【ᐅ】Tomaten selbst aussäen ✿ 2019

Tomaten selbst aussäen

Du möchtest Tomaten aus Samen ziehen? Das ist eine gute Idee! Auch wenn vom Frühjahr bis in den Frühsommer mittlerweile in jedem Supermarkt fertige Jungpflanzen erhältlich sind, hat das Anbauen eigener Tomatenpflanzen etliche Vorteile: Pflanzenliebhaber sind sich einig – nichts macht mehr Freude, als zuzusehen, wie aus einem Samenkorn eine große, kräftige Pflanze entsteht. Mit der eigenen Aussaat kannst Du ausgefallene Sorten heranziehen und dabei Geld sparen. Schließlich ist ein Päckchen Tomatensamen viel günstiger als zehn Jungpflanzen. 

Außerdem hast Du so die Möglichkeit, Dein selbst gewonnenes Saatgut vom letzten Sommer zu verwenden. Hier erfährst Du alles, was Du wissen musst, damit das Aussäen von Tomaten ein voller Erfolg wird.

Tomatenaussaat leicht gemacht

  • je nach Wetter ab Ende Februar bis Mitte März auf der Fensterbank
  • lege die Samen im Abstand von 3 Zentimetern auf das Substrat
  • bedecke sie mit einer maximal 1 Zentimeter dicken Erdschicht
  • wässere das Substrat mithilfe einer Sprühflasche
  • eine transparente Abdeckung sorgt für ein Gewächshausklima
  • halte das Substrat feucht
  • lüfte die Anzuchtschalen regelmäßig
  • nach etwa einer Woche keimen die ersten Samen


Ab wann kannst Du Tomaten aussäen?

Damit sich die Jungpflanzen gut entwickeln, brauchen sie genug Tageslicht. Ab Ende Februar ist es meist hell genug, um mit der Aussaat auf der Fensterbank zu beginnen. Bei schlechtem, düsterem Wetter solltest Du besser bis Mitte März abwarten. Ohne ausreichend Sonnenstrahlen vergeilen die Pflänzchen. 

Um zum Licht zu gelangen, entwickeln sie lange weiche Triebe, die leicht umknicken. Die Blätter bleiben klein und blass. Der beste Standort im Haus ist die Fensterbank in einem leicht geheizten und sehr hellen Zimmer. 

Saatgut kaufen

Beim Samenkauf hast Du die Wahl zwischen Hybrid-Sorten und alten, samenechten Sorten. Wenn auf einer Samenpackung ’F1 Hybride’ zu lesen ist, handelt es sich um eine Züchtung durch Kreuzung zweier Sorten. F1-Hybride besitzen die positiven Merkmale beider Eltern wie Wuchsform, Fruchteigenschaften oder besondere Krankheitsresistenz. 

Alle Tomatensorten findest Du hier.

Das Kürzel F1 stammt aus der Mendelschen Vererbungslehre und bedeutet, dass es sich hier um die erste Generation einer Kreuzung handelt. F1-Hybride zeichnen sich durch besondere Widerstandsfähigkeit, gute Gesundheit und hohe Erträge aus, allerdings bleibt der Geschmack der Früchte dabei manchmal auf der Strecke. 

Darüber hinaus sind F1-Hybride nicht für die Gewinnung von eigenem Saatgut geeignet. Die Pflanzen, die aus den Samen entstehen, sind sozusagen F2-Hybride. Sie unterscheiden sich stark von der F1-Pflanze und haben meist deren angezüchtete positive Eigenschaften wieder verloren. 

Keine Angst – Hybrid-Tomaten sind nicht genmanipuliert. Als Ergebnis aufwendiger Züchtung haben sie viele Vorteile. Wenn Du eine Hybridsorte aussäst, erhältst Du viele perfekt aussehende Früchte, musst aber im nächsten Jahr neue Samen kaufen. 

Hybridsamen sind teurer als herkömmliche Tomatensamen, da in der Entwicklung dieser Züchtungen viel Arbeit steckt.

Samenechte Tomaten stammen von sogenannten alten Sorten, die sich über lange Zeit bewährt haben. Von diesen Pflanzen kannst Du später wieder Samen gewinnen, und weißt, welche Eigenschaften diese Tomatenpflanzen besitzen werden. Alte regionale Sorten haben darüber hinaus den Vorteil, dass sie an die klimatischen Bedingungen in Deiner Region angepasst sind. Sie kommen mit den für diese Gegend typischen Wetterverhältnissen und den häufig auftretenden Krankheiten und Schädlingen besser zurecht.

Das richtige Anzuchtgefäß

Optimal für die Aussaat sind Saatschalen mit transparentem Deckel. Du kannst aber auch kleine Blumentöpfe aus Plastik oder Ton verwenden. Wer Wert auf Recycling legt, funktioniert leere Joghurtbecher oder Tetrapacks von Milch oder Fruchtsäften zu Pflanzgefäßen um. Ganz gleich, für welche Anzuchtgefäße Du Dich entscheidest – wichtig sind Abzugslöcher im Boden des Behältnisses, denn Staunässe vertragen zarte Jungpflänzchen gar nicht.

