Gemüse

Mangold Krankheiten & Schädlinge erkennen & bekämpfen

AKTUALISIERT AM:

Mangold ist eine zweijährige Pflanze. Er wird vor allem in den kühleren Monaten geerntet. Sein frisches Grün ist dann besonders begehrt und ist auch schön anzusehen. Aber mit Mangold-Pflanzen kann es zu Problemen mit Krankheiten oder Schädlingen kommen. Wir zeigen Dir im Folgenden auf, welche Krankheiten und Schädlinge Deine Mangold-Pflanzen befallen können und was Du zu deren Bekämpfung oder Vorbeugung tun kannst.

Rübenfliege (Pegomya betae)

Die Rübenfliege, die fünf bis acht Millimeter groß wird, gehört zu den Blumenfliegen. Sie bildet jährlich drei bis vir Generationen aus. Ihre Überwinterung findet als Puppe in der Erde statt.Die Fliege legt ihre Eier an der Blattunterseite ab. Die daraus schlüpfenden Larven bohren sich in das Blattgewebe ein und es entsteht der Minierfraß. Bei stärkerem Befall sterben die Blätter ab. Nach zwei Wochen verlassen die Larven die Pflanze, um sich im Boden zu verpuppen.

Rübenfliege erkennen

Helle, unregelmäßige Flecken, die sich ständig ausweiten und später braun werden, deuten bei Mangold auf einen Befall mit der Rübenfliege hin.

Rübenfliege bekämpfen und vorbeugen

Zur Bekämpfung der Rübenfliege kannst Du Folgendes tun:

  • Befallene Blätter entfernen und entsorgen (nicht auf dem Kompost)
  • Die Larven können in den Fraßgängen im Blatt zerdrückt werden.

Zur Vorbeugung gegen die Rüben Fliege kannst Du vorgehen, wie folgt:

  • Feinmaschiges Gemüseschutznetz über die Pflanzen breiten.
  • Eine Frühkultur unter einem Gartenvlies anlegen. So sind die Pflanzen schon groß und widerstandsfähig, bevor die Rübenfliegen shlüpfen.

Schwarze Rübenblattlaus (Aphis fabae)

Die Schwarze Rübenblattlaus, auch Bohnenlaus genannt, ist eine der häufigsten Blattlaus-Arten. Sie ist einen bis drei Millimeter groß, ist graugrün bis mattschwarz und kann geflügelt oder ungeflügelt sein. Die geflügelten Tiere sind meist etwas größer. Die Scharze Rübenblattlaus legt ihre Eier vor dem Winter an der Rinde verschiedener Gehölze ab. Sie kann jährlich bis zu zehn Generationen bilden. Das Weibchen kann an trockenen, warmen Tagen bis zu fünf Nachkommen erzeugen. Die ersten Läuse schlüpfen im März. Sie sitzen in großen, dichten Kolonien zusammen an den Unterseiten der Blätter und an jungen Trieben. Die weiblichen Läuse können sich ohne Befruchtung vermehren.

Schwarze Rübenblattlaus erkennen

Der Befall durch die Schwarze Rübenblattlaus kann an eingerollten, teils gekräuselten Blättern und an klebrigen Pflanzenteilen, oft mit schwarzem Pilzbelag erkannt werden.

Schwarze Rübenblattlaus bekämpfen und vorbeugen

Bekämpft wird die Schwarze Rübenblattlaus, wie folgt:

  • Natürliche Feinde der Blattlaus, wie Marienkäfer und Schwebfliegen durch einen naturnahen Garten fördern.
  • Spritzungen mit einer Seifenlösung, Rainfarntee oder Brennnesseljauche durchführen.
  • Blattläuse per Hand abstreifen.
  • Blattläuse mit einem starken Wasserstrahl von dem Pflanzen abspritzen.
  • Kapuzinerkresse zwischen die Mangold-Pflanzen zu setzen hilf ebenfalls, denn sie ziehen die Rübenblattläuse magisch an und halten sie vom Mangold fern.

Japankäfer (Popillia japonica)

Ursprünglich kommt der Käfer aus Japan, hat sich aber mittlerweile auch in Europa eingenistet. Der Jaüamkäfer wird rund 1,5 cm lang, hat einen kupferartig schimmernden Panzer und einen dunkelgrünen Kopf. Am Hinterleib hat er zwölf weiße, haarige Punkte. Er ist oval und in vorderen Bereich dicker als hinten. Wenn sich ihm etwas nähert, verfällt er in eine Starre und spreizt seine eine von sich. Seine cremeweißen Larven sind durch ein V-förmiges Muster auf dem Rücken zu erkennen.

