LED Pflanzenlampen selber bauen: Mit Do It Yourself zur perfekten Ausleuchtung

Ihr wollt keine fertige Pflanzenlampe für eure Anlage sondern eine ganz individuelle Lösung? Dann solltet ihr selbst Hand anlegen! Denn es ist durchaus möglich, sich seine eigene LED Pflanzenlampe selber zusammenzubauen. Ob komplette Eigenkonstruktion oder leistungsstarke Module – es gibt viele Möglichkeiten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Welche diese sind und wie ihr zu eurer persönlichen Leuchte kommt, erfahrt ihr in diesem Guide.

LED Eigenbau im Überblick:

  • DIY Pflanzenlampen sind meistens nicht die günstigste Lösung, bieten euch aber die Möglichkeit, ganz eigene Beleuchtungskreationen zu schaffen
  • Selbst gebaute Pflanzenlichter mit Einzel LEDs erfordern viel Geschick und Erfahrung mit Bohrmaschine und Lötkolben, können dann aber auch sehr individuell gestaltet werden
  • COB Cluster bedeuten um einiges weniger Arbeit als Einzel-LEDs und werden heutzutage auch von vielen professionellen Lampenherstellern genutzt
  • E27 Pflanzenlampen lassen sich sehr einfach aufbauen, sind aber nur für sehr anspruchslose Projekte mit viel Platz geeignet
  • Fertige LED Module sind meistens sehr hochwertig und ermöglichen es euch, auch ohne viel Geschick optimale Leuchtbedingungen für eure Pflanzen zu schaffen, dabei sind sie aber auch ziemlich teuer
  • Der Eigenbau von LED Pflanzenlampen erfordert einiges an elektrischen Vorkenntnissen
  • Wenn ihr Zweifel an der Richtigkeit oder der Sicherheit euer Arbeit habt, solltet ihr auf jeden Fall sachkundigen Rat hinzuziehen

Mittlerweile setzen immer mehr Indoor Gärtner auf LED Technologie. Im Vergleich zu traditionellen Lampen bringt das einige Vorteile mit sich. So beträgt der Stromverbrauch nur einen Bruchteil vergleichbarer MHL oder NDL Lösungen. Auch die Lebensdauer von LEDs spricht für diese Möglichkeit, seine Pflanzen zu beleuchten. Da die Lichtausbeute dank neuer Entwicklungen von Jahr zu Jahr steigt, gibt es mittlerweile auch viele Profis, die ihre stromfressenden und heißen alten Röhren gegen Leuchtdioden eingetauscht haben.

Die meisten Grower nutzen dann fertige Pflanzenlampen. Das ist natürlich die einfachste Lösung, denn so habt ihr eine Leuchte, mit der ihr sofort loslegen könnt. Allerdings ist das Design dieser Lampen nicht immer ideal für ein individuelles Projekt. Ihr müsst also zwangsläufig Kompromisse eingehen und eure Anbaufläche beispielsweise der Beleuchtung anpassen und nicht umgekehrt. Besonders, wenn ihr nur wenig Platz zur Verfügung habt, kann das eine große Herausforderung werden, die dann auch eure Ernte schmälern kann.

Verschiedene Optionen für perfektes Pflanzenlicht

Doch das muss nicht sein! Es gibt nämlich auch die Option, eine LED Pflanzenlampe ganz oder teilweise selber zu gestalten. So könnt ihr ganz individuell auf die Bedürfnisse eurer Pflanzenlandschaft eingehen. Aber auch Ehrgeiz kann für eine Leuchte Marke Eigenbau sprechen: Wenn ihr handwerklich begabt seid und das nötige technische Know-How mitbringt, ist hundertprozentig selbst gebautes und angelegtes Pflanzenlicht wirklich etwas, auf das ihr stolz sein könnt!

Die Möglichkeiten sind dabei sehr vielfältig: Zum einen könnt ihr, wenn ihr es euch zutraut, wirklich eine komplette LED Anlage beliebiger Größe selbst zusammenzimmern. Es gibt aber auch Lösungen, die weniger Know-How und handwerkliche Fähigkeiten voraussetzen, euch aber dennoch große Gestaltungshoheit über eure LED Beleuchtung lassen. Somit gibt es für fast jeden Geldbeutel und Anspruch eigentlich auch eine Do It Yourself Alternative.

Wenn ihr euch auch für eure eigene DIY Pflanzenlampe interessiert, habe ich für euch verschiedene Möglichkeiten aufgelistet. Von günstigen LEDs im kompletten Eigenbau bis hin zu hochwertigen, aber auch ziemlich teuren Modulen ist hier eigentlich alles dabei. Damit ihr wisst, worauf ihr beim Zusammenbau achten solltet, habe ich für euch zunächst einmal eine kleine Liste von Dingen zusammengestellt, die ihr beim Bau beachten solltet bzw. die ihr dann in fast allen Fällen auch benötigt.

