Ingwerpflanzen im Garten pflegen, selber ziehen & ernten

Mit seinem fruchtig scharfen Aroma genießt Ingwer (Zingiber officinale) auch hierzulande mittlerweile große Beliebtheit. Seit dem Boom der asiatischen Küche ist die exotische Knolle in jedem Supermarkt erhältlich. Ihre medizinisch belegte Heilwirkung macht sie zu einem interessanten Hausmittel gegen verschiedene gesundheitliche Beschwerden. 

Wusstest Du, dass Du Ingwer selbst ziehen kannst? Im Topf gelingt der Anbau auch in unseren Breiten. Probier es einfach aus, denn frisch geerntet schmeckt Ingwer besonders köstlich. Verleihe Deinen Speisen mit dem feurig aromatischen Gewürz das gewisse Etwas und nutze die anerkannte Heilpflanze um Dein Wohlbefinden zu steigern.

Steckbrief:

Rote Blüte einer Ingwerpflanze
  • Anzucht: im zeitigen Frühjahr im Topf
  • Standort: hell & warm, keine direkte Sonne
  • Boden: nährstoff- & humusreiches Substrat
  • Wasser: regelmäßig mit kalkfreiem Wasser
  • Dünger: bei Bedarf mit organischem Flüssigdünger

Ingwer gehört zur Gattung der Ingwergewächse und ist mit dem Kurkuma und dem Galgant verwandt. Die Pflanze gedeiht in den Tropen und Subtropen und ist bereits seit dem 9. Jahrhundert im deutschen Sprachraum bekannt. Heute wird Ingwer vor allem in den wärmeren Regionen Asiens, sowie in Teilen Afrikas und Südamerikas und auf Jamaika kultiviert. In Indien werden gar 250.000 Tonnen pro Jahr geerntet.

Nach einer Kulturdauer von etwa acht Monaten wird die Knolle für den Frischverbrauch geerntet. Zu dieser Zeit ist das Rhizom noch zart und besonders schmackhaft. Zur Gewinnung der Gewürzpulvers wird der Ingwer mindestens weitere acht Monate in der Erde belassen.

Wie gelangte der Ingwer nach Europa?

Bereits vor 2.000 Jahren kamen die alten Griechen und Römer durch den regen Handel mit Asien erstmals mit dem exotischen Gewürz in Berührung. Rasch lernten sie die geschmacklichen Vorzüge und die Heilkraft der Knolle schätzen und wollten sie fortan nicht mehr missen.

Im Mittelalter blühte das Geschäft mit der Wunderwurzel. Arabische Geschäftsleute konnten das edle Gewürz damals teuer verkaufen. Bald war der Ingwer auch im Norden Europas und auf den britischen Inseln verbreitet. Zu dieser Zeit kamen mit Ingwer verfeinerte Süßigkeiten in Mode, die sich jedoch lediglich die Wohlhabenden leisten konnten.

Das hat sich zum Glück heute geändert. Mittlerweile ist Ingwer in jedem Supermarkt – oft auch in Bio-Qualität – erhältlich. Die köstliche Wurzel ist für jedermann erschwinglich und hat in den vergangenen Jahrzehnten unsere Küche im Sturm erobert. Mit etwas Geduld kannst Du Deinen eigenen Ingwer anbauen. Für Pflanzenliebhaber ist das ein spannendes Projekt, das sich mit wenig Aufwand durchführen lässt. Du erhältst eine attraktive Topfpflanze und kannst bereits innerhalb weniger Monate zum ersten Mal ernten.

Aussehen & Wuchs

Ihre exotische Herkunft sieht man der Pflanze deutlich an. Das krautige Gewächs bildet dicke Stängel mit langen Laubblättern aus, die ein wenig an Schilf oder Bambus erinnern. Es kann Wuchshöhen zwischen einem halben Meter und eineinhalb Meter erreichen. Die prächtigen Blüten sitzen an einem langen Schaft. Sie sind meist purpurrot, violett oder gelb und verströmen einen feinen süßen Duft.

Die Blütezeit dauert nur wenige Tage, da sich nicht alle Blüten gleichzeitig öffnen, hast Du jedoch Gelegenheit das Spektakel etwas länger zu genießen.

Der begehrte Teil des Ingwers befindet sich unter der Erde: Bei der Ingwerwurzel handelt es sich um ein horizontal wachsendes Überdauerungsorgan an dem sich Adventivwurzeln bilden. Innen ist das verzweigte Rhizom hellgelb und angenehm aromatisch.

