Pflanzentipps

Zimmer-Kletterpflanzen – 11 Arten, und welche für Katzen giftig sind

11 rankende Zimmerpflanzen mit Lichtbedarf, Gießrhythmus und – wichtig bei Haustieren – Angabe zur Giftigkeit. Von der pflegeleichten Efeutute bis zur duftenden Kranzschlinge.

AVon AlexZuletzt aktualisiert: 7. September 20268 Min Lesezeit
Rankende Zimmerpflanze an einem hellen Fenster

Rankende Zimmerpflanzen füllen genau die Stellen, an denen normale Töpfe nichts hermachen: das Regal, den Schrank, die Ecke neben dem Fenster.

Bei jeder Art steht, ob sie für Katzen giftig ist. Das ist die Angabe, die in den meisten Listen fehlt und die bei Zimmerpflanzen am ehesten Ärger macht — die Hälfte der beliebtesten Rankpflanzen gehört zu den Aronstabgewächsen und reizt Maul und Schlund.

Dazu Lichtbedarf und Gießrhythmus, sortiert nach dem, wie viel Aufmerksamkeit die Pflanze braucht.

Die elf Arten im Überblick

PflanzeLichtWuchsFür Katzen
Efeututehell bis halbschattigRanken bis 3 mgiftig
Kletter-Philodendronhalbschattigklettert an Moosstab bis 2 mgiftig
Fensterblatthell ohne direkte Mittagssonne2 bis 3 mgiftig
Zebrakrauthellhängend bis 60 cmleicht giftig
Erbsenpflanzesehr hellhängend bis 1 mgiftig
Wachsblumehellklettert an einem Bogen bis 2 mungiftig
Königsweinhalbschattig bis hellklettert mit Ranken bis 3 mungiftig
Purpurtütehalbschattigjung buschiggiftig
Kranzschlingesehr hellklettert an einem Bogen bis 3 mgiftig
Schamblumehellhängend bis 60 cmungiftig
Schwarzäugige Susannesehr hellrankt in einer Saison bis 2 mungiftig

Die pflegeleichten — auch für dunkle Ecken

Diese vier verzeihen fast alles: unregelmäßiges Gießen, wenig Licht, trockene Heizungsluft. Wer zum ersten Mal eine Rankpflanze ins Zimmer holt, fängt hier an.

Efeutute (Epipremnum aureum)

  • Licht: hell bis halbschattig, verträgt auch Nordfenster
  • Gießen: wenn die oberen 2 cm Erde trocken sind, etwa wöchentlich
  • Wuchs: Ranken bis 3 m, lässt sich beliebig kürzen
  • Für Katzen: giftig — Calciumoxalat reizt Maul und Schlund
Efeutute mit gelbgrün gemusterten Blättern an einem Regal📌 Pin it
Efeutute mit gelbgrün gemusterten Blättern an einem Regal

Die Efeutute ist die unverwüstlichste Rankpflanze fürs Zimmer. Sie wächst auch dort, wo kaum Licht ankommt, verzeiht Vergessen beim Gießen und lässt sich aus jedem Stück Trieb im Wasserglas vermehren.

Bei Katzen ist Vorsicht geboten: Alle Pflanzenteile enthalten Calciumoxalat-Nadeln, die Maul und Schlund reizen. Hängend außerhalb der Reichweite ist sie unproblematisch, in Bodennähe nicht.

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Kletter-Philodendron (Philodendron hederaceum)

  • Licht: halbschattig, keine direkte Sonne
  • Gießen: gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden
  • Wuchs: klettert an Moosstab bis 2 m, hängend ebenso
  • Für Katzen: giftig — wie alle Aronstabgewächse
Herzförmige Blätter des Kletter-Philodendrons an einem Moosstab📌 Pin it
Herzförmige Blätter des Kletter-Philodendrons an einem Moosstab

Der Kletter-Philodendron sieht der Efeutute ähnlich, hat aber weichere, herzförmige Blätter und wächst etwas langsamer. Er kommt mit Zimmerluft und wenig Licht gut zurecht.

Er wird unter zwei Namen verkauft — Philodendron scandens und Philodendron hederaceum — das ist dieselbe Pflanze. In der früheren Fassung dieses Artikels stand sie deshalb doppelt drin.

