Rasen

Klee im Rasen entfernen: Was bei welcher Kleeart wirklich hilft

Klee ist ein Symptom, kein Zufall. So bestimmst Du die Kleeart, entfernst sie richtig und sorgst dafür, dass sie nicht zurückkommt. Mit Zeitplan und Rechtslage.

AVon AlexZuletzt aktualisiert: 23. September 202611 Min Lesezeit
Dichtes Weißkleenest mit weißen Blütenköpfen, das in einen dünnen Rasen hineinwächst, daneben eine kahle Stelle und ein Spaten

Klee siedelt sich dort an, wo die Gräser schwächeln. Fast immer steckt dasselbe dahinter: zu wenig Stickstoff, zu kurz gemäht, zu dünne Narbe.

Deshalb die unbequeme Nachricht vorweg: Wer den Klee nur herausreißt, hat in zwei Jahren wieder welchen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bestimme zuerst die Art. Die vier häufigen Kleearten verhalten sich völlig unterschiedlich.
  • Der Hebel ist Stickstoff. Klee versorgt sich über Knöllchenbakterien selbst, Gräser nicht. Düngen verschiebt das Kräfteverhältnis — über Jahre, nicht über Wochen.
  • Nicht zu kurz mähen. 4 bis 5 Zentimeter. Tiefschnitt trifft den flachen Klee gar nicht, schwächt aber die Gräser.
  • Einzelne Nester ausstechen, die Lücke sofort nachsäen. Offener Boden ist die Einladung für den nächsten Klee.
  • Vertikutieren hilft nicht gegen Klee — auch wenn das überall steht. Warum, steht hier.
Dichtes Weißkleenest mit weißen Blütenköpfen, das in einen dünnen Rasen hineinwächst, daneben eine kahle Stelle und ein Spaten📌 Pin it
Dichtes Weißkleenest mit weißen Blütenköpfen, das in einen dünnen Rasen hineinwächst, daneben eine kahle Stelle und ein Spaten

Welchen Klee hast Du?

WeißkleeRotkleeHornkleeSauerklee
Blüteweiße Kugeln auf nacktem Stielrosa-violette Köpfchen über den Blätternleuchtend gelb, Schmetterlingsformklein, gelb, 5 Blütenblätter
Blattdrei Teilblätter, heller Halbmonddrei Teilblätter, behaart, helles Vschmale Fiederblättchenherzförmig, oft rotbraun
Wuchsflach kriechendaufrechter Horstflach, drahtige Triebekriechend, sehr zart
AusbreitungKriechtriebe, wurzeln an den Knotenfast nur über SamenSamen, jahrelang keimfähigSchleuderfrüchte, kriechende Triebe
Was hilftdüngen + höher mähenausstechen, Aussamen verhindernausstechen, Narbe schließenausstechen, Boden abdecken

Weißklee — der häufigste

Weißklee im Rasen aus nächster Nähe, weiße Blütenköpfe und Kriechtriebe, die an den Knoten Wurzeln bilden📌 Pin it
Weißklee im Rasen aus nächster Nähe, weiße Blütenköpfe und Kriechtriebe, die an den Knoten Wurzeln bilden

Weißklee (Trifolium repens) wächst in den allermeisten Rasenflächen. Er breitet sich über oberirdische Kriechtriebe aus, die flach am Boden liegen und an jedem Knoten neue Wurzeln bilden. Die anfängliche Pfahlwurzel stirbt nach ein bis zwei Jahren ab — danach ist jeder bewurzelte Knoten praktisch eine eigene Pflanze.

Für die Praxis heißt das: Was Du abreißt, ohne die bewurzelten Knoten mitzunehmen, treibt wieder aus. Unterirdische Ausläufer bildet er dagegen nicht.

Rotklee — der aufrechte

Rotklee im Rasen mit rosa-violettem Blütenkopf, behaarten Blättern und einer Hummel📌 Pin it
Rotklee im Rasen mit rosa-violettem Blütenkopf, behaarten Blättern und einer Hummel

Rotklee oder Wiesenklee (Trifolium pratense) erkennst Du an den rosa-violetten Köpfchen, die direkt über einem Blattpaar sitzen.

Anders als oft behauptet bildet er keine Wurzelausläufer: Er ist ein horstbildender Pfahlwurzler und vermehrt sich praktisch nur über Samen. Das macht ihn beherrschbar — wer die Pflanze mitsamt Wurzelhals aussticht, ist sie los. Häufigen Schnitt verträgt er zudem schlechter als Weißklee und verschwindet in einem gepflegten Rasen oft von allein.

