Lavendel – der Duft des Sommers

Im Frühsommer verwandelt Lavendel die Beete in ein violettes Meer und hüllt den Garten in seinen himmlischen Duft. Sein Aroma entspannt und beruhigt, sein Anblick hat etwas Magisches und tut unserer Seele einfach gut. Grund genug, sich den Zierstrauch in den Garten oder auf die Terrasse zu holen. Ganz gleich ob Lavendel pur, in Kombination mit Stauden oder im Topf – die edle Zierpflanze sieht an jedem sonnigen Standort bezaubernd aus. Als absoluter Sonnenanbeter ist die Lavendel in kalten Gegenden etwas empfindsam. Welche Sorten in unseren Breiten gut gedeihen und was Du beachten musst, damit sich die aromatische Duftpflanze bei Dir rundum wohlfühlt, erfährst Du hier.

Steckbrief:

  • Aussaat: ab Februar auf der Fensterbank, zuvor stratifizieren
  • Standort: vollsonnig & warm
  • Boden: karg, trocken, gut durchlässig, sandig
  • Wasser: mäßig
  • Dünger: maximal 1 x jährlich mit Kompost oder Kalidünger

Lavendel lässt uns an die Provence und an die Toskana denken, wo er sich zur Blütezeit tiefblau und dunkelviolett über die hügeligen Felder zu ergießen scheint und die Luft mit seinem würzigen, schweren und warmen Aroma tränkt. 

Der Schmetterlingsmagnet lockt selten gewordene Falter in unseren Garten und betört Bienen und Hummeln. Er gilt als bienenfreundliche Blühpflanze mit hohem Trachtwert und ist vor allem im Hochsommer eine wichtige Futterpflanze. 

Seinen Duft verbinden viele von uns mit Urlaubserinnerungen und umgeben sich gerne auf Veranda und Balkon mit den hübschen Blühsträuchern.

 Wer möchte, kann den sommerlichen Wohlgeruch sogar mit ins Haus nehmen: in Säckchen gefüllt schützen getrocknete Lavendelblüten Deine Kleider vor Motten.

Die Gattung der Lavendel (Lavandula) gehört zur Familie der Lippenblütler (wie u.a. auch Basilikum, Rosmarin, Thymian)  und umfasst etwa 30 Arten. Viele stammen aus dem Mittelmeerraum, einige haben ihren Ursprung in Asien. 

Der schwedische Naturforscher Carl von Linné beschrieb die Gattung erstmals Mitte des 18. Jahrhunderts in seinem berühmten Werk Species Plantarum. 

Botanisch gelten die Gewächse als Halbsträucher beziehungsweise als kleine Sträucher. Sie wachsen kissenförmig kompakt und können Höhen zwischen 60 und 100 Zentimetern erreichen. Sämtliche Pflanzenteile enthalten ätherische Öle. 

Die schmalen Blätter sind je nach Art grün bis silbrig und oft dicht behaart. Die kleinen Einzelblüten sind lila bis dunkelviolett und in Scheinähren zusammengefasst. Nach der Bestäubung bilden sich Klausenfrüchte, die winzige Samen enthalten.

Die beliebtesten Arten

Es gibt viele wundervolle Vertreter der Gattung Lavandula. Sie unterscheiden sich in Wuchshöhe, Laubfarbe, Blütenfarbe und Blütenform voneinander. Das ausschlaggebendste Merkmal, um in unseren Breiten zu den begehrtesten Gartenpflanzen zu gehören, ist aber sicher die Winterhärte. Auf diesem Gebiet können bei Weitem nicht alle Arten überzeugen. 

Violettblaue Vielfalt

Einige besonders attraktive Gewächse überstehen den Winter im Freien nicht, sind jedoch durchaus für die Haltung im Kübel geeignet. 

Hier geben wir Dir einen Überblick über wichtigsten Lavendelarten und ihre Vorzüge.

Echter Lavendel

 (Lavandula angustifolia) – Am weitesten verbreitet ist in Mitteleuropa wohl der Echte Lavendel. Nicht zuletzt seine gute Winterhärte macht Lavandula angustifolia auch in Deutschland populär. Als Bergpflanze, die auch noch in 1600 Metern Seehöhe vorkommt, ist er eindeutig der Robusteste in der Verwandtschaft. Gleichzeitig verströmt er den zartesten Duft. Manche Menschen empfinden den Geruch einiger Arten mit der Zeit als ein wenig penetrant. Der Echte Lavendel zeichnet sich durch sein feines und angenehmes Aroma aus. Es gibt rosa und weiß blühende Züchtungen. Die beliebteste Sorte ist ‘Hidcote Blue’. Sie überzeugt durch ihren schönen kompakten Wuchs und attraktive dunkelviolette Blüten. Die Blütezeit liegt zwischen Anfang Juni und Ende August.

