Pflanzennährstoffe – was brauchen Pflanzen zum Leben?

Pflanzen machen unsere Parks, Wiesen und Wälder grün und unsere Gärten bunt. Ohne Pflanzen wäre auf unserer Erde kein Leben möglich. Es ist unsere Flora, die Mensch und Tier Nahrung und Sauerstoff liefert. Weil Pflanzen in der Lage sind, Sonnenlicht in chemische Energie umzuwandeln, stehen sie am Beginn der Nahrungskette. Sie schaffen die wichtigsten Grundvoraussetzungen für Leben auf diesem Planeten. 

Doch was brauchen die Pflanzen selbst, um leben zu können? 

Inhalt

Diese Nährstoffe lassen Deine Pflanzen wachsen

MAKRONÄHRSTOFFE

  • Stickstoff (N)
  • Phosphor (P)
  • Kalium (K)
  • Magnesium (Mg)
  • Calcium (Ca)
  • Schwefel (S)

MIKRONÄHRSTOFFE

  • Eisen (Fe)
  • Mangan (Mn)
  • Kupfer (Cu)
  • Zink (Zn)
  • Bor (B)
  • Molybdän (Mo)
  • Chlor (Cl)

Wovon ernähren sich Pflanzen?

Welche Stoffe lassen die Blumen, Sträucher und Bäume in Deinem Garten wachsen? Wovon ernähren sich Deine Obst- und Gemüsepflanzen, damit sie Früchte hervorbringen können? Dass Pflanzen Wasser benötigen, ist uns allen klar. Aber das alleine reicht natürlich nicht zum Überleben aus. 

Grüne Kraftwerke

Über ihre Wurzeln nehmen Pflanzen mit dem Wasser Nährstoffe aus dem Boden auf. Ihre Hauptenergiequelle ist aber die Sonne. Pflanzen können mit Hilfe des Sonnenlichts, dem Kohlendioxid aus der Luft und dem Wasser aus dem Boden, all die Stoffe selbst herstellen, die sie zum Wachsen benötigen. 

"Bei der Photosynthese wandeln grüne Pflanzen unter dem Einfluss von Sonnenenergie, mithilfe von Chlorophyll, Wasser und Kohlenstoffdioxid in Glucose und Sauerstoff um."
Gut zu wissen

Bei der Photosynthese entsteht Zucker, der – teilweise auch in Form von Stärke – in der Pflanze gespeichert wird. Als Nebenprodukt wird bei diesem Prozess Sauerstoff frei, den wir zum Atmen brauchen. Um das Licht absorbieren zu können und die Energie zu transportieren, bilden Pflanzen natürliche Farbstoffe, die Chlorophylle. Das ist der Grund, warum Pflanzen grün sind.

"Chlorophylle absorbieren das Licht im roten und im blauen Spektralbereich. Im grünen Bereich wird das Licht gestreut und lässt so die Blätter für das menschliche Auge grün erscheinen."
Gut zu wissen

Wachstumsfaktoren

Ob Zier- oder Nutzpflanze – jede Pflanzenart zeichnet sich durch ihre ganz eigenen Ansprüche an ihren Lebensraum aus. Je wohler sich eine Pflanze an ihrem Standort fühlt, desto besser wächst und gedeiht sie. Gute Wachstumsbedingungen und eine bedarfsgerechte Versorgung mit Nährstoffen schützen darüber hinaus vor Krankheiten und Schädlingsbefall.

Damit Pflanzen wachsen können, brauchen sie Licht und Wärme, Wasser, Kohlendioxid, Sauerstoff und mineralische Nährstoffe. Fehlt einer dieser Wachstumsfaktoren entwicklen sich die Pflanzen nicht weiter. Bei Lichtmangel können sie keine Photosynthese betreiben. Ohne Wasser sind sie nicht in der Lage die Nährstoffe aus dem Boden aufzunehmen. Bei zu niedrigen Temperaturen stellen die Pflanzen ihr Wachstum ein. Ist der Boden arm an Nährstoffen, können sich die Pflanzen nicht gut entwickeln.  

Sonnenlicht – Let the Sun Shine

Pflanzen brauchen für ihre Ernährung ausreichend Sonnenlicht. Die bei der Photosynthese gebildeten Kohlenhydrate sind für die die Entwicklung und den Erhalt sämtlicher Pflanzenteile notwendig. Wer schon einmal eine Topfpflanze in einem dunklen Raum vergessen hat weiß, dass es bei Lichtmangel nicht lange dauert, bis die Pflanze eingeht. Wie viel Sonne eine Pflanze benötigt, um sich wohlfühlen, hängt stark von Pflanzenart ab. Bei vielen Pflanzenarten entscheidet außerdem die Tageslänge darüber, wann die Pflanze blüht.

Wärme – die individuelle Wohlfühltemperatur

Neben Licht liefert die Sonne auch die benötigte Wärme. Je nach Art werden unterschiedliche Temperaturen bevorzugt. Ist es zu kalt, fahren die Pflanzen ihren Stoffwechsel herunter, nicht winterharte Gewächse können sogar absterben. Zu hohe Temperaturen lassen das Wachstum ebenfalls stocken. Einige Pflanzenarten bevorzugen deutliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Wärme liebende Arten gedeihen hierzulande am besten im Treibhaus.

