Welches Benzin für den Rasenmäher?

Nur mit dem richtigen Treibstoff kann Dein Benzin-Rasenmäher die bestmögliche Leistung erbringen. Der falsch Sprit im Tank schädigt über kurz oder lang den Motor. Wenn Du Dich fragst, welches Benzin für Deinen Rasenmäher geeignet ist, bist Du hier genau richtig. Wir verraten Dir, wie Du den passenden Kraftstoff findest und was es beim Betanken Deines Mähers alles zu beachten gilt. 

Womit tanken?

  • Der Kraftstoff muss frisch, sauber & bleifrei sein.
  • Das Benzin darf maximal 10 % Ethanol enthalten. Vorsicht, E10 wird nicht von allen Mähern vertragen!
  • Für 2-Takt Motoren muss das Benzin im richtigen Verhältnis mit 2-Takt Rasenmäher vermischt werden, wenn kein separater Öltank vorhanden ist.
  • Bei einem 4-Takt Motor darf auf keinen Fall Öl ins Benzin gemischt werden!
  • Schau genau, bevor Du den Rasenmäher tankst. Ein unzulässiger Kraftstoff kann dem Motor schaden und die Garantie unwirksam machen.

Der Motor bestimmt, welches Benzin getankt wird

Ob Dein Rasenmäher von einem namhaften Hersteller stammt oder, ob es sich um ein No-Name Produkt aus dem Diskonter handelt, bei der Frage nach dem Treibstoff ist stets der verbaute Motor ausschlaggebend. Sieh Dir daher die Bedienungsanleitung genau an. Hier erfährst Du, welchen Motor Dein Mäher besitzt und welches Kraftstoffgemisch für diesen Motortyp geeignet ist.

Zweitakt-Mäher werden mit einem Gemisch aus Öl und Benzin betankt, bei Modellen mit Viertaktmotor kannst Du Benzin von der Tankstelle (in den meisten Fällen mit Super 95) verwenden. 

Sieh in der Gebrauchsanweisung nach!

Welchen Treibstoff Dein Rasenmäher genau benötigt, kannst Du im Handbuch des Herstellers nachlesen, manchmal findet sich dieser Hinweis auch auf dem Tankdeckel.

2-Takter oder 4-Takter?

Eine grundlegende Rolle bei der Frage nach dem richtigen Treibstoff spielt auch die Bauart des Motors. Handelt es sich um einen Zweitaktmotor oder um einen Viertaktmotor? Bei einem Zweitakter gestaltet sich das Tanken etwas komplizierter.

Im Zweifelsfall nachfragen!

Wenn Du nicht weißt, welche Art von Motor Dein Rasenmäher hat, schau im Handbuch nach oder kontaktiere Deinen Händler.

Rasenmäher mit 4-Takt Motor

Ein 4-Takt Motor führt pro Verbrennungsvorgang vier Arbeitsschritte aus – Ansaugen, Verdichten, Arbeiten und Anstoßen. Heute werden die meisten Rasenmäher mit einem 4-Takt Motor ausgestattet, da sie leiser laufen und weniger Schadstoffe ausstoßen. Auch das Betanken ist hier deutlich einfacher. Diese Rasenmäher können mit handelsüblichem Superbenzin von der Tankstelle betrieben werden und Du musst Dich nicht um die Herstellung des passenden Gemischs kümmern.

Vorteile des 4-Takt Motors

  • höheres Drehmoment
  • niedrigerer Kraftstoffverbrauch
  • geringere Lärmentwicklung

Nachteile des 4-Takt Motors

  • höheres Gewicht
  • teurere Herstellung
  • kompliziertere Reparatur

Rasenmäher mit 2-Takt Motor

Wie der Name bereits andeutet, führt dieser Motortyp während einer 360° Kurbelwellenumdrehung nur zwei Arbeitsschritte: Im ersten Takt bewegt sich der Kolben nach oben, wodurch frisches Kraftstoff-Luft-Gemisch angesaugt wird und ins Kurbelgehäuse gelangt. Durch die Verdichtung wird das Gemisch von einer Zündkerze entzündet.