Was benötigt man für eine effektive Pflanzenlampe?

Wenn ihr also mehr oder weniger technisch versiert seid und eine passgenaue Lösung für euer Projekt sucht, ist eine selbstgebaute LED Pflanzenlampe also keine schlechte Idee. Damit die fertige Anlage nicht nur euren Ansprüchen entspricht, sondern auch noch euren Pflanzen weiterhilft, solltet ihr aber schon vor dem Zusammenbau auf bestimmte Parameter und Ausrüstungsgegenstände achten. Für eine effektive Pflanzenlampe benötigt ihr deshalb z.B. die folgenden Dinge:

Ein Farbspektrum, dass bei Wachstum und Blüte hilft

Viele LED Pflanzenleuchten wirken zunächst einmal etwas komisch auf das menschliche Auge. Das liegt daran, dass Pflanzen andere Lichtansprüche haben. Für die Photosynthese sind nämlich vor allem blaue und rote Töne wichtig: Blaues Licht, das normalerweise eine Farblänge von um die 450 Nanometer (nm) hat, wird von den Pflanzen vor allem in der Wachstumsphase in Anspruch genommen. Rotes Licht mit etwa 650 nm ist vor allem während der Blüte wichtig. Dementsprechend solltet ihr vor allem auf diese beiden Farblängen achten. Lampen, die diese Voraussetzungen erfüllen, werden auch als Leuchten mit Vollspektrum bezeichnet.

Viele Anlagen für Fortgeschrittene verfügen außerdem über weiße LEDs. Für die meisten Projekte sind diese nicht unbedingt notwendig, können aber besonders bei sehr lichthungrigen Pflanzen eine gute Ergänzung darstellen. Dies liegt daran, dass weiße Töne das Sonnenlicht simulieren und so der Tagesrhythmus besser beeinflusst werden kann. Bei weißen Lichtern wird meistens nicht auf die Farblänge, sondern auf die Farbtemperatur Bezug genommen. Diese wird in Kelvin (K) angegeben, ein sehr helles Tageslicht entspricht dann ungefähr einer Temperatur von 6500K.

Daneben gibt es auch noch für uns nicht oder kaum wahrnehmbare Farben, die euren Pflanzen aber dennoch weiterhelfen können. Ultraviolette Strahlung (meistens mit einer Bandbreite zwischen 100 und 380 nm beschrieben) können das Immunsystem der grünen Lebewesen stärken und beugen so Krankheiten vor. Infrarotstrahlung (ab etwa 710 nm) kann wiederum die Photosynthese beschleunigen.

Wenn ihr vergleichsweise einfache Pflanzen habt, kann so schon eine LED Pflanzenlampe mit lediglich zwei Farbtönen ausreichend sein. Normalerweise überwiegt dann der Rotanteil, eine Allround-Lampe hat generell etwa 75 Prozent Rot- und 25 Prozent Blaulicht. Wenn ihr euch eine reine Wachstumslampe bauen wollt, sollte der Blauanteil aber etwas größer sein. Umgekehrt gilt das dann auch für Leuchten, die für die Blütephase optimiert sind.

Für aufwendigere Projekte lohnt sich hingegen ein erweitertes Vollspektrum mit UV-, IR-, Rot-, Blau- und Weißleuchten. Das freut dann nicht nur die Pflanzen, sondern auch euer Auge: Derartiges Licht wirkt auf uns nämlich um einiges natürlicher als das reiner Rot-Blau-Lampen.

Andere Farbtöne wie die meisten Gelblängen und grüne Leuchten könnt ihr aber getrost weglassen. Diese bringen den Pflanzen nämlich eigentlich überhaupt nichts – für die Photosynthese sind sie nicht von Belang.

Optimale Lichtleistung für eure Pflanzen

Wenn es um Pflanzenlampen geht, hört man oft den Begriff Lumen. Dieser ist die offizielle Einheit für den Lichtstrom und wird immer noch von vielen Growern als Maßstab für die Frage verwendet, ob eine Lampe etwas taugt oder nicht. Das mag für herkömmliche Leuchten wie NDLs auch zutreffen, bei LEDs könnt ihr die Lumenzahl aber mehr oder weniger vergessen. Diese beschreibt dann nämlich eigentlich nur, wie das Licht vom menschlichen Auge wahrgenommen wird – was eure Pflanzen davon haben, steht auf einem ganz anderen Blatt.

