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Stangenbohnen Krankheiten & Schädlinge erkennen & bekämpfen

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Stangenbohnen können bis Ende Juni ausgesät werden. Um eine gute Ernte einzufahren brauchen sie viel Wasser. Wenn Du sie richtig pflegst, kannst Du mit Ihnen hohe Erträge erreichen. Um das tun zu können, musst Du sie allerdings auch vor Krankheiten schützen und vor Schädlingen bewahren. Wir wollen Dir in diesem Artikel die Mittel dazu an die Hand geben. Du erfährst, welche Krankheiten und Schädlinge bei Stangenbohnen auftreten können und was Du tun kannst, um sie zu bekämpfen und ihnen vorzubeugen.

Schwarze Bohnenblattlaus (Aphis fabae)

Die Schwarze Bohnenblattlaus befällt ab Mai die Stangenbohnen. Sie ist eine der häufigsten Blattlausarten. Das Tier ist ein bis drei Millimeter groß und hat eine elliptische Form.. Es gibt Exemplare mit oder ohne Flügel, wobei die mit Flügel größer sind. Die Schwarze Bohnenblattlaus legt ihre Eier im Winter den der Rinde von Gehölzen ab. Sie können jährlich bis zu zehn Generationen haben. In trockenen, warmen Monaten haben die Weibchen bis zu fünf Junge am Tag. Die Tiere sitzen in großen Kolonien an den Unterseiten der Blätter oder an den Trieben. Bis zum Herbst gibt es ausschließlich weibliche Läuse, die sich ohne Befruchtung vermehren. Ab Mitte September fliegen die Blattläuse zu ihren Winterwirten.

Schwarze Bohnenblattlaus erkennen

Die Schwarze Bohnenblattlaus saugt große Mengen an Pflanzensaft und sondert dabei schädlichen Speichel ab. Den Zuckerüberschuss aus dem Saft sondern die Tiere als sogenannten Honigtau ab, der von Bienen und Ameise gerne aufgenommen wird. Außerdem siedeln sich auf dem Honigtau gerne Rußtaupilze an, die die Pflanzen schädigen. Den Befall kann man mit bloßem Auge erkennen, aber auch an dem abgesonderten Honigtau.

Schwarze Bohnenblattlaus bekämpfen und vorbeugen

Die Schwarze Bohnenblattlaus wird, wie folgt, bekämpft:

  • Natürliche Feinde der Schwarzen Bohnenblattlaus, wie Marienkäfer und Schwebfliegen, im Garten fördern.
  • Pflanzen mit einer Seifenlosung, Rainfarntee oder Brennnesseljauche besprühen.
  • Schädlinge per Hand, durch Abspritzen mit einem starken Wasserstrahl oder durch Abschneiden der befallenen Triebe entfernen.
  • Kapuzinerkresse zwischen die Stangenbohnen-Pflanzen setzen. Sie zieht die Blattläuse an und lenkt sie so von den Bohnen ab.

Der Schwarzen Bohnenblattlaos kann, wie folgt, vorgebeugt werden:

  • Vermeide eine übermäßige Stickstoffdüngung, da Stickstoff die Pflanzenzellen weich und somit anfällig für Blattläuse macht.
  • Gefährdete Pflanzen ausreichend wässern.
  • Eine frühe Aussaat wirkt einem Befall entgegen, da die Pflanzen zur Zeit des Blattlausbefalls bereits stark und widerstandsfähig sind.

Bohnenfliege (Delia sp.)

Die Bohnenfliege erreicht eine Größe von vier bis sechs Millimeter. Ihr Kopf, ihre Brust und ihr Bauch sind grau bis gelb und ihre Beine sind schwarz. Sie sieht aus wie eine kleine Ausgabe der Stubenfliege. Von April bis Mai legen die Weibchen jeweils 30 bis 90 Eier an das Saatgut der Stangenbohnen. Nach zwei bis elf Tagen schlüpfen daraus die Larven, die die Kerne aushöhlen. Nach zwei Wochen verpuppen sie sich. Die Samen sind nicht mehr keimfähig oder bringen geschädigte, deformierte Keimlinge hervor. Nach weiteren zwei Wochen schlüpfen die Fliegen der nächsten Generation. Bis zu vier Generationen im Jahr sind möglich. Da die Bohnenfliege sich vor allem bei feuchtem, kühlem Wetter gut entwickelt, richten die ersten Larven den größten Schaden an.