Wasser – Quell des Lebens

Pflanzen brauchen einerseits Wasser, damit die Photosynthese stattfinden kann, andererseits nutzen sie Wasser als Transportmittel für Pflanzennährstoffe und für ihre Stoffwechselprodukte. Daher ist der Wasserhaushalt des Bodens ausschlaggebend für ein gesundes Wachstum. Verabreichst Du Deinen Pflanzen bei trockenem Boden Dünger, ohne gleichzeitig reichlich zu gießen, sind die Gewächse nicht in der Lage, die dargebotenen Nährstoffe aufzunehmen. Im schlimmsten Fall können sie sogar Wurzelverbrennungen erleiden.

Wassermangel lässt den Zellinnendruck sinken – sichtbare Zeichen sind hängende Blätter. Wenn Du nun nicht rasch reagierst und zur Gießkanne greifst, beginnt die Pflanze zu welken. Doch Achtung – ein Wasserüberschuss wird häufig noch weniger toleriert als Wassermangel. Kann das Wasser nicht abfließen, erleiden die Wurzeln einen Sauerstoffmangel und verfaulen. Paradoxerweise lassen durch Staunässe abgestorbene Wurzeln die Pflanzen vertrocknen.

Luft – Sauerstoff & Kohlendioxid

Während Kohlendioxid (CO2) für uns Menschen schädlich ist, benötigen Pflanzen das Gas für die Photosynthese. In diesem Prozess wird Sauerstoff (O2) frei, der wiederum für Mensch und Tier essenziell ist. Doch auch Pflanzen brauchen Sauerstoff für ihre Zellatmung.

Nährstoffe

Damit sich Pflanzen gesund entwickeln, benötigen sie darüber hinaus weitere Elemente. Diese Nährelemente werden in zwei Gruppen unterteilt – die Makronährstoffe und die Mikronährstoffe. Auch wenn von letzteren deutlich geringere Mengen gebraucht werden, sind beide Gruppen wichtig für das Wachstum. Bedenke, dass jede Pflanzenart einen individuellen Nährstoffbedarf hat. Eine Überversorgung mit einem bestimmten Element kann dabei genauso schädlich sein, wie ein Mangel.

Diese Nähstoffe brauchen Deine Pflanzen

Im Gegensatz zu Tieren ernähren sich Pflanzen ausschließlich anorganisch (autotroph). Dabei erzeugen sie aus energiearmen anorganischen Verbindungen energiereiche organische Verbindungen. Für sämtliche lebenswichtigen Funktionen benötigen sie noch einige weitere Stoffe. 

Hauptnährstoffe / Makronährstoffe

Damit Deine Pflanzen wachsen und gedeihen, sind also bestimmte Stoffe in größeren Mengen notwendig – die sogenannten Hauptnährstoffe. Bei diesen essenziellen Stoffe handelt es sich um sechs mineralische Hauptnährstoffe und drei nichtmineralische Nährelemente. Sehen wir uns die einzelnen Substanzen genauer an:

Mineralische Hauptnährstoffe

Sechs Mineralstoffe brauchen Pflanzen in größeren Mengen, dabei gelten folgende Stickstoff, Phosphor und Kalium als Kernnährerlemente. 

Stickstoff (N)

Wie alle anderen Lebewesen, enthalten auch Pflanzen Stickstoff in Form von Eiweißen. Während Tiere den Eiweiße mit der Nahrung zu sich nehmen, sind Pflanzen in der Lage, sie aus Stickstoff selbst herzustellen. Stickstoff kommt in der Natur in verschiedenen Formen vor. Da Planzen nicht in der Lage sind, molekularen Stickstoff aus der Luft aufzunehmen, sind sie auf den Stickstoff im Boden angewiesen.

Es gibt jedoch auch Pflanzen, die sich den Stickstoff aus der Luft zunutze machen können. Hülsenfrüchtler (Leguminosen) wie Bohnen, Erbsen, Klee, Luzerne und Lupine leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien, die den Luftstickstoff in eine für die Pflanzen verwertbare chemische Form umwandeln können. Im Gegenzug erhalten die Bakterien, die sich in den Wurzeln der Leguminosen ansiedeln, Nahrung in Form von Kohlenhydraten von der Wirtspflanze.

Wozu brauchen Pflanzen Stickstoff?

Stickstoff hat eine große Bedeutung für das Pflanzenwachstum und die Bildung von Blattmasse. Er dient dem Aufbau von Aminosäuren und Nucleinsäuren und ist an der Bildung von Enzymen und Pigmenten wie Chlorophyll beteiligt.

Wie äußert sich Stickstoffmangel?

Wenn sich erst die älteren und später auch die jüngeren Blätter Deiner Pflanze hellgrün bis gelblich verfärben, kann dies ein Hinweis auf einen Stickstoffmangel sein. Dabei können die Blattadern leicht rötlich wirken, bald werden die Blattspitzen werden braun und die Pflanze stellt ihr Wachstum ein. Bei akuter Unterversorgung können Pflanzenteile – und im schlimmsten Fall sogar die ganze Pflanze – absterben.

Woran erkennst Du Stickstoffüberschuss?