 

Bei LEDs ist der PAR Wert viel wichtiger. Das steht für Photosynthetically Active Radiation (Photosynthetisch Aktive Strahlung) und beschreibt, wie viel abgegebenes Licht auch von euren Pflanzen genutzt werden kann. Angegeben wird die PAR meistens in µmol pro Sekunde. Je höher der Wert, desto besser die Chancen, dass euer Projekt wirklich gut wächst und blüht.

Der richtige Abstrahlwinkel für euer Projekt

Der Abstrahlwinkel beschreibt, wie viel Fläche von eurer Lampe ausgeleuchtet werden kann. Für kleine Projekte (z.B. eine Einzelpflanze) kann dieser auch geringer ausfallen, bei größeren Grow Anlagen mit vielen Töpfen sollte er aber möglichst groß sein. Dabei gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen Lichtkegel, Aufhängungshöhe und Abstrahlwinkel, den ihr bereits bei der Planung eurer Lampe berücksichtigen solltet. Interessante Infos hierzu gibt es in diesem Blog-Artikel von Gruenspar.de. Dabei wird zwar vor allem auf Zimmerausleuchtung Bezug genommen, ihr könnt die dort vorgestellten Berechnungen aber auch für die Pflanzenbeleuchtung verwenden.

Ein Vorschaltgerät für reibungslosen Betrieb

LEDs sind besonders stromsparend und werden vor allem deshalb immer häufiger für die Pflanzenaufzucht genutzt: Im Vergleich zu herkömmlichen Beleuchtungsmethoden wird eure Stromrechnung also deutlich niedriger ausfallen! Würdet ihr LEDs aber ohne zusätzlichen Schutz an das Stromnetz anschließen, wäre das Vergnügen nur von sehr kurzer Dauer: Der herkömmliche 230 Volt Hausstrom ist nämlich eine Nummer zu groß für die kleinen Dioden. Deshalb müsst ihr die Stromzufuhr mit einem Vorschaltgerät begrenzen. So wird die Spannung klein gehalten und der Betrieb eurer Leuchten gerät reibungslos. Ein sehr beliebtes Vorschaltgerät für Grower ist z.B. dieses Modell von Meanwell.

Angemessene Kühlung für langlebige Lampen

Ein weiterer Vorteil von LEDs ist die geringe Betriebstemperatur. Im Vergleich zu herkömmlichen Lichtquellen ist die Gefahr übermäßiger Hitzebildung, die euch und eure Pflanzen beeinträchtigen kann, also minimal. Das bedeutet aber nicht, dass LED Leuchten keine Wärme verursachen. Auch wenn die Temperaturen geringer sind: Ungekühlte Dioden haben eine deutlich geringere Lebensdauer, weshalb ihr euch beim Eigenbau Gedanken um die Wärmeableitung machen müsst.

Für sehr große und kraftvolle LED Anlagen lohnt sich dann oft die Installation von mehreren Ventilatoren. Dies wird auch als aktive Kühlung bezeichnet und findet nicht nur bei LEDs, sondern auch beispielsweise bei Computern oft Anwendung. Für größere Pflanzenlampen lohnt sich diese Art, weil sie in der Anschaffung vergleichsweise günstig ist und auch die Installation problemlos verläuft. Nachteilig ist neben der Lautstärke der Ventilatoren auch der Verschleiß – aktive Kühlungssysteme müssen nämlich irgendwann ausgetauscht werden und erfordern ständige Beobachtung.

Passive Kühlungssysteme funktionieren per Metallableitung. Die entstandene Wärme wird so auf einen Metallkörper, der meistens aus Aluminium besteht, übertragen. Bei kleinen DIY Pflanzenlampen reichen dann schon kleine und günstige Aluplatinen für eine ausreichende Kühlung aus. Bei großen Wattzahlen wird es dann aber ein bisschen komplizierter und teurer – hier sind dann aktive Systeme meist die bessere und günstigere Wahl.

Ein guter Lötkolben für eine stabile Leuchte

Wenn ihr eure Pflanzenlampe von Grund auf selbst zusammenbauen wollt, werdet ihr außerdem schnell feststellen, dass viel gelötet werden muss. Wenn ihr hierfür noch kein Equipment habt, müsst ihr euch also vorher eins zulegen. Das Handskit Lötset von Vian Tools ist hier beispielsweise eine ziemlich gute Einsteigerlösung.

