Kletterpflanzen als Sichtschutz: 12 Arten – und wann sie blickdicht sind
12 Kletterpflanzen für Sichtschutz – sortiert danach, wann sie blickdicht sind: ganzjährig, von Mai bis Oktober oder schon im ersten Sommer. Ohne invasive Arten.

Wer Kletterpflanzen als Sichtschutz pflanzt, will vor allem eines wissen: Ab wann ist die Wand dicht – und bleibt sie es im Winter? Das ganze Jahr grün bleiben nur Efeu und die Kletterspindel, die Akebie nur in milden Wintern. Von Mai bis Oktober decken Anemonen-Waldrebe, Pfeifenwinde, Blauregen, Weinrebe und Hopfen Pergola und Rankgerüst zu. Am schnellsten, nämlich schon im ersten Sommer, schaffen es einjährige Kletterer wie Feuerbohne, Prunkwinde, Glockenrebe und Zierkürbis. Hier sind zwölf Arten mit Steckbrief und dem Gerüst, das sie brauchen.
Ganzjährig blickdicht: immergrün oder fast
1. Efeu 'Hibernica' (Hedera helix 'Hibernica')
📌 Pin itEfeu ist die einzige Art in dieser Liste, die das ganze Jahr verlässlich blickdicht ist und kein Gerüst braucht: Er hält sich mit Haftwurzeln an Wand, Holz oder Maschendraht fest. Der Gemeine Efeu ist bei uns heimisch. 'Hibernica' hat besonders große Blätter und wächst schnell in die Breite. Er wird oft auch als eigene Art (Irischer Efeu) geführt. Blüten und schwarze Beeren bildet Efeu erst an alten Trieben, im Herbst – sie sind dann eine wichtige späte Bienenweide.
- Blickdicht: ganzjährig
- Standort: Schatten bis Sonne
- Kletterhilfe: keine nötig, Haftwurzeln
- Heimisch: ja (Gemeiner Efeu)
- Giftig: ja, alle Teile, vor allem die Beeren (GIZ Bonn)
2. Kletterspindel 'Coloratus' (Euonymus fortunei 'Coloratus')
📌 Pin itDie Kletterspindel ist der immergrüne Sichtschutz für niedrige Elemente: An einer Stütze wird sie etwa zwei Meter hoch – für eine Wand am Sitzplatz oder einen Gartenzaun reicht das. Ihre kleinen Blätter färben sich im Winter rötlich bis purpur. Sie hält sich mit Haftwurzeln, wächst aber langsamer als Efeu. Am Anfang hilft es, die Triebe am Gitter anzubinden.
- Blickdicht: ganzjährig, bis etwa 2 m Höhe
- Standort: Sonne bis Halbschatten
- Kletterhilfe: Gitter oder Wand, anfangs anbinden
- Heimisch: nein, aus Ostasien
- Giftig: ja, die Gattung gilt als giftig, vor allem die Samen (GIZ Bonn)
3. Akebie (Akebia quinata)
📌 Pin itDie Akebie, auch Klettergurke genannt, ist halbimmergrün: In milden Wintern behält sie ihr Laub, in kalten Lagen wirft sie es ab und ist dann durchsichtig. Dafür wächst sie zügig, schlingt sich an Stäben und Drähten hoch und blüht im Frühjahr duftend in Purpur. In warmen Sommern bildet sie gurkenförmige, essbare Früchte – mehr dazu bei den essbaren Kletterpflanzen.
- Blickdicht: Frühjahr bis Herbst sicher, im Winter je nach Lage
- Standort: Sonne bis Halbschatten, geschützt
- Kletterhilfe: senkrechte Stäbe, Drähte oder Gitter
- Heimisch: nein, aus Ostasien
- Blüte: Frühjahr, purpur, duftend
Von Mai bis Oktober dicht: für Pergola und Rankgerüst
4. Anemonen-Waldrebe 'Rubens' (Clematis montana 'Rubens')
📌 Pin itDie Anemonen-Waldrebe ist die wüchsigste Clematis für den Sichtschutz: Sie wird viele Meter hoch und lang und überzieht im Mai eine ganze Pergola mit rosa Blüten. Danach bleibt sie bis zum Herbst ein dichter grüner Vorhang. Sie klettert mit ihren Blattstielen und braucht deshalb dünne Kletterhilfen – Drähte oder ein feines Gitter, keine dicken Balken. Schneiden musst du sie kaum, und wenn, dann direkt nach der Blüte. Mehr zur Pflege steht im Artikel zur Clematis.
