Tomatenpflanzen pflegen

Du hast gehört, dass die Pflege von Tomatenpflanzen Gartenanfänger häufig überfordert? Doch selbst gezogene Tomaten schmecken einfach am besten. Tomaten aus dem Supermarkt mögen leuchtend rot und saftig sein – vielfach enttäuscht jedoch ihr fader, wässriger Geschmack. Meist werden die Früchte grün geerntet und reifen erst auf dem langen Transportweg langsam nach. Frisch aus dem Garten begeistern vollreife und noch sonnenwarme Tomaten mit einem unvergleichlichen süß-säuerlichen Geschmack und köstlich intensivem Aroma. Hier erfährst Du, wie Du Deine Tomatenpflanzen richtig pflegst, damit der Tomatenanbau auch bei Dir zu Hause ein voller Erfolg wird.

Auf einen Blick:

  • wähle robuste, resistente und platzfeste Sorten aus
  • pflanze die Tomaten an einen warmen, sonnigen Standort
  • lockere den Boden vor der Pflanzung gut auf und reichere ihn mit Kompost oder Pferdemist an
  • achte auf ausreichende Pflanzabstände von mindestens 60 Zentimetern
  • gieße die Pflanzen reichlich und regelmäßig
  • bei großer Trockenheit hilft eine Mulchschicht
  • unterstütze das Wachstum und die Fruchtbildung durch ausgewogenes Düngen
  • geize Deine Tomaten rechtzeitig aus
  • schütze die Pflanzen wenn nötig mit einem Tomatenhaus vor Pilzerkrankungen

Wie anspruchsvoll sind Tomatenpflanzen wirklich?

Das Gelingen beim Tomatenanbau im Freiland ist stark vom Wetter abhängig. In einem sonnigen, trockenen Sommer ist es auch für unerfahrene Hobbygärtner nicht schwer, eine üppige Tomatenernte einzufahren. Schließlich stammt die Tomate (Solanum lycopersicum) aus Mittel- und Südamerika. 

Das Nachtschattengewächs ist somit an warme Böden und hohe Lufttemperaturen gewöhnt. Darüber hinaus schätzt die Tomate eine gute Bodenstruktur, eine ausgewogene Nährstoffversorgung und regelmäßige Bewässerung (z.B. mit einem Bewässerungsschlauch). In einem verregneten mitteleuropäischen Sommer hilft oft nur eine Überdachung, um die Pflanzen vor der gefürchteten Kraut- und Braunfäule zu schützen.

Standort – manche mögen’s heiß

Wenn Du möchtest, dass sich Deine Tomaten in Deinem Garten so richtig wohlfühlen, gönne ihnen einen Platz an der Sonne. 

Ein warmer, vollsonniger Standort – gerne auch vor einer Wärme reflektierenden Südwand – schafft ideale Bedingungen. An einem geschützten Platz kühlt es auch in der Nacht nicht so stark ab. Achte aber darauf, dass die Luft gut zirkulieren kann. 

Warte mit dem Auspflanzen deiner Tomaten auf jeden Fall ab, bis keine Spätfröste mehr drohen. In unseren Breiten ist dies meist nach den Eisheiligen, ab Mitte Mai, der Fall.

Boden

Tomatenpflanzen gedeihen am besten in einem konstant warmen und feuchten Boden. Das Erdreich sollte locker und gut durchlässig sein. (Mehr über den richtigen Boden für Tomaten)

Ideal ist ein Lehmboden mit hohem Kalkanteil mit einem pH-Wert von etwa 6

Suche einen sonnigen Platz aus und lockere den Boden gut auf, damit dass Gießwasser leicht zu den Wurzeln vordringen kann. Reichere das Substrat vor der Pflanzung mit reifem Kompost oder Pferdemist an. 

Diese Vorbereitungen kannst Du bereits im Herbst treffen. Pflanze Deine Tomaten jedes Jahr an einer anderen Stelle, damit sich Bodenschädlinge und Krankheiten kein leichtes Spiel haben.

Mischkultur – auf gute Nachbarschaft

Bei der Mischkultur baust Du verschiedene Pflanzenarten gemeinsam an. Dabei setzt Du solche Gewächse zusammen, die einander positiv beeinflussen. 

Tomaten teilen sich mit Kohlgewächsen, Bohnen, Spinat und Möhren gerne das Beet. Auch Knoblauch, Lauch und Zwiebel gelten als gute Nachbarn. 

In der Nähe anderer Nachtschattengewächsen wie Aubergine, Paprika, Chili und Kartoffel hingegen, fühlen sie sich nicht sehr wohl. 

Diese nahen Verwandten sind, wie auch die Tomate selbst, Starkzehrer. Sie machen einander die Nährstoffe streitig und erleichtern aufgrund ihrer Verwandtschaft das Überspringen von Krankheiten und Schädlingen.

Auch unter den Kräutern gibt es einige, deren Gesellschaft Tomatenpflanzen besonders guttut. Basilikum passt nicht nur am Teller bestens zu Tomaten, auch im Beet hat das aromatische Kraut einen positiven Einfluss auf Tomatenpflanzen und soll sogar echtem Mehltau vorbeugen. Petersilie in der näheren Umgebung wird ebenfalls gut vertragen.

Tomaten gedeihen in Gesellschaft von Kohl, Bohnen, Spinat, Möhren, Zwiebel, Knoblauch und Petersilie besonders gut. Basilikum hilft, Pilzerkrankungen fernzuhalten.

Pflanzabstand

Du möchtest möglichst viele Tomaten in Deinem Beet unterbringen? Achte dabei unbedingt auf ausreichend große Pflanzabstände. 

