Gurkensorten – knackig frische Vielfalt

Wer bei Gurken an lange, schlanke, grüne Früchte denkt, die in Reih und Glied im Supermarktregal liegen, kennt die Vielfalt der Gurkensorten nicht. Im Hobbygarten darf das sonst so streng genormte Gemüse zum Glück Individualität zeigen und mit den unterschiedlichsten Größen, Formen und Färbungen für Abwechslung im Beet und am Teller sorgen. Tritt ein in das vielgestaltige Reich der Gurkenpflanzen!

Finde Deine Gurkensorte

  • wähle eine Sorte, die zu Dir passt
  • empfindliche Sorten gedeihen im Gewächshaus besser
  • kompakte Sorten sind ideal für den Balkon
  • wähle für den Freilandanbau robuste Sorten
  • bevorzuge bitterstofffreie Gurkensorten
  • sollte eine Frucht dennoch bitter schmecken, entsorge sie
  • wähle möglichst krankheitsresistente Sorten
  • unter Glas sind rein weiblich blühende Sorten praktisch – sie bilden auch ohne Bestäubung Früchte
  • F1-Hybriden sind meist ertragreicher und widerstandsfähig gegen die typischen Gurkenkrankheiten
  • allerdings sind nur samenfesten Sorten zur Saatgutgewinnung geeignet
  • veredelte Gurkenpflanzen sind kältetoleranter und pflegeleichter
  • exotische Gurkenraritäten sorgen für Abwechslung am Teller

Bunte Vielfalt

Gurken sind nicht ausschließlich grün – sie können auch weiß, gelb, orange, braunschalig und manchmal sogar blau sein. Auch wenn eine längliche Form durchaus typisch für das beliebte Gemüse ist, variieren die Früchte auch diesbezüglich stark: Neben den vertrauten langen, gerade und glattschaligen Salatgurken, gibt es unzählige gekrümmte, gebogene, aber auch dicke, kurze und gar rundliche Sorten mit gerillter, gerippter, genetzter, warziger, oder gar stacheliger Schale.

Was den Geschmack betrifft, können einige Gurkensorten ebenfalls mit Überraschungen aufwarten. Während Salatgurken zwar knackig, saftig und frisch, aber geschmacklich eher neutral sind, gibt es auch fruchtig süße oder fein säuerliche und recht aromatische Vertreter der Gattung.

Knackig, fruchtig, köstlich

Botanisch gesehen handelt es sich bei der Frucht von Cucumis sativus, der Gartengurke, gar nicht um ein Gemüse, sondern um eine Beere, genau genommen um eine Panzerbeere. Gurkenfrüchte können, je nach Art, kürzer sein, als Dein kleiner Finger, oder aber über 70 Zentimeter lang werden. Ihr Gewicht bewegt sich zwischen wenigen Gramm bis zu drei Kilo.

Üblicherweise haben Gurken drei zweiteilige Fruchtfächer, in denen sich kleine, flache, weiße Samen befinden. Mittlerweile dominieren aber kernlose Sorten den Markt. Hier geben wir Dir einen Überblick über die verschiedenen Gurkentypen.

Schlangengurken oder Salatgurken

Salatgurken sind sicher der bekannteste Typ, der sich in unseren Breiten am besten verkauft, und fast ausschließlich in Gewächshäusern gezogen wird. Ihre Früchte sind zylindrisch, gerade, mit einer leichten Krümmung und an beiden Enden verjüngt. Sie haben eine glatte, stachellose Schale und werden meist frisch verzehrt – in Salaten, auf belegten Broten oder als Rohkost-Sticks zum Dippen.

Die Pflanzen gelten als empfindsam, weshalb auch Hobbygärtner sie häufig unter Glas kultivieren. Glücklicherweise gibt es aber auch robustere Schlangengurken für die Freilandkultur. Diese werden manchmal auch als Landgurken bezeichnet. Ohne Rankhilfe wachsen ihre Früchte gekrümmt. Wenn Du Dir gerade Gurken wünschst, solltest Du Deine Schlangengurken auch im Freien hochleiten. 

