【ᐅ】Bauerngarten anlegen, bepflanzen und pflegen 2019

Der Bauerngarten – Gärtnern im Einklang mit der Natur

Du träumst von einem naturnahen Garten, in dem Gemüse, Kräuter, Zierpflanzen und Obst ein farbenfrohes Ensemble bilden? Ein traditioneller Bauerngarten macht biologisches Gärtnern ohne Pestizide und Kunstdünger möglich. Hier erfährst Du, wie Du einen klassischen Bauerngarten anlegst und pflegst und welche Pflanzen besonders gut zu diesem Gartentyp passen.

Das macht einen Bauerngarten aus

  • rechteckiger Grundriss mit Wegekreuz
  • Einfriedung durch einen Zaun
  • bunte und üppige Bepflanzung
  • Miteinander von Gemüse, Kräutern, Beerenobst und Zierpflanzen
  • Mischkultur und Fruchtfolge
  • biologisches Gärtnern ohne Chemie

Romantisch, verwunschen, wild & lebendig

Leuchtende Farben, vielfältige Formen, köstliche Früchte, verführerische Düfte und würzige Aromen machen ihn zu einem kleinen Garten Eden für die Sinne. Er bietet saisonales Gemüse und frische Gewürze für die Küche, Heilkräuter für die Hausapotheke und traumhafte Schnittblumen für die Vase.

Mit seiner Vielzahl an unterschiedlichsten Pflanzen dient ein biologisch bewirtschafteter Bauerngarten als Refugium für bedrohte Arten. Denn Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Eidechsen und Igel fühlen sich in aufgeräumten Gärten nicht wohl. Im Bauerngarten finden Insekten und Kleintiere Unterschlupf und Nahrung und helfen fleißig bei der Bestäubung oder bei der Schädlingsbekämpfung.

Was sind die Merkmale eines Bauerngartens?

Typisch für den Bauerngarten ist seine rechteckige oder quadratische Form. Ein Wegekreuz teilt die Anlage in vier Bereiche. Im Zentrum befindet sich ein Rondell, das manchmal für einen Brunnen genutzt wird. Häufig wächst im Rondell auch eine Hochstammrose oder ein kleiner Baum. Schmale Wege führen durch den Garten, die Beete sind charakteristischerweise von Buchsbaumhecken gesäumt. Zumeist ist der Bauerngarten mit einem Holzzaun oder einer Steinmauer eingefriedet.

Ein buntes Miteinander

Einen attraktiven Gegensatz zur streng geometrischen Form bildet die bunte und üppige Bepflanzung. Hier wachsen Zier- und Nutzpflanzen fröhlich nebeneinander. Das sieht nicht nur dekorativ aus, sondern hat durchaus auch seinen Sinn. Die vielen Blüten locken viele Bienen und andere Insekten an, die auch die Gemüsepflanzen bestäuben und Schädlinge dezimieren. Ausgewählte Blumen und Gewürze lockern den Boden, wehren Nematoden und andere Schädlinge ab und fördern die Gesundheit der Nutzpflanzen. Im Bauerngarten wird ganz bewusst auf Mischkultur gesetzt. Auf diese Weise lassen sich auf einer kleinen Fläche gute Erträge erzielen, ohne dass dabei der Boden ausgelaugt wird.

Die Geschichte des Bauerngartens – ein Gartentraum mit Tradition

Der Bauerngarten fungierte früher einfach als Nutzgarten der Landwirte. Es handelte sich zumeist um eine eingezäunte Fläche, wo die Bauern Obst- und Gemüse für den Eigenbedarf anpflanzten. Die Einfriedung sollte verhindern, dass Hoftiere wie Hühner, Enten, Gänse, Schafe, Ziegen, Rinder und Schweine in den Gemüsegarten gelangten. Zierpflanzen hatten in diesem Umfeld damals keinen hohen Stellenwert. Dennoch gab es durchaus auch Blumen im ursprünglichen Bauerngarten, die für Feste, Volksbräuche, religiöse Feiertage sowie als Grabschmuck verwendet wurden.

Vorbild Klostergarten

Doch nicht nur der Stand der Bauern unterhielt Gärten für die Selbstversorgung. Auch Klöster und Schulen besaßen Gemüse- und Obstgärten sowie Kräutergärten, in denen Heilpflanzen kultiviert wurden. Bauerngärten waren damals so ausgelegt, dass sie auf möglichst wenig Raum ausreichend Ertrag für die Familie oder die Gemeinschaft abwarfen.

Sehnsuchtsort der Städter

Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte das städtische Bürgertum den Reiz des Bauerngartens für sich.  Das einsetzende Industriezeitalter weckte die Sehnsucht nach einem ländlichen Idyll, wo sich inmitten bunter Blumen und duftender Kräuter die Natur genießen lässt. Der Wunsch nach eigenem Obst und Gemüse, nach Gewürz- und Heilkräutern und nach schönen Blumen für die Vase war wohl eine Reaktion auf die zunehmende Industrialisierung des städtischen Lebensraums.

Der Hamburger Bauerngarten

Auf vielen Gemälden wird der Bauerngarten als verträumte, romantische Wildnis dargestellt. Die meisten Gärten waren damals jedoch einfach Nutzflächen, die nach praktischen Gesichtspunkten angelegt wurden. 1913 griff der Botanische Garten Hamburg die Idee der Optimierung des Gartenraums für verschiedene Nutzpflanzen auf. Es entstand der sogenannte ‚Hamburger Bauerngarten‘, der zum Ziel hatte, so viel Ertrag wie möglich auf kleinstem Raum zu erwirtschaften. Typisch für den Hamburger Bauerngarten ist seine rechteckige Form, die durch ein Wegekreuz geteilt wird. In der Mitte befindet sich ein Brunnen, eine besondere Pflanze oder ein rundes Beet. Auch heute noch gilt der künstlich erschaffene Bauerngarten nach Hamburger Art als Ideal-Typus des Bauerngartens.