Zu viel Stickstoff lässt Pflanzen schossen. Das ausgeprägte Längenwachstum lässt die Triebe weich und anfällig werden. Das zieht Schädlinge an und begünstigt Pilzerkrankungen. Die überversorgten Pflanzen bilden keine Blüten aus und verholzen erst sehr spät, was zu Erfrierungen führen kann.

So versorgst Du Deine Pflanzen mit Stickstoff

Kompost, Stallmist und Hornspäne gelten als gute Stickstofflieferanten. Mit selbst gemachter Brennnesseljauche kannst Du Deinen Pflanzen ebenfalls eine Extraportion Stickstoff gönnen.

Phosphor (P)

Phosphor entsteht in der Natur bei der Verwitterung von Gestein sowie durch die Zersetzung organischer Substanzen. Im Boden liegt das Element in Form von verschiedenen Phosphatverbindungen vor. Damit die Pflanzen es aufnehmen können, muss es sich dabei um gelöste Phosphate handeln. Diese labilen Phosphate müssen während der Wachstumsperiode ständig nachgeliefert werden. Stabiles Bodenphosphat ist nur schwer mobilisierbar. Nur wenige Pflanzen wie die Weiße Lupine oder Raps sind in der Lage, organische Säuren zu bilden, die stabile Bodenphosphate für sie nutzbar machen.

Temperatur, Bodenfeuchte, der pH-Wert und die Bodenstruktur haben einen großen Einfluss auf die Pflanzenverfügbarkeit von Phosphor. Dabei wirkt sich ein pH-Wert zwischen pH 6 und pH 6,5 besonders günstig auf die Mobilisierbarkeit aus, Kälte, Trockenheit und Bodenverdichtungen hingegen behindern die Aufnahme.

Wozu brauchen Pflanzen Phosphor?

Als Bestandteil verschiedener Zellmembranen dient Phosphor der Aufrechterhaltung der Zellstruktur. Da es ein wichtiger Baustein der Nukleinsäuren steuert Phosphor die Erbinformation und die Lebensfunktionen. Das lebensnotwendige Element fördert die Krümelstruktur des Bodens und trägt damit zu einem gesunden Bodenleben bei. 

Phosphor unterstützt die Bildung von Blüten und fördert die Entwicklung von Früchten und Samen. Er trägt entscheidend zu einem gesunden Wurzelwachstum bei, ist wichtig für die Zellteilung und hilft der Pflanze, Abwehrstoffe zu bilden.

Wie äußert sich Phosphormangel?

Phosphormangel ist nicht so leicht zu erkennen, da er sich bei verschiedenen Pflanzenarten unterschiedlich äußern kann. Typische Anzeichen sind ein kümmerlicher Wuchs, ein unterentwickeltes Wurzelsystem sowie eine verzögerte oder spärliche Blüte. Die Blätter sind meist dünkler als üblich. Sie können sich rötlich verfärben und nehmen eine starre Haltung ein, die auch ‚Starrtracht‘ genannt wird. Bei Unterversorgung sinkt außerdem die Frosttoleranz der Pflanzen, was zu Frostschäden oder gar zum Absterben führen kann.

Woran erkennst Du Phosphorüberschuss?

Zu viel Phosphor blockiert die Aufnahme von Eisen und kann dadurch Kupfer-, Zink-, Mangan- und Bormangel auslösen. Auch auf einen Phosphorüberschuss reagieren Pflanzen mit Wachstumsstörungen.

So versorgst Du Deine Pflanzen mit Phosphor

Reich an Phosphaten sind neben Kompost, auch verschiedene Pflanzenjauchen wie zum Beispiel Beinwell- oder Brennnnesseljauche sowie Hornmehl und Hornspäne.

Kalium (K)

Auch Kalium gehört zu den lebensnotwendigen Kernnährstoffen. Im Gegensatz zu den anderen Nährelementen wird es jedoch nicht in die organische Struktur der Pflanze eingebaut, sondern in den Zellorganellen gespeichert. Wie auch bei Phospor hängt die Aufnahme von Kalium stark von der Beschaffenheit des Bodens ab. 

Da Kalium im Boden gut beweglich ist, kann es leicht ausgewaschen werden. Ob die schnell austauschbaren Kalium-Ionenen schnell nachgeliefert werden können, hängt vom Tongehalt des Untergrunds ab. 

Wozu brauchen Pflanzen Kalium?

Kalium verbessert die Saugkraft der Zelle, die so mehr Wasser aufnehmen kann. Die erhöhte Zellsaftkonzentration senkt den Gefrierpunkt und erhöht auf diese Weise die Frostresistenz. 

Es stärkt die Zellwände und festigt dadurch das Pflanzengewebe. Auf diese Weise beugt Kalium Schädlingsbefall vor und erhöht die Resistenz gegenüber Pilzerkrankungen. Darüber hinaus hat das Kernnährelement einen positiven Einfluss auf viele Stoffwechselvorgänge. Es hilft bei der Bildung und beim Transport von Kohlenhydraten und aktiviert Pflanzenenzyme.

Wie äußert sich Kaliummangel?

Du gießt Deine Pflanzen regelmäßig und trotzdem wirken sie welk und wachsen nur mäßig? Dies kann ein Hinweis auf einen Kaliummangel sein. Sieh Dir die Blätter genauer an. Mangelt es der Pflanze tatsächlich an Kalium, verfärben sie sich vom Rand her gelb und weisen vertrocknete Ränder auf. Bei Obstbäumen rollen sie sich häufig nach oben. Die Früchte neigen zu Rissen und zum Aufplatzen (Tomaten, Radieschen etc.).

