Vogelfreundlicher Garten – 10 Tipps für mehr Vögel im Garten

Unsere Vögel finden durch die industrielle Landwirtschaft immer schlechtere Lebensbedingungen vor. In Deinem Garten kannst Du ihnen ein Refugium mit reichlich Nahrung und artgerechten Nistplätzen bieten. Hier erfährst Du, mit welchen Maßnahmen Du die heimischen Vogelarten fördern kannst. 

So hilfst Du den Vögeln im Garten

Drastischer Vogelschwund

In Deutschland und ganz Europa haben die Vogelbestände auf Feldern und Wiesen stark abgenommen. Die intensive Landwirtschaft nimmt den verschiedensten Vogelarten Nahrung und Lebensraum. Selbst die diversen Umweltprogramme konnten bisher den Verlust nicht aufhalten. Exzessiver Einsatz von Pestiziden, Überdüngung und das Schwinden der Grünstreifen zwischen den Feldern nehmen vielen Vögeln Nahrung und Lebensraum.

Weniger Insekten – weniger Vögel

Durch das große Insektensterben, das ebenfalls den landwirtschaftlichen Monokulturen und den dort verwendeten Pestiziden zugeschrieben wird, finden viele Vogelarten nicht mehr genug Futter. Insekten fungieren nicht nur als wichtige Bestäuber, sie sind zudem die einzige Nahrungsquelle vieler Vögel, Reptilien und Kleintiere. Weil Hecken als Windschutzgürtel zurückgehen, schwinden auch die fruchttragenden Gehölze und damit die Kost der pflanzenfressenden Vögel.

Wieso schaden Insektizide den Vögeln?

Durch die Insektizide, die die landwirtschaftlichen Kulturen vor Schädlingen schützen sollen, gibt es immer weniger Insekten. Dadurch wird Insektenfressern wie der Mehlschwalbe und dem Wiedehopf die Nahrungsgrundlage entzogen. Da auch Vogelarten, die sich großteils von Früchten, Beeren und Samen ernähren, ihre Jungen mit Insekten füttern, gelingt die Aufzucht oft nicht. 

Siedlungsgebiete als Rückzugsraum

Es mag paradox erscheinen, aber häufig kommen heute im ländlichen oder städtischen Siedlungsgebieten mehr Vögel vor, als auf offenen Flächen. Weil die meisten Gärten ganz und gar nicht auf die Bedürfnisse von Wildtieren ausgelegt sind, haben sie es auch hier nicht leicht. Dennoch finden die gefiederten Besucher hier meist mehr zu fressen und oft auch bessere Nistmöglichkeiten. 

Jeder Gartenbesitzer kann etwas dazu beitragen, den Vögeln bessere Lebensbedingungen zu bieten. Das ist nicht schwierig – und Deine Bemühungen werden tausendfach belohnt: Morgens wirst Du von einem Vogelkonzert geweckt. Tagsüber kannst Du die flinken Flugakrobaten beim Sammeln von Nistmaterialien und beim Füttern ihrer Jungen beobachten. Im Winter ist das bunte Flattern rund ums Futterhaus ein faszinierendes Schauspiel.

Unsere Gartenvögel sind fleißige Schädlingsvertilger. Hier seht ihr einen Rotschwanz mit erbeutetem Heuschreck.

Vögel als Nützlinge im Garten

Außerdem helfen Dir die Gartenvögel, das biologische Gleichgewicht im Garten aufrecht zu erhalten. Den ganzen Tag über sind sie damit beschäftigt, Insekten zu erbeuten, um sie an ihre Jungen zu verfüttern. Auf diese Weise befreien sie Deine Rosen von Blattläusen, Deine Obstbäume von den Larven des Frostspanners, Deine Gemüsebeete von Schnecken. Und Du fortan kannst nachts besser schlafen, weil die fleißigen Piepmätze die Stechmücken dezimieren.

Lass einen Teil der Früchte und Beeren im Garten für die Vögel hängen.

