Gartenkalender

Gartenkalender September – was gibt es jetzt im Garten zu tun?

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Am Übergang zwischen Sommer und Herbst zeigt sich der Garten von seiner schönsten Seite. Hobbygärtner können nun die Früchte ihrer Arbeit genießen. Wenn gegen Ende des Monats die Herbstblüher ihre Knospen öffnen, ist es Zeit, Stauden und Gehölze für die kommenden Jahre zu pflanzen.

Gartenmonat September

Noch hat die Sonne Kraft. Sie geht jedoch bereits merklich später auf und früher wieder unter. Die kühlen Nächte hinterlassen einen glitzernden Teppich aus Tautropfen auf dem Rasen.

Am 22. September ist Herbstbeginn. Die Pflanzen haben ihr Wachstum eingestellt und bereiten sich langsam auf die Vegetationsruhe vor. Zuvor gilt es noch, all die Früchte, die sie in dieser Saison hervorgebracht haben, zu ernten.

Die Schwalben sammeln sich für ihren Aufbruch nach Süden. Aufmerksamen Gartenbesitzern fallen die zahlreichen Wespen auf, die zurzeit unterwegs sind. Ende des Monats sterben die Völker ab, nur die Königin überwintert, um sich im Frühjahr ein neues Nest zu bauen. 

Gemüse säen im September

Der Monat zwischen Sommer und Herbst ist nicht die große Zeit der Gemüseaussaat. Einige Salate sowie Spinat und Radieschen lassen sich dennoch anbauen. Knoblauch wird nicht aus Samen gezogen, sondern gesteckt. 

Knoblauch stecken

Wer Knoblauch im Herbst pflanzt, erhält größere Knollen als bei der Frühjahrspflanzung. Stecke die Zehen im Abstand von 10 bis 15 Zentimetern in die Erde. Die Tiefe sollte etwa 5 Zentimeter betragen. Die Seiten müssen dabei nach oben zeigen. Erntereif ist der sogenannte Winterknoblauch ab Juni des Folgejahres. 

Statt der Knoblauchzehen kannst Du auch die kleinen Brutzwiebeln, die sich aus den Blüten entwickeln, anbauen. Die daraus entstehenden Pflanzen sind besonders robust und bilden üppige Knollen. Allerdings vergehen bei dieser Anbaumethode zwei Jahre bis zur Ernte.

Diese Gemüse kannst Du jetzt säen

Kräutergarten im September

Noch duften die Gewürze in der Septembersonne. Sobald es feucht und kühl wird, lässt ihr Aroma merklich nach. Falls Du Rosmarin, Thymian, Oregano und Salbei noch nicht geerntete hast, ist jetzt Zeit, das nachzuholen. 

Leg einen Kräutervorrat für den Winter an

Bündle die abgeschnittenen Triebe und hänge sie an einem warmen, luftigen Ort im Haus auf, bis sie getrocknet sind. Vor allem die mediterranen Kräuter lassen sich gut trocknen. Liebstöckel, Dill, Koriander oder Petersilie bewahren ihr Aroma eher, wenn Du sie einfrierst.

Du bevorzugst auch während der kalten Jahreszeit frische Würzkraft? Dann leg einen Mini-Kräutergarten auf der Fensterbank an. Dazu schneidest Du einjährige Triebe, die im unteren Bereich verholzt sind und steckst sie in mit Kräutererde gefüllte Töpfe. Wässere die Stecklinge mäßig aber regelmäßig, bis sie neue Blätter bilden.

Blumengarten im September

Der Herbst ist die beste Pflanzzeit für die meisten Stauden. Im September sind die Temperaturen noch mild, zugleich ist es nicht mehr so trocken. So können die Pflanzen gut anwachsen und bis zum Frost kräftige Wurzeln bilden.

Diese Stauden kannst Du jetzt pflanzen

Auch die Zwiebeln und Knollen vieler Frühlingsblumen werden im Herbst in die Erde gelegt. Bereits im kommenden Frühjahr schmücken sie Beete und Gehölzränder mit ihren bunten Blüten. Der wintermüde Rasen lässt sich mit Krokussen, Blausternen, Winterlingen und wilden Tulpen in ein Blütenmeer verwandeln.