Bohnenfliege erkennen

Erkennbar ist ein Befall mit der Bohnenfliege an schlecht entwickelten Keimlingen und an Fraßspuren an den Keimblättern. Auch Wurzelhals und Vegetationspunkte werden gerne angefressen. Betroffene Keimlinge sterbe an.

Bohnenfliege bekämpfen und vorbeugen

Die Bekämpfung der Bohnenfliege sieht folgendermaßen aus:

Eine Bekämpfung der Bohnenfliege und ihrer Larven ist im Garten nicht möglich, aber es gibt einige vorbeugende Maßnahmen:

  • Keinen Kompost, Mist oder Reste einer Vorkultur im Beet ausbringen oder belassen, da sie einen Befall mit Bohnenfliegen fördern.
  • Wirtspflanzen wie Spinat oder Kartoffeln als Vorkultur meiden.
  • Da die erste Generation der Bohnenfliege den meisten Schaden anrichtet, kannst Du das umgehen, indem Deine Stangenbohnen erst Mitte Mai aussäst.
  • Du kannst die Stangenbohnen aber auch vorziehen und dann die bereits starken, widerstandsfähigen Pflanzen in den warmen Boden auspflanzen.

Spinnmilben (Tetranychidae urticae)

Spinnmilben sind nur 0,25 bis 0,8 mm groß und sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Sie haben acht Beine und kleine rote Augen. Ihr Körper ist länglich oval und mit Borsten besetzt. Sie haben ein stechend-saugendes Mundwerkzeug, mit dem sie auf der Unterseite in die Blätter eindringen und deren Zellen aussaugen. Ihre Körperfarbe variiert je nach Wirtspflanze zwischen blassgrün, gelbgrün, orange und rotbraun.

Sie gedeihen am besten in trocken, warmem Wetter und einem geschützten Standort. Die Tiere leben nur wenige Wochen, können sich jedoch sehr schnell vermehren. Die weiblichen Spinnmilben leben in ihrem kurzen Leben bis zu 100 Eier an den Unterseiten der Blätter. Nach drei Tagen schlüpfen die Larven, die sich in sechs bis fünfzehn tagen zu erwachsenen Tieren entwickeln.

Spinnmilben erkennen

Erkennbar sind Spinnmilben durch ihre Gespinste und ihre Saugschäden an den befallenen Pflanzen. Dabei handelt es sich um zahlreiche, winzige helle Pünktchen an den Blättern.

Spinnmilben bekämpfen und vorbeugen

Bekämpfung von Spinnmilben:

  • Die Blattunterseiten regelmäßig mit einer Lupe auf einen Befall untersuchen. Du kannst dazu auch die Pflanzen mit Wasser besprühen. Dann werden die Gespinste der Spinnmilben sichtbar.
  • Spinnmilben in Abständen von einigen Tagen mit einem starken Wasserstrahl von der Pflanze abspritzen.
  • Alle betroffenen Blätter und Triebe entfernen und entsorgen (nicht auf dem Kompost).
  • Du kannst auch Raubmilben oder Gallmücken Feltiella acarisuga zur Bekämpfung einsetzen. Beide Arten sind im Internet erhältlich und sollten nach Anweisung eingesetzt werden.

Vorbeugung gegen Spinnmilben:

  • Luftfeuchtigkeit durch regelmäßiges Besprühen mit Wasser erhöhen, um die Aktivität der Spinnmilben einzuschränken.
  • Pflanze ausreichend mit Wasser versorgen. Eine Mulchschicht hilft dabei, den Boden feucht zu halten.
  • Bohnenstangen vor dem Einsatz gründlich reinigen, da sie als Winterverstecke für die Spinnmilben dienen.
  • Pflanzen durch Kalium betonte Düngung und Pflanzenstärkungsmittel stärken.
  • Stickstoff betronte Düngung meiden, da Stickstoff die Pflanzenzellen weich und weniger widerstandsfähig macht.
  • Raubwanzen, Laufkäfer, Marienkäfer und Florfliegen durch einen naturnah angelegten Garten anziehen und fördern. Sie sind natürliche Feinde der Spinnmilben.