Teile Deine Ernte mit den Vögeln

Viele Gartenbesitzer sehen es gar nicht gerne, wenn Vögel Kirschen oder Beeren stibitzen. Überlasse den gefiederten Gartenbewohnern einen Teil der Früchte. Immerhin sind sie den ganzen Tag als biologische Schädlingsbekämpfer aktiv.

Mit diesen 10 Tipps wird Dein Garten zum Vogelparadies

1. Verzichte auf Pestizide

Die Regel Nummer eins im vogelfreundlichen Garten ist der Verzicht auf Spritzmittel. Schließlich werden Chemikalien, die Unkräuter abtöten oder Insekten vernichten sollen, von den Vögeln über die Nahrung aufgenommen. Das Gift lagert sich in den Organen der Tiere ab und kann die Vögel krank machen oder sogar töten. 

Insektizide entziehen den Vögeln die Nahrungsgrundlage, indem sie Raupen, Käfer, Blattläuse, von denen sich viele Arten ernähren, vergiften. Auch gegen Wühlmäuse solltest Du keinesfalls mit Giftködern vorgehen. Die lästigen Nager stehen ganz oben auf dem Speisezettel vieler Greifvögel. 

Vogeleltern sind von früh bis spät auf Insektenjagd, um ihre Jungen zu füttern.

Vögel halten Schädlinge in Schach

Betrachte die Vögel in Deinem Garten als Nützlinge, die Dir bei der biologischen Schädlingsbekämpfung zur Seite stehen. Singvögel ernähren sich und ihre Jungen von Insekten und helfen Dir so, Deine Pflanzen von den Plagegeistern zu befreien. Falken, Mäusebussarde, Käuze und Waldohreulen sind geschickte Wühlmaus-Jäger, die dafür sorgen, dass sich die Wurzelschädlinge nicht unkontrolliert ausbreiten können.

Raubvögel wie Waldohreulen oder Falken sind das wirksamste Mittel zur Bekämpfung von Wühlmäusen.

Sag Nein zu Chemikalien im Garten!

Insektizide, Fungizide und Herbizide sind mitverantwortlich für den drastischen Rückgang der heimischen Vogelpopulation. Ein giftfreier Garten ist somit der weitaus wichtigste Schritt, um gefährdete Vogelarten zu schützen.

2. Setze auf eine naturnahe Gartengestaltung

Viele Gärten bestehen hauptsächlich aus kurzgemähtem grünen Rasen umrandet von einer Thujenhecke. Diese sterile Umgebung bietet Vögel kein Zuhause. Hier bleiben die gefiederten Gäste hungrig – es fehlen Blüten, Früchte, Samen und das Summen und Krabbeln der Insekten. Die Vögel finden keine Verstecke, keine Nistplätze und keine Aussichtspunkte. Eine bunte Mischung aus Bäumen, Sträuchern, Hecken, Kräutern und Stauden macht Deinen Garten vogelfreundlich.

Wähle bei der Bepflanzung Deines Gartens heimische Gewächse aus. Sie sind an unser Klima angepasst und gedeihen auch ohne aufwendige Düngung und chemischen Pflanzenschutz. Laub- oder Nadelbäume, die in unseren Breiten natürlich vorkommen, sind ein beliebter Tummelplatz für Vögel. Sträucher mit dichtem Geäst bieten Unterschlupf und Nistmöglichkeiten. Im Idelafall handelt es sich um Gehölze, die im Frühjahr reichlich blühen und dann im Sommer oder im Herbst Früchte tragen.

Vögel lieben Kletterpflanzen

Wer Mauern und Hauswände mit Kletterpflanzen wie Efeu, Waldrebe, Geißblatt und Wildem Wein begrünt, macht Vögeln wie Amseln, Sperlingen oder dem Zaunkönig eine große Freude.

Alte Bäume, an denen sich Kletterpflanzen wie Efeu hochranken, sind ein Paradies für Vögel.