Provence Lavendel, Lavandin

(Lavandula x intermedia) – Wie sein Name bereits andeutet, spielt diese Art im kommerziellen Anbau für die Parfümindustrie eine wichtige Rolle. Es handelt sich um eine Hybride, die aus der Kreuzung von Lavandula angustifolia mit Lavandula latifolia entstanden ist. Lavandin ist steril und bildet keine Samen aus. Er kann nur über Stecklinge vermehrt werden. Die Pflanze wächst buschig, schmückt sich mit langen Blütenrispen und wird bis zu 90 Zentimeter hoch. Sie verträgt Temperaturen bis zu -10 ° Celsius und sollte bei der Überwinterung im Freien geschützt werden. Eine vor allem in England häufig anzutreffende Sorte ist ‘Lavandula intermedia Grappenhall‘. Sie blüht überaus reichlich und gilt als beliebter Rosenbegleiter.

Speiklavendel

 (Lavandula latifolia) – Die Art erreicht Wuchshöhen von bis zu 100 Zentimetern und ist auch unter der Bezeichnung Breitblättriger Lavendel bekannt. Er sieht dem Echten Lavendel sehr ähnlich, stammt allerdings aus wärmeren Gebieten und tieferen Lagen als Lavandula angustifolia. Graublau und von besonders kräftigem, fast stechendem, Duft erscheinen erst im August die Blüten. An sonnigen und trockenen Standorten gedeiht er auch in unseren Breiten recht gut. Die meisten Sorten sind jedoch nicht ausreichend winterhart und sollten besser im Topf gehalten werden.

Wolliger Lavendel

 (Lavandula lanata) – Seine Blätter sind wollig behaart und schimmern silbrig, was ihm den Namen ’Silberblattlavendel’ eingebracht hat. Sie ziehen bereits vor der Blütezeit, die sich von Juni bis September erstreckt, alle Blicke auf sich. Die edlen Blüten, sitzen am oberen Teil der Rispen und duften leicht süß mit einer feinen Mentholnote. Die kompakte Art ist nur bedingt winterhart. Kurzzeitig toleriert die Pflanze Temperaturen von bis zu -10 ° Celsius.

Schopflavendel

 (Lavandula stoechas) – Mit seinen eindrucksvollen Blüten ist der Schopflavendel sicherlich der auffälligste Vertreter der Gattung. Im Handel wird er manchmal auch als ’Schmetterlingslavendel’ bezeichnet, was auf die anmutige Form der hellvioletten Hochblätter anspielt. Sie ragen über die Blütenähren hinaus und erinnern tatsächlich an die Flügel von Schmetterlingen. Seine Blätter sind dunkel und ähneln dem Laub von Nadelbäumen. Durch seinen gedrungenen Wuchs mit einer Maximalhöhe von 50 Zentimetern macht er als Topfpflanze eine gute Figur. Er beginnt bereits im späten Frühjahr zu blühen und kann bis in den Herbst hinein neue Blüten bilden. Leider ist das entzückende Gewächs nur bedingt winterhart. Auch er verträgt kurzeitig Temperaturen bis -10 ° Celsius, kann aber nur an einem optimalen Standort mit Winterschutz im Freien überwintern.

Der optimale Standort

Als absoluter Sonnenanbeter braucht Lavendel unbedingt eine vollsonnige Pflanzstelle. Wer dem Duftstrauch einen Platz an der Sonne bieten kann, der noch dazu windgeschützt ist, wird mit einer üppigen Blüte und robuster Langlebigkeit belohnt. 

Südseitig an Mauern und Hauswänden fühlt sich Lavendel besonders wohl. Mauerwerk speichert die Sonnenwärme und gibt sie an die Pflanze ab. Das hilft dem mediterranen Gewächs, unsere rauen Winter besser zu überstehen. 

Sonnentänzer Lavendel

Mit brütender Hitze und Trockenheit kommt Lavendel gut zurecht, Nässe schätzt er hingegen gar nicht. Ein feuchter Boden führt zu Wurzelfäule im Sommer und zu Erfrierungen bei frostigen Temperaturen.

