Quecke im Rasen bekämpfen & entfernen

Auf den ersten Blick sieht die Quecke den Rasengräsern recht ähnlich, dabei gehört das genügsame Wildgras zu den hartnäckigsten Wurzelunkräutern überhaupt. Wir verraten Dir, wie Du die Quecke erkennen und erfolgreich bekämpfen kannst. In diesem Artikel erfährst Du, welche Maßnahmen Du setzen kannst, damit Dein Rasen dauerhaft queckefrei bleibt.

So gehst Du gegen die Quecke vor

  • Stich die Quecke aus und versuche sie mitsamt den Wurzeln aus dem Boden zu ziehen.
  • Grabe größere Bereiche um und siebe die Quecken-Rhizome aus.
  • Decke stark betroffene Areale mit schwarzer Folie ab.
  • Rasenkanten & Wurzelsperren verhindern die Ausbreitung.
  • Gieße, mähe & dünge Deinen Rasen regelmäßig.

Die Quecke – eine anpassungsfähige Erobererin

Wie die Rasengräser gehört auch die Quecke (Elymus repens) zur Familie der Süßgräser. Sie ist nahezu rund um den Globus verbreitet. Hierzulande wird sie auch Kriech-Quecke oder Gemeine Quecke genannt. 

Als äußerst genügsames Wildgras gedeiht sie auf nahezu jedem Boden und zählt als Pionierpflanze stets zu den ersten Gewächse, die auf einem bisher unbewachsenen Flecken Erde anzutreffen sind. Im Laufe der Zeit kann sie große Flächen erobern. Dabei bevorzugt sie vor allem offene, sonnige Areale. In schattigen Bereichen entwickelt sie sich weniger gut. 

Die Quecke als Nahrungsmittel

In Russland werden die Wurzeln der Quecke als Gemüse gegessen oder getrocknet und zu Mehl vermahlen. Bis ins 19. Jahrhundert wurden die Rhizome in Deutschland zum Bierbrauen verwendet. In der Volksmedizin gilt die Quecke als Heilmittel bei Harnwegsinfekten.

So erkennst Du die Quecke

Bei der Quecke handelt es sich um ein mehrjähriges Gras, das dichte Horste bildet. Wenn das Büschel nich gemäht wird, kann es sehr hoch werden. Wuchshöhen von 50 bis etwa 120 Zentimeter sind dabei nicht ungewöhnlich. 

Auf Deiner Rasenfläche wirst Du allerdings kaum auf höhere Exemplare treffen. Daher musst Du die Quecke anhand anderer charakteristischer Merkmale identifizieren.

 

Hellgrüne, breite Halme – weiße Kriechtriebe

Den aufrechten Halmen entspringen eher schlaffe, etwas breitere Laubblätter. Ihr helles Grün kann einen leichten Blaustich aufweisen. Typisch sind ihre unterirdischen Kriechtriebe mit deren Hilfe sie sich in Windeseile vermehren kann. 

Ziehst du an der Pflanze, kommen diese weißen Rhizome zum Vorschein. Sie wachsen nicht in die Tiefe sondern breiten sich in einer Tiefe von wenigen Zentimetern seitlich aus. Auf diese Weise ist es unmöglich, die Quecke mitsamt all ihrer Wurzeln zu entfernen. Aus jedem kleinen Teilstück kann sich eine Tochterpflanze bilden, die sowohl generativ über ihre Samen als auch vegetativ über ihre unterirdischen Rhizome weiter vermehrt.

Wie Du siehst, zählt die Quecke zu den hartnäckigsten Rasenunkräutern. Durch die verschiedenen Arten der mechanischen Bodenbearbeitung, lässt sich ihr Wachstum nicht eingedämmen – ganz im Gegenteil: Beim Hacken, Umgraben oder Vertikutieren zerreisst Du ihre Wurzeln und trägst so sogar zu ihrer Vermehrung bei.

