Rote Bete pflanzen – Alles über die Kultur von Roten Rüben

Rote Bete ist gesund, einfach zu ziehen und lässt sich lange lagern. Grund genug, das tiefrote Wurzelgemüse im eigenen Garten anzubauen. Hier erfährst Du, was es bei Aussaat und Pflege von Roter Bete zu beachten gilt und wie Du Deine Pflanzen gesund hältst.

So gelingt der Anbau von Roter Bete

Alte Kulturpflanze mit wertvollen Inhaltsstoffen

Bei der Roten Bete (Beta vulgaris), im süddeutschen Raum auch Rote Rübe genannt, handelt es sich um eine Kulturform der Gemeinen Rübe. Die Pflanze gehört der Familie der Fuchsschwanzgewächse an und ist damit verwandt mit Mangold, Spinat, Futterrübe und Zuckerrübe. Ihre wilden Vorfahren stammen aus dem Mittelmeerraum, aus den Küstenregionen Westeuropas und aus dem Mittleren Osten. 

Die Pflanze ist zweijährig, wird als Gemüse jedoch nur einjährig kultiviert. Für die Samengewinnung kannst Du einzelne Pflanzen über den Winter stehen lassen. Im zweiten Jahr bildet sich ein langer Stängel, der unscheinbare Blüten trägt. An diesen entwickeln sich die relativ großen, braunen Samen.

Bunte Rübenvielfalt

Neben dem tiefroten Klassiker gibt es auch hellfleischige Sorten wie die Gelbe Bete oder Goldrübe. Auch hellrote und weiße Sorten sind erhältlich. Je heller die Wurzel, desto geringer der Nitratgehalt und desto milder das Aroma. Was die Form betrifft, hast Du die Wahl zwischen rundlichen, spitzen oder zylindrischen Rüben.

Rote Bete war nicht immer rot

Archäologischen Funden zufolge wurden die Blätter von wilden Rüben bereits in der Steinzeit verzehrt. Die Römer waren die ersten, die teilweise auch die Wurzeln als Nahrungsmittel nutzten. Richtig durchgesetzt hat sich die Verwendung der Wurzeln erst ab dem 17. Jahrhundert, als größere und fleischigere Rüben gezüchtet wurden. Ihre gleichmäßige tiefrote Färbung entstand erst durch gezielte Veredelung im 19. und 20. Jahrhundert.

Wann Rote Bete pflanzen?

Mit der Aussaat von Roter Bete kannst Du loslegen, sobald sich der Boden ein wenig erwärmt hat. Das ist in unseren Breiten etwa Mitte April der Fall. Falls Du spät dran bist, ist das kein Problem. Bis Ende Juni kann gesät werden. Frühe Sorten sind zum baldigen Verzehr gedacht. Bei Lagersorten erfolgt die Aussaat möglichst spät, die Ernte findet kurz vor dem Frost statt.

Wer nicht so lange warten möchte, kann die Pflänzchen im Haus vorziehen. Für eine laufende Ernte vom Sommer bis Ende Oktober lohnt es sich mehrmals im Abstand von vier Wochen zu säen.

Abdecken schützt vor dem Schossen

Sinkt die Temperatur im Frühjahr unter sieben Grad Celsius ab, empfiehlt es sich, das Beet mit Vlies abzudecken. Bei Kälte neigt die Bete zum Auswachsen und bildet dann nur kleine Rüben. Wer sich die Mühe sparen möchte, sieht sich nach einer schossfesten Sorte um oder wartet noch einige Wochen mit der Aussaat.

Vorziehen

Ende März werden die Samen in kleine Töpfe gesät, die Du bis zur Keimung an einen warmen Ort stellst. Bei 20 Grad Celsius keimen die Samenkörner am besten. Danach solltest Du die Jungpflanzen an einen kühleren Platz bringen. Gieße regelmäßig und härte Deine Zöglinge vor dem Auspflanzen in Beet ab.

Direktsaat

Bereite das Beet sorgfältig auf. Entferne das Unkraut, lockere den Boden und zerkleinern alle größeren Erdklumpen. Arbeite Kompost ein, um den Humusgehalt im Boden zu erhöhen und für eine Grunddüngung zu sorgen. Wer später nicht nachdüngen möchte, kann Hornspäne unter die Erde mischen, welche den enthaltenen Stickstoff nach und nach an die pflanzen abgeben.

Ziehe mit dem Rechenstiel zwei bis drei Zentimeter tiefe Saatrillen ins Beet. Der Reihenabstand sollte 25 Zentimeter betragen. Lege alle drei bis fünf Zentimeter einen Samen in die Rillen und bedecke sie mit Erde. Drücke die Erde mit dem Rechen an und wässere das Beet gründlich. 

Die Samen keimen bei etwa 20 Grad Celsius und entwickeln sich dann recht schnell. Bei den Samen handelt es sich um Knäuel aus drei bis vier Samenkörnern. Meist wachsen daraus mehrere Jungpflanzen, die später vereinzelt oder ausgezupft werden. Die heranwachsenden Pflänzchen sollten einen Abstand von 10 Zentimeter zueinander haben.

Dichter säen und später vereinzeln

Damit Du später keine Lücken in den Reihen hast, empfiehlt es sich dichter zu säen und die Jungpflanzen später auf einen Abstand von 7 bis 10 Zentimeter zu vereinzeln. Aus einem Samen entstehen meist zwei bis drei Pflanzen. Die zarten Bete-Pflänzchen sind essbar und schmecken herrlich in Salaten.

