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Radieschen Krankheiten & Schädlinge erkennen & bekämpfen

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Obwohl Radieschen schnell wachsen und meist nicht allzu viel Zeit im Beet verbringen, können auch sie von Krankheiten und Schädlingen befallen werden. Diese können Deine Ernte zum Teil oder ganz vernichten. Damit Dir das nicht passiert, wollen wir Dir zeigen, welche Krankheiten und Schädlinge Deine Radieschen befallen können und wie Du sie bekämpfen oder ihnen vorbeugen kannst.

Rübenfliege (Pegomya betae)

Die fünf bis acht Millimeter große Rübenfliege sieht einer Stubenfliege ähnlich. Sie ist allerdings stark behaart. Ihre Larven fressen das Wurzelgewebe des Radieschens bis sie sich verpuppen. Es gibt im Jahr drei bis vier Generationen der Rübenfliege. Die Puppen der letzten Generation überwintern in der Erde.

Rübenfliege erkennen

Erkennbar ist die Rübenfliege durch den Schaden, den sie anrichtet. Befallene Radieschen sterben meist ab.

Rübenfliege bekämpfen und vorbeugen

Die Rübenfliege kann bekämpft werden, indem befallene Blätter schnell entfernt und entsorgt werden (nicht auf dem Kompost).

Der Rübenfliege kann durch das Ausbreiten von feinmaschigen Gemüseschutznetze über die Pflanzen , um eine Eiablage zu verhindern vorgebeugt werden.

Blattläuse(Aphidoidea)

Blattläuse treten ab Mitte März im Freien in Erscheinung. Sie erscheinen praktisch über Nacht und sitzen dicht gedrängt an den Unterseiten der Blätter. Sie sind nur wenige Millimeter groß und haben eine ovale Körperform. Sie können unterschiedliche Farben haben. Es gibt schwarze, rote, gelbe, weiße, braune und grüne Blattlausarten. Zudem können Blattläuse Flügel haben. Die Eier, die die Weibchen ablegen, können im Garten überwintern. Die Weibchen können bis zu fünf neue Läuse am Tag generieren. Wenn die Blattläuse den Pflanzensaft aussaugen, scheiden sie einen großen Teil davon wieder aus, den sogenannten Honigtau, auf dem wiederum Pilze wachsen.

Blattläuse erkennen

Die kleinen dicht zusammensitzenden Käfer sind an den Blättern nd Trieben der Pflanze mit bloßem Auge zu erkennen.

Blattläuse bekämpfen und vorbeugen

Blattläuse können auf viele Arten bekämpft werden, wie:

  • Sie können mit den Fingern abgestreift und zerdrückt werden oder befallene Blätter können entfernt werden.
  • Fördere Nützlinge wie Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Raubkäfer, Raubwanzen und Vögel. Sie alle fressen Blattläuse. Angezogen werden diese Feinde der Blattläuse durch eine naturnahe Gestaltung des Gartens mit vielen Verstecken, Nistmöglichkeiten und Pflanzen, die Nektar und Pollen spenden.
  • Ist der Befall mit Blattläusen bereits stärker, können sie mit einem gezielten Wasserstrahl weggespritzt werden.
  • Die Blattläuse können mit nützlingsschonenden Mitteln auf Basis von Neem, Natur-Pyrethrum oder Kaliseife bekämpft werden. Dabei muss sorgfältig vorgegangen werden, um den Pflanzen nicht zusätzlich zu schaden.

Blattläusen kann, wie folgt vorgebeugt werden:

  • Sorge mit einem passenden Standort, der weder zu warm noch zu kalt, weder zu schattig noch zu sonnig ist, dafür, dass die Radieschen gesund und stark wachsen. Dann können die Blattläuse nicht so leicht in das Zellgewebe eindringen.
  • Vermeide eine Überdüngung mit Stickstoff, da dieser das Blattgewebe weich macht und dadurch den Befall durch Blattläuse fördert.
  • Wähle resistente Sorten aus

Erdflöhe (Psylliodes)

Bei den Erdflöhen handelt es sich um zwei bis vier Millimeter große Käfer, nicht um Flöhe. Die Käfer sind glänzend schwarz oder gelb gestreift. Wie Flöhe bewegen sie sich hüpfend fort. Die Eiablage, die Larvenentwicklung und die Verpuppung der Erdflöhe erfolgt im Boden. Die Käfer überwintern in Hecken, lauf- und Mulchschichten, in Holz oder Steinhaufen. Je nach Witterung gibt es jährlich eine oder sogar mehrere Generationen.