Die verschiedenen DIY LED Bauarten

Wenn ihr euch für Do It Yourself Lampen interessiert, stehen euch viele Möglichkeiten offen. Unter anderem könnt ihr Einzel-LEDs, COBs, E27 Leuchten und hochwertige Module verwenden. Schauen wir uns doch einmal etwas genauer an, was es mit den einzelnen Bauformen so an sich hat. Welche Vor- und Nachteile haben sie und wie könnt ihr euer Projekt dann jeweils umsetzen?

LED Pflanzenlampen mit einzelnen und COB LEDs

Die reinste Form, seine eigene Pflanzenlampe zusammenzuzimmern, ist der Eigenbau auf Basis von Einzel-LEDs. So habt ihr, was das Design angeht, ziemlich freie Hand. Neben einzelnen Dioden gibt es außerdem COB LED Cluster, die euch die Arbeit enorm erleichtern können und auch bei Herstellern fertiger Lampen immer beliebter werden.

Damit ihr wisst, welche Möglichkeiten euch hier offen stehen, habe ich euch die einzelnen Eigenbaumethoden einmal mit ihren Vor- und Nachteilen zusammengefasst.

Panels mit Einzel LEDs

Die meisten LED Pflanzenlampen bestehen aus kleinen Einzelleuchten, die dann zusammen ein Vollspektrum abgeben, das euren Pflanzen besonders gut tut. Eine derartige Anlage könnt ihr auch im Eigenbau realisieren. Ein großer Vorteil dieser Bauweise ist die hohe Flexibilität: Mit ihr könnt ihr nicht nur sowohl Mini Lampen für kleine Projekte als auch große Anlagen realisieren, auch bezüglich des Lichtspektrums könnt ihr passgenau auf die Ansprüche eurer Pflanzen eingehen. 

Defekte Leuchten lassen sich eigentlich problemlos austauschen bzw. fallen zunächst einmal nicht so stark ins Gewicht. Da ihr die Anordnung von Einzel LEDs ziemlich frei gestalten könnt, ist es zudem möglich, einen für euer Projekt möglichst geeigneten und effizienten Abstrahlungswinkel zu wählen.

Vielseitige Leuchten

Dabei gibt es grob gesagt zwei Arten von Einzel LEDs:
  • Low power LEDs gehören zu den ältesten Arten dieser Beleuchtungsform und werden auch in einigen Pflanzenlampen eingesetzt. Normale Vertreter dieser Bauweise bringen es auf bis zu 0,6 Watt Leistung pro Stück. Für den Eigenbau interessant sind sie vor allem, weil die einzelnen Leuchten nicht verkabelt werden müssen, sondern auch aufgelötet funktionieren. Auch die Lebensdauer ist sehr lang. Der Nachteil dieser low power LEDs liegt in ihrer geringen Leistung: Eine etwas größere Pflanzenlampe ist dann aufgrund der vielen benötigten Dioden nämlich doch mit sehr viel Arbeit verbunden.
  • Um einiges beliebter sind sogenannte High Power LEDs. Diese Lichter verfügen nämlich pro Stück um eine um einiges höhere Leistung. Normalerweise bringt es eine Einheit dann auf maximal 3, 5 oder sogar 10 Watt. So könnt ihr mit weniger Aufwand eure ganz flexible Beleuchtungslösung zusammenbauen. 
Einzel LEDs sind sehr günstig in der Anschaffung und somit auch für kleinere Budgets geeignet. Allerdings ist der Zusammenbau so einer Anlage auch sehr zeitaufwendig und nur mit viel handwerklichem Geschick realisierbar: Wenn ihr zwei linke Hände habt, solltet ihr also lieber eine andere Variante wählen. Für Pflanzenlampen gibt es verschiedene Anbieter, die Einzel LEDs verkaufen. Neben vielen No-Name-Produkten spielen dabei besonders die Firmen Epiled, Cree und Osram eine Rolle. Besonders die Osram Oslon SSL Lichter sind hier hervorzuheben. Sie überzeugen durch eine hohe Zuverlässigkeit und Lichtausbeute und sind z.B. in 450 nm blau, in 620-632 nm rot, 710-730 nm tiefrot sowie in 6500K weiß erhältlich.

Vorteile

  • Lichtspektrum frei wählbar
  • flexibler Abstrahlungswinkel
  • defekte Leuchten lassen sich einfach austauschen
  • beliebige Anlagengröße möglich
  • vergleichsweise geringe Anschaffungskosten

Nachteile

  • Zusammenbau sehr aufwändig

LED Pflanzenlampe mit COB Clustern

COB steht für Chip on Board. Derartige LEDs werden als Cluster geliefert und sind im Grunde genommen schon fertige Mini-Lampen, die dann montiert und miteinander kombiniert werden können. Die Gesamtleistung eines COB Clusters ist meistens beträchtlich höher als bei einzelnen LEDs. Mit Parallelschaltung könnt ihr eure Pflanzenlampe eigentlich beliebig groß wachsen lassen, ohne dass ihr allzuviel Mühe beim Zusammenbau habt.

