Gurken selber ziehen – so klappt es

Du liebst Gurken und legst Wert auf Frische, feinen Geschmack und Bioqualität? Dann ziehe Deine Gurken einfach selbst. Das ist gar nicht so schwer. Einige Sorten gedeihen auch im Freiland gut, für empfindlichere Arten reicht ein mit einfachen Mitteln selbst gebautes Gewächshaus aus. Und es gibt sogar Gurkensorten, die sich im Topf auf dem Balkon wohlfühlen. Hier erfährst Du alles, was du wissen musst, damit die Aufzucht von eigenen Gurkenpflanzen gelingt.

So ziehst Du Deine Gurke selbst

  • wähle eine robuste Sorte, die zu Dir passt
  • säe die Gurkensamen etwa drei Wochen vor dem geplanten Pflanztermin aus
  • stelle die Saatschalen an einen warmen Ort
  • sortiere schwache und verkümmerte Keimlinge aus
  • pikiere die Pflänzchen, sobald sie die ersten zwei Blätter zeigen
  • härte die Jungpflanzen ab
  • pflanze die Gurken erst nach den Eisheiligen ins Freie
  • Schlangengurken benötigen eine Rankhilfe, Freilandgurken kannst Du kletternd oder am Boden liegend ziehen
  • gieße die Pflanzen täglich
  • auf Balkon und Terrasse brauchen Gurken besonders viel Wasser
  • dünge anfangs alle zwei Wochen, ab Blühbeginn wöchentlich
  • kappe bei Schlangengurken alle Seitentriebe bis zu einer Höhe von 70 Zentimetern
  • Freilandgurken verzweigen sich besser, wenn Du den Haupttrieb nach dem fünften Blatt einkürzt
  • ernte die Früchte regelmäßig, so bildet die Pflanze laufend neue

Selbst gezogen schmeckt einfach frischer

Ganz gleich, ob Du Deine Pflänzchen aus Samen ziehen möchtest oder lieber fertige Jungpflanzen kaufst, selbst gezogene Gurken sind einfach frischer und knackiger, als die Einheitsware aus dem Supermarkt. Ein Sommersalat mit eigenen sonnengereiften Gurken und Tomaten ist unvergleichlich köstlich und unschlagbar gesund.

Kreative Hobbyköche können pikante Gewürzgurken einlegen oder sich im Fermentieren von Gurken versuchen. Selbst wenn Du nur wenig Platz zur Verfügung, lohnt sich der Gurkenanbau. Eine einzelne Pflanze kann bei guter Pflege 20 bis 25 Früchte bringen.

"Schlangengurken gibt es mittlerweile auch häufig als auf Kürbis veredelte Jungpflanzen zu kaufen. Diese Pflanzen sind besonders robust gegen Pilzinfektionen und einfacher in der Pflege."
Mein Tipp

Wähle Deine Sorte aus

Wähle eine Sorte aus, die zu Dir passt. Wer kein Gewächshaus besitzt, sät am besten unempfindliche Freilandgurken. Für den Balkon gibt es spezielle Züchtungen, die kompakt bleiben und dennoch gute Erträge liefern. Um Dir Ärger mit Mehltau und anderen typischen Gurkenkrankheiten zu sparen, solltest Du auf resistente Sorten setzen. Wer aus den geernteten Früchten Saatgut fürs nächste Jahr gewinnen möchte, greift zu alten, samenfesten Gurkensorten.

"Selbst aus den Samen einer Supermarktgurke lassen sich Pflanzen ziehen. Lass die Gurke drei Wochen bei Zimmertemperatur nachreifen, bis sie leicht gelb wird. Die Kerne sollten dann deutlich ausgebildet sein und eine härtere Schale besitzen."
Mein Tipp

Eine gelungene Aussaat

Schlangengurken können bereits ab Mitte März im beheizten Gewächshaus ausgesät werden. Mit der Aussaat von Freiland Gurken solltest Du nicht zu früh beginnen. Die schnellwüchsigen Pflanzen werden sonst zu groß, was beim Umpflanzen in den Garten problematisch sein kann. Frühestens Mitte April empfiehlt sich der Anbau auf der Fensterbank.