"Der Hamburger Bauerngarten diente ursprünglich zu Anschauung- und Lehrzwecken."
Gut zu wissen

Der moderne Bauerngarten

Wenn wir heute von einem Bauerngarten träumen, dann schwebt uns meist ein romantischer Ziergarten voll üppig blühender Blumen vor. Natürlich dürfen dabei süße Früchte zum Naschen und aromatische Kräuter nicht fehlen. Der dekorative Aspekt steht jedoch für viele Gartenbesitzer eindeutig im Vordergrund. 

Allerdings gewinnt gerade in letzter Zeit das Thema Selbstversorgung für viele Menschen wieder an Bedeutung. Immer mehr Hobbygärtner haben genug vom Einheitsgemüse aus dem Supermarktregal. Selbst gezogenes Obst und Gemüse ist frischer, aromatischer und – wenn Du das möchtest – garantiert bio. Ein Bauerngarten ermöglicht Dir gesund, regional und saisonal zu essen. Den Garten im Kreislauf der Jahreszeiten zu erleben, zu säen und zu ernten, bringt Dich wieder in Kontakt mit der Natur.

10 Schritte zum eigenen Bauerngarten

Auch wenn das Anlegen eines klassischen Bauerngartens einiges an Wissen erfordert, ist es im Prinzip nicht schwierig. Da wir heute nicht mehr auf die Versorgung mit eigenem Obst und Gemüse angewiesen sind, ist es nicht schlimm, wenn Dein Garten nicht bereits im ersten Jahr üppige Erträge bringt. Wir erklären Dir Schritt für Schritt, wie Du einen Bauerngarten planst, anlegst, bepflanzt, pflegst und dekorierst.

1. Die richtige Lage

Damit sich die Pflanzen gut entwickeln können, solltest Du einen vollsonnigen Platz idealerweise auf der Südseite des Hauses auswählen. So fühlen sich auch sonnenhungrige Pflanzen wie Tomaten, Gurken und mediterrane Kräuter im Garten wohl. Achte darauf, dass keine größeren Bäume den ausgewählten Bereich beschatten. Beinahe alle Obst- und Gemüsesorten brauchen viel Licht. Entferne daher alle Gehölze, die Deinem Bauerngarten die Sonne nehmen.

  • sonnige Lage
  • warm und luftig, aber nicht zu windig
  • humoser, nährstoffreicher Boden
  • lockerer, durchlässiger Boden – keine Staunässe

2. Eine gute Planung

Überlege, ob Du Dir einen romantischen Garten zum Entspannen wünschst oder ob Dein Fokus auf dem Anbau von eigenem Obst und Gemüse liegt. Wer nicht nur ein wenig naschen, sondern tatsächlich ernten möchte, muss viel genauer planen, damit die Nutzpflanzen ausreichend Platz finden und die Fruchtfolge gut funktioniert. Die Wege sollten auch mit der Scheibtruhe befahrbar und die Beete gut zugänglich sein. Denke auch an die Bewässerung – ein Brunnen, eine Regentonne oder ein Wasseranschluss in der Nähe erleichtern das Gießen. 

Schwebt Dir hingegen lediglich ein idyllischer, naturnah gestalteter Bereich im Bauerngartenstil vor, hast Du bei der Gestaltung relativ freie Hand. Doch auch ein Garten mit dekorativem Charakter braucht natürlich regelmäßige Pflege. Je besser die Anlage durchdacht ist, desto leichter geht Dir später die Gartenarbeit von der Hand. 

Fertige auf jeden Fall vor der Umsetzung eine maßstabgetreue Skizze an. Zeichne die Beete und die Wege ein und gehe den Bereich mehrmals ab, um zu überprüfen, ob Du jedem Bereich ausreichend Platz eingeräumt hast. Sieh Dir Deine zukünftigen Garten im Tagesverlauf an und markiere besonders sonnige Plätze auf Deiner Skizze. Hier kannst Du später jene Pflanzen anbauen, die viel Sonne brauchen.

3. Die Einfriedung

Charakteristisch für einen Bauerngarten ist ein schlichter, unbehandelter Lattenzaun, der sowohl Wildtiere als auch Haustiere fernhält. Das ideale Material für einen Holzzaun ist Lärchenholz. Als heimisches Nadelholz muss es keine weiten Transportwege zurücklegen. Es gilt als ausgesprochen robust und witterungsbeständig und ist dennoch vergleichsweise günstig. Unbehandeltes Lärchenholz erhält mit der Zeit eine schöne silbergraue Patina. Der Zaun kann Kletterpflanzen wie Stangen- oder Feuerbohnen, Wicken oder Prunkwinden als Rankhilfe dienen.

Zwei weitere Möglichkeiten zur Einfriedung Deines Bauerngartens sind eine niedrige Mauer oder eine immergrüne oder sommergrüne Hecke. Besonders romantisch sieht eine Natursteinmauer aus, die darüber hinaus unzähligen Kleintieren und Insekten Unterschlupf bietet. Sehr attraktiv wirkt auch eine Ziegelmauer. Wer sich eine moderne Lösung wünscht, kann den Bauerngarten auch mit Gabionen (Steinkörben) einzäunen. Entlang der Mauer gedeihen wärmebedürftige Pflanzen besonders gut. Die Steinmauer schützt vor Wind, sie speichert tagsüber die Wärme der Sonne und strahlt sie nachts ab.

"Wer es rustikal und naturnah mag, kann als Einzäunung für den Bauerngarten auch einen Staketenzaun verwenden. "
Mein Tipp

4. Wege

In einem klassischen Bauerngarten bilden die Wege ein Kreuz. Sie teilen den Garten in vier zumeist gleich große Beete. Diese Symmetrie bringt Ordnung in die sonst eher naturbelassene Anlage und verleiht dieser Gartenform ihren besonderen Charme. Außerdem bietet sie beste Voraussetzungen für die Mischkultur mit geregelter Fruchtfolge. In den vier Bereichen können Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer sowie Gründüngung einander abwechseln. Mehrjährige Pflanzen wie Rhabarber, Beerensträucher oder Erdbeeren kommen an den Rand. 