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Fensterblatt (Monstera deliciosa)

  • Licht: hell ohne direkte Mittagssonne
  • Gießen: wöchentlich, im Winter seltener
  • Wuchs: 2 bis 3 m, braucht einen Moosstab und viel Platz
  • Für Katzen: giftig

Das Fensterblatt ist streng genommen ein Kletterer: In der Natur wächst es an Baumstämmen hoch, im Zimmer braucht es dafür einen Moosstab. Ohne Stütze kippt es mit den Jahren zur Seite.

Die berühmten Blattschlitze entstehen erst mit dem Alter. Junge Pflanzen haben ganze Blätter — das ist kein Mangel, sondern normal, und je heller der Standort, desto früher kommen die Schlitze.

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Zebrakraut (Tradescantia zebrina)

  • Licht: hell, verträgt etwas Morgensonne
  • Gießen: regelmäßig, mag es leicht feucht
  • Wuchs: hängend bis 60 cm, wächst sehr schnell
  • Für Katzen: leicht giftig — der Saft kann Hautreizungen auslösen

Das Zebrakraut wächst schneller als alles andere in dieser Liste — ein Ableger im Wasserglas wurzelt in einer Woche. Seine silbrig gestreiften Blätter mit violetter Unterseite brauchen Licht, sonst verblasst die Zeichnung.

Es verkahlt von innen. Zweimal im Jahr kräftig zurückschneiden hält es dicht, und die Stecklinge kann man gleich mit eintopfen.

Die dekorativen — mehr Aufmerksamkeit, mehr Wirkung

Diese vier brauchen etwas mehr Zuwendung, sind dafür aber keine Allerweltspflanzen.

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Erbsenpflanze (Senecio rowleyanus)

  • Licht: sehr hell, verträgt direkte Sonne
  • Gießen: sparsam — sie ist ein Sukkulent, nasse Erde bringt sie um
  • Wuchs: hängend bis 1 m
  • Für Katzen: giftig
Herabhängende Triebe der Erbsenpflanze mit kugeligen Blättern📌 Pin it
Herabhängende Triebe der Erbsenpflanze mit kugeligen Blättern

Die Erbsenpflanze trägt kugelrunde, erbsengroße Blätter an dünnen Trieben — sie sieht aus wie eine grüne Perlenkette und ist deshalb die auffälligste Ampelpflanze hier.

Der häufigste Fehler ist zu viel Wasser. Sie speichert es in den Blättern und braucht höchstens alle zwei Wochen etwas, im Winter noch seltener. Werden die Kugeln schrumpelig, ist es zu trocken; werden sie matschig, zu nass.

Wachsblume (Hoya carnosa)

  • Licht: hell, gern etwas Morgensonne
  • Gießen: zwischen den Wassergaben antrocknen lassen
  • Wuchs: klettert an einem Bogen bis 2 m
  • Für Katzen: ungiftig

Die Wachsblume ist die einzige in dieser Liste, die zuverlässig duftende Blüten bringt: sternförmige, wachsartige Dolden, die abends süß riechen.

Die verblühten Blütenstiele nicht abschneiden — sie blüht im nächsten Jahr an derselben Stelle wieder. Wer sie abschneidet, wartet lange auf die nächste Blüte. Sie ist zudem eine der wenigen Zimmerkletterpflanzen, die für Katzen unbedenklich sind.

Königswein (Cissus rhombifolia)

  • Licht: halbschattig bis hell
  • Gießen: gleichmäßig feucht, verträgt keine Staunässe
  • Wuchs: klettert mit Ranken bis 3 m
  • Für Katzen: ungiftig

Der Königswein klettert mit echten Ranken und begrünt damit ein Gitter oder Spalier von selbst — er muss nicht angebunden werden. Seine glänzenden, dreiteiligen Blätter erinnern an Weinlaub.

Er kommt mit Zimmertemperatur und mäßigem Licht zurecht und ist neben der Wachsblume die zweite Art hier, die für Katzen unbedenklich ist. In der früheren Fassung stand er dreimal unter verschiedenen Namen — Königswein, Känguruwein und Russischer Wein sind alles Cissus-Arten.

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Purpurtüte (Syngonium podophyllum)

  • Licht: halbschattig, keine direkte Sonne
  • Gießen: gleichmäßig feucht halten
  • Wuchs: jung buschig, später kletternd bis 1,5 m
  • Für Katzen: giftig

Die Purpurtüte ändert ihre Blattform mit dem Alter: Jung sind die Blätter pfeilförmig, später werden sie mehrfach geteilt. Sorten mit rosa oder weißer Zeichnung sind besonders gefragt.