Woran erkennst Du Kaliumüberschuss?

Überschusssymptome treten vergleichsweise selten auf. Manchmal zeigen sich Blattrandnekrosen, eine kräftige Überdosierung kann auch Wurzelverbrennungen zur Folge haben. Häufig geht ein Kaliumüberschuss Hand in Hand mit einem Calcium- und Magnesiummangel.

So versorgst Du Deine Pflanzen mit Kalium

Wenn Du Deine Kulturen mit Kalium düngen möchtest, sind neben Kompost vor allem Gesteinsmehl, Pflanzenjauchen (Brennnessel, Beinwell, Farn) Geflügel- oder Rindermist, Holzasche und Algendünger empfehlenswert.

Calcium (Ca)

Calcium hat einen positiven Einfluss auf die Bodenstruktur. Es liegt im Boden nicht in reiner Form, sondern in verschiedenen Calciumverbindungen vor. Diese wirken der Bodenversauerung entgegen und verbessern die Verfügbarkeit anderer Nährstoffe. Calciumbrücken im Boden lassen Verbindungen zwischen Humus und Ton entstehen, die Bodenerosion und Staunässe verhindern können. Sie sorgen für eine optimale Belüftung und eine krümelige Struktur, was Aktivität der Bodenlebewesen fördert.

Wozu brauchen Pflanzen Calcium?

Als Baustein der Zellwände hat Calzium einen Einfluss auf die Zellmembran und membrangebundene Enzyme. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Atmung über die Spaltöffnungen und  bei der Zellteilung. Im Bereich der Wurzeln kann Calcium die schädliche Wirkung bestimmter Ionen abmildern.

Wie äußert sich Calziummangel?

Calziummangel äußert sich zuerst an den jungen Blättern in Form von Chlorosen. Beginnend an den  Spitzen und Ränder färben sich frische Blätter gelb, Triebe und Blüten knicken ab. Bei Äpfeln löst Calciummangel die sogenannte Stippe aus, Tomaten reagieren mit Fruchtendfäule.

Woran erkennst Du Calciumüberschuss?

Die meisten Pflanzen tolerieren hohe Calciumgaben bis zu einem gewissen Maß. Allerdings kann durch die Bildung von Calsiumphosphaten die Phosphor-Verfügbarkeit leiden, wodurch Symptome eines Phosphormangels auftreten können. Auch die Aufnahme von Kalium- und Magnesium kann durch eine übertriebene Düngung mit Calcium behindert werden.

So versorgst Du Deine Pflanzen mit Calcium

Besonders reich an Calcium sind Eierschalen und Buchenholzkohle. Auch Kompost und Beinwelljauche sind gute Calciumlieferanten.

Magnesium (Mg)

Magnesium ist durch seine positive Ladung an die Tonteilchen im Boden gebunden. Da Calcium- Kalium- und Wasserstoffionen in höherer Konzentration auftreten ist die Auswaschungsgefahr recht hoch. Insbesondere Sandböden, sowie Granit und Gneis haben häufig einen recht niedrigen Magnesiumgehalt. 

Wozu brauchen Pflanzen Magnesium?

Magnesium wird für die Bildung des Chlorophyll benötigt und ist daher für die Photosynthese unerlässlich. Es ist auch an der Regulierung des Wasserhaushaltes sowie an der Eiweißbildung beteiligt.

Wie äußert sich Magnesiummangel?

Fehlt es Deinen Pflanzen an Magnesium, hemmt dies die Photosynthese. Es entstehen Blattchlorosen, die von der Mitte der Blätter ausgehen. Das Blattgrün scheint immer mehr zu schwinden und weicht einem blassen Gelb, lediglich der Bereich um die Blattadern bleibt grün. Dies liegt unter anderem auch an der gehemmten Eiweißsynthese. Zuerst sind die Mangelerscheinungen an den älteren Blättern ersichtlich. Je nach Pflanzenart können die Blätter auch rot marmoriert sein, häufig treten braune bis schwarze Nekroseflecken auf.

Woran erkennst Du Magnesiumüberschuss?

Zu viel Magnesium äußert sich in Form eines Calciumangels, wodurch häufig die Wurzeln geschädigt werden. Eine weitere Begleiterscheinung kann ein Kaliummangel sein, welcher das Wachstum der Pflanzen hemmt.

So versorgst Du Deine Pflanzen mit Magnesium

Um einem Magnesiummangel entgegenzuwirken und Chlorosen vorzubeugen eignen sich Kompost, Bittersalz, Algenkalk, manche Gesteinsmehle, Buchenholzkohle, Beinwell- und Brennnesseljauche.

Schwefel (S)

Ein Großteil des Schwefels im Boden kommt in organischen Verbindungen vor. Geht die organische Substanz in eine mineralische Form über, wird Schwefel frei und zu elementarem Schwefel oder Suflat oxidiert. Bei der Zersetzung des elementaren Schwefels durch die Schwefelbakterien entsteht Schwefelsäure, welche den pH-Wert senkt.

Wozu brauchen Pflanzen Schwefel?