Japankäfer erkennen

Die Larven fressen vor allem junges Pflanzengewebe, während das Blattgerippe stehenbleibt. Die Befallenen Blätter verfärben sich braun und sterben ab.

Japankäfer bekämpfen und vorbeugen

Bekämpfung des Japankäfers:

  • Ein Befall mit dem Japankäfer muss beim zuständigen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden.
  • Käfer per Hand absammeln.
  • Bekämpfung durch Nematoden.
  • Rasen um die Beete höher wachsen lassen, da das die Ablage der Eier für den Käfer erschwert.
  • Den Garten im Herbst umgraben und die Larven im Boden dadurch vernichten.
  • Natürliche Fressfeind wie Vögel, Igel, Maulwürfe und Spitzmäuse durch einen naturnahen Garten fordern.

Besser als Bekämpfen ist das Vorbeugen:

  • Wenn bekannt ist, dass Larven des Japankäfers im Garten leben, sollte der Boden im Herbst oberflächlich bearbeitet werden. Die Käfer gelangen so an die Oberfläche und werden von Gartenvögeln gefressen.
  • Wenn die Japankäfer zwischen Mai und Juli fliegen und sich paaren, sollte der Garten nicht gegossen werden, denn die Weibchen legen ihre Eier lieber in feuchter Erde ab.
  • Den Garten Vogel freundlich gestalten, denn Vögel fressen den Japankäfer.
  • Die Pflanzen durch feinmaschige Gemüseschutznetze schützen.
  • Für die Pflanzung neuer Gewächse solche wählen, die für den Japankäfer uninteressant sind. Solche Gewächse sind:

    Buchsbaum (Buxus)
    Waldrebe (Clematis spec.)
    Chrysanthemen (Chrysanthemum spec.)
    Koniferen
    Taglilien (Hemerocallis spec.)
    Storchenschnabel (Geranium spec.)
    Ginkgo (Ginkgo bioloba)
    Japanischer Flieder (Syringa reticulata)
    Forsythien (Forsythia spec.)
    Rot- und Silberahorn (Acer rubrum, Acer saccharinum)
    Eichen (Quercus spec.)
    Weißpappeln (Populus alba)
    Rotbuche (Fagus sylvatica
    Rhododendron (Rhododendron spec.)

Ameisen (Formicidae)

Ameisen sind in der Natur nützliche Insekten und sind wichtig für die Bodenverbesserng. Im Garten kommt am Häufigsten die Schwarze Wegameise vor. Sie wird 3 bis 5 mm groß und ist bräunlich bis schwarz gefärbt. Sie baut ihre Nester gerne in Mauerspalten oder unter Pflastersteine.

Die Gelbe Wegameise ist kleiner und hat eine Bernsteinfarbe. Sie wird auch Wiesenameise genannt und baut ihre Nester meist unter Rasenflächen.

Beim Mangold werden die Ameisen vom Honigtau angelockt, den saugende Insekten auf den Blättern hinterlassen. Aus diesem Grund beschützen sie sogar die Blattläuse.

Ameisen erkennen

Ameisen halten sich gerne bei Blattläusen auf. Sie richten an der Pflanze selbst eigentlich keinen Schaden an.

Ameisen bekämpfen und vorbeugen

Da die Ameisen nützlich im Garten sind, sollten sie nicht unbedingt bekämpft werden. Sie dienen als Hygienepolizei, indem sie tote Insekten entsorgen und sie tragen wesentlich zur Verbesserung des Bodens bei.

Vorbeugen kannst Du Ameisen folgendermaßen:

  • Siedle die Ameisen um. Dazu füllst Du Blumentöpfe mit Holzwolle und stellst sie mit der Öffnung nach unten auf eine Ameisenstraße. Die Ameisen werden nach einiger Zeit von ihrem Nest in den Topf umziehen. Warte bis der Umzug beendet ist, Nimm den Topf dann am besten mit einer Schaufel auf und bringe ihn an einen neuen Standort, mindestens 30 m vom alten Nest entfernt, sonst kommen sie zurück.
  • Stelle Schalen mit Wasser und Lavendel- oder Teebaumöl auf. Die Ameisen mögen den Geruch nicht. Zusätzlich kannst Du Zitronenschalen und Zimt- oder Kaffeepulver verteilen. Genauso wirksam sind Chilipulver und Gewürznelken.
  • Auch Gartenkalk, um die Pflanze gestreut, hält Ameisen fern.