Standort

Da Ingwer aller Wahrscheinlichkeit nach aus Sri Lanka oder von den Pazifischen Inseln stammt, benötigt die Pflanze viel Wärme um gut zu gedeihen. Lediglich während heißer Sommerperioden fühlt sie sich auch bei uns im Freien wohl. Die Nachttemperatur sollte dabei nicht unter 20 ºC fallen, sonst stellt die Ingwerpflanze ihr Wachstum ein. An einem geschützten Platz auf der Terrasse kannst Du Deinen Ingwer im Hochsommer durchaus unterbringen. Hole ihn jedoch ins Haus, sobald es nachts abkühlt.

Beachte, dass Ingwer keine direkte Sonneneinstrahlung verträgt. In der prallen Sonne kann es zu irreversiblen Blattschäden kommen. Am glücklichsten ist das tropische Gewächs im lichten Halbschatten. Auch dauerhafte nasses Laub bekommt dem Ingwer nicht. Platziere den Topf so, dass er vor Regen geschützt ist.

"Als wärmeliebender Exot fühlt sich Ingwer bei Temperaturen über 24 ºC am wohlsten."
Mein Tipp

Das perfekte Substrat

Was die Erde betrifft, ist Ingwer zum Glück nicht anspruchsvoll. Lediglich kalkfrei und nährstoffreich sollte das Substrat sein. Vermische normale Blumenerde mit etwas Humus – und fertig ist der Nährboden für Deine Ingwerkultur. Da Ingwerwurzeln horizontal wachsen, muss der Pflanztopf nicht tief, sondern eher breit sein. Als Drainage kannst Du ganz unten in den Topf eine Schicht Blähton füllen. So kann das überschüssige Gießwasser abfließen und Deine Ingwer bleibt schön gesund.

So gelingt die Anzucht

Um Ingwer anzubauen, brauchst Du lediglich eine Knolle aus dem Supermarkt. Wähle ein möglichst pralles und saftiges Exemplar aus. Schneide die Knolle in maximal fünf Zentimeter lange Teilstücke. Als Keimhilfe kannst Du die Wurzel über Nacht in lauwarmes Wasser legen.

Ingwer pflanzen

  • Lege die Wurzel flach in das mit humusreicher Erde gefüllte Pflanzgefäß und bedecke sie mit einer 2 cm dicken Humusschicht. Drücke das Substrat leicht an und befeuchte es mit kalkfreiem, lauwarmem Wasser.
  • Decke den Topf mit Frischhaltefolie ab, um ein tropisches Klima zu erzeugen. Platziere den Pflanztopf an einem mindestens 20 ºC warmen Ort, der zwar hell, jedoch vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist.
  • Wässere Deinen Ingwer täglich mit kalkfreiem, abgestandenem Wasser. Ideal ist dazu eine Sprühflasche. Nimm die Frischhaltefolie jeden Tag für einige Minuten ab, um einen Luftaustausch zu ermöglichen und so Schimmelbildung zu verhindern.
  • Sobald sich ein Spross gebildet hat, kannst Du die Klarsichtfolie abnehmen.
"Bio-Ingwer eignet sich am besten für den Anbau, da hier die Wurzeln bestimmt nicht mit einem Wachstumshemmer behandelt wurden."
Mein Tipp

Pflege

Gießen

Pflanzen, die aus tropischen Gegenden stammen, vertragen kein kalkhaltiges Wasser. Versorge Deinen Ingwer daher am besten mit Regenwasser. Es ist weich und hat während der warmen Jahreszeit die perfekte Gießtemperatur. 

Wenn Du keine Regentonne besitzt, lässt sich das Wasser mithilfe eines Wasserenthärters aus dem Gartenmarkt aufbereiten. Auch durch die Zugabe von Essig oder Zitronensäure lässt sich der pH-Wert des Gießwassers absenken. Gehe dabei allerdings äußerst behutsam vor – eine Überdosierung schadet Deiner Ingwerpflanze.

Gib etwa einen Teelöffel Salatessig auf 6 Liter Wasser. Kontrolliere den Härtegrad mittels Teststäbchen – er sollte zwischen etwa 8,4 °dH und 10 °dH liegen.

Verwende auf keinen Fall kaltes Wasser zum Gießen, sonst erleidet Deine Ingwerpflanze einen Schock. Der Wurzelballen sollte niemals vollständig austrocknen. Mindestens genauso schädlich ist jedoch Staunässe, die das Rhizom verfaulen lassen kann. Lass die oberste Erdschicht abtrocknen, bevor Du die Pflanze neuerlich gießt. Im Sommer kann durchaus auch tägliches Wässern erforderlich sein.

