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Topinambur ernten – die besten Tipps zum Ernten & Lagern

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Die bräunlichen Knollen sehen nicht sehr schmackhaft aus. Doch unter der erdigen Schale verbirgt sich eine gesunde Köstlichkeit. Topinambur sind für Diabetiker geeignet und können praktisch das ganze Jahr geerntet werden. Hier erfährst Du, was es dabei zu beachten gilt.

Topinambur richtig ernten & lagern

Sie erinnern an Ingwerknollen, schmecken wie eine Mischung aus Kartoffel und Artischockenböden und sind botanisch mit der Sonnenblume verwandt. Die Topinambur (Helianthus tuberosus) ist ein faszinierendes Gemüse. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts galt sie als Grundnahrungsmittel. Dann wurde sie von der Kartoffel verdrängt. Heute wird die robuste und anspruchslose Pflanze aus der Familie der Korbblütler wieder gerne im Hobbygarten angebaut.

Woher kommt der Name?

Der Name der schmackhaften Knollen leitet sich von dem indigenen Volk der Tupinambá ab, das einst an der Küste Brasiliens lebte. Die Sprache dieser Menschen hieß Tupi. Eingeschleppte Krankheiten und Brutalitäten durch die Eroberer dezimierten die Tupinambá stark. Die überlebenden Eingeborenen vermischten sich bald mit der brasilianischen Bevölkerung.

Wann Topinambur ernten?

Wenn die Topinambur sich erst einmal in Deinem Garten etabliert hat, kannst Du praktisch rund ums Jahr ernten. Am größten und wohlschmeckendsten sind die Knollen jedoch im Herbst, etwa ab Ende Oktober oder Anfang November. 

Im Winter, wenn der Boden gefroren ist, wird das Ausgraben zur Herausforderung. Den Topinambur-Knollen selbst macht die Kälte jedoch nichts aus. Im Gegensatz zu Kartoffeln, können sie den Winter in der Erde verbringen.

Im Frühjahr ab April benötigt die Pflanze ihre Energie für den Austrieb. Zu diesem Zeitpunkt ist es ratsam, eine kleine Erntepause einzulegen. Bei hochsommerlicher Trockenheit sind die Knollen weniger prall und saftig. Um die Dürreperiode zu überstehen, entziehen die oberirdischen Pflanzenteile den Rhizomen das Wasser, was diese schrumpelig und etwas zäh werden lässt.

Ideal ist die Ernte nach einem Regenguss, wenn der Boden noch feucht ist. Je mehr Wasser die Knollen enthalten, desto länger lassen sie sich aufbewahren. Auch das Schälen fällt dann leichter.

Wurzelsperre als Wucherbremse

Topinambur sind sehr ausbreitungsfreudig. Selbst aus kleinen Wurzelstücken, die im Boden verbleiben, können neue Pflanzen wachsen. Dämme das Wachstum der Korbblütler durch eine Wurzelsperre ein oder grabe regelmäßig alle Knollen aus. Im Anschluss schaufelst Du die Erde durch ein Sieb und pflanzt nur einige wenige Knollen wieder ein.

Wie merke ich, dass Topinambur erntereif sind?

Der beste Zeitpunkt, um zum Spaten zu greifen, ist dann, wenn sich das Laub braun verfärbt. Sobald die oberirdischen Pflanzenteile zu verwelken beginnen, hat die Haupterntezeit für Topinambur begonnen.

Wie werden Topinambur geerntet?

Wenn es länger nicht geregnet hat, empfiehlt es sich, den Boden einige Tage vor der Ernte gründlich zu wässern. Das lockert das Erdreich und erleichtert das Ausgraben. Ideal zum Ernten ist eine Grabegabel, welche anders als ein Spaten die Knollen nicht zerteilt. Eine Pflanze bringt etwa 10 Knollen hervor.

Heble die Rhizome mit der Gabel aus der Erde oder packe die Pflanze an der Basis und ziehe sie mitsamt den Knollen aus dem Beet. Sammle Deine Ernte ein – und lass unbedingt die Erde dran. Ungewaschen eingelagert halten sich die Knollen bedeutend länger.

