Frischluft für den Rasen – Aerifizieren & Lüften

Damit Dein Rasen gut aussieht, muss er atmen können. Mit der Zeit jedoch verdichtet der Boden immer mehr. Beim Aerifizieren gönnst Du Deiner Grünfläche eine Frischluftkur und lässt Sauerstoff an die Graswurzeln. Hier erfährst Du, wie Du Deinen Rasen richtig belüftest.

So belüftest Du Deinen Rasen

  • mähe den Rasen
  • vertikutiere die Rasenfläche
  • aerifiziere den Rasen
  • besande die aerifizierte Fläche
  • kehre den Sand ein
  • dünge den Rasen
  • repariere Lücken mit einer Nachsaat
  • wässere gründlich

Ein Hilferuf Deines Rasens

Du wünschst Dir einen dichten Rasen in üppigem Grün, in letzter Zeit zeigt sich Deine Grünfläche jedoch nicht von ihrer besten Seite? Die Gräser wachsen mehr schlecht als recht, Moos und Unkraut haben sich breitgemacht. Bei genauerem Hinsehen kannst Du erkennen, dass die Grasnarbe verfilzt ist.

Trotz regelmäßigen Mähens, Düngens und Kalkens wirkt die Grünfläche alles andere als vital. Kein Wunder – Dein Boden ruft um Hilfe! Die Rasenwurzeln leiden an Sauerstoffmangel, sie bekommen kaum noch Luft. Sie sind nicht mehr in der Lage, die Gräser mit ausreichend Wasser und Nährstoffen zu versorgen. 

Auch die sonst so fleißigen Bodenlebewesen können ihre Arbeit nicht mehr verrichten, auf dem Rasen liegendes Mähgut und andere Pflanzenreste werden nicht mehr abgebaut. Dadurch wird der Filz immer dichter – ein Teufelskreis, aus dem Dein Rasen aus eigener Kraft nicht mehr herauskommt.

Wellness für den Rasen

Um Deiner Rasenfläche zu helfen, musst Du dafür sorgen, dass die Wurzeln wieder atmen können. Befreie den Rasen vom Filz, lass Sauerstoff an die Wurzel und aktiviere die Mikroorganismen, um ein gesundes Bodenleben zu fördern. Es gibt verschiedenen Möglichkeiten, dem Rasen Frischluft zu verschaffen.

Rasen lüften

Laubrechen / Federbesen

Eine denkbar einfache Methode, den sich ansammelnden Rasenfilz loszuwerden, ist das Durchkämmen der Rasenfläche mit einem Laubrechen. Reche den Rasen im Frühjahr und im Herbst gründlich mit einem sogenannten Federbesen durch. So werden selbst kleinste Reste an Rasenfilz entfernt. 

Während ein Federbesen aus Kunststoff angenehm leicht und deutlich leiser als ein metallener Federbesen ist, hat Letzterer einen entscheidenden Vorteil: Beim Kämmen mit einem Federbesen oder Laubrechen aus Metall wird die Grünfläche beim Entfernen des Schnittguts gleichzeitig ein wenig vertikutiert. So kannst Du der Vermoosung und Verfilzung Deines Rasens vorbeugen. 

Wie Du ohne Vertikutierer Deinen Rasen von Moos befreist.

Vertikutieren

Beim Vertikutieren ritzt Du die Grasnarbe an, um Mähgut und Moos zu entfernen. Das schafft Platz für frische, junge Gräser und verbessert die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Für kleinere Gärten reicht ein Handvertikutierer völlig aus. Bei Modellen mit Rädern können die Messer nicht so tief in den Boden eindringen. So werden die Wurzeln geschont. Modelle ohne Räder erinnern optisch an einen Rechen. Sie eignen sich besonders für unebene Flächen, enge Stellen und Randbereiche.

Weniger schweißtreibend ist das Vertikutieren mit motorbetriebenen Geräten. Es gibt Vertikutierer mit Elektromotor und größere Geräte mit Benzinmotor. Die Schnitttiefe sollte maximal 4 Millimeter betragen – Ziel des Vertikutierens ist das Entfernen der Filzschicht, nicht die Bodenbearbeitung.