Wenn Du lieber mehr Beete haben möchtest, kannst Du natürlich neben dem obligatorischen Kreuzweg noch weitere Wege anlegen. Traditionellerweise sind die Wege im Bauerngarten nicht versiegelt. Du hast verschiedene Möglichkeiten, die Pfade zu gestalten. Am einfachsten ist ein offener Boden ohne Belag oder mit einer Schicht aus Rindenmulch. Auch von Rasen bewachsene Wege lassen sich leicht umsetzen. 

Ist Dir eine gepflegte Optik wichtig, sind Kieswege eine gute Lösung. Besonders elegant sehen gepflasterte Wege aus. Ob Kopfsteinpflaster oder Ziegelsteine – damit der Belag dauerhaft schön bleibt, musst Du hier auf den richtigen Unterbau Wert legen. Hebe den Boden etwa 30 Zentimeter tief aus, fülle die ausgehobenen Bereiche mit Split und verdichte die Schüttung. Das Pflaster wird in ein etwa 3 bis 5 Zentimeter hohes Kiesbett verlegt, welches als Ausgleichsschicht dient.

5. Die Beeteinfassung

Die Beete im Bauerngarten sind üblicherweise von einer niedrigen Hecke eingefasst. Als besonders beliebte Pflanze zur Beeteinfassung galt lange Zeit der Buchsbaum. Seit der Buchsbaumzünsler jedoch auch hierzulande sein Unwesen treibt, verzichten viele Hobbygärtner aus Angst vor kahl gefressenen Sträuchern auf Buchshecken. Aufgrund der optischen Ähnlichkeit wird Ilex crenata, die Japanische Stechpalme, gerne als Ersatz verwendet. Du kannst aber auch andere andere Pflanzen zur Einfassung Deiner Beete verwenden.

Pflanzen als Beetumrandung:

  • Buchsbaum(Buxus sempervirens): Die klassische Heckenpflanze für den Bauerngarten. Aufgrund ihrer zahlreichen guten Eigenschaften war der Buchs lange zeit die absolute Nummer Eins im Gartenbau sowie im Privatgarten. Schnittverträglich, pflegeleicht, immergrün, frostfest und robust lassen sich damit gut formbare und kompakte Hecken anlegen. Seit der explosionsartigen Ausbreitung des Buchsbaumzünslers ist die populäre Bauchspecke allerdings auf dem Rückzug.

  • Berberitze ‚Nana‘ (Berberis buxifolia): Dicht verzweigt und stachelig, hält Katzen und Hunde fern.

  • Olivenkraut (Santolina rosmarinifolia): Aromatisch duftende Beeteinfassung für sonnige Lagen. Schmückt sich im Sommer mit hübschen gelben Blüten. Gutes Gewürzkraut mit feinem Olivengeschmack.

  • Lavendel (Lavendula angustifolia): Niedrige Lavendelsorten eignen sich gut als duftende Einfassung, die bestäubende Insekten anzieht und Läuse fernhält.

  • Thymian (Thymus)Hübsche Blüten mit feinem Duft, tolles aromatisches Gewürz für die mediterrane Küche.

  • Grasnelken (Armeria maritima): Die genügsamen kleinen Stauden brauchen kaum Pflege. Sie fühlen sich an sonnigen und mageren Standorten wohl. Die leuchtenden Blüten sind ein toller Blickfang im Garten. Außerhalb der Blütezeit machen die immergrünen dichten Blätter, die an saftige Grasbüschel erinnern, eine gute Figur.

  • Blaukissen (Aubrieta):kriechende immergrüne Polsterstaude mit üppigem violettem Blütenflor im April und Mai, ideal für die Einfassung von Wegen. Gehört zur Familie der Kreuzblütler, daher nicht für Beete mit Kohl verwenden.

Wenn Du die Beete nicht mit Pflanzen einfassen möchtest, bietet sich ein niedriger geflochtener Weidenzaun an. Er sieht dekorativ und sehr natürlich aus und benötigt nicht viel Platz. Auch aus Natursteinen oder Ziegeln lassen sich tolle Beeteinfassungen schaffen.

6. Pflanzen für den Bauerngarten

Die klare Struktur gibt Deinem Garten einen Rahmen, den Charme des Bauerngartens macht jedoch seine Bepflanzung aus. Hier kannst Du Deiner Fantasie freien Lauf lassen, denn im Bauerngarten ist beinahe alles erlaubt. Die unterschiedlichsten Pflanzen gedeihen hier nebeneinander. Verschiedene Blütenfarben, vielfältige Wuchsformen und herrliche Düfte verleihen ihm ein verwunschenes Ambiente, das zum Träumen einlädt.

Im Bauerngarten wachsen völlig selbstverständlich Stauden neben Gemüsepflanzen. Blühende Kräuter hüllen die Beete in Duftwolken, üppige Sommerblumen füllen jede Lücke im Beet. Damit der Streifzug durch Deinen Garten zum Erlebnis für alle Sinne wird, solltest Du auf bunte Vielfalt setzen. So schaffst Du nicht nur einen opulenten Garten Eden für Dich und Deine Lieben, sondern auch ein Paradies für Bienen und viele andere Insekten.

Berücksichtige bei der Pflanzenkombination das Prinzip der guten Nachbarschaft, dann wachsen Deine Pflanzen in Eintracht, werden seltener von Schädlingen und Krankheiten heimgesucht und benötigen weniger Dünger.

Stauden für den Bauerngarten

Als Dauergäste im Garten geben Stauden den Beeten ein Gesicht. Die mehrjährigen Gewächse entzücken jedes Jahr wieder mit ihren bezaubernden Blüten. Hier stellen wir Dir einige beliebte Stauden für den Bauerngarten vor.