Ein Standort an einem Hang ist eine Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass das Regenwasser abfließen kann.

Die richtige Erde

Weniger ist bei Lavendel in jeder Hinsicht mehr: Er mag es karg, trocken und gut durchlässig. Der Boden sollte sandig, gerne auch kiesig oder steinig, und unbedingt nährstoffarm sein. Ein hoher Kalkgehalt ist optimal für ein gutes Gedeihen. Wenn Dein Gartenboden diese Voraussetzungen nicht erfüllt, kannst Du nachhelfen. Hebe am vorgesehenen Standort ein großes Loch aus. Fülle eine zuerst Schicht Kieselsteine hinein. Vermische magere Kräutererde mit Sand und kleineren Kieselsteinen. So sorgst Du für eine gute Drainage und bietest Deinem Lavendel beste Bedingungen für ein vitales Wachstum. Ist das Erdreich sauer, solltest Du es jährlich mit Naturkalk anreichern.

Pflege – wie Du für Deinen Lavendel sorgst

Da die Pflanze praktisch keine Pflege benötigt, ist sie auch für Gärtner ohne grünen Daumen geeignet. 

Wird der ausgewählte Standort den Ansprüchen des Halbstrauchs gerecht, hast Du nicht mehr viel zu tun. Frisch gepflanzt braucht Lavendel natürlich eine ausreichende Wasserversorgung, bis er gut eingewurzelt ist. Danach solltest Du Dich beim Gießen eher zurückhalten. 

Vermeide ein Wässern in den Abendstunden, da feuchte Blätter zu Pilzerkrankungen führen können. Jäte vor allem rings um Jungpflanzen regelmäßig das Unkraut, damit der junge Lavendel nicht überwuchert wird.

Lavendel als Topfpflanze

Lavendel fühlt sich auch im Kübel wohl und sorgt mit seiner blauen Blütenpracht und dem unvergleichlichen Duft für Urlaubsfeeling pur auf Terrasse und Balkon. 

Einige Arten sind in unseren Breiten im Topf sogar besser aufgehoben

Stelle Deinen Topflavendel an einem sonnigen Platz auf. Achte auf das richtige Substrat, das auch hier mager, kalkhaltig und eher nährstoffarm sein sollte. Ein Pflanzgefäß mit einem Abzugsloch sorgt dafür, dass das Wasser gut abfließen kann. 

Im Kübel darfst Du Deinen Lavendel häufiger wässern als im Beet. Aber auch hier solltest Du es nicht übertreiben. Lass die Erde dazwischen immer gut abtrocknen. 

Kurze Trockenperioden vertragen die Ziersträucher auch in Topfhaltung problemlos.

Der blaue Sonnenkönig im Garten

Der lilablaue Sommerblüher ist wie geschaffen für Steingärten, Kiesbeete und mediterrane Gartengestaltung. Überall, wo es warm und trocken ist, lebt er auf und zeigt sich von seiner schönsten Seite. Beeteinfassungen mit Lavendel sehen idyllisch aus. Entlang von gepflasterten Wegen gepflanzt, begleitet er mit seinem Duft und sorgt zur Blütezeit für einen herrlich blauen Saum. Auch mit niedrigen Lavendelhecken lassen sich großartige Effekte erzielen.

Viele Menschen empfinden die Kombination von Lavendel und Rosen als besonders schön und romantisch. Allerdings passen die beiden nicht optimal zusammen. Rosen mögen nährstoffreiche Böden und sind um einiges durstiger, als der genügsame Lavendel. Wenn Du auf den Anblick der beiden in einem Beet nicht verzichten möchtest, halte ausreichend Abstand zwischen den beiden Gewächsen. Versorge ausschließlich die Rose mit Dünger und spare beim Gießen den Lavendel besser aus.

In mediterranen Beeten macht Lavandula in Gesellschaft von Gräsern, Stockrosen, verschiedenen Salbeiarten, Wolfsmilchgewächsen, Wollziest, Meerkohl und Fetthenne eine gute Figur. Diese Pflanzen haben ähnliche Ansprüche an Standort und Boden und sind deshalb ausgezeichnete Beetnachbarn.

Lavendel schneiden - wie Du es richtig machst

Ein regelmäßiger Schnitt bewahrt den Zierstrauch vor dem Verholzen und sorgt für einen schönen, kompakten Wuchs. Ein sanfter Rückschnitt im Sommer fördert eine zweite Blüte.