Einlegegurken

Dieser Gurkentyp wird meist im Freiland angebaut. Die Pflanzen gelten als widerstandsfähiger und weniger wärmebedürftig. Lass Dich von der Bezeichnung nicht täuschen, auch wenn die Früchte in der professionellen Landwirtschaft meist zum Einlegen in Essig gezüchtet werden, schmecken sie im auch roh hervorragen.

Du kannst mit Einlegegurken köstliche Gurkensalate oder Tsatsiki zubereiten und sie sie in Scheiben geschnitten am Brot genießen. Wer gerne Gurken einlegt, einkocht oder fermentiert, dem stehen mit diesem Typ unzählige Möglichkeiten offen. Indem Du einen Teil Deiner Ernte konservierst, musst Du auch in der kalten Jahreszeit auf knackige Gurken nicht verzichten.

Schälgurken

Wie der Name schon sagt, werden diese Sorten im reifen Zustand geerntet und dann geschält. Du kannst Schälgurken dünsten, schmoren oder zu Senfgurken verarbeiten. Die Pflanzen gedeihen auch im Freiland gut und bilden große, dicke Früchte, die sich beim Reifen gelb verfärben. In Asien sind sie eine beliebte gekochte Gemüsebeilage und eine häufige Zutat in Currys. Auch für Chutneys werden die verschiedensten Schälgurkensorten gerne verwendet.

So wählst Du Deine Gurke

Wer eigene Gurken anbauen möchte, hat also die Qual der Wahl. Beim Saatgut kannst Du aus einer unglaublichen Vielfalt an Gurkensorten eine passende aussuchen. Berücksichtige bei der Entscheidung neben Deinem persönlichen Geschmack auch folgende Gesichtspunkte:

1. Wo sollen Deine Gurken wachsen?
Für den Anbau im Freiland sind nicht alle Gurkensorten gleichermaßen geeignet. Vor allem in Gebieten mit raueren klimatischen Bedingungen solltest Du darauf achten, dass die Sorte Deiner Wahl nicht allzu kälteempfindlich ist. Wer ein Gewächshaus besitzt, kann sich glücklich schätzen – ihm stehen fast alle Möglichkeiten offen.

Möchtest Du Deine Gurken im Topf am Balkon ziehen, solltest Du auf kompakt wachsende Sorten setzen, damit sich Dein Outdoor-Bereich nicht innerhalb weniger Wochen in einen Dschungel verwandelt.

2. Wie viel Zeit möchtest Du in Pflege Deiner Gurkenpflanzen investieren?
Wer wenig Freizeit hat, setzt auf unkomplizierte, resistente Sorten, die direkt im Freiland ausgesät werden können und nicht ausgegeizt oder geschnitten werden müssen. Als ganz besonders pflegeleicht gelten veredelte Gurken. Wer sich das Veredeln selbst nicht zutraut, kauft veredelte Jungpflanzen beim Gärtner.

Ganz gleich, für welche Sorte Du Dich entscheidest, alle Gurkenpflanzen brauchen eine regelmäßige Bewässerung. Ohne ausreichend Wasser kommt es zu Wachstumstockungen. Die Pflanze gerät unter Stress und stößt die Früchte ab. Verbleibende Früchte können Missbildungen aufweisen oder bitter schmecken.

