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Borretsch pflanzen & pflegen

Mit seinem herzhaften und intensiven Aroma gibt Liebstöckel Suppen und Soßen Würze. Das mehrjährige einheimische Kraut ist einfach zu ziehen und vielseitig nutzbar und sollte in keinem Kräutergarten fehlen.

Steckbrief: Borretsch

Mittelmeerregion und wird seit dem Spätmittelalter auch hierzulande kultiviert. Damals kam er vor allem als Heilkraut zum Einsatz. Heute wird die Pflanze als Gewürzkraut genutzt, ist aber auch aufgrund ihrer hübschen Blüten beliebt.

Die einjährige Pflanze kann bis zu 70 Zentimeter hoch werden. Stängel, Blätter und Knospen sind borstig behaart. Die elliptischen Blätter sind zwischen 10 und 15 Zentimeter lang, dunkelgrün und duften nach Gurke. Kurz nach dem Austrieb fühlen sie sich weich an, später werden sie derb und piksen manchmal sogar.

Bienenweide & Säure-Basen-Indikator

Zwischen Mai und September öffnen sich die attraktiven kleinen Blüten. Sie sind sternförmig und sitzen in losen Gruppen am Ende der langen Stängel. Beim Aufblühen sind sie zumeist rosa, mit der Zeit nehmen sie dann eine blaue Farbe an. 

Dieser Effekt entsteht durch eine Verschiebung des pH-Werts. Die in den Blütenblättern enthaltenen Anthocyane sind rötlich, solange die Säure dominiert. In einer alkalischen Umgebung färben sie sich blau.

Standort & Boden

Schnittlauch ist relativ anspruchslos und brauch nur wenig Sonne.

Aufgrund seiner mediterranen Abstammung fühlt sich Borretsch an einem sonnigen Plätzchen am wohlsten. Er gedeiht zwar auch im Halbschatten, bildet dort jedoch weniger Blüten aus. In rauen lagen solltest Du auf einen windgeschützten Standort achten.

Was den Boden betrifft, ist das Gurkenkraut sehr genügsam. Es findet sich in nahezu jedem Garten zurecht. Wenn er wählen dürfte, würde sich der Borretsch jedoch einen lehmigen und leicht feuchten Untergrund wünschen. 

Auch im Kübel auf dem Balkon lässt sich die genügsame Pflanze halten. Allerdings muss das Pflanzgefäß ausreichend groß sein. Regelmäßiges Gießen ist bei der Topfkultur Pflicht.

Aussaat

Weil sich Borretsch kinderleicht aus Samen ziehen lässt, brauchst Du Dich nicht im Gartenmarkt nach fertigen Pflanzen umzusehen. Ab Ende April kannst Du die Samen einfach direkt ins Beet streuen. Da es sich bei der Pflanze um einen Dunkelkeimer handelt, müssen die Samenkörner mit Erde bedeckt werden. 

Drücke etwa drei Zentimeter tiefe Löcher ins Beet und säe im Abstand von ungefähr 10 Zentimetern. Später werden die Pflänzchen vereinzelt. Der Abstand zwischen den einzelnen Exemplaren sollte etwa 70 Zentimeter betragen.

Auspflanzen ab Mitte Mai

Falls Du eine vorgezogene Borretschpflanze aus dem Markt einsetzen möchtest, solltest Du Dich bis nach den Eismännern gedulden. Spätfröste können die weichen Blätter schädigen und das Kraut in seiner Entwicklung zurückwerfen. Bei noch nicht eingewurzelte Jungpflanzen besteht sogar die Gefahr, dass sie absterben.

Pflege – Gießen & Düngen

Borretsch entwickelt sich auch ohne besondere Pflege gut. Nach der Keimung oder nach dem Einpflanzen sind die Jungpflanzen auf eine regelmäßige Wasserversorgung angewiesen. Später übersteht die Pflanze auch kurze Trockenperioden. 

Wohler fühlt sich das Kraut, das über die großen Blätter viel Wasser verdunstet jedoch auf leicht feuchtem Untergrund. Wer laufend ernten möchte, sollte daher im Hochsommer auf das Gießen nicht vergessen.