Bei trockener Heizungsluft empfiehlt es sich, die Blätter gelegentlich mit kalkfreiem Wasser zu besprühen. So fühlt sich die Pflanze wie in ihrer tropischen Heimat und gedeiht prächtig.

Düngen

Bezüglich der Nährstoffverorgung ist Ingwer äußerst unkompliziert. Sofern Du ein nährstoffreiches Substrat für die Pflanzung verwendet hast, kommt die Pflanze meist ohne Düngergaben aus. Wird der Exot längere Zeit nicht umgetopft, können die Nährstoffe im Topf allerdings knapp werden. Du erkennst dies an gelblichen Blättern und sehr verhaltenem Wachstum. In diesem Fall hilft etwas Flüssigdünger, der mit dem Gießwasser verabreicht wird.

Sei bei jungen Ingwerpflanzen jedoch bessert zurückhaltend mit der Düngung. Ist Dein Ingwer erst einmal ein Jahr alt, kannst Du ihn alle ein bis zwei Monate mit organischem Flüssigdünger versorgen.

Umtopfen

Bei guter Pflege wächst Deine Ingwerpflanze schnell. Innerhalb eines Jahres kann sie bis zu einem Meter hoch werden. Nicht nur die oberirdischen Pflanzenteile entwickeln sich dabei, auch die Wurzel nimmt deutlich an Größe zu. Wer noch nicht ernten möchte, sollte dem Gewächs einen größeren Topf gönnen. Sorge für eine gute Drainage und fülle das neue Pflanzgefäß mit frischer, humusreicher Erde.

Ernte

Nach einer Kulturdauer von acht bis zehn Monaten kannst Du erstmals ernten. Die beste Erntezeit ist im Herbst, wenn sich die Blätter der Pflanze gelb verfärben. Ist Deine Ingwerpflanze bereits älter, kannst Du auch zwischendurch immer wieder einen Teil der Wurzelknollen entnehmen.

Bei der Ernte im Herbst kann entweder die ganze Wurzel geerntet werden oder ein Teil davon in der Erde verbleiben und überwintert werden.

"Frische grüne Ingwerblätter eignen sich als aromatische Zugabe zu Salaten. Schneide jedoch nicht zu viele Blätter ab, sonst kümmert die Pflanze. "
Mein Tipp

Lagerung

Ganz frisch geernteter Ingwer ist sehr saftig und weniger scharf. Wenn Du die Knollen einige Tage trocknen lässt, nimmt die Schärfe zu. Verbrauche Deinen Ingwer alsbald auf, sonst trocknet er aus und wird fasrig. Bewahre ihn in einer Papiertüte oder in einer Frischhaltedose im Kühlschrank auf, so hält er sich bis zu drei Wochen.

Wer den geernteten Ingwer haltbar machen möchte, sollte die Wurzel in feine Scheiben schneiden und im Backofen trocknen. Du kannst die Ingwerscheiben auch einfrieren und bei Bedarf portionsweise entnehmen.

Überwintern

Als exotisches Gewächs verträgt Ingwer keinen Frost. Wenn die Tage kürzer werden zieht die Pflanze ein, ähnlich wie wir es von Zwiebelblumen kennen. Nun kannst Du das Gießen einstellen und den Topf an einen kühlen Platz stellen. Temperaturen von etwa 10 ºC sind nun optimal, in beheizten Räumen trocknet die Knolle zu stark aus und kann in weiterer Folge absterben. Keinesfalls darf während der Ruheperiode gedüngt werden.

Wenn sich das Frühjahr ankündigt, solltest Du öfter nach Deinem Ingwer sehen. Sobald sich erste grüne Spitzen zeigen, benötigt die Pflanze wieder Wasser. Jetzt kannst Du den Topf wieder an einen warmen Standort bringen.

Vermehren

Du hast zwei Möglichkeiten, Deinen Ingwer zu vermehren:

  1. Du erntest im Herbst nicht die ganze Wurzelknolle, sondern lässt einen Teil davon im Topf, den Du an einem frostgeschützen Ort überwinterst.
  2. Du bewahrst einen Teil der geernteten Rhizome in einem kühlen, dunklen Keller auf und pflanzt sie im Frühjahr erneut ein. 

Verwendung in der Küche

Frischer Ingwer hat ein wunderbar zitroniges und scharfes Aroma. Verantwortlich für den herrlich frischen Duft und den feurigen Geschmack sind ätherische Öle, die sogenannten Gingerole. Je älter der Ingwer ist, desto schärfer schmeckt er. Du musst die Ingwerwurzel nicht unbedingt schälen, allerdings kann die Schale leicht bitter schmecken. Probiere es einfach aus!