Diese Frühblüher kannst Du jetzt pflanzen

Die Kunst des Verwilderns

Fühlen sich Zwiebelblumen an ihrem Standort wohl, breiten sie sich aus und bilden farbenfrohe Teppiche. Wähle eine Sorte, die sich zum Verwildern eignet wie Schneeglöckchen, Schneeglanz, Strahlen-Anemonen, Elfenkrokusse oder Hasenglöckchen. Achte darauf, dass die Ansprüche der Pflanzen zu den Bedingungen in Deinem Garten passen. Mähe den Bereich erst, wenn das Zwiebellaub vergilbt ist.

Diese Blumen & Stauden blühen im September

Herbst-Anemone – elfengleiche Schönheit

Die bezaubernde Staude zählt zu den Hahnenfußgewächsen und erweist sich als langlebig und ausgesprochen pflegeleicht. Ab August öffnen die eleganten Herbstblüher ihre Knospen und blühen bis in den Oktober hinein. Sie lassen sich wunderbar mit Gräsern, Funkien oder mit anderen spät blühenden Stauden wie der Fetthenne kombinieren.

Diese Sträucher blühen im September

Liebesperlenstrauch

Beim Liebesperlenstrauch (Callicarpa bodinieri var. giraldii ‘Profusion’) sind es nicht die Blüten, die alle Blicke auf sich ziehen. Er verzaubert den Betrachter mit seinen violett glänzenden Früchten, die ihm auch den Namen Schönfrucht eingebracht haben. Die Pflanze wird bis zu drei Meter hoch und gilt als anspruchslos und pflegeleicht. 

Schreitet der Herbst voran, färbt sich das Laub orange-rot, was dem Strauch zusätzlichen Charme verleiht. Wenn die Blätter fallen, verbleiben die lila Früchte weiterhin an den Zweigen und bringen Farbe in den kahlen Garten. 

Schmetterlingsflieder – Blüten bis zum Frost

Sommerflieder blüht bis weit in den Herbst hinein und harmoniert perfekt mit spätblühenden Stauden wie Astern, Chrysanthemen, Fetthenne und Sonnenhut. Seine üppigen Blütenrispen werden gerne von den verschiedensten Tagfaltern besucht. Die bekanntesten Sorten blühen lila bis tiefviolett. Es gibt aber auch Züchtungen mit weißen, rosaroten oder gelben Blüten.

Ernten im September

Während bei den Sommergemüsen die Ernte noch weiterläuft, beginnen auch die Herbstgemüse zu reifen. Vor den ersten Frösten werden Kohl, Kürbis, Kartoffeln und Zwiebeln in den Keller gebracht. Auch im Obstgarten gilt es, rechtzeitig die Lagersorten zu pflücken.

Kürbisse, die Du länger Lager möchtest, sollten im Beet noch einige sonnige Tage genießen, damit sie vollständig ausreifen. Um die noch im Beet ausreifenden Kürbisse vor Feuchtigkeit und damit vor Fäulnis zu schützen, empfiehlt es sich, behutsam ein Brett unter die Früchte zu schieben.

Deine Kohlernte soltlest Du vor dem Frost in Sicherheit bringen

So reifen Kürbisse schneller

Wenn sie beim Klopfen hohl klingen und der Stängel trocken ist, gelten Kürbisse als erntereif. Um den Reifeprozess zu beschleunigen, solltest Du das Gießen einstellen und alle Wurzeln im Umkreis von einem halben Meter mit dem Spaten abstechen.

Mittelfrühe Kartoffeln & Lagerkartoffeln

Bei den Kartoffeln reifen nach den mittelfrühen Sorten, die bereits seit Mitte August geerntet werden können, nun auch die späten Lagerkartoffeln. Sobald die oberirdischen Pflanzenteile welken, ist es Zeit, die Knollen aus der Erde zu holen.