Schwefel ist ein essenzieller Baustein vieler Aminosäuren. Er beeinflusst die Bildung von Kohlenhydraten und die Synthese von Stärke und Zucker. Bestimmte Schwefelverbindungen können manche Pflanzenarten wie Zwiebeln oder Kohl vor Schadinsekten schützen.

Wie äußert sich Schwefelmangel?

Schwefelmangel kommt verhältnismäßig selten und  kaumflächendeckend vor. Das liegt daran, dass Schwefel in der Natur in vielen verschiedenen Formen vorkommt und auch in den meisten Kunstdüngern enthalten ist. Sollte es Deinen Pflanzen dennoch an Schwefel mangeln, äußert sich das ähnlich wie ein Stickstoffmangel. Allerdings treten hier die Symptome zuerst an den jüngeren Blättern auf. Sie wirken blass und vergilbt und weisen chlorotische Verfärbungen auf. Das Wachstum der Pflanze stockt und der Eiweißaufbau ist gehemmt.

Woran erkennst Du Schwefelüberschuss?

Eine erhöhte Schwefelkonzentration im Boden richtet üblicherweise keine Schäden an. Allerdings kann ein zu hoher Schwefeldioxidgehalt der Luft durch Rauchgase die Pflanzen durchaus beeinträchtigen. Bei Werten über 0,4 mg Schwefeldioxid pro Kubikmeter kann es zu schwarzen Blattnekrosen kommen. Ganz besonders empfindlich auf Schwefeldioxid reagieren Buschbohnen. Zitruspflanzen neigen bei hohen Rauchgasbelastungen zu Vergilbungen, Tomatenpflanzen bleiben relativ klein. 

So versorgst Du Deine Pflanzen mit Mangan

Die Pflanzen nehmen über den Boden und die Luft genug Schwefel auf, sodass eine Schwefeldüngung nicht notwendig ist. Lediglich bei schwefelhaltigen Pflanzen wie Kohl, Knoblauch, Zwiebel oder Senf solltest Du darauf achten, dass der Dünger Deiner Wahl auch Schwefel enthält.  

Zu den organischen Düngemitteln die ausreichend Schwefel enthalten zählen Kompost, Stallmist und Gülle. Ein Mineraldünger, der reichlich Schwefel enthält ist Bittersalz.

Nichtmineralische Nährelemente

Drei Elemente nicht mineralischen Ursprungs sind ebenfalls absolut lebensnotwendig für alle Pflanzen: Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff werden in größeren Mengen benötigt und zählen daher auch zu den Makronährstoffen.

Kohlenstoff (C)

Bei der Photosynthese erzeugen Pflanzen aus Wasser und Kohlenstoffdioxid Glucose. Das Kohlenstoffdioxid (CO2) dazu nehmen sie über ihre Blätter aus der Luft auf.

Sauerstoff (O)

Im Prozess der Photosynthese geben Pflanzen Sauerstoff an ihre Umwelt ab und liefern uns dadurch sozusagen die Luft zum Atmen. Gleichzeitig feuchten sie die Luft an und filtern sie von Schadstoffen.

Doch auch die Pflanzen selbst brauchen Sauerstoff für ihre Zellatmung. Dabei zerkleinern sie den gespeicherten Zucker mit Hilfe von Sauerstoff und gewinnen daraus Energie für ihr Wachstum. Insgesamt produzieren Pflanzen jedoch deutlich mehr Sauerstoff als sie verbrauchen. 

"Die größten Sauerstofflieferanten der Erde sind die großen Regenwälder in Südamerika und Asien. Doch jeder einzelne Baum macht einen Unterschied. Eine große, alte Buche mit dichter Krone produziert etwa 1,7 kg Sauerstoff pro Stunde – damit können 50 Menschen während dieser Stunde atmen."
Gut zu wissen

Wasserstoff (H)

Pflanzen nehmen Wasser hauptsächlich aus dem Boden, aber auch aus der Luft und über die Blätter auf. Das über die Wurzeln aufgenommene Wasser wird über Leiterbündel durch die Sprossachse in die Blätter, Blüten und Früchte transportiert. Auf diese Weise stillen sie nicht nur ihren ‚Durst‘ sondern versorgen sich auch mit Nährstoffen, die im Wasser gelöst sind. 

Nährstoffe sind nämlich nur dann tatsächlich verfügbar für die Pflanzen, wenn sie als Ionen im Bodenwasser gelöst sind. Die Löslichkeit vieler Nährstoffe wiederum hängt maßgeblich vom ph-Wert des Bodens ab. Doch auch weitere Faktoren wie Bodenstruktur, Bodenart, Humusgehalt und Bodenfeuchte sind ausschlaggebend.

"Für die Pflanzenverfügbarkeit vieler Nährstoffe spielt der pH-Wert des Bodens eine wichtige Rolle. Dabei fördert ein niedriger pH-Wert (< pH 4,5) zwar die Aufnahme der meisten Mikronährstoffe, doch zugleich hat die Bodenversauerung negative Auswirkungen auf die Bodenstruktur."
Gut zu wissen

Spurenelemente / Mikronährstoffe

Auch wenn Spurennährstoffe nur in sehr kleinen Mengen benötigt werden, sind sie dennoch lebensnotwendig. Wenn Du Deinen Garten organisch düngst, sind die Pflanzen zumeist reichlich mit Mikronährstoffen versorgt.

