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Artischocken ernten – die besten Tipps zum Ernten & Lagern

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Unter Gourmets gilt sie als Königin der Gemüse. Artischocken zergehen auf der Zunge und begeistern mit ihrem zarten und leicht herben Geschmack. Hier erfährst Du, wann Du selbst gezogene Artischocken erntest und wie Du sie aufbewahrst. Zudem verraten wir Dir alles über die richtige Zubereitung und wie Du die mediterranen Blütenknospen stilgerecht verzehrst.

Artischocken richtig ernten & lagern

Wann Artischocken ernten?

Wenn Du Deine Artischocken aus Samen gezogen hast, bilden sich im ersten Sommer kaum Knospen. Wer sich für eine schon etwas größere, vorgezogene Pflanze aus dem Gartenfachmarkt entschieden hat, kann sich im Hochsommer bereits über die erste Ernte freuen. 

Es gibt auch Sorten, die für die einjährige Kultur in raueren Gegenden gezüchtet wurden. Diese müssen rechtzeitig vorgezogen und danach fleißig gedüngt und gegossen werden. Üblicherweise erfolgt die Ernte im Hochsommer zwischen Juli und Ende August. Zarte kleine Knospen können bereits ab Mai oder Juni geschnitten werden. Wer nur die Blütenböden verzehren möchte, darf je nach Sorte und Jahresverlauf oft bis September zuwarten. 

Eine gut gepflegte Pflanze kann bis zu 12 Blütenköpfe hervorbringen. Meist sind es jedoch deutlich weniger. Im ersten Jahr entwickeln sich mit Glück etwa ein bis zwei Knospen. Zwischen dem dritten und vierten Jahr sind Artischocken am blühfreudigsten. Danach lässt die Blütenbildung deutlich nach. Zeit, die Staude zu teilen oder neu auszusäen.

Zieh rechtzeitig neue Artischocken heran

Wer auf das Gourmetgemüse nicht mehr verzichten möchte, sollte für Nachschub sorgen, bevor die Pflanzen ihre Blühfreudigkeit einbüßen. Säe alle zwei Jahre neue Artischocken aus, dann kannst Du jeden Sommer ernten. Um eigenes Saatgut zu gewinnen, lässt Du eine Blüte stehen, bis die Samen ausgereift sind.

Wie erkenne ich, dass Artischocken erntereif sind?

Im Frühsommer sind die Knospen noch klein. Wer sie nun erntet, kann sie im Ganzen zubereiten und sogar roh verzehren. Im Laufe der warmen Jahreszeit wachsen die Blütenköpfe zu faustgroßen, schuppigen Bällen heran. 

Der richtige Erntezeitpunkt ist gekommen, wenn die Blütenböden vollständig ausgebildet, die grünen Deckblätter aber noch fest verschlossen sind. Sobald Du bemerkst, dass sich die Blätter abzuspreizen beginnen und einen lila Farbton annehmen, solltest Du zur Schere greifen. Die Spitzen der Deckblätter fangen nun an, sich bräunlich zu verfärben. 

Wenn Du es nur auf die schmackhaften Artischockenherzen abgesehen hast, kannst Du auch noch etwas später zugreifen. Sind die Deckblätter bereits geöffnet, eignen sie sich nicht mehr für den Verzehr. Der Blütenboden ist aber immer noch genießbar.

Lass einige Blüten stehen

Artischocken schmecken nicht nur köstlich, ihre großen violetten Blüten sind auch herrlich anzusehen. Lass zumindest eine Knospe an der Pflanze, damit machst Du den Bienen eine Freude. Zudem kannst Du Saatgut für die nächste Aussaat gewinnen. Im Herbst färbt sich der Blütenkopf braun. Die Samen befinden sich im Inneren der „Kugel”. Wie beim Löwenzahn sitzen sie an haarigen Flugschirmchen.

Wie werden Artischocken geerntet?

Schneide mit einem scharfen Messer oder mit einer sauberen Gartenschere die Knospe ab. Setze das Schneidewerkzeug dabei nicht direkt unter dem Blütenkopf an, sondern lass ein längeres Stück Stiel dran. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn die Artischocken nicht sofort zubereitet werden. Durch den Stielansatz hält das Gemüse länger frisch.

Aufbewahren & Lagern

Am besten bereitest Du die Artischocken noch am Tag der Ernte zu. Wer die köstlichen Blütenköpfe für einen besonderen Anlass aufbewahren möchte, kann sie in ein feuchtes Tuch gewickelt im Gemüsefach des Kühlschranks unterbringen. Dort halten sie bis zu einer Woche frisch. Wichtig ist allerdings, dass die Artischocken mit einem etwas längeren Stiel geerntet wurden, sonst trocknen sie rasch aus.

Dieser Stiel ermöglicht es Dir zudem, die Knospen in eine Vase oder in ein Wasserglas zu stellen. Das sieht hübsch aus und versorgt die Artischocke mit Feuchtigkeit. Achte darauf, dass die Sonne nicht auf den Blütenkopf scheint. Je kühler und dunkler der Standort, desto länger die Haltbarkeit. 