Sie wächst zunächst buschig und beginnt erst später zu klettern. Wer sie kompakt halten will, kürzt die langen Triebe einfach ein.

Die blühenden — für helle Fenster

Wer nicht nur Grün, sondern Blüten will, braucht mehr Licht. Diese drei blühen im Zimmer zuverlässig, wenn der Standort stimmt.

Kranzschlinge (Stephanotis floribunda)

  • Licht: sehr hell, keine pralle Mittagssonne
  • Gießen: gleichmäßig feucht, kalkarmes Wasser
  • Wuchs: klettert an einem Bogen bis 3 m
  • Für Katzen: giftig

Die Kranzschlinge trägt weiße, stark duftende Trichterblüten — sie ist die klassische Brautblume und die aufwendigste Pflanze in dieser Liste.

Sie braucht eine kühle Winterruhe bei 12 bis 15 Grad, sonst blüht sie im nächsten Jahr nicht. Während der Knospenbildung darf sie nicht gedreht werden, sonst wirft sie die Knospen ab.

Schamblume (Aeschynanthus)

  • Licht: hell, keine direkte Sonne
  • Gießen: gleichmäßig feucht, hohe Luftfeuchte
  • Wuchs: hängend bis 60 cm
  • Für Katzen: ungiftig

Die Schamblume trägt leuchtend rote Röhrenblüten, die aus dunklen Kelchen ragen — im Badezimmerfenster mit hoher Luftfeuchte fühlt sie sich am wohlsten.

Sie mag trockene Heizungsluft nicht. Regelmäßiges Besprühen oder ein Standort im Bad entscheidet darüber, ob sie blüht oder nur Blätter macht.

Schwarzäugige Susanne (Thunbergia alata)

  • Licht: sehr hell, verträgt Sonne
  • Gießen: reichlich, sie trocknet schnell aus
  • Wuchs: rankt in einer Saison bis 2 m
  • Für Katzen: ungiftig

Die Schwarzäugige Susanne blüht von Juni bis Oktober orangegelb mit dunklem Auge und rankt dabei an jedem Gitter hoch, das man ihr hinstellt.

Sie ist einjährig — im Zimmer wie auf dem Balkon. Nach der Blüte ist Schluss; sie wird jedes Frühjahr neu aus Samen gezogen, was leicht gelingt.

Warum aus 22 Arten elf geworden sind

Die frühere Fassung listete 22 Pflanzen — darunter mehrere doppelt und einige, die gar nicht klettern.

Dreifach dieselbe Gattung: Königswein, Känguruwein und Russischer Wein sind alle Cissus-Arten und in Pflege und Aussehen kaum zu unterscheiden. Ebenso standen Philodendron scandens und Philodendron hederaceum getrennt drin — das ist derselbe Name für dieselbe Pflanze. Und das Fensterblatt war zweimal aufgeführt, einmal als „Fensterblatt", einmal als „Monsterkriechpflanze".

Klettert nicht: Die Glücksfeder (Zamioculcas zamiifolia) wächst aufrecht aus einem Rhizom. Sie ist eine gute Zimmerpflanze, aber keine Rankpflanze.

Keine Zimmerpflanzen: Passionsblume, Echter Jasmin, Jiaogulan und Dipladenia sind Freiland- oder Balkonpflanzen. Im Zimmer bekommen sie zu wenig Licht und keine Winterruhe.

Nebenbei korrigiert: Synogonium, Thurnbergia, Zamioculas zamiifolia, „Kranzschlimge" und „Veneraauge" waren falsch geschrieben.

Wo es die Pflanzen gibt

Fünf der elf Arten führt unser Partner Mein schöner Garten — dort steht ein Kauf-Button unter dem Abschnitt: Efeutute, Baumfreund, Fensterblatt, Dreimasterblume und Zimmerrebe.

Vier Arten haben wir nirgends gefunden: Wachsblume, Purpurtüte, Kranzschlinge und Schamblume. Geprüft haben wir dafür auch das Zimmerpflanzen-Sortiment von BALDUR-Garten mit 129 Artikeln — keine davon dabei. Die Erbsenpflanze und die Schwarzäugige Susanne gibt es dort ebenfalls nicht in der hier beschriebenen Art.

Für diese sechs lohnt der Gang ins Gartencenter ohnehin mehr als der Versand: Lange Ranken werden beim Transport leicht geknickt, und im Laden sieht man der Pflanze sofort an, ob sie gesund ist — feste, glänzende Blätter, keine braunen Spitzen, keine Trauermücken in der Erde.

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