"Wer keine Zeit hat, täglich zu gießen, sorgt mit einem Bewässerungssystem für gleichbleibend feuchte Erde. Neben professionellen Lösungen hast Du auch die Möglichkeit, Deine Pflanzen mit in der Erde versenkten Tontöpfen oder mit PET-Flaschen mit Bewässerungsspitzen zu wässern."
Mein Tipp

3. Nur bitterfreie Gurken versüßen den Sommer
Wähle beim Samenkauf bitterstofffreie Sorten aus, so ersparst Du Dir Frust und Enttäuschung bei der Ernte. Bei mangelnder oder falscher Pflege kann es trotz der Bezeichnung ‘bitterfrei‘ auf dem Samenpäckchen vereinzelt zur Bildung von Bitterstoffen kommen. Gieße Deine Pflanzen daher regelmäßig mit temperiertem Wasser und setze Düngemittel maßvoll ein.

"Wenn Deine Gurken stark bitter schmecken, musst Du sie entsorgen. Sind lediglich die Stielansätze bitter, kannst Du diese wegschneiden und die Früchte verwenden."
Hinweis

F1-Hybriden

Hast Du Dich schon einmal gefragt, was der Zusatz ‘F1‘ neben der Sortenbezeichnung auf der Samenpackung eigentlich bedeutet? Bei den meisten modernen Gurkensorten handelt es sich um parthenokarpe Hybridzüchtungen. Sie werden aus der Kreuzung zweier reinerbiger Elternlinien gewonnen.

F1 steht für ‘Folgegeneration 1’. Diese Pflanzen vereinen die positiven Eigenschaften beider Elternteile – sie sind äußerst ertragreich, meist resistent gegen viele Gurkenkrankheiten und haben bezüglich Form und Größe recht einheitliche Früchte.

Ein erklärtes Zuchtziel bei Gurken sind natürlich auch bitterstofffreie Früchte. Der Kauf von Hybrid-Sorten bringt daher viele Vorteile mit sich, hat allerdings auch einen entscheidenden Nachteil: Die Samen, die Du aus den Früchten von Hybrid-Gurken gewinnst, sind für den Wiederanbau im Folgejahr nicht geeignet.

Du erhältst keine stabile Sorte, sondern Pflanzen mit den unterschiedlichsten unvorhersehbaren Eigenschaften. Die angezüchteten positiven Merkmale gehen in der Folgegeneration verloren.

Parthenokarpe Gurkensorten

Viele der modernen Hybridsorten eignen sich schon alleine deshalb nicht zur Gewinnung von Saatgut, da die Früchte schlicht und einfach keine Samen enthalten. Besonders bei den Schlangengurken in der Gewächshauskultur setzt man heute auf rein weiblich blühende Züchtungen. Diese parthenokarpen F1-Hybriden sind in der Lage, ganz ohne Bestäubung Früchte zu entwickeln.

Das hat im Profianbau zahlreiche Vorteile: Da es ausschließlich weibliche Blüten gibt, entwickelt sich aus jeder einzelnen Blüte eine Frucht. Das geschieht völlig ohne das Zutun von Bienen und anderen bestäubenden Insekten, was unter Glas natürlich ausgesprochen praktisch ist.

Ein weiteres Plus ist die Tatsache, dass die Früchte parthenokarper Gurkenpflanzen kernlos sind. So lassen sich die Gurken besser verkaufen, denn besonders bei reiferen Früchten stören die Samen, da sie mit der Zeit eine härtere Schale ausbilden.

Auch Du als Hobbygärtner kannst durchaus von diesen modernen weiblich blühenden Gurkensorten profitieren. Du erhältst mehr Früchte und brauchst Dir bei der Gewächshauskultur keinerlei Gedanken um die Bestäubung machen. Allerdings lassen sich die Pflanzen nicht weiter vermehren – Du bist also gezwungen, jedes Jahr neues Saatgut zu kaufen.

Samenfeste Sorten

Ganz anders sieht die Sache bei samenfesten Gurken aus. Hier hast Du die Möglichkeit aus reifen Früchten Samen zu entnehmen, um daraus im nächsten Frühjahr wieder Gurken zu ziehen. Diese Gurkenpflanzen sehen genauso aus, wie ihre Elternpflanzen im Jahr zuvor und sie behalten auch deren Eigenschaften wie Resistenzen und Fruchtform und -größe bei.