Im Folgenden erkläre ich Dir, wie Du zu beiden Jahreszeiten Deinen Lavendel schneiden solltest:

Frühjahrsschnitt

Ein regelmäßiger Schnitt bewahrt Sobald Dein Lavendel aus dem Winterschlaf erwacht ist und sich ein erster Austrieb zeigt, kannst Du zur Gartenschere greifen. 

In der Regel ist das etwa Mitte April. 

Der Frühjahrsschnitt verhindert, dass die Pflanze kahl wird und von unten her vergreist. Kürze bei Pflanzen, die erst wenige Jahre alt sind, die Triebe um zwei Drittel ein. 

Ältere Pflanzen sollten maximal bis zur Hälfte zurückgeschnitten werden. 

Vertrocknete und erfrorene Pflanzenteile kannst Du vollständig entfernen. Mit diesem Schnitt verpasst Du Deinem Lavendelstrauch eine schöne Optik. Darüber hinaus kann die Pflanze ihre Kraft in die Bildung intensiver Aromastoffe investieren.

Sommerschnitt

Nach oder während der Sommerblüte ist der richtige Zeitpunkt für den zweiten Schnitt. 

Wenn Du die Blüten nicht ernten, sondern einfach nur ihren schönen Anblick genießen möchtest, warte mit dem Schneiden, bis sie verblüht sind. Entferne danach die abgeblühten Blütenstände. In milden Gegenden darfst Du die Pflanze ein weiteres Mal um etwa ein Drittel einkürzen. Achte aber unbedingt darauf, diesen zweiten Schnitt nicht zu spät durchzuführen. Der Zierstrauch muss genug Zeit haben, sich bis zum Wintereinbruch zu regenerieren.

Das Abschneiden der verblühenden Stängel führt dazu, dass die Pflanze ihre Energie nicht in die Samenbildung, sondern in einen erneuten Austrieb und in eine zweite Blüte legt. In Gebieten mit strengen Wintern ist es allerdings besser, die verblühten Triebe an der Pflanze zu belassen, da sie einen gewissen Winterschutz bieten.

Ernten und Trocknen

Wer die Lavendelblüten für Duftsäckchen, Potpourris, Tees oder als Gewürz verwenden möchte, sollte daran denken, die Blüten rechtzeitig zu ernten. Wenn die Pflanze in voller Blüte steht, hat sich bereits ein Teil des ätherischen Öls verflüchtigt. Kurz vor dem vollständigen Aufblühen sind die Blüten am aromatischsten. Du erkennst, dass es so weit ist, wenn sich die kleinen Einzelblüten im mittleren Teil der Scheinähren zu öffnen beginnen. Der Aromagehalt ist um die Mittagszeit am höchsten. Darüber hinaus ist zu dieser Zeit der Morgentau bereits abgetrocknet.

  • Schneide die erblühenden Stängel an einem warmen, trockenen Tag etwa 10 bis 15 Zentimeter unter der Blütenrispe ab.
  • Bringe die geernteten Lavendelblüten sofort ins Haus.
  • Binde sie mit einem Faden oder mit Gummibändern zu Bündeln.
  • Hänge sie an einem dunklen, warmen und gut belüfteten Ort kopfüber auf.
  • Achte auf deutliche Abstände zwischen den Bündeln. Eine gute Luftzirkulation sorgt für eine schnelle und gleichmäßige Trocknung.
  • Nach etwa 10 Tagen sollten sich die Blüten ganz leicht von den Stängeln lösen lassen. Dein Lavendel ist nun vollständig getrocknet.

Die getrockneten Lavendelblüten kannst Du in Schuhkartons an einem kühlen, luftigen Ort aufbewahren.

Als Duft und Heilpflanze

Lavendelduft fasziniert die Menschheit seit der Antike. 

Er beruhigt, reinigt, pflegt und heilt. Die entspannende und Schlaf fördernde Wirkung ist gerade in unserer hektischen Zeit eine wichtige und wohltuende Eigenschaft. 

Ein Lavendelduftkissen beruhigt Babys und Kleinkinder und hilft auch Erwachsenen beim Einschlafen. Der Echte Lavendel ist vor allem zur seelischen Unterstützung zu empfehlen. 

Er lindert innere Unruhe und Stress. Speiklavendel verfügt über ein antibakterielles und antivirales Potenzial. Eine Inhalation von einigen Tropfen seines Öls in einem Topf mit heißem Wasser gelöst, soll Bronchien und Lunge guttun. 