Achte beim Ausgraben darauf, die Kartoffeln nicht zu beschädigen. Lege sie in Holzkisten und bringe sie in einen kühlen, dunklen Keller. Dort halten sie bis zum nächsten Frühjahr.

Diese Gemüse kannst Du jetzt ernten

Kernobst richtig ernten

Wann genau Deine Äpfel und Birnen reif sind, hängt zum einen von der Sorte, zum andern vom Wetter im Verlauf des Sommers ab. Manche Birnensorten werden im noch nicht ganz ausgereiften Zustand vom Baum genommen, da sie sich dann länger halten. 

Um den richtigen Erntetermin zu bestimmen, gilt es auf eine sortentypische Ausprägung der Fruchtfarbe zu achten. Wenn Du Dir nicht ganz sicher bist, nimm ein Messer zur Hand und schneide die Frucht auf. Bei im Herbst reifenden Lagersorten müssen die Kerne dunkelbraun sein. Weißliche Samen sind ein Hinweis, dass Du noch etwas zuwarten solltest. 

Ein weiteres Anzeichen für das Erreichen der Pflückreife ist, dass sich die Fruchtstiele bei einer sanften Drehung der Frucht mit der Hand leicht vom Baum lösen.

Bei Lagerobst gilt es generell darauf zu achten, dass die Früchte unbeschädigt sind und keine Wurmlöcher aufweisen. Bette sie nebeneinander in Körbe oder Obstkisten und bring sie in einem kühlen dunklen Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit unter. Prüfe das Obst wöchentlich und sortiere verdorbene Exemplare aus.

Dieses Obst kannst Du jetzt ernten

Gartenarbeiten im September

Richtig kompostieren

Im Herbst fällt im Garten viel pflanzliches Material an. Statt es auf dem Grünschnittplatz zu entsorgen, kannst Du es durch Kompostieren in wertvollen Bio-Dünger verwandeln. Wer noch keinen Komposter besitzt, sollte sich spätestens jetzt einen zulegen. Achte darauf, die einzelnen Komponenten wie Küchenabfälle, Rasenschnitt, Laub und zerkleinerten Gehölzschnitt gut zu vermischen.

Kranke Pflanzen müssen im Hausmüll entsorgt werden, sonst verbreiten sich die Krankheitserreger im Garten. Auch samentragende Unkräuter und Blumen sollten nicht kompostiert werden, um die unkontrollierte Vermehrung im ganzen Garten zu unterbinden.

Tomatenpflege im September

Noch ist die Tomatenernte in vollem Gange. Bei guter Pflege und passendem Wetter bleiben den Pflanzen einige Wochen, um die letzten Früchte zur Reife zu bringen. Im Laufe des Monats werden Niederschläge häufiger. Da ist es von Vorteil, wenn die Tomaten überdacht sind. Damit das Laub rascher abtrocknen kann, empfiehlt es sich, einen Teil der Blätter zu entfernen. 

Sinkt die Temperatur stark ab, kannst Du sämtliche voll entwickelten grünen Früchte ins Haus bringen. Sie reifen bei Zimmertemperatur auch ohne Sonneneinstrahlung nach.

Blüten, die sich jetzt noch bilden, sollten ausgebrochen werden. Sie bringen ohnehin keine reifen Früchte mehr und rauben den Pflanzen nur Kraft, die sie für die vorhandenen Tomaten gut brauchen können.

Rasen nicht zu häufig aber intensiv bewässern

Der Rasen sollte nicht zu oft, dafür aber durchdringend gewässert werden. In den meisten Fällen reicht ein bis zwei Mal pro Woche völlig aus. Auf diese Weise entwickeln die Gräser kräftige Wurzeln und kommen länger ohne Wasser aus. Ideal zum Rasensprengen ist der frühe Morgen.

