Tomaten selber ziehen – leicht gemacht

Du hast Lust, Deine eigenen Tomaten anzubauen? Das ist kinderleicht und hat einige entschiedene Vorteile gegenüber dem Kauf von Jungpflanzen. Es gibt unzählige spannende Sorten zu entdecken und jede Menge Tipps und Tricks, wie Du Deine Jungtomaten kräftigst und auf den Sommer im Freiland vorbereitest. Hier findest Du alle wichtigen Informationen zur Aussaat von Tomaten.

Vorteile selbst gezogener Tomaten

  • riesige Sortenauswahl
  • spart Geld
  • macht viel Freude
  • selbst gewonnenes Saatgut kann verwendet werden
  • Du kannst Deine Tomatenpflänzchen perfekt auf die Gartensaison vorbereiten

Überreiche Sortenauswahl

Auch wenn die Auswahl an verschiedenen Sorten bei den Jungpflanzen im Handel in den letzten Jahren deutlich größer geworden ist, gibt es beim Saatgut einfach ein viel breiteres Angebot. Im Gartencenter, in kleinen Gärtnereien und in Online-Shops kannst Du eine Vielzahl an spannenden Tomatensorten entdecken. Von vier Meter hohen Exemplaren bis zur Zwergtomate für den Balkonkasten gibt es unzählige Wuchshöhen und Wuchsformen zu entdecken.

Bei den Früchten hast Du die Qual der Wahl riesigen Ochsenherz-Tomaten und winzigen Johannisbeeren-Tomaten und allem, was dazwischen liegt. Ob kugelrund, länglich oder birnenförmig, einzeln oder in Rispen, ob rot, rosa, orange, grün, braun, schwarz oder gar gestreift – beinahe alles ist möglich. 

Welche Sorte passt zu Dir?

Sieh Dich in Ruhe um und wähle eine oder mehrere Tomatensorten nach Deinem Geschmack aus. Beachte dabei aber auch praktische Aspekte, wie Standort und Klima. Wenn Du Deine Tomaten im Topf auf dem Balkon kultivieren möchtest, sollte es sich um eine kleinwüchsigere Sorte handeln. 

Wer in einer sehr regenreichen Gegend lebt, kauft besser eine besonders robuste und platzfeste Sorte. Darüber hinaus gibt es auch Sorten, die nicht ausgegeizt werden müssen. Hobbygärtner, die wenig Zeit haben, sind damit gut beraten.

F1-Hybride oder samenfeste Sorten?

Samenfeste Tomatensorten wurden über die Jahre durch Kreuzung und Selektion gezüchtet. Entnimmst Du den reifen Früchten nun Samen und baust sie im nächsten Frühjahr an, erhältst Du Nachkommen mit denselben Eigenschaften. Die Samen von sortenreinen, nachbaufähigen Pflanzen kannst Du immer wieder weiterverwenden.

Bei Saatgut, das mit F1 gekennzeichnet ist, handelt es sich um Hybrid-Züchtungen. 

Die Kreuzung der ersten Generation wird F1 genannt. Sie trägt bestimmte positive Eigenschaften der beiden sortenreinen Elternteile in sich vereint – meist geht es dabei um Farbe, Fruchtgröße, Form und Krankheitsresistenz. 

Gewinnst Du nun selbst Saatgut aus den Früchten der F1-Pflanze, können unterschiedliche Variationen zutage treten. Die Nachkommen haben zum Teil unerwünschte beziehungsweise unvorhersehbare Eigenschaften. 

Daher sind F1-Hybride für Hobbygärtner, die die Samen gerne weiterverwenden möchten, nicht geeignet. Wer hingegen vorhat, jedes Jahr neues Saatgut zu kaufen, kann auch zu F1-Hybriden greifen.

Mit unseren Tipps wird die Aussaat zum Kinderspiel

TIPP 1: Vom richtigen Zeitpunkt – warte auf die Sonne

Es ist Ende Februar und Du stehst schon in den Startlöchern. Nach einem langen Winter hast Du unbändige Lust auf frisches Grün und kannst es gar nicht erwarten, mit der Anzucht der Jungpflanzen auf der Fensterbank zu beginnen. Warte dennoch mit der Aussaat, bis es wirklich hell & warm genug ist. 