Lass eine wilde Ecke zu

In einem sauber gepflegten Garten finden Vögel keine sicheren Verstecke. Diese sind insbesondere für Jungvögel wichtig, die gerade das Nest verlassen haben. Die Eltern dirigieren den Nachwuchs gerne in ein Dickicht aus Brennnesseln, hohem Gras und stacheligen Sträuchern. Dort sind die Jungen vor Fressfeinden sicher und können sich Schritt für Schritt mit der Welt außerhalb des Nestes vertraut machen. Darüber hinaus leben auf Wildpflanzen wie Brennnesseln unzählige Raupen, die den Vögeln als Nahrung dienen.

In der wilden Ecke dürfen Unkräuter und Gräser blühen und Samen bilden.

3. Heimische Hecken als artgerechter Lebensraum

Du musst keinesfalls auf eine Hecke als Begrenzung Deines Gartens oder als Sichtschutz verzichten. Denn kleinere Vogelarten lieben Hecken. Hier können sie sich vor ihren Verfolgern verstecken und ihre Nester bauen. Eine Fassadenbegrünung wirkt sich außerdem positiv auf das Kleinklima aus.

Eine Vogelfreundliche Hecke ist allerdings nicht so akkurat getrimmt und benötigt etwas mehr Platz. Sie besteht idealerweise aus dicht stehenden Büschen und kleinen Bäumen unterschiedlicher Arten. 

Kein Schnitt während der Brutsaison

Schneide Deine Hecke nicht zu kurz, sonst fühlen sich die Vögel darin nicht wohl. Der Rückschnitt darf ausschließlich im Spätherbst oder im Winter erfolgen, denn während der warmen Jahreszeit nutzen die Vögel die Hecke zum Brüten. Selbst vorsichtige Schnittmaßnahmen sollten nun besser ausbleiben. Werden die Vögel gestört, geben sie ihren Nistplatz auf und die Jungvögel verhungern.

Der richtige Schnittzeitpunkt

Vom 1. März bis zum 30. September ist es laut § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes verboten, Hecken, Sträucher und Bäume zu schneiden, da dabei Nester zerstört werden können. Zuwiderhandlungen haben hohe Strafen zufolge.

4. Wildobststräucher bieten Nahrung

Mit fruchttragenden Gehölzen bietest Du den heimischen Gartenvögeln einen reich gedeckten Tisch. Im Frühjahr während der Blütezeit ziehen die Wildsträucher Tausende Insekten an, die den Vögeln als Nahrung dienen. Wildfrüchte gelten als eine der Hauptnahrungsquellen für Vögel. Im Winter weichen auch insektenfressende Vögel wie das Rotkehlchen auf Früchte und Sämereien aus. 

Auch für uns Menschen haben viele Wildsträucher vitaminreiche Leckerbissen zu bieten. Aus Schlehen, Kornelkirschen, Schwarzem Holunder, Hagebutten, Weißdorn, Felsenbirnen und Berberitzen lassen sich köstliche Seite, Gelees und Marmeladen bereiten. Ernte nur einen Teil der Früchte und lass den Rest den Winter über an den Sträuchern hängen. So finden die Wintervögel in Deinem Garten auch am Ende des Jahres noch genügend Nahrung.

Diese Gehölze locken Vögel an

Dornröschen – ein Vogelmärchen

Wildrosenhecken sind tolle Vogelrefugien. Das stachelige Gestrüpp schützt kleine Singvögel vor Angreifern und die Hagebutten zählen zu den Leibspeisen vieler Vogelarten. Wenn die wilden Rosen in Blüte stehen, erfüllen sie Deinen Garten mit märchenhafter Romantik.

5. Biete Wasser zum Trinken & Baden

Während der heißen und oft trockenen Sommermonate sind die Vögel auf der Suche nach Wasser, um ihren Durst zu löschen und sich zu erfrischen. Die meisten Arten baden gerne, um ihr Gefieder zu reinigen und Parasiten loszuwerden. Besonders toll ist natürlich ein Gartenteich – doch er braucht Platz und macht eine Menge Arbeit. 