Eisen (Fe)

Eisen verleiht dem Boden eine rötliche Färbung und fördert die Krümelstruktur. In den allermeisten Fällen ist genug Eisen im Gartenboden vorhanden. Manchmal ist es jedoch so fest gebunden, dass die Pflanzen es nicht aufnehmen können.

Wozu brauchen Pflanzen Eisen?

Als Bestandteil von Enzymen ist es an der Chlorophyllsynthese und  an der Photosynthese beteiligt. Es unterstützt den Elektronentransport und die Zellatmung.

Wie äußert sich Eisenmangel?

Die Verfügbarkeit von Eisen kann durch Staunässe oder durch einen hohen Kalkgehalt eingeschränkt sein. Bei einer Unterversorgung tritt Chlorose an den jüngeren Blättern auf. Die Blattadern bleiben dabei grün. Bei einem schwerwiegenden Mangel sind die Blätter weiß. Weitere Symptome sind ein gehemmter Wuchs und eventuell Blattnekrosen.

Woran erkennst Du Eisenüberschuss?

Pflanzenschäden durch zu viel Eisen sind insbesondere aus Reisanbaugebieten bekannt. Hierzulande kann es bei einem leichten Überschuss maximal zu einem Magnesiummangel kommen.

So versorgst Du Deine Pflanzen mit Eisen

Einige Pflanzen wie Zitrus, Rhododendron, Magnolie, Hortensie, Rosen und Tomaten sind für Eisenmangel anfälliger als andere. Bei akutem Mangel helfen Eisendünger, die als Flüssigdünger oder Granulat erhältlich sind. Manchmal macht auch eine Blattdüngung Sinn. Als natürliche Eisendünger eignen sich auch manche Gesteinsmehle. Brennnesseljauche ist ebenfalls reich an Eisen.

Häufig ist der hohe Kalkgehalt des Bodens oder des Gießwassers schuld daran, dass Deine Pflanzen das Eisen im Boden nicht aufnehmen können. Hier solltest Du den pH-Wert per Schnelltest ermitteln. Liegt der Wert im grünen Bereich, hilft die Gabe von Eisendünger. Bei einem sehr kalkhaltigen oder stark verdichtetem Boden hingegen, bringt Eisendünger nichts. Hier gilt es, den pH-Wert durch Verzicht auf Kalk und Nitratdünger zu senken oder den Boden mit Humus aufzulockern und eventuell für eine Drainage zu sorgen.

Mangan (Mn)

Die Manganverfügbarkeit des Bodens hängt stark vom pH-Wert, aber auch vom Anteil an organischer Substanz und von der Bodenstruktur ab. Während Mangan auf Sandböden mit niedrigem pH-Wert gut verfügbar ist, sind humose Böden sowie podsolierte Sandböden häufig relativ manganarm.

Wozu brauchen Pflanzen Mangan?

Mangan ist bei der Photosynthese für die Oxidation von Wasser zu Sauerstoff und für den Hormonhaushalt der Pflanzen wichtig. Es unterstützt den Elektronentransport und die Zellatmung. Außerdem fördert Mangan die Bildung von Seitenwurzeln.

Wie äußert sich Manganmangel?

Bekommen Pflanzen zu wenig Mangan, äußert sich die in sehr zögerlichem Wachstum. Die jungen Blätter weisen häufig eine Chlorose auf, wobei der Vegetationspunkt und der Nerv meist grün bleiben. Mangelsymptome zeigen sich dann, wenn die Photosynthese gehemmt ist und dadurch die Energie des Sonnenlichts nicht gut genutzt werden kann.

Woran erkennst Du Manganüberschuss?

Zu viel Mangan bringt den Hormonhaushalt der Pflanzen durcheinander. Typisch sind braune bis violette Flecken an den Blättern im unteren Bereich. Die Pflanze bildet vorzeitig Seitentriebe und hat häufig gewellte Blätter. Durch einen Manganüberschuss kann es zu einen Mangel an Eisen, Magnesium und Calcium kommen.

So versorgst Du Deine Pflanzen mit Eisen

Es gibt einige Spezialdünger, die Mangan enthalten. Im Hausgarten sind zusätzliche Mangangaben in der Regel jedoch nicht notwenig.

Kupfer (Cu)

Wozu brauchen Pflanzen Kupfer?

Kupfer steuert den Elektronentransport bei der Photosynthese. Es ist an der Bindung von Sauerstoffradikalen beteiligt. Es fördert die Blütenbildung und nimmt als Bestandteil von Enzymen Einfluss auf den Stoffwechsel. Auch für die Verholzung von Pflanzenteilen ist Kupfer wichtig.

Wie äußert sich Kupfermangel?

Durch Kupfermangel können junge Blätter durch Nekrosen absterben. Die Pflanzen bleiben klein und zeigen Symptome von Eisenmangel. Sie sind anfälliger für Krankheiten und bringen deutlich weniger Ertrag.

Woran erkennst Du Kupferüberschuss?

Zu viel Kupfer hat Störungen der Knospen und Blüten zur Folge. Die Verholzung ist gehemmt und die Pflanzen bilden vorzeitig Seitentriebe. Häufig vergilben die jungen Blätter und verwelken schließlich. Auch das Wurzelwachstum ist gestört. Darüber hinaus kann ein Kupferüberschuss zu Eisen, Molybdän- und Zinkmangel führen.