Höhere Erträge durch Abschneiden der Blüten

Die sonnengelben Blütenköpfe der Topinambur sind sehr hübsch anzusehen. Wenn es Dir bei der Kultur jedoch rein um die Knollen geht, kannst Du die Blüten abknipsen, sobald sie sich öffnen. Auf diese Weise bringst Du die Pflanze dazu, den Großteil ihrer Energie in die Ausbildung der Rhizome zu investieren. Schneide die Stängel aber keinesfalls kurz ab, sonst bleiben die Knollen klein.

Aufbewahren & Lagern

Topinambur sind nicht so lange lagerfähig wie Kartoffeln. Daher empfiehlt es sich, nicht alle Knollen auf einmal zu ernten. Sie vertragen Minusgrade und können den Winter ohne Qualitätsverlust im Boden überdauern. In einem kühlen Keller mit hoher Luftfeuchtigkeit halten sich Topinambur bis zu einem Monat. 

Wer eine Erdmiete im Garten hat, kann sich glücklich schätzen. In Sand eingeschlagen sind Topinambur bei einer Temperatur von ein bis zwei Grad Celsius sogar einige Monate lagerfähig. 

Im Kühlschrank hingegen kannst Du die Knollen lediglich zwei Wochen aufbewahren. Wickle sie in feuchtes Küchenpapier oder foliere sie, damit sie länger knackig bleiben.

Topinambur einfrieren

Wenn Du mehr Topinambur geerntet hast, als Du essen kannst und keinen geeigneten Keller für die Lagerung besitzt, kannst Du die Knollen auch einfrieren. Wasche und schäle sie und schneide sie in Würfel oder Scheiben. Durch kurzes Blanchieren in kochendem Salzwasser bleiben Farbe und Konsistenz auch in der Tiefkühltruhe erhalten.

Lass die blanchierten Stückchen gut abtropfen und vollständig abkühlen, bevor Du sie in Gefrierdosen oder Beutel füllst. Im Gefrierschrank halten sie sich bis zu einem Jahr.

Verwendung & Verarbeitung

Die spezielle Form mit den vielen Einbuchtungen macht das Schälen kniffelig. Manche Sorten sind recht unregelmäßig geformt, während sich andere relativ gut schälen lassen. Bei besonders kleinteiligen Rhizomen kannst Du die dünne Schale mit der Wurzelbürste abbürsten. 

Ein kurzes Vorgaren mit anschließendem Abschrecken unter kaltem Wasser erspart Dir das Putzen:  Die Haut lässt sich nun wie bei Kartoffeln mit einem Messer abziehen.

So bereitest Du Topinambur zu

Topinambur schmecken angenehm süß und erinnern ein wenig an Artischockenböden und Süßkartoffeln. Im Gegensatz zu Kartoffeln können die Knollen auch roh verzehrt werden. Sie schmecken geraspelt als Salat – zum Beispiel mit Karotte und Apfel.

Bereite eine cremige Suppe aus den köstlichen Knollen zu oder ein delikates Topinambur-Püree. Auch für Eintöpfe, Aufläufe und Gratins ist das Gemüse perfekt geeignet. Bei Kindern stehen Pommes oder Chips aus Topinambur hoch im Kurs.

Topinambur Inhaltsstoffe

Topinambur begeistern durch vielfältige Zubereitungsmöglichkeiten und sind zudem sehr gesund. Die Knollen sind reich an Biotin, Kalium, Magnesium und Kalzium. Sie enthalten Inulin, ein wichtiges Präbiotikum, welches keinen Einfluss auf den Insulinspiegel hat. Das macht Topinambur auch für Diabetiker interessant.

Kalorienarm, vitalstoffreich & für Diabetiker geeignet

Der Verzehr des kalorienarmen Knollengemüses beugt Heißhungerattacken vor, da das Inulin den Blutzuckerspiegel konstant hält. Zudem unterstützt der Genuss von Topinambur Dein Immunsystem und fördert die Verdauung.

Foto des Autors

Meine Leidenschaft für die Pflanzenwelt habe ich als Kind bei mendelschen Kreuzungsversuchen entdeckt. Seither bin ich fasziniert von allem, was wächst und blüht. Ich liebe historische Rosen, experimentiere mit dem Anbau exotischer Früchte und interessiere mich für die Wildkräuterküche. Mit meinen Artikeln möchte ich Dir Lust aufs Gärtnern machen und Deine Fragen rund ums Thema Pflanzenpflege beantworten.

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