Standort & Erde

Ideal für die Kultur von Roter Bete ist ein sonniger Platz im Garten. Sie hat einen mittleren Nährstoffbedarf und verträgt einen gewissen Sandanteil gut. Wichtig ist, dass der Boden humusreich ist und eine lockere Struktur hat. Als Tiefwurzler braucht die Pflanze darüber hinaus genügend Platz nach unten. Arbeite reifen Kompost oder Hornspäne in das Beet ein, bevor Du aussägst oder pflanzt.

Staunässe wird ebenso wenig vertragen wie anhaltende Trockenheit. Das Substrat sollte ein gutes Wasserhaltevermögen besitzen. Diese Eigenschaft lässt sich durch das Untermischen von Kompost oder durch das Ausbringen einer Mulchschicht fördern.

Höhere Nitratwerte im Schatten

Rote Beete entwickelt sich auch im Halbschatten gut. Dennoch ist von sonnenarmen Standorten abzuraten, da die Rüben dort mehr Nitrat einlagern. Auch wenn Du an einem warmen, sonnigen Platz mehr gießen musst, ist die Rote Beete dort besser aufgehoben.

Gute & schlechte Nachbarn in der Mischkultur

Rote Bete gilt als Mittelzehrer und wird gerne nach Starkzehrern wie den verschiedenen Kohlarten gepflanzt. Auch als Nachkultur von Kürbis und Gurke ist das Wurzelgemüse eine gute Wahl. Doch auch mit Hülsenfrüchten wie Erbsen und Bohnen verträgt sie sich gut, sei es im selben Beet oder in der Fruchtfolge. 

Distanz zu halten gilt es zu sämtlichen Artverwandten wie Spinat, Mangold und anderen Fuchsschwanzgewächsen. Mit sich selbst ist die Rote Bete ebenfalls unverträglich. Baue auf einem Beet, auf dem Du Rote Bete kultiviert hast, für eine Zeitdauer von vier Jahren keine Vertreter dieser Pflanzenfamilie an.

Hier erfährst Du alles über die Mischkultur.

 

Gute Nachbarn

Schlechte Nachbarn

Pflege & Düngen

Gleichbleibende Wasserversorgung

Damit sich die Rüben optimal entwickeln können, sollte der Boden nicht vollständig austrocknen. Gieße die Pflanzen regelmäßig, aber nicht zu viel. Bei anhaltender Trockenheit bleiben die Knollen klein und werden holzig. Zu viel Wasser lässt vor allem das Laub üppig wachsen. Ein Wechsel zwischen Starkregen und Trockenheit kann dazu führen, dass die Rüben aufplatzen. 

Mäßig düngen

Als Mittelzehrer benötigt Rote Bete nur eine moderate Menge an Nährstoffen. Wer beim Anlegen des Beetes reifen Kompost oder Hornspäne einarbeitet, braucht die Pflanzen später nur wenig zu düngen. Hornspäne geben den enthaltenen Stickstoff nur nach und nach an den Boden ab. Damit ist die Rote Bete während der gesamten Kulturdauer versorgt.

Du hast die gründliche Vorbereitung verabsäumt? Dann kannst Du den Pflanzen alle 14 Tage verdünnte Brennessseljauche verabreichen.

Mulchen hält die Feuchtigkeit im Boden

Entferne aufkommendes Unkraut und hacke den Boden regelmäßig, um das Wachstum der Knollen zu fördern. Eine Mulchschicht unterdrückt das Unkrautwachstum und verhindert rasches Verdunsten.

Hier erfährst Du alles zum Thema Mulchen.

Schädlinge & Krankheiten

Gegen die meisten Pflanzenkrankheiten zeigt sich die Rote Bete im Allgemeinen recht unempfindlich. In den heißen Sommermonaten kann bei länger anhaltender Trockenheit die Blattfleckenkrankheit auftreten. Um einem Befall entgegenzuwirken, solltest Du auf einem Beet, auf dem Rote Bete kultiviert wurde, für mindestens vier Jahre keine Fuchsschwanzgewächse anbauen.

Ist das Wetter hingegen zu feucht, tritt manchmal Falscher Mehltau auf. Vermeide eine stickstoffhaltige Düngung und stärke die Pflanzen mit Schachtelhalmjauche.

Hier erfährst Du, wie Du Flaschen Mehltau bekämpfen kannst.

Wenn Du in einer Gegend lebst, in der Zucker- und Futterrüben kultiviert werden, stattet eventuell die Rübenfliege Deiner Rote Bete einen Besuch ab. In diesem Fall lohnt es sich, die Pflänzchen mit einem Schutznetz abzudecken. 

Die größte Gefahr droht der Roten Bete von unten: Wühlmäuse lieben die saftig-süßen Rüben. Wenn die Nager in Deinem Garten häufiger auftreten, solltest Du das Beet von unten mit einem Wühlmausgitter schützen oder den Anbau von Wurzelgemüse ins Hochbeet verlagern.

Besonderheiten

Rote Beete gilt als sehr gesund. Sie senkt den Blutdruck, wirkt blutbildend und schützt dank des enthaltenen Betanin die Körperzellen.

Ihre sekundären Pflanzenstoffe hemmen Entzündungen im Körper. Der natürliche Farbstoff Betanin wird gerne in der Lebensmittelindustrie zum Färben von Marmelade, Eis, Süßspeisen und Säften verwendet.

Trotz aller gesundheitsfördernden Aspekte der Roten Beete sollten Menschen, die an Gicht, Rheuma oder an Nierensteinen leiden, auf den übermäßigen Genuss verzichten. Wie der verwandte Spinat neigt die Pflanze dazu, Nitrat zu speichern. Durch Standort, Erntezeitpunkt und den Verzicht auf stickstoffhaltige Düngemittel lässt sich der Nitratgehalt der Knollen allerdings absenken. 

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