Winterschutz für Kübelpflanzen – so überstehen Deine Topfpflanzen den Frost

Frostige Temperaturen, eisiger Wind und die Wintersonne verlangen Deinen Pflanzen im Winter einiges ab. Wir verraten Dir, wie Du Kübelpflanzen winterfest machst. Lies, mit welchen Materialien Du Deine Schützlinge besonders effektiv gegen Minusgrade abschirmen kannst. 

Gut geschützt durch den Winter

  • ein ausreichend großes Pflanzgefäß mit Abzugsloch im Boden verhindert Erfrierungen
  • umwickle den Pflanzkübel mit Vlies, Kokos- oder Schilfmatten bzw. mit Noppenfolie
  • stell das Gefäß auf eine isolierende Unterlage
  • decke den Topf von oben mit Tannenreisig, Laub oder mit einer Kokosmatte ab
  • schütze die Krone von immergrünen oder besonders empfindlichen Pflanzen mit Vlies oder mit einem Jutesack
  • Frostrisse an Hochstämmchen lassen sich durch einen Schutzanstrich oder durch Beschatten des Stammes verhindern

Winterharte Pflanzen sind in der Lage, auch raue Winter mit längerem Frost zu überleben. Im Freiland ausgepflanzt haben es die Pflanzen natürlich leichter. Hier ist ihr Wurzelwerk in den schützenden Boden eingebettet. Zum einen kühlt das Erdreich nicht so schnell aus wie die Luft, zum anderen ist hier eine natürliche Wasserversorgung gewährleistet. Im Kübel sind die Bedingungen nicht so optimal. Die Pflanze befindet sich in einer künstlichen Umgebung und ist damit von Dir und Deiner Zuwendung abhängig. Ihre Wurzeln können sich nicht nach Lust und Laune ausbreiten. 

Ein lockeres Substrat schützt die Wurzeln

Die Bodenlockerung, die in der Natur von Mikroorganismen, Würmer und Kleingetier übernommen wird, fällt hier großteils weg. Da das Substrat im Topf nur gewisse Mengen an Wasser speichern kann, gilt es, ganz besonders auf eine geeignete Zusammensetzung zu achten. Strukturmaterialien wie Sand, Lavastein, Bims, Kies sorgen dafür, dass die Erde nicht verdichtet. Kokosfasern oder Schafwolle erhöhen die Wasserspeicherfähigkeit. Damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann, muss das Pflanzgefäß über ein Abzugsloch im Boden verfügen. Fehlt dieses, staut sich das Wasser, was im Sommer zu Fäulnis und im Winter zu Erfrierungen an den Wurzeln führen kann.

Was bedeutet Winterhärte?

Der Begriff Winterhärte wird von Gärtnern vor allem für Pflanzen verwendet, die außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes wachsen. Um einschätzen zu können, wie eine Pflanzenart mit den Klimabedingungen in den verschiedenen Regionen klarkommt, gibt es die Winterhärtezonen (WHZ). In unseren Breiten reichen die Winterhärtezonen von 4 in den Hochalpen bis 8 a im Rheinland und anderen milden Regionen. Rund um den Genfer- oder den Bodensee gibt es stellenweise sogar Gebiete mit WHZ 9 b. 

Hobbygärtner sollten sich über die Winterhärtezone ihrer Region informieren und sich beim Kauf von Pflanzen nach deren Winterhärte erkundigen. Auf diese Weise hast Du eine grobe Orientierungshilfe, wie Du beim Überwintern der entsprechenden Gewächse am besten verfährst. Natürlich spielt bei der Winterhärte aber auch das Kleinklima eine entscheidende Rolle. An einer sonnigen Südwand, gut Geschütz vor kalten Ost- und Nordwinden, gedeihen empfindliche Gewächse durchaus auch in kühleren Gegenden gut.

Welche Topfpflanzen dürfen im Winter draußen bleiben?

Heimische Arten sind ausreichend robust, um den Winter auch ungeschützt im Freiland zu verbringen. Wachsen diese Pflanzen im Topf, kann je nach Standort ein Winterschutz notwendig sein. Insbesondere junge Pflanzen profitieren von einem Wurzel- und Topfschutz. Es gibt aber auch eine ganze Reihe an mehr oder weniger weitgereister Exoten, die unserem Winter die Stirn bieten können. Abhängig von der Sorte und natürlich vom Klima in Deiner Wohngegend dürfen auch bedingt winterharte Gewächse wie der Olivenbaum, die Hanfpalme oder die Feige die kalte Jahreszeit im Freien verbringen.