Im Rasen halb so schlimm

Auch wenn die Quecke kaum ausgemerzt werden kann, im Rasen ist das störrische Süßgras dennoch halb so schlimm. Als naher Verwandter der typischen Rasengräser fällt sie in der Rasenfläche kaum auf. Wenn Du Deine Grünfläche regelmäßig mähst, kann sie keine großen Büschel bilden.

Wenn Dein Ziel allerdings ein top gepflegter Englischer Rasen ist, kann die Quecke die gleichmäßige Optik stören. Rasenliebhaber sollten das Problem daher sofort bei der Wurzel packen. Sobald Dir einige Exemplare der Wildpflanze in Deinem grünen Teppich ins Auge stechen, empfiehlt es sich zum Unkrautstecher oder zum Spaten zu greifen.

Vorbeugen

Weil sich die Bekämpfung der Quecke häufig als Kampf gegen Windmühlen erweist, empfiehlt es sich, dem unliebsamen Wildgras erst gar keinen Raum in Deinem Garten zu geben. Die Pionierpflanze besiedelt Bereiche, wo sonst nichts wächst. Das kann ein brachliegendes Gemüsebeet, ein leerstehendes Staudenbeet oder der zukünftige Garten rundum Dein neues Haus sein.

Dünge Deinen Rasen regelmäßig

Die Quecke benötigt nicht viele Nährstoffe, um prächtig zu gedeihen. Dein Rasen hingegen wächst bei Nährstoffmangel nur spärlich. Mit der Zeit entstehen Lücken, die sofort von genügsameren Unkräutern besiedelt werden. 

Daher ist es wichtig, den Rasen regelmäßig mit geeignetem Dünger zu versorgen. Im Frühjahr ist ein stickstoffreicher Langzeitdünger ideal, im Herbst sorgt ein kaliunbetonter Dünger für eine gute Frosttoleranz. 

Setze Düngemittel maßvoll ein

Der übertriebene Einsatz von Mineraldünger schadet dem Rasen und der Umwelt. Setze Rasendünger maßvoll ein und gib organischen Düngemitteln den Vorzug. Mulchmähen ist eine gute und kostenlose Möglichkeit, die Gräser mit Nährstoffen zu versorgen.

Gieße den Rasen regelmäßig

Eine gute Wasserversorgung verhindert das Entstehen von Lücken in der Grasnarbe. Kahlstellen werden sofort von der Quecke erobert, welche gänzlich ohne Bewässerung auskommt. Ein Rasensprenger oder Viereckregner unterstützt Dich beim Gießen Deiner Grünfläche.

Mähe den Rasen regelmäßig

Während der Wachstumsperiode empfiehlt es sich, den Rasen zumindest alle zehn Tage zu mähen. Bei feuchter Witterung solltest Du den Rasenmäher sogar einmal pro Woche aus dem Schuppen holen. Auf diese Weise kann sich die Quecke gar nicht erst ausbreiten.

Mähroboter unterdrücken die Quecke

Weil Rasenroboter täglich im Einsatz sind, können lästige Rasenunkräuter kaum aufkommen. In einem autonom gemähten Rasen ist die Quecke daher nur selten anzutreffen.

Sperre die Quecke aus

Im Gemüsebeet sowie in Blumenbeeten und Rabatten treibt die Quecke nur allzu gerne ihr Unwesen. Die Pionierpflanze liebt offene Flächen und nackte Erde. Damit sie sich von dort nicht einen Weg in Deine Rasenfläche bahnt, solltest Du die Beete mit Wurzelsperren oder Rasenkanten umgeben. 

Eine Sperre im Boden entlang Deines Zaunes verhindert ein Eindringen der Quecke von den angrenzenden Grundstücken.

So legst Du einen queckefreien Rasen an

Hat die Quecke im Garten erst einmal Fuß gefasst, lässt sie sich kaum mehr aufhalten. Daher solltest Du bereits vor dem Anlegen Deines Rasens darauf achten, dass sich keine Queckenwurzenl im Boden befinden. Wenn Du ein neues Grundstück erworben hast, kannst Du gleich mit dem Entfernen der Quecke beginnen, noch bevor Dein Haus ganz fertig ist. 