Rasenlüfter

Eine schonende Methode zum Entfernen des Rasenfilzes ist das Durchkämmen der Grasnarbe mit einem Rasenlüfter. Diese Geräte sind mit Elektro- oder Benzinmotor erhältlich. Anstelle von Messern besitzen sie dünne federnde Stahlzinken, die den Boden beim Durchkämmen nicht verletzen. Daher kannst Du Deinen Rasen mit dem Rasenlüfter pflegen, sooft Du möchtest.

Die beste Zeit zum Lüften Deines Rasens

Lüfte Deinen Rasen mindestens einmal pro Jahr. Wenn im Frühjahr die Wachstumsphase der Gräser beginnt, ist der beste Zeitpunkt für diese Pflegemaßnahme. Im September kannst Du zusätzlich noch einmal das Unkraut auskämmen. Vertikutieren ist allerdings zu spät im Jahr nicht mehr empfehlenswert. Schließlich soll sich der Rasen vor dem Winter noch gut erholen. Mit sanfteren Belüftungsmethoden kannst Du jedoch auch durchaus öfter für Frischluftzufuhr sorgen. 

Rasenfilz vorbeugen

Achte zusätzlich darauf, dass Rasenfilz gar nicht erst entsteht. Dünge die Grünfläche regelmäßig mit Kompost oder organischem Rasendünger. Besonders im Bereich von Bäumen und Sträuchern braucht Dein Rasen eine gute Nährstoffversorgung, da die Gehölze eine nicht zu unterschätzende Konkurrenz darstellen.  

Bei stark geschädigten Rasenflächen ist vom Vertikutieren abzuraten, da dabei nicht nur Unkraut und Moos ausgekämmt werden, sondern der Rasen noch mehr strapaziert wird. Entferne Filz und Moos mit einem Laubrechen und sorge durch eine Nachsaat für frisches Grün.  

Rasen aerifizieren

Beim Aerifizieren gehst Du noch einen Schritt weiter. Der Boden unter der Rasenfläche wird gelockert und so mit Sauerstoff versorgt. Vor allem lehmige Böden verdichten durch ihre feinkörnige Struktur schnell. Häufiges Betreten des Rasens, auf der Grünfläche spielende Kinder oder fröhliche Gartenpartys führen zu oberflächlichen Verdichtungen.

Regelmäßig genutzte und stark frequentierte Bereiche sind besonders betroffen. Der Anteil der Grob- und Mittelporen nimmt bei dauerhafter Belastung ab, das Regenwasser kann nicht mehr versickern und Staunässe entsteht. Aerobe Bakterien, die zum Leben Sauerstoff benötigen, fühlen sich in verdichtetem Boden nicht mehr wohl. 

Die Rasenwurzeln können nicht mehr in die Tiefe wachsen, der Wasser und Nährstofftransport funktioniert nur noch suboptimal. Das beeinträchtigt die Gräser in ihrem Wachstum, während robustere Pflanzen wie Moos und Unkräuter sich ungehemmt ausbreiten.

"Unterscheide Aerifizieren und Vertikutieren: Beim Aerifizieren wird der Boden mechanisch belüftet, während das Vertikutieren vor allem auf das Entfernen von Moos und Unkraut abzielt, wobei die Grasnarbe nur leicht angeritzt wird."
Hinweis

Was bedeutet aerifizieren?

Damit Dein Rasen wieder atmen kann, machst Du beim Aerifizieren Löcher in den Boden. Diese Löcher haben je nach verwendetem Gerät einen Durchmesser von etwa ein bis zwei Zentimetern und sind zwischen fünf und neun Zentimeter tief. Dadurch wird die Bodenverdichtung aufgebrochen und ein Gasaustausch kann wieder stattfinden. Im Anschluss füllst Du die Löcher mit feinkörnigem Sand auf. 

Lies hier, wie Du Deinen Rasen sandest.

Vorteile des Aerifizierens

  • verbessert die Wasser- und Nährstoffversorgung des Rasens
  • Regenwasser kann besser versickern
  • der Boden erwärmt sich leichter
  • erhöht das Volumen der Bodenporen
  • wirkt sich positiv auf das Wurzelwachstum aus
  • fördert ein gesundes Bodenleben
  • Rasenfilz und organisches Material werden durch Mikroorganismen auf natürliche Weise abgebaut
  • gesundes Wachstum durch verbesserten Luftaustausch
  • der Rasen wird belastbarer und ebenmäßiger

Die Aerifiziersaison

Die richtige Zeit zum Aerifizieren Deines Rasens ist während der Wachstumsphase zwischen März und Oktober. Idealerweise führst Du diese Pflegemaßnahme durch, wenn es weder zu kalt, noch zu heiß ist. Vermeide das Aerifizieren im trockenen Hochsommer, aber auch kurz vor dem Frost. Nach Möglichkeit sollte der Boden leicht feucht, aber nicht zu nass sein. Wenn Dein Rasen stark beansprucht wird, kannst Du ihn mehrmals im Jahr aerifizieren. Gönne ihm zwischen den Behandlungen aber eine Erholungsphase von mindestens einem Monat.