"Gefüllte Blüten sehen einfach toll aus, Bienen bieten sie jedoch keine Nahrung. Pflanze daher unbedingt auch Pflanzen mit einfachen Blüten."
Mein Tipp
  • Pfingstrosen (Paeonia): Mit ihren üppigen Blüten läuten die Päonien den Frühsommer ein. Die unzähligen Blütenblätter verleihen ihr barocken Charme. Doch auch die einfache, ungefüllte Naturform ist mit ihrem leuchtenden Magenta und den auffälligen gelben Staubblättern im Zentrum ein toller Blickfang. Besonders häufig im Bauerngarten anzutreffen ist die Bauernpfingstrose (Paeonia officinalis). Sie wird 60 bis 100 cm hoch und liebt tiefgründige, nährstoffreiche Böden.

"Pfingstrosen wachsen zwar recht langsam, sie können im Alter jedoch sehr breit und buschig werden. Berücksichtige dies bei der Pflanzung und räume Deinen Päonien ausreichend Platz im Beet ein."
Mein Tipp
  • Frauenmantel (Alchemilla): Die unkomplizierte Staude zeichnet sich durch ihre weichen, zart behaarten Blätter aus, an denen bei fester Witterung unzählige Wassertropfen wie Perlen glitzern. Ab Mai erscheinen die zarten gelben Blütenrispen. Der hübsche Bodendecker erreicht Wuchshöhen zwischen 40 und 50 cm. Er gilt als beliebter Rosenbegleiter und macht auch mit vielen anderen Stauden eine gute Figur. Für stilgetreuen Bauerngartencharme kannst Du den Frauenmantel mit Rittersporn, Lupinen, Storchschnabel, Lavendel, Salbei oder Katzenminze pflanzen. Die Alchemilla ist nicht nur eine schöne Zierpflanze, sie wird in der Volksmedizin seit langem als Heilkraut verwendet. 

"Blätter und Blüten des Frauenmantels lassen sich auch als Tee zubereiten, dem eine adstringierende und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt wird."
Mein Tipp
  • Stockrosen (Alcea): Malven oder Stockrosen werden zumeist nur zwei Jahre alt. Sie säen sich aber von selbst wieder aus und blühen im zweiten Standjahr. Wenn Du die Blütenstände nach dem Verblühen noch bevor die Samen reifen abschneidest, kann es sein, dass die Pflanze im nächsten Jahr wieder austreibt. Die Blütenstiele können imposante Höhen von über 2 Metern erreichen. Da sich die einzelnen Knospen nur nach und nach von unten nach oben öffnen, stehen die Pflanzen einige Wochen in Blüte. Die kerzengeraden Stängel mit den auffälligen, großen Blüten setzen tolle Akzente im Beet und sind ganz typisch für den Bauerngarten. Es gibt sowohl gefüllte als auch ungefüllte Stockrosen. Die einfach blühenden Sorten sind ausdauernder und bieten Bienen reichlich Nahrung. 

"Besonders toll sehen Stockrosen in Kombination mit Rittersporn, Phlox, Rosen und Sonnenblumen aus."
Mein Tipp
  • Steppensalbei (Salvia nemorosa): Steppensalbei ist zwar mit dem Echten Salbei (Salvia officinalis) verwandt, wird aber nicht in der Küche verwendet sondern dient rein der Zierde. Die anspruchslose Staude ist ausgesprochen pflegeleicht. Pflanze den Steppensalbei an einem vollsonnigen Platz, dann fühlt er sich rundum wohl. Trockenheit macht der Pflanze nichts aus. Zwischen Juni und Juli öffnen sich die zauberhaften violetten Blüten und locken unzählige Bienen und Schmetterlinge an. 

"Schneide die Pflanze nach der Blüte zurück und dünge sie, dann blüht sie nach einigen Wochen ein weiteres mal."
Mein Tipp
  • Lupinen (Lupinus): Lupinen sind typisch für den Cottagegarten. Es gibt eine Vielzahl an Sorten in vielen tollen Farben. Neben mehrjährigen Stauden sind auch einjährige Arten erhältlich. Da Lupinen zu den Schmetterlingsblütlern gehören, reichern sie den Boden mit Stickstoff an. Wie bei Erbsen und Bohnen befinden sich an ihren Wurzeln stickstoffsammelnde Knöllchenbakterien. Die Pflanze ist daher nicht nur eine hinreißende Zierpflanze, sondern kann auch als Gründüngungspflanze verwendet werden. Hierfür eignen sich vor allem die einjährigen Arten. Außerdem tragen Lupinen mit ihren tiefreichenden Pfahlwurzeln zur Lockerung des Bodens bei. 

"Pflanze Lupinen nicht in der Nähe von Hülsenfrüchten – aufgrund ihrer Verwandtschaft vertragen sich die Gewächse nicht."
Mein Tipp
  • Tränendes Herz (Lamprocapnos spectabilis): Romantik pur verbreitet diese extravagante Staude mit ihren süßen herzförmigen Blüten in Rosa und Weiß. Die kleinen Herzen sitzen wie aufgefädelt an den überhängenden Trieben. Als ausgesprochen langlebige Staude ist das Tränende Herz ein Dauergast im Bauerngarten, der jeden Mai aufs Neue erblüht. Der ‚Herzerlstock’ stammt aus Asien, wo er in lichten Laubwäldern als Wildpflanze vorkommt. Daher braucht die Staude einen halbschattigen Standort, denn in der prallen Sonne verbrennt das Laub schnell. 

"Besonders schön sieht das Tränende Herz in Gesellschaft von Akeleien aus, die sich ebenfalls im lichten Schatten wohlfühlen."
Mein Tipp
  • Zierlauch (Allium): Die tollen kugelförmigen Blüten des Zierlauchs wirken fast so, als würden sie über den Beeten tanzen. Der Riesenlauch ist der Gigant unter diesen Zierlaucharten. Er begeistert mit seinen riesigen Blütenbällen und gilt auch als hervorragende Schnitt- und Trockenblume. Seine langen Blütenstiele können Wuchshöhen von bis zu 2 Metern erreichen. Es gibt aber auch deutlich niedrigere Sorten mit kleineren Blüten. Während der Blüte zieht der Zierlauch alle Blicke auf sich und ist bei Nektar und Pollen sammelnden Insekten heiß begehrt.Sie passt gut zum Frauenmantel, zum Steppensalbei sowie zu Pfingstrosen. Bedenke bei der Pflanzung, dass die Blätter bereits während der Blütezeit welken und danach einziehen. Setze daher andere Pflanzen so, dass sie das gelbliche Laub verdecken. 

