorn geboten: Dieses hoch konzentrierte industrielle Düngemittel kann bei Überdosierung die Wurzeln schädigen und ist darüber hinaus auch für Menschen und Tiere giftig. Wenn Du mineralischen Dünger verwenden möchtest, solltest Du unbedingt alle Hinweise auf der Packung beachten. 

Tomaten im Topf düngen

Bei Kübelpflanzen ist das Einarbeiten von organischem Dünger ins Substrat naturgemäß schwieriger. Vor der Pflanzung ist die beste Zeit, um die Erde mit Kompost anzureichern. Du kannst auch spezielle Tomatenerde verwenden, die bereits alle wichtigen Nährstoffen enthält. 

Als Starkzehrer braucht die Tomatenpflanze im relativ kleinen Kübel die Nährstoffe jedoch relativ schnell auf. Versorge sie daher drei Wochen nach dem Einpflanzen mit organischem Flüssigdünger. Er hat den Vorteil, dass Du ihn nicht einarbeiten musst, sondern einfach mit dem Gießwasser zuführen kannst. Eine Anwendung alle drei Wochen reicht bis zur Blüte meist aus. Danach freut sich die Pflanze alle sieben bis zehn Tage über Düngegaben. Beachte bei der Verwendung des Düngemittels die Herstellerangaben.

Fazit

Wenn Du Deinen Gartenboden kennst und über die Bedürfnisse von Tomatenpflanzen Bescheid weißt, ist richtiges Düngen nicht schwierig. Als Starkzehrer brauchen Tomaten im Lauf des Gartenjahres viele Nährstoffe, die Du ihnen mit Kompost, Mist, Hornspänen und Pflanzenjauchen geben kannst. Als praktische Alternative eignen sich organische oder mineralische Tomatendünger. Sie sind einfach anzuwenden und enthalten alles, was die Pflanzen zum Gedeihen brauchen.

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