- Blickdicht: Mai bis Oktober
- Standort: sonnig bis halbschattig, Fuß beschattet, geschützt
- Kletterhilfe: dünne Drähte oder feines Gitter
- Blüte: Mai bis Juni, rosa
- Giftig: ja, wie alle Waldreben
5. Pfeifenwinde (Aristolochia macrophylla)
📌 Pin itDie Pfeifenwinde stammt aus dem Osten Nordamerikas und hat sehr große, herzförmige Blätter, die sich wie Dachziegel überlappen. An einer Pergola gibt das dichten Schatten, an einem Gerüst einen blickdichten Vorhang. Sie schlingt sich an Stäben und Seilen hoch und braucht ein paar Jahre, bis sie richtig loslegt. Die kleinen, pfeifenförmigen Blüten verstecken sich unter dem Laub. Die Pflanze enthält Aristolochiasäuren, die die Nieren schädigen – sie ist also nichts für Gärten mit kleinen Kindern.
- Blickdicht: Mai bis Oktober
- Standort: Halbschatten bis Sonne, geschützt
- Kletterhilfe: Stäbe, Seile oder Pergola
- Heimisch: nein, aus Nordamerika
- Giftig: ja (RHS)
6. Amerikanischer Blauregen 'Longwood Purple' (Wisteria frutescens)
📌 Pin itDer Chinesische Blauregen wird gern empfohlen, kann aber zwölf Meter erreichen und Regenrinnen und Zäune zerdrücken. Der Amerikanische Blauregen bleibt mit vier bis acht Metern deutlich kleiner und passt deshalb an eine Pergola am Sitzplatz. Seine violetten Blütentrauben sind kürzer und erscheinen etwas später, im Mai und Juni. Auch er schlingt kräftig – das Gerüst muss stabil sein und darf nicht an Fallrohren entlangführen.
- Blickdicht: Mai bis Oktober
- Standort: sonnig, warm
- Kletterhilfe: stabile Pergola oder Holzgerüst
- Blüte: Mai bis Juni, violett, duftend
- Giftig: ja, besonders Samen und Hülsen (GIZ Bonn)
7. Weinrebe 'Venus' (Vitis 'Venus')
📌 Pin itDie Bayerische Gartenakademie (LWG) beschreibt 'Venus' als stark wüchsige Sorte mit sehr großen Blättern und empfiehlt sie ausdrücklich für die Pergola. Die blauen, kernlosen Trauben reifen von Ende August bis Mitte September. Die Sorte ist robust und pilzwiderstandsfähig, das ist am Haus wichtig, weil dort nicht gespritzt werden soll. Die Rebe braucht volle Sonne und hält sich mit Ranken an Drähten fest. Mehr zu Pflanzung und Schnitt findest du unter Weinreben pflanzen.
- Blickdicht: Mai bis Oktober
- Standort: vollsonnig, Süd bis Südost
- Kletterhilfe: Drähte oder Pergola
- Früchte: Ende August bis Mitte September, blau, kernlos
- Pflege: jährlicher Winterschnitt
8. Hopfen 'Hallertauer Tradition' (Humulus lupulus)
📌 Pin itDer Echte Hopfen ist heimisch und der schnellste mehrjährige Sichtschutz: Jedes Frühjahr treibt er neu aus und wächst innerhalb weniger Wochen mehrere Meter hoch. Ab Juni ist er dicht, im Spätsommer hängen die hellgrünen Dolden. Im Winter stirbt alles Oberirdische ab – dann ist die Stelle kahl. Die Triebe sind rau und können die Haut reizen; trag beim Schneiden Handschuhe. Hopfen breitet sich über Ausläufer aus.
- Blickdicht: etwa Juni bis Oktober
- Standort: sonnig bis halbschattig, nährstoffreich
- Kletterhilfe: senkrechte Drähte, Schnüre oder Stangen
- Heimisch: ja
- Pflege: im Spätwinter bodennah abschneiden
Im ersten Sommer dicht: einjährige Kletterer
Einjährige Kletterer sind ideal, wenn es schnell gehen muss – für einen neuen Garten oder bis die mehrjährigen Pflanzen nachgekommen sind. Ausgesät oder gepflanzt wird nach den Eisheiligen, dicht sind sie ab dem Hochsommer, und mit dem ersten Frost ist es vorbei.
9. Glockenrebe (Cobaea scandens)
📌 Pin itDie Glockenrebe stammt aus Mexiko und wird bei uns einjährig gezogen. Sie wächst in einer Saison mehr als fünf Meter und ist damit der stärkste einjährige Kletterer in dieser Liste. Sie hält sich mit Ranken an den Blattspitzen fest. Ihre großen, glockenförmigen Blüten öffnen sich cremegrün und werden dann violett. Vorziehen musst du sie ab März auf der Fensterbank, ausgepflanzt wird nach den Eisheiligen. Unsere Partnershops führen derzeit kein Saatgut, frag in Gärtnereien oder Saatgutversänden nach.