Hornklee — der zäheste

Hornklee im kurzen Rasen mit gelben Schmetterlingsblüten und den namensgebenden Samenhülsen📌 Pin it
Hornklee im kurzen Rasen mit gelben Schmetterlingsblüten und den namensgebenden Samenhülsen

Der Hornklee (Lotus corniculatus) ist botanisch kein echter Klee. Die gelben Blüten und die abstehenden Hülsen, die an Vogelzehen erinnern, machen ihn unverwechselbar. Seine Pfahlwurzel sitzt mit der Hauptmasse in den oberen 60 Zentimetern und reicht auf trockenem Boden bis etwa einen Meter.

Zäh ist er nicht wegen der Wurzel, sondern wegen der Hartschaligkeit seiner Samen — je nach Herkunft warten 20 bis 73 Prozent davon jahrelang im Boden. Aus Wurzelstücken wächst dagegen kein neuer Hornklee, FloraWeb führt ihn ausdrücklich als Art ohne unterirdische Ausläufer. Ausstechen lohnt sich hier also.

Sauerklee — der mit dem Schleudermechanismus

Sauerklee am Rasenrand mit herzförmigen, rotbraun getönten Blättchen und kleinen gelben Blüten📌 Pin it
Sauerklee am Rasenrand mit herzförmigen, rotbraun getönten Blättchen und kleinen gelben Blüten

Sauerklee (Oxalis) ist mit den Kleearten nicht verwandt. Erkennbar an den herzförmigen, oft rotbraun getönten Blättchen.

Im Rasen wachsen vor allem zwei Arten: der Horn-Sauerklee, dessen Stängel an den Knoten wurzeln — ein abgerissenes bewurzeltes Stück wächst weiter —, und der Aufrechte Sauerklee, der sich über ein unterirdisches Rhizom ausbreitet. Beide schleudern ihre Samen beim Aufspringen der Kapseln weit über die Fläche; Ameisen tragen sie zusätzlich weiter.

So wirst Du den Klee los

Die Reihenfolge zählt. Wer nur Schritt 1 macht, fängt nächstes Jahr von vorn an.

1. Nester ausstechen

Gärtner auf einem Kniekissen hebelt mit einem Unkrautstecher eine Kleepflanze samt Wurzel aus dem Rasen📌 Pin it
Gärtner auf einem Kniekissen hebelt mit einem Unkrautstecher eine Kleepflanze samt Wurzel aus dem Rasen

Die zuverlässigste Methode — und die einzige, die bei allen vier Arten wirkt. Stich die Pflanze samt Wurzel aus. Bei Weißklee und Horn-Sauerklee gründlich: Jeder bewurzelte Trieb, der liegen bleibt, ist eine neue Pflanze.

Bester Zeitpunkt ist der Spätsommer — warmer Boden, kühlere Luft, und die Nachsaat etabliert sich noch vor dem Winter.

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Kurzer Handstecher für einzelne Pflanzen — damit kommst Du nah genug heran, um die Kriechtriebe mitzunehmen.

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Bei vielen Pflanzen: im Stehen arbeiten, mit Fußhebel. Schont den Rücken auf größeren Flächen.

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2. Die Lücke sofort schließen

Hand streut Rasensamen auf eine ausgebesserte kahle Stelle im Rasen, daneben Rechen und Gießkanne📌 Pin it
Hand streut Rasensamen auf eine ausgebesserte kahle Stelle im Rasen, daneben Rechen und Gießkanne

Jede offene Stelle ist eine Einladung. Mulde mit Erde füllen, andrücken, nachsäen, hauchdünn bedecken, feucht halten.

Damit die Saat keimt, braucht der Boden mindestens 8 °C, optimal sind 14 bis 25 °C. Die praktischen Fenster: Mitte April bis Mitte Juni und August bis Mitte September.

Details in unserer Anleitung zum Rasen nachsäen und ausbessern, passende Mischungen im Rasensamen-Test.

3. Stickstoff — der eigentliche Hebel

Das ist der Schritt, den die meisten weglassen — und genau deshalb kommt der Klee zurück.