Womit aerifizieren?

Die einfachste Methode, eine kleine Fläche zu aerifizieren, ist den Boden mit einer Grabeforke einzustechen und die Löcher mit feinem Sand zu füllen. Sportliche Hobbygärtner steigen in sogenannte Nagelschuhe, mit denen sie den Garten systematisch durchqueren und dabei den Rasen belüften.

"Handwerklich begabte Gartenbesitzer können die praktischen Nagelschuhe auch selbst anfertigen. Nimm ein altes Paar Schuhe, zeichne die Umrisse der Sohlen auf Sperrholz und schneide sie aus. Schlage 8 bis 10 Nägel in jede Platte und schraube die Nagelplatten von innen an die Schuhe."
Mein Tipp

Eine Aerifiziergabel ist ein händisches Werkzeug, das mit sogenannten Hohlspoons versehen ist, die zylinderförmige Kerne aus dem Boden ausstanzen. Alternativ kannst Du eine Aerifizierwalze verwenden. Bei dieser Handwalze befinden sich die Hohlspoons an einer Metallwalze, die Du über Deinen Rasen rollen kannst. So lassen sich auch größere Rasenflächen von Hand aerifizieren.

Dein Garten ist riesig? Dann leihe einen motorisierten Aerifizierer bei einem Maschinenverleih oder im Baumarkt aus.

Hohl- oder Vollspoon?

Unabhängig von manuellem oder motorisiertem Aerifizieren unterscheidet man zwischen zwei Prinzipien. Bei der Verwendung von Vollspoons, die nach dem Verdrängungsprinzip arbeiten, wird der Boden lediglich belüftet. Die Zinken der verschiedenen Geräte schieben die Erde zur Seite und verdichten den Boden dadurch noch mehr. 

Hohlspoons hingegen sind innen hohl und lösen beim Hineinstechen in den Boden Erde heraus. Die entstehenden Hohlräume können mit Sand aufgefüllt werden. Daher sind Hohlspoons eindeutig besser geeignet, um verdichtete Böden aufzulockern.

Rasen aerifizieren

So aerifizierst Du Deinen Rasen

Mähe den Rasen relativ kurz. Stelle die Schnitthöhe auf etwa drei bis vier Zentimeter. Befreie die Rasenfläche mit einem Federbesen oder einem Vertikutierer von Moos und Verfilzungen. Wähle das passende Gerät zum Aerifizieren Deines Gartens und beginne an einer Rasenkante. Arbeite Dich langsam vorwärts, bis die gesamte Rasenfläche perforiert ist. Pro Quadratmeter sollten etwa 200 Löcher entstehen. 

Wenn der verwendete Aerifizierer mit Hohlspoons ausgestattet ist, befördert er laufend Erdkegel aus dem Boden auf den Rasen. Achte darauf, nicht auf diese Erdkegel zu treten, damit Du sie später gut aufsammeln kannst. Besonders praktisch sind Geräte, die über ein Auffangbehältnis für die ausgestochene Erde verfügen. 

Trage nun eine dünne Schicht feinkörnigen Quarzsand auf. Pro Quadratmeter benötigst Du etwa 5 Liter. Arbeite den Sand mit einem Besen oder einem Rechen ein, dünge die Rasenfläche und wässere sie gründlich. Bessere kahle Stellen durch eine Nachsaat aus.

Fazit

Nicht nur wir Menschen brauchen frische Luft um uns fit und rundum wohlzufühlen, auch Dein Rasen sieht einfach besser aus, wenn er tief durchatmen kann. Belüfte und aerifiziere verdichtete Böden regelmäßig. So verhinderst Du Staunässe, Vermoosung und Rasenfilz. Dein Rasen dankt Dir die Fürsorge mit vitalem Wuchs und saftigem Grün. 

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