Da das Wetter jedes Jahr ein wenig anders ist, gibt es keinen perfekten Zeitpunkt für die Aussaat. Tomaten sind sehr lichthungrig. Ohne ausreichend Tageslicht vergeilen die Jungpflanzen. Lange blasse Triebe sehen unschön aus und brechen leicht ab. Wer sich vom Wetter unabhängig machen möchte, kann eine Pflanzenlampe kaufen. Empfehlenswert ist die Tomatenaussaat zwischen Ende Februar und Mitte März.

Keine Panik – wer den Termin zur Aussaat versäumt hat, kann auch Anfang April noch säen. Die Pflänzchen kommen dann zwar etwas später ins Freiland, haben nach der Keimung dafür mehr Sonnenlicht zur Verfügung und wachsen schneller.

TIPP 2: Stelle Deine eigenen Anzuchttöpfe aus Recycling-Materialien her

Um die Wartezeit bis zur Aussaat zu überbrücken, kannst Du aus den verschiedensten Abfällen tolle Pflanzgefäße herstellen. Das schont die Umwelt und hilft Dir, Geld zu sparen. Dass Plastiktöpfe alles andere als umweltfreundlich sind, weiß heute jedes Kind. Torftöpfe sind zwar sehr praktisch, tragen aber zur weiteren Zerstörung der Hochmoore bei. In jedem Haushalt fallen täglich Materialien an, die für den Müll viel zu schade sind. Aus einigen lassen sich praktische Anzuchtschalen für Jungpflanzen herstellen.

1. Eierkartons: Schon ihre Form mit den einzelnen Abteilungen prädestinieren Eierkartons geradezu für die Anzucht von Jungpflanzen. Wenn Du in jedes Fach ein Samenkorn legst, erleichtert Dir das später das Pikieren. Du brauchst einfach nur den Karton zu zerreißen und kannst die Pflänzchen umtopfen. Geschickte Hobbybastler schneiden in den Deckel ein großes Fenster, das sie mit Klarsichtfolie überkleben. So erhältst Du ein praktisches Minigewächshaus.

2. Papprollen von Toilettenpapier: Falte den Boden um, sodass die Rolle unten geschlossen ist. Schlage sie in einen Bogen gefaltetes Zeitungspapier und drücke es am Boden flach. Umwickle die Zeitung mit einem Baumwollfaden. 

3. Joghurtbecher: In jedem Haushalt fallen Plastikbecher von Joghurt, Rahm oder Sahne an. Hier kannst Du sogar zwischen verschiedenen Größen wählen. Manche Becher sind sogar mit durchsichtigen Deckeln ausgestattet, die sich prima zum Erzeugen eines Gewächshausklimas für die erste Anzuchtphase nutzen lassen. Wichtig: Bohre Löcher in den Boden der Plastikbecher, damit sich das Wasser nicht staut!

4. Tetra Paks: Getränkekartons können je nach Bedarf liegend oder stehend verwendet werden. Wer ein kleineres, tieferes Gefäß möchte, schneidet das Tetra Pak in der Mitte auseinander und verwendet den unteren Teil. Für ein längliches, flacheres Pflanzgefäß schneidet man einen Seitenteil heraus. Stich mit einer Schere Löcher in den Boden und fülle eine dünne Schicht Kies als Drainage ein. 

TIPP 3: Samen mögen mageres Substrat

Während größere Tomatenpflänzchen wild auf Nährstoffe sind, keimen Samen am besten in nährstoffarmer Erde. Samen sind kleine Kraftpakete – in ihnen sind alle Nährstoffe enthalten, die der Keimling für einen energischen Start ins Leben braucht. 

Kaufe daher spezielle Anzuchterde oder vermische feinkrümelige Gartenerde, reifen Kompost und Sand zu gleichen Teilen. Eine Handvoll Perlite sorgt für eine gute Durchlüftung des Substrats. 