Winterharte Kübelpflanzen

Pflanzen, die in unseren Breiten im Garten ausgepflanzt werden, können die kalte Jahreszeit zumeist auch im Kübel unbeschadet überstehen. Ganz gleich ob Stauden, Obst- oder Ziergehölze, Kräuter oder Gräser, wenn Du einige Vorkehrungen triffst, fühlen sich winterharte Pflanzen bei Frost auch im Kübel wohl. Hier nennen wir Dir einige Beispiele für winterharte Kübelpflanzen:

  • Buchsbaum
  • Wintergrüne Ölweide
  • Rhododendron
  • Kirschloorbeer
  • Zypresse
  • Lavendelheide
  • Mahonie
  • Ziergräser
  • Rose
  • Bambus
  • Kugelginko
  • Hortensie
  • Taglilie
  • Funkie
  • Fetthenne
  • Stechpalme

Ein guter Standort für frostharte Kübelpflanzen

Damit Deine Pflanzen im Winter draußen nicht leiden müssen, während Du gemütlich auf dem warmen Sofa sitzt, solltest Du sie im Spätherbst an einen geschützten Standort bringen. Optimal ist ein Platz an der Hauswand, wo sie vor Niederschlägen und kaltem Wind geschützt sind. Ein sonniges Plätzchen klingt zwar angenehm, allerdings kann es hier zur Frostrissen kommen, wenn nach einem sonnigen Februartag nachts die Temperatur rapide sinkt. Ideal ist daher ein halbschattiger Bereich.

Ein wintertaugliches Pflanzgefäß

Dünnwandige Kunststofftöpfe mögen angenehm leicht sein, doch sie können bei Minusgraden leicht zerspringen und bieten den Wurzeln zudem keinerlei Schutz vor der Kälte. Terrakottatöpfe sind zwar ebenfalls nicht unzerbrechlich, doch dafür atmungsaktiv und wasserdurchlässig – ein Abzugsloch im Boden ist dennoch ein Muss. Ob Kunststoff oder Terrakotta – damit Deine Kübelpflanzen den Winter gut überstehen, müssen die Gefäße groß genug sein. Die Wurzeln dürfen nicht direkt am Boden oder an den Seiten anstehen, sondern sollten in schützendes und gut durchlässiges Substrat gebettet sein. Eine Drainageschicht aus Blähton, Kies oder Tonscherben garantiert, dass das Wasser ungehindert abfließen kann.

"Umwickle den Pflanztopf im Bereich des Abzugsloches nicht mit undurchlässigen Materialien wie Noppenfolie. Abstandshalter unter dem Kübel sorgen dafür, dass überschüssiges Wasser abfließen kann."
Mein Tipp

So schützt Du Deine Topfpflanzen im Winter

Wurzel - & Topfschutz

In einem Pflanzgefäß sind die Wurzeln Deiner Pflanzen Temperaturschwankungen viel stärker ausgesetzt als im Boden. Ein ständiges Gefrieren und Auftauen schädigt das feine Wurzelwerk. Insbesondere Pflanzen, die in kleineren Töpfen wachsen, laufen Gefahr, sich während eisiger Perioden Erfrierungen zuzuziehen. Winterschutzmatten aus Naturmaterialien isolieren gegen Frost und dafür sorgen, dass sich Deine Zöglinge selbst in bitterkalten Winternächten wohlfühlen. 

"Je kleiner das Pflanzgefäß, desto dicker sollte die wärmedämmende Schicht sein."
Gut zu wissen

Abstand zum Boden!