Auch mit einer Vogeltränke aus dem Handel oder mit einem flachen Gefäß – zum Beispiel mit einem großen Topfuntersetzer – lassen sich die Bedürfnisse der Gefiederten Gartenbewohner erfüllen. Die Wasserstelle sollte so aufgestellt werden, dass sie außer Reichweite von Katzen ist. 

Im Sinne der Vogelgesundheit empfiehlt es sich, das Wasser häufig zu wechseln – im Sommer am besten täglich. Reinige die Tränke von Zeit zu Zeit mit heißem Wasser, um Keime abzutöten.

Achte darauf, dass die Wasserstelle vor Katzen sicher ist.

6. Nistkästen zum Brüten

Vögel nisten gerne in dornigen Hecken oder in hohlen Bäumen. Wenn es an natürlichen Nistplätzen mangelt, kannst Du auch eine künstliche Nisthilfe anbieten. Weil die unterschiedlichen Vogelarten verschiedene Ansprüche an einen Nistplatz stellen, solltest Du eine passenden Nistkasten für die Vögel in deinem Garten auswählen.

Hausrotschwänze nisten gerne im Schuppen oder in anderen Nebengebäuden.

Handwerklich Begabte können eine passende Nisthilfe auch selbst zimmern. Hier findest Du  Bauanleitungen für die verschiedenen heimischen Vögel.

7. Ein Futterhäuschen für den Winter

Die kalte Jahreszeit ist stellt die Vögel meist auf eine harte Probe. Weil die natürlichen Lebensräume stark zurückgehen, finden sie immer weniger Futter. In Deinem Garten kannst Du während der Wintermonate für eine reich gedeckte Tafel  sorgen. Neben dem Pflanzen von fruchtragenden Gehölzen ist auch das Anbringen eines Futterhäuschens eine große Hilfe für die gefiederten Flugakrobaten.

Achte darauf, das angebotene Futter auf die Vogelarten im Garten abzustimmen. Stelle das Vogelhäuschen so auf, dass die Piepmätze beim Fressen nicht von Räubern überrascht werden können. Ein Futterhaus gibt Dir und Deinen Kindern die Möglichkeit, die Wintervögel in Ruhe zu beobachten und besser kennenzulernen.

Hier findest Du weitere Informationen über die artgerechte Fütterung der heimischen Wintervögel und passende Vogelfutterhäuschen für Deinen Garten.

Bei der Fütterung hat jede Vogelart ihre eigenen Vorlieben und Bedürfnisse.

8. Sitzwarten & Aussichtspunkte

Viele Vogelarten sitzen gerne auf einem erhöhten Aussichtspunkt. Von dort aus lassen sie ihre Balz- und Reviergesänge erklingen. Der Ansitz gibt ihnen einen guten Überblick über den Garten. Hier können sie nach Beute oder herannahenden Feinden Ausschau halten. Greifvögel sind bei der Jagd nach Wühlmäusen ebenfalls auf einen erhöhten Sitzplatz angewiesen.

Neben dem Dachgiebel sind hohe Bäume gute Aussichtspunkte. In kleineren Gärten können Ansitzstangen die Bäume ersetzen. Um einen vogelgerechten Ansitz zu bauen, benötigst Du lediglich einen etwa drei Meter langen Pfahl. Spitze den Pfahl unten zu und bringe oben ein etwa 30 Zentimeter langes und mindestens 3 Zentimeter starkes Rundholz an. Verankere die Ansitzstange sicher im Boden. 

Notfalls wird auch die Wäscheleine als Ansitz für die Jagd genutzt.

9. Lass Abgeblühtes stehen

Viele Stauden und Blumen haben auch nach der Blüte noch etwas zu bieten. Ihre nahrhaften Samen versorgen Singvögel während des Winters mit natürlicher Nahrung. Bei Mensch und Piepmatz gleichermaßen beliebt ist die Sonnenblume. Sie bringt im Hochsommer die Beete zum Strahlen. Später ist ihr riesiger Samenstand ein einladendes Buffet für flatternde Gartenbewohner.