"Der Zierlauch ist eng mit Zwiebel, Knoblauch und Schnittlauch verwandt. Halte daher bei der Pflanzung zu diesen Gewächsen lieber etwas Abstand."
Mein Tipp
  • Akelei (Aquilegia): Die elfenhafte Akelei gilt als farbenfrohe Schnittblume, die Deinem Garten einen Hauch von Romantik verleiht. Sie passt perfekt zu Glockenblumen und Rosen und fühlt sich an sonnigen bis halbschattigen Standorten wohl. Die filigrane Staude kommt in den unterschiedlichsten Blütenfarben vor. Es gibt gefüllte und ungefüllte Arten mit recht unterschiedlichen Wuchshöhen zwischen etwa 20 und 90 cm.

"Bedenke, dass sämtliche Pflanzenteile der Akelei giftig sind. Halte daher ausreichend Abstand zu Deinen Gewürzkräutern, damit nicht aus Versehen ein Blatt auf Deinem Teller landet."
Mein Tipp
  • Hohe Fetthenne (Sedum telephium): Die Fetthenne bereichert Deinen Bauerngarten rund ums Jahr. Kaum erwacht sie aus ihrem Winterschlaf, bezaubert sie mit ihrem dekorativen Austrieb. Schon alleine die hellgrünen, dickfleischigen Blätter sind ein wunderschöner Anblick. Im Sommer bildet sie attraktive tellerförmige Blütenschirme in Rosa, Weiß oder intensivem Rot, die häufig bis weit in den Herbst hinein blühen. Die Blütenstände sind auch noch im verblühten Zustand ein schöner Anblick im winterlichen Beet. Damit sich die Fetthenne gut entwickelt, braucht sie lediglich einen sonnigen Standort. Ansonsten ist sie robust und pflegeleicht und muss weder gegossen noch gedüngt werden.

"Die Fetthenne punktet mit ihrer pflegeleichten Art und der langen Blühdauer. Sie gilt als Schmetterlingsmagnet und zieht auch unzählige andere bestäubende Insekten an."
Mein Tipp
  • Sonnenbraut (Helenium): Mit ihren fröhlichen Blüten in warmen Farben strahlt die Sonnenbraut mit der Sommersonne um die Wette und sorgt für eine ausgelassene Stimmung im Bauerngarten. Die Staude liebt sonnige Standorte und nährstoffreiche, frische Böden. Die Blütezeit liegt je nach Sorte zwischen Juni und Oktober. Beliebte Partner im Beet sind Rittersporn, Phlox oder Astern.

"Teile die Staude alle drei Jahre. Das sorgt für einen schönen buschigen Wuchs und bewahrt die Pflanze vor dem Vergreisen."
Mein Tipp
  • Brennende Liebe (Lychnis chalcedonica): Die Brennende Liebe hat diesen romantischen Namen ihren scharlachroten Blüten zu verdanken. Sie ist auch als Scharlach-Lichtnelke bekannt und gilt als typische Bauerngartenstaude. Zwischen Rittersporn, Margeriten, Schafgarbe, Schleierkraut und Phlox kommen ihre leuchtkräftigen Blüten besonders schön zur Geltung. Die Staude ist recht anspruchslos, bei Trockenheit solltest Du sie allerdings regelmäßig gießen.

"Schneide die Brennende Liebe nach der Blüte zurück. Das regt die Bildung neuer Triebe an und unterbindet die Selbstausaat."
Mein Tipp

Gehölze für den Bauerngarten

  • Rose (Rosa): Als Königin der Blumen darf die Rose im stilgetreuen Bauerngarten natürlich nicht fehlen. Früher waren es vor allem heimische Wildrosen, die in den traditionellen Bauerngärten zu finden waren. Aus ihren Früchten, den Hagebutten, bereiteten die Menschen köstliche Marmeladen und Säfte zu. Heute erlangen alte und sehr ursprüngliche Sorten, die Früchte tragen, wieder neue Beliebtheit. Einfach blühende Rosen stehen darüber hinaus bei Bienen und anderen Insekten hoch im Kurs.  

    Duftrosen machen den Spaziergang durch den Garten zu einem sinnlichen Erlebnis. Achte darauf, dass die Pflanzen eher kompakt wachsen. Starkwüchsige Rambler sind für den Bauerngarten nicht geeignet. Wer es besonders romantisch mag, kann den Eingang zum Garten mit einem Rosenbogen gestalten. Wähle einen stabilen Rosenboden und verankere ihn gut im Boden. Lass von links und rechts je eine Kletterrose auf den Bogen wachsen. Hier sind Pflanzen mit wenig Stacheln oder stachellose Rose von Vorteil, so riskierst Du beim Betreten Deines Gartens keine Kratzer.

    Das Rondell des Wegekreuzes ist ebenfalls ein guter Platz für eine Rose. Hier kommt eine Hochstammrose am besten zur Geltung.

Charakteristische Rosen für den Bauerngarten:

Rosa gallica ‚Officinalis‘: Die ‚Apothekerrose‘ galt im Mittelalter als Kostbarkeit, aus der Rosenöl gewonnen wurde. Sie blüht nur einmal, duftet dafür aber herrlich. Ihre Blüten sind groß, purpurrot mit gelben Staubgefäßen und halb gefüllt. Der buschige Strauch ist gesund und sehr winterhart.

Rosa alba ‚Maxima‘: Diese alte weiße Rose ist auch als ‚Bauernrose‘ bekannt, da sie früher gerne in ländlichen Gärten gepflanzt wurde. Sie besitzt große duftende und dicht gefüllte Blüten und gilt als robust und gesund.