Rasenpflege im Herbst

Gegen Ende des Monats heißt es, den Rasen auf den Winter vorzubereiten. Bis zum ersten Frost solltest Du Deinen grünen Teppich weiterhin regelmäßig mähen. Im September ist ein guter Zeitpunkt, um die Fläche noch einmal zu vertikutieren oder zu verifizieren. Das Ausbringen von kaliummbetontem Herbstdünger festigt die Zellwände der Halme und macht sie so kälteresistenter.

Jetzt, wo die Sonne nicht mehr erbarmungslos vom Himmel brennt, lassen sich kahle Stellen durch eine Nachsaat schließen. Die herbstliche Feuchtigkeit schafft ideale Bedingungen für eine rasche Keimung der Grassamen.

Johannisbeeren über Stecklinge vermehren

Im Herbst herrschen optimale Voraussetzungen für die Vermehrung von Johannisbeeren. Ab Ende September, wenn die Sträucher beginnen, ihr Laub abzuwerfen, kann es losgehen.

Schneide mit einem scharfen Messer einige einjährige Triebe ab. Teile sie in etwa 20 bis 25 Zentimeter lange Stücke und stecke sie in ein Beet mit lockerer, eher sandiger Erde. Gieße die Stecklinge gut an. Bis zum Frühjahr sind sie angewachsen und bilden neue Blätter. 

Diese Gartenarbeiten fallen jetzt an

Tipps für den Naturgarten im September

Rigide Ordnung im Garten ist tierfeindlich

Die meisten Menschen verspüren den Drang, den Garten genauso wie das Haus tipptopp sauber zu halten. Den Tieren tust Du damit allerdings nichts Gutes. Sie brauchen Nahrung und einen Unterschlupf für den herannahenden Winter. 

Für Käfer und andere Insekten ist es wichtig, an den Gehölzrändern und auf den Beeten Laub liegenzulassen. Holz- und Steinhaufen sind ein Refugium für Igel, Schlangen, Eidechsen, Kröten und viele mehr.

Lass Samenstände für die Vögel stehen

Kaum sind die Stauden verblüht, greifen ordentliche Gartenbesitzer meist zur Schere. Dabei sind die abgeblühten Pflanzenteile wichtig für die überwinternden Vögel. Ob Disteln, Ringelblumen, Amaranth, Sonnenblume oder Scheinsonnenhut – die nahrhaften Samen bringen die gefiederten Gartenbewohner gut durch die kalte Jahreszeit. Im Frühjahr ist dann immer noch Zeit, die vertrockneten Pflanzenreste abzuschneiden.

Spät blühende Pflanzen als Bienennahrung

Im September wird es für Wild- und Honigbienen, Hummeln und Falter bereits schwieriger, ausreichend Nektar und Pollen zu finden. Spätblüher wie Goldrute, Fetthenne und Bartblume sollten daher in keinem Garten fehlen. Im September öffnet auch der Efeu seine unscheinbaren Blüten, die den Insekten bis November als wichtige Nahrungsquelle dienen. Im Spätwinter stellen dann die kugeligen Früchte willkommene Happen für viele Vogelarten dar.

 

Fallobst als Leckerbissen

Es ist zwar richtig, dass kranke Früchte vom Boden aufgesammelt werden sollten, damit sich die Krankheitserreger nicht weiterverbreiten. Andererseits ist Fallobst eine natürliche Erscheinung des Spätsommers. Für viele Nützlinge wie Vögel, Igel und Insekten stellen abgefallene Äpfel, Birnen oder Zwetschgen einen wahren Festschmaus dar. Lass daher eine kleine Menge an Fallobst in einer Gartenecke liegen. 

Foto des Autors

Meine Leidenschaft für die Pflanzenwelt habe ich als Kind bei mendelschen Kreuzungsversuchen entdeckt. Seither bin ich fasziniert von allem, was wächst und blüht. Ich liebe historische Rosen, experimentiere mit dem Anbau exotischer Früchte und interessiere mich für die Wildkräuterküche. Mit meinen Artikeln möchte ich Dir Lust aufs Gärtnern machen und Deine Fragen rund ums Thema Pflanzenpflege beantworten.

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