Weil Klee seinen Stickstoff selbst produziert und Gräser nicht, verschiebt eine stickstoffbetonte Düngung das Kräfteverhältnis. Wichtig: Der Dünger schädigt den Klee nicht direkt, er macht die Gräser konkurrenzstark genug, ihn zu überwachsen. Das dauert Jahre, nicht Wochen. Wer nach vier Wochen keinen Erfolg sieht, hat nichts falsch gemacht.

Mengen nach DIN 18919 für Gebrauchsrasen:

  • Jahresmenge: 6 bis 10 g Stickstoff pro m²
  • Frühjahrsgabe zum Vegetationsstart: 4 bis 5 g/m²
  • Sommergabe Ende Juni/Anfang Juli: höchstens 10 g/m²

Hornmehl passt hier gut: stickstoffreich, langsam abgebend, und Phosphat — das dem Klee entgegenkäme — steckt nur in Spuren darin.

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Weitere Mittel im Rasendünger-Test und speziell für dieses Problem im Test der Rasendünger gegen Klee. Wann gedüngt wird, steht unter Rasen düngen: der richtige Zeitpunkt.

4. Höher mähen

Die billigste Maßnahme — und eine der wirksamsten. Stelle den Rasenmäher auf 4 bis 5 Zentimeter.

Klee wächst flach, der Mäher erwischt ihn ohnehin kaum. Die Gräser dagegen verlieren bei jedem Tiefschnitt Blattmasse — Du schwächst also ausgerechnet die Seite, die gewinnen soll. Mehr als ein Drittel der Halmlänge sollte nie auf einmal ab.

5. Selten, aber durchdringend wässern

Klee übersteht Trockenheit besser als die Gräser und nutzt jede Lücke, die dabei entsteht.

Häufiges oberflächliches Gießen erzieht die Gräser zu flachen Wurzeln — genau dem, was sie in der nächsten Dürre umbringt. Besser selten und tief wässern; Details unter Rasen richtig bewässern.

Bei großflächigem Befall

Ist die ganze Fläche durchsetzt, reicht Ausstechen nicht mehr. Abdecken ist die chemiefreie Variante: schwarze Folie, mit Steinen beschwert, ein bis zwei Monate. Darunter stirbt alles ab — der Klee ebenso wie die Gräser. Danach lockern und neu einsäen. Schön ist das nicht, wirkt aber auch gegen Sauerklee.

Bei sehr starkem Befall ist ein Neuanlegen oft der ehrlichere Weg — und die Gelegenheit für eine hochwertige Mischung. Billige Mischungen bilden eine lückige Narbe, und in jeder Lücke sitzt zwei Jahre später wieder Klee.

Vertikutieren hilft nicht gegen Klee

Elektrischer Vertikutierer auf einem Rasen, dahinter ein Streifen offener Boden und ein Haufen ausgerissenes Material📌 Pin it
Elektrischer Vertikutierer auf einem Rasen, dahinter ein Streifen offener Boden und ein Haufen ausgerissenes Material

In fast jedem Ratgeber — auch in der früheren Fassung dieses Artikels — steht, Vertikutieren sei das Mittel gegen Weißklee. Wir haben das geprüft und ziehen es zurück.

Keine deutsche Fachstelle nennt Vertikutieren als Maßnahme gegen Klee. Die Deutsche Rasengesellschaft beschreibt es ausschließlich als Verfahren zur Filzentfernung und warnt, dass zu frühes Vertikutieren „die Gräser unnötig schwächt und Raum für Moos und Unkräuter schafft". Dazu die Biologie: Der Vertikutierer reißt Kriechtriebe ab, die bewurzelten Knoten bleiben im Boden und treiben wieder aus. Übrig bleiben offene Stellen — in die der Klee zurückkommt.

Sinnvoll ist es bei echtem Rasenfilz über 1 cm. Dann: zeitiges Frühjahr, Mai oder Anfang August, vorher düngen und 10 bis 14 Tage wachsen lassen, Messertiefe nach DIN 18919 höchstens 0,3 cm.

Geräte im Vertikutierer-Test. Gegen verdichteten Boden ist ohnehin das Aerifizieren das passendere Werkzeug.

Was verboten ist — und was nichts bringt

Essig und Salz: kein Kavaliersdelikt

Salz ist als Pflanzenschutzmittel nicht zugelassen. Wer es einsetzt, um Pflanzen abzutöten, wendet es wie eines an — und das ist ohne Zulassung nicht erlaubt (§ 12 Abs. 1 PflSchG).