Disteln und Edeldisteln sind aus ökologischer Sicht äußert wertvoll. Sie bieten dem Distel-Fink und vielen anderen Vogelarten im Winter nährstoffreiche Samen und locken im Sommer mit ihren nektarreichen Blüten unzählige Insekten an.

Mit seinen purpurroten Blüten ist der Körner-Amaranth ein optisches Highlight im Garten. Wenn im Herbst die Samen reifen, werden sie bald von den verschiedenen Vogelarten heiß umkämpft. Die Samenstände von Ringelblumen, Kosmeen und Zinnien sind ebenfalls begehrte Nahrungsspender während der kalten Jahreszeit.

Wintervorrat für hungrige Singvögel

Schneide nach dem Ausbilden der Samen einige Sonneblumenköpfe oder Amaranth-Rispen ab und lagere sie an einem trockenen Ort. Auf diese Weise hast Du später, wenn die Sonnenblumen im Garten längst geplündert sind, noch ausreichend Nachschub vorrätig.

10. Lass Laub und Schnittgut liegen

Wenn im Herbst die Blätter fallen, solltest Du nicht hektisch zum Rechen greifen. Unter dem Laub verstecken sich Insekten, die Amseln und Rotkehlchen als Futter dienen. Auch Fallobst sowie am Baum verbliebene Früchte werden von den Vögeln im Garten während der kommenden Monate verzehrt. 

Totholz macht Spechte glücklich

Unter den Büschen empfiehlt es sich, das Laub den ganzen Winter über liegenzulassen. Den Rest kannst Du zu Haufen zusammenrechen. Lege auch Reisig oder Holzhaufen an und schaffe so einen Lebensraum für viele Kleintiere. Totholz wie Baumstümpfe oder Baumschnitt sind ein Nahrungsbiotop für Spechte, aber auch für Meisen, Baumläufer, Schnäpper und manche Drosselarten.

Ein besonderes Erlebnis ist es, wenn sich bedrohte Vogelarten wie der Wiedehopf im Garten einfinden.

Gartenvögel und ihre Bedürfnisse

Welche Vögel in Deinem Garten vorkommen hängt erstens von Deinem Wohnort und zweitens von der Gestaltung Deines Gartens ab. Manche Arten fühlen sich von Nadelbäumen angezogen, einige bevorzugen Dickicht und Gestrüpp, andere wiederum lieben offene Flächen und Aussichtspunkte. Hier stellen wir Dir einige Vogelarten vor, die sich gerne in der Nähe menschlicher Siedlungen aufhalten.

Meise

Ob Kohlmeise, Blaumeise, Tannen-, Sumpf- oder Weidenmeise – die fröhlichen Vögel kommen in jedem Garten vor. Sie sind Höhlenbrüter und nehmen Nistkästen gerne an. Als Dank suchen sie Deine Bäume und Sträucher gezielt nach Schädlingen ab und unterstützen Dich so beim Pflanzenschutz. Da ein Kohlmeisenpaar häufig zwölf Junge gleichzeitig aufzieht – und das zweimal im Jahr – vertilgt eine Meisenfamilie Unmengen an Blattläusen.

Brutzeit: April bis August

Meisen fressen

Meisen helfen bei der Bekämpfung von

  • Blattläusen
  • Raupen des Eichenprozessionsspinner
  • Frostspanner- Raupen

Amsel

Früher waren sie scheue Waldvögel, heute haben es sich die Amseln ganz selbstverständlich in unseren Gärten gemütlich gemacht. Die Männchen sind schwarz, haben orangefarbene Schnäbel und erfreuen uns mit ihren melodiösen Balz- und Reviergesängen. Die Weibchen und die Jungvögel sind braun. Als Freibrüter nisten Amseln vorwiegend in Sträuchern und Bäumen.