Spinnmilben (Tetranychidae)

Spinnmilben haben einen durchscheinenden, hell- bis braungrün gefärbten Körper mit zwei unscharfen Flecken an beiden Seiten. Die Weibchen überwintern und können bis -15 Grad Celsius überleben. Die Eier der Spinnmilbe werden meist an der Blattunterseite abgelegt. Daraus schlüpft eine transparent, weiße Larve, die verschiedene Stadien bis zur ausgewachsenen Milbe durchläuft. Die Spinnmilben ernähren sich vom Pflanzensaft der Wirtspflanze.

Spinnmilben erkennen

Spinnmilben sind an ihren Netzen recht einfach zu erkennen. Sie verbergen sich gerne unter eingerollten Blatträndern oder in Blattachseln.

Spinnmilben bekämpfen und vorbeugen

Spinnmilben bekämpfen:

  • Spinnmilben mit einem kräftigen Wasserstrahl von der Pflanze abspritzen.
  • Befallene Blätter entfernen und entsorgen (nicht auf dem Kompost)
  • Über einen längeren Zeitraum Pflanze mit Milch, Ackerschachtelhalmbrühe, Spülmittel oder Essig besprühen.
  • Eine wässrige Lösung mit Rapsöl verhindert, dass die Spinnmilben ihre Eier ablegen können. Der ölige Film, den Rapsöl auf den Blättern bildet, schließt die Spinnmilben ein und sie können nicht mehr atmen.

Einem Befall vorbeugen:

  • Spinnmilben benötigen zu ihrer Entwicklung warmes und trockenes Wetter. Halte die Umgebung der Pflanze feucht und sprühe sie öfter mit Wasser ab.
  • Fördere die Gesundheit Deiner Pflanze durch regelmäßige Versorgung mit Wasser und Nährstoffen, denn gesunde Pflanzen sind widerstandsfähiger gegen Schädlinge.
  • Pflanze Deine Mangold-Pflanze in Mischkultur. Mischkulturen sind weniger anfällig für Schädlinge.

Thripse (Thysnoptera)

Thripse sind ungefähr zwei Millimeter groß. Sie sind hellbraun gefärbt und sind auf den ersten Blick kaum zu sehen. Bei Berührung der Pflanze fliegen die Tiere davon. Die Larven der Thripse sind hellgrün und können auf der Blattunterseite mit einer Lupe erkannt werden.

Thripse erkennen

Erkennbar ist die Thripse an den Schäden, die sie einer Pflanze zufügt. Sie hinterlässt gelbe oder silbrig-graue Sprenkel auf den Blättern. Junge Blätter können durch den Befall deformiert werden.

Thripse bekämpfen und vorbeugen

Thripse können, wie folgt, bekämpft werden:

  • Pflanze mit einer Seifenlauge mit Olivenöl besprühen. Dazu vermischst Du einen Liter Wasser mit zwei Esslöffeln Olivenöl und einem Spritzer Schmierseife. Besprühe die Pflanze damit, bis kein Befall mehr erkennbar ist.
  • Biologische Präparate auf der Basis von Rapsöl sind ebenfalls effektiv in der Bekämpfung der Thripse.

Zur Vorbeugung gegen Thripse kannst Du Folgendes tun:

  • Blautafeln eignen sich sehr gut zur Vorbeugung. Die blaue Farbe zieht die Tierchen magisch an.
  • Wenn möglich, Luftfeuchtigkeit steigern, indem die Pflanze regelmäßig mit Wasser besprüht wird. Bei hoher Feuchtigkeit ist die Entwicklung der Thripse eingeschränkt.

Wollläuse / Schmierläuse (Pseudococcidae)

Wollläuse erreichen eine Größe von einem bis zwölf Millimeter. Ihre Ausscheidung ist wachsartig und umhüllt die Schädlinge wie weiße Wattebäusche. Sie sind in der Lage, sich eingeschlechtlich zu vermehren. Ein Weibchen kannin acht Wochen bis zu 600 Eier ablegen. Sie legen Ihre Eier an den Blättern, in der Erde und in den Blattachseln oder Hüllblättern der Pflanze ab. Nach zehn Tagen schlüpfen die Larven und breiten sich schnell aus.