- Blickdicht: etwa Juli bis zum ersten Frost
- Standort: sonnig, warm, geschützt
- Kletterhilfe: Gitter, Netz oder Drähte
- Heimisch: nein, aus Mexiko
- Vorziehen: ab März auf der Fensterbank
10. Feuerbohne (Phaseolus coccineus)
📌 Pin itDie Feuerbohne ist der Klassiker am Gartenzaun: Sie schlingt sich schnell an Stangen oder Schnüren hoch, blüht scharlachrot und bildet danach essbare Bohnen. Wichtig: Roh sind die Bohnen giftig. Sie enthalten den Eiweißstoff Phasin, der erst durch Kochen zerstört wird – Trocknen reicht nicht. Schon wenige rohe Samen können krank machen (GIZ Bonn).
- Blickdicht: etwa Juli bis September
- Aussaat: Mitte Mai direkt ins Freie
- Kletterhilfe: Stangen, Schnüre oder Maschendraht
- Heimisch: nein, aus Mexiko und Mittelamerika
- Giftig: roh ja, gekocht essbar
11. Prunkwinde (Ipomoea purpurea)
📌 Pin itDie Prunkwinde schlingt sich mit herzförmigen Blättern an Zäunen und Schnüren hoch und öffnet jeden Morgen neue Trichterblüten in Violett, Rosa, Blau oder Weiß. Sie braucht volle Sonne und einen windgeschützten Platz, sonst bleibt sie lückig. Am dichtesten wird sie, wenn mehrere Pflanzen nebeneinander stehen. Die Samen gehören nicht in Kinderhände.
- Blickdicht: etwa Juli bis September
- Standort: vollsonnig, warm, windgeschützt
- Kletterhilfe: Schnüre, Drähte oder Zaun
- Heimisch: nein, aus Mittelamerika
- Tipp: mehrere Pflanzen dicht nebeneinander setzen
12. Zierkürbis (Cucurbita pepo)
📌 Pin itDer Zierkürbis rankt mit großen Blättern an einem Gerüst hoch und hängt im Herbst voller bunter Früchte. Weil die Kürbisse Gewicht haben, braucht er ein stabiles Holzgerüst, kein dünnes Netz. Dicht wird er erst ab Hochsommer. Zierkürbisse sind nicht essbar: Sie enthalten Bitterstoffe (Cucurbitacine), die zu Erbrechen und Durchfall führen. Laut GIZ Bonn können sich die Bitterstoffe auch in Zucchini einkreuzen. Ernte deshalb kein Saatgut von Zucchini, die neben Zierkürbissen standen.
- Blickdicht: etwa Juli bis Oktober
- Aussaat: ab Mitte Mai ins Freie oder ab April vorziehen
- Kletterhilfe: stabiles Holz- oder Metallgerüst
- Heimisch: nein, aus Nordamerika
- Giftig: ja, die Früchte (GIZ Bonn)
Welche Kletterhilfe für welche Pflanze?
Ob ein Sichtschutz dicht wird, hängt oft mehr am Gerüst als an der Pflanze. Kletterpflanzen halten sich auf vier Arten fest:
- Haftwurzeln (Efeu, Kletterspindel): halten sich selbst an Wand, Holz oder Maschendraht. Nicht an Putz mit Rissen setzen.
- Schlinger (Hopfen, Akebie, Pfeifenwinde, Blauregen, Feuerbohne, Prunkwinde): winden sich um senkrechte Stäbe, Drähte und Schnüre. Waagerechte Latten helfen ihnen kaum.
- Blattstielranker (Clematis): brauchen dünne Drähte oder Gitter mit höchstens fingerdicken Streben.
- Rankenkletterer (Weinrebe, Glockenrebe, Zierkürbis): halten sich mit Ranken an Gittern und Drähten fest, gern auch waagerecht.
Mehr Kletterpflanzen findest du nach Zauntyp sortiert bei den Kletterpflanzen für den Zaun, nach Frosthärte bei den immergrünen, winterharten Kletterpflanzen, für den Balkon bei den Kletterpflanzen für den sonnigen Balkon und als Kübel-Sichtschutz auf der Terrasse.
Aktualisiert im November 2026: Auswahl nach BfN-Liste gebietsfremder Arten neu zusammengestellt; Japanischer Hopfen und Baumwürger (EU-Liste invasiver Arten), Wilder Wein und Immergrünes Geißblatt (potenziell invasiv) gestrichen, Ballonblume (keine Kletterpflanze) entfernt, Giftangaben nach GIZ Bonn ergänzt.