So versorgst Du Deine Pflanzen mit Kupfer

Wenn der Verdacht auf Kupfermangel oder -überschuss besteht, solltest Du eine Bodenanalyse inklusive pH-Test durchführen lassen. Saure Böden setzen viel Kupfer frei, hier hilft das Anheben des pH-Werts. Stimmt der pH-Wert, lässt sich Kupfermangel mit Urgesteinsmehl beheben.

Zink (Zn)

Zink ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, kann jedoch den Boden belasten, wenn es überreichlich vorhanden ist und wird daher zu den Schadstoffen gezählt. Durch den Bergbau, die metallverarbeitende Industrie und durch Klärschlamm können lokale Bodenbelastungen auftreten.

Wozu brauchen Pflanzen Zink?

Zink ist wichtig für den Stoffwechsel der Pflanzen und hat einen positiven Effekt auf die Qualität von Pollen und Samen. Es ist an der Aktivierung von Enzymen und an der Eiweißsynthese beteiligt.

Wie äußert sich Zinkmangel?

Da Zink für die Zellstreckung notwendig ist, führt  ein Mangel zu Zwergwüchsigkeit und kann Missbildungen der Blätter zur Folge haben.

Woran erkennst Du Zinküberschuss?

Eine Überversorgung mit Zink äußert sich ähnlich wie ein Eisenmangel. Typische Symptome sind ein gehemmter Wuchs und Chlorosen an den jüngsten Blättern. Die Blattadern bleiben dabei grün. Zu viel Zink im Boden vermindert die Aktivität der Mikroorganismen und hemmt die Zersetzung von organischem Material.

So versorgst Du Deine Pflanzen mit Zink

Eine gezielte Zinkdüngung sollte ausschließlich nach dem Durchführen einer Bodenanalyse vorgenommen werden. Da der Anteil von frei verfügbarem Zink von der Bodenart, vom pH-Wert und nicht zuletzt vom Phosphatgehalt abhängt, die Empfehlungen zur Bodenverbesserung, die Du im Zuge der Analyse erhältst, genau befolgen.

Bor (B)

Schwere Böden mit einem hohen Tonanteil enthalten mehr Bor als leichte Sandböden. Auch der pH-Wert spielt bei der Verfügbarkeit von Bor eine wichtige Rolle. In alkalischen Böden mit einem pH-Wert über pH 7 ist Bor schlecht verfügbar.

Wozu brauchen Pflanzen Bor?

Bor hat eine wachstumsfördernde Wirkung und stimuliert die Zellteilung. Es stabilisiert die Zellwände, reguliert den Eiweißhaushalt und den Kohlenhydratstoffwechsel. Hülsenfrüchte sind ganz besonders auf Bor angewiesen, da das Spurenelement das Wachstum der Knöllchenbalterien an ihren Wurzeln fördert, mit welchen diese Pflanzen in Symbiose leben.

Wie äußert sich Bormangel?

Erhalten Pflanzen zu wenig Bor wirken ihre Blätter farblos. Es kommt zu Wuchshemmungen, Blüten und Früchte sind häufig missgebildet. Bei einigen Arten treten Nekrosen an den Spitzen der älteren Blätter auf.

Woran erkennst Du Borüberschuss?

Typisch für eine Überversorgung mit Bor sind nekrotische Flecken an den Blatträndern.

So versorgst Du Deine Pflanzen mit Bor

Generell weisen die Böden in Deutschland eher eine Unterversorgung mit Bor auf. Die meisten Pflanzenarten gedeihen dennoch problemlos, sodass im Hobbygarten kaum Handlungsbedarf besteht. Kohlgewächse haben jedoch einen relativ hohen Bedarf an Bor. Aber auch hier sollte eine Düngung mit Bor nur im Anschluss an eine professionelle Bodenanalyse erfolgen.

Molybdän (Mo)

Molybdän ist ein unbeweglicher Nährstoff, der von den Pflanzen nicht in andere Pflanzenteile verlagert werden kann. 

Wozu brauchen Pflanzen Molybdän?

Molybdän spielt im Stickstoff-Metabolismus eine wichtige Rolle. Es hilft bei der Umwandlung von NO2- in NH4- und verhindert Nitratanreicherungen in den Pflanzen. Für Leguminosen wie Bohnen, Lupinen und Erbsen ist Molybdän ebenfalls von großer Bedeutung, da es in den Enzymen der Knöllchenbakterien vorkommt, die den Stickstoffhaushalt dieser Pflanzen regulieren.

Wie äußert sich Molybdänmangel?

Wenn Molybdän fehlt, bilden sich gelbe Punkte zwischen den Blattadern. Nach und nach werden die Blattränder bräunlich. Die Pflanzen reagieren empfindlich auf niedrige Temperaturen, die Blütenbildung ist gehemmt.

Woran erkennst Du Molybdänüberschuss?

Ein Überschuss an Molybdän kommt faktisch kaum vor.

So versorgst Du Deine Pflanzen mit Molybdän

Bei Mangel empfiehlt sich eine Blattdüngung mit Molybdän sowie eine ph-Wert-Korrektur durch Aufkalkung. Lass zuvor jedoch unbedingt eine Bodenanalyse durchführen! In der Landwirtschaft wird anstelle einer Düngung eher das Saatgut mit Molybdän behandelt, da Molybdat im Boden mit Sulfat konkurriert.