Erdflöhe erkennen

Kleine, runde Löcher in den Blättern der Radieschen-Pflanze deuten auf einen Befall mit Erdflöhen hin. Typisch für Erdflöhe ist der sogenannte Fensterfraß, bei dem die äußere Blatthaut erhalten bleibt. Das beschädigte Gewebe trocknet dann aus und verfärbt sich braun, bis es schließlich herausfällt. Das Problem ist meist nur optischer Natur und die Pflanze wird nicht nachhaltig geschädigt.

Erdflöhe bekämpfen und vorbeugen

Zur Bekämpfung von Erdflöhen gibt es derzeit nur ein chemisches Mittel im Handel. Aber es gibt einige Möglichkeiten, Erdflöhen vorzubeugen, damit gesundheitsschädliche chemische Mittel vermieden werden können. Diese sind:

  • Erdflöhe lieben ihre Ruhe und trockenes, warmes Wetter. Regelmäßiges Hacken und Jäten stört ihre Ruhe ebenso wie regelmäßiges Gießen und verringert den Befall erheblich.
  • Eine Mulchschicht hilft den Boden feucht zu halten.
  • Eine gute Versorgung der jungen Pflanzen mit Nährstoffen und Wasser hilft ihnen, kräftig und stark zu werden und so den Erdflöhen besser zu widerstehen.
  • Spinat und Salat zwischen die Radieschen zu pflanzen, übt eine abschreckende Wirkung auf Erdflöhe aus.
  • Regelmäßige Spritzung mit Pflanzenjauche aus Rainfarm oder Wermut weht die Erdflöhe ab.
  • Dieselbe Wirkung hat das Bestäuben mit Algenkalk und Gesteinsmehl.

Erdraupen (Ypsiloneule)

Erdraupen sind drei bis fünf Zentimeter lang. Sie sind grün, grau oder braun gefärbt und erscheinen ab Juni. Bei ihnen handelt es sich um die im Boden lebenden Larven von Eulen, einer Familie von Schmetterlingen. Die Erdraupen beginnen ihren Lebenszyklus als Eier an oberirdischen Pflanzenteilen. Nach vier bis sieben Tagen schlüpfen die Raupen. Sie sind anfangs sehr klein, entwickelt sich aber in ein bis zwei Wochen zu einer große Raupe. Sie häutet sich mehrere Male. Nach zwei Häutungen zieht sie sich tagsüber in den Boden zurück und frisst nachts oberirdisch an den Pflanzen. Im letzten Larvenstadium wandert sie 50 cm tief in die Erden, wo sie überwintert. Die Verpuppung erfolgt im folgenden Frühjahr knapp unter der Oberfläche in einem glänzenden, nussbraunen Kokon.

Erdraupen erkennen

Sie durchtrennen Pflanzenteile knapp über dem Boden, was ihnen den englischen Namen „Cutworms“ eingebracht hat. Wenn an der Pflanze kein anderer Schädling erkennbar ist, solltest Du nach Erdraupen graben. Du kannst sie daran erkennen, dass sie sich bei Berührung zusammenrollen.

Erdraupen bekämpfen und vorbeugen

Erdraupen können, wie folgt, bekämpft werden:

  • Eine Bekämpfung der Erdraupen kann mit den dafür passenden Nematoden vorgenommen werden. Diese werden laut Gebrauchsanweisung in Wasser gegeben und über die zu behandelnde Bodenfläche verteilt.
  • Regelmäßiges Hacken stört die Entwicklung der Erdraupen im Boden.
  • Gemüseschutznetze verhindern, das die Eulenfalter ihre Eier auf Pflanzen ablegen können.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Erdraupen sind:

  • Förderung von Feinden der Erdraupen durch das Anlegen eines naturnahen Gartens. Natürliche Feinde der Erdraupen sind Vögel, Spitzmäuse, Igel, Maulwürfe, Laufkäfer und Schlupfwespen.
  • Da Erdraupen keinen feuchten Boden mögen, hilft es auch, den Boden ständig feucht zu halten.

