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Balkon Sichtschutz mit Pflanzen leicht gemacht

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Du verbringst viel Zeit auf dem Balkon, möchtest aber nicht, dass Nachbarn oder Passanten dich ständig beobachten? Dann solltest Du deine Privatsphäre vielleicht mit einem Sichtschutz sichern.

Viele denken dann an große und teure Plastik- oder Metallkonstruktionen, die ganz schön ins Geld gehen können. Es geht aber auch deutlich günstiger, grüner und ökologischer: Die einfachste und nachhaltigste Art, fremde Blicke zu vermeiden, ist wohl ein Sichtschutz mit Pflanzen.

Neugierig geworden? Dann lies’ weiter!

Pflanzenarten, die sich als Sichtschutz eignen

Wie Du siehst, gibt es viele Möglichkeiten, mit Pflanzen auf ganz natürliche Weise für mehr Privatsphäre zu sorgen.

Am effektivsten ist es, dicht bewachsenes, gepflegtes Grün so anzulegen, dass der Balkon von der Seite oder sogar frontal nicht einsehbar ist. Sollte dein Balkon als Begrenzung z.B. ein Eisengitter aufweisen, ist es aber auch möglich, diese mit Pflanzen zu bedecken.

Immergrüner & saisonabhängiger Sichtschutz

Viele beliebte Sichtschutz-Pflanzen sind winterhart & immergrün. Sie haben also das ganze Jahr über Blätter, diese Arten sind fast immer auch frostfest und sehr langlebig. Manche haben auch Blüten und gelegentlich sogar Früchte, was das Gesamtbild deutlich farbenfroher und gemütlicher macht.

Immergrüne Pflanzen eignen sich besonders, wenn Du das ganze Jahr über viel Zeit auf dem Balkon verbringst. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten: Einige als Sichtschutz beliebte Optionen verlieren im Herbst ihre Blätter. Diese eignen sich vor allem, wenn Du den Balkon vor allem in der warmen Jahreszeit nutzt.

Einjährige Pflanzen & Langzeitprojekte

Weiterhin gibt es sogenannte einjährige Pflanzen, die jedes Jahr erneuert werden müssen. Diese sind vor allem dann interessant, wenn Du Vielfalt wünschst, denn so kannst Du ohne viel Aufwand oder schlechtes Gewissen zu jeder Balkonsaison eine neue Sichtschutz-Landschaft schaffen.

Andere Arten sind hingegen sehr langlebig und können dich mehrere Jahre lang auf dem Balkon begleiten. Das ist sehr nachhaltig und sorgt nach einiger Zeit für einen sehr dichten Wuchs, allerdings dauert es auch etwas, bis die Pflanzen so hoch gewachsen sind, dass sie keine neugierigen Blicke mehr durchlassen. Auch der Pflegeaufwand mit Gießen, eventuell Frostschutz und Zurechtschneiden ist dann etwas höher.

Blumenampel als Alternative

Manche Gärtner schwören auch auf dekorative Blumenampeln, die auf dem Balkon besonders zur Geltung kommen. Wenn Du geschickt vorgehst, ist es dann sogar möglich, eine Hängekonstruktion zu schaffen, die fast komplett die Sicht auf dein kleines eigenes Reich verdeckt.

Dafür braucht es dann auch keine sonderlich hoch gewachsenen Pflanzen, denn die Menge macht’s. So eine Konstruktion kann aber auch ziemlich wartungsintensiv sein und kommt mit Wind und Sturm nicht sonderlich gut klar.

Worauf kommt es bei der Pflanzenauswahl an?

Bei der Auswahl eines grünen Sichtschutzes für den Balkon kommt es insbesondere auf zwei Kriterien an:

  • Einerseits sollten die Pflanzen natürlich deinem Geschmack entsprechen
  • Andererseits müssen sie aber auch zu den Gegebenheiten deines Balkons passen.

Passende Optik

Natürlich sollte dabei die Optik eine wichtige Rolle spielen: Idealerweise passt der Balkon-Sichtschutz zu deinem Geschmack und harmoniert mit der weiteren Balkon- und Innengestaltung.