Chlor (Cl)

Pflanzen nehmen Chlor in Form von Chlorid auf, welches den meisten als Bestandteil von Kochsalz bekannt ist. Chlorid ist leicht aufnehmbar und sehr mobil. In Europa enthalten die Böden zumeist genug Chlor. Chlormangel tritt vor allem in den küstenfernen Regionen der USA auf. 

Wozu brauchen Pflanzen Chlor?

Chlor hilft, ebenso wie Kalium bei der Regulierung des Zell-Innendrucks sowie beim Öffnen und Schließen der Spaltöffnungen. Es unterstützt den elektrischen Ladungsausgleich und ist Cofaktor verschiedener Enzyme. Einige Pflanzen wie Zwiebeln und Kohl haben einen höheren Chlorbedarf als andere. Auch Spargel und Weizen reagieren positiv auf Chlor und sind bei einer guten Versorgung weniger krankheitsanfällig.

Wie äußert sich Chlormangel?

Wie gesagt kommt ein Chlormangel in Europa nur äußerst selten vor. Typische Mangelsymptome wie Blattwelke, eingerollte Blätter, Chlorosen und schlechter Fruchtansatz sind eher in den USA zu beobachten.

Woran erkennst Du Chlorüberschuss?

Auch ein Überschuss an Chlor kommt hierzulande kaum vor. 

So versorgst Du Deine Pflanzen mit Chlor

Da Chlor hierzulande sowohl im Boden als auch im Leitungswasser in ausreichender Menge vorkommt, brauchst Du den Pflanzen kaum zusätzliches Chlor verabreichen. Sollte eine Bodenanalyse tatsächlich eine leichte Unterversorgung feststellen, kannst Du Deinen Kohlpflanzen ein wenig Meersalz (sehr sparsam!) ins Gießwasser mischen. Achtung – Bohnen, Himbeeren, Gurken und Tomaten vertragen das überhaupt nicht!

So düngst Du richtig

Viele Hobbygärtner düngen nach Gefühl, ohne genau zu wissen, was dem Boden eigentlich fehlt. Bei der Verwendung mineralischer Volldünger führt dies schnell zu einer Überdüngung mit Phosphat und Kalium. Insbesondere Phosphat reichert sich mit der Zeit im Boden an und schadet in hoher Konzentration Deinen Pflanzen. Es behindert die Aufnahme von Eisen, Calzium und Mangan und kann Wachstumsstörungen verursachen. 

Lern Deinen Boden kennen

Lass unbedingt eine Bodenanalyse durchführen, bevor Du mineralische Düngemittel einsetzt. Dafür entnimmst Du Bodenproben und schickst sie an ein Labor, das Bodenuntersuchungen vornimmt. Im Anschluss erhältst Du Informationen über den pH-Wert Deines Gartenbodens, Angaben über den Gehalt an den wichtigsten Nährstoffen (außer Stickstoff) sowie professionelle Düngeempfehlungen. Da sich durch Bewirtschaftung und Düngergaben der Nährstoffgehalt und der ph-Wert des Bodens verändern können, empfiehlt sich alle drei Jahre eine Bodenanalyse. 

Bio-Power für gesunde Pflanzen

Gib stets natürlichen Düngemitteln den Vorzug. Kompost ist ein großartiger Bio-Dünger, der Deine Pflanzen mit sämtlichen Nährstoffen versorgt und keinen Cent kostet. Mit Kompost besteht keine Gefahr einer Überdosierung. Die Nährstoffe werden nur langsam an den Boden abgegeben, der hohe Humusanteil fördert das Bodenleben.

Auch Pflanzenjauchen kannst Du selbst herstellen. Brennnessel- und Beinwelljauche decken den Nährstoffbedarf der Pflanzen und machen sie widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. 

"Da Kompost relativ viel Calcium enthält, vertragen Moorbeetpflanzen Kompostgaben nicht so gut. Dünge diese Pflanzen lieber mit Hornspänen. Auch Kaffeesatz und reiner Laubkompost – am besten aus Eichen- und Haselnusslaub – werden gut vertragen."
Hinweis

Fazit

Neben Sonnenlicht, Luft und Wasser brauchen Pflanzen weitere essenzielle Stoffe zum Leben. Makro- und Mikronährstoffe sorgen dafür, dass sie sich gesund entwickeln, prächtig gedeihen und sich dabei rundum wohlfühlen. Im Allgemeinen reicht es, Deine Pflanzen mit organischen Düngemitteln wie Kompost zu versorgen. Während Starkzeher besonders hungrig nach Nährstoffen sind, haben einige Arten spezielle Bedürfnisse und benötigen mehr Aufmerksamkeit. Beobachte Deine Gartenpflanzen, um Mangelerscheinungen rechtzeitig zu erkennen und gegensteuern zu können. Bedenke, dass Dein Garten ist kein Chemie-Baukasten ist, sondern ein kleines Ökosystem, das nicht aus dem Gleichgewicht gebracht werden darf. Lass eine Bodenanalyse durchführen – auf diese Weise kannst Du den Bedürfnissen aller Gartenpflanzen gerecht werden.

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