Eine Düngung ist bei der einjährigen Gewürzpflanze nicht notwendig. Allzu karge Böden kannst Du mit Humus und Kompost versetzen, um ein besseres Wasserhaltevermögen zu erzielen.

Verbreitungsfreudiges Kraut

Borretsch hat die Tendenz, sich selbst auszusäen. Das bedeutet, dass er zwar im Winter abstirbt, im kommenden Frühjahr aber an anderer Stelle wieder auftaucht. Mitunter kann das störend sein. Die Jungpflanzen lassen sich jedoch problemlos auszupfen oder jäten.

Borretsch vermehren

Im Spätsommer oder Herbst kannst Du die Samen ernten. Jede Blüte enthält vier Samenkörner. Bewahre sie während der kalten Jahreszeit an einem trockenen und dunklen Ort auf und säe sie im April des Folgejahres aus. 

Wie zuvor erwähnt, ist Borretsch sehr vermehrungsfreudig. Leider sprießen die Abkömmlinge meist nicht dort, wo Du sie gerne hättest. Um eine Selbstaussaat zu unterbinden, hilft es nur, die Pflanze zu entfernen, bevor die Samen ausreifen oder die Blütenstände nach dem Verblühen abzuschneiden. Da sich die Blüten nicht gleichzeitig, sondern über viele Wochen hin öffnen, ist dies ein schwieriges Unterfangen.

Ernte

Das Gute am Gurkenkraut ist, dass Du vom Frühjahr bis in den Herbst laufend ernten kannst. Wann immer Du Lust auf sein würzig-säuerliches Aroma hast, darfst Du zugreifen. 

Kleinere Blätter eignen sich für den Rohverzehr in Salaten oder Aufstrichen. Die gröberen großen Blätter können zum Kochen verwendet werden. Auch die blauen Blüten kannst Du jederzeit abzupfen, um die Speisen damit zu dekorieren.

Aufbewahren & haltbar machen

Im Allgemeinen wird Borretsch ausschließlich frisch verzehrt, denn beim Trocknen geht sein typisches Aroma verloren. Wer unbedingt auch im Winter etwas Borretsch zum Würzen bereithaben möchte, sollte die feingehackten Blätter einfrieren. Optimal konservieren lässt sich der frische Gurkengeschmack aber selbst im Tiefkühlfach nicht.

Aufgrund der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide ist es ohnehin ratsam, immer wieder eine kleine Pause einzulegen. Verzichte daher im Winter besser auf den Genuss von Gurkenkraut, dann ist die Vorfreude auf die nächste Saison umso größer.

Eiswürfel mit Borretschblüten

Du willst die Drinks bei der nächsten Gartenparty zum Hingucker machen? Dann stelle Eiswürfel mit Borretschblüten her, um Limonaden und Cocktails damit zu kühlen und zugleich zu verschönern. 

Nimm einen Eiswürfelbehälter zur Hand und lege in jede Vertiefung eine Borretschblüte. Fülle die Mulden mit Wasser auf und tauche die Blüten sacht unter. Stelle den Behälter in die Tiefkühltruhe. Nach wenigen Stunden erhältst Du blau blühende Eiswürfel.

Verwendung in der Küche

Fester Bestandteil der deutschen Küche: Der Schnittlauch

Wer Borretsch sieht, denkt automatisch an Gurken. Das liegt nicht nur an der unregelmäßigen Oberfläche der Blätter mit ihrem stacheligen Flaum, sondern vor allem am Geruch der Pflanze. 

Das Kraut verströmt den Duft frischer, grüner Gurken und wird daher gerne für Salate,  insbesondere Gurkensalat, oder Brotaufstriche verwendet. Deutlich wahrnehmbar wird dieses Aroma, wenn Du ein Blatt zwischen den Fingern zerreibst.