In der indischen, der chinesischen und der karibischen Küche darf die aromatische Knolle nicht fehlen. Auch als Beilage zu Sushi ist er hierzulande bekannt. Wenn Du gerne asiatisch kochst, solltest Du stets etwas Ingwer vorrätig haben.

Die Knolle wird sowohl frisch verwendet, als auch in Pulverform. Du kannst die frische Wurzel fein schneiden oder reiben. Je stärker sie zerkleinert ist, desto intensiver der Geschmack. Das Gewürz passt zu Currys und anderen indischen Eintöpfen, zu asiatischen Suppen sowie zu Fleisch- und Fischgerichten. Salaten kannst Du mit einem Hauch von Ingwer das gewisse Etwas verleihen. Auch bei der Zubereitung von Chutneys und beim Fermentieren von Kimchi darf ein wenig Ingwer nicht fehlen.

Süßspeisen erhalten durch die Zugabe von Ingwerpulver eine angenehm prickelnde Schärfe. Ob Lebkuchen, Milchreis, Kaltschalen oder Kürbiskuchen – das feurige Gewürz ist auch bei Naschkatzen sehr beliebt. Kandierter Ingwer verbindet die würzige Schärfe der Wurzel perfekt mit milder Süßer und ist sowohl pur, als auch mit Schokolade überzogen, weit verbreitet.

Das einfachste Ingwerrezept ist die Zubereitung von Tee. Dafür brauchst Du nur etwas Ingwer fein zu reiben und mit kochendem Wasser übergießen. Lass den Tee etwa fünf Minuten ziehen. Wer möchte, kann Honig und Zitronensaft hinzufügen. Genieße die wärmende, wohltuende Wirkung dieses köstlichen Heißgetränks.

"Im Sommer schmeckt Ingwertee auch eisgekühlt. Füge einige Zitronen- oder Limettenscheiben hinzu. Ein Zweiglein Rosmarin oder Zitronenmelisse geben dem sommerlichen Drink ein besonders köstliches Aroma."
Mein Tipp

Heilwirkung

Zingiber officinale gilt als medizinisch anerkannte Heilpflanze und wurde 2018 gar zur Heilpflanze des Jahres ernannt. Besonders seine Wirksamkeit gegen Übelkeit und Erbrechen, sowie bei Beschwerden im Magen-Darm-Bereich gilt als gesichert.

 In der traditionellen Medizin macht man sich auch seine antibakterielle Wirkung zunutze. Die Gingerole sollen unser Immunsystem stärken und Entzündungen abklingen lassen. Da die Knolle reich an Antioxidantien ist, kann sie mithelfen, freie Radikale im Körper zu neutralisieren. 

Ingwer kurbelt den Stoffwechsel ordentlich an. Der Genuss von Ingwertee sowie von mit der scharfen Knolle gewürzten Suppen und Eintöpfen sorgt dafür, dass uns warm wird. Darüber hinaus wird Ingwer nachgesagt, dass er die Fettverbrennung unterstützt und so beim Abnehmen helfen kann. Auch auf erhöhte Blutfettwerte und einen hohen Blutzuckerspiegel hat die Heilpflanze einen positiven Einfluss.

Seit Jahrtausenden wird Ingwer bereits als Schmerzmittel eingesetzt. Kopfschmerzen und sogar entzündliche Gelenkerkrankungen wie rheumatoide Arthritis sollen sich durch die Einnahme von Ingwer deutlich lindern lassen.

Forscher sagen dem exotischen Gewürz auch einen mildernden Effekt auf Muskelschmerzen als Folge von intensivem sportlichem Training nach. Ob Ingwer gar in der Lage ist, die Symptome von multipler Sklerose abzuschwächen ist momentan Gegenstand wissenschaftlicher Studien.

Wie Du siehst, schmeckt Ingwer nicht nur köstlich, sondern kann Dir auch helfen, gesund und fit zu bleiben. Wer die heilsame Knolle selbst anbaut, kann Ingwer in Bio-Qualität ernten und hilft mit, lange Transportwege zu vermeiden.

"Ingwer hat eine leicht blutverdünnende Wirkung. Verzichte daher vor Operationen auf einen übermäßigen Verzehr."
Mein Tipp

Sorten & Arten

Zur Familie der Ingwergewächsen zählen über 1200 verschiedene Arten. Einige werden für die asiatische und afrikanische Küche genutzt, andere sind aufgrund ihrer prächtigen großen Blütenstände  als exotische Blühpflanzen beliebt. Weitere bekannte Vertreter dieser Pflanzenfamilie sind der Galgant, der Kurkuma, der Grüne Kardamom und die Zwiterwurzel. Sie gelten nicht nur als begehrte Gewürze, sondern auch als Heilpflanzen.