Bei Hausbau fallen große Mengen an Aushub an, die häufig zu Gestaltung des Gartens verwendet werden. Dagegen spricht zunächst einmal nichts, allerdings stammt das Material teilweise aus tieferen Schichten und enthält nicht die richtige Zusammensetzung, damit Rasen und andere Kulturpflanzen hier gut gedeihen.

Während Deine mühsam ausgesäten und angepflanzten Kulturen auf diesem Boden vor sich hin kümmern, erscheint die Quecke ohne Einladung und wächst gleich munter darauf los. Als Pionier hat sie sich auf humusfreie Rohböden spezialisiert und genießt dort das Fehlen jeglicher Konkurrenz.

Mutterboden ist die Grundlage für einen neuen Rasen

Beim sogenannten Mutterboden handelt es sich um die obersten Erdschicht. Die sogenannte Krume ist stickstoffreich und fruchtbar. Hier leben unzählige Bodenlebewesen wie Regenwürmer, Pilze und aerobe Bakterien. Der Oberboden enthält normalerweise alles, was Pflanzen zum Leben brauchen.

 Weil die natürliche Entstehung von Mutterboden viele Jahre dauert, solltest Du beim Ausheben einer Baugrube die oberste Erdschicht unbedingt aufbewahren und getrennt lagern. Wurde dies verabsäumt, musst Du später neuen Mutterboden kaufen – oder Dich lange Zeit mit einem Garten herumschlagen, in dem nur Quecke und einige andere Erstbesiedler richtig wachsen wollen.  

Vor dem Verteilen solltest Du den Mutterboden gut auflockern und sieben. Schaufle die Erde durch ein schräg aufgestelltes Gitter, so kannst Du Steine und Wurzelstücke herausfiltern. Achte dabei ganz besonders auf die weißen Queckenwurzeln. Sammle sie und entsorge sie im Hausmüll.

Verteile den gesiebten Mutterboden als oberste Schicht. Gib dem Boden einige Wochen Zeit, sich zu setzen. Danach wird die Fläche gewalzt. Sollten Dir dabei junge Queckenplanzen auffallen, musst Du diese sofort mitsamt den Wurzeln entfernen.

Entscheide Dich für eine hochwertige Rasenmischung

In einem dichten, gesunden Rasen hat die Quecke wenig Chancen. Investiere daher lieber etwas mehr Geld in eine gute Rasensamen-Mischung. Qualitativ hochwertiges Saatgut wächst zwar anfangs langsamer, bildet dafür später eine dichte Grasnarbe, was das Aufkommen der Quecke und anderer Rasenunkräuter erschwert. Weitere wichtige Kriterien sind eine hohe Trittfestigkeit, sowie eine gute Ausläuferbildung.

So erkennst Du gute Rasensamen

Sieh Dir beim Kauf von Rasensamen die Verpackung genauer an. Findest Du darauf das Kürzel RSM (Regel-Saatgut-Mischung), kannst Du zugreifen. RSM bestehen aus den Samen hochwertiger Gräsersorten und wurden strengen Tests unterzogen.

Siehe auch: Die besten Rasensamen im Gartenjahr 2020

Bekämpfen

Auch wenn sich die Quecke nicht in einem Durchgang entfernen lässt, kannst Du mit konsequenter Bekämpfung durchaus Erfolge erzielen. Je nach große des betroffenen Bereichs kommen verschiedene Methoden zum Einsatz. 

Quecke ausstechen

Entdeckst Du einzelne Horste in der Rasenfläche, ist ein Unkrautstecher oder ein Spargelstecher ein geeignetes Gerät zum Entfernen der Pflanze. Stich damit etwas tiefer in die Erde und ziehe die Quecke langsam und vorsichtig heraus. 