In einer Duftlampe verwendet kann das Öl die Raumluft desinfizieren und die Ausbreitung von Krankheitserregern eindämmen. Darüber hinaus gilt Speiklavendel als effektives Repellent, das sich in Form von Duftsäckchen zur Insektenabwehr einsetzen lässt.

Lavendel vermehren – so gelingt es

Stecklinge

Die einfachste Art, zu neuen Lavendelpflanzen zu kommen, ist die Vermehrung durch Stecklinge. Beim Zurückschneiden der Pflanze fällt jedes Mal gutes Ausgangsmaterial für unzählige Stecklinge an. Du kannst sie auch direkt aus den Haupttrieben Mutterpflanze herausbrechen. Gebrochene Lavendelableger bilden leichter Wurzeln als abgeschnittene. Die Vermehrung über Stecklinge ist vom Frühjahr bis in den Herbst möglich.

  • Brich von mehreren Haupttrieben etwa 12 bis 15 Zentimeter lange Stecklinge ab. Im Idealfall verbleit noch etwas Holz aus dem Haupttrieb am Steckling.
  • Entferne in der unteren Hälfte der Stecklinge die Blätter.
  • Befülle kleine Töpfe mit Kräutererde und stecke je einen Steckling etwa 7 bis 10 Zentimeter tief in die Erde.
  • Gieße die Stecklinge regelmäßig, achte aber darauf, dass sich das Wasser nicht staut.
  • Innerhalb von zwei Monaten sollten sich Wurzeln bilden.
  • Sobald die Stecklinge junge Blätter entwickeln, weißt Du, dass die Vermehrung geklappt hat.

Absenker

Du kannst Deinen Lavendel auch direkt im Beet über Absenker vermehren. Der beste Zeitpunkt dafür ist das Frühjahr.

  • Wähle einen langen Seitentrieb aus und biege ihn zum Boden hinunter.
  • Grabe dort, wo der Zweig den Boden berührt, eine kleine Grube.
  • Befreie den Bereich des Zweiges, der die Erde berührt, von den Blättern.
  • Drücke ihn in die Grube und bedecke ihn in der Mitte mit Erde.
  • Du kannst einen Stein auf den Zweig legen oder ihn mit Draht am Boden fixieren.

 

Sieh im Herbst vorsichtig nach, ob sich bereits Wurzeln gebildet haben. War die Bewurzelung erfolgreich, kannst Du die Jungpflanze mit der Gartenschere von der Mutterpflanze abtrennen. Warte aber mit dem Umpflanzen bis zum Frühjahr.

Aussaat

Samen vom eigenen Lavendel lassen sich leicht gewinnen und auch im Fachhandel gibt es Saatgut zu kaufen. Dennoch ist die Aussaat von Lavendel nicht ganz einfach. Die Samen keimen eher widerwillig. Auch ist die Sortenechtheit bei einer Vermehrung über Samen nicht gegeben. Wenn Du es dennoch versuchen möchtest, beachte folgende Punkte:

  1. Verwende gut ausgereifte Samen.
  2. Setze die Samen zuvor der winterlichen Kälte aus oder stratifiziere sie mindestens eine Woche lang im Kühlschrank.
  3. Fülle kleine Töpfe mit Anzuchterde.
  4. Vermenge die Samen mit etwas Sand und streue sie über das angefeuchtete Substrat.
  5. Drücke sie mit den Fingerkuppen vorsichtig fest. Lavendel ist ein Lichtkeimer, bedecke das Saatgut daher nicht mit Erde!
  6. Stelle die Anzuchttöpfe an einem hellen Ort auf.
  7. Verwende zum Gießen eine Sprühflasche.
  8. Nach etwa zwei Wochen beginnen die Samen zu keimen. Du kannst die Pflänzchen pikieren, sobald sich zwischen
  9. den Keimblättern die ersten richtigen Blätter zeigen.

Lavendel im Winter

Nicht alle Lavendelarten sind in unseren Breiten ausreichend winterhart

Erkundige Dich beim Kauf von Lavendelpflanzen immer genau, um welche Art es sich handelt und wie sie im Winter zu schützen ist. 

Am robustesten ist eindeutig der Echte Lavendel. Er übersteht die kalte Jahreszeit auch ohne Winterschutz. Viele anderen Arten können nur in Gegenden mit mildem Weinbauklima den Winter im Freien schadlos überstehen. 

Hier findest Du einen Leitfaden, wie Du Deinen Lavendel sicher durch Schnee und Eis bringst:

So kommt Lavendel gut durch den Winter

Die Auswahl einer frostfesten und winterharten Lavendelart bewahrt Dich vor Enttäuschungen.