Im Winter kann es passieren, dass das Abzugsloch im Boden zufriert. Wenn der Boden gefroren ist, sammelt sich in diesem Bereich das Wasser und friert fest. Abstandhalter oder Topffüße verhindern das und bewahren Deine Pflanzen vor Staunässe. Besonders praktisch für große Kübelpflanzen sind Pflanzenroller. Sie fungieren als Taxi ins Winterquartier oder an einen geschützten Standplatz nahe der Hauswand und gewährleisten zugleich genügend Abstand zum Boden. So kann das Abzugsloch nicht zufrieren und die Kälte kriecht nicht von unten hoch. Auch mit anderen Materialien lässt sich die Kältebrücke durchbrechen. Stell die Pflanzgefäße auf Kanthölzer, Styropor oder Ziegelsteine. Achte dabei darauf, dass das Abzugsloch im Topfboden frei bleibt.

"Im Handel sind Juteübertöpfe erhältlich, die Du mit Laub, Stroh oder Iso-Folie füllen kannst. Wer Handarbeit liebt, kann maßgeschneiderte Juteübertöpfe natürlich auch einfach selber machen."
Mein Tipp

Stammschutz

Rosenstämmchen und Obstbäume profitieren im Winter von einem Stammschutz. Auf diese Weise kannst Du Spannung- und Frostrissen an den Stämmen vorbeugen, ganz gleich, ob die Pflanzen im Freiland oder im Kübel wachsen.

Weißanstrich

Schon unsere Urgroßeltern haben die wertvollen Obstbäume im Winter durch das Weißen der Stämme geschützt. Die helle Schutzschicht reflektiert das Sonnenlicht und verhindert, dass sich die Rinde zu stark aufheizt. Dadurch bleibt der Temperaturunterschied zwischen der sonnenbeschienenen und der schattigen Seite des Stamms gering, was Spannungsrisse verhindert. Zugleich tötet der Kalkanstrich Eier und Larven von Schadinsekten ab. Trage den Weißanstrich an einem trockenen, frostfreien Tag im Spätherbst mit einem Pinsel auf.

Schutz durch Umwickeln

Wenn Du Deine Topfrosen oder Deine Zwergobstbäumchen nicht nur vor der Wintersonne, sondern auch vor der Kälte schützen möchtest, kannst Du den Stamm mit  isolierenden Materialien umwickeln. Mit flexiblen Bändern aus atmungsaktiven Stoffen lässt sich auch die Veredelungsstelle frostsicher einpacken. Bewährt haben sich folgende Lösungen:

  • Wickelbänder aus Jute
  • Wickelbänder aus Schafwolle
  • Kokosmatten
  • Wintervlies
  • Schilfrohr

Kronenschutz

Immergrüne, das heißt auch im Winter belaubte Pflanzen wie Buchs, Liguster, Rhododendron, Bambus und Palmen verdunsten auch in der Vegetationsruhe über ihre Blätter Wasser. Bei gefrorenem Boden können sie den Wasserverlust nicht ausgleichen und drohen zu vertrocknen. Hülle die Kronen von immergrünen Gewächsen daher vorsichtshalber in Vlies. Helles Vlies lässt ausreichend Licht durch und minimiert zugleich die Verdunstung an sonnigen Wintertagen.

"Frostschäden werden oft mit Trockenschäden verwechselt. Für immergrüne Pflanzen ist Trockenheit im Winter weitaus tödlicher als tiefe Temperaturen."
Gut zu wissen

Auch laubabwerfende Pflanzen profitieren von einer Ummantelung mit Vlies oder Jute. Hier muss das Gewebe nicht lichtdurchlässig sein, denn ohne Laub können die Pflanzen ohnehin keine Fotosynthese betreiben. Eine gute Luftdurchlässigkeit sollte jedoch unbedingt gegeben sein. Empfindliche Rosensorten oder junge Obstbäume überstehen ihre ersten Winter besser, wenn Du ihre zarten Triebe vor eisigem Wind und vor der erbarmungslosen Wintersonne schützt. Exponierte Veredelungsstellen kannst Du sicherheitshalber mit Jutebändern oder mit Wickelbändern aus Schafwolle umwickeln.

