So baust Du einen Komposter selbst aus Paletten

DIY, Recycling und Upcycling liegen stark im Trend und sind längst auch im Hobbygarten angekommen. Kompostieren ist von Natur aus ein Upcycling-Projekt, bei dem Du aus pflanzlichem Abfall ein hochwertiges Düngemittel herstellst. Wir verraten Dir, wie Du aus Paletten einen schicken und praktischen Komposter selbst bauen kannst. So macht Kompostieren gleich noch mehr Spaß!

Benötigte Materialien

  • 4 Europaletten
  • 4 Winkelverbinder
  • 4 Scharniere
  • 2 Sturmhaken mit Ösen
  • eine Schachtel Schrauben
  • eventuell 3 Eckwinkel, Rundstangen aus Stahl, Hasendraht

Benötigte Werkzeuge

  • Fuchsschwanz-Säge
  • Akku-Bohrschrauber
  • Hammer

Der ewige Kreislauf der Natur

Für leidenschaftliche Gärtner gehört ein Komposthaufen zu den absoluten Must-haves im Garten. An dieser heiligen Stätte verwandeln sich organische Abfälle aus Haus und Garten in Humus, das schwarze Gold des Gartenbesitzers. Dieser großartige natürliche Dünger versorgt Deinen Pflanzen mit allen wichtigen Nährstoffen, lässt Obst und Gemüse wachsen und reifen und Deine grüne Oase erblühen. 

Kreatives Design für Deinen Garten

Leider ist so ein Komposthaufen nicht gerade ein attraktiver Anblick, denkst Du. Irrtum – Du hast es nämlich selbst in der Hand, wie Dein Kompost aussieht. Mit dem richtigen Know-how kannst Du Deinen eigenen coolen Komposter im angesagten Paletten-Design gestalten. Das ist supergünstig, resourcenschonend und noch dazu ein spannendes Projekt, auf das Du richtig stolz sein kannst. Hier erfährst Du, wie Du aus ausgedienten Europaletten Deine eigene organische Düngemittelfabrik bauen kannst.

Was es zu beachten gilt

Reifer Kompost kurbelt das Wachstum Deiner Nutz- und Zierpflanzen auf biologische Art und Weise an. Um alle Vorteile dieses umweltfreundlichen Naturdüngers voll auskosten zu können, solltest Du zum Bau Deines Komposters ausschließlich unbedenkliche Materialien verwenden. Was kann an Holzpaletten gesundheits- oder umweltschädlich sein, fragst Du Dich? Unter Umständen können die harmlos wirkenden Transporthilfen aus rauem Holz mit Brommethan behandelt sein. 

Vorsicht giftig!

Methylbromid oder Brommethan – ist die einfachste organische Bromverbindung und wird häufig zur Schädlingsbekämpfung sowie zur Begasung von Containern eingesetzt. Im internationalen Handel soll die Substanz verhindern, dass Schädlinge mit dem Verpackungsmaterial oder beim Transport von pflanzlichen Rohstoffen eingeschleppt werden. Brommethan gilt als hochgiftiges Kontakt- und Atemgift. Es beeinträchtigt die menschliche Gesundheit, da es das Nervensystem schädigt. Darüber hinaus fördert es den Treibhauseffekt, indem es die Ozonschicht angreift.

In der EU ist die Begasung mit Brommethan seit 2010 verboten. Leider ist jedoch die Behandlung von Transportgütern und Containerwaren auf anderen Kontinenten wie Asien und den USA weiterhin erlaubt. Achte daher unbedingt auf die Kürzel auf den Holzpaletten und verwende nur neuere Paletten europäischer Herkunft. 