Essig ist seit 2015 als Grundstoff genehmigt, aber eng begrenzt: nur für Wege, Gehwege, Bordsteine und Terrassen, auf 6 % verdünnt, als Einzelpflanzenbehandlung. Eine genehmigte Anwendung im Rasen gibt es nicht. Essigessenz und Essigreiniger bleiben in jedem Fall verboten.

Verstöße sind Ordnungswidrigkeiten und können mit bis zu 50.000 Euro geahndet werden (§ 68 PflSchG). Davon abgesehen schädigen beide Mittel das Bodenleben dauerhaft.

Kochendes Wasser: richtig für Fugen, falsch für den Rasen

Kochendes Wasser wirkt sofort — aber nur oberirdisch. Das Julius Kühn-Institut hält fest: Wird der Vegetationspunkt nicht erfasst, kommt es „nach kurzer Regenerationsphase zum Neuaustrieb". Bei Weißklee sitzt die Regenerationsbasis in den bewurzelten Knoten unter der Oberfläche, also außer Reichweite.

Dazu unterscheidet das Wasser nicht: Es verbrüht die Gräser ringsum mit, und in der kahlen Stelle keimt als Nächstes wieder Klee. Rechtlich ist es unproblematisch — heißes Wasser ist ein Verfahren, kein Pflanzenschutzmittel. Genau dort gehört es hin: in Fugen und auf Wege.

Kalken wirkt gegen Moos, nicht gegen Klee

Rasenkalk hebt den pH-Wert — sinnvoll auf sauren Böden mit Moos. Klee gedeiht bei pH 6,0 bis 6,7 bestens, Kalken kommt ihm also eher entgegen.

Rasenherbizide: erlaubt, aber sie lösen nichts

Der Vollständigkeit halber: Zugelassene Haus- und Kleingartenmittel darfst Du im Rasen anwenden, ein Sachkundenachweis ist nicht nötig. Das Anwendungsgebiet heißt „Zweikeimblättrige Unkräuter", Weißklee ist ausdrücklich genannt.

Wir raten trotzdem ab: Die Ursache bleibt, der Klee wächst nach, und die Wuchsstoffe treffen jede zweikeimblättrige Pflanze — Gänseblümchen und Ehrenpreis verschwinden mit. Reines Eisensulfat übrigens wirkt nur gegen Moos, gegen Klee richtet es nichts aus.

Der Zeitplan übers Jahr

ZeitraumWas zu tun ist
März/AprilStartdüngung 4–5 g N/m², sobald das Wachstum einsetzt
Mitte April – Mitte JuniNachsaat-Fenster (Boden ab 8 °C), Kleenester ausstechen
Mai – SeptemberMähen auf 4–5 cm, nie mehr als ein Drittel der Halmlänge
Ende Juni/Anfang JuliSommerdüngung, höchstens 10 g N/m²
August – Mitte SeptemberBestes Fenster für Ausstechen plus Nachsaat
HerbstLaub abräumen, damit keine neuen Lücken entstehen

Die Alternative: Klee einfach behalten

Dichter Rasen aus feinen Gräsern und sehr kleinblättrigem Klee, darauf ein Paar barfüßige Füße📌 Pin it
Dichter Rasen aus feinen Gräsern und sehr kleinblättrigem Klee, darauf ein Paar barfüßige Füße

Wenn Du den Kampf satt hast, ist ein Rasen mit Mikroklee eine ernsthafte Option. Botanisch ist das nichts anderes als Weißklee in besonders kleinblättrigen Zuchtsorten — in der Sortenliste des Bundessortenamtes stehen dafür 'Pipolina' und 'Euromic'. Mit 3 bis 10 Prozent in die Rasenmischung gegeben, liefert er den Gräsern den Stickstoff, den Du sonst streuen müsstest.

Was dafür spricht: spürbare Düngerersparnis, deutlich mehr Aufwuchs auf ungedüngten Flächen, weniger Rotspitzigkeit und Dollarflecken.

Was Du vorher wissen solltest:

  • Der Klee stirbt im Frühwinter oberirdisch ab und hinterlässt kahle Stellen.
  • Er hält sich nicht von allein: In einem Versuch fiel der Kleeanteil binnen zweier Vegetationsperioden von 14–17 % auf 1–5 %. Ohne jährliche Nachsaat verschwindet er wieder.
  • Im Schatten funktioniert er kaum.
  • Die Blüten ziehen Bienen an — ein echtes Argument bei barfuß spielenden Kindern. Wöchentliches Mähen unterdrückt die Blüte weitgehend.

