Lange blühende Sträucher: 12 Dauerblüher und ein Blühkalender fürs ganze Jahr
Fingerstrauch, Rispenhortensie, Bartblume und mehr: 12 Sträucher mit langer Blütezeit, dazu ein Blühkalender, mit dem es von Januar bis Dezember blüht.

Am längsten blühen Sträucher, die im Sommer am diesjährigen Holz Blüten bilden: Fingerstrauch, Rispenhortensie, Abelie, Johanniskraut 'Hidcote' und die Zwergrose 'The Fairy' blühen vom Sommer bis in den Herbst. Ab August übernehmen Bartblume, Blauraute und Strauch-Eibisch. Einen Strauch, der das ganze Jahr blüht, gibt es nicht – mit drei Winterblühern wie dem Winterschneeball 'Dawn' schließt du aber die Lücke von November bis März. Hier sind zwölf Sträucher in drei Gruppen und ein Blühkalender, mit dem es fast jeden Monat irgendwo blüht.
Diese Liste haben wir im Oktober 2026 komplett überarbeitet und mit dem früheren Beitrag über ganzjährig blühende Sträucher zusammengelegt. Größen, Blütezeit, Standort und Winterhärte stammen aus der Pflanzendatenbank der RHS, die Einstufung invasiver Arten aus den BfN-Schriften 731 (2025) des Bundesamts für Naturschutz, Angaben zur Giftigkeit von CliniTox der Universität Zürich.
Vom Sommer bis in den Herbst: die echten Dauerblüher
Diese sechs Sträucher blühen nicht ein paar Wochen, sondern über Monate. Die ersten vier kommen auch mit etwas Halbschatten zurecht.
1. Rispenhortensie (Hydrangea paniculata)
📌 Pin itDie Rispenhortensie öffnet ihre kegelförmigen Rispen im Spätsommer und Frühherbst. Weil die Blütenstände nach dem Verblühen stehen bleiben und sich bei vielen Sorten rosa bis weinrot färben, bleibt der Strauch bis in den Herbst ein Blickfang. Sie blüht am diesjährigen Holz und wird im zeitigen Frühjahr zurückgeschnitten. Welche Sorte für welchen Platz passt, steht bei den Rispenhortensien-Sorten.
- Höhe: als Art 2,5–4 m, viele Sorten deutlich kleiner
- Blüte: Spätsommer bis Frühherbst, weiß, später rosa
- Standort: Sonne bis Halbschatten; in voller Sonne nur bei stets frischem Boden
- Winterhart: RHS H5
- Giftig: schwach giftig, für Hund und Katze schädlich (RHS, CliniTox)
2. Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
📌 Pin itDer Fingerstrauch ist einer der ausdauerndsten Blüher überhaupt: Die RHS beschreibt seine gelben, fünfblättrigen Blüten als „über viele Monate“ erscheinend. Er ist extrem frosthart und anspruchslos und eignet sich für niedrige Hecken und Beetränder. Neben Gelb gibt es Sorten in Weiß, Rosa und Orange. Im Garten ist er gebietsfremd, laut BfN aber nicht invasiv.
- Höhe: 1–1,5 m, viele Sorten 0,5–1 m
- Blüte: Frühsommer bis Herbst
- Standort: Sonne bis Halbschatten, durchlässiger Boden
- Winterhart: RHS H7 (unter −20 °C)
3. Abelie (Abelia × grandiflora)
📌 Pin itDie Abelie trägt laut RHS „über eine lange Zeit ab Hochsommer“ Büschel kleiner, leicht duftender, blassrosa Blüten und wird gern von Bienen besucht. Sie ist halbimmergrün, behält das Laub in milden Wintern also teilweise. Sie mag es geschützt und sonnig. Die Art kann mit den Jahren 2,5 m und höher werden – für kleine Gärten gibt es kompakte Sorten um 1–1,5 m.
- Höhe: 1–1,5 m (kompakte Sorten) bis über 2,5 m
- Blüte: ab Juli bis in den Herbst
- Standort: sonnig und windgeschützt
- Winterhart: RHS H5; in rauen Lagen an eine geschützte Wand
4. Johanniskraut 'Hidcote' (Hypericum 'Hidcote')
📌 Pin it'Hidcote' ist ein Strauch-Johanniskraut mit großen, goldgelben Schalenblüten vom Hochsommer bis in den Frühherbst. Es wächst in Sonne und Halbschatten; die RHS nennt es sogar unter den Sträuchern für schattigere Plätze. Das Laub ist immergrün bis halbimmergrün. Nicht verwechseln mit dem niedrigen Teppich-Johanniskraut (Hypericum calycinum), das sich als Bodendecker stark ausbreitet.