Der Wind und fleißige Insekten sorgen ganz natürlich für die Bestäubung. Bei samenfesten Gurken handelt es sich meist um alte Sorten, es gibt aber auch einige ökologische Neuzüchtungen.

Wer auf samenfeste Gurken setzen möchte, muss deshalb nicht auf Robustheit, Krankheitsresistenz und eine reiche Ernte verzichten. Es gibt auch bei den samenfesten Gurken sehr verlässliche und ertragreiche Sorten, die bitterfreie Früchte bringen. Einzig bei der Bestäubung unter Glas musst Du eventuell etwas nachhelfen.

Sorge durch regelmäßiges Lüften für eine Verbreitung des Blütenstaubs und nimm notfalls einen kleinen, weichen Pinsel zur Hand, um den Pollen von den Staubblättern der männlichen Blüten auf die Narbe der weiblichen Blüten zu übertragen.

"Männliche Blüten haben einen schlichten, einfachen, geraden Stiel. Weibliche Blüten erkennst Du daran, dass unter der Blüte bereits eine winzige Frucht zu erkennen ist."
Hinweis

Veredelte Jungpflanzen

Ganz unabhängig davon, ob Du Dich für moderne Hybridzüchtungen oder für alte, bewährte Sorten entscheidest, gibt es eine weitere Möglichkeit, das Beste aus Deinen Gurken herauszuholen: die Veredelung. Beim Gärtner oder im Gartenfachmarkt gibt es immer häufiger veredelte Jungpflanzen zu kaufen.

Mit etwas Übung kannst Du Deine Pflanzen auch selbst veredeln. Das Prinzip ist einfach: Auf eine wüchsige und robuste Unterlage, wie zum Beispiel einen Feigenblatt-Kürbis, wird eine Gurkensorte mit schmackhaften Früchten gepfropft. Das Ergebnis ist eine kältetolerante, krankheitsresistente Pflanze, die deutlich höher Erträge bringt und dabei einfacher und anspruchsloser in Pflege ist.

"Wer die Veredelung ausprobieren möchte, kann für den ersten Versuch ein Veredelungs-Set kaufen. Es enthält einige Samen für die Kürbisunterlage, einige Gurkensamen und Veredelungsbänder oder Clips zum Fixieren der Veredelungsstelle."
Tipp

Gurkensorten fürs Gewächshaus

Du zählst zu den glücklichen Gewächshausbesitzern und kannst daher fast jede Gurkensorte anbauen, die Dein Herz begehrt? Achte trotzdem darauf, dass sich die Gurken Deiner Wahl auch wirklich im feuchtwarmen Gewächshausklima wohlfühlen. Es gibt einige wenige Sorten, die tatsächlich lieber unter freien Himmel wachsen, als im geschützten Treibhaus.

Außerdem solltest Du den Platzbedarf der unterschiedlichen Sorten berücksichtigen. Bei zu dichter Pflanzung kann das Laub nicht abtrocknen, was Pilzkrankheiten begünstigt. Beliebt bei der Pflanzung unter Glas sind vor allem die rein weiblich blühenden F1-Hybriden mit ihren zahlreichen Vorteilen. Es gibt aber auch bewährte samenechte Sorten, die im Gewächshaus gute Erträge bringen. Hier stellen wir Dir einige populäre Gewächshaus-Gurken vor:

Dominica F1
Eine robuste und kräftige Gurke, die Spitzenerträge bringt. Resistent gegen Gurkenkrätze, von Natur aus tolerant gegen Echten Mehltau. Dominica trägt dunkelgrüne, leicht geriefte Früchte mit glänzender Schale, die Pflanze ist parthenokarp.

Euphya F1
Die parthenokarpe Salatgurke gedeiht im Gewächshaus und im Freiland. Sie bringt viele wohlschmeckende Früchte und ist robust gegen Echten Mehltau.