"Helles Vlies eignet sich als Kronenschutz für immergrüne Pflanzen. Für laubabwerfende Pflanzen kannst Du auch dunkles Vlies oder Jute verwenden."
Mein Tipp

Ein Thermogewächshaus schützt Exoten vor dem Frost

Du hast einfach keinen geeigneten Raum, um Deine empfindlichen Pflanzen artgerecht zu überwintern? Für große mediterrane Kübelpflanzen wie Oleander, Zitruspflanzen, Bougainvillea oder Palmen ist ein Überwinterungszelt eine gute Möglichkeit, die kalte Jahreszeit frostfrei, aber dennoch angenehm kühl zu verbringen. Das Zelt besteht aus doppelwandigen Kunststoffplanen, die gut isolieren und viel Licht ins Innere lassen. Mit wenigen Handgriffen kannst Du das Gewächshaus auf- und wieder abbauen. Während der warmen Jahreszeit lässt es sich platzsparend verwahren. Ein Frostwächter sorgt dafür, dass die Temperatur im Kalthaus nicht unter den Gefrierpunkt fällt. 

"Winterschutz muss nicht langweilig aussehen. Mit dunkelgrüner oder roter Jute, mit Lichterketten oder Sternen kannst Du für eine weihnachtliche Atmosphäre im Garten sorgen."
Mein Tipp

Diese Materialien eigen sich als Winterschutz

Schafwollmatten

Matten aus gefilzter Schafwolle sehen toll aus und fühlen sich gut an. Sie sind in verschiedenen Naturtönen erhältlich als Meterware erhältlich. Schneide sie auf die benötigte Länge zu und wickle sie am besten mehrlagig eng um den Topf. Das Material hat ein optimales Feuchteverhalten, ist resistent gegen Schimmel und kann problemlos mehrfach verwendet werden. Zudem machen Schafwollmatten  eine gute Figur im Garten. Sie wirken edel und natürlich. Mit Schleifen und Jutebändern verziert schaffen sie ein dezentes festliches Ambiente auf Deiner Terrasse.

Vorteile

  • mehrfach verwendbar
  • attraktives Naturmaterial
  • gute Resistenz gegen Schimmel

Nachteile

  • mehrfach verwendbar

Kokosmatten

Kokosmatten sind ebenfalls ein nachhaltiges Naturprodukt mit guten Isolationseigenschaften. Bei der Herstellung werden Kokosfasern mit Naturlatex als Bindemittel zu einer elastischen Matte gepresst. Winterschutz-Kokosmatten sind sowohl naturfarben als auch in schönen Farbtönen erhältlich. So kannst Du Akzente am winterlichen Balkon oder im Vorgarten setzen.

Kokosfaserprodukte eignen sich nicht nur zum Umwickeln von Pflanzkübeln, sie sind auch als Untersetzer für Pflanzgefäße erhältlich, die vor Bodenfrost schützen. Diese Kokosscheiben werden zuweilen auch als Kokos-Discs bezeichnet und werden in verschiedenen Farben und Formen verkauft. Wenn Du Die Matten einschneidest, eignen sie sich auch als Topfabdeckung für Hochstämmchen. Ob als schlichter Kreis, als Blume oder als weihnachtlicher Stern, isolieren sie von oben und unten gegen Frost, ohne den Wasserablauf aus dem Topf zu behindern.

Vorteile

  • biologisch abbaubares Naturprodukt
  • zum Umwickeln, als wärmende Unterlage oder als Topfabdeckung
  • das Wasser kann ungehindert abfließen

Nachteile

  • eher teuer

Schilfrohr & Stroh

Ein Hingucker im Garten sind Winterschutzmatten aus Schilf. Sie bieten Dir die Möglichkeit, weniger attraktive Winterschutzmaterialien wie Noppenfolie oder Vlies zu verstecken. Du kannst die Matten fertig im Baumarkt kaufen oder sogar selber machen. Dazu brauchst du nicht unbedingt Schilfrohr, auch Stroh oder Weidenzweige sind gut geeignet. 

Vorteile

  • toller Blickfang
  • ideal zum Überdecken anderer Isolationsmaterialien
  • witterungsbeständig

Nachteile

  • können brechen

Jutegewebe

Jute ist sicher das günstigste Naturmaterial zum Ummanteln von Kübelpflanzen. Zwar isoliert Jutegewebe nicht so gut wie Schafwolle oder Kokosfaser, dafür lässt es viel Luft und auch etwas Licht durch, weshalb es sich auch als Kronenschutz für laubabwerfende Pflanzen eignet. Jute ist perfekt zum Ummanteln weniger attraktiver Materialien. Optisch lässt uns das raue Gewebe an den Nikolaus und den Weihnachtsmann denken. Es ist in vielen schönen Farben und manchmal sogar mit Mustern erhältlich. Jute bietet Dir die Möglichkeit, Deinen Outdoorbereich festlich zu gestalten und zugleich Deine Pflanzen zu schützen, ohne dafür viel Geld ausgeben zu müssen.