Da Ingwer in unzähligen tropischen und subtropischen Ländern kultiviert wird, haben sich im Laufe der Zeit verschiedene Sorten gebildet, die sich in Aroma und Geschmack unterscheiden. Neben den hierzulande bekannten hellbraunen Knollen, gibt es auch roten und schwarzen Ingwer. Mit der Bezeichnung ‚Grüner Ingwer‘ ist allerdings keine eigene Sorte gemeint, sondern der ganz frisch geerntete Ingwer.

Australischer Ingwer: Die Knollen sind hell und außergewöhnlich mild. Sie begeistern mit ihrem fruchtigen und sehr zitronigen Aroma.

Brasilianischer Ingwer: Bei dieser Sorte sind die Rhizome außergewöhnlich groß, allerdings auch sehr fasrig. Die Schale ist hell, der Geschmack angenehm würzig und recht zitronig.

Indischer Ingwer: Die ziemlich scharfe Wurzel hat einen leicht erdigen und zugleich zitronig-süßen Geschmack.

Sri Lanka Ingwer: Hierbei handelt es sich meist um wilden Ingwer. Die Rhizome sind deutlich kleiner als bei den gezüchteten Sorten, dafür zeichnen sie sich durch ihren intensiven, aromatischen Geschmack aus.

Jamaika Ingwer: Diese Sorte besitzt einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen und hat dadurch ein besonders tolles Aroma.

"Beim sogenannten 'Thai Ingwer' handelt es sich um Galgant, der ebenfalls zur Familie der Ingwergewächsen gehört. Die weiße Knolle hat rosa Spitzen und schmeckt scharf und leicht pfeffrig."
Mein Tipp

Krankheiten & Schädlinge

Die scharfe Inhaltsstoffe schützen die Pflanze vor den meisten Pflanzenkrankheiten und wehren Insekten und Schnecken erfolgreich ab. Pflegefehler wie zum Beispiel Staunässe können jedoch zu Probleme führen.

Wurzelfäule

Bei unzureichender Drainage, sammelt sich das Gießwasser im Topf und kann nicht abfließen. Mit der Zeit siedeln sich Schlauchpilze an, die die Wurzelfäule verursachen. Nach und nach beginnt sich die Ingwerwurzel von innen heraus zu zersetzen und verströmt einen modrigen Geruch. Die Pflanze ist bald nicht mehr in der Lage, Wasser und Nährstoffe aufzunehmen und geht ein.

Wenn Du das Problem rechtzeitig bemerkt, gibt es vielleicht noch Hoffnung. Nimm die Knolle sofort aus der Erde und entferne betroffene Teile. Pflanze sie in einen neuen Topf, der mit frischem Substrat gefüllt ist. Ist die Erkrankung noch nicht zu weit fortgeschritten, kann sich das Rhizom eventuell wieder vollständig regenerieren.

Durch die richtige Pflege kannst Du dafür sorgen, dass es erst gar nicht so weit kommt: Eine Drainageschicht am Boden des Pflanzgefäßes verhindert Staunässe. Gieße Deine Ingwerpflanze zwar regelmäßig, jedoch nicht zu reichlich. Prüfe vor dem Gießen, ob die Erdoberfläche bereits abgetrocknet ist. Ist das Substrat noch feucht, solltest Du mit der Wassergabe warten.

Trauermücken

Wie viele andere Topfpflanzen wird auch Ingwer manchmal von Trauermücken befallen. Die Larven ernähren sich von den Wurzeln und können die Pflanze schwächen. Achte darauf, dass das Substrat nicht zu nass ist, denn das zieht die lästigen Mücken magisch an. 

Eine Sandschicht kann Trauermücken abhalten. Verwende kalkfreien Sand und bedecke damit das Substrat. 

Eine weitere Möglichkeit der Bekämpfung ist das Anbringen von Gelbstickern in der Nähe der Ingwerpflanze. Mit ihrer gelben Farbe locken die kleinen Tafeln die Schädlinge an. Die klebrige Beschichtung sorgt dafür, dass die Trauermücken an den Stickern kleben bleiben.

Nematoden haben sich ebenfalls als effektive Waffe gegen die Plagegeister erwiesen. Bringe die winzigen Fadenwürmer mit dem Gießwasser aus. Sie machen den Trauermücken innerhalb kürzester Zeit den Garaus.

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