Aramon F1
Hohe Erträge bei wenig Pflegeaufwand verspricht diese moderne Sorte aus dem Profi-Anbau. Darüber hinaus ist sie resistent gegen Echten Mehltau.

Eiffel F1
Die parthenokarpe Gurkensorte ist ideal für die Kultur im Gewächshaus. Sie trägt etwa 30 Zentimeter lange, bitterfreie Früchte mit einem Gewicht von ungefähr 400 Gramm. Eiffel gilt als resistent gegen Blattbrand, Gurkenkrätze und Echten Mehltau.

Salamanda F1
Die parthenokarpe Snackgurke hat etwa 12 Zentimeter lange Früchte mit glatter, glänzender Schale. Sie gedeiht im Gewächshaus und im Freiland und zeigt sich widerstandsfähig gegen das Gurkenmosaikvirus, Echten und Falschen Mehltau.

Moneta
Die samenfeste Schlangengurke ist sehr ertragreich und robust. Sie fühlt sich im Freiland wohl und bringt viele mittellange, schlanke, dunkelgrüne Früchte, die sich für Salate, aber auch zum Einlegen oder zum Schmoren eignen.

Gurkensorten fürs Freiland

Deine Gurken sollen sich im Garten wohlfühlen? Auch hier steht Dir eine große Auswahl an Sorten zur Verfügung. Überlege Dir, ob Du die Pflanzen an Rankhilfen wie Stangen, Seilen, Drähten oder Netzen hochleiten möchtest. So kann das Laub besser abtrocknen, die Früchte kommen nicht mit der feuchten Erde in Berührung und die Pflanzen wachsen übersichtlicher. Wähle bitterfreie und robuste Sorten, damit der Gurkenanbau unter freiem Himmel ein voller Erfolg wird:

Diamant F1
Die parthenokarpe Einlegegurke ist perfekt für den Freilandanbau geeignet. Sie bringt viele gerade, glatte, dunkelgrüne Früchte und gilt als resistent gegen Gurkenkrätze und als sehr robust gegen Falschen Mehltau.

Schubert F1
Eine köstliche dunkelgrüne, glattschalige und knackige Delikatessgurke, die 6 bis 12 Zentimeter lange, absolut bitterfreie Früchte bringt. Schubert ist resistent gegen Echten Mehltau und tolerant gegen Falschen Mehltau.

Excelsior F1
Leicht stachelige Früchte mit herrlichem Geschmack. Excelsior schmeckt frisch genauso wie eingelegt. Die Pflanze ist krätze- und virusresistent und sehr widerstandsfähig gegen Echten und Falschen Mehltau. Sie gedeiht im Freiland und im Gewächshaus gut.

Marketmore 76
Die samenfeste, bitterfreie Feldgurke ist widerstandsfähig gegen Krätze, Gurkenmosaikvirus und Mehltau. Ihre attraktiven Früchte haben eine dunkelgrüne, glatte Schale Früchte und werden etwa 25 Zentimeter lang.

Tanja
Du liebst Salatgurken, hast aber kein Gewächshaus? Die Schlangengurke Tanja ist bestens für den Anbau im Freiland geeignet. Sie ist samenfest und trägt etwa 35 Zentimeter lange, schlanke und völlig bitterfreie Früchte.

Gergana
Eine weitere samenfeste Schlangengurke, die auch im Freiland gedeiht, ist diese bulgarische Sorte. Die gesunden und sehr ertragreichen Pflanzen bringen viele lange, schlanke, bitterfreie Früchte mit gutem Geschmack.