Rosa Canina von KieseDiese bezaubernde Wildrose schmückt sich im Juni mit kirschroten, einfachen Blüten, die einen zarten Duft verströmen. Im Herbst trägt der Strauch unzählige Hagebutten.

Rosa gallica ‚Versicolor‘: Ein toller Blickfang ist diese Rose mit ihren karminrot und weiß gestreiften Blüten. Sie blüht nur einmal und verbreitet dabei einen tollen Duft. Im Herbst leuchten die roten Früchte am Strauch.

Rose de Resht: Die Damaszenerrose begeistert mit purpurfarbenen Pomponblüten, die einen betörenden Duft verströmen. Sie blüht mehrmals im Jahr und eignet mit ihrem kompakten Wuchs gut für niedrige Hecken.

  • Schneeball (Viburnum): Ihren Namen verdanken die Sträucher ihren bezaubernden weißen und häufig kugelförmigen Blütenständen. Die robusten Gehölze passen gut in Natur- und Bauerngärten, brauchen allerdings etwas Platz. Heute sind auch kleingewachsene Sorten erhältlich. Einige Schneballsorten blühen gar im Winter.

  • Bauernjasmin (Philadelphus coronarius): Diese Pflanze aus der Familie der Hortensiengewächse wird auch Pfeifenstrauch oder Duftjamin genannt. Während der Blütezeit ab Ende Mai verströmt sie insbesondere in den Abendstunden einen intensiven, süßen Duft. Der Bauernjasmin gedeiht auf nahezu jedem Gartenboden, lange Trockenperioden verträgt er jedoch nicht gut. Damit das Gehölz nicht zu groß wird, solltest Du ihm einen regelmäßigen Schnitt verpassen.

  • Bauern-Hortensie (Hydrangea macrophylla): Die Bauern-Hortensie wird auch als Garten-Hortensie bezeichnet. Sie begeistert mit ihrer ausdauernden Blüte von Juni bis Oktober. Die riesigen ballförmigen Blütenrispen haben sie zum Liebling vieler Hobbygärtner gemacht. Je nach Sorte blühen Bauern-Hortensien weiß, rosarot oder blau. Hortensien bevorzugen halbschattige Plätze und feuchte, kalkarme Böden. Tausche die Erde am Pflanzplatz gegen Rhododendrenerde aus. Da Hortensien sehr durstig sind, darfst Du auf die regelmäßige Bewässerung nicht vergessen. Blaublühende Sorten solltest Du mit einem speziellen Hortensiendünger versorgen, nur so lässt sich die blaue Blütenfarbe dauerhaft erhalten.

"Bauern-Hortensien blühen am einjährigen Holz. Schneide daher im Frühjahr lediglich die verwelkten Blüten sowie abgestorbene Pflanzenteile zurück."
Mein Tipp
  • Buchsbaum (Buxus): Beim Buchsbaum handelt es sich um eine in Mitteleuropa heimische Pflanze, die bereits bei den Römern eine wichtige Rolle in der Gartengestaltung spielt. In der Renaissance waren niedrige Buchshecken in den Schlossgärten Frankreichs und Italiens in Mode. Bald ahmten Bürger und Bauern diesen Stil nach. Bis heute gilt die Buchsbaumhecke als typisches Stilelement eines traditionellen Bauerngartens. Die ansonsten so robuste Pflanze leidet heute leider stark unter dem Kahlfraß durch den invasiven Buchsbaumzünsler.

    Da die giftfreie Bekämpfung sehr aufwendig ist, greifen immer mehr Hobbygärtner auf Alternativen zurück: 

  • Japanische Stechpalme
  • Eibe
  • Buchsblättrige Berberitze
  • Zwergliguster
  • Heckenkirsche
  • Rhododendron „Bloombux“®

Typische einjährige Bauerngarten-Blumen

Einjährige Sommerblumen dienen als Lückenfüller und machen das Idyll im Bauerngarten perfekt. Sie geben Dir die Möglichkeit, ein wenig Abwechslung in den Garten zu bringen und neue Farbkombinationen auszuprobieren. Viele Arten säen sich selbst aus. Wenn Du das verhindern möchtest, solltest Du die Blütenstände abschneiden, sobald die Pflanze verblüht ist. Sammle die Samen, dann brauchst Du im nächsten Frühjahr kein neues Saatgut zu kaufen. Du kannst die Selbstaussaat natürlich auch zulassen, dann behält Dein Garten sein Aussehen auch im nächsten Jahr bei. Entferne in diesem Fall lediglich die überschüssigen Jungpflanzen, damit der Bewuchs nicht zu dicht wird.

  • Margeriten
  • Kornblumen
  • Mohnblumen
  • Feldrittersporn
  • Ringelblumen
  • Tagetes
  • Sonnenblumen
  • Cosmea
  • Zinnien
  • Kappuzinerkresse

Gemüse im Bauerngarten

Welche und wie viele Gemüsesorten Du anbauen möchtest, bleibt Dir überlassen. Wer sich auf einige wenige Kulturen beschränkt, hat weniger Arbeit. Natürlich ist eine bunte Vielfalt an selbst gezogenem Gemüse sehr reizvoll, denn frischer und regionaler als aus dem eigenen Garten, geht es kaum. Wenn Du Dich und Deine Familie mit größeren Mengen an selbst gezogenem Gemüse versorgen möchtest, solltest Du die Regeln der Mischkultur und Fruchtfolge beherzigen. Anfänger sollten mit unkomplizierten und pflegeleichten Kulturen beginnen.

Mit folgenden Gemüsesorten kannst Du nicht viel falsch machen:

  • Zucchini
  • Kürbis
  • Radieschen
  • Pflücksalat
  • Mangold
  • Topinambur
  • Rote Beete
  • Zwiebel
  • Knoblauch

Erfahrene Hobbygärtner haben die Qual der Wahl. Setze auf Abwechslung, denn schließlich möchte niemand kiloweise Rettiche essen oder sich den ganzen Sommer über ausschließlich von Zucchini ernähren. Du hast nicht nur an der traditionellen Anbauweise der Bauern, sondern auch am Haltbarmachen der Ernte wie zu Großmutters Zeiten Interesse? Viele Gemüsesorten lassen sich einkochen, einlegen, fermentieren oder trocknen und liefern so auch im Winter Vitamine und Mineralstoffe.