Dies leitet den zweiten Takt ein. Der hohe Druck, der bei der Verbrennung entsteht, drückt den Kolben nach unten. Auf diese Weise öffnen sich der Auslass sowie der Überstromkanal. Die Abgase entweichen über den Auspuff, gleichzeitig strömt frisches Kraftstoff-Luft-Gemisch ein.

Vorteile des 2-Takt Motors

  • relativ preiswert
  • leichter zu reparieren
  • geringere Hitzeentwicklung

Nachteile des 2-Takt Motors

  • weniger Leistung
  • braucht mehr Benzin
  • höhere Umweltbelastung
  • höhere Lärmentwicklung

So tankst Du deinen Zweitakter

Beim 2-Takt Rasenmäher wird das Öl mit dem Benzin vermischt. Getrenntgeschmierte 2-Takter besitzen einen separaten Öltank, von wo aus das Öl mittels Pumpe angesaugt wird. Bei Modellen mit nur einem Tank, musst Du den Kraftstoff selbst mischen.

Lies in der Bedienungsanleitung nach, ob der Motor ein Öl-Benzin-Gemisch im Verhältnis 1:25 (1 Teil Öl auf 25 Teile Benzin) oder 1:50 braucht. Miss das Öl genau ab und mische die zwei Komponenten in einem sauberen Kanister. Verwende hochwertiges 2-Takt-Öl, das ausdrücklich für Rasenmäher geeignet ist.

Wirf einen Blick auf den Tankdeckel!

Häufig ist auf dem Tankdeckel das korrekte Mischverhältnis angegeben.

Ist E10 für Rasenmäher geeignet?

E10-Kraftstoff hat den Ruf umweltverträglicher zu sein, dennoch hat die Einführung vor knapp zehn Jahren für viel Aufregung unter den Autofahrern gesorgt. Viele ältere Motoren vertragen E10 nämlich nicht so ohne weiteres. Enthält der Vergaser oder die Einspritzanlage einen hohen Anteil an Aluminium- oder Zinnlegierung, können diese Krafstoffaufbereitungsteile durch den im Treibstoff enthaltenen Alkohol korrodieren.

E10 greift teilweise auch Kunststoffteile wie Schläuche und Dichtungen an und kann ältere Motoren auf diese Weise nachhaltig schädigen. Davon sind natürlich nicht nur Autos, sondern auch motorbetriebene Gartengeräte betroffen. 

E10 – der neue Bio-Sprit

Der Öko-Kraftstoff E10 wurde 2011 deutschlandweit eingeführt, um die Rohölvorkommen und das Klima zu schonen. Das Gemisch enthält bis zu 10 Prozent Bioethanol und soll die CO2-Emission reduzieren. Allerdings kann der neue Ottokraftstoff nicht von allen Fahrzeugen problemlos genutzt werden.

Von Neuwagen wird der neue Bio-Sprit mittlerweile ausnahmslos vertragen. Doch wie sieht es mit Rasenmähern und anderen benzinbetriebenen Gartengeräten aus?

Erkundige Dich beim Hersteller

Wenn Du Dich jetzt fragst, ob Du Deinen Rasenmäher mit E10-Benzin betanken kannst, ohne ihm zu schaden, ist das durchaus berechtigt. Hier ist der Hersteller des Mähers der richtige Ansprechpartner. Bei neueren Modellen kannst Du meist bereits im Handbuch nachlesen, ob E10 eine Option ist. Bei älteren Rasenmähern ist es ratsam, den Hersteller diesbezüglich zu kontaktieren. Bei No-Name Produkten ist es sicherer, Super Plus zu verwenden, auch wenn dieser Kraftstoff teurer ist.

Lies nach, bevor Du E10 tankst!

Ältere Rasenmäher vertragen den neuen Bio-Sprit oftmals nicht. E10 Benzin sollte nur verwendet werden, wenn dies in den Hinweisen des Herstellers ausdrücklich erlaubt ist.

