Rosmarin Steckbrief

Rosmarin (Rosmarinus officinalis) bringt mit seinem harzig-balsamischen Duft mediterranes Flair in den Kräutergarten. In seiner Heimat am Mittelmeer besiedelt der immergrüne Halbstrauch gerne sonnige Felshänge. Der Tau des Meeres, wie der lateinische Name der Pflanze lautet, verbreitet Urlaubsstimmung auf Terrasse, Balkon und im Garten. 

Steckbrief:

Rosmarin im Garten anbauen
  • Aussaat: April-Mai
  • Standort: sonnig, warm & trocken
  • Boden: durchlässiger Boden, etwas sandig, feiner Kies, Trockenbeet
  • Wasser: sparsam gießen, keine Staunässe
  • Dünger: sehr sparsam mit Biodünger

Rosmarin gehört wie z.B. Salbei, Thymian oder Oregano zur Familie der Lippenblütler. Er wächst als verholzender Halbstrauch und kann je nach Klima, Standort und Sorte recht groß und ausladend werden. Seine kleinen lilablauen Blüten ziehen Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an. 

Standort

Rosmarin liebt die Sonne und braucht zum guten Gedeihen unbedingt einen sonnigen Standort. Er verträgt auch große Hitze und ist damit perfekt geeignet für die Topfkultur auf Terrasse und Balkon. Hier empfiehlt es sich, Kräutererde mit Sand zu vermischen. Ein Topf mit einem Loch im Boden sorgt dafür, dass das Gießwasser abfließen kann.

Ausgepflanzt schätzt der Halbstrauch windgeschützte Plätze und hat mit steinigem Untergrund keinerlei Probleme. Der Boden muss auf jeden Fall durchlässig sein, da sich Rosmarin mit nassen Füßen gar nicht wohl fühlt.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob der Standort über eine ausreichende Drainage verfügt, kannst Du Sand untermischen und die Pflanze auf eine kleine Erhebung pflanzen. Steine ringsum geben dem Substrat Halt und strahlen die Sonnenwärme ab, was das mediterrane Gewächs in vollen Zügen genießt. 

Pflege

Rosmarin mit Frost im Winter
Rosmarin kann im Freien Überwintern und übersteht kurzzeitig auch Fröste

Fühlt sich die Pflanze an ihrem Standort wohl, ist sie pflegeleicht und nicht anspruchsvoll. Lediglich die unzuverlässige Winterhärte kann in vielen Regionen Deutschlands Probleme machen.

Düngen

Der immergrüne Halbstrauch mag es lieber karg und braucht – wenn überhaupt – nur ein absolutes Minimum an Dünger. Eine Düngung im Herbst kann die Pflanze sogar schwächen und ist ihrer Winterhärte abträglich.

Wächst der Rosmarin im Topf, kannst du ihn zweimal pro Saison mit ein wenig organischem Flüssigdünger versorgen.

Schneiden

Nach den letzten Frösten im Frühjahr kannst du die Zweige der Pflanze um ein Drittel einkürzen. Diese Schnittmaßnahme sorgt für einen vitalen Wuchs und verhindert, dass der Kleinstrauch vergreist.

Achte bei der Ernte darauf, die Zweige gleichmäßig abzuschneiden. So behält der Rosmarin seine schöne Form. Wenn Du nicht möchtest, dass sich die Pflanze selbständig aussät, entferne die verblühten Blütenstände.

Überwintern

In Weinbauregionen übersteht der Rosmarin den Winter auch im Freien. Wenn Du in einem klimatisch nicht gerade bevorzugten Gebiet lebst, ist die Haltung im Topf sicherer. Du kannst die Pflanze auch mitsamt dem Topf ins Beet einsetzen.

Vor den ersten strengen Frösten gräbst du sie dann mitsamt dem Pflanzgefäß aus und überwinterst sie in einem ungeheizten Raum oder im Gewächshaus. Das Winterquartier muss nicht völlig frostfrei sein. Der Gewürzstrauch verträgt kurzeitig einige Minusgrade. Steht er über den Winter zu warm, kann es sein, dass im Frühjahr die Blüte ausbleibt. Denk daran, die Pflanze auch in der Winterzeit ein wenig zu gießen. 

Vermehren

Rosmarin Stecklinge auf weißem Hintergrund

Rosmarin Stecklinge

Am einfachsten funktioniert beim Rosmarin die vegetative Vermehrung über Stecklinge. Auch über Absenker lässt er sich relativ einfach vermehren. Wenn Du geduldig bist, kannst Du die Pflanze auch aus Samen ziehen.

  1. Schneide im Frühjahr, wenn die Pflanze austreibt, einige frische Triebe mit einer Länge zwischen fünf und zehn Zentimetern ab. Entferne die Nadeln im unteren Drittel und pflanze die Stecklinge in ein Gemisch aus Anzuchterde und Sand.
  2. Halte das Substrat gleichmäßig feucht. Stelle das Gefäß mit den Stecklingen an einen warmen, hellen Ort.
  3. Um die Verdunstung zu minimieren, kannst du transparente Plastiktüten über den Pflanztopf spannen oder abgeschnittene PET-Flaschen über die Stecklinge stülpen. Alternativ kannst Du die Stecklinge auch in einem Zimmergewächshaus anziehen.
  4. Nach etwa zwei Wochen sollte der Deckel stundenweise abgenommen werden, damit sich die Pflänzchen schrittweise an die normale Luftfeuchtigkeit gewöhnen können. 
  5. Wachsen die Jungpflanzen deutlich und bilden neue Nadeln, kannst Du sie in einzelne Töpfe oder ins Freiland verpflanzen.

Vermehrung durch Absenker

Rosmarinsamen sind sehr fein und dadurch in der Handhabe nicht ganz einfach. Wenn Du geduldig bist und die Entstehung eines stattlichen Gewürzstrauchs aus einem winzigen Samenkorn mitverfolgen möchtest, dann gehe folgendermaßen vor:

  1. Um die Samen besser verteilen zu können, vermische das Saatgut mit einer kleinen Menge Sand.
  2. Fülle die Anzuchtschalen mit Saaterde und verwende eine Sprühflasche um das Substrat zu befeuchten.
  3. Streue die mit dem Sand vermengten Samen möglichst regelmäßig in die Schalen.
  4. Rosmarin ist ein Lichtkeimer – bedecke das Saatgut nur hauchdünn mit feuchter Erde.
  5. Bedecke die Schalen mit Klarsichtfolie, die du mit einem Gummiband fixierst.
  6. Stelle die Anzuchtschalen an einen warmen und hellen Ort.

Aussaat

Rosmarinsamen sind sehr fein und dadurch in der Handhabe nicht ganz einfach. Wenn Du geduldig bist und die Entstehung eines stattlichen Gewürzstrauchs aus einem winzigen Samenkorn mitverfolgen möchtest, dann gehe folgendermaßen vor:

  1. Um die Samen besser verteilen zu können, vermische das Saatgut mit einer kleinen Menge Sand.
  2. Fülle die Anzuchtschalen mit Saaterde und verwende eine Sprühflasche um das Substrat zu befeuchten.
  3. Streue die mit dem Sand vermengten Samen möglichst regelmäßig in die Schalen.
  4. Rosmarin ist ein Lichtkeimer – bedecke das Saatgut nur hauchdünn mit feuchter Erde.
  5. Bedecke die Schalen mit Klarsichtfolie, die du mit einem Gummiband fixierst.
  6. Stelle die Anzuchtschalen an einen warmen und hellen Ort.

Ernte

Rosmarin getrocknet nach Ernte

Am intensivsten schmeckt das Würzkraut, kurz bevor es blüht.

Sobald sich Knospen bilden, ist der beste Erntezeitpunkt, da nun der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist. Schneide die Zweige an einem trockenen Tag gegen Mittag. Für die frische Verwendung in der Küche kannst du natürlich jederzeit frische Triebe ernten.

Trocknen

Die Gewürzzweige verlieren auch beim Trocknen ihr Aroma nicht. Am späten Morgen, nachdem der Tau getrocknet ist, schneidest du einige etwa gleich lange Zweige vom Strauch. Binde sie zu einem Bündel und hänge sie kopfüber an einem trockenen Ort auf.

Direkte Sonneneinstrahlung lässt den Rosmarin ausbleichen. Wer es eilig hat, trocknet die Zweige im Backofen auf der niedrigsten Temperaturstufe. Nach etwa drei Stunden sollte das Gewürzkraut vollständig trocken sein. Sobald es abgekühlt ist, kommt es zur Aufbewahrung in ein Schraubglas.

Die getrockneten Nadeln lassen sich zu duftendem Pulver verreiben. Das funktioniert sowohl im Mörser als auch mit einer elektrischen Kaffeemühle. Mit Meersalz vermischt entsteht daraus ein wohlschmeckendes mediterranes Gewürzsalz. 

Verwendung in der Küche

Rosmarin, Lavendel und Thymian auf Teller

Die mediterrane Küche kommt ohne Rosmarin nicht aus. Besonders in der Provence und in Italien ist das herrlich duftende Kraut fixer Bestandteil vieler Gerichte. Sein leicht harziger und feinherber Geschmack harmoniert perfekt mit Fleisch-, Fisch- und Kartoffelgerichten. Pasta und Zucchinigemüse lässt es nach Sonne und Urlaub schmecken.

In der berühmten Gewürzmischung Herbes de Provence entfaltet es sein angenehmes herb-bitteres Aroma. Sogar Süßspeisen lassen sich mit dem ätherischen Kraut verfeinern.

Die zarten Blüten sind essbar und verschönern Salate und Desserts. 

Heilwirkung

Im Altertum genoss Rosmarin einen Ruf als wirkungsvolles Heilkraut und spielte bei Zeremonien eine wichtige Rolle. Im Mittelalter hielt es Einzug in die Klostergärten und fand als Trunk, Pulver und Dampfbad medizinische Anwendung.

Heute schreibt man ihm eine schmerzstillende, entzündungshemmende und beruhigende Wirkung zu. Rosmarinbäder sollen Durchblutungsstörungen und Gelenksbeschwerden verbessern und den Muskeln guttun.   

Krankheiten & Schädlinge

Unter kühlen und feuchten Bedingungen kann Rosmarin vom Echten Mehltau und von Grauschimmel befallen werden.

Um Pilzkrankheiten zu vermeiden, sollten die Pflanzen nicht zu dicht wachsen. Eine gute Drainage verhindert, dass sie im Nassen stehen. Schneide alle betroffenen Pflanzenteile ab und entsorge sie im Hausmüll.

Wenn Du ein Pflanzenschutzmittel einsetzen möchtest, verwende unbedingt ein biologisches Mittel.

Kategorien Kräuter

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