Ein geeigneter Standort ist essenziell, um den Lavendel gesund durch den Winter zu bringen. Bei Staunässe können die Wurzeln erfrieren. Ein trockener, gut durchlässiger Boden hilft der Pflanze in der kalten Jahreszeit enorm. Ein windgeschützter Platz ist ebenfalls von Vorteil.

Zu starkes Gießen kann dazu führen, dass Dein Lavendel eingeht. Verzichte daher im Freiland im Winter auf Bewässerung. Lavendel im Kübel darf ausschließlich an frostfreien Tagen – und auch dann nur mäßig – gegossen werden. Das Pflanzgefäß muss unbedingt über ein Abzugsloch verfügen und mit durchlässigem Substrat gefüllt sein.

Zur Sicherheit kannst Du Deinen Lavendel mit Reisig, Vlies oder einer Strohmatte abdecken. So schützt Du die Pflanze vor Dauerfrost und vor Niederschlägen, die im Winter gar nicht gut vertragen werden. Jungpflanzen profitieren immer von dieser Maßnahme, auch wenn es sich um frostfeste Lavendelarten handelt.

Pflanze neu gekaufte oder selbst gezogene Lavendelpflanzen stets im Frühjahr aus. So haben die Ziersträucher Zeit, gut einzuwurzeln und sich an den neuen Standort zu gewöhnen.

Schneide Deinen Lavendel nicht zu spät im Jahr zurück, da ihn ein Rückschnitt immer schwächt und zu Erfrierungen führen kann. Verzichte in kalten Gegenden und bei empfindlicheren Arten besser ganz auf den Rückschnitt im Sommer.

Topflavendel, der im Freien überwintern soll, braucht dazu einen trockenen Ort im Halbschatten. Achte darauf, dass das Pflanzgefäß nicht zu klein ist. Stelle es im Spätherbst auf eine Styroporplatte an eine schützende Hauswand. Du kannst den Topf zusätzlich mit Vlies oder mit Noppenfolie und Jute umwickeln.

Überwintern im Haus

Am sichersten kommt Topflavendel im Haus durch den Winter. Allerdings verträgt die Pflanze keine beheizten Räume. 

Ein Wintergarten, ein Keller oder eine ungeheizte Kammer bietet sich als Winterquartier an. Lass die Pflanze nicht vollständig austrocknen, gieße aber sparsam und mit Bedacht.

Anwendung in der Küche

Auch in der Küche findet Lavendel Anwendung

Lavendelblüten sehen nicht nur bezaubernd aus, sie sind auch eine Bereicherung in der Küche. 

Süßspeisen verleihen sie ein feinherbes Aroma. Lavendeleis zum Beispiel ist ein köstliches Dessert. In kühlen Drinks sorgen sie für Erfrischung und lassen Urlaubsstimmung aufkommen. 

Als Gewürz passt Lavendel herrlich zu Lamm, Fischgerichten und in Salatdressings. In der berühmten südfranzösischen Gewürzmischung Herbes de Provence dürfen Lavendelblüten nicht fehlen.

Zu guter Letzt sind sie einfach ein Blickfang bei Tisch. Vielerlei süße und pikante Gerichte lassen sich ganz wunderbar mit den zarten violettblauen Kunstwerken der Natur dekorieren.

Krankheiten & Schädlinge

Mit seinem hohen Gehalt an ätherischen Ölen vertreibt Lavendel potenzielle Schädlinge. Schnecken, Läuse und Co können dem duftenden Kleinstrauch nichts anhaben. 

Pilzkrankheiten machen Lavendelpflanzen vor allem bei falschen Standortbedingungen zu schaffen. 

Staunässe kann zu Stängelgrundfäule führen.

Übermäßiges Gießen und Düngen schwächen die Pflanzen und macht sie krankheitsanfällig. Denke daran, dass Du ihnen mit Deiner wohlgemeinten Fürsorge in diesem Bereich nichts Gutes tust. 

Entdeckst Du schwarzbraune Flecken an den Zweigen, so handelt es sich um Phoma Lavandula, eine Pilzkrankheit. Im Anfangsstadium lässt sich der Befall noch eindämmen. Schneide alle erkrankten Pflanzenteile ab und entsorge sie im Hausmüll. Breitet sich die Erkrankung trotzdem weiter aus, bleibt Dir nichts anderes übrig, als die Pflanze zu vernichten.

Quellen:

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