Diese Gemüsesorten lassen sich gut halbar machen:

  • Weißkohl
  • Rotkohl
  • Gurken
  • Rettich
  • Tomaten
  • Chili
  • Rote Beete
  • Sellerie
  • Möhren

Einige Gemüse sind auch im Rohzustand lange lagerfähig. Ideal für die Lagerung ist ein Erdkeller. Doch auch in einem normalen Keller lassen sich folgende Sorten recht gut einlagern:

  • Kartoffeln
  • Winter- und Moschuskürbisse
  • Sellerie
  • Kohl
"Schwarzwurzeln und Topinambur können den ganzen Winter im Beet verbringen und bei bedarf ausgegraben werden. "
Mein Tipp

Obst im Bauerngarten

Größere Obstbäume werden üblicherweise nicht direkt im Bauerngarten gepflanzt, sondern etwas abseits auf der Nordseite. Auf diese Weise werfen sie keinen Schatten auf Deine Beete. Obstliebhaber können im Rondell des Wegekreuzes einen kompakten Obstbaum pflanzen. Wie wäre es mit einer Quitte oder einem Pfirsich?

Durchaus willkommen im Bauerngarten sind Beerensträucher. Sie dienen als Sicht- und Windschutz und laden große und kleine Naschkatzen zum gesunden Schlemmen ein. Eine süße Köstlichkeit, die in keinem Garten fehlen darf, sind Erdbeeren.

Folgende Obstsorten passen gut in den Bauerngarten:

  • Johannisbeere
  • Stachelbeere
  • Himbeere
  • Brombeere
  • Erdbeere

Gewürz- & Heilkräuter

Kräuter runden die Bepflanzung Deines Bauerngartens ab. Sie geben Deinen Speisen raffinierte Würze und sorgen so für Abwechslung auf dem Teller. Aus einigen Kräutern lassen sich köstliche Tees zubereiten. Heilkräuter haben heute wie damals in der Volksmedizin und Naturheilkunde Tradition. Richtig eingesetzt können sie Beschwerden lindern und Krankheiten vorbeugen.

Hier findest Du Informationen über die beliebtesten Gartenkräuter und über den Anbau und die Pflege von Kräutern.

7. Mischkultur für ein gesundes Miteinander

Die klassische Anbauweise im Bauerngarten ist die Mischkultur mit Fruchtfolge. Sie garantiert eine gute Nährstoffversorgung all Deiner Gemüsepflanzen und sorgt so für eine reiche Ernte. Gemüsepflanzen wachsen hier zwischen Kräutern und Blumen. Diese bunte Mischung wirkt sich positiv auf das Wachstum und die Gesundheit Deiner Pflanzen aus. Achte darauf, dass sich die verschiedenen Gewächse gut vertragen und einander bei der Abwehr von Schädlingen und Krankheiten unterstützen.

Das Wegekreuz teilt den Garten in vier Beete, die Du jedes Jahr mit Kulturen mit absteigendem Nährstoffbedarf bepflanzt. Wenn Du möglichst viele verschiedene Gemüsesorten anpflanzen möchtest, solltest Du zwei oder drei dieser Beete noch einmal teilen, denn nicht alle Pflanzen vertragen sich miteinander.

Starkzeher

In einen Bereich kommen die Pflanzen mit dem höchsten Nährstoffbedarf wie Tomaten, Kohl, Kürbis, Zucchini, Gurken und sämtliche Kohlsorten. Achte jedoch darauf, dass Pflanzen aus derselben Familie nicht nebeneinander wachsen, da Schädlinge und Pilzkrankheiten sonst ein leichtes Spiel haben. Wenn Du zum Beispiel sowohl Tomaten als auch Kartoffeln anbauen möchtest, solltest Du die sie in möglichst weit von einander entfernten Teilbereichen unterbringen. Mach Dir eine genaue Skizze, damit Du im nächsten Jahr weißt, welche Kultur nun an der Reihe ist.

Mittelzehrer

Im zweiten Bereich säest Du Gemüse mit mittlerem Nährstoffbedarf wie Fenchel, Möhre, Mangold, Spinat, Rote Beete, Pastinake, Radieschen, Zwiebel und Knoblauch. Auch hier gibt es Pflanzen, die trotz ähnlicher Nährstoffansprüche keine guten Nachbarn sind.

Schwachzehrer

Im dritten Bereich wachsen im ersten Jahr Pflanzen mit niedrigem Nährstoffbedarf wie Erbsen, Bohnen oder Kräuter. Sie leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien, die den Stickstoff aus der Luft binden und in den Boden einbringen. Bedenke, dass auch Bohnen und Erbsen zur selben Familie gehören und daher in verschiedenen Teilbereichen wachsen sollten. 

Gründüngung

Eine gute Lösung den Boden wieder mit Nährstoffen anzureichern ist eine Gründüngung. Säe im vierten Jahr dort, wo zuletzt die Schwachzehrer standen, zum Beispiel Phacelie oder Sonnenblumen. Mit ihren schönen Blüten bringen sie Farbe in den Garten und locken viele Bienen an. Anders als Nutzpflanzen werden Gründüngungspflanzen nicht geerntet, sondern bleiben als nährstoffreicher Mulch auf dem Boden liegen.

Standorttreue Pflanzen

Erdbeeren sind mehrjährig. Sie müssen nicht jedes Jahr den Standort wechseln, sondern können drei bis vier Jahre im selben Beet verbringen. Ebenfalls an seinem Platz bleiben der Rhabarber und der Meerrettich. Falls Dein Bauerngarten auch Bärlauch beherbergt, braucht auch dieses Frühlingsgemüse einen fixen Standort – am besten im lichten Schatten.

Hier erfährst Du mehr zum Thema Mischkultur.