Rettichschwärze (Aphanomyces raphani)

Die Rettichschwärze ist eine Pilzerkrankung. An den Radieschen zeigt sich eine grau-blau bis schwarze Verengung. Im Verlauf der Krankheit färbt sich die ganze Wurzel schwarz. Sie reißt in der Länge auf und wird von innen morsch. Der Grund dafür sind die sich im Boden befindenden Pilzsporen. Sie dringen über Wurzeln in kleine Verletzungen der Radieschen ein. Das befallene Gewebe stirbt ab.

Rettichschwärze erkennen

Rettichschwärze ist am Schadbild erkennbar. Der Befall ist reifenartig um die Frucht und es bilden sich Risse von oben nach unten.

Rettichschwärze bekämpfen und vorbeugen

Rettichschwärze kann, wie folgt, bekämpft werden:

  • Pflanzen regelmäßig mit einem Pflanzenstärkungsmittel mit Bacillus subtilis behandeln. Es stimuliert das Wachstum der Radieschen-Pflanze und stärkt ihre Widerstandskraft.
  • Die Pflanzen mit ausreichend Kali versorgen
  • Kranke Pflanzen entfernen und entsorgen (nicht auf dem Kompost)

Vorbeugende Maßnahmen sind, wie folgt:

  • Fruchtfolge mit Anbaupausen von mindestens drei Jahren einhalten.
  • Ausreichenden Pflanzabstand einhalten.
  • Widerstandsfähige Sorten wählen.
  • Hohe Boden pH-Werte durch Einbringen von Rindenmulch senken.
  • Porree als Vorfrucht mindert den Befall.

Fusarium-Welke (Fusarum)

Fusarium ist ein Schlauchpilz.. Der Pilz ist in der Lage, Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) zu bilden. Daher ist er nicht nur für die Pflanze, sondern auch für Menschen und Tiere gefährlich. Der Pilz ist weltweit in den Böden oder auf Pflanzen zu finden. Wie bei Pilzen üblich bildet Fusarium eine Hauptfruchtform und eine Nebenfruchtform aus. Die Hauptfruchtform vermehrt sich geschlechtlich, die Nebenfruchtform ungeschlechtlich. Der Pilz überdauert im Boden bis zu zwei Jahre. Mit dem Wachstum der Pflanze im Frühjahr entwickelt sich auch der Pilz.

Fusarium-Welke erkennen

Die Fusarium-Welke ist am verminderten Wuchs der Radieschen-Pflanze erkennbar. An den Blättern bilden sich Chlorosen und Nekrosen. Die Knolle bleibt klein. Gefäßbündel verfärben sich rötlich-braun bis schwarz.

Fusarium-Welke bekämpfen und vorbeugen

Bekämpfung der Fusarium-Welke:

  • Für die Bekämpfung der Fusarium-Welke gibt es für den Garten nur das Fungizid „Prestop“. Es arbeitet mit dem Bodenpilz Gliocladium catenulatum. Es kann auch bei Jungpflanzen verwendet werden. Die Anwendung erfolgt durch Spritzen oder Gießen nach Anleitung des Herstellers.
  • Befallene Pflanzen entfernen und entsorgen (nicht auf dem Kompost).

Vorbeugende Maßnahmen gegen Fusarium-Welke sind:

  • Resistente Sorten verwenden.
  • Saat mit Kamillentee beizen.
  • Fruchtfolge und Anbaupausen beachten.

Falscher Mehltau (Peronospora parasitica)

Falscher Mehltau ist eine Pilzerkrankung von Pflanzen. Der Pilz bildet einen weißen, samtigen Belag vorwiegend auf der Unterseite der Blätter, der nicht abgewischt werden kann. Die Oberseite der befallenen Blätter verfärben sich oft gelblich oder braun..