Gurkensorten für Balkon und Terrasse

Bei der Kultur im Topf ist neben einem ausreichend großen Pflanzgefäß auch eine besonders gewissenhafte Bewässerung essenziell. Im Kübel trocknet das Substrat schnell aus, weshalb Du an heißen Tagen besser zweimal gießen solltest. Achte aber gleichzeitig darauf, dass die Pflanze nicht im Nassen steht. Der Topf muss über ein Abzugsloch verfügen, damit das Gießwasser abfließen kann.

Gurken lieben sonnige Standorte, am Balkon kann es aber durchaus auch zu viel des Guten sein. Damit die weichen Blätter nicht verbrennen, solltest Du in exponierten Südlagen für eine Beschattung in der heißen Mittagszeit sorgen.

Iznik F1
Mit ihrem kompakten Wuchs und dem guten Fruchtansatz die perfekte Gurke für Balkongärtner. Die parthenokarpe Pflanze trägt etwa 10 Zentimeter lange, knackige Snack-Gurken.

Katarina F1
Eine bewährte Mini-Gurken-Sorte aus dem Profi-Anbau. Die Pflanze ist sehr hitzetolerant und trägt zylindrische Früchte mit einer Länge von etwa 16 Zentimetern, die selbst auf heißen Südbalkonen unempfindlich gegen Sonnenbrand sind.

Lothar F1
Lothar trägt kurze dunkelgrüne Früchte und gilt als widerstandsfähig gegenüber dem Echten und dem Falschen Mehltaus

Printo F1
Bitterfrei, wohlschmeckend Mini-Schlangengurken mit einer maximalen Länge von 17 Zentimetern bringt diese unkomplizierte Sorte. Printo ist resistent gegen Echten und Falschen Mehltau, äußerst robust und kältetolerant.

Ministar
Die Pflanze wächst buschig überhängend und ist damit perfekt für den Anbau in Ampeln und Balkonkästen geeignet. Ihre saftigen und absolut bitterfreien Früchte werden etwa 10 Zentimeter lang.

Skurrile Gurkenraritäten

Grün und schön gerade ist langweilig? Mit diesen exotischen Gurkensorten bringst Du frischen Wind auf den Teller und Deine Gäste zum Staunen. Langweilige, genormten Einheitsgurken waren gestern – heute setzen Hobbygärtner wieder auf Individualität und Farben- und Formenreichtum. Hier stellen wir Dir einige besonders ausgefallene Gurkensorten vor – alle Sorten sind samenfest:

Mexikanische Mini-Gurke (Melothria scabra)
Klein, knackig und dabei ein bezaubernder Blickfang sind die köstlichen Mini-Früchte dieser Gurkenrarität. Sie haben eine Größe von nur etwa 3 Zentimetern, erinnern optisch an Miniatur-Wassermelonen und sind der perfekte Snack, der Hit bei Partys und ein beliebtes Naschgesmüse für Kinder. Du kannst die Früchte direkt von der Pflanze genießen, aber auch pikant einlegen.

Stachelgurke (Kiwano)
Die bezaubernden Gurken, die optisch an Igel erinnern, sind geschmacklich zwischen Obst und Gemüse angesiedelt. Saftig, fruchtig und dabei herrlich erfrischend überzeugen sie selbst Rohkost-Muffel. Du kannst die Frucht halbieren und einfach auslöffeln. Sie schmeckt in Joghurts und Desserts genauso, wie in Salaten und ist eine herrliche Dekorative für kalte Platten oder sommerliche Drinks.

Die Pflanze gedeiht in klimatisch begünstigten Weinbaugebieten auch im Freiland gut. Überall sonst empfiehlt sich die Kultur im Gewächshaus. Trage bei der Ernte besser Handschuhe – nicht nur die Früchte selbst sind stachelig, auch die Ranken sind durchaus wehrhaft.

Inkagurke (Cyclanthera Pedata)
Das aus den Anden stammende Gewächs zählt zwar wie die Gurken zur Familie der Kürbisgewächse, ist aber keine Gurke im eigentlichen Sinne, sondern bildet eine eigene Gattung. Schon die Inkas zogen sie als Gemüse, die Ureinwohner von Peru nutzten sie vor allem als Heilmittel.