8. Buntes Blühen rund ums Jahr

Durch die richtige Auswahl an Stauden, Kräutern und Sommerblumen sorgst Du dafür, dass vom zeitigen Frühjahr bis in den Spätherbst stets etwas blüht. Schneeglöckchen, Narzissen und Lenzrosen läuten das Gartenjahr ein und dienen den hungrigen Bienen als erste Nahrungsquelle. Von nun an steht der Bauerngarten jeden Monat in voller Blüte und wirkt wie ein Magnet auf Hummeln, Bienen, Wildbienen, seltene Falter und unzählige andere Insekten. Denn ein bunter Garten macht nicht nur uns Menschen Freude, er hilft den durch die moderne Landwirtschaft in Bedrängnis geratenen Insekten. Hier finden sie Nahrung und Lebensraum – gleichzeitig bestäuben sie Deine Obst- und Gemüsepflanzen und sichern Dir so eine reiche Ernte. Dahlie, Sonnenblume, Zinnie, Fetthenne und Herbstaster blühen häufig bis zum ersten Frost und sind so wichtige Insektenfutterpflanzen gegen Ende des Jahres.

Wie Du einen bienenfreundlichen Garten anlegst, erfährst Du hier.

9. Bio-Anbau im Bauerngarten

Bei einem Bauerngarten handelt es sich um einen einen sehr naturnahen Gartenstil. Hier ist Chemie fehl am Platz. Verwende natürliche Düngemittel wie Kompost, Stallmist, Hornspäne und Pflanzenjauchen, um Deine Pflanzen mit Nährstoffen zu versorgen. Durch Mischkultur und Fruchtfolge sorgst Du dafür, dass der Boden nicht ausgelaugt wird und alle Gewächse ausreichend Nährstoffe erhalten. Auf diese Weise gelingt es Dir, Dich und Deine Familie mit gesundem Bio-Gemüse zu versorgen. Zugleich leistest Du einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und bietest Bienen und unzähligen anderen Insekten ein giftfreies Paradies.

Indem Du bei der Pflanzung auf das Prinzip der guten Nachbarschaft achtest, hältst Du Deine Pflanzen auf natürliche Weise gesund. Gute Nachbarn fördern einander und unterstützen einander bei der Abwehr von Krankheiten und Schädlingen. Sollten Deine Kulturen dennoch von Schädlingen heimgesucht werden, helfen natürliche Schädlingsbekämpfungsmittel. Im Idealfall entsteht mit der Zeit ein natürliches Gleichgewicht im Garten. Tauchen Schädlinge auf, sind bald darauf auch schon Nützlinge zur Stelle, die die Schädlinge einfach auffressen.

Hier kannst Du nachlesen, wie Du Brennesseljauche zum Düngen Deiner Pflanzen selbst herstellst.

10. Die perfekte Bauerngarten-Deko

Ein Bauerngarten ist heute viel mehr als nur eine Anbaufläche für die Selbstversorgung. Viele Hobbygärtner wollen diesen Bereich als Lebensraum nutzen, um die Vielfalt an Flora und Fauna genießen. Mit passenden Dekoelemente verwandelst Du den Garten in eine Wohlfühloase. Gestalte den Eingang mit einem Rosenbogen an dem sich Kletterrosen und Clematis hochranken. Obelisken in den Beeten können sowohl von kletternden Zierpflanzen als auch von Gurken, Stangen- oder Feuerbohnen und Kürbissen erklommen werden. Sollte sich ein abgestorbener Baumstamm im Garten befinden, kannst Du daran Efeu, Wilden Wein, eine Ramblerrose oder eine Waldrebe hochklettern lassen. 

 

Rosenkugeln – altes Brauchtum neu entdeckt

Ein traditionelles Dekorationsobjekt für Bauerngärten sind Rosenkugeln. Seit alten Zeiten werden sie als gläserner Schmuck im Beet verwendet. Sie spiegeln die üppig blühenden Blumen wider und haben auch einen ganz praktischen Nutzen: Stäbe, die als Stütze für höhere Pflanzen dienen bergen bei der Gartenarbeit ein gewisses Verletzungsrisiko. Wird eine Kugel an die Spitze gesteckt, kannst Du dich an der Spitze nicht mehr stoßen. Heute gibt es Rosenkugeln aus den verschiedensten Materialien wie Glas, Edelstahl, Terrakotta oder Keramik.

Nimm Platz!

Weil ein liebevoll gestalteter Garten zum Verweilen einlädt, darf eine Sitzgelegenheit nicht fehlen. Ob eine schlichte Holzbank, romantische, reich verzierte Metallstühle mit Rüschenkissen oder eine gemütliche Schaukelbank, bleibt ganz Dir überlassen. Hier kannst Du Dich von der Gartenarbeit ausruhen, tagträumen, ein gutes Buch lesen oder eine Tasse Kaffee genießen.

Ein alter Ziehbrunnen bringt Charme in den Garten und leistet bei der Bewässerung gute Dienste. Wenn Du ein Faible für den rustikalen Look hast, ist eine alter Leiterwagen, den Du mit Blumen bepflanzt, eine tolle Option. Ein uriges Holzfass, das als Wasserspeicher dient, passt ebenfalls gut zu diesem Stil. Wer sich in einem fröhlichen, vom Landleben inspirierten Ambiente wohl fühlt, kann inmitten der bunten Blumen eine selbst gebastelte Vogelscheuche aufstellen.

Fazit

In einem Bauerngarten gedeihen Nutzpflanzen und Zierpflanzen harmonisch nebeneinander. Hier kannst Du beim Gärtnern völlig entspannen, die Natur genießen und Tiere beobachten. So wild und verwunschen er auch wirken mag, ein Bauerngarten muss sorgfältig geplant werden. Wer klug pflanzt, hat später weniger Arbeit und kann sich das ganze Jahr über bunte Vielfalt freuen. Mit Mischkultur und Fruchtfolge gelingt biologisches Gärtnern besonders gut. Lass Dich ein aufs Abenteuer Bauerngarten – und lerne Schritt für Schritt, wieder im Einklang mit der Natur zu leben.

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