Je mehr Wurzelmasse Du dabei erwischst, desto besser. Steht nach dem Ausreißen der Pflanze ein Stück Wurzel aus dem Boden, kannst Du versuchen entlang ihres Verlaufs den Boden zu lockern und die Wurzel zu entfernen.

Umgraben

Sind bereits etwas größere Bereiche von der Quecke besiedelt, kannst Du mit dem Unkrautstecher nicht viel ausrichten. Nimm den Spaten zur Hand und stich die betroffenen Stellen ab. Wenn sich zwischen den Quecke-Horsten auch reiner Rasen befindet, lohnt es sich, die Rasensoden flach abzutragen. 

Drehe die Stücke um und kontrolliere, ob Du in der Erde zwischen den feinen Graswurzeln die fleischigen, weißen Rhizome der Quecke entdeckst. Ziehe sie heraus und lege die Rasensoden beiseite. 

Nun kommt eine Grabegabel zum Einsatz. Arbeite den Gesamten Bereich durch und versuche, alle Queckenwurzeln zu erwischen. In lockerem, sandigem Boden lässt sich die Quecke relativ leicht mitsamt ihren langen Wurzeln aus der Erde ziehen. Ist der Untergrund schwer, feucht und lehmig, zerreißen die Wurzeln meist in viele kleine Stücke. Wenn es Dir gar nicht gelingen will, die Rhizome von der Erde zu trennen, kannst Du die gelockerte Erde durch ein Gitter sieben.

Ebne nun den Unterboden wieder und tritt ihn fest. Lege die Rasensoden wieder auf. Lücken werden mit Humus aufgefüllt und mit frischen Rasensamen nachgesät.

Quecke abdecken

Wenn ein Teil des Rasens stark von der Quecke durchsetzt ist, hilft als letzte Maßnahme nur noch Lichtentzug. Kaufe schwarze Folie und bedecke das queckebewachsene Areal damit. Beschwere die Folie an den Rändern mit Steinen. Nun brauchst Du eine Riesenportion Geduld, denn die hartnäckige Quecke ist schwieriger auszumerzen als die meisten anderen Rasenunkräuter. Bis zu einem Jahr muss der betroffene Bereich abgedeckt bleiben. 

Nach dieser Zeit ist leider nicht nur die Quecke abgestorben, sondern auch der Rasen. Das bedeutet, dass Du danach neu aussäen musst. Wer nach dieser Prozedur nicht mehr länger auf den heiß ersehnten grünen Teppich warten möchte, kann im nun queckefreien Bereich Rollrasen auslegen.

Herbizide gegen die Quecke

Die Wirkung der typischen Rasenherbizide beruht darauf, dass sie zweikeimblättrige Pflanzen abtöten und die einkeimblättrigen Gräser verschonen. Nun zählt die Quecke allerdings ebenfalls zu den Süßgräsern und ist damit einkeimblättrig. Sie kann nur mit solchen Mitteln vernichtet werden, die auch den Rasen zerstören.

Von der Verwendung von Herbiziden möchten wir ohnehin dringend abraten! Diese Substanzen haben eine schädliche Wirkung auf die Umwelt, auf Flora und Fauna und auf die menschliche Gesundheit. Sie können krebserregend und erbgutverändernd sein, reichern sich im Boden und in Gewässern an und bedrohen die Artenvielfalt.

Fazit

Vielen Hobbygärtnern treibt der Anblick der Quecke mit ihren oft meterlangen Rhizomen Schweißperlen auf die Stirn. Doch keine Panik – mit etwas Geduld und der richtigen Technik gelingt es Dir, das Übel an der Wurzel zu packen. 

Beim Ausstechen und Umgarben ist es wichtig, dass Du alle Teile des Rhizoms erwischst. Sollte sich die Quecke in einem Bereich bereits zu stark ausgebreitet haben, hilft das Abdecken mit schwarzer Folie. Kümmere Dich gut um Deinen Rasen. In einer dichten, vitalen Grasnarbe kann die Quecke kaum Fuß fassen.

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