  • Wenn Du beispielsweise ein Fan der Tropen bist oder fernöstliche Kultur schätzt, sind exotische “Importe” wahrscheinlich eine bessere Wahl.
  • Solltest Du es bodenständig mögen, passt vielleicht eine für manche Augen eher langweilige, dafür aber auch rustikale Lösung besser.

Erwartbare Höhe

Ebenfalls solltest Du dich darüber informieren, wie groß eine Pflanze ausgewachsen werden kann. Viele Balkon-Gärtner werden nämlich unangenehm überrascht, wenn ihr niedlicher kleiner Strauß auf einmal über 5 Meter hoch wird und beginnt, deinen Nachbarn zu stören.

Viele Shops bieten mittlerweile Unterarten an, die speziell für beengte Verhältnisse gezüchtet wurden. Sie brauchen dann weniger Platz für die Wurzeln und wachsen deutlich weniger in die Höhe als ihre für Gärten gedachte Pendants.

Ebenfalls wichtig: Wenn Du kein Hauseigentümer bist, sollten Kletterpflanzen deinen Balkon am besten nicht verlassen: Wenn sie die Häuserwand beschlagnahmen, sieht das zwar auf den ersten Blick schön aus – die Entfernung kann aber sehr aufwändig sein und sogar den Putz beschädigen.

Pflegebedarf

Auch den Pflegebedarf solltest Du realistisch einschätzen:

  • Du bist viel unterwegs und fährst im Sommer vielleicht sogar ein paar Wochen in den Urlaub? Dann solltest Du dich am besten nicht übernehmen und lieber Pflanzen wählen, die ohne viel Wasser auskommen oder komplizierte Böden brauchen.
  • Wenn Du bereits ein erfahrener Gärtner bist und die Bereitschaft hast, etwas Zeit und Mühe zu investieren, kann es aber auch ein etwas aufwändigerer Sichtschutz sein.

Benötigter Platz

Selbstverständlich musst Du auch die Platzbedingungen in deine Überlegungen mit einfließen lassen.

  • Bei einem Mini-Balkon lohnt sich ein Sichtschutz mit riesigen, viele Wurzeln schlagenden Pflanzen kaum, da die Kübel dir dann kaum noch Raum zum Entspannen bieten würden.
  • Solltest Du hingegen etwas mehr Fläche oder sogar eine Dachterrasse zur Verfügung haben, spielt der Platz wahrscheinlich keine allzu wichtige Rolle.

Winterschutz

Ideal ist es, wenn Balkonpflanzen absolut winterfest sind – dann machen ihnen auch Temperaturen von 20 Grad unter dem Gefrierpunkt kaum etwas aus. Informiere dich am besten vorher, was die Pflanzen aushalten – so vermeidest Du unangenehme Überraschungen!

Manche Arten sind eigentlich robust, schwächeln aber unter beengten Verhältnissen ein wenig. Oft ist es aber trotzdem möglich, die Pflanzen im Winter auf dem Balkon zu lassen, der Topf oder Kübel sollte dann aber z.B. mit einer isolierenden Unterlage geschützt werden.

Andere Balkonpflanzen sind überhaupt nicht winterfest, Du musst sie also in die Wohnung nehmen, damit sie die kalte Jahreszeit überleben. Da Sichtschutze eine beachtliche Größe erreichen, geht das wohl nur, wenn Du dort viel Platz hast.

Lage & Beschaffenheit des Balkons

Und auch die Lage des Balkons musst Du berücksichtigen: Bei sehr schattigen Verhältnissen fallen lichtintensive Lösungen wohl aus, andere Pflanzen sind keine Option, weil sie bei dir zu viel Sonne abbekommen würden. Auch winddurchlässige Lagen bedeuten für einige Optionen, dass sie ungeeignet sind.

Recherchiere also, was die Pflanzen, für die Du dich interessierst, brauchen und vergleiche das dann mit den Gegebenheiten vor Ort.

