Walzenhäcksler oder Messerhäcksler?

Walze oder Messer? Diese Frage stellt sich jedem, der sich einen neuen Häcksler anschaffen möchte. Und je nachdem, was ihr mit eurem Häckselgut vorhabt, kann die eine oder die andere Technologie besser für euch sein.

Ihr solltet also weiterlesen! Denn in den folgenden Zeilen erkläre ich euch, welche Vor- und Nachteile die beiden Häckslerarten jeweils haben. So könnt ihr selber entscheiden, welche Technologie die richtige für euch ist!

Auf einen Blick:

  • Walzenhäcksler quetschen das Schnittgut
  • Messerhäcksler zerkleinern das Material mit extrem scharfen Klingen
  • Walzenhäcksler eignen sich besonders für anschließendes Kompostieren oder Mulchen
  • Messerhäcksler überzeugen besonders durch ihre schnelle und hohe Zerkleinerungsrate
  • Mittlerweile gibt es aber auch Walzengeräte, die auch Vorteile von Messerhäckslern bieten

Eine Aufgabe, zwei verschiedene Technologien

Walzen- und Messergeräte sind zwar beides Häcksler, arbeiten aber mit völlig unterschiedlichen Technologien. Bei dem etwas älteren Messerantrieb ihnen sorgen extrem scharfe Klingen für das sehr sorgfältige Zerkleinern des Schnittguts.

Messer zerschneiden, Walzen zerfräsen

Walzenhäcksler hingegen sind eine etwas neuere Entwicklung. Diese Geräte arbeiten mit einer Fräswalze. Dabei wird das Häckselgut zermalmt. Zahnradartige scharfe Fräsen sorgen für die grobe Zerkleinerung des Materials, dabei wird das Schnittgut zusätzlich gegen eine Druckplatte gedrückt, so dass es förmlich zerquetscht und zerkleinert wird.

Wie unterscheidet sich das Schnittgut?

Wenn man sich also anschaut, wie Walzen- und Messerhäcksler funktionieren, kann man sich schon denken, dass das fertige Schnittgut ganz unterschiedlich beschaffen ist. Je nachdem, was ihr häckselt und was ihr mit dem fertigen Schnitt vorhabt, kann es also Sinn machen, sich für eine der beiden Technologien zu entscheiden.

Das Schnittgut von Walzenhäckslern ist dabei eher grob. Das liegt daran, dass die Fräswalze beim Zerkleinern eher wählerisch ist: Sehr kleines Häckselgut wie Strauchschnitt, winzige Zweige oder auch Laub werden so manchmal auch unbehandelt wieder ausgespuckt, größere Gartenreste wie größere Zweige und Äste werden aber sehr wertvoll verwendet: Durch die Zerquetschung werden nämlich die Fasern des Gewalzten aufgebrochen. So gelangen Mikroorganismen besser ins Innere, weshalb sich gewalztes Häckselgut besonders für die Weiternutzung auf dem Kompost oder als Mulch aufs Beet gestreut eignet.

“Mittlerweile gibt es auch Geräte, welche die Vorteile von Messer- und Walzenhäckslern miteinander kombinieren: Der Bosch AXT 25 TC ist zum Beispiel ein modernes Modell, das mit Turbinentechnologie arbeitet. So funktioniert er zwar wie ein Walzenhäcksler, zerkleinert aber auch kleines Schnittgut fast so wie ein Messergerät.”
Mein Hinweis

Ganz anders sieht es bei messerbearbeitetem Schnittgut aus: Hier ist die Zerkleinerungsrate um einiges besser als bei Walzengeräten, so dass ihr auch sehr kleine oder dünne Teile problemlos klein bekommt. Wenn ihr also eher mit Strauchschnitt oder Laub zu tun hat, arbeitet ein Messerhäcksler um einiges genauer. 

Auf dem Kompost oder auf dem Beet lässt sich dieses Schnittgut auch einsetzen, wird dann aber nicht so schnell zersetzt wie gewalztes Material. Ihr könnt messergehäckseltes Material also auch selber weiterverwenden – optimal ist derartig zerkleinertes Schnittgut aber, wenn ihr möglichst wenige Kubikmeter Gartenabfälle für die Biotonne wollt.