Wollläuse erkennen

Wollläuse sind an den kleinen, weißen, Wattebällchen ähnlichen Gebilden gut zu identifizieren. Wolläuse sondern Honigtau ab, was den Befall der Pflanze mit den Rußtaupilz begünstigt. Blätter, die von der Wolllaus befallen sind, färben sich gelb, rollen sich ein und sterben ab. Bei einem starken Befall kann die ganze Pflanze absterben.

Wollläuse bekämpfen und vorbeugen

Wollläuse bekämpfen:

  • Betroffene Pflanzen von kranken Pflanzenteilen befreien und diese entsorgen (nicht auf dem Kompost).
  • Wollläuse mit einem starken Wasserstrahl von der Pflanze abspritzen.
  • Florfliege, Schlupfwesen und Marienkäfer helfen ebenfalls gegen Wollläuse. Schaffe gute Lebensbedienungen für diese Nützlinge in Deinem Garten.

Wollläusen vorbeugen:

  • Pflanzen durch regelmäßiges Gießen und düngen stärken, denn starke, gesunde Pflanzen sind weniger anfällig für Schädlinge.
  • Pflanzabstand einhalten, damit Licht und Luft an die Pflanzen gelangt und die Schädlinge nicht von einer zur anderen Pflanze wechseln können.
  • Pflanzen mit selbst hergestellter Schachtelhalm- oder Brennnesseljauche besprühen.

Blattfleckenkrankheit (Septoria)

Die Blattfleckenkrankheit kann an allen Gartenpflanzen in unterschiedlicher Größe, Form und Farbe auftreten. Sie wird meist durch Schadpilze, aber auch durch Viren und Bakterien ausgelöst. Von Viren verursacht Blattflecken sind mosaikartig ausgebildet. Mit fortschreitender Krankheit breiten sich die Flecken immer mehr aus. Oft bildet sich auch ein Pilzrasen und auf der Blattunterseite zu Sporenlagern.

Pilze, die die Blattfleckenkrankheit auslösen, sind:

  • Schimmelpilz (Alternaria)
  • Schlauchpilz (Asocochyta)
  • Schlauchpilz (septoria).

Seltener sind Blattfleckenkrankheite, die von Bakterien wie Pseudomonas und Xanthomonas ausgelöst werden. Die Erreger werden durch Nässe von Blatt zu Blatt übertragen. Sie dringen durch Verletzungen oder natürliche Öffnungen in die Blätter ein und verursachen die Verfärbungen.

Blattfleckenkrankheit erkennen

Durch Bakterien verursachte Blattflecken haben oft eine hellgelbe Randzone. Um die Flecken herum ist ein breiter, auffällig dunkler Rand. Im Unterschied zu von Pilzen verursachten Flecken gibt es keine Sporenbehälter. Meist vertrocknen die Blattränder.

Bei der Blattfleckenkrankheit durch Pilze bilden sich gelbliche, braune oder Rote Flecken mit dunklem Rand und einem Fruchtkörper auf dem Blatt. Die Pilze schwächen die Pflanze im Wachstum und einzelne Blätter können absterben.

Blattfleckenkrankheit bekämpfen und vorbeugen

Blattfleckenkrankheit bekämpfen:

  • Wird die Blattfleckenkrankheit durch Pilze verursacht, müssen die betroffenen Blätter und Triebe entfernt und entsorgt werden (nicht auf dem Kompost).
  • Schneidwerkzeug desinfizieren, da Pilzsporen darauf haften können.
  • Im frühen Stadium kann ein Fungizid eingesetzt werden.

Blattfleckenkrankheit vorbeugen:

  • Nur gesundes Saatgut und gesunde und starke Setzlinge auswählen.
  • Da Pilzsporen auch im Wasser sein können, Pflanze nur im Wurzelbereich gießen.
  • Auf ausreichend Pflanzabstand achten, damit Blätter schneller abtrocknen und Luft zirkulieren kann.
Foto des Autors

Es gibt kaum etwas Befriedigenderes für mich, als nach einem langen Tag im Garten die Erde unter meinen Fingernägeln zu spüren. Mein Garten ist mein Ruhepol, meine Kreativwerkstatt und manchmal auch mein kleines Chaos. Bei „Pflanzentanzen“ teile ich all die kleinen Freuden und Herausforderungen, die das Gärtnern mit sich bringt. Bist du bereit, mit mir auf diese grüne Reise zu gehen?

Folge uns auf:

Schreibe einen Kommentar