Diese Rasenmäher-Motoren können mit E10 betrieben werden

Mittlerweile haben die namhaften Hersteller von Rasenmähermotoren reagiert und zu dieser Frage Stellung bezogen. Sowohl Briggs & Stratton, als auch MTD, Honda und Kawasaki bestätigen, dass ihre Benzinmotoren problemlos mit den neuen E10-Kraftstoffen betrieben werden können. Auch große Produzenten von Gartengeräten wie Wolf-Garten und John Deere haben bereits Entwarnung gegeben – sämtliche Rasenmäher mit Benzinmotoren dürfen mit E10 betankt werden.

Das gilt es bei der Verwendung von E10 zu beachten

  • Verwende ausschließlich frisches E10 Benzin.
  • Das beigemischte Bioethanol beschleunigt den Alterungsprozess.
  • Bei längerer Lagerung lässt die Zündfreudigkeit nach.
  • Durch den höheren Alkoholgehalt nimmt der Treibstoff leichter Wasser auf, was das Verrosten des Tanks fördert.
  • Feuchtigkeit und Sonneneinstrahlung können E10 Benzin unbrauchbar machen.
  • Lagere E10 Kraftstoff nicht länger als 4 Wochen.
  • Wer das Gemisch länger aufbewahren möchte, sollte einen Kraftstoffstabilisator verwenden.
  • Lasse den restlichen Kraftstoff ab, wenn Du den Rasenmäher Mehrre Wochen nicht verwendest. Entferne das E10 Benzin sowohl aus dem Tank als auch aus dem Vergaser.
  • Befreie vor dem Einwintern des Mähers den Tank gründlich vom E10 und lass den Motor leer laufen.

Alles rund ums richtige Tanken

So füllst Du den Tank

  • Fülle den Motor unter freiem Himmel.
  • Tanke ausschließlich, wenn der Motor kalt und nicht in Betrieb ist.
  • Verwende einen sauberen Trichter zum Einfüllen des Kraftstoffs.
  • Benzin dehnt sich aus – fülle den Tank daher nicht zu voll.
  • Verschließe den Tankdeckel nach dem Tanken.
  • Öffne den Tankverschluss nie während der Motor läuft.

So bewahrst Du den Kraftstoff richtig auf

  • Kraftstoffe sollten nicht länger als 3 Monate gelagert werden. E10 Benzin ist sogar nur 1 Monat lagerfähig (siehe oben).
  • Wenn Du den Treibstoff länger aufbewahren möchtest, ist es ratsam, einen Kraftstoffstabilisator hinzuzufügen.
  • Lagere Kraftstoffe stets in einem sauberen und fest verschlossenen Kanister.
  • Kunststoffkanister müssen nach 5 Jahren ersetzt werden, da das Benzin den Kunststoff angreift.
  • Metallkanister müssen unbedingt rostfrei sein.
  • Fülle den Kanister ganz voll und lagere ihn an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort.

Kraftstoff ablassen vor dem Winter

  • Fülle beim letzten Einsatz vor der Winterpause nur wenig Benzin in den Tank, sodass der Tank nach dem Mähen fast leer ist.
  • Öffne nach der letzten Mahd die Ablassschraube an der Vergaserglocke und lass den Tank und den Vergaser leerlaufen.
  • Starte danach noch einmal den Motor und lass ihn so lange laufen, bis kein Kraftstoff im Tank mehr im Tank ist und der Motor schließlich von selbst abstirbt.
  • Entsorge Kraftstoffreste als Sondermüll gemäß den lokalen Vorschriften an Deinem Wohnort.

Ein Stabilisator verlängert die Lagerfähigkeit des Kraftstoffs

Wer den Kraftstoff lieber im Tank lassen möchte, sollte einen Stabilisator zusetzen. Auf diese Weise ist der Sprit 6 Monate lagerfähig. Zusätzlich wird der Motor vor Korrosion geschützt.

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