Die meisten COB Cluster sind sehr effizient, so dass eine gute Grundausleuchtung eurer Pflanzen eigentlich garantiert ist. Normalerweise sind auch alle notwendigen Farblängen in einem Cluster vorhanden. Euer Auge wird das freuen. Denn trotz vieler Rot- und Blautöne wirkt die Beleuchtung auf den ersten Blick eher weiß-neutral. Das schränkt aber auch eure Flexibilität etwas ein: Anders als bei Einzel LEDs kauft ihr sozusagen ein Paket und könnt die Farbverteilung nicht mehr frei wählen. Auch ein Defekt einer Leuchte kann ärgerlich sein: Dann müsst ihr nämlich gleich den ganzen Cluster austauschen und nicht nur eine einzelne Lampe.

Mittlerweile auch bei Markenherstellern ein Begriff

COBs spielen bei der Pflanzenaufzucht eine immer größere Rolle. Mittlerweile gibt es auch viele Hersteller fertiger Leuchten, die ganz oder teilweise auf diese Technologie setzen. Und wenn ihr Chip on Board für eure Pflanzenlampe Marke Eigenbau verwenden wollt, ist das eine ziemlich verführerische weil einfache Lösung. Im Vergleich zu einzelnen LEDs kosten die meisten COBs aber immer noch etwas mehr.

Zu den beliebtesten COBs für selbstgebaute Pflanzenlampen gehört z.B. der 100W Cluster von Bazaar. Dieser Vertreter bietet vergleichsweise viel Leistung und ein ziemlich ausgeklügeltes Vollspektrum zwischen 380 und 840 nm.

Vorteile

  • bereits vormontiert
  • auch größere Anlagen ohne zu hohen Aufwand möglich
  • sehr effizient
  • im Vergleich zu Einzel-LEDs hohe Leistung
  • für das menschliche Auge sehr angenehmes Licht
  • deckt normalerweise Vollspektrum für Grundausleuchtung gut ab

Nachteile

  • weniger Flexibilität
  • bei Defekt muss meistens der komplette Cluster ausgetauscht werden
  • meistens teurer als Einzel LEDs

Kurzanleitung für den Zusammenbau von Pflanzenlampen aus Einzel LEDs und COBs

Jetzt wisst ihr also Bescheid, welche Möglichkeiten euch bei der Wahl von LEDs grob zur Verfügung stehen. Wir können uns also an den Zusammenbau wagen. Und das ist nicht unbedingt einfach. Neben dem richtigen Equipment und Know-How braucht ihr außerdem noch ziemlich viel Zeit, um eine komplett selbstgebaute LED Pflanzenlampe zu schaffen.

Dabei ist der Zusammenbau jeder Anlage individuell und kann mit mehr Arbeitsschritten verbunden sein. Die folgende Kurzanleitung ist deshalb eher als Leitfaden zu verstehen. Sie zeigt euch, was ihr grundlegend bei der Planung und Verarbeitung eurer Lampe beachten müsst und gibt euch 5 Schritte an die Hand, mit denen ihr euer Projekt realisieren könnt. Da Elektrotechnik ein sehr kompliziertes Feld ist, ist diese Kurzanleitung natürlich nicht vollständig. Wenn ihr Zweifel oder mehr Fragen habt, empfehle ich euch also, auch Eigenrecherche zu betreiben oder einen Experten zu befragen.

Für eine einfache LED Pflanzenlampe braucht ihr im Grunde genommen:

  • Eine Bohrmaschine
  • ein Maßband oder Lineal für Abmessungen
  • einen Filzstift für Markierungen
  • eine Abisolierzange
  • einen Lötkolben
  • Kühlmittel, passiv oder aktiv
  • ein Vorschaltgerät
  • pro LED einen Widerstand
  • etwa einen Meter Kupferdraht
  • ein Stromkabel mit Schalter sowie
  • LED Lampen, die das gewünschte Farbspektrum für eure Pflanzen abdecken.

Schritt 1: Die Metallplatte anbohren

Die Metallplatte ist sozusagen das Herzstück eurer LED Anlage. An sie werden die Leuchten angebracht. Bei kleinen Anlagen kann sie außerdem als passive Kühlung dienen. Damit die Leitungen und Drähte aber auch Platz haben, müsst ihr sie zunächst mit ein paar Löchern versehen. Nutzt also die Bohrmaschine, damit Vorschaltgerät und Stromkabel genutzt werden können.