Wer seine Tomaten von Anfang an verwöhnen möchte, streut ein wenig Urgesteinsmehl in die Erdmischung. Steinmehl ist reich an wichtigen Spurenelementen und verbessert die Wasserhaltefähigkeit des Substrats.

TIPP 4: Ein warmes Nest

Die ideale Keimtemperatur liegt bei 24 bis 28 ºC. Was uns Menschen sehr heiß vorkommt, ist für die Exoten aus Süd- und Mittelamerika gerade richtig. Die Temperatur sollte darüber hinaus möglichst konstant sein. 

Wenn Du die Anzuchttöpfe über einem Heizkörper auf der Fensterbank platzierst, musst Du für regelmäßige Bewässerung sorgen. Eine transparente Abdeckung sorgt für ein feucht-warmes Gewächshausklima. Gib Pilzsporen keine Chance und lüfte das Minigewächshaus täglich gut durch.

TIPP 5: Ein kühleres Kinderzimmer

Nach 5 bis 10 Tagen sind Deine Keimlinge endlich da! 

Nun kommen die Winzlinge an einen etwas kühleren Ort, aber unbedingt hellen Standort. Eine Raumtemperatur von 15 ºC ist optimal. Durch die niedrigere Temperatur sorgst Du für ein langsames, gleichmäßiges Wachstum Deiner Zöglinge und bewahrst sie vor dem Vergeilen. In diesem Wachstumsstadium brauchen die Pflänzchen keine Abdeckung mehr.

TIPP 6: Pikieren – mehr Platz für die Jugendlichen

Deine Jungpflanzen sind kräftig gewachsen und haben bereits das erste richtige Blattpaar gebildet. Sie sehen schon fast wie Erwachsene aus und fordern mehr Raum. Sobald sich Deine Tomaten-Teenager in der Sturm-und-Drang-Phase befinden, ist es Zeit sie zu pikieren. In den größeren Pflanzgefäßen vertragen die Pflanzen nun schon reichhaltigeres Substrat. Vermenge Tomatenerde aus dem Gartencenter mit etwas Sand. Wer lieber selbst mischt, verwendet 3 Teile Kompost und je einen Teil Gartenerde, Sand und Rindenhumus. Perlite machen das Substrat lockerer.

  • Lockere das angefeuchtete Substrat mit einem Pikierstab oder einem Schaschlik-Stäbchen.
  • Hebe die Jungpflanzen behutsam heraus.
  • Kürze die Wurzeln auf eine Länge von etwa 3 Zentimetern.
  • Pflanze die Tomaten in ihre neuen Töpfe etwas tiefer, damit sie am Stängel stützende Wurzeln bilden.
  • Drücke das Substrat sanft fest und wässere die Pflänzchen.
  • Gönne ihnen einige Tage Erholung an einem halbschattigen Plätzchen.

TIPP 7: Entwöhne Deine Tomaten langsam von ihrer geschützten Umgebung

Im Haus ist es fein – da heult kein Wind, da brennt die Sonne nicht erbarmungslos herunter und die sorgenden Hände des Hobbygärtners sind immer zur Stelle. 

Was eine große Tomate werden und prächtige, saftige Früchte tragen will, muss ab Mitte Mai hinaus in die weite Welt. Oder zumindest unter den freien Himmel. Damit der große Tag für Deine Zöglinge zu keinem Schockerlebnis wird, solltest Du sie Schritt für Schritt an das Leben im Garten gewöhnen. Bringe die Jungpflanzen bei schönem Wetter stundenweise ins Freie. Stelle sie erst an einen geschützten Platz im Halbschatten, damit die Sonne die zarten Blätter nicht verbrennt. 

Fazit

Die Aufzucht von Tomaten macht Hobbygärtnern viel Freude. Du kannst zwischen Hunderten von Tomatensorten wählen und beim Basteln von umweltfreundlichen Pflanzgefäßen Kreativität zeigen. 

Liebevoll umsorgt entwickeln sich die Keimlinge schnell zu kräftigen Jungpflanzen, die Du mit der richtigen Vorbereitung bald ins Beet auspflanzen kannst, wo sie prächtig gedeihen und eine reiche Ernte einbringen.

Kategorien Gemüse

Schreibe einen Kommentar