Verwendung & Verarbeitung

Zumeist werden Artischocken in Salzwasser gegart. Je nach Größe und Reifegrad des Kopfes kannst Du die einzelnen Blattschuppen und den Blütenboden oder die ganze Knospe verzehren. Für die Zubereitung brauchst Du nichts weiter als eine Zitrone, etwas Salz und eventuell eine Prise Zucker.

Küchenhandschuhe gegen Verfärbungen

Der Saft der Artischocke kann Deine Hände braun verfärben. Trage bei der Arbeit daher am besten Handschuhe. Damit sich das Gemüse selbst keinen unappetitlichen Farbton annimmt, tauchst Du es in Zitronenwasser. Verwende zum Kochen keinen Aluminiumtopf, sondern ausschließlich Kochgeschirr aus Edelstahl.

Artischocken richtig essen

Wer noch nie eine Artischocke gegessen hat, weiß mit der großen schuppigen Knospe zumeist nichts anzufangen. Mit Messer und Gabel lässt sich angesichts der stacheligen Kugel auf dem Teller erst mal nicht viel ausrichten. Und einfach abzubeißen ist auch keine elegante Option, zudem sich das schmackhafte Fleisch im Inneren unter harten Blättern und strohigen Fasern verbirgt.

Fingerfood für Feinschmecker

Eine im Ganzen gekochte Artischocke verzehrst Du am besten folgendermaßen: Zuerst legst Du das Besteck zur Seite und zupfst die dicken Blätter im unteren Bereich mit den Fingern heraus. Artischockenblätter schmecken milder als Artischockenherzen. Sie können in Soßen gedippt oder pur genossen werden. 

Fasse das Blatt an seiner Spitze und ziehe den unteren fleischigen Teil durch die Zähne. Dabei saugst Du das weiche Innere heraus. Arbeite Dich Blatt für Blatt vor, bis Du zu den zarten, häufig violett gefärbten Herzblättern gelangst. Ziehe die haubenförmigen Herzblätter heraus. Sie sind ebenfalls sehr schmackhaft.

Das Artischockenherz – ein Leckerbissen

Unter den Herzblättern befindet sich das sogenannte Heu. Schiebe mit der Gabel den ungenießbaren Deckel zur Mitte, sodass sich die feinen Härchen ablösen. Kratze verbliebene Reste der Fasern mit einem Löffel ab.

Nachdem Du das Heu entfernt hast, gelangst Du an den Boden der Knospe, bei dem es sich um den verdickten Teil des Kelchblattes handelt. Das Artischockenherz ist bei Gourmets heiß begehrt. Sein Geschmack ist süß, nussig und dabei leicht bitter. Nun kommen Messer und Gabel doch noch zum Einsatz, um das Herz in mundgerechte Stücke zu schneiden.

Junge Artischocken komplett essen

Werden Artischocken im Frühstadium geerntet, können sie als Ganzes verzehrt werden. Die kleinen, noch nicht vollständig entwickelten Knospen enthalten kaum Heu. Koche oder brate sie einfach mitsamt dem Stiel. Oder genieße sie roh mit ein paar Tropfen Olivenöl.

So bereitest Du Artischockenherzen zu

Artischocke als Ganzes nutzen

Beim Zubereiten von Artischocken fällt ein Berg Grünabfall an. Denn die härteren Blätter und der Stiel sind nicht zum Verzehr geeignet. Dennoch musst Du diese Teile nicht auf dem Kompost entsorgen. Koche einen feinen Fond daraus, der sich hervorragend für Suppen wie Minestrone verwenden lässt.

Artischocken Inhaltsstoffe

Sie schmecken nicht nur unglaublich lecker, Artischocken sind außerdem sehr gesund. Neben Beta-Carotin, Pro-Vitamin A, verschiedenen B-Vitaminen, Eisen, Kalzium, Magnesium und Phosphor ist das mediterrane Gemüse reich an Bitterstoffen. Diese fördern die Bildung von Magensäure und vermindern Völlegefühl.

Leberfreundliches Superfood

Zudem enthalten Artischocken Flavonoide, welche die Tätigkeit von Leber und Galle anregen und den Cholesterinspiegel senken. Ihren unverkennbaren Geschmack – herb und dabei leicht süß – verdanken die köstlichen Knospen dem Stoff Cynarin, welcher sich ebenfalls positiv auf die Galle auswirkt und die Insulinproduktion erhöht.

Foto des Autors

Meine Leidenschaft für die Pflanzenwelt habe ich als Kind bei mendelschen Kreuzungsversuchen entdeckt. Seither bin ich fasziniert von allem, was wächst und blüht. Ich liebe historische Rosen, experimentiere mit dem Anbau exotischer Früchte und interessiere mich für die Wildkräuterküche. Mit meinen Artikeln möchte ich Dir Lust aufs Gärtnern machen und Deine Fragen rund ums Thema Pflanzenpflege beantworten.

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