In diesem Video könnt ihr sehr schön den Unterschied zwischen einem Messer- und einem Walzenhäcksler sehen und vor allem hören 🙂 (Quelle: YouTube.com | Frank Baumeister)

Vor- und Nachteile von Walzenhäckslern

Walzenhäcksler häckseln also zwar etwas gröber, dafür lässt sich das so gewonnene Schnittgut aber auch wirklich optimal im Garten weiterverwenden. Aber auch ansonsten hat die Walzentechnologie einige Vorteile: So werden sie beispielsweise nicht ohne Grund auch als Leisehäcksler bezeichnet. Die meisten Geräte bringen es auf eine Schallleistung von gerade einmal etwas mehr als 90 Dezibel – wenn ihr also in einer hellhörigen Nachbarschaft wohnt, dürfte diese Technologie für euch wirklich erste Wahl sein!

Bei sehr weichem Schnittgut stoßen Walzenhäcksler zwar an ihre Grenzen, dafür überzeugt diese Technologie aber bei härterem Material: So könnt ihr mit den Fräswalzen z.B. auch hartnäckigere Holzsorten ziemlich gut und zuverlässig kleinbekommen.

Etwas teurer, aber auch nachhaltiger

Allerdings gibt es auch ein paar Punkte, die gegen die Walzentechnologie sprechen: Im Vergleich zu Messerhäckslern sind diese Geräte z.B. doch etwas langsam – wenn ihr sehr viel Material zerkleinern müsst, kann es also durchaus mal passieren, dass ihr die Geduld verliert. 

Außerdem fordert die fortgeschrittene Technologie auch ein paar Opfer eurerseits ein: Zum einen sind Walzenhäcksler so um einiges teurer als Messergeräte, zum anderen nehmen sie auch ein bisschen mehr Platz im Geräteschuppen weg.

Vorteile

  • grobes, zerfasertes Material lässt sich gut im Garten weiterverwenden
  • sehr leise
  • auch für härteres Schnittgut wie Hartholz geeignet

Nachteile

  • etwas langsam, nur für größeres Schnittgut geeignet
  • sehr massig
  • meist teurer als Messerhäcksler

Vor- und Nachteile von Messerhäckslern

Es kann also auch sein, dass für euch die Vorteile von Messerhäckslern ausschlaggebend sind. Denn zwar ist das so entstandene Schnittgut nicht ganz so gut weiterverwendbar, dafür arbeiten die Klingen aber auch wirklich schnell und durchdringend: Besonders, wenn ihr sehr viel und/oder eher weiches Schnittgut habt, ist ein Messergerät deshalb eine gute Wahl.

Aber auch woanders können Messerhäcksler punkten: So sind sie normalerweise um einiges kompakter, lassen sich also besser verstauen als Walzengeräte, und gehören meist auch noch zu den günstigen Geräten, die auf dem Markt erhältlich sind.

Schnell und leistungsstark, aber auch laut und wartungsintensiv

Es kann also durchaus Sinn machen, sich für einen Messerhäcksler zu entscheiden. Dabei solltet ihr aber auch die Nachteile dieser Technologie kennen: So ist das Häckselgut nicht nur etwas schwieriger kompostier- und mulchbar, Messergeräte sind außerdem noch ziemlich laut. 

Meist lärmen sie mit weit mehr als 100 Dezibel, was euer Gehör und das eurer Nachbarn doch ziemlich strapazieren kann. Außerdem müsst ihr Messergeräte regelmäßig warten: Denn während sich Fräswalzen selbstständig wieder nachschärfen, werden Klingen irgendwann mal stumpf – dann müsst ihr sie austauschen oder sie wieder schärfer machen.

Vorteile

  • sehr starke Zerkleinerungsrate, sehr schnell
  • sehr kompakt
  • günstiger Preis

Nachteile

  • sehr laut
  • Häckselgut verrottet langsamer als bei Walzenhäckslern
  • Messer müssen regelmäßig nachgeschärft werden

Fazit

Je nachdem, was ihr mit eurem Häcksler machen wollt, kann es sich lohnen, sich für ein Walzen- oder ein Messergerät zu entscheiden: 

  • Walzenhäcksler sind besonders leise und eignen sich aufgrund ihres groben, zerfaserten Schnittguts vor allem dann, wenn ihr eure Gartenabfälle auf eurem Beet oder auf dem Kompost weiterverwenden wollt.
  • Messerhäcksler sind etwas lauter und verändern die Beschaffenheit eurer Reste kaum, sind dafür aber sehr leistungsstark, schnell und günstig in der Anschaffung. Ihr seht also – beide Technologien haben ihre Daseinsberechtigung!

Quellen:

  1. Schon vor einigen Jahren hat sich auch die Stiftung Warentest mit den Vor- und Nachteilen von Walzen- und Messerhäckslern befasst.
  2. Auch das Umweltbundesamt hat einige interessante Infos zu Häckslern auf Lager.

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