Schnecken (Gastropoda)

Bei den Schnecken sind es vor allem die folgenden Arten, die in unseren Gärten Schäden anrichten:

  • Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus)
  • Garten-Wegschnecke (Arion hortensis)
  • Gemeine Wegschnecke (Arion distinctus)
  • Genetzte Ackerschnecke Deroceras recticulatum)

Schnecken erkennen

Schneckenbefall ist erkennbar an den Fraßlöchern in der Pflanze, die meist vom Rand ausgehen und an einer silbrig glänzenden Schleimspur.

Schnecken bekämpfen und vorbeugen

Bekämpfung von Schnecken:

  • Schnecken von den Pflanzen, unter Brettern und Steinen einsammeln und weit vom Beet entfernt wieder aussetzten.
  • Eine Reihe mit Bohnenkraut, Kamille, Bartnelken, Lavendel, Salbei, Thymian und Rosmarin dient als natürlicher Schneckenzaun. Die Wirkung ist allerdings begrenzt.
  • Eine Bodenabdeckung mit Farnkraut, Tomatenblättern oder grünen Fichtennadeln hilft ebenfalls.
  • Schneckenzäune um die Beete anbringen.
  • Natürliche Feinde der Schnecken, wie Igel, Erdkröten, Vögel und anderen durch einen naturnah angelegten Garten anlocken und fördern.
  • Hühner und Laufenten haben sich ebenfalls als wirksam bei der Bekämpfung von Schnecken erweisen.
  • Kaffeesatz, Eierschalen, grober Mulch, Sägemehl oder Kalk um die Pflanzen ausstreuen, um die Schnecken fernzuhalten.

Vorbeugung gegen Schnecken:

  • Boden regelmäßig bearbeiten. Fein krümelige Erde bietet den Schnecken keine Verstecke. Boden im Herbst nicht umgraben, da Schnecken in den dadurch entstehenden Hohlräumen gerne ihre Eier ablegen. Den Boden im Winter mit einem Grubber durcharbeiten. Die Schneckeneier kommen dabei an die Oberfläche, wo sie erfrieren, austrocknen oder von Vögeln gefressen werden. Während der Saison Boden 20 Zentimeter tief mit Hacke oder Grubber fein zerkrümeln. Zudem Boden mit Sand oder Kompost feiner machen.
  • Alten Rindenmulch im Frühjahr entfernen, da sich darin Schneckeneier befinden. Der Mulch kann auf dem Kompost entsorgt werden, da die hohen Verrottungstemperaturen die Eier abtöten.
  • Neuen Mulch nur dünn auftragen, damit die Erde besser abtrocknet. Mulch aus Nadelholzrinde verwenden, da Schnecken diesen nicht mögen.
  • Garten nur morgens wässern, damit die Erde tagsüber abtrocknen kann. Auf trockener Erde können Schnecken sich nicht so gut bewegen.

Bohnenrost (Uromyces appendiculatus)

Bohnenrost ist eine Pilzerkrankung, die vor allem Stangenbohnen befällt. Der Pilz bildet Saugfäden, die in das Speichergewebe der Stangenbohnen-Pflanze wachsen. Die Sporen wachsen auf den Blättern der Wirtspflanze. Die Wintersporen des Pilzes können auf den Bohnenstangen überdauern.

Bohnenrost erkennen

Bohnenrost kann an weißlichen, gelblichen oder bräunlichen gewölbten Pusteln auf der Oberfläche der Blätter erkannt werden. An der Blattunterseite zeigen sich weißliche Flecken. In der Mitte der Pusteln befinden sich Pilzsporen. Bei fortgeschrittenem Befall zeigen sich die Flecken auch auf den Bohnenhülsen.

Bohnenrost bekämpfen und vorbeugen

Bohnenrost kann folgendermaßen bekämpft werden:

  • Befallene Blätter sofort entfernen und entsorgen (nicht auf dem Kompost)
  • Bohnen in der nächsten Saison in einem anderen Beet pflanzen.
  • Stangen und Seile austauschen, da die Erreger sich auf den gebrauchten Stangen und Seilen befinden könnten.