Die nette Palette

Auf jeder Palette muss sich ein eingebranntes Siegel befinden, das Aufschluss über die Herkunft der Palette und die Art und Weise der Schädlingsbehandlung gibt. Suche nach dem IPCC Code (Internationales Pflanzenschutzübereinkommen) und sieh Dir das dort angegebene Kürzel genau an:

  • HT steht für Heat Treatment und bedeutet, dass die Palette hitzebehandelt wurde und keinerlei Gesundheitsgefahr darstellt
  • PCP-HT, FCC-HT, KD oder DH sind Abkürzungen für die verschiedenen Methoden der Hitzebehandlung, auch diese Paletten kannst Du bedenkenlos verwenden
  • DB bedeutet debarked, auf Deutsch ‚entrindet‘, Paletten mit diesem Kürzel sind ebenfalls geeignet
  • MB steht für Methylbromid – diese Palette solltest Du nicht verwenden

Verwende am besten europäische Paletten. Halte dazu nach dem EUR-Zeichen oder dem EPAL-Logo Ausschau. Bedenke außerdem, dass die unterschiedlichsten Produkte auf Paletten transportiert werden. Beim Transport mancher Güter kommt die Paletten mit gesundheitlich bedenklichen Stoffen wie Lösungsmitteln, Farben, Ölen, Pestiziden oder anderen Chemikalien in Berührung und können so verunreinigt werden. Wähle daher Paletten, die zuvor noch nicht benutzt wurden oder von denen Du genau weißt, wofür Sie verwendet wurden.

"Am sichersten und ökologisch sinnvollsten ist die Verwendung von Einwegpaletten. Reinige die Palette gründlich, bevor Du sie weiterverarbeitest."
Mein Tipp

So baust Du Deinen eigenen Komposter

1

Sollten die Paletten nicht die gleiche Größe haben, schneide sie so zurecht, dass die vier Seitenwände Deines Komposters gleich hoch sind.

2

Verbinde nun die Rückwand mit den beiden Seitenwänden. Stelle dazu drei Paletten u-förmig auf und verschraube sie miteinander.

3

Fixiere die zwei Seitenwände mithilfe der Winkelverbinder im rechten Winkel an der Rückwand. Verwende dazu auf jeder Seite zwei Winkelverbinder – einen oben und einen unten.

4

Aus der vierten Palette fertigst Du nun die beiden Türen an. Schneide die Palette der Länge nach zwischen zwei Latten in zwei etwa gleich hohe Hälften. Benutze dazu die beiden anschließenden Bretter als Führung für die Säge. So erhältst Du eine schöne gerade Kante. 

"Holzstücke, die beim Zersägen der Palette anfallen, lassen sich prima als Unterlage verwenden, um eventuelle Bodenunebenheiten auszugleichen."
Mein Tipp

5

Befestige die Türen nun mit den Scharnieren an einer der Seitenwände. Verwende pro Türe zwei Scharniere. Montiere die Scharniere außen, so können die Türen frei schwingen und lassen sich problemlos öffnen. Achte auf eine ausreichende Distanz zwischen dem Boden und der unteren Tür, damit die Türe nicht streift. Auch zwischen den beiden Türen empfiehlt sich für ein reibungsloses Öffnen und Schließen ein kleiner Abstand.

6

Schraube nun je einen Sturmhaken an die Seite jeder Tür. Befestige die Verschlussösen so an der Seitenwand, dass sie die richtige Distanz zum Sichern der Türen haben.

7

Für einen besonders stabilen Komposter, kannst Du die Rückwand und die Seitenteile zusätzlich von oben mithilfe von Eckenwinkeln miteinander verschrauben.

"Die Vorderseite mit den Türen darfst Du natürlich nicht mit Eckenwinkeln fixieren, sonst lässt sie sich nicht mehr öffnen."
Hinweis

8

Wenn Du sichergehen möchtest, dass die untere Türe gut verschlossen ist und der Kompostes an Ort und Stelle bleibt, kannst Du ihn an der Vorderseite von innen und außen mit Eisenstangen fixieren, die Du mit einem Hammer in den Boden schlägst.

9

Um zu verhindern, dass feine Materialien oder Äste aus dem Komposter rutschen, empfiehlt es sich, die Konstruktion mit Hasendraht zu ummanteln. Lege dazu das Drahtgeflecht um die Rückwand und die Seitenteile und fixiere es mit U-Nägeln an den Paletten. Wer auch die beiden Türen mit Hasendraht verkleiden möchte, schneidet das Gitter in der passenden Größe zurecht und befestigt die Zuschnitte mit U-Nägeln von außen an den Türen.