Schritt 2: Die Platte aufteilen

Jetzt gilt es, die Metallplatte aufzuteilen. Ihr plant also, wo ihr die LEDs befestigen wollt. Hierfür ist es ratsam, mit eurem Maßband bzw. Lineal ein gleichmäßiges Raster auf die Platte zu zeichnen. Je nach gewünschter Größe euer Anlage und gewähltem Leuchtmaterial sind dann unterschiedlich viele Punkte für die LEDs vonöten. Eine 180 Watt Anlage mit 3W High Power LEDs könnte so z.B. 10 Reihen mit je 6 Feldern für die LED-Befestigung haben.

Schritt 3: Die LEDs anbringen

Nun könnt ihr die LED Dioden anbringen. Hierfür befestigt ihr die kleinen Lampen auf der Platte mit Klebstoff jeweils in der Mitte der Felder. Anschließend müsst ihr ein bisschen Geduld haben – der Kleber muss schließlich trocknen. Idealerweise wartet ihr jetzt 10 bis 12 Stunden, also z.B. über Nacht.

Schritt 4: Die LEDs festlöten

Jetzt kommt der Lötkolben mit ins Spiel: Mit ihm werden die LEDs  effektiv befestigt. Dafür müsst ihr den Kolben zunächst mit Lötzinn benetzen. Anschließend verbindet ihr den Widerstand mit dem Pluspol der jeweiligen LED. Haltet die Spitze nun 2 bis 3 Sekunden lang an den Pol und wartet, bis die Verbindung abgekühlt ist. Für die Lötverbindung schneidet ihr dann die Widerstand- und Minuspoldrähte etwa 4 Millimeter kurz.

Anschließend müsst ihr die Spitze wiederum mit Lötzinn benetzen. Dann gilt es, den Leiter zu versorgen. Der Lötzinn fließt jetzt in den auch als Litze bekannten Leiter. Danach könnt ihr die Litze zunächst mit dem Pluspol verlöten. Nachdem die Verbindung abgekühlt ist, macht ihr dasselbe mit dem Minuspol.

Die einzelnen LEDs bzw. COBs solltet ihr in Reihe schalten. So verlängert ihr die Lebensdauer eurer Lampe und die Lichter leuchten alle gleichmäßig. Um dies zu erreichen, müsst ihr die negativen Pole einer Einzelleuchte mit dem Pluspol der nächsten verbinden. 

Richtiges Löten braucht einiges an Übung und technisches Verständnis. Allein schon aus Sicherheitsgründen solltet ihr also einige Vorkenntnisse haben bzw. bereit sein, euch diese anzueignen. Zur Übung ist es ratsam, das Verlöten von LEDs vorher auf einer Mini-Platte zu üben. So könnt ihr euch sicher sein, dass ihr keine Fehler macht, die bei der “richtigen” DIY Pflanzenlampe dann nur schwierig zu korrigieren wären.

Schritt 5: Die richtige Halterung

e nach Anzahl der LEDs kann das Löten einiges an Arbeitszeit kosten. Dann ist das Grundgerüst euer selbstgebauten Lampe aber auch schon fertig – um zu sehen, ob sie funktioniert, könnt ihr sie dann einem kleinen Testlauf unterziehen.

Doch fertig ist eure Leuchte dann noch nicht. Es fehlt ihr nämlich noch eine Halterung bzw. Aufhängung. Hier gilt: Alles, was stabil und sicher ist, kann im Grunde genommen verwendet werden. Am einfachsten ist es, die Lampe mit einer vorgekauften Aufhängung zu verbinden. Es ist aber natürlich auch möglich, eine Eigenkreation zu schaffen.

Jetzt dürfte eure LED Pflanzenlampe Marke Eigenbau fertig sein. Und ihr seht: Sie ist doch mit ziemlich viel Arbeit verbunden – je nach Design können mehrere Tage vergehen, bis ihr eure Pflanzen auf diesem Weg mit Licht versorgen könnt. 

Und auch das Vorwissen, das ihr mitbringen solltet, ist enorm: Neben handwerklichem Geschick müsst ihr außerdem vergleichsweise ausführliche Kenntnisse der Elektrotechnik und -sicherheit mitbringen, um eine Lampe auf diesem Weg zusammenzubauen. Wenn ihr dies erfüllt, ist so ein Projekt aber bestimmt eine spannende Herausforderung, die euch zu eurem ganz individuellen Pflanzenlicht führen kann.

Solltet ihr euch so etwas nicht zutrauen, gibt es aber auch noch andere Möglichkeiten, eine passgenaue Anlage euer Eigen zu nennen. Welche das sind, erfahrt ihr im folgenden Teil.