Vorteile

  • günstiger Preis
  • vielseitig einsetzbar
  • in vielen Farben erhältlich
  • luftdurchlässig

Nachteile

  • mäßige Isolation
  • wird schnell unansehnlich

Vlies

Wintervlies gibt es sowohl als Meterware als auch in Form von Winterschutzhauben in verschiedenen Größen. Das leichte Material ist ideal zum Einpacken von Kronen oder zum Einwickeln von Stauden. Es hält kalte Winde ab und schützt Deine Pflanzen vor der Wintersonne. Das atmungsaktive Gewebe lässt Luft und Feuchtigkeit durch. Helles Vlies ist zudem lichtdurchlässig und eignet sich somit als Verdunstungsschutz für immergrüne Pflanzen. Rosenliebhaber schützen ihre empfindlicheren Zöglinge gerne mit Vliesgewebe vor dem Frost, vor der Wintersonne und vor Eiswinden.

Du kannst fertige Vlieshauben in unterschiedlichen Farben und teilweise sogar mit winterlichen Motiven kaufen oder Dich für besonders günstige Meterware entscheiden und das Vlies selbst zuschneiden.

Vorteile

  • sehr günstig
  • atmungsaktiv
  • helles Vlies ist lichtdurchlässig
  • vielseitig einsetzbar

Nachteile

  • nicht sehr haltbar

Noppenfolie

Die günstigste Lösung, um Deine Kübelpflanzen gegen den Frost zu schützen, ist Noppenfolie. Die Luftpolster sind ein sehr effektiver Dämmstoff, allerdings ist das Produkt kein schöner Anblick und  alles andere als umweltfreundlich. Da Luftpolsterfolie weder Luft noch Feuchtigkeit durchlässt, darfst Du sie lediglich zum Umwickeln des Pflanzgefäßes verwenden. Achte darauf, dass das Wasser am Boden des Gefäßes trotzdem abfließen kann sonst drohen Staunässe und Fäulnis. Zum Schützen von Stamm und Krone solltest auf keinen Fall Noppenfolie verwenden, denn darunter entsteht schnell Schimmel und die Pflanze bekommt keine Luft. Da die Plastikfolie nicht sehr elegant aussieht, empfiehlt es sich, den umwickelten Pflanztopf in einen Jutesack zu stecken. 

Vorteile

  • besonders preiswert
  • tolle Wärmedämmung
  • ideal zum Umwickeln von Pflanzgefäßen

Nachteile

  • luftundurchlässig
  • unattraktiv
  • nicht umweltfreundlich
  • nicht für Stamm und Krone geeignet

Pflege im Winter

Im Winter können sich Hobbygärtner von der Gartenarbeit erholen. Vergiss jedoch nicht ganz auf Deine Zöglinge, sonst erlebst Du im Frühjahr eine böse Überraschung. Sieh immer wieder nach den Pflanzen und überprüfe die Feuchtigkeit des Substrats.

Gießen ist auch im Winter Pflicht!

Lass Deine Pflanzen auch im Winter nicht austrocknen. Immergrüne Pflanzen wie Rhododendren oder Koniferen verdunsten über ihre Blätter auch im Winter Wasser. Im Topf trocknet das Substrat besonders schnell aus. Stell Pflanzen, die ihr Laub auch im Winter nicht abwerfen, daher an einen halbschattigen Standort und gieße sie an frostfreien Tagen. Überprüfe mit dem Finger den Feuchtigkeitsgehalt in einigen Zentimetern Tiefe, bevor Du zu Gießkanne greifst, denn nasse Füße schätzen Deine Pflanzen gar nicht. Wer keine Lust auf regelmäßiges Gießen im Winter hat, muss die Kronen mit Vlies beschatten.

Kein Dünger während der Vegetationsruhe

Stelle die Düngung ab etwa Ende August langsam ein. In der kalten Jahreszeit befinden sich die Pflanzen, die draußen überwintern, in der Vegetationsruhe. Sie braucht nun keine zusätzliche Nährstoffversorgung, sondern wollen sich vom kraftraubenden Wachsen und Blühen erholen.