Der perfekte Standort

Mit Paletten gestaltet, sieht Dein Kompost gleich um einiges attraktiver aus als ein loser Haufen oder ein Kunststoffbehältnis. Als handwerklich begabter Hobbygärtner brauchst Du Dein gelungenes DIY-Projekt also nicht im hintersten Winkel des Gartens verstecken. Allerdings können besonders im Sommer bei der Zersetzung Gerüche entstehen, die weniger naturverbundene Nachbarn oder Besucher mit feiner Nase vielleicht nicht so sehr zu schätzen wissen wie Du als leidenschaftlicher Gartenliebhaber. So gesehen ist ein Standort direkt neben der Terrasse oder unter dem Schlafzimmerfenster des Nachbarhauses nicht die beste Wahl.

Ein Platz im Halbschatten

Stelle Deinen Kompostbehälter so auf, dass er auch mit der Schubkarre gut zugänglich ist. Optimal ist ein windgeschützter Platz im Halbschatten. Besonders wichtig ist, dass Dein Kompost direkten Bodenanschluss hat. Nur so können die fleißigen Bodenlebewesen zuwandern, die die organischen Abfälle in Humus verwandeln. 

"Ein richtig angelegter und gut gepflegter Kompost stinkt nicht. Halte dennoch etwas Distanz zum Sitzplatz Deiner Nachbarn."
Mein Tipp

So nimmst Du Deinen Komposter in Betrieb

Dein brandneuer Komposter aus Europaletten steht an einem guten Platz und wartet auf Deinen Einsatz? Für eine ausreichende Belüftung solltest Du ihn schichtweise befüllen: Als unterste Lage sind dünne Zweige, Rasenschnitt und verwelktes Laub optimal. Streue eine dünne Schicht Gartenerde darüber, damit die Mikroorganismen den Weg aus dem Boden in Deinen Komposthaufen finden. Nun kannst Du einfach alle anfallenden organischen Abfälle aus Küche und Garten auf Deinem Kompost deponieren. Von Zeit zu Zeit sorgen feine Äste, Stroh oder Häckselgut für etwas Auflockerung.

Alles über Kompost erfährst Du in unserem umfassenden “Kompost Guide

Folgende Abfälle dürfen kompostiert werden

Dein Kompost freut sich über grobe und feine Gartenabfälle, pflanzliche Küchenabfälle, Kaffeesatz, Teebeutel und Eierschalen und verwandelt sie in wertvollen Dünger. Auch die Streu von pflanzenfressenden Haustieren wie Kaninchen oder Meerschweinchen sind zum Kompostieren geeignet.

Das darf nicht auf den Kompost

Fleisch, Fisch und andere tierische Produkte sowie Speisereste locken Ratten an und sorgen für Fliegenschwärme in Deinem Garten. Für samentragende Unkräuter ist ein Komposter eine tolle Chance, sich mühelos in Deinen Beeten auszubreiten. Auch für Pflanzenkrankheiten ist der Kompost eine ideale Brutstätte, daher dürfen erkrankte Pflanzenteile nicht kompostiert werden. Katzen- oder Hundekot sind ebenfalls ein No-Go.

Kompostieren wie ein Profi – das 3-Kammer-System

Du bist ganz begeistert von Deinem selbst gebauten Paletten-Komposter? Hobbygärtner mit viel Platz im Garten können auch mehrere Paletten-Komposter nebeneinander aufstellen. Ideal ist eine Kompostanlage mit drei Behältern. Beginne die Kompostierung im ersten Behälter. Nach einigen Monaten schichtest Du den Kompost in das zweite Behältnis um. 

Durch das Umfüllen wird das Material durchmischt und reift nun gut weiter. In der ersten Kammer ist jetzt wieder Platz für frische Garten- und Küchenabfälle. Ist die Zersetzung so gut wie abgeschlossen, kommt der reife Kompost in die dritte Kammer. Dort wartet er auf seinen Einsatz im Garten und wird dabei noch feiner.

Fazit

Ein selbst gebauter Komposter aus Paletten ist ein absoluter Hingucker im Garten, der Dir bewundernde Blicke einbringt. Gleichzeitig fungiert Deine coole Konstruktion als hochfunktionales biologisches Kraftwerk, das organische Abfälle in wertvolle Pflanzennahrung verwandelt. So sparst Du eine Menge Geld, schonst die Umwelt und lässt Deinen Garten in üppigem Grün erstrahlen.

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