10 blickdichte Pflanzen, die sich hervorragend für Balkon Sichtschutz eignen

Du suchst nach Inspirationen für deinen grünen Sichtschutz? Dann solltest Du auf jeden Fall weiterlesen, denn im folgenden Abschnitt findest Du 10 dekorative und unter Hobbygärtnern sehr beliebte Ideen, die kaum einen Blick durchlassen.

Bambus

Bambussträucher gehören zu den immergrünen Süßgräsern und sind nicht nur in Asien, sondern auch in weiten Teilen Amerikas und Afrikas verbreitet. Sie verleihen deinem Balkon nicht nur einen leicht exotischen Touch, sondern eignen sich auch hervorragend als ganzjähriger Sichtschutz.

Weltweit gibt es über 1500 Bambusarten. Tropenpflanzen sind sie nicht immer, viele Vertreter sind erstaunlich frost- und winterfest.

Dazu gehören

Bambus ist generell sehr pflegeleicht, mag aber keine Trockenheit – Du musst die Sträucher also wirklich regelmäßig wässern. Für den Balkon ist es ratsam, eine Art zu wählen, die nicht zu hoch wächst.

Blauregen

Wunderschöne lila-blaue Blüten bietet der Blauregen. Das Antlitz dieser Kletterpflanze erweckt das ganze Jahr über Frühlings- bzw. Sommergefühle, trotzdem ist sie winterhart, lediglich die Wurzeln sollten ein wenig vor Frost geschützt werden. Dank ihres dichten Wuchses eignen sie sich auch gut als Sichtschutz.

Nichts für Kinder & Haustiere

Beachte allerdings, dass diese Pflanze giftig ist! Wenn Du Kinder oder Haustiere hast, würde ich daher einen anderen Sichtschutz wählen.

Kleinere Exemplare lassen sich gut auf dem Balkon halten, im Topf braucht der Blauregen allerdings eine Rankhilfe, um seine ganze Pracht entfalten zu können. Auch sonst sind die Pflanzen etwas pflegeintensiv, sie müssen im Sommer täglich gegossen werden, vertragen keine Staunässe und brauchen einen regelmäßigen Schitt, der auch die Wurzeln beinhaltet.

Besonders beliebt in Heimgärten sind der japanische (Wisteria floribunda) und der chinesische (Wisteria sinensis) Blauregen.

Eisenkraut

Eine ungiftige und deutlich einfacher kultivierbare Alternative zum Blauregen ist das ebenfalls lila-bläulich wachsende Eisenkraut. Sie braucht lediglich einen tiefen Kübel und einen hellen, windgeschützten Standort, um sich zu entfalten.

Verbena officinalis, so der lateinische Name, ist winterfest und stellt keine höheren Ansprüche an die Pflanzenerde – Standard-Substrat genügt eigentlich immer. Wenn Du im Frühjahr die Triebspitzen schneidest, wächst das Kraut noch buschiger und ist dann ein sehr effektiver Sichtschutz.

Ebenfalls gut zu wissen: Das Eisenkraut gehört zu den traditionellen Heilpflanzen und kann z.B. als Tee zubereitet werden. Dafür solltest Du dann aber natürlich nur organische Substrate und Dünger verwenden.

Efeu

Der Efeu gehört zu den bekanntesten Rankpflanzen überhaupt. Oft ziert er ganze Häuserwände, sozusagen als immergrüne Alternative zu Farbe und Putz. Aufgrund des dichten Wuchses eignet er sich auch als Sichtschutz hervorragend. Besonders die heimische Art Hedera helix ist empfehlenswert, denn sie ist absolut winterfest.

Ein großer Vorteil von Efeu: Er stellt kaum Ansprüche. Zwar muss er auch im Winter regelmäßig gegossen werden, dafür braucht die Pflanze aber nur wenig Licht und eignet sich deshalb auch für schattige Balkone.

Für die Nutzung auf dem Balkon empfehlen sich insbesondere gerade wachsende Exemplare oder die Nutzung einer Rankhilfe. Ich rate dir dazu, ihn regelmäßig zu schneiden, denn ein die Häuserwände in Anspruch nehmender Efeu ist nur schwierig wieder zu entfernen.