Welche Pflanzen müssen im Winter ins Haus?

  • Bourgainvillea
  • Zitruspflanzen
  • Oleander
  • Agapanthus
  • Fuchsien
  • Hibiskus (Hibiscus rosa sinensis)
  • Engelstrompete
  • Sternjasmin
  • Schmetterlingslavendel
  • Lorbeer

Das richtige Winterquartier für frostempfindliche Kübelpflanzen

Das optimale Winterquartier ist laut den Empfehlungen von Profigärtnern hell und mäßig warm. Doch was bedeutet das für die unterschiedlichen Gewächse? Während tropische Pflanzen Temperaturen um die 20 Grad bevorzugen, sind für weniger empfindliche Arten Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad ideal. Noch kälter, darf es für Oleander, Sternjasmin, Wollmispel oder Callistemon sein. Diese Arten vertragen auch Temperaturen unter fünf Grad problemlos, so lange das Thermometer dabei nicht unter den Gefrierpunkt fällt. 

Für die meisten Kübelpflanzen ist ein kühler Wintergarten, ein heller, ungeheizter Keller, eine Garage mit Fenster oder das Treppenhaus eine gute Lösung. Dabei gilt: je kühler das Quartier, desto dunkler darf es sein. Laubabwerfende Kübelpflanzen wie Fuchsie oder Engelstrompete kommen in kalten Räumen gar gänzlich ohne Licht aus. 

"Damit Du das Steckholz im Frühjahr nicht verkehrt herum einpflanzt, empfiehlt es sich das obere Ende gerade abzuschneiden, das untere Ende schräg."
Mein Tipp

Geiltriebe ziehen Schädlinge an

In lichtarmen Winterquartieren neigen viele Kübelpflanzen zu Bildung von sogenannten Geiltrieben. Mit diesen langen, dünnen Trieben versuchen sie, das spärliche Licht einzufangen. Weil die schnell gewachsenen Geiltriebe weich und instabil sind, ziehen sie Schädlinge geradezu magisch an. Schneide Geiltriebe daher besser ab, sie rauben der Pflanze Energie und erhöhen das Risiko eines Schädlingsbefalls.

Winterschädlinge bei der Einwinterung

In frostfreien Winterquartieren werden Topfpflanzen gerne von Schadinsekten heimgesucht. Je früher Du den Befall entdeckst, desto leichter ist es, die Plagegeister wieder loszuwerden. 

Typische Winterschädlinge

  • Schildläuse
  • Wollläuse
  • Weiße Fliege

Was es bei der Überwinterung von Kübelpflanzen im Winterquartier zu beachten gilt

  • Bring die Pflanzen möglichst spät ins Winterquartier, um die Überwinterungszeit möglichst kurz zu halten. Orientiere Dich dabei an der Maßzahl der Winterhärte der entsprechenden Pflanze.
  • Ein Rückschnitt vor der Winterruhe senkt den Platzbedarf großer Pflanzen und verringert die Verdunstung.
  • Stelle die Pflanzen nicht zu dicht und kontrolliere sie regelmäßig auf Schädlinge und Krankheiten.
  • Gieße sparsam, lass das Substrat aber nicht austrocknen.
  • Lüfte regelmäßig, um Pilzkrankheiten zu vermeiden.
  • Sammle abgefallenes Laub regelmäßig auf.
  • Entferne Geiltriebe.

Fazit

Pflanzen, die in Töpfen wachsen, sind Wind und Wetter stärker ausgesetzt, als ihre Verwandten im Garten. Doch Du kannst einiges dazu beitragen, dass Deine Kübelpflanzen gut durch den Winter kommen. Informiere Dich bereits beim Kauf über die Winterhärte. Stelle Pflanzen die draußen überwintern an einen geschützten Platz nahe der Hauswand. Etwas Abstand zum Boden und ein passender Topfschutz sorgen für warme Füße. Bei immergrünen Gewächsen hilft ein Kronenschutz, die den Feuchtigkeitsverlust durch Verdunstung gering zu halten. Hochstämmchen und Zwergbäume profitieren außerdem von einem Stammschutz, der ihre Rinde vor Frostrissen bewahrt. 

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