- Höhe: 1–1,5 m
- Blüte: Juli bis September
- Standort: Sonne bis Halbschatten
- Winterhart: RHS H5
- Giftig: Früchte nicht essen (RHS)
5. Zwergrose 'The Fairy' (Rosa 'The Fairy')
📌 Pin itDie Polyantharose 'The Fairy' trägt kleine, gefüllte, klar rosa Blüten in dichten Büscheln und blüht laut RHS vom Sommer bis in den Herbst immer wieder nach. Sie wächst niedrig und breiter als hoch und eignet sich deshalb für Beetränder, als Bodendecker und für niedrige Hecken. Sternrußtau und Blattläuse können sie befallen. Wie du öfterblühende Rosen schneidest, steht bei Rosen richtig schneiden.
- Höhe: etwa 60 cm, 90 cm breit
- Blüte: Sommer bis Herbst, mehrfach
- Standort: Sonne bis Halbschatten
- Winterhart: RHS H6
6. Sommerspiere 'Anthony Waterer' (Spiraea japonica)
📌 Pin itDie Sommerspiere bildet an jeder Triebspitze flache Dolden aus winzigen, rosaroten Blüten. Der Austrieb ist bronzerot, manche Blätter sind cremefarben oder rosa gezeichnet. Sie ist pflegeleicht, verträgt fast jeden Boden und bleibt kompakt. Die alte Bezeichnung „Spiraea × bumalda“ findest du im Handel noch oft – gemeint ist dieselbe Sorte.
- Höhe: 1–1,5 m
- Blüte: Hoch- bis Spätsommer
- Standort: Sonne bis Halbschatten
- Winterhart: RHS H6
Spätsommer bis Herbst: Blüte, wenn andere fertig sind
Diese drei beginnen spät und blühen bis in den Oktober. Alle drei brauchen volle Sonne.
7. Bartblume (Caryopteris × clandonensis)
📌 Pin itDie Bartblume trägt im Spätsommer und Frühherbst dunkelblaue Blütenquirle über graugrünem Laub. Sie verträgt Trockenheit gut, aber keine Nässe: Laut RHS kann staunasser Boden im Winter tödlich sein. Bei strengem Frost friert sie oft zurück und treibt aus der Basis wieder aus. Darum schneidest du sie im Frühjahr kräftig zurück – das fördert ohnehin die Blüte.
- Höhe: 0,5–1 m
- Blüte: August bis Oktober
- Standort: vollsonnig, durchlässig, gern an einer warmen Mauer
- Winterhart: RHS H4 (−5 bis −10 °C); friert zurück, treibt wieder aus
8. Blauraute (Salvia yangii, früher Perovskia atriplicifolia)
📌 Pin itDie Blauraute ist ein Halbstrauch mit silbrigen Trieben und aromatisch duftendem Laub. Von Spätsommer bis Herbst trägt sie lockere, violettblaue Rispen. Botanisch wird sie heute zum Salbei gestellt; im Handel heißt sie meist noch Perovskia. Sie liebt magere, durchlässige Böden und volle Sonne und wird im zeitigen Frühjahr kräftig zurückgeschnitten. Weitere Sträucher für solche Plätze findest du bei den Sträuchern für Sonne und Trockenheit.
- Höhe: etwa 1,2 m
- Blüte: Spätsommer bis Herbst
- Standort: vollsonnig, mager, trocken
- Winterhart: RHS H5
9. Strauch-Eibisch, Garten-Hibiskus (Hibiscus syriacus)
📌 Pin itDer Garten-Hibiskus blüht laut RHS vom Spätsommer bis in den Herbst mit großen Schalenblüten in Weiß, Rosa, Rot oder Blauviolett, je nach Sorte einfach oder gefüllt. Die RHS empfiehlt volle Sonne; ein warmer, geschützter Platz ist ideal. Er wird mit der Zeit 2,5 bis 4 m hoch. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Echten Eibisch (Althaea officinalis) – der ist eine Staude, kein Strauch.
- Höhe: 2,5–4 m
- Blüte: Spätsommer bis Herbst
- Standort: vollsonnig, warm
- Winterhart: RHS H5
Ganzjährig Blüten: drei Sträucher für den Winter
Ganzjährig blühende Sträucher gibt es nicht. Die Lücke von November bis März füllen aber diese drei Winterblüher. Sie öffnen ihre Blüten an milden Tagen und machen bei Frost Pause.