Brutzeit: März bis Juli

Amseln fressen

Amseln helfen bei der Bekämpfung von

  • Maikäfern
  • Schnecken
  • Engerlinge
  • Wiesenschnaken

Rotkehlchen

Seinen Namen hat es dem rötlich gefärbten Brust- und Kehlbereich zu verdanken. Sie verzücken uns mit ihrem trillernden Gesang und ihrer Vorliebe fürs tägliche Baden. Rotkehlchen sind Halbhöhlenbrüter und freuen sich über einen Nischenbrutkasten.

Brutzeit: April bis August

Rotkehlchen fressen

Rotkehlchen helfen bei der Bekämpfung von

  • Gespinstmotten
  • Frostspanner-Raupen
  • Blattläusen

Rotschwanz

Neben dem Hausrotschwanz ist in unseren Gärten auch der Gartenrotschwanz zu finden. Beide gehören zur Familie der Fliegenschnäpper und sind Zugvögel. Ihr rostroter Schwanz hebt sich vom braunen (Weibchen) bis dunkelgrauen (Männchen) Körper ab. Früher waren die Nischenbrüter im Bergland zu Hause, mittlerweile leben sie auch gerne in der Nähe der Menschen.

Brutzeit: Mitte April bis September

Rotschwänze fressen

Rotschwänze helfen bei der Bekämpfung von

  • Frostspannern

Zaunkönig

Der Winzling unter den Singvögeln liebt dichtes Dickicht und dornige Hecken. Seine geringe Körpergröße macht der Zaunkönig mit seinem laut schmetternden Gesang wett. Er meidet offene Areale und fühlt sich daher nur in Gärten wohl, die  Versteckmöglichkeiten wie Gebüsche, Hecken, Schling und Kletterpflanzen zu bieten haben. Zum Brüten bevorzugt der Zaunkönig Halbhöhlen.

Brutzeit: April bis Juni

Zaunkönige fressen

Zaunkönige helfen bei der Bekämpfung von

  • Frostspannern
  • Blattläusen
  • Ohrwürmern
  • Fliegen

Schwalbe

Sie gelten als Vorboten des Sommers – ihre Hauptankunftszeit liegt in Mitteleuropa zwischen Mitte April und Mitte Mai. Hierzulande kommen Mehlschwalben, Rauchschwalben und Felsenschwalben in der Nähe der Menschen vor. Sie bauen ihre Nester aus Lehm- oder Erdkügelchen unter Dachvorsprüngen direkt an die Wand. Im Handel erhältliche Kunstnester oder Schwalbenhäuser nehmen Schwalben gerne an. Im September sammeln sich die Schwalben wieder, um gemeinsam die Reise nach Afrika anzutreten.

Brutzeit: Anfang Mai bis Anfang September

Schwalben fressen

Schwalben helfen bei der Bekämpfung von

  • Stechmücken
  • Fliegen
  • Blattläusen

Buchfink

Farbenfroh und äußerst gesangsfreudig ist er ein gern gesehener Gast im Garten. Die Weibchen tragen ein etwas dezenteres Federkleid, sind aber ebenfalls hübsch gezeichnet. Seine Nahrung sucht der Buchfink am liebsten am Boden. Sonst hält sich der Freibrüter lieber in luftigen Höhen auf.  Sein Nest baut er im oberen Bereich von Hecken und Sträuchern. 

Brutzeit: Ende März bis Juni

Buchfinken fressen

Buchfinken helfen bei der Bekämpfung von

  • Blattläuse
  • Raupen
  • Ameisen

Eichelhäher

Der prächtige Vogel verdankt seinen Namen seiner Leibspeise. Ganze zehn Eicheln kann der Eichelhäher in seinem Kehlsack transportieren. Als Meister der Imitation ahmt der schlaue Rabenvogel die Rufe anderer Vogelarten täuschend echt nach.