Falscher Mehltau erkennen

Falscher Mehltau kann an dem weißen Belag auf der Unterseite der Blätter und einer Verfärbung der Blattoberseite erkannt werden.

Falscher Mehltau bekämpfen und vorbeugen

Falscher Mehltau sollte möglichst schnell bekämpft werden und zwar so:

  • Betroffene Pflanzenteile sofort entfernen und entsorgen (nicht auf dem Kompost).
  • Bei starkem Befall muss die ganze Pflanze entfernt und entsorgt werden (nicht auf dem Kompost.
  • Pflanze mit einem Fungizid behandeln. Dabei ein Mittel benutzen, das über die Blätter und die Wurzel aufgenommen wird. Blattunterseite behandeln.

Dem Falschen Mehltau kann folgendermaßen vorgebeugt werden;

  • Falscher Mehltau tritt vor allem bei hoher Feuchtigkeit auf. Achte darauf, dass die Blätter Deiner Pflanzen trocken bleiben. Also nur von unten gießen und ausreichend Pflanzabstand einhalten, dass die Blätter schneller abtrocknen können und die Luft zirkulieren kann.
  • Widerstandsfähig Sorgen auswählen.
  • Vermeide eine einseitige Düngung mit Stickstoff, da dieser den Befall begünstigt.
  • Achte auf eine kaliumbetonte Düngung, um die Resistenz der Pflanzen zu fördern.
  • Sorge mit einem regelmäßigen Fruchtwechsel dafür, dass Krankheitserreger sich nicht ausbreiten.
  • Setze Pflanzenstärkungsmittel, wie beispielsweise Schachtelhalmjauche ein.

Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae)

Kohlhernie ist eine Pilzkrankheit, die von einem Schleimpilz verursacht wird. Der Pilz lebt im Boden und bildet dort Dauersporen aus. Diese können an befallenen Standorten bis zu 20 Jahre überdauern. Der Pilz dringt in die Wurzeln der Pflanzen ein und lässt die Knollen unkontrolliert wuchern. Diese Wucherungen blockieren die Leitungsbahnen und die Pflanze erhält nicht mehr ausreichend Wasser und Nährstoffe. Die befallenen Pflanzen welken und sterben oft ab.

Kohlhernie erkennen

Die Kohlhernie ist erkennbar an einem schlechten Wachstum der Pflanze. Sie hat welkende, vergilbte Blätter. An warmen Tage hängen die Blätter herab. Die Knollen sind verdickt.

Kohlhernie bekämpfen und vorbeugen

Eine direkte Bekämpfung der Kohlhernie ist nicht möglich. Die betroffene Pflanze sollte allerdings umgehend aus dem Beet entfernt und entsorgt werden (nicht auf dem Kompost).

Die folgenden vorbeugenden Maßnahmen können getroffen werden:

  • Kohlhernie breitet sich vor allem bei Feuchtigkeit aus. Daher sollte der Boden gut durchlässig und sandig sein.
  • Den Boden bei Bedarf mit Gartenkalk oder Urgesteinsmehl kalken. Der Kalk beugt der Kohlhernie vor und versorgt die Pflanze mit einem wichtigen Nährstoff.
  • Zwischen den einzelnen Anbauphasen von Radieschen mindestens drei bis fünf Jahre Pause einhalten.
  • Wenn das aus Platzmangel nicht möglich ist, nach der Ernte eine Gründüngung (keinen Raps und keinen Senf) ausbringen und anschließend reichlich Humus in Form von reifem Kompost ausbringen. Dadurch werden die Pilzsporen verringert.
Foto des Autors

Es gibt kaum etwas Befriedigenderes für mich, als nach einem langen Tag im Garten die Erde unter meinen Fingernägeln zu spüren. Mein Garten ist mein Ruhepol, meine Kreativwerkstatt und manchmal auch mein kleines Chaos. Bei „Pflanzentanzen“ teile ich all die kleinen Freuden und Herausforderungen, die das Gärtnern mit sich bringt. Bist du bereit, mit mir auf diese grüne Reise zu gehen?

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