Weitere DIY LED Pflanzenlampen

Ob sich ein kompletter Eigenbau lohnt, müsst ihr also für euch entscheiden. Kostengründe sprechen zunächst einmal nicht dafür. Denn mittlerweile gibt es viele gute Anbieter im Niedrigpreissegment, die euch komplett fertig montierte Lampen zu einem Preis anbieten, den ihr im Eigenbau nur schwer toppen könnt. Firmen wie Roleadro, Mars Hydro oder auch Niello liefern euch sehr günstige Lösungen auch für kleines Geld.

Hier findet ihr alle Roleadro Lampen im Test.

Hier habe ich euch einen Überblick über die Niello Pflanzenleuchten zusammengestellt.

Und einen Vergleich aller Mars Hydro Modelle findet ihr hier.

Es sind aber nicht immer nur Kostengründe, die für eine DIY Lösung sprechen. Es ist auch möglich, dass ihr ein Design sucht, das ganz zu euren Ansprüchen passt. Auch eine passgenaue Leuchtleistung kann ausschlaggebend dafür sein, dass ihr nicht von der Stange kaufen wollt. Und für diese Fälle gibt es auch Möglichkeiten, sich seine eigene Anlage zusammenzustellen, ohne gleich stundenlang bohren und löten zu müssen. Im Folgenden findet ihr einen Überblick über diese Optionen.

E27 Pflanzenleuchten

Die einfachste Möglichkeit, sich selbst eine kleine LED Anlage zusammenzubauen, sind E27 Pflanzenlampen. Dabei handelt es sich um LEDs, die in eine handelsübliche Lampenfassung geschraubt werden können. Theoretisch könnt ihr mit ihnen also sogar eine Schreibtischlampe zur Growbeleuchtung machen. 

Natürlich: Eine derartige Konstruktion als vollwertigen Eigenbau zu bezeichnen ist etwas hochgegriffen. Für einfache Projekte, die nicht allzu anspruchsvoll sind, können E27 Leuchten aber eine praktische Lösung darstellen. So ist der Arbeitsaufwand doch um einiges niedriger als bei Lampen, die einen Lötkolben brauchen. 

Die Bestandteile sind frei erhältlich und erfordern außer ein bisschen Montage kaum handwerkliches Geschick. Besonders für Fensterbänke gibt es außerdem viele interessante und frei schwenkbare Schienenlösungen wie z.B. dieses schicke Retro-Modell.

Bewährte, einfache Lampen für nicht zu anspruchsvolle Projekte

Die Leuchten verfügen über außerdem über ein ausreichendes Farbspektrum, das allerdings in den meisten Fällen sehr einfach gehalten ist und normalerweise im Rot-Blau-Schema daherkommt. Ein Vorschaltgerät ist bereits integriert, ihr müsst euch also um die Spannung keine Sorgen machen.

E27 Lampen haben aber auch ihre Nachteile. Zum einen ist eine Einzellampe für größere Projekte nicht ausreichend. Die Leuchtleistung ist bei vielen Pflanzen einfach zu klein, auch der Abstrahlwinkel, der mit dieser Konstruktion erreicht werden kann, ist dann nicht optimal. Weiterhin spricht der vergleichsweise große Platzbedarf gegen E27 Technik. Gewiss, für die Fensterbank oder den Schreibtisch ist das noch kein großes Problem, wenn ihr eure Pflanzen aber z.B. in einer Growbox züchten wollt, ist es sehr schwierig, mehr als eine Leuchte unterzubringen. 

Wenn ihr aber “nur” eine mehr oder weniger selbst kreierte Lösung für eure Zimmerpflanzen sucht, könnt ihr diese mit einer E27 Lampe gut realisieren.

Hier findet ihr eine Übersicht von guten E27 Pflanzen LEDs im Vergleich.

Vorteile

  • geringer Arbeitsaufwand
  • Bestandteile einfach zu beschaffen
  • fertige Leuchten mit Vollspektrum
  • sehr einfach austauschbar
  • kein zusätzliches Vorschaltgerät nötig
  • besonders für kleine Projekte wie Zimmerpflanzen interessant

Nachteile

  • Farbspektrum meistens sehr begrenzt
  • für die meisten Fälle nicht optimaler Abstrahlwinkel
  • nur geringe Leuchtleistung, für aufwändige Pflanzen ungeeignet
  • vergleichsweise platzintensiv, ungeeignet für die meisten Growboxen

Hochwertige LED Module

Die wahrscheinlich beste und flexibelste Lösung, sich seine LED Pflanzenlampe selbst zu gestalten, ohne zu viel Aufwand betreiben zu müssen, sind allerdings hochwertige LED Module. Dabei handelt es sich meistens um absolute Premium-Produkte, die bereits alles beinhalten, was ihr ansonsten in mühsamer Arbeit zusammen schrauben, bohren oder löten müsstet. Sie sind bereits mit einer meist passiven Kühlung versehen und verfügen über sehr ausgeklügelte Lampenkonstruktionen, deren Linsen einen extrem effizienten Abstrahlwinkel gestatten. Dabei ist auch das Farbspektrum normalerweise sehr breit gefächert und umfasst neben Rot-, Blau- und Weißtönen auch UV- und IR-Strahlung.