Flieder

Eine sehr schöne Art, dem Balkon in den warmen Monaten vor neugierigen Blicken zu schützen, ist auch der Flieder. Er stammt ursprünglich aus Asien und Südeuropa, ist aber mittlerweile auch aus unseren Breitengraden nicht mehr wegzudenken.

Neben dem gemeinen Garten-Flieder Syringa vulgaris eignet sich für den Balkon insbesondere die Zwergflieder-Art Syringa meyeri Palibin: Diese wächst maximal anderthalb bis zwei Meter in die Höhe.

Ein sehr schöner Nebeneffekt des Flieders ist natürlich der wunderschöne Frühlingsduft, den die Pflanze ausstrahlt.

Augen auf beim Fliederkauf

In Gärten ist auch der “Sommerflieder” Buddleja davidii sehr beliebt. Für den Balkon würde ich von ihm aber abraten, denn diese Art hat mit den “echten” Fliedern eigentlich nichts gemein und ist zudem nicht winterfest.

Je nach Ausprägung wachsen sie entweder als Strauch oder als kleiner Baum – aufgrund des dichten Busches entsteht im Frühjahr und Sommer ein exzellenter Sichtschutz. Allerdings musst Du die Sträucher dafür eher eng pflanzen.

Flieder gelten als sommergrüne Pflanzen. Er verliert also im Herbst Blätter und wird oft teilweise kahl. In der kalten Jahreszeit eignet er sich daher nur bedingt als Abschirmung gegen neugierige Blicke.

Hibiskus

Eine schöne immergrüne Lösung auch für weniger Platz ist der Hibiskus. Besonders zur Blütezeit zwischen April und November sorgen diese blickdichten Sträucher für eine enorme Farbenpracht, die sie deutlich von anderen, etwas langweiligen Hecken abheben lässt.

Aufgrund der eher kompakten Größe – die meisten Hibiskus-Arten wachsen lediglich anderthalb bis zwei Meter in die Höhe – eignet sich die Pflanze hervorragend für den Balkon. Er braucht einen hellen Platz, um zu gedeihen, sollte aber gleichzeitig nicht in der prallen Sonne stehen. Die Sträucher müssen gut gewässert werden, vertragen aber keine Staunässe.

Für den Balkon besonders geeignet sind frostresistente Vertreter wie der Garten- (Hibiscus syriacus) und Stauden-Hibiskus (Hibiscus moscheutos). Der Rosenhibiskus (Hibiscus rosa-sinensis) ist zwar als Zimmerpflanze sehr beliebt, aber nicht winterfest.

Kirschlorbeer

In Gärten enorm populär ist der Kirschlorbeer, auch als Lorbeerkirsche oder Prunus laurocerasus bekannt. Dabei handelt es sich allerdings um keinen “echten” Lorbeer, sondern um ein Rosengewächs.

Ein großer Vorteil dieser Art ist ihre enorme Pflegeleichtigkeit: Kirschlorbeer wächst auch bei wenig nahrhaftem Boden, braucht nicht übermäßig Wasser und ist sehr frostbeständig.

Aufgrund der großen Höhe, die manche Varianten erreichen können, empfehle ich für den Balkon eine kleinwüchsige Zuchtform. Um Ordnung zu schaffen, solltest Du die Pflanze regelmäßig zurechtschneiden, z.B. nach Ende der Blüte im Spätfrühling.

Giftpflanze

Auch der Kirschlorbeer ist eine Giftpflanze. Wenn Du (kleine) Kinder oder Haustiere hast, würde ich also empfehlen, einen anderen Sichtschutz zu wählen.

Dank ihrer prächtigen weißen Blüte im Frühjahr und der kräftig-roten Früchte (die allerdings nur gekocht gegessen werden dürfen) ist der Kirschlorbeer auch optisch eine Augenweide.