Erfrischendes Kraut mit Gurkenaroma

Auch geschmacklich erinnern Borretschblätter an Gurken – würzig, erfrischend und leicht säuerlich. Ein Butterbrot mit fein gehacktem Borretsch und etwas Salz ist ein Genuss. Auch zu Tomaten passt das Gurkenkraut ganz ausgezeichnet. Wenn Du das Gewürz mit einem anderen Kraut kombinieren möchtest, ist Dill die erste Wahl. Die beiden ergänzen einander perfekt.

Vielseitig einsetzbar

Traditionell wird Borretsch zudem gerne für Suppen, Pilzgerichte, zum Würzen von Kohlgemüsen oder für Kräutersoßen verwendet. Als eines der sieben Kräuter in der klassischen Frankfurter Grünen Soße ist er zumindest regional sozusagen in aller Munde. In Italien hingegen wird Borretsch wie Spinat zubereitet.

Für die rohe Verwendung solltest Du ausschließlich die jungen und zarten Blätter verwenden. Zum Kochen eignen sich auch größere Borretschblätter. Da die Pflanze eine geringere Würzkraft als viele Küchenkräuter hat, wird sie häufig wie ein Blattgemüse verarbeitet.

So würzt Du mit Borretsch

Wenn Du gekochte Speisen würzen möchtest, solltest Du den Borretsch erst am Ende der Garzeit hinzufügen. Auf diese Weise geht sein Aroma nicht verloren. Zum Trocknen eignet sich das Gurkenkraut nicht besonders, da es dabei seinen feinen Geschmack einbüßt. Verwende Borretsch daher ausschließlich frisch.

Borretschblüten – Farbtupfer auf dem Teller

Neben den Blättern sind die attraktiven Blüten eine Bereicherung für die Küche. Sie eignen sich als essbare Deko in Salaten oder Suppen. Hobbyköche mit sinn für Ästhetik setzen sie blauen Sterne auch zum Garnieren von Süßspeisen wie Eiscreme, Kaltschalen, Kuchen und Muffins oder als Marmeladenzutat ein.

Borretschöl

Aus den Samen kann ein Öl gewonnen werden, welches reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist. Borretschöl verfeinert Salate und wird auch gerne als Naturheilmittel eingesetzt. Es soll Neurodermitis lindern und eine stimmungsaufhellende Wirkung besitzen. Auch ein blutdrucksenkender und antientzündlicher Effekt wird ihm nachgesagt.

Inhaltsstoffe & Heilwirkung

Borretsch ist reich an Vitamin C. Zudem enthalten die Blätter Schleimstoffe, Gerbstoffe und ätherisches Öl. Neben vielen gesunden Komponenten weist das Grün aber auch einen höheren Anteil an Pyrrolizidinalkaloiden auf. Diese organischen Basen können bei langfristigem Konsum hoher Dosen möglicherweise eine leberschädigende Wirkung haben.

Nicht zu viel auf einmal

Borretsch enthält geringe Mengen an lebertoxischen Substanzen (Pyrrolizidinalkaloide). Daher ist es nicht empfehlenswert, regelmäßig größere Mengen des Würzkrauts zu sich zu nehmen. Auch vom täglichen Genuss kleinerer Portionen wird abgeraten. Gegen den gelegentlichen Verzehr der Blätter ist jedoch nichts einzuwenden. In den Blüten und den Samen sowie im daraus gepressten Öl sind die giftigen Alkaloide nicht oder höchstens in Spuren enthalten. Diese Pflanzenteile dürfen bedenkenlos verwendet werden.

Krankheiten & Schädlinge

Bei zu dichter Pflanzung sowie in feuchten Sommern wird Gurkenkraut häufig von Mehltau geplagt. Halte daher genügend Abstand zwischen den Borretschpflanzen sowie zu anderen Gewächsen im Beet. Bringe das Gießwasser ausschließlich im Wurzelbereich aus und benetze die Blätter dabei möglichst nicht.

Wenn sich die Blätter kräuseln, ist dies meist auf einen Befall durch Blattläuse zurückzuführen. Hier schafft regelmäßiges Gießen Abhilfe, denn Trockenheit lässt die Population der säugenden Quälgeister anwachsen. Mit einem kräftigen Wasserstrahl lassen sich die Läuse meist abwaschen.

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