Bohnenrost kann folgendermaßen vorgebeugt werden:

  • Da Bohnenrost bei Wärme und Feuchtigkeit bestens gedeiht, sollten die Stangenbohnen nicht dauerhaft feucht gehalten werden. Daher aufs Mulchen verzichten.
  • Saatgut beizen.
  • Resistente Sorten auswählen.
  • Ausreichend Pflanzabstand halten, damit die Blätter der Stangenbohnen besser abtrocknen können.

Brennfleckenkrankheit (Colletorichum lindemuthianum)

Die Brennfleckenkrankheit ist eine Pilzerkrankung, die in feuchten und warmen Sommern auftritt.. Sie Befällt in erster Linie Bohnen. Der Pilz dringt in die Pflanze ein und verursacht braune Flecken auf Blättern, Stängeln und Hülsen der Stangenbohnen-Pflanze. Der Erreger kann jahrelang in den Samen überdauern.

Brennfleckenkrankheit erkennen

Dunkle Flecken auf Blättern, Früchten und Samen sind Anzeichen der Brennfleckenkrankheit. Typisch sind braune, rundliche, eingesunkene Flecken mit einer schwarzen, teilweise auch rötlichen Umrandung, auf denen sich hellrote Sporen bilden.

Brennfleckenkrankheit bekämpfen und vorbeugen

Die Bekämpfung der Brennfleckenkrankheit ist, wie folgt:

  • Es stehen zur Bekämpfung keine zugelassenen Präparate zur Verfügung.
  • Die erkrankte Pflanze schnellstmöglich aus dem Beet entfernen und entsorgen (nicht auf dem Kompost).
  • Da der Pilz auf Pflanzenresten überwintert, ist es wichtig alle Reste vom Beet zu entfernen und zu entsorgen (nicht auf dem Kompost).

Vorgebeugt werden kann der Brennfleckenkrankheit, wie folgt:

  • Resistente Sorten auswählen.
  • Ausreichend Pflanzabstand einhalten, damit die Luft zirkulieren und die Blätter schneller trocknen können.
  • Nur von unten gießen, damit die Blätter nicht feucht werden.
  • Jährlich das Beet wechseln. Idealerweise sollten Bohnen nur alle vier bis fünf Jahre im selben Beet wachsen.

Bohnenmosaikvirus (Potyviren)

Bohnenmosaikvirus ist eine Pflanzenkrankheit, die helle Flecke auf den Blättern der Pflanze hervorruft und diese in ihrem Wachstum hemmt. Die Viren sind mikroskopisch kleine Erreger, die selbst durch kleinste Verletzungen ins Zellinnere der Pflanzen vordringt. Das Virus wird durch Schnittwerkzeuge oder Saftsaugende Insekten, wie Blattläuse, übertragen.

Bohnenmosaikvirus erkennen

Erkennbar ist das Bohenmosaikvirus an den mosaikartigen Flecken auf den Blättern. Die Blätter kräuseln sich, werden klein und schmal. Dann vergilben sie und sterben ab. Die Pflanze selbst ist in ihrem Wuchs gehemmt und blüht weniger. Die Früchte und Triebe können sich verformen.

Bohnenmosaikvirus bekämpfen und vorbeugen

Das Bohnenmosaikvirus kann, wie folgt, bekämpft werden:

  • Es gibt kein Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung.
  • Das Entfernen einzelner befallener Blätter ist nicht hilfreich, da das Virus sich in der ganzen Pflanze verteilt.
  • Befallene Pflanzen sofort aus dem Beet entfernen und entsorgen (nicht auf dem Kompst).

Vorgebeugt werden kann dem Bohnenmosaikvirus, wie folgt:

  • Schädlinge sofort von den Pflanzen entfernen, damit das Virus nicht übertragen werden kann.
  • Schnittwerkzeuge vor jedem Gebrauch desinfizieren.
  • Unkraut regelmäßig entfernen, da sie Wirtspflanzen für das Virus sein könnten.
  • Virus resistente Sorten auswählen.
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Es gibt kaum etwas Befriedigenderes für mich, als nach einem langen Tag im Garten die Erde unter meinen Fingernägeln zu spüren. Mein Garten ist mein Ruhepol, meine Kreativwerkstatt und manchmal auch mein kleines Chaos. Bei „Pflanzentanzen“ teile ich all die kleinen Freuden und Herausforderungen, die das Gärtnern mit sich bringt. Bist du bereit, mit mir auf diese grüne Reise zu gehen?

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