Und tatsächlich beeindruckt die mit ihren immunstärkenden und krebshemmenden Eigenschaften. Die geschickte Kletterpflanze kann mühelos Höhen von bis zu vier Metern erklimmen. Sie trägt fünffingrige Blätter und flammen- oder tränenförmige, hellgrüne Früchte, die leicht gestachelt sind.

Sie reifen erst gegen Ende August. Im jungen Zustand eignen sie sich sowohl zum Rohverzehr als auch zum Einlegen. Reife Früchte schmecken gegrillt, gedünstet oder gebraten. Neben den Früchten sind auch die Ranken und die Blätter der Pflanze genießbar.

Lemon
Mit ihren zitronenförmigen, gelben Früchten sorgt Lemon für Begeisterung bei Tisch. Ihr süßer, aromatischer Geschmack macht die köstlichen Kugeln zu einer beliebten Zutat in Obstsalaten. Auch zum Füllen sind die bestens geeignet.

Serpent Chiaro
Die Pflanze trägt ungewöhnlich helle Früchte in zartem Lindgrün. Sie sind fein gerippt und duften zart nach Melone. Serpent Chiaro macht sich gut in Salaten oder Desserts, Du kannst die Rarität auch gekocht in der italienischen Küche verwenden.

Mezzo Lungo di Polignano
Die kleinen, rundlichen Früchte sind köstlich und zartschalig. Sie entzücken mit ihrem feinen Melonengeschmack und werden bis zu 10 Zentimeter lang.

Suyo long Mit ihren langen, gerippten und leicht gestachelten Früchten zieht Suyo long alle Blicke auf sich. Im jungen Zustand sind die leicht süßlichen und absolut bitterfreien Früchte beinahe samenlos und wunderbar knackig. Die Sorte ist in China weit verbreitet. Sie verträgt auch große Hitze problemlos, ist resistent gegen Mehltau und bringt frühe Erträge.

Gurkenmelone Mondo die Fasano o Cianciuffo Eine äußerst produktive Sorte aus Apulien, die mit ihren kugelrunden, mittelgrünen Früchten ins Auge sticht. Der Durchmesser der attraktiven Gurkenfrüchte mit ihrem saftigen weißen Fleisch beträgt etwa 10 bis 12 Zentimeter.

Und was hat es mit den blauen Gurken auf sich?

Ja, es gibt sie tatsächlich, die blauen Gurken. Der Blaugurkenbaum (Decaisnea fargesii) stammt ursprünglich aus China und begeistert mit dunkelblauen, essbaren Früchten, die von ihrer Form her wie Gurken aussehen. Dennoch handelt es sich botanisch nicht um eine Gurkensorte, sondern um eine strauchartige Pflanze aus der Familie der Fingerfruchtgewächse.

Interessierte Hobbygärtner können die eigentümliche Pflanze auch hierzulande kultivieren, er toleriert Temperaturen bis etwa minus 20 ºC. Im Frühjahr öffnet er seine glockigen gelben Blüten, die in großen Trauben zusammengefasst sind. Die Früchte werden bis zu 15 Zentimeter lang und sind reif, wenn sie eine tiefblaue Färbung angenommen haben. Sie schmecken leicht süßlich und beherbergen viele schwarze Kerne.

Fazit

Gurken haben weit mehr zu bieten als monotone, glatte, grüne Gleichförmigkeit. Sieh Dich um in der mannigfaltigen Welt der Gurkensorten und finde eine Gurke, die geschmacklich und von ihren Bedürfnissen her perfekt zu Dir passt. Wer weiß, vielleicht faszinieren Dich auch gleich mehrere Sorten. Lass Dich inspirieren, dann steht Deinem bunten, vielfältigen Gurkengarten nichts mehr im Wege!

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