Top Qualität für flexible High Tech Beleuchtung

Von herkömmlichen “fertigen” Pflanzenlampen unterscheiden sich diese Module durch ihre Flexibilität: Ein Bestandteil hat meistens nur eine geringe Wattleistung. Mit der richtigen Stückzahl könnt ihr aber dennoch eine richtig große Anlage gestalten – diese Leuchten sind nämlich beliebig erweiterbar.

Zu den bekanntesten und beliebtesten Anbietern dieser Bauart gehört der österreichische Hersteller SANLight. Besonders die Sanlight M30 mit 30 Watt Leistung ist für passgenaues Leuchtendesign geeignet. In Kombination mit den etwas kleineren Modulen der Flex Serie, also der Flex 10 und der Flex 20, sind sogar noch bessere Ausleuchtungen möglich. Diese kleinen Minileuchten entsprechen nämlich der Schutzklasse IP68 und sind dementsprechend staub- und wasserdicht. Mit ihnen könnt ihr eure Pflanzen also sogar vom Boden aus ausleuchten, ohne dass die Lampe Schaden durch Gießwasser nimmt.

Einen Überblick über die SANLight Produkte habe ich für euch hier zusammengestellt. 

Weitere bekannte Anbieter von Premium Modullösungen sind z.B. Pro Emit mit der Sunflow Reihe oder Greenception. All diese Produkte ermöglichen euch viel Flexibilität, sind aber preislich nicht zu unterschätzen: Besonders, wenn ihr viele Module braucht, gehören die Module nämlich mit zu den teuersten Lösungen, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind. 

Vorteile

  • sehr gute Verarbeitung
  • kein Löten notwendig
  • bereits mit Kühlung versehen
  • normalerweise sehr ausgeklügeltes Farbspektrum
  • sehr hohe Lichteffizienz
  • in verschiedenen Stärken und Größen erhältlich
  • praktisch beliebig erweiterbar

Nachteile

  • im Vergleich zu anderen individuellen Lösungen sehr teuer

Fazit

Es muss nicht immer eine fertige Anlage von der Stange sein: Auch selbstgebaute LED Pflanzenlampen ermöglichen es euch, eure Pflanzen prächtig wachsen und blühen zu sehen! DIY Leuchten lohnen sich zwar nicht immer preistechnisch, bieten euch dafür aber neben dem schönen Gefühl, etwas selbst erschaffen zu haben auch die totale Kontrolle über die Beleuchtung eurer grünen Projekte. So könnt ihr eure Beleuchtung der Indoor Anlage entsprechend anpassen und nicht umgekehrt.

Und wie ihr in meinem kleinen Überblick sehen könnt, gibt es viele Möglichkeiten, eigene Akzente bei der Beleuchtung zu setzen: Ob kompletter Eigenbau aus Einzel-LEDs, einschraubfertigen E27 Lampen, denen ihr eine pfiffige Aufhängung/Beschienung gönnen könnt oder wirklich hochwertige, frei kombinierbare Top-Module – für jeden Kenntnisstand, Terminkalender und Geldbeutel ist eigentlich etwas dabei. Probiert es doch einfach mal aus – eure Pflanzen werden sich freuen!

Quellen:

 

  1. Gruenspar.de hat einen sehr interessanten Artikel zum Ausleuchtungswinkel von LEDs veröffentlicht.
  2. Pflanzenlampen.org bietet einen sehr ausführlichen und auch leicht verständlichen Überblick darüber, wie ihr aus Einzel-LEDs eine fertige Pflanzenlampe zusammenbauen könnt – mit detallierten Lötanleitungen.

  3. SANlight.com, die hochwertige österreichische Modulschmiede, versorgt euch mit vielen Infos und Anregungen.

  4. Bei Pro-Emit.de, Hersteller von ebenfalls sehr hochwertigen modularen Lösungen, findet ihr einen gut geschriebenen Ratgeber zum Farbspektrum von Pflanzenlampen.

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