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Als Substrat eignet sich am besten spezielle Anzuchterde aus dem Gartenshop. Normale Blumenerde ist nicht zu empfehlen, da sie viel zu nährstoffreich für die feinen Wurzeln der Keimlinge ist. Im Samen sind sämtliche Nährstoffe vorhanden, die die Pflanze für einen guten Start braucht.

Mehr über Tomatenerde erfährst Du hier.

"Wer die Erde selbst mischen möchte, verwendet feine Gartenerde, reifen, gesiebten Kompost und feinen Quarzsand zu je gleichen Teilen. Sterilisiere die Mischung im Backofen oder in der Mikrowelle. "
Mein Tipp

Aussaat im Freiland

Auch wenn Tomaten meist im Zimmer vorgezogen werden, ist es in milderen Gegenden durchaus möglich, direkt ins Beet zu säen. Warte ab, bis die Nachttemperaturen nicht mehr unter 15 ºC sinkt. 

Auch die Gefahr von Spätfrösten sollte zum Zeitpunkt der Aussaat bereits vorüber sein. Meist ist das nach den Eisheiligen, ab Mitte Mai der Fall. Die frisch gekeimten Pflänzchen sind im Vergleich zu den im Zimmer vorgezogenen Tomaten erst einmal winzig. Das ist jedoch kein Grund zur Sorge. 

Im Freiland entwickeln sich die Jungpflanzen rasant und haben diesen Vorsprung bald aufgeholt. Die Ernte wird aller Wahrscheinlichkeit nach ein wenig später ausfallen, dafür müssen sich die Pflanzen nicht erst langsam an die Bedingungen im Beet gewöhnen.

Mehr über das Auspflanzen von Tomaten.

Tomaten aussäen – Schritt für Schritt

  1. Bereite Anzuchtschalen Deiner Wahl vor. Achte auf Löcher im Boden der Gefäße, damit das Gießwasser abfließen kann. Wenn Du Joghurtbecher oder abgeschnittene Tetrapacks verwendest, musst Du kleine Löcher in den Boden bohren. Töpfe vom Vorjahr solltest Du mit heißem Essigwasser ausspülen. So vernichtest Du eventuell vorhandene Krankheitserreger.

  2. Befülle die Schalen mit Aussaaterde. Dieses spezielle Substrat enthält keinen Dünger, der die Jungpflanzen schossen lässt. Die Gefäße sollten nur etwa zu zwei Dritteln gefüllt sein, damit nach dem Bedecken der Samen noch ein Gießrand bleibt. Drücke die Erde leicht an.

  3. Lege die Samen im Abstand von etwa drei Zentimetern auf das Substrat. Wer möchte, kann auch für jedes Samenkorn ein eigenes Gefäß verwenden. Bedecke die Samen mit einer Erdschicht von maximal einem Zentimeter. Drücke die Erde nun gut fest.

  4. Gieße die Samen mit einer Sprühflasche und stelle die Anzuchtschalen an einen warmen Ort. Die optimale Keimtemperatur liegt bei etwa 24 ºC, die Samen keimen aber auch bei etwas niedrigeren Temperaturen. Vor der Keimung spielt ein heller Standort noch keine große Rolle.

  5. Anzuchtschalen aus dem Gartenmarkt haben oft einen transparenten Plastikdeckel, mit dessen Hilfe sich leicht ein warmes, feuchtes Gewächshausklima erzeugen lässt. Du kannst Dir aber auch selbst helfen, indem Du Gefrierbeutel über die Töpfe stülpst. Halte das Substrat gut feucht. Vergiss nicht, das Behältnis täglich zu lüften.

  6. Nach etwa einer Woche zeigen sich die ersten Keimlinge. Ab jetzt ist es besonders wichtig, dass die Pflanzen viel Licht bekommen. Die Temperatur sollte nun deutlich niedriger sein, als vor der Keimung. Bei etwa 15 ºC an einem hellen Fensterplatz entwickeln sich gesunde, kräftige Pflänzchen.

  7. An warmen, sonnigen Tagen kannst Du Deine Schützlinge stundenweise ins Freie bringen. So können sie Sonnenlicht danken und gewöhnen sich Schritt für Schritt an die raueren Bedingungen draußen. Achte aber darauf, dass sich die zarten Pflänzchen keinen Sonnenbrand zuziehen. Vermeide anfangs die pralle Mittagssonne.

  8. Nach etwa drei Wochen ist es Zeit, die jungen Tomatenpflanzen zu pikieren. Wer pro Topf nur ein Samenkorn verwendet hat, spart sich diesen Schritt.

  9. Ab Mitte Mai kannst Du die Tomatenpflanzen ins Freie verpflanzen. Sie brauchen ein sonniges Beet mit lockerem, nährstoffreichem Boden. Achte auf Pflanzabstände von mindestens 60 Zentimetern. Gib jeder Pflanze als Stütze einen Pflanzstab aus Metall.

Fazit

Die Aussaat von Tomaten ist nicht schwierig – ganz im Gegenteil sie macht Spaß und spart Geld. Du kannst von Anfang an an der Entwicklung der Pflanzen teilhaben und sie pflegen und verwöhnen, bis sie schließlich ins Beet oder auf den Balkon dürfen.

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