Dass ein Kleerasen weniger trittfest sei, liest man oft; einen Versuchsbeleg dafür haben wir nicht gefunden. Der belegte Schwachpunkt ist die Dauerhaftigkeit, nicht die Belastbarkeit.

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Wer es weitertreiben will, lässt den Rasen im Frühjahr stehen — was das bringt, steht unter Mai ohne Mähen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis der Klee weg ist?
Ausgestochene Nester sind sofort weg. Der eigentliche Hebel — Düngung und Mähhöhe — braucht Jahre, nicht Wochen: Der Dünger schädigt den Klee nicht direkt, sondern macht die Gräser konkurrenzstärker. Wer nach vier Wochen keinen Erfolg sieht, hat nichts falsch gemacht.
Hilft Vertikutieren gegen Klee?
Nein. Keine deutsche Fachstelle nennt Vertikutieren als Maßnahme gegen Klee; die Deutsche Rasengesellschaft warnt sogar, dass zu frühes Vertikutieren die Gräser schwächt und Unkräutern Platz macht. Weißklee wurzelt an jedem Knoten seiner Kriechtriebe neu — was liegen bleibt, treibt wieder aus. Vertikutieren ist ein Mittel gegen Rasenfilz über 1 cm.
Darf ich Essig oder Salz gegen Klee benutzen?
Im Rasen nicht. Salz ist als Pflanzenschutzmittel nicht zugelassen. Essig ist nur als Grundstoff für Wege, Gehwege, Bordsteine und Terrassen genehmigt — auf 6 % verdünnt und als Einzelpflanzenbehandlung. Eine genehmigte Anwendung im Rasen gibt es nicht; Verstöße können mit bis zu 50.000 Euro geahndet werden.
Sind Rasenherbizide gegen Klee erlaubt?
Ja, im Rasen als gärtnerisch genutzter Fläche ist die Anwendung zugelassener Haus- und Kleingartenmittel legal, ein Sachkundenachweis ist nicht nötig. Wir raten trotzdem ab: Die Ursache bleibt bestehen, und die Wuchsstoffe treffen jede zweikeimblättrige Pflanze im Rasen — auch Gänseblümchen und Ehrenpreis.
Welche Kleeart habe ich?
Weiße Kugeln auf nacktem Stiel und flach kriechende Triebe: Weißklee. Rosa-violette Köpfchen direkt über einem Blattpaar, aufrechter Horst: Rotklee. Leuchtend gelbe Schmetterlingsblüten und abstehende Hülsen: Hornklee. Herzförmige, oft rotbraune Blättchen mit kleinen gelben Blüten: Sauerklee — der botanisch gar kein Klee ist.
Kann ich den Klee einfach stehen lassen?
Ja. Klee ist eine der wertvollsten Nektarquellen für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, und ein bewusster Rasen mit Mikroklee spart sogar Dünger. Du solltest nur wissen: Der Klee stirbt im Frühwinter oberirdisch ab und hinterlässt Lücken, und ohne jährliche Nachsaat verschwindet er nach ein bis zwei Jahren wieder.
Wann sollte ich ausstechen?
Im Spätsommer, also August bis Mitte September: Der Boden ist noch warm, die Luft kühler und feuchter, und die Nachsaat etabliert sich vor dem Winter. Das zweite gute Fenster ist Mitte April bis Mitte Juni — für die Nachsaat muss der Boden mindestens 8 °C haben.

Quellen

  1. Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL): Weißklee, Rotklee, Hornklee, Düngung im Grünland
  2. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Veitshöchheim: Rasenpflege, Basiswissen Rasenbau
  3. Deutsche Rasengesellschaft: Pflegemaßnahmen im Hausrasen, Rasen richtig vertikutieren
  4. FloraWeb (Bundesamt für Naturschutz): Lotus corniculatus, Oxalis corniculata, Oxalis stricta
  5. Pflanzenschutzgesetz: § 12 Anwendung, § 68 Bußgeldvorschriften
  6. Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein: Grundstoff Essig, Unkraut- und Moosbekämpfung im Rasen
  7. Julius Kühn-Institut: Thermische Verfahren zur Unkrautbekämpfung
  8. Bundessortenamt: Beschreibende Sortenliste Futtergräser, Klee, Luzerne