Kritisiert wird die Art häufig, weil sie zu den sogenannten invasiven Pflanzen gehört. Viele Experten raten deshalb dazu, Kirschlorbeer nicht mehr im Garten anzubauen. Etwas isoliert auf dem Balkon eignet sie sich für viele Heimgärtner aber als dekorativer und pflegeleichter Sichtschutz.

Palmen

Mit einer Palme kannst Du dir nicht nur einen Hauch von Karibik auf deinen Balkon holen, sondern auch einen sehr effektiven Sichtschutz. Die weitläufigen Blätter an der Spitze lassen kaum einen Blick durch – Du kannst also ganz beruhigt entspannen.

Viele Palmen sind sommerliche Temperaturen gewöhnt, es gibt aber auch einige winterfeste Arten. Werden sie nicht zu groß, eignen sie sich auch gut für den Balkon. Im Kübel sind die Wurzeln allerdings etwas weniger kältetolerant – bei Tiefstwerten unter minus 5 Grad ist es deshalb ratsam, den Boden etwas zu isolieren.

Winterfeste Palmen für den Balkon

Palmen sind vergleichsweise pflegeleicht: Manche Arten bevorzugen viel Sonne, es gibt aber auch Exemplare, die sich im Schatten wohl fühlen.

Gewöhnlich haben sie keinen erhöhten Wasserbedarf, nur an sehr heißen Tagen müssen sie viel gegossen werden. Übertreiben darfst Du es ansonsten aber nicht, Staunässe mögen diese Pflanzen überhaupt nicht.

Säulenobst

Wenn Du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen möchtest, kann ich dir aber auch zu kleinen Obstbäumen raten. Besonders Säulenobst eignet sich für den Balkon. Das sind kleine, schmal nach oben wachsende Zuchtformen, die keine Baumkrone bilden und daher kompakt bleiben.

So kannst Du dich nicht nur über Sichtschutz, sondern auch über eine kleine Ernte freuen. Immergrün sind diese Bäumchen aber nicht, im Winter können neugierige Nachbarn also trotzdem etwas auf den Balkon schauen.

Beispiele für erhältliche Säulenobst Arten

Beim Kauf (am besten in der Baumschule) solltest Du darauf achten, dass die Bäume sich selbst befruchten können und unkrautfrei sind. Damit sie kontrolliert wachsen, müssen sie oft zudem regelmäßig geschnitten werden.

Ziergräser

Eine tolle buschige Lösung, die Sichtschutz quasi garantiert, sind auch Ziergräser. Sie lassen sich nicht nur im Garten, sondern auch auf dem Balkon halten, wobei dann insbesondere kleine Zuchtformen empfehlenswert sind.

Sie sind in vielen verschiedenen Farben erhältlich und überzeugen nicht nur dank ihrer Halme, sondern auch mit ihren oft sehr ausgeprägten Blüten, die deinen Balkon im Frühjahr zu einem bunten Pflanzenmeer machen können.

Dekorative & blickdichte Balkon Ziergräser Beispiele

Fast alle Ziergräser sind immergrün, dazu gibt es viele winterfeste Varianten. Sehr junge Pflanzen ohne ausgeprägte Wurzeln sollten in Kälteperioden aber zusätzlich geschützt werden.

Unterschätzen darfst Du aber nicht den Pflegebedarf: Auch wenn die Grashalme oft sehr naturbelassen aussehen, können sie sehr durstig sein und müssen deshalb regelmäßig gewässert werden. Auch ein regelmäßiger Schnitt – am besten direkt nach der Frostperiode – ist notwendig, um die Pflanzen langlebig zu halten und um für Ordnung auf dem Balkon zu sorgen.

Das nötige Equipment

Mit den Pflanzen alleine ist es aber nicht getan: Ein wenig zusätzliches Equipment brauchst Du schon. Je nach Art des Sichtschutzes ist dann mehr oder weniger Mehraufwand nötig.

Blumentöpfe

Sichtschutz-Pflanzen können und sollen auch eine enorme Höhe erreichen: Je nach Größe des Balkons sind zwei bis vier Meter so ganz normal. Was man auf den ersten Blick nicht sieht: Die meisten Arten schlagen auch ganz schön große Wurzeln, um stabil stehen zu können.