10. Winterschneeball 'Dawn' (Viburnum × bodnantense 'Dawn')
📌 Pin itDer Winterschneeball blüht laut RHS von Spätherbst bis Frühjahr am kahlen Holz. Die Blüten öffnen sich dunkelrosa und verblassen zu Weiß; sie duften intensiv. Bei harschem Frost oder langer Nässe werden sie braun, neue Knospen öffnen sich aber in der nächsten milden Phase. Pflanze ihn dorthin, wo du im Winter vorbeikommst, etwa an den Hauseingang.
- Höhe: 2–3 m, aufrecht
- Blüte: November bis März, je nach Witterung
- Standort: Sonne bis Halbschatten, humoser Boden
- Winterhart: RHS H6
- Giftig: giftig (CliniTox): Haut und Schleimhäute werden gereizt, Erbrechen und Durchfall möglich
11. Winter-Heckenkirsche 'Winter Beauty' (Lonicera × purpusii)
📌 Pin itDie Winter-Heckenkirsche trägt laut RHS ab Anfang Dezember bis teils in den April kleine, cremeweiße Blüten mit außergewöhnlichem Duft. Sie sind reich an Nektar und für Hummeln, die an milden Tagen fliegen, eine wichtige Nahrungsquelle. Es ist ein Strauch, kein Kletterer. An einem geschützten Platz blüht sie reicher und der Duft hält sich besser.
- Höhe: 1,5–2,5 m
- Blüte: Dezember bis März, teils bis April
- Standort: Sonne bis Halbschatten
- Winterhart: RHS H6
- Giftig: Beeren nicht essen (RHS)
12. Winterjasmin (Jasminum nudiflorum)
📌 Pin itDer Winterjasmin blüht im Winter und zeitigen Frühjahr leuchtend gelb an grünen, bogig überhängenden Trieben. Anders als der Name vermuten lässt, duften seine Blüten nicht. Er braucht keine Kletterhilfe, lässt sich aber an einer Wand hochbinden oder über eine Mauer hängen. Er ist robust, verträgt auch einen kräftigen Verjüngungsschnitt und wächst in Sonne wie Halbschatten.
- Höhe: 1,5–2,5 m
- Blüte: Dezember bis März
- Standort: Sonne bis Halbschatten
- Winterhart: RHS H5
Blühkalender: So blüht es fast das ganze Jahr
Kombinierst du Sträucher aus jeder Gruppe, blüht im Garten fast jeden Monat etwas. Diese Tabelle zeigt, welche Sträucher sich ablösen:
| Monate | Sträucher |
|---|---|
| Dezember bis März | Winterschneeball 'Dawn', Winter-Heckenkirsche, Winterjasmin |
| Februar bis April | Kornelkirsche, danach Schlehe und Gewöhnliche Felsenbirne |
| April bis Juni | Rhododendron, Weigelie |
| Juni bis September | Fingerstrauch, 'The Fairy', Abelie, Johanniskraut 'Hidcote', Sommerspiere, Rispenhortensie |
| August bis Oktober | Bartblume, Blauraute, Garten-Hibiskus, späte Rosenblüte |
| November | Winterschneeball 'Dawn' beginnt |
Die Frühjahrsblüher Kornelkirsche, Schlehe und Gewöhnliche Felsenbirne sind heimisch und wichtige erste Nahrung für Wildbienen – mehr dazu bei den heimischen Sträuchern für Vögel und Insekten.
Tipp für kleine Gärten: Drei Sträucher reichen schon für eine lange Saison – etwa Winterschneeball 'Dawn' für den Winter, Fingerstrauch für den Sommer und Bartblume für den Herbst.
Häufige Fragen
Welcher Strauch blüht am längsten?
Gibt es Sträucher, die das ganze Jahr blühen?
Warum fehlt der Schmetterlingsflieder?
Welche lange blühenden Sträucher eignen sich für Halbschatten?
Wann schneide ich lange blühende Sträucher?
Aktualisiert im Oktober 2026: mit dem Beitrag über ganzjährig blühende Sträucher zusammengelegt; Höhen und Winterhärte nach RHS korrigiert (u. a. Fingerstrauch, Sommerspiere, Abelie), Schmetterlingsflieder, Henrys Geißblatt und Japanisches Geißblatt (laut BfN potenziell invasiv) sowie Echter Eibisch und Staudenclematis (Stauden, keine Sträucher) gestrichen.