  • Fülle kleine Töpfe zur Hälfte mit Anzuchterde.
  • Gib zwei bis drei Samen in jeden Topf.
  • Bedecke die Samen mit etwa einem Zentimeter Erde.
  • Drücke das Substrat fest und wässere es.
  • Stelle die Töpfe an einen warmen Ort – mindestens 20 ºC sind für die Keimung notwendig.
  • Halte das Substrat feucht, vermeide dabei aber Staunässe.
  • Die Keimung kann ein bis zwei Wochen dauern.
  • Sortiere schwache und kümmerliche Keimlinge aus.
"Du kannst die Samen ab Mitte Mai auch direkt ins Freiland säen. Wer auf der Fensterbank vorzieht, erntet allerdings früher und schützt seine Keimlinge vor Schnecken und kalten Nächten."
Hinweis

Pikieren für mehr Platz

Sobald die Keimlinge die ersten zwei richtigen Blätter gebildet haben, wird es eng im Anzuchttopf. Nun ist es zeit, den Pflänzchen mehr Raum für eine gute Entwicklung zu geben. Fülle Pflanztöpfe mit Pikiererde und drücke in der Mitte jedes Topfes mit dem Finger ein Loch ins Substrat.

Löse die Jungpflanzen mithilfe eines Pikierstabs oder mit einem Schaschlik-Stäbchen aus der Anzuchtschale. Pflanze die Gurken in den neuen Töpfen etwas tiefer ein. Dadurch bilden die Jungpflanzen sprossbürtige Wurzeln am Stamm aus, was für besseren Halt sorgt. Schütze die frisch pikierten Gurken in den ersten Tagen vor der prallen Sonne.

"Als Alternative zum Pikieren kannst Du die Samen einzeln in verrottbare Anzuchttöpfe säen. Später kommen die Pflanzen mitsamt dem Topf ins Beet."
Mein Tipp

Gurken auspflanzen

Gurken dürfen erst ab Mitte Mai ins Freiland. In der letzten Woche vor dem Auspflanzen kannst Du die Jungpflanzen vorbereiten, indem Du sie bei gutem Wetter täglich einige Zeit ins Freie bringst. So gewöhnen sich die Pflänzchen langsam an direkte Sonneneinstrahlung, Temperaturunterschiede und an den Wind.

Wähle einen sonnigen und windgeschützten Standort. Lockere das Beet gut auf und harke die Erde feinkrümelig. Hebe 30 Zentimeter breite und ebenso tiefe Pflanzlöcher aus und fülle sie mit reifem Kompost, vermischt mit Gartenerde. Alternativ kannst Du die Gurkenpflanzen sofort nach dem Pflanzen mit Flüssigdünger für Gemüse versorgen.

Verabreiche den Dünger mit dem Gießwasser in der vom Hersteller angegebenen Dosierung. Der Pflanzabstand sollte – je nach Sorte – 40 bis 60 Zentimeter betragen, der Reihenabstand etwa 100 Zentimeter. Häufle die jungen Gurken an, damit sie seitliche Wurzeln am Stamm bilden.

Wann Deine Gurken im Gewächshaus ausgepflanzt werden dürfen, hängt davon ab, ob es beheizt ist. In diesem Fall kannst Du die Pflanzen, sobald sie sich gut entwickelt haben und etwa 20 bis 30 Zentimeter hoch sind, an den vorgesehenen Platz setzen. Ins ungeheizte Gewächshaus dürfen junge Gurken – je nach Wetter – meist erst gegen Ende April einziehen.

Während die meisten Freilandgurken am Boden wachsen, benötigen Salatgurken Rankhilfen. Verwende dafür Pfähle, Spiralstäbe, Rankgitter oder Schnüre beziehungsweise Netze, die Du am Gewächshausdach befestigst.