Deshalb sind entsprechend großer Blumenkästen und Balkonkästen eigentlich Grundvoraussetzung. Für Einzelpflanzen lohnen sich dann oft Töpfe. Das betrifft z.B. kleine Bäume und hoch wachsende Blumen. So stellst Du dann auch sicher, dass jede Pflanze gleich viel Platz hat.

Kübel

Für größere, enger anliegende Projekte lohnen sich hingegen eher Kübel. So kann ein Effekt entstehen, der dem einer Hecke schon sehr nahe kommt – perfekt für den Sichtschutz. Auch baumartige Sträucher wie Bambus oder Flieder fühlen sich in ihnen sehr wohl.

Aufgrund des eher großen Platzbedarfes reichen herkömmliche, am Geländer befestigte Blumenkästen aber häufig nicht aus. Sofern es die Bedingungen zulassen, ist es daher oft empfehlenswert, die Kübel auf den Boden zu stellen, so dass die Pflanzen von dort nach oben wachsen.

Möglichst ohne Staunässe

Egal, ob Topf oder Kübel: Bei Balkonpflanzen sollte eigentlich immer das Ziel sein, Staunässe zu vermeiden. Das erreichst Du am einfachsten, indem im Boden des Behälters ein kleines Drainageloch eingearbeitet ist.

Hochbeete

Wenn dein Balkon groß genug ist, können aber auch Hochbeete eine schöne Option sein, um dem Sichtschutz ein bequemes Zuhause zu geben.

Mehr hierzu findest Du auch in unserem Artikel “Hochbeete für den Balkon”.

Erde & Substrat

Eine Handvoll frischer Gartenerde

Natürlich brauchen Sichtschutz-Pflanzen auch Erde, um zu gedeihen. Viele pflegeleichte Arten kommen mit Standard-Substrat sehr gut aus und müssen auch kaum gedüngt werden, es gibt aber auch anspruchsvolle Projekte, die besondere Anforderungen haben.

So ist es möglich, dass eine Pflanze z.B. einen sandigeren oder lehmigeren Boden braucht. Bei sehr durstigen Langzeitprojekten kann zudem auch ein Bewässerungssystem für den Balkon sinnvoll sein.

Rankhilfen oder Zäune etc.

Solltest Du dich für eine Kletterpflanze entschieden haben, braucht dein grüner Sichtschutz zudem eine oder mehrere Rankhilfen. Nur so können sie in die Höhe wachsen und wirklich vor neugierigen Blicken schützen.

Viele Balkonpflanzen werden bereits mit diesem Zubehör geliefert. Es ist aber auch möglich, eine derartige Hilfe selbst zu bauen, z.B., indem Du Holzpflöcke in den Balkonboden oder auf dem Geländer einbaust. Eine weitere schöne Option sind Rosenbögen.

Auch größere Lösungen sind möglich: Ein gut befestigter Maschendrahtzaun z.B. ermöglicht es deinen Kletterpflanzen, sich besonders engmaschig zu winden. Auch bei heckenartigen Sichtschutzen kann so eine Konstruktion sinnvoll sein, denn sie minimiert das Risiko, dass dicke Äste herunterfallen und jemanden verletzen könnten.

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Foto des Autors

Seit über einem Jahrzehnt beschäftige ich mich leidenschaftlich gern mit Gartengeräten aller Art. Meine Hände haben inzwischen alles von kleinen Handschaufeln bis zu schweren Maschinen geführt. Bei „Pflanzentanzen“ teile ich als Autor mein Wissen und meine Erfahrungen, um unseren Lesern zu helfen, optimale Kaufentscheidungen zu treffen. Ich habe im Laufe der Jahre gelernt, dass das richtige Gartenwerkzeug wirklich den Unterschied machen kann. Egal, ob du ein Anfänger oder schon ein Gartenprofi bist, ich habe definitiv den ein oder anderen Tipp für Dich auf Lager.

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