Die verschiedenen Tomatensorten erreichen unterschiedliche Wuchshöhen und -breiten. Der Mindestabstand sollte 60 Zentimeter, bei wuchsfreudigeren Exemplaren auch mehr, betragen. Pflanze die Tomatenpflänzchen etwas tiefer, als sie im Topf eingepflanzt waren. Stecke neben jede Pflanze einen Metallstab als Rankhilfe in den Boden.

Gießen

Eine regelmäßige Wasserversorgung ist für ein gesundes Wachstum und eine üppige Ernte unerlässlich. Wechseln sich längere Trockenzeiten mit plötzlichen Regengüssen oder seltenem und dafür reichlichem Gießen ab, können die Früchte platzen. 

Nimmt die Pflanze mehr Wasser über ihre Wurzeln auf, als sie über die Blätter abgeben kann, reißt die Haut der Tomaten häufig auf. Bei hoher Luftfeuchtigkeit schimmeln und faulen geplatzt Tomaten schnell und werden ungenießbar. Lass den Boden deshalb nie ganz austrocknen. Staunässe allerdings gilt es zu vermeiden, da sonst Fäulnis an den Wurzeln droht.

Feuchtes Laub kann zu Pilzerkrankungen führen. Gieße die Pflanzen daher ausschließlich im Wurzelbereich. Achte darauf, dass das Gießwasser nicht auf die Blätter spritzt.

Hinweis: Entferne die untersten Blätter, sobald die Pflanzen etwas größer sind. So vermeidest Du, dass beim Gießen Wasser auf die Blätter spritzt.

Lies: Tomaten richtig gießen

Mulchen

Wenn der Boden in trockenen Sommern allzu schnell austrocknet, kannst Du den Boden rings um die Pflanzen mulchen. So hält sich die Feuchtigkeit besser im Erdreich, gleichzeitig unterdrückt eine Mulchschicht das Unkrautwachstum. 

Ganz besonders eignen sich Brennnesselblätter, da sie bei der Zersetzung Stickstoff, Kalium und Silizium freisetzen und so als leichter Dünger wirken. Verwende keine blühenden oder Samen tragenden Pflanzen. Beim Rasenmäher fällt regelmäßig großartiges Mulchmaterial an. 

Lass junges Gras (ohne Samen und Unkraut) etwas anwelken und verteile es dann über das Beet. Als oberste Schicht kannst Du etwas Stroh ausbringen. Es verhindert, dass das Gießwasser auf die Blätter spritzt.

Düngen

Als Starkzehrer benötigen Tomaten jede Menge Nährstoffe, um sich gut zu entwickeln und reichlich Früchte zu bilden. Bereits vor der Pflanzung solltest Du das Beet daher mit Kompost oder Stallmist anreichern. 

Meide stickstoffhaltige Gartendünger. Sie fördern zwar das Wachstum der Triebe, können sie aber gleichzeitig weich und anfällig für Pflanzenkrankheiten machen. Für die Fruchtbildung brauchen Tomaten bestimmte Nährstoffe, die in Tomatendüngern aus dem Fachhandel im richtigen Verhältnis enthalten sind. Du kannst Dir aber auch selbst helfen, indem Du Pflanzenjauchen ansetzt. 

Brennnesseljauche stärkt die Pflanzen und macht sie robust gegen Krankheiten und Schädlinge. Gleichzeitig ist sie reich an Mineralien wie Kalium, Silizium, Magnesium und Eisen. Kombinieren kannst Du dieses sanfte, natürliche Düngemittel mit Beinwelljauche, die das Wachstum von starkzehrenden Pflanzen fördert und ihre Widerstandsfähigkeit erhöht.

Artikel: Wie man Tomaten richtig düngt.

Ausgeizen

Für mehr Ertrag und größere Früchte kannst Du Deine Tomatenpflanzen ausgeizen. Durch das Entfernen der Geiztriebe in den Blattachseln ermöglichst Du den Pflanzen ihre gesamte Energie in die Fruchtentwicklung zu legen. 

Darüber hinaus benötigen die Pflanzen durch diese Maßnahme weniger Platz im Beet. Entferne die überschüssigen Triebe durch Knicken an der Sollbruchstelle, bevor sie allzu groß werden. So vermeidest Du größere Wunden an der Pflanze.

Tomaten überdachen

In regenreichen Gegenden droht Tomaten im Freiland alljährlich die Kraut- und Braunfäule. Sind die Pflanzen erst einmal infiziert, lässt sich die Pilzerkrankung nicht mehr aufhalten. Um Enttäuschung und Frust vorzubeugen, kannst Du ein Tomatenhaus kaufen. 

Für handwerklich begabte Hobbygärtner ist es ein Kinderspiel, diese Überdachung kostengünstig selbst zu bauen. Alles, was Du brauchst, sind stabile Holzlatten und durchsichtige Wellplatten aus PVC. 

Errichte Dein Tomatenhaus so, dass die offene Seite von der Wetterseite abgewandt ist. Für einen besseren Schutz vor Wind und Regen kannst Du die Wetterseite auch mit Wellplatten teilweise verschließen. Die Luft muss aber zirkulieren können.

Wie Du Tomatenpflanzen im Gewächshaus hältst erfährst Du hier.

Fazit

In einem warmen, trockenen Sommer ist der Tomatenanbau ein Kinderspiel. Zeigt sich das Gartenjahr regenreich und eher kühl, kannst Du mit einem gut gewählten, regengeschützten Standort und sorgsamer Pflege, dennoch eigene Tomaten ernten.

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