"Wer möchte, kann auch Freilandgurken in die Höhe leiten. So benötigen die Pflanzen weniger Platz und die Früchte liegen nicht auf der feuchten Erde."
Hinweis

Gurkenpflanzen richtig pflegen

Gurken gießen

Gieße Deine Gurkenpflanzen regelmäßig, achte aber darauf, dass sich das Gießwasser nicht staut. Trockenheit kann zu Wachstumsstörungen und einem Bitterwerden der Früchte führen. Verwende kein kaltes Wasser aus der Leitung, die Pflanzen können dadurch eine Art ‚Schock‘ erleiden und mit bitteren Früchten reagieren.

Optimal verträglich ist Regenwasser. Wenn Du keine Regentonne zur Verfügung hast, kannst Du auch abgestandenes Leitungswasser verwenden. Eine Mulchschicht aus Stroh, Grasschnitt oder Brennnesselblättern schützt den Boden vor dem Austrocknen.

"Um das Gießen zu erleichtern kannst Du mittelgroße Tontöpfe neben den Pflanzen zu drei Vierteln in den Boden eingraben. Das Wasser gelangt direkt an die Wurzeln, die Blätter bleiben trocken."
Mein Tipp

Gurken düngen

Weil Gurken einen sehr hohen Nährstoffbedarf haben, werden sie alle zwei Wochen mit einem organischen Dünger versorgt. Du kannst Kompost, Stallmist oder Pflanzenjauche verwenden oder zu einem Bio-Flüssigdünger aus dem Gartenfachhandel greifen. Sobald die Pflanzen blühen, solltest Du sie jede Woche düngen.

Gurken hochleiten und schneiden

Wenn Du Deine Gurken hochleitest, solltest Du nach den ersten Blättern alle Seitentriebe kappen, bis die Pflanze eine Höhe von etwa 70 bis 80 Zentimetern erreicht hat. Später kannst Du den Haupttrieb einkürzen, damit er nicht zu lang wird.

Freilandgurken müssen nicht geschnitten werden. Das Einkürzen des Haupttriebes nach dem fünften Blatt sorgt jedoch dafür, dass die Pflanze vermehrt Seitentriebe bildet und so mehr Früchte trägt.

Gurken am Balkon

Damit sich Deine Gurkenpflanzen am Balkon wohlfühlen, brauchen sie genügend Sonne. Stauende Mittagshitze kann den Pflanzen mit ihren empfindlichen, weichen Blättern aber schnell zu viel werden. Sorge deshalb an sehr heißen Standorten für Beschattung während der Mittagszeit.

Im Kübel sind Gurken ganz besonders auf regelmäßige Bewässerung angewiesen. Gieße die Pflanzen an besonders heißen Tagen zwei Mal täglich. Dünge die Pflanzen alle 14 Tage mit einem flüssigen Bio-Dünger. Ab dem Zeitpunkt der Fruchtentwicklung kannst Du sie alle 7 Tage mit Dünger versorgen.

"PET-Flaschen leisten bei der Bewässerung durstiger Gurken gute Dienste. Fülle die Flaschen mit Wasser und ersetze den Schraubverschluss durch eine Bewässerungsspitze. Stecke neben jeder Pflanze eine Wasserflasche in den Topf."
Mein Tipp

Selbst gezogene Gurken ernten

Gurkenpflanzen entwickeln sich dermaßen rasant, dass sie oft bereits zwei Monate nach der Aussaat die ersten Früchte tragen. Nur keine Scheu – Du darfst die frischen Gurken gleich pflücken und verkosten. Ein regelmäßiges Beernten der Pflanze regt sie zur Fruchtbildung an.

Such Deine Gurkenpflanzen nun täglich beim Gießen nach reifen Früchten ab. Bleiben die Früchte zu lange an der Pflanze, werden sie oft bitter. Darüber hinaus kann es vorkommen, dass die Pflanze die Bildung neuer Früchte einstellt. Junge Gurken schmecken am besten und haben den höchsten Vitamingehalt. Sei stolz auf Deine gärtnerische Leistung und genieße die Früchte Deiner Arbeit!

Fazit

Gurken selbst zu ziehen ist auch für Gartenneulinge durchaus machbar – und es lohnt sich: Selbst geerntet schmecken Gurken unschlagbar frisch und köstlich. Bereits ein bis zwei Gurkenpflanzen können Dich bei guter Pflege den ganzen Sommer über mit Gurken versorgen.

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