Brutzeit: Ende April bis Juni

Eichelhäher fressen

Eichelhäher helfen bei der Bekämpfung von

  • Blattwespen
  • Raupen
  • Käfern
  • Engerlinge
  • Heuschrecken

Sperling

Spatzen zählen zu den am häufigsten im Garten anzutreffenden Vögeln. Die frechen kleinen Vögel nehmen gerne Sandbäder, fallen durch ihr lautstarkes Zetern auf und sind sehr gesellig. Sie zählen zu den Nischen- und Höhlenbrütern und nisten gerne in Gesellschaft von anderen Sperlingspaaren.

Gut geeignet sind sogenannte Spatzenhäuser, die mehreren Brutpaaren Platz bieten. Erwachsene Spatzen sind Vegetarier mit einer Vorliebe für Körner und Samen. Ihre Jungen füttern sie jedoch mit tierischer Nahrung.

Brutzeit: März bis August

Sperlinge fressen

Sperlinge helfen bei der Bekämpfung von

  • Fliegen
  • Käfern
  • Heuschrecken
  • Blattläusen

Kleiber

Die flinken, lebhaften Vögel klettern gerne kopfüber Stämme und Äste entlang. Sie sind sehr ruffreudig und haben ein umfangreiches Repertoire. Indem sie die Stämme von Obstbäumen gezielt nach Insekten absuchen, helfen sie den Schädlingsbefall zu verringern. 

Seinen Namen hat es dem rötlich gefärbten Brust- und Kehlbereich zu verdanken. Sie verzücken uns mit ihrem trillernden Gesang und ihrer Vorliebe fürs tägliche baden. Rotkehlchen sind Halbhöhlenbrüter und freuen sich über einen Nischenbrutkasten.

Brutzeit: April bis Juni

Kleiber fressen

Kleiber helfen bei der Bekämpfung von

  • Gespinstmotten
  • Frostspanner-Raupen

Stieglitz

Mit seinem schönen bunten Gefieder zählt der Stieglitz zu den auffälligen Vogelarten im Garten. Er lebt in lockern Brutkolonien und ernährt sich rein pflanzlich. Dabei bevorzugt er Distelsamen sowie die Samen anderer Korbblütler. Auch ihre Jungen füttern Stieglitzeltern zum Großteil mit halbreifen Samen.  

Bei Nahrungsmangel greifen sie jedoch auch auf Blattläuse zurück. Als geschickte Kletterer können die Vögel die Läuse auch kopfüber von den Pflanzen ansammeln. Der Stieglitz ist ein Freibrüter und liebt luftige Nistplätze in Baumkronen und auf hohen Sträuchern.

Brutzeit: Ende März bis Juli

Stieglitze fressen

Stieglitze helfen bei der Bekämpfung von

  • Blattläusen

Star

Wenn sich die Stare vor ihrem Aufbruch in den Süden in großen Schwärmen versammeln, verdunkelt sich der Himmel. Bei Obst- und Weinbauern sind die Flugakrobaten nicht sehr beliebt, machen sie sich doch scharenweise über Kirschen, Wechseln und Weintrauben her. 

Dennoch zählt der Star auch zu den Nützlingen. Im Frühjahr verspeist er die Larven der Wiesenschnaken und einige andere Schädlinge. Weidetiere befreit er von Zecken und hält ihnen Fliegen und Bremsen vom Leib. Stare sind Höhlenbrüter und benötigen einen etwas größeren Nistkasten als die kleinen Gartenvögel.

Brutzeit: Anfang April bis Ende Juli

Stare fressen

Stare helfen bei der Bekämpfung von

  • Fliegen
  • Zecken
  • Wiesenschnaken
  • Heuschrecken

Singdrossel

Mit ihrem flötenden, ausdauernden Gesang verzückt die Singdrossel ihre Zuhörer. In den Abendstunden geben die braungesprenkelten Vögel gerne melodiöse Konzerte. Als Waldvogel fühlt sich die Drossel in Gärten mit heimischen Nadelbäumen wohl. Sie liebt dichten Unterwuchs und schattige, feuchte Bereiche.

Singdrosseln jagen auf dem Boden, wo sie Schnecken und Würmer auflesen. Die Gehäuse der Schnecken zerschmettern sie an Steinen. Als Freibrüter nisten Drosseln gerne in den Astgabeln von Nadel- und Laubbäumen.

Brutzeit: März bis Juli

Singdrosseln fressen

Singdrosseln helfen bei der Bekämpfung von

  • Engerlingen
  • Schnecken
  • Wiesenschnaken

Buntspecht

Statt zu singen macht der Buntspecht durch Trommelsoli auf sich aufmerksam. Das ist zwar nicht sehr melodisch, dafür aber weithin hörbar. Um sich im Garten wohlfühlen braucht es einen größeren Baumbestand mit viel Alt- und Totholz.

Im Winter sind Buntspechte manchmal am Vogelhäuschen zu beobachten, wo sie sich über die Meisenknödel hermachen. Wie alle Spechte ist auch der Buntspecht ein Höhlenbrüter und freut sich daher über einen geschlossenen Nistkasten.

Brutzeit: April bis Juni

Buntspechte fressen

Buntspechte helfen bei der Bekämpfung von

  • Holzkäferlarven
  • Raupen
  • Käfer
  • Ameisen

Raubvögel im Garten

Manchmal sind im Siedlungsgebiet auch Greifvögel, Eulen und Käuzchen anzutreffen. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis, diese lautlosen Jäger beobachten zu dürfen. Hier gebe ich Dir zwei Vögel als Beispiel, die häufig in meinem Garten zu Gast sind.

Turmfalke

Wenn ein Falke über Deinem Garten kreist, haben die Wühlmäuse nichts zu lachen.

Einen jagenden Turmfalken erkennst Du an seinem Rüttelflug, der es ihm ermöglicht, in der Luft stehend nach Beute Ausschau zu halten. Charakteristisch ist auch sein heller schellender Ruf, der wie „ti, ti, ti, ti“ klingt. Als Felsenbrüter nistet er gerne in Gebäudenischen und Mauerlöchern. Wenn Du ein hohes Gebäude wie eine Scheune in Deinem Garten hast, kannst Du eine spezielle Nisthilfe für Turmfalken bauen und sie in mindestens vier Metern Höhe anbringen.

Brutzeit: April bis Juni

Turmfalken fressen

Turmfalken helfen bei der Bekämpfung von

  • Wühlmäusen
  • Maikäfern
  • Heuschrecken

Waldohreule

Junge Waldohreulen betteln mit lauten „WiiiWiii-Rufen“ um Futter.

Kennzeichen dieser schlanken Eule sind ihre großen, büschelten Federohren. Während ausgewachsene Tiere tiefe dumpfe Huh-Laute von sich geben, betteln die Ästlinge nachts mit schrillem Fiepen um Futter.

Waldohreulen können am besten in offenem Gelände jagen. Sie besiedeln Dörfer und auch Randbereiche von Städten. In größeren Gärten sind sie häufig anzutreffen, wenn das Grundstück an landwirtschaftlich genutzte Flächen angrenzt und von vielen Wühlmäuse bewohnt wird. 

Brutzeit: Ende März bis Juni

Waldohreulen fressen

Waldohreulen helfen bei der Bekämpfung von

  • Wühlmäusen
  • Maikäfern

Fazit

Mit einem vogelfreundlichen Garten leistest Du einen wichtigen Beitrag, um dem drastischen Vogelschwund gegenzusteuern. Vögel fühlen sich überall dort zu Hause, wo bunte Vielfalt herrscht. Mit einheimischen Pflanzen – samenbildenden Blumen und Stauden, beerentragende Sträucher, zapfenbildende Nadelgehölze und dichten Hecken bietest Du den unterschiedlichsten Vogelarten einen artgerechten Lebensraum